Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt.

Teardown bringt noch einmal einen wesentlichen Punkt, der im Feminismus bei der „Gruppenschuldzuweisung“ an Männer in Bezug auf Vergewaltigung gerne übersehen wird.

Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie einfachste Stochastik nicht verstanden wird, oder es will einfach nicht verstanden werden. Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt.

Der Trick ist also NICHT die Verteilung “Nichttäter und Täter” der Grundgesamtheit “Mann” als Bezugsgröße zu nehmen, sondern die Merkmalsausprägung (männlicher Täter und weiblicher Täter) innerhalb der Verteilung “Täterschaft”. Das ist aber riesiger Quark:

Ein Täter wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Mann” aufweisen.
Ein Mann wird hingegen mit noch höherer (!!!) Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Nicht-Täter” aufweisen.

Das ist in der Tat recht einfach: Die meisten Männer sind weder Gewalttäter noch vergewaltigen sie. Daran scheitern letztendlich die Schuldkonstruktionen im Feminismus. Demnach ist es auch nicht die „hegemoniale Männlichkeit“ die eine „Rape Culture“ unterhält. Im Gegenteil: Die gegenwärtige Gesellschaft hat noch nie so viel Schutz vor Vergewaltigung geboten wie heute. Und auch der beschütztende Aspekt von Männlichkeit geht dabei vollkommen verloren. Für ihn ist – abseits des Aspektes, dass dieser Schutz die Frauen abhängiger von Männern macht – auch in einer Theorie, die lediglich einen Machtkampf zwischen Geschlechtern erkennen kann, die also nur auf ein Nullsummenspiel ausgerichtet ist und nicht auf Kooperation, kein Platz.

Nick führt dazu in einem Kommentar ebenfalls noch einmal interessantes aus:

Was für den Rassisten die genetische Determination zu einer Gewaltneigung ist, ist für die Feministin die “strukturelle Determination” zu einer Vergewaltigungsneigung. AlleMänner profitieren demzufolge unausweichlich von sexueller Gewalt. “Rape is a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.” (Susan Brownmiller) – also ist so lange, bis das jüngste Gericht das Patriarchat abgeschafft hat, die Neigung zu Vergewaltigungen ein unausweichlicher Wesenszug von Männlichkeit. Nur der Feminismus bzw. das Bekenntnis zu den Privilegien kann diese Neigung – allenfalls – containen. (…)

Männer müssen also erst beweisen, dass sie unschuldig sind. Und weil man das so schön pseudointellektuell verschwurbelt hat, ist dieser unzulässige Induktionsschluß _selbstverständlich_ kein Generalverdacht. Strukturen und so..

Das Problem liegt hier ganz einfach darin, dass die Gesellschaft bei Männern eine solche pseudointellektuelle Legitimation von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit toleriert. Hier versagen die gesellschaftlichen Schutzmechanismen.

Über die Erfassung der Männer als Gruppe kann die Vergewaltigung eben nicht mehr die Tat eines Einzelnen sein, sie muss ein Machtmittel der Gruppe sein.