„Einige Frauen suchen Männer, wie andere Häuser kaufen: Die, die man aufwerten kann sind interessant“

Ich höre gerade die Interview-Serie „Interviews with Dating Gurus“ noch einmal und bin da auf eine interessante Analogie gestoßen:

Einige Frauen verfahren bei der Partnerwahl ähnliche wie einige Häuserkäufer, die nicht unbedingt auf den gegenwärtigen Wert des Hauses schauen, sondern auf den Gewinn und den Wert, den man erreichen kann, wenn man das Haus verbessert.

Ein Schnäppchen ist dann ein Mann, den man „hinbekommen“ kann, der also ein Potential hat, wenn man ihn auf den richtigen Weg bringt. Wenn er also sesshaft wird, wenn er nicht mehr zuviel Party macht, wenn er sich auf seine Karriere konzentriert, „erwachsen wird“, wenn er vernünftige Freunde findet und die weniger günstigen los wird, wenn er den Sportwagen für eine Familienkutsche verkauft etc.

Das Problem kann dann sein:

Ist das Projekt fertig fehlt eine wichtige Komponente, nämlich die Möglichkeit etwas zu verbessern. Der Mann ist langweilig geworden, gerade weil man im Rahmen der „Verbesserung“ auch alles wegoptimiert hat, was das unstete, wilde, war, dass was andere Frauen an ihm interessieren könnte, als Abmilderung intrasexueller Konkurrenz. Damit ist er aber auch für einige Partnerinnen selbst langweilig geworden. Andere, neue Projekte scheinen dann vielleicht interessanter oder haben jedenfalls einen gewissen Reiz. Der Rat war dann, dass man sich nicht zu einem reinen Projekt machen lassen sollte, dass sie nach ihren Wünschen umsetzt (man möchte in Anlehnung an feministische Theorien fast „Objekt“ sagen). Man solle Eigenständigkeit bewahren, sich selbst nicht so verbiegen und „spannend“ bleiben.

 

DMJ schrieb zu dem Thema in einem Kommentar:

So generalisieren würde ich es nicht, aber es erinnert mich an das, was irgendwer (ich glaube, ein Journalist, aber weiß es nicht mehr wirklich) mal sagte:

“Im ersten Jahr unserer Ehe verlangte meine Frau, ich sollte mir doch mal eine vernünftige Garderobe zulegen.
Im zweiten Jahr verlangte sie, ich sollte mir doch endlich meinen Bart abrasieren.
Im dritten Jahr verlangte sie, ich sollte mir endlich ein paar erwachsenere Hobbys zulegen.
Im vierten Jahr verließ sie mich, weil ich nicht mehr der Mann war, den sie mal geheiratet hatte.”

 

Dieser Fall wird ja in verschiedenen Varianten immer wieder erzählt. Er wäre auch ein Zeichen dafür, dass bestimmte Sachen rational angegangen werden, dabei aber nicht unbedingt die irrationalen Attraktivitätsmerkmale bedacht werden.

Allerdings gibt es auch durchaus Männer, die erst mit der passenden Frau tatsächlich den Halt hatten, aus ihrem Leben etwas zu machen, die also dann erst ihr Leben in den Griff bekommen haben (es gibt auch Männer, die ihr Leben im Griff hatten und bei denen Frauen alles zum schlechten verändert haben).