Warum halten sich teuerere Frauenprodukte am Markt?

Only Me berichtet über teuere Frauenprodukte, beispielsweise Rasierer für Frauen, die mehr pro Stück kosten. Zur Frage, warum diese gekauft werden:

„Die Frage, warum Frauen das tun, wird nicht beantwortet. Immerhin schreibt der Fotoredakteur unter den Aufmacher: “Frauen müssen kapieren, dass sie auch Männer-Rasierer und Deos kaufen können.” Keine Ahnung, wie das durch die Schlussredaktion rutschen konnte, denn im Artikel kommt der Gedanke nicht vor. Lediglich der Gedanke, dass Frauen weiterhin mit Extrawürsten marketingmäßig adressiert werden sollten, ohne extra zu bezahlen.“

Die Frage, warum man teuere Produkte für Frauen erfolgreich am Markt positionieren kann, ist in der Tat interessant. Gerade bei Produkten wie Rasieren, bei denen man ebenso auf das Männerprodukt wechseln könnte.

Mir kam der Gedanke, dass es vielleicht klappt, weil Frauen durchaus gern Produkte kaufen, die etwas besonderes sind, die gefühlsmäßig mit „Teurer, weil speziell für dich und an dich angepasst“ gekauft werden. Selbst in dem Produkt „Billigrasierer“ ist so eine kleine Portion Luxus enthalten.

Dies trägt dazu bei, dass man ein besseres Gefühl hat, wenn man sich zurechtmacht. Den Schönheitspflege ist ja auch eine Wertaufbesserung in der Hinsicht.

Der männliche Rasierer ist da denke ich eher mit „nützlich“ besetzt. Es wird erwartet, dass man sich für den Job rasiert, es ist weit aus weniger in ein Schönheitsritual eingebunden. Insofern könnte der Preis bei den Frauen sich auf einem gefühlsbetonteren Besetzen des Gegenstandes ergeben.

Der spezielle Duft, das spezielle Deo, die besondere Bluse, die man vorher in die Reinigung gibt, dies alles ist mit einem gewissen Luxus besetzt und darf damit auch teurer sein um dies zu betonen. Vielleicht auch der Grund, warum Frauenhaarschnitte teurer sind als Männerhaarschnitte. Sie sind eine wertvollere Angelegenheit für die Frau, weil Schönheit anders zelebriert und geschätzt wird.

Das passt auch gut zu dem alten Werbespruch von „L’Oreal“: „Weil ich es mir wert bin“. Das Produkt dient der eigenen Verschönerung, diese hat einen sehr hohen Wert für die Frau, damit ist sie bereit für ein solches Produkt mehr zu zahlen.

Andere Frauenprodukte scheinen mir auch billiger zu sein. Etwa Schuhe, die man schon recht billig bekommen kann, weil sie ein Modeaccessoire sind, dass nicht unbedingt lange halten muss, es muss eher farblich zu einem bestimmten Kleid passen.

Ich finde es ebenso interessant wie Only Me, dass die einzige Erklärung, die hier angenommen wird, anscheinend Diskriminierung ist. Und nicht die Frage, warum sich Frauen hier diskriminieren lassen und der Markt versagt.

Hübsche Partnerinnen als Statussteigerung für Männer

Ich lese gerade David Buss „The Evolution of Desire“ , welches ich bisher sehr gut finde. Einen interessanten Aspekt spricht er auf S. 60 an.

Dabei geht es darum, dass eine attraktive Partnerin gleichzeitig den Status des Mannes, der mit ihr zusammen ist, steigert. Verschiedene dort aufgelistete Studien hätten hier einen deutlichen Effekt ergeben.

Mir erscheint das durchaus logisch:

Wenn die Partnerwahlkriterien der Frauen in Bezug auf Männer eine ganze Reihe von sozialen Kriterien einbeziehen, insbesondere den sozialen Status, den Platz in der Hierarchie, also der intrasexuellen Konkurrenz, die Dominanz und das allgemeine Ansehen sowie allgemeine Anführereigenschaften, aber auch Intelligenz dann lässt umgekehrt gerade in den evolutionär wirksamen Zeiten die Partnerin einen Rückschluss darauf zu, inwieweit man diese Kriterien erfüllt.

Es wäre nur logisch diese Informationen bei einem Zusammentreffen mit bisher unbekannten Personen oder Gruppen mit einzubeziehen: Der mit der hübschesten bzw. ansonsten begehrenswertesten Freundin wird in irgendeiner Weise Eigenschaften haben, die ihm zu dieser Freundin verholfen haben und die verhindert haben, dass sie sich einem anderen zuwendet bzw. das die Anderen sie ihm lassen.

Dies gilt natürlich um so stärker, wenn man erkennt, dass sie eine tatsächliche Bindung zu ihm aufweist.

Die Partnerin fasst damit gerade bei Männern eine sehr hohe Zahl an sozialen Merkmalen und Informationen über den jeweiligen Mann zusammen, die man daher auch gut verwerten kann bzw. deren Nichtverwertung einen evolutionären Nachteil darstellen kann.

Das würde erklären, warum Männer hässlichere Frauen lieber verstecken bzw. durchaus bereit sind mit einer hässlicheren Frau zu schlafen, aber nicht wollen, dass ihre Freunde das mitbekommen. Es würde auch erklären, warum Männer Escort-Frauen abseits des sexuellen bezahlen oder eben ansonsten ein „Trophy Wife“ haben (neben den sonstigen Vorteilen, mit einer hübschen Frau zusammen zu sein).

Eine schöne Partnerin wäre damit schicht ein Signal innerhalb der intrasexuellen Konkurrenz, ebenso wie das Interesse anderer schöner Frauen innerhalb der intersexuellen Selektion ein Zeichen sein kann, dass an dem jeweiligen Mann mehr dran ist.

Beide Geschlechter nutzen insoweit die gleichen Informationsquellen und bauen in gewisser Weise aufeinander auf. Das System verstärkt sich gegenseitig und wer viel hat, bekommt noch hinzu.