Haare als „fundamentaler“ Bestandteil von Schönheit

Emily Ratajkowski hatte einen neuen Werbedeal mit einem Shampoo-Hersteller abgeschlossen und ein Bild von sich mit Betonung auf dem Haar und dem Spruch:

“Hair is a fundamental part of beauty, femininity, and identity. So excited to announce that I am the new face of @kerastase_official!”

Dies war das Bild, der Spruch wurde inzwischen geändert:

Die Reaktionen waren wohl für sie unerwartet harsch:

“Hair is not a ‘fundamental’ part of beauty. There are people with cancer and other illnesses who are unfortunately undergoing treatment that causes them to lose their hair. Saying that hair is a ‘fundamental’ part of beauty is extremely shallow and it gives off the false idea that hair is a necessity,” commented one Instagrammer.

“Where’s the apology????” asked another.

Ratajkowksi quickly went into damage-control mode, updating her Instagram caption to something more palatable to the masses.

Ich finde das Argument, dass Frauen, die eine Chemo machen, und ihr Haar verlieren, dennoch schön sein MÜSSEN und deswegen Haar kein fundamentaler Bestandteil von Schönheit sein kann, denkbar schlecht.

Es ist aus meiner Sicht ein merkwürdiges Verständnis von Schönheit, denn ein Grundsatz, nachdem Leute, die eine Krankheit haben bzw unter den Folgen einer Behandlung leiden, gleichzeitig schön sein müssen, hat nichts mit dem Konzept von Schönheit zu tun.

Das Haare gerade bei Frauen wesentlich Attraktivitätsmerkmale sind liegt eher daran, dass sie einen relativ weiten Blick zurück in die Vergangenheit erlauben:

Beim Haupthaar, dass beim Menschen eine beachtliche Länge im Vergleich zu anderen Tieren erreichen kann, ist zunächst erst einmal anzumerken, dass es sich durchaus als „Costly Signal“ anbietet. Am Haar kann man über den Wuchs, den Glanz, die Pflege vieles über den Ernährungsstand und den Gesundheitszustand des Trägers innerhalb der letzten Monate oder Jahre erkennen. Schönes, gesundes, glänzendes langes Haar wird daher in den meisten Kulturen gerade bei Frauen als Attraktivitätsmerkmal geschätzt.

Natürlich kann man dennoch auch ohne Haare schön sein (siehe auch), aber das ist eher die Ausnahme von der Regel, sucht man nach schönen Frauen, dann werden der allergrößte Teil der Frauen lange Haare haben. Hier die ersten drei Bilder, die mir bei einer Suche nach „beautiful women“ von Google angezeigt werden:

Gal Gadot

Hier sieht man gut, dass die Haare in den Fotos durchaus betont sind und einen wichtigen Part bilden.

Und auch die meisten Krebs-Patientinnen werden es genauso sehen, weswegen für viele der Verlust des Haares auch nicht unbedeutend ist und sie sich schöner fühlen und sie sich nicht selten Perücken zulegen, damit sie sich besser fühlen.

Insofern ist der Angriff auf Emila Ratajkowski unnötig hart, auch weil es von ihr eigentlich eher ein harmloser Spruch ist: Sie ist nicht wegen ihres Haars so bekannt geworden, sie ist bekannt geworden, weil sie einen schlanken, sportlichen Körper mit großen Brüsten hat, und diese in einem Musikvideo zeigte:

Man könnte hier gut sogar anführen, dass sie sich mit dem Hinweis darauf, dass Haare etwas schönes sind, die einem wesentlichen Bestandteil von Schönheit ausmachen, eher zurückhält. Denn schöne Haare sind in der heutigen Zeit ja noch relativ einfach für eine Frau zu erreichen, im Gegensatz zu den sonstigen Merkmalen von Schönheit, die Emily Ratajkowski  für sich anführen könnte.

Aber natürlich darf man in dem Bereich nichts als „festen Bestandteil von Schönheit“ bezeichnen, denn Schönheit darf nichts objektives sein. Es wäre interessant, ob Emily Ratajkowski einen Instinkt, dass abzusprechen, noch eher in einigen Frauen hervorruft, weil sie eben über Nacktheit und große Brüste eine recht offene Sexualität anspricht, die sie vielleicht noch eher als Konkurrenz erscheinen lässt und einen Abwehrreflex anspricht.

 

 

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Warum halten sich teuerere Frauenprodukte am Markt?

Only Me berichtet über teuere Frauenprodukte, beispielsweise Rasierer für Frauen, die mehr pro Stück kosten. Zur Frage, warum diese gekauft werden:

„Die Frage, warum Frauen das tun, wird nicht beantwortet. Immerhin schreibt der Fotoredakteur unter den Aufmacher: “Frauen müssen kapieren, dass sie auch Männer-Rasierer und Deos kaufen können.” Keine Ahnung, wie das durch die Schlussredaktion rutschen konnte, denn im Artikel kommt der Gedanke nicht vor. Lediglich der Gedanke, dass Frauen weiterhin mit Extrawürsten marketingmäßig adressiert werden sollten, ohne extra zu bezahlen.“

Die Frage, warum man teuere Produkte für Frauen erfolgreich am Markt positionieren kann, ist in der Tat interessant. Gerade bei Produkten wie Rasieren, bei denen man ebenso auf das Männerprodukt wechseln könnte.

Mir kam der Gedanke, dass es vielleicht klappt, weil Frauen durchaus gern Produkte kaufen, die etwas besonderes sind, die gefühlsmäßig mit „Teurer, weil speziell für dich und an dich angepasst“ gekauft werden. Selbst in dem Produkt „Billigrasierer“ ist so eine kleine Portion Luxus enthalten.

Dies trägt dazu bei, dass man ein besseres Gefühl hat, wenn man sich zurechtmacht. Den Schönheitspflege ist ja auch eine Wertaufbesserung in der Hinsicht.

Der männliche Rasierer ist da denke ich eher mit „nützlich“ besetzt. Es wird erwartet, dass man sich für den Job rasiert, es ist weit aus weniger in ein Schönheitsritual eingebunden. Insofern könnte der Preis bei den Frauen sich auf einem gefühlsbetonteren Besetzen des Gegenstandes ergeben.

Der spezielle Duft, das spezielle Deo, die besondere Bluse, die man vorher in die Reinigung gibt, dies alles ist mit einem gewissen Luxus besetzt und darf damit auch teurer sein um dies zu betonen. Vielleicht auch der Grund, warum Frauenhaarschnitte teurer sind als Männerhaarschnitte. Sie sind eine wertvollere Angelegenheit für die Frau, weil Schönheit anders zelebriert und geschätzt wird.

Das passt auch gut zu dem alten Werbespruch von „L’Oreal“: „Weil ich es mir wert bin“. Das Produkt dient der eigenen Verschönerung, diese hat einen sehr hohen Wert für die Frau, damit ist sie bereit für ein solches Produkt mehr zu zahlen.

Andere Frauenprodukte scheinen mir auch billiger zu sein. Etwa Schuhe, die man schon recht billig bekommen kann, weil sie ein Modeaccessoire sind, dass nicht unbedingt lange halten muss, es muss eher farblich zu einem bestimmten Kleid passen.

Ich finde es ebenso interessant wie Only Me, dass die einzige Erklärung, die hier angenommen wird, anscheinend Diskriminierung ist. Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.

Kurze Haare bei Frauen

Ich bin mit Südländerin und einer Freundin von ihr sowie deren Freund in einer Kneipe. Südländerin war gerade beim Friseur gewesen und nachdem man sich darüber ausgetauscht hat, dass alles gut aussieht, kommt das Thema auf Frisuren.

Durch meine Unterhaltung mit dem Freund über dies und das filtere ich aus deren Gespräch ein „Ich würde mir meine Haare gern kurz schneiden!“ ihrer Freundin heraus. Südländerin lacht als sie meinen folgenden kritischen Blick sieht. „Keine schlechte Idee!“ sagt sie, weil sie weiß, dass ich es eine fürchterliche Idee finde „sollte ich mir auch überlegen“ und grinst fröhlich. Ich werfe ihr einen gespielt bösen Blick zurück, dann frage ich die Freundin „Was meinst du denn mit kurz? So schulterlang?“ Sie hat recht schönes Haar, es geht bis zwei Hand breit unter ihre Schultern. „Nein, schon so bis zum Kinn“ teilt sie mit „wobei ich ganz früher auch so richtig kurze Haare hatte, ein paar Millimeter“. Ich schaudere und blicke spielerisch besorgt zu ihrem Freund.

„Ich mag kurze Haare“ sagt er „habe ich gar nichts gegen!“ Ich verkneife mir ein „Verräter“. Wobei „bis zum Kinn“ ja auch noch gehen kann. Die Freundin fragt „Meinst du Frauen mit kurzen Haaren können nicht gut aussehen?“ „Doch, sehr schönen Frauen kann es stehen, aber auch die würden mit langen Haaren besser aussehen“. Irgendwo, ich meine bei Heartiste, hatte ich gerade gelesen, dass kurze Haare bei schönen Frauen evtl nach dem Handicap-Prinzip funktionieren könnten: ich bin so schön, ich kann mir sogar kurze Haare erlauben.

„Es ist aber auch echt viel Arbeit“ sagt die Freundin. „Man muss sie immer waschen und dann auch morgens föhnen, sonst stehen sie wild ab, da geht so viel Zeit für drauf, und jetzt mit der Arbeit muss ich immer früh raus. Es war so praktisch mit kurzen Haaren!“.

Das kann ich als Argument immerhin verstehen. Südländerin findet es auch sehr logisch. Ich stimme zu, dass sie ihre Haare am besten ganz abrasiert. Agree and amplify ist immer ein gutes Mittel. Wir scherzen noch etwas über diverse Frisuren, die Gefahr scheint gebannt, so dass meine Gedanken zum evolutionären Wert von Haaren als Langzeitinformationsspeicher über Ernährung etc abdriften können. Von dort komme ich gedanklich zu einem neulich  bei „Return of Kings“ erschienen und dann viral durchgestarteten Artikel zu Frauen mit kurzen Haaren. „Damaged“ ist da aus meiner Sicht etwas viel gesagt, auch wenn sicherlich Frauen mit 9 Millimeter Frisuren aus meiner Sicht wahrscheinlichere Kandidaten für einige seelische Probleme sind.

Haare können einfach ein zu offensichtlicher Schönheitsfaktor sein, um sie als Frau nicht zu nutzen.

„Die Menschheit ist unendlich schön in ihrer jeweiligen Individualität“

Bei dem Mädchenblog singt Dodo das alte Lied, dass alle Menschen irgendwie schön sind, auch die Dicken und wir uns einfach von Schönheitsidealen lösen sollten:

Denn wenn Gewicht (ganz zu schweigen von den anderen blödsinnigen „Kriterien“) auf einmal kein Maßstab mehr ist, der pro oder contra bestimmt, dann ist die Welt, die wir erfahren, auf einmal von viel, viel mehr Ästhetik, SexAppeal und Faszination erfüllt. DAS ist auch Lebensqualität, ganz fraglos! Die Welt wird „schöner“ – nicht nur, was physisches Erscheinungsbild angeht. Wer sich nicht mehr auf die von der Gesellschaft diktierten „Knackpunkte“ wie Gewicht, reine Haut, Muskeln, blahblah konzentriert, dem fällt nach einer Weile auf, daß die Menschheit eine viel größere Fülle von Sexappeal bietet – Stimmen, Bewegungen, Gerüche, Blicke, Gesten,… die Liste ist unendlich. Man entdeckt auch eher „schräge“ Vorlieben an „Augenzucker“, die man sich zuvor nicht eingestanden hätte, deren Anblick man jetzt aber richtiggehend genießen kann. Und je weniger verklemmt man mit physischen Merkmalen bei sich und anderen umgehen kann, desto mehr Spaß macht der Sex. Hat der ja nicht unwesentlich mit Körpern und dem Genuß derselben zu tun!

Und für diesen Gewinn bin ich dankbar und strebe an, ihn zu vermehren, das ganze auszubauen.

Das täte dem Herrn aus Crunktastics Beispiel (und nicht nur ihm) vielleicht auch ganz gut. Vielleicht hätte er einen Flirt mit dieser Frau ja dann sehr genossen, vielleicht erkannt, daß sie vor Sexappeal nur so strotzt! Und sich nebenbei eine ganz neue Welt erschlossen.

Dieses „Gewichtshindernis“ abzubauen, wäre für ihn wohl ebenso gewinnbringend gewesen wie für sie.

Wenn er eines Tages auf eine dünne Crunktastic trifft und die beiden mordsmäßigen Spaß miteinander haben – prima Sache. Aber vielleicht nicht so prima, wie wenn dies gewichtsunabhängig geschenen wäre.

Nun liegt aber sicher nicht die Verantwortung bei Crunktastic, dick zu bleiben, um ihm (und anderen) zu beweisen, daß Flirt/Beziehung/Sex mit ihr trotzdem großartig wäre und ihn vor seinen beschränkenden Auswahkriterien zu erretten. Vor allem, weil sie dann auch einen ungerechten Preis zu zahlen hätte.

Die Verantwortung liegt viel mehr bei uns allen (ob dick oder dünn oder sonstwas!), weiter um den Abbau dieser Schönheitsvorschriften zu kämpfen. Und zwar nicht, damit die „armen, dicken Opfer auch mal wen abkriegen“. Sondern, damit wir vielleicht eines Tages erkennen, wie unendlich schön die ganze Menschheit in ihrer jeweiligen Individualität ist.

Das ist in meinen Augen alles recht verlogener Mist. Schönheit besteht nun einmal in einer Kultur und ich bezweifele, dass man Schönheitskriterien einfach aufgeben kann. Nicht jeder Mensch  ist schön, einige sind schlicht hässlich. Und sie wären es in jeder Kultur gewesen.

Ich bleibe nach wie vor dabei, dass sportlich-schlank ein durchaus positives Schönheitsideal ist. Frauen werden schlichtweg damit klar kommen müssen. Ebenso wie Männer damit klar kommen müssen, dass auch für sie sportlich-schlank gilt, wenn sie auch wesentlich mehr über Status etc ausgleichen können.

Wenn sich die dicke Frau in der von Dodo erzählten Geschichte ärgert, dass der tolle Typ mit allen ihren Freundinnen flirtet, nur mit ihr nicht, dann ist das sein gutes Recht. Sie hat ja auch beschlossen, dass der coole Typ interessant ist und nicht der dicke Kerl, der hinten alleine in der Bar steht.

Frauen haben genauso harte Kriterien an Männer wie umgekehrt. Diese mögen teilweise weniger körperlich sein, aber das ändert nichts daran, dass sie vorhanden sind. Zumal hässliche Jungs noch nicht einmal den Vorteil haben über Haut zeigen eine gewisse Aufmerksamkeit zu bekommen oder zumindest einen schönen Busen zu haben.

Schönheit hat viel objektives. Das mag dazu führen, dass man in anderen Punkten eingeschränkt ist, vielleicht wäre das Leben leichter, wenn man einfach dick sein könnte. Aber einfach nur wünschen hilft nicht weiter. Schönheit wird niemals einfach sein.

vgl.

Schlank als Schönheitsideal: Chance auf Sex / Partnerschaft als Attraktivitätskriterium

Das Schönheitsideal geht hin zu sportlichen Frauen mit wenig Fett am Leib. Ich hatte dazu schon ein Paar Artikel geschrieben.

Dabei hatte ich bisher folgende Faktoren gesehen, die schlank, aber sportlich / gesund /symmetrisch interessant für ein biologisches Partnerwahlkriterium sein lassen könnten:
  • Ein schlanker Bauch läßt leichter erkennen, ob die Frau schwanger ist
  • eine Unterscheidung zwischen dünn und dick lohnte sich aufgrund des Umlegens des Jagderfolges auf die Gruppe weniger, bei einer schlanken Frau war es aber wichtiger zu erkennen, ob sie gute Gene hat, deswegen erkennen wir dort entsprechende Merkmale besser
  • Fett deutet auf einen Ernährer hin, weil es wohl eher über Fleisch als über gesammelte Pflanzen zu erzielen ist.
  • Ausdauermuskeln sind ein besseres Zeichen für dauerhafte Fitness als Fett, insbesondere, da diese eher selbst erarbeitet sind

Einer Betrachtung von Schlank als Schönheitsideal steht insbesondere entgegen, dass bei dem Übergang zwischen Untergewicht und Normalgewicht die Fruchtbarkeit zu sinken anfängt. Es wäre vorteilhafter auf normalgewichtigere Frauen zu stehen.

Das berücksichtigt aber einen Punkt nicht, den ich in der Überlegung interessant finde:

Die Frage, wieviele Nachkommen ein Mann mit einer Frau zeugen kann wird von zwei Faktoren bestimmt:

  • von ihrer Fruchtbarkeit („Produktivität“)
  • Aus dem Umstand überhaupt Sex mit ihr haben zu können („Verfügbarkeit“)

Aus Sicht eines optimalen Fortpflanzungserfolges wäre daher eine Frau, bei der die Chancen auf (langfristige) hohe Fruchtbarkeit und genetische Qualität hoch ist, aber auch die Chance, dass sie einen neuen Partner (langfristig oder kurzfristig) akzeptiert.

Diese Kombination könnte gerade bei dem westlichen Schönheitsideal „schlank und sportlich gut zum tragen kommen.

Lange, glänzende Haare stellen zB dar, dass sie in der Vergangenheit eine gute Ernährung hatte, ebenso wie ein sportlicher Körper einen langen Blick zurück zulässt. Symmetrie spricht für ein gleichmäßiges Aufwachsen und gute Gene. Sauberkeit und Gesundheit sprechen für Parasitenfreiheit.

Schlankheit hat ab einem gewissen Grad den Nachteil einer gegenwärtig abgesunkenen Fruchtbarkeit, was aber ein Nachteil ist, der durch bessere Ernährung leicht behoben werden kann. Gleichzeitig spricht ihre Schlankheit dafür, dass sie entweder keinen Mann hat oder einen, der sie nicht umfassend mit Essen versorgt.

Dies wiederum macht es wahrscheinlicher, dass sie ein Partnerwechsel interessiert. Oder wenn schon kein Partnerwechsel, dann wenigstens ein kurzer Tausch, Nahrung gegen Sex oder eine Affaire.

Also:

Zeitlich verringerte Fruchtbarkeit + Möglichkeit diese zu beheben + Viele Anzeichen, dass sie ansonsten gute Gene hat und nicht schwanger ist + geringere Wahrscheinlichkeit, dass sie einen statushohen Partner hat + höhere Wahrscheinlichkeit sie erfolgreich zu umwerben oder durch Ressourcen zu beeindrucken = gute Partnerin

 

Eine magersüchtige Frau mit extremer Unterernährung hingegen würde nicht mehr gesund wirken, hätte weniger Zeichen von sonstiger Fitness, würde länger brauchen um sich zu erholen und wäre demnach auch weniger attraktiv.

Es wäre eine Theorie, die man überprüfen könnte, indem man schaut, ob Männer allgemein Frauen attraktiver bewerten, wenn diese aus ihrer Sicht leichter zu beeindrucken sind (bei ansonsten gleichem Körper).

Interessant könnte in diesem Zusammenhang sein, dass Männer in schlechten Zeiten Frauen mit etwas mehr Fettreserven schön finden, in guten Zeiten aber schlankere Frauen. Meine Vermutung ist dabei, dass hier eine ähnliche unterbewußte Rechnung erfolgt: Sind die Zeiten aus Sicht des Mannes für ihn schlecht, dann kann er eine Frau auch schlechter mit Ressourcen beeindrucken und auch schlechter ihre Fruchtbarkeit erhöhen. Es lohnt sich insofern mehr darauf abzustllen, dass sie eigene Ressourcen mitbringt. Sind die Zeiten hingegen aus Sicht des Mannes gut, dann lohnt es sich eher nach schlanken Frauen Ausschau zu halten, die man mit den Ressourcen der guten Zeiten beeinflussen kann und die noch niemanden haben, der diese mit ihnen teilt.

Nachteil dieses Systems wäre dann allerdings, dass eine Partnerin, die man dann zu „höherer Fruchtbarkeit“ gebracht hat, unattraktiver würde. Das wäre zum einen abzufangen, indem ein gewisser Spielraum vorhanden bleibt, wie es ja auch heute der Fall ist und zum anderen dadurch, dass Partnerschaft und Sex eh eine Bindung hervorrufen, die dies dann wieder ausgleichen würde und das Lösen der Verbindung vermeiden würde.

Die „Gegenseite“ bei der Frau wäre dann nicht, dass diese ein Interesse daran hat, biologisch keine Fettreserven aufzubauen. Ihre Interessen sind zwar darauf gerichtet, einen hohen Partnerwert zu erlangen, aber einem biologischen Druck zum schlechteren Aufbau von Fettreserven steht dann wieder der hohe Wert von Fettreversen bei einer Schwangerschaft und die anzunehmende Knappheit von Nahrung in der Steinzeit gegenüber. Frauen konnten diesen Aspekt weit höher gewichten, weil auf sie ein geringerer Druck in der Auswahl lag (Frauen haben sich mit höherer Wahrscheinlichkeit fortgepflanzt als Männer – Genanalysen sprechen hier von 40% der Männer und 80% der Frauen). Zudem war der Druck in diese Richtung geringer, da es meist nicht schwierig war, dünn zu bleiben, dass passiert fast von alleine bei knappen Nahrungsangebot, sondern eher die übrigen Kriterien der Sportlichkeit bei Vermeidung dauerhafter Unterernährung und ihrer Anzeichen (Vitaminmangel, stumpfes Haar, kein sportlicher Körper etc) zu vermeiden.

Für mich erscheint bei der Partnerwahl der Aspekt der Wahrscheinlichkeit des Flirts neben der Fruchtbarkeit ein Faktor, der durchaus einer biologischen Manifestation zugänglich ist.

Das muss dann natürlich nicht weltweit erfolgt oder auch nur sinnvoll gewesen sein. Es können die dafür erforderlichen Mutationen in bestimmten Bevölkerungsgruppen nicht eingetreten sein oder ein kulturell bedingter anderweitiger Selektionsdruck geherrscht haben. Bei einer Kultur, die die Paarbindung weniger betont und die Versorgung eher über die Sippe darstellt oder bei der Lebensmittelknappheit aufgrund von regionalen Unterschieden weniger verbreitet war, mag ein anderer Selektionsdruck geherrscht haben, bei der andere Faktoren in den Vordergrund gerückt sind. Eine andere Mutation mag eher Fettheit als Kriterium gefördert haben und zuerst selektiert worden sein, was wieder einen Nachteil innerhalb der sexuellen Selektion für andere Mutationen bedeutet.

Es wäre hierfür interessant zu wissen, wie resistent Schönheitsideale für einen Kulturwechsel sind. Hierzu müssten Auswanderer/Zwangsumgesiedelte, die insbesondere innerhalb ihrer Gruppe Nachkommen bekommen haben, Daten liefern können.

„Natürliche Schönheit“ vs „kulturelle Schönheit: Warum Platz für die kulturelle Ausgestaltung von Schönheit bleibt

Der Artikel „Das tägliche Prozedere“ auf dem Mädchenblog dreht sich mal wieder ums Schminken und Haare entfernen und das das doch alles eine Menge Arbeit ist, die man sich sparen könnte und einfach „natürlich schön“ sein könnte. Natürlich durfte der Hinweis darauf nicht fehlen, dass man damit nur der männerdominierten, sexistischen Gesellschaft zuarbeitet, die eben niedliche große Frauenaugen bevorzugt, die man sich anschminken will, wenn der Hinweis auch vergleichsweise zurückhaltend  ist.

Warum also kann Schönheit überhaupt betont werden? Müßte nicht die Evolution dafür gesorgt haben, dass wir so wie wir sind bereits schön sind? Sprechen die diversen Kulturpraktiken für eine Erhöhung der Schönheit nicht gleichzeitig dafür, dass auch Schönheit nur Kultur ist?

Dabei werden aber mehrere Faktoren vergessen:

  •  Attraktivitätsmerkmale, die Ausdruck einer sexuellen Selektion sind, konkurrieren mit Körperformen, die durch natürliche Selektion entstehen und für beide kann es ein unterschiedliches Optimum geben
  • Attraktivitätsmerkmale können auf bestimmte Zustände abstellen, die normalerweise nicht dauerhaft sind, diese können durch Kulturtechniken simuliert werden
  • Attraktivitätsmerkmale können auf ein Optimum ausgerichtet sein, ob dies erreicht werden kann oder nicht.

1. sexuelle Selektion

Die natürliche Selektion ist den meisten bekannt. Dabei geht es darum, dass eine Mutation einen gewissen Vorteil bietet und das entsprechende Gen daher häufiger weitergegeben wird als andere Gene, sich also im Genpool anreichert. Das kann ein besser funktionierendes Auge sein, dass dem Träger des Gens ermöglichst mehr Nahrung zu finden und seltener selbst Nahrung zu werden und damit mehr Gelegenheit zur Fortpflanzung zu haben oder besseres Sperma, dass zu einer wahrscheinlicheren Befruchtung führt und damit die Gene besser weitergibt.

 Sexuelle Selektion ist hingegen ein etwas anderer Mechanismus und berücksichtigt mehr die Interaktion zwischen den verschiedenen Mitgliedern einer Spezies in Hinblick auf die Weitergabe der Gene. Ich hatte die Grundzüge in „Queer Theorie, Evolution und Attraktivität“ bereits einmal dargelegt, aber versuche es hier nochmal. Es geht darum, wie Fortpflanzungsmöglichkeiten gegen Konkurrenten durchgesetzt werden (intrasexuelle Selektion) und welche Eigenschaften bei potentiellen Fortpflanzungspartnern die Geschlechter jeweils bevorzugen.

Ein Beispiel intrasexueller Konkurrenz ist der Gorilla: Ein Männchen lebt mit einem Harem von Weibchen und dem Nachwuchs, um den er sich durchaus liebevoll kümmert. Er kann sich ziemlich sicher sein, dass es sein Nachwuchs ist, weil er als dominanter Silberrücken des Harems jeden anderen Gorilla vertreibt, der sich seinem Harem nährt. Die Folge sind sehr kräftige und kampfstarke Männchen. Diese Kraft hat sich entwickelt, weil sich jeweils die Gorillamännchen, die die Kämpfe mit anderen Gorillamännchen gewonnen haben, fortgepflanzt haben, gehalten haben.

Ein Beispiel intrasexueller Konkurrenz der Weibchen findet sich beispielsweise bei den Odinshühnchen. Bei diesen übernehmen die Männchen die Brutpflege, die etwa 3 Wochen dauert, während das Weibchen etwa 1 Woche braucht um ein neues Gelege produzieren zu können. Dadurch wird es für die Weibchen interessant um die Männchen zu werben, da für jedes Weibchen, dass zwei Gelege mit 2 Männchen produziert ein anderes Weibchen leer ausgeht.

Das klassische Beispiel für intersexuelle Konkurrenz ist hingegen das Pfauenrad. Eine Mutation wird die dort enthaltenden Muster eher zerstören als verbessern und ein Tier, dass schwach ist, wird einen Pfauenschwanz weder hinreichend aufbauen noch sauber halten und unterhalten können. Der Pfauenschwanz ist damit ein Zeichen, dass besagt „Wähle mich, ich habe wie man an meinem Pfauenschwanz sieht, gute Gene“.

Ein solches Merkmal erfordert aber, dass die Weibchen Vorlieben für Männer mit schönem Pfauenschwanz eingespeichert haben und diese vererben, da ansonsten der notwendige Prozess zur Entstehung des Pfauenschwanzes nicht entstehen kann. Der Prozess wird nicht nur die natürliche Selektion gesteuert, sondern allein durch das Auswahlverhalten der Weibchen (bzw. bei einem Merkmal, das Weibchen betrifft, durch das Auswahlverhalten von Männchen).

Dabei kann das Merkmal, dass durch sexuelle Selektion entsteht, sogar nachteilig für andere Fähigkeiten sein, also einer „natürlichen Selektion“ gerade entgegenstehen. Ein Pfauenmännchen ohne langen auffälligen Schwanz würde bessere Chancen in nahezu jedem Bereich haben, abgesehen von den Chancen beim anderen Geschlecht. Da aber Gene über die Fortpflanzung weitergegeben werden, bringen diese Vorteile wenig, wenn die Gene der Tiere ohne auffälligen Schwanz nicht weitergegeben werden. Oft stellt der Nachteil hier gerade den Wert des Merkmals für die Partnerwahl dar, da es eine bessere Aussage über die Angepasstheit ermöglicht (vgl. Handicap-Prinzip und Costly Signaling).

Ein weiterer stabilisierender Faktor entstammt der „Sexy Son Theorie“ (die bei umgekehrter Wahl eine „Sexy Daughter Theorie“, die Namensgebung beruht darauf, dass Weibchen im Tierreich ganz überwiegend wählen und daher Zeichen sexueller Selektion weitaus häufiger bei Männchen zu finden sind). Die Theorie erläutert, warum es so schwer ist, sich von einer einmal in Gang gekommenen sexuellen Selektion wieder zu lösen: Eine Pfauenhenne, die den Trend bricht und lieber ein Männchen aussucht, das keinen hochwertigen Pfauenschwanz hat, dafür aber ein leichteres Leben, mischt dessen Gene mit den eigenen und hat daher eine hohe Chance, Söhne zu bekommen, die keinen schönen Pfauenschwanz haben. Diese werden dann aber von den anderen Hennen als unattraktiv bewertet werden. Mit der Wahl eines unattraktiven Partners produziert man damit weniger Nachkommen (sofern der Trend sich nicht allgemein umkehrt), so dass eine Überhöhung des Merkmals und eine Beibehaltung auch für die Weibchen sinnvoll ist. Die Geschlechter produzieren eben einander, die Gene des einen können sich jederzeit in einem Phänotyp des anderen wiederfinden, was genetische Optimierung für beide Geschlechter notwendig macht. Demnach kann sexuelle Selektion ein Merkmal wie den Pfauenschwanz fördern, obwohl dieser so gesehen für das Überleben nachteilhaft ist. Da sich die Pfauenmännchen untereinander in einem Wettrüsten um die Kunst der Weibchen befinden muss jede Generation bei Beachtung nur der sexuellen Selektion ein prächtigers Rad entwickeln um mit den positiven Mutationen innerhalb der Spezies mitzuhalten (Red Queen Race). Irgendwann würden dann aber das Pfauenrad so schwer und Kosten aufwendig werden, dass die Männchen diese Last nicht mehr tragen können und sie entweder zu schwach sind, um sich hinreichend zu ernähren oder nicht mehr vor Feinden fliehen können. Die natürliche Selektion begrenzt hier also irgendwann die sexuelle Selektion.

Die natürliche Selektion hat aber nicht zwangsläufig feste Grenzen. In Gegenden oder Zeiten mit hohem Nahrungsangebot und geringen Beutegreifern können Gene für größere Pfauenschwänze erfolgreich sein als ine Gegenden oder zu Zeiten, in denen ein niedriges Nahrungsangebot oder viele Beutegreifer bestehen. Dies macht Nischenbildung (Gene für schlechte oder sehr schlechte Zeiten bzw. Gene für gute oder sehr gute Zeiten möglich). Dadurch kommt es gerade bei Merkmalen, die auf sexueller Selektion beruhen zu schwankungen. Das bedeutet aber nicht, dass ein bestimmtes Merkmal nicht aus biologischen Gründen von der Mehrzahl als attraktiv angesehen wird.

Auf den Menschen übertragen bedeutet dies, dass beispielsweise große Augen aufgrund einer Übertragung der Schutzbedürftigkeit aus dem Kindchenschema heraus gewisse Vorteile boten und dies im Wege der sexuellen Selektion zu einem Attrkativitätsmerkmal wurde, dass Gene für große Augen förderte. Gleichzeitig steht dem aber die natürliche Selektion entgegen, die Augen auf klares Sehen hin optimiert, sie vielleicht zur Vermeidung einer zu leichten Verwundbarkeit eigentlich kleiner produzieren würde. Das durch sexuelle Selektion bestimmte Maß an Augengröße kann damit von dem durch natürliche Selektion bestimmten Maß an Augengröße abweichen. Die erzielte Größe wird dann irgendwo in der Mitte liegen. Deswegen haben kulturell geschaffene Mittel, die die Augengröße optisch dem Ideal, welches bei alleiniger sexueller Selektion bestehen würde, angleichen, einen Ansatzpunkt.

Bei Haaren kann sich dies ähnlich verhalten. Haarlosigkeit bietet einen Vorteil bei Parasitenfreiheit und betont zudem Jugendlichkeit (was beides wahrscheinlich zusammenhängt: Jugendliche waren aufgrund schwächerer Gesamtkonstituion anfälliger für Parasitenbefall, was Haarlosigkeit weiter begünstigt). Gleichzeitig haben Haare innerhalb der natürlichen Selektion einen Vorteil geboten. Sie stellen einen gewissen Schutz gegen Kälte dar, erlauben eine schnellere Verdunstung von schweiß, in dem sich wiederum Bakterien entwickeln können oder leiten Schweiß wie bei den Augenbrauen von den empfindlichen Augen weg. Auch hier kann es dann dazu kommen, dass sexuelle Selektion andere Vorgaben macht als die natürliche Selektion, und man sich dem Optimum nach sexueller selektion durch kulturelle Maßnahmen nähren kann.

Beine können eine optimale Länge zum Laufen haben, aber gleichzeitig eine optimale Länge für sexuelle Erregung. Eine Annährung an die sexuelle Selektion kann hier durch eine optische Verlängerung der Beine durch Absätze erfolgen.

Reine, gleichmäßige Haut ist ein gutes Merkmal für Genqualität. Sie kann aber auch erzielt werden, indem man Unregelmäßigkeiten überdeckt.

Symmetrie ist ein gutes Anzeichen für gute Gene und daher geeigent für sexuelle Selektion, weswegen viel dafür spricht, dass zB Brüste durch sexuelle Selektion entstanden sind. Gerade bei den Brüsten dienen BHs daher auch dazu, die Brüste symmetrischer zu machen.

2. Attraktivität als temporärer Zustand

Attraktivitätsmerkmale können sich nicht nur als Zeichen guter Gene entwickeln sondern auch und gerade bei sozialen Gruppentieren als Zeichen einer sexuellen Gelegenheit oder einer besonderen Bindung.

Gerade bei Männchen, die meist die geringeren Kosten eines sexuellen Kontakts haben (etwas Sperma gegen das Risiko einer Schwangerschaft) lohnt es sich solche Anzeichen attraktiv zu finden, um sie nicht zu vergeuden. Ebenso lohnt es sich Anzeichen dafür, dass eine besondere Bindung besteht, attraktiv zu finden, damit diese höher gewichtet wird.

Viele Schminktricks nutzen genau dies aus. Sie erzeugen leicht gerötete Wangen, wie sie etwa nach einem Orgasmus auftreten oder wenn jemand aufgrund einer gewissen Zuneigung leicht nervös ist. Pupillenvergrößerungen wurden im Mittelalter durch Belladonna erzielt und sind ein Zeichen einer gewissen Zuneigung.

All diese Zustände können künstlich erzeugt und dauerhaft gemacht werden. Dadürch wird dann zwar das zeichen seines Sinnes beraubt, aber das ist ein typischer Zustand innerhalb der Evolution, die eben zu langsam verläuft um solche kulturellen Umstände zu berücksichtigen.

3. Abstellen auf ein Optimum

Es ist des weiteren zu bedenken, dass Schönheitsmerkmale nicht gerecht oder moralisch sein müssen, sondern nur effektiv für die Weitergabe von Genen, und dies unter den Umständen der Entstehung der Merkmale.

Die Evolution muss insbesondere nicht einplanen, dass es mühsam ist ein vollständiges Ideal zu erreichen, im Gegenteil, dies kann gerade der Vorteil sein („Costly Signal“) oder aber für die Effektivität schlicht unbeachtlich sein.

Nehmen wir reine, glatte, weiche Haut. Sie spricht für das Fehlen von Mutationen, einen geordneten Hormonhaushalt, ein gut durchlebtes Leben, Jugend (und damit Fruchtbarkeit) etc. All dies bietet sich für eine sexuelle Selektion an. Eine Regel „Nimm die mit der reinsten, glattesten , haarlosesten Haut“ kann diese Umstände effektiv ausnutzen. Das es theoretisch immer eine Frau mit glatterer, schönerer Haut gibt und das jede Frau gewisse Ungereimtheiten hat, steht der Effektivität der Regel nicht entgegen.

Es begünstigt aber natürlich gleichzeitig einen Wettbewerb unter Frauen, bei diesem Merkmal mit kulturellen Mitteln nachzuhelfen. Wenn eine Frau mit Schminke und Puder eine glattere Haut vortäuscht, dann steht die Frau mit natürlicher, aber deswegen schlechter werdender Haut, schlechter dar. Sie muss ebenfalls nachhelfen, hat dann evtl. den Vorteil, dass dies dann bei ihr natürlicher wirkt.

Wenn sich also alle Frauen darauf einigen würden, natürlich zu sein, dann ist dies von Nachteil für die Frauen, die eine unreinere Haut hatten und diese bisher aufwerten konnten. Es ist von Vorteil für die Frauen, die eh eine reinere Haut haben. Es handelt sich damit bei Schminke etc. weniger um ein Mittel der männlichen Unterdrückung, sondern vielmehr um einen intrasexuellen Wettkampf unter Frauen. Sie setzen die Maßstäbe nach oben und wundern sich dann, wenn Männern nach diesen Maßstäben urteilen und diese höheren Maßstäbe normal werden.

Ein weiteres Problem ist, dass die optimalen Zustände bestimmter Eigenschaften sich widersprechen können und dies aber teilweise durch kulturelle Praktiken ausgeglichen werden kann.

Ein klassisches Beispiel wäre „Große, symmetrische Brüste sind ein Zeichen guter Gene“ vs. „ein schlanker Bauch ist ein Anzeichen dafür, dass sie nicht schwanger ist (und sich die Investition in sie damit eher genetisch lohnt)„. Ein flacher Bauch ist besser bei wenig Körperfett zu sehen. Große Brüste aber sind leichter mit mehr Körperfett auszubilden. Die kulturelle Antwort auf dieses Problem sind Silikonbrüste, für diejenigen, die den Spagat zwischen beiden Prinzipien aus genetischen Gründen nicht schaffen. Gut gemachte Silikonbrüste wiederum (gerade in Verbindung mit dem in den Medien erhöhten Wettbewerb) lassen den Gegensatz zu Lasten des intrasexuellen Wettbewerbs kleiner erscheinen.

Aus Sicht der Biologie sind allerdings beide Kriterien sinnvoll, auch nebeneinander. Das sie nur von wenigen Frauen umgesetzt werden können ist dabei egal.

4. Zusammenfassung

Es gibt demnach gute Gründe dafür, warum man auch bei Zugrundelegung biologischer Schönheitsideale noch einen gewissen Spielraum hat, der durch kulturelle Ausgestaltung dieser Merkmale genutzt werden kann.