Das Anvertrauen von Geheimnissen an den Partner

„X hat einen Neuen“ verkündet mir Südländerin „aber erzähl es nicht weiter, es soll noch keiner wissen“.

„Klar“ sage ich „wie auch, die einzigen, die es interessiert, sind ja alle in Südland“

Sie nickt. „Ich mein ja nur, nicht, dass du dich verplapperst oder auf Facebook irgendwas likest. Es soll eben noch niemand wissen“

Der kurze Austausch brachte mich zum Nachdenken über die Weitergabe von Geheimnissen an den eigenen Partner. Und über einen Artikel, den ich neulich gelesen hatte, nun aber natürlich nicht mehr finde. Dessen Botschaft war so ungefähr:

Was immer man jemanden anvertraut, der sich in einer Beziehung befindet, das vertraut man auch seinem Partner an

Das finde ich als Grundthese gar nicht mal falsch, würde aber noch differenzieren zwischen solchen Geheimnissen, die man an einen Partner weiterzugeben dürfen meint und solchen Geheimnissen, die quasi höchstpersönlich sind. Bei dem obigen beispielsweise sollen es eben bestimmte Leute nicht wissen, enge Freund wissen es aber eh. Es ist insofern nicht per se höchstpersönlich, wenn nur sichergestellt ist, dass es nicht an die falschen gerät. Allerdings zieht da auch jeder seine Grenze anders, was es sehr unsicher macht.

Irgendwie rechnet man in solchen Fällen den eigenen Partner gern der „erweiterten eigenen Sphäre“ zu, die das Geheimnis damit ja nicht verlässt. Ihm wird ebenso die Verpflichtung abgenommen, dass er es nicht weitererzählen darf und damit sieht man letztendlich das Geheimnis ebenfalls gewahrt. Zudem hat es auch etwas mit Vertrauen zu tun: Der eigene Partner würde es ja auch nicht weitererzählen, wenn man ihn darum bittet, und man selbst hat es ja nur innerhalb dieses sehr engen Vertrauensverhältnis der Beziehung herausgegeben.

Der Gedanke „Ihm/Ihr kann ich es ja verraten“ ist denke ich insofern ein häufiger in Beziehungen.  Man kommt gar nicht – sofern es nicht ein besonderes Geheimnis ist – darauf, dass es in dieser Richtung auch bewahrt werden muss.