Die spanische Krimiautorin Carmen Mola, bei der es sich um Wahrheit um drei Männer handelt

Angesichts einer Preisverleihung kam heraus, dass die spanische Krimiautorin Carmen Mola tatsächlich nur ein Pseudonym dreier männlicher Autoren war:

Die brutalen Thriller von Carmen Mola verkaufen sich in Spanien blendend. Lange vermutete die Szene, dass eine Professorin aus Madrid die Autorin sei. Bei der Verleihung eines Preises standen jetzt aber drei Männer auf der Bühne.

Carmen Mola, am Ende steckt in diesem Namen alles, die Anzüglichkeit, die Selbstverliebtheit und auch die vermeintliche Überlegenheit, der ganze kleine Skandal eben, der sich jetzt in Spaniens Literaturbetrieb ergossen hat. Dabei begann die Geschichte von Carmen Mola so vielversprechend. Die spanische Autorin hat in den vergangenen Jahren sagenhafte Erfolge mit ihren Büchern gefeiert. Ihr Debüt „La novia gitana“ stieg 2018 direkt in die Top Ten der Bestsellerliste ein, hielt sich dort erstaunlich lange und wurde mehr als 500000 Mal verkauft. Ähnlich erging es ihren beiden nächsten Romanen. Auf Deutsch ist bislang nur das erste Buch erschienen, unter dem markigen Titel „Er will sie sterben sehen“.

Carmen Molas Bücher changieren zwischen Krimi und Thriller, ihre markantesten Merkmale sind wohl ihre Blutrünstigkeit und die Detailverliebtheit, mit der selbst abstoßendste Szenen geschildert sind. Faszinierend waren die Autorin und ihre Bücher für die Literaturkritik dennoch – oder gerade deswegen. Denn jeder wollte dahinterkommen, wer diese Autorin war, die mit ihren grausamen Fiktionen solchen Erfolg bei den Lesern hatte. Binnen weniger Monate entwickelte sich um Carmen Mola in Spanien ein ähnlicher Hype wie anderswo um Elena Ferrante. Dass „Carmen Mola“ nicht ihr echter Name war und die Autorin die Anonymität vorzog, gehörte jedenfalls zur Faszination dazu.

Die Autorin spielte geschickt mit ihrer Identität und deren Verhüllung, mit der Aufmerksamkeit der Kritiker und der Öffentlichkeit. Trotz aller Verschwiegenheit gab Carmen Mola regelmäßig Interviews, in denen sie Fragen schriftlich per E-Mail beantwortete. So ließ sie sich auch darüber aus, warum sie ihren wahren Namen verheimlicht: Ein wenig kokett gab sie zu Protokoll, dass sie nicht wolle, dass ihre Arbeitskolleginnen, ihre Freundinnen oder ihre Mutter wüssten, dass sie derart grausame Fantasien habe. Schließlich sei sie in ihrem wirklichen Leben eine völlig konventionelle Frau.

So viel zur Selbstbescheidung einer Dame, der bald nachgesagt wurde, in Madrid als Universitätsprofessorin und Mutter dreier Kinder zu leben. Nebenbei sollen ihr da noch drei Bestseller aus der Feder geflossen sein, jedes Jahr einer. Gewundert hat sich niemand.

Falsch gedacht. Als am Freitagabend in Barcelona der Premio Planeta vergeben wurde, flog alles auf. Spaniens wichtigster Literaturpreis – nebenbei die mit einer Million Euro am höchsten dotierte Auszeichnung für Schriftsteller weltweit (immerhin 10 000 Euro mehr als der Literaturnobelpreis) – ging an diesem Abend an Carmen Mola für ihr noch unveröffentlichtes Manuskript „La Bestia“, einen historischen Roman über Madrid während einer Cholera-Epidemie im Jahr 1834. Wieder einmal sterben junge Frauen durch grausame Verbrechen. Carmen Mola bleibt ihrem Genre treu.

Doch nach diesem Abend ist alles anders. Denn auf die Bühne traten drei Männer, die ihr Geld eigentlich mit dem Schreiben von Drehbüchern für Fernsehserien wie „Hospital Central“, einer spanischen Version von „Emergency Room“, verdienten: Jorge Díaz, Agustín Martínez und Antonio Mercero lüfteten bei dieser Gelegenheit das Geheimnis, dass sie seit Jahren unter dem Pseudonym „Carmen Mola“ schrieben, und sprechen nun in Interviews über die Herausforderungen der gemeinsamen Schreibarbeit. Und darüber, dass ihnen ihr Pseudonym sehr spontan eingefallen sei, keine zwei Minuten habe das gedauert.

Das Schriftsteller unter einem Pseudonym auftreten ist an sich nicht ungewöhnlich und hier war es ja sogar ein offensichtliches Pseudonym, auch wenn anscheinend niemand gedacht hatte, dass Männer dahinter stecken.

Schön fand ich noch diese Passage der Mary Sue dazu:

Writer and feminist activist Beatriz Gimeno criticized the men on Twitter, writing, “Beyond the use of a female pseudonym, these guys have been answering interviews for years. It is not only the name, it is the false profile with which it has taken readers and journalists. Scammers.”

Gimeno is also the former head of The Women’s Institute in Spain, which recently included Mola’s book La Nena on a list of books from female authors that “help us understand the reality and the experiences of women.”

Hehe, da nimmt die schöne Identitätspolitik natürlich schaden, gerade wenn sie mit einer Standpunkttheorie verknüpft wird, wonach Frauen eine besondere Einsicht in das Leben als Frau haben, die Männer nicht haben.

Sehr ärgerlich, wenn man ein Buch wegen Einsichten in das Frausein empfiehlt, die nur Frauen haben können, und das wurde es von Männern geschrieben.

Men publishing books under female pseudonyms is nothing new in the crime genre, and it’s an issue that’s always been ethically murky. In a 2017 article for The Atlantic, Sophie Gilbert wrote:

There’s arguably an implicit trust when women read thrillers written by women—a mutual understanding that each is taking the subject personally, and bringing their own experiences to the stories at hand. “Women authors,” [thriller writer Karin] Slaughter explains on her site, bring “a different perspective” to stories about abuse and sexual assault. That’s not to say male writers can’t empathize or can’t channel the same kind of emotional intelligence the best female writers bring to crime fiction. [Male writer Martyn] Waites says he’s particularly proud of one of his Tania Carver books that deals with the topic of domestic violence. But he also acknowledges that he reads crime fiction by female authors and is aware that many of them write scenes he would feel uncomfortable trying to get away with.

Aha, anscheinend eine Art von Privileg, nachdem Frauen bestimmte Szenen schreiben dürfen, Männer aber nicht.

Auch irgendwie faszinierend: „Als ich dachte, dass die Szene ein Frau geschrieben hat, fand ich sie vollkommen okay, aber jetzt, wo ich erfahre, dass die Szene von drei Männern geschrieben worden ist, die sich nur als Frau ausgaben, ist sie ein Skandal!“

 

Martínez, Díaz, and Mercero didn’t just pick a name, they crafted an identity that seems specifically designed to elicit that sort of trust from their readers. While Mola was known to be a pseudonym, the team behind her had told the press and the public that the woman behind the books is a mother and university professor in her 40s who just wants to protect her own privacy.

“It hasn’t escaped anyone’s notice that the idea of a university professor and mother of three, who taught algebra classes in the morning then wrote ultra-violent, macabre novels in scraps of free time in the afternoon, made for a great marketing operation,” writes the Spanish paper El Mundo, even if the men deny that they’ve ever even really given a thought.

It’s one thing to write stories about and for women, but to pretend to be able to tell a story by women is obviously very different. For these men to craft this identity and to accept not just praise and money, but also a space carved out for marginalized perspectives in literature, is really gross. Who knows how they’re feeling right now, as they’ve received lots of criticism in the days since they revealed their identities, but I’m guessing their million euros are giving them plenty of comfort

„Die haben Frauen einen Platz weggenommen, weil sie sich als Frau ausgegeben haben“ ist schon erstaunlich. Zumal in einer Welt wo Bestseller wie „Harry Potter“ von einer Frau geschrieben worden sind.

Aber ich kann mir vorstellen, dass es gerade die ankotzt, die da alles mögliche an Feminismus reingelesen haben, und das so etwas eben nur eine Frau schreiben kann oder etwas in der Art.

48 Gedanken zu “Die spanische Krimiautorin Carmen Mola, bei der es sich um Wahrheit um drei Männer handelt

  1. Das ist wirklich großartig. Und entlarvend. All das schöne „Geschlecht ist eine selbst getroffene Wahl“ fällt auf einmal in sich zusammen, wenn Männer sich entscheiden, eine Frauenidentität anzunehmen. Dann ist das böse. Von so Dingen wie „männlichem Privileg“ mal ganz abgesehen.

  2. “help us understand the reality and the experiences of women.”

    Es scheint von einigen Frauen als wichtig angesehen zu werden, daran zu glauben das es eine Frauenrealität gibt, neben der realen Realität, zu der Männer kein Zugang haben und aus der Frauen Frauenwissen frauenerlangen, das Männern erschlossen bleibt. Und das diese Frauenwissen alle Frauen frauenverbindet.

    Btw. Frauen ist das Geschlecht der Menschen viel wichtiger als Männern und sie bewerten und behandeln die Menschen auch je nach Geschlecht unterschiedlicher. Aber am Sexismus sind natürlich nur Männer schuld.

    Frauen erklären regelmäßig und wie selbstverständlich was Männer angeblich fühlen und wollen (sollen). Anders herum… geht das natürlich nicht. Oh mei, diese andauernden Doppelstandards…

    • Es macht den Anschein, dass es diese „Frauenrealität“ schon gibt, sie grenzt sich von der Realität dadurch ab, dass dort Gefühle oberhalb von Logik stehen und durch den Grundsatz, dass Gefühle immer wahr und relevant sind und nicht durch Beobachtungen in der realen Welt widerlegt werden können.

      Eine radikal subjektive Sicht mit sehr hohem Freiheitsgrad da keinerlei Stringenz gefordert ist.

      Das gibt es wirklich, man sieht es tagtäglich und wundert sich immer, warum die Protagonisten nicht rot werden.

      Es ist aber, aus Sicht der Realität, nicht wirklich eine Frauensicht, da weder alle Frauen diese Sicht teilen, noch alle Männer diese Sicht nicht teilen.
      Es macht aber den Anschein, dass alle Feminsten fest daran glauben , und aus deren Blickwinkel ist es eine Frauensicht, was die Irritation in der Autorensache erklärt.

  3. Herrlich. Ich musste wirklich ein paar Mal lachen bei der Vorstellung, wie die neu-Feministinnen durchdrehen 😀
    Hat mir gut gefallen und einige Argumente auf den Punkt getroffen.

  4. Am ehrlichsten ist halt der Feminismus von Männern. Denn in deren gelebtem Feminismus ist Frauenbevorzugung zwangsläufig ein selbstloses Geben und keine egoistische Forderung.

    Da sind Pferd, Pool und Brilli Geschenke, keine Habgier.
    Da sind das Überlassen von Posten und Ämtern, der ewige Listenplatz 1 bei den Grünen selbstlose Aufforderungen zur Übernahme von Verantwortung, keine Herrschsucht.
    Da ernten weibliche Autoren, die unter männlichem Pseudonymen publizieren, inhaltliche Aufmerksamkeit und Applaus, keine Missgunst.

    Hervorragende Leistungen fälschlich unter dem Namen von Frauen herauszubringen ist ein interessantes Konzept. Nicht nur, weil dann Förderungen, Preisgelder und öffentliche Aufmerksamkeit sprudeln, sondern weil es egoistische Feministinnen verstört. Sie müssen sich von einer vorher als hervorragend empfundenen Leistung plötzlich distanzieren.

    • Das tolle ist ja, dass deren Lobpreisungen meist hauptsächlich am Geschlecht aufgehängt ist.
      Die Befürchtung ist ja: Sie bewerten hauptsächlich die Person (Mutter, Professorin, hach wie schön, was für eine tolle Frau, das wäre ich auch gerne) und nachdem sie diesbezüglich angelogen wurden ist eben alles hin.

      Diese Sorte Mensch kauft auch gerne Reliquien und bewundert Frau Bezos(keine Ahnung wofür, aber so reich wäre ich auch gerne).

  5. Apropos „Harry Potter“: Rowling hatte ja Krimis unter einem Männernamen („Robert Galbraith“) veröffentlicht. Ich kann micht nicht erinnern, dass sie dafür als Betrügerin bezeichnet wurde.

  6. @Christian:

    Praktisches Beispiel mit J.K. Rowling. Um mit Harry Potter überhaupt erst eine Chance haben zu können, hat sie doch auch aus Joanne Rowling das Kürzel J.K. Rowling geformt, damit nicht auf anhieb erkannt wird, dass sie eine Frau ist. Das ganze geschah zwar auf Anraten des Verlegers, soweit ich weiß, aber der Grundgedanke dürfte der selbe sein: Das eigene Geschlecht zu kaschieren um möglichst viele Bücher zu verkaufen.

    Nach dem Erfolg von Harry Potter, schrieb Sie noch Krimibücher unter dem Pseudonym Robert Galbraith. Es kam dabei zwar auch zu einem Shitstorm, aber in dem Fall nicht wegen des Pseudonyms, sondern wegen des Inhalts des Buches. Einige von euch können sich vielleicht noch an die Twitter Debatte um JKR zum Thema Transphobie erinnern… Wenn es doch einen Shitstorm zu dem Pseudonym gegeben haben sollte, dann ging das wohl komplett an mir vorüber…

    Da war die Pseudonymisierung an sich ja kein Problem und in der Geschichte gab es ja durchaus Frauen die sich als Männer ausgaben, weil Sie es als Puplikationsvorteil nutzten. Seit einigen Jahren hat sich hier einfach das Blatt gewendet und mittlerweile dominieren oftmals Autorinnen die Bestsellerlisten (wie schon @Shitlord angemerkt hat). Mir erscheint es also nur logisch, dass hier auch Männer zu den selben Mitteln greifen wie Jahrzehnte lang weibliche Autoren es getan haben.

  7. Sicherlich haben die drei Vorzeigefeministen einfach im Sinne der Gleichstellung auf ihre patriarchalischen Privilegien verzichtet, um Frauen zu beweisen, dass auch sie alles erreichen können, was sie wollen.
    Ein weiterer Sieg und leuchtendes Vorbild im Kampf gegen die Unterdrückung der Frau!

  8. Muhahahahaha, wie geil!

    Mal wieder ein Preis, weils eine Frau geschrieben hat und dann stecken gleich drei Männer dahinter. Sowas versüßt mir den Tag 🙂

    Und Danke für die Warnung, „brutale Details“ und „junge Frauen grausam ermordet“, wer liest freiwillig solche Schei**e? Wieso wird sowas zum Bestseller? Irgendwie fehlt mir der Teil vom Gehirn, der sowas in Leselust umwandelt, mich stößt das ab, ich hatte schon immer mit den Büchern von Ian Banks zu kämpfen, einer der besten SciFi-Autoren die ich kenne, aber mit einer ähnlichen Macke.

      • Ja, na ja, aber das bewerte ich anders. BDSM und Co sind Spielerei, kein Ernst, keine knackenden Knochen, spritzendes Blut und herausgestochene Augen (zumindest sehe ich sowas nie bei Pornoportalen).

        So detaillierte Gewaltszenen sind doch allein schon vom chirugischen her ekelerregend. Ich habe schon einige Bücher und Hörbücher deswegen entsorgt. Ich könnte verstehen, wenn es eine perverse Nische für Gestörte gibt, die sowas mögen, gibt ja auch Horrorfilmfans und sowas, aber Bestseller?

        • Haha, jedem das seine :D. Gut gemachte, intelligente Krimis sind bei mir hoch im Kurs, wie alle Werke, die den Geist anregen. Und die dürfen dann vom Realismusgrad in der Beschreibung auch gut drauf sein.

          Was bei mir entsorgt wird, ist alles was mit Sex und Liebe zu tun hat, sowas lese ich einfach nicht gerne.

          Und da das eine ganze Menge ist und normalerweise nicht auf dem Cover steht, ist aus einer jugendlichen Leseratte ein absoluter Büchermuffel geworden.

          Aktuell probiere ich wieder ein Buch eines Autors, der früher gute Science Fiction geschrieben hat, aber ich quäle mich. Der Sex-Anteil ist doch immens im Vergleich zu damals, da stand noch die Konstruktion der Welt im Vordergrund.

          • Faszinierend, mit Sex hab ich jetzt kein Problem, aber Liebesschmonzetten mag ich auch nicht. Geht mir nicht nur bei Büchern so, ich hab auch schon Serien wie BigBang-Theorie abgebrochen, weil das immer penetranter wurde und mich der Fremdschäm- und Beziehungsknatsch einfach nur nervt.

            Also falls du es noch nicht kennst: Ian Banks gefällt dir sicher, da kam m.W. kein Beziehungskram vor. Leider lebt der Mann nicht mehr. Ich glaube „Bedenke Phlebas“, „Ein Geschenk der Kultur“ und „Das Spiel Azad“ habe ich gelesen. Hat mir (zumindest damals 🙂 ) sehr gefallen.

    • -wer liest freiwillig solche Schei**e?-

      Frauen, viele Frauen finden so was ungeheuer erregend

      aber, lese Deinen Beitrag gerade weiter, doch eher im Krimi Genre, nicht im SF

      Siehe auch unten Beitrag von Frank 2 u.a.. , (viele *)Frauen sind nicht von Gewalt oder gar Ekel-Gewalt an sich fasziniert sondern von sexueller Gewalt, die ihre Fantasien bedient.

  9. „Aber ich kann mir vorstellen, dass es gerade die ankotzt, die da alles mögliche an Feminismus reingelesen haben, und das so etwas eben nur eine Frau schreiben kann oder etwas in der Art.“

    Als ich die ersten Meldungen über diesen „Vorfall“ las, musste ich mir ein diabolisches Gelächter unterdrücken (ich saß im Wartezimmer einer Parixs…).
    Wie gut es doch tut, die Reaktionen zu lesen und diesen „Zusammenbruch“ eines so fürchterlichen Kartenhauses aus feministischem Anspruchsdenken und Opferverhalten zu beobachten.

    Dazu möchte ich heute auch auf zwei Vorgänge/Texte aufmerksam machen. Vielleicht kann @Christian daraus einen eigenen Beitrag basteln.

    1.) Lanz vom 21.10.2021 https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-21-oktober-2021-102.html , mehr dazu am Samstag.

    2.) bpb https://www.bpb.de/apuz/178674/subtile-erscheinungsformen-von-sexismus – ein unglaublicher Text, der sich auch mit dem heutigen Thema in Verbindung setzen lässt.

    • Arne hat heute einen Beitrag zum Vorgang Reichelt:

      Auf Spiegel-Online äußert sich die taz-Kolumnistin Bettina Gaus zum Fall Julian Reichelt:

      In die Berichterstattung über den Fall des gefeuerten „Bild“-Chefredakteurs Julian Reichelt hat sich in den vergangenen Tagen ein merkwürdig prüder Ton geschlichen. Inzwischen entsteht der Eindruck, Frauen seien stets und grundsätzlich die Opfer in Beziehungen mit männlichen Vorgesetzten – auch dann, wenn sie selbst eine solche Beziehung wünschten. Hinter einer solchen Sicht steckt ein Weltbild, in dem Frauen nicht imstande sind, selbstbestimmt die Entscheidung darüber zu treffen, mit wem sie ins Bett gehen wollen. Das ist eine besonders perfide Art der Diskriminierung, weil sie sich als Fürsorge tarnt.

      Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen: Haben Sie, die Sie jetzt in erstaunlicher Einmütigkeit den moralischen Kammerton anschlagen, alle noch nie, niemals eine Liebschaft am Arbeitsplatz gehabt – womöglich gar, Gott behüte, mit jemanden auf einer höheren oder niedrigeren Hierarchiestufe als Sie selbst? Oder haben Sie nicht zumindest jemanden im Freundeskreis mit derartiger Vergangenheit? Wirklich nicht? Erstaunlich. Offenbar kenne ich andere Leute als Sie.

      Das passt zum Inhalte der Lanz Sendung von gestern 21.10.2021. In meinen Augen sehr negativ hat sich die Spiegel Schreiberin Melanie Amann eingebracht, deshalb wundere ich mich etwas über den obigen Beitrag.

      Ich kann nur hoffen, dass Arne hier mitliest und vielleicht selbst etwas über die (in meiner Betrachtung) merk- und unwürdigste Lanz Sendung seit langem bringt. Und es würde mich freuen, wenn es hier von Christian zum Thema gemacht wird. Die Absicht der Sendung war sehr klar: das Fehlverhalten Reichelts wird für eine neue #metoo Kampagne missbraucht.

      • Wobei bei mir der Kommentar von Frau Gaus durchaus ambivalente Gefühle auslöst. Zum einen erfreulich, dass es im Dunstkreis des Spiegels noch Autorinnen gibt, die nicht vollkommen ihre letzten Hirnzellen an der Garderobe abgegeben haben, zum anderen befremdlich, wie auch bei ihr nur die Möglichkeit gegeben ist, das Unrecht an der ganzen Nummer nur über den Umweg weiblicher Opferschaft anzugehen, nur um dann mitten auf diesem Umweg zu campieren und nie am offensichtlichen Ziel anzukommen.

        Da wurde ein Mann beruflich hingerichtet und seine Reputation durch vorverurteilende, misandrische Hetzberichterstattung in den Medien irreparabel geschädigt, dafür dass er ein paar Frauen gevögelt hat mit der Aussicht auf Karrierevorteile für diese. Nichts anderes ging aus den gegen ihn erhobenen Vorwürfen hervor. Das „Schlimmste“ daran waren Vorwürfe der ehemaligen Praktikantin, die gar einräumte, verknallt gewesen zu sein, die also sicher das Fickie-Fickie sehr genossen hat und sich dann durch die Stelle, auf die sie sich hochgevögelt hat, überfordert sah – und das war dann seine Schuld. Sie hatte natürlich nirgends und nie die Möglichkeit zu sagen „nein, ich will das nicht; das traue ich mir nicht zu“. Weibliche Unterverantwortlichkeit nach feministischer Prägung im Endstadium.

        Alle Frauen, die da nun in den „der Reichelt ist ja sooo böse“ Reigen mit einstimmen, sind nichts als sich selbst unterverantwortlich gebende Narzisstinnen. Und Frau Gaus zieht aus dem unterverantwortlichen Verhalten von Frauen weibliche Opferschaft, weil dieses Verhalten einzelner Frauen alle Frauen schlecht aussehen lässt. Nicht Herr Reichelt, der einen realen und sehr hohen Preis für die Verantwortungsverweigerung dieser Frauen zahlen muss, ist Opfer. Nicht die Männer im allgemeinen, denen immer wieder in immer höherer Frequenz aufgezeigt wird, dass ihnen jederzeit jede Form sexueller Handlungen die Existenz kosten kann, gerade wenn sie in irgendeiner Weise über einen gewissen Einfluss verfügen. Die erleben, dass sie noch nicht mal überhaupt etwas getan haben müssen, weil schon die bloße Anschuldigung einer Frau reicht, um zumindest sozial erledigt zu werden. Die teils schon im Kindes- und Jugendalter live in Medien miterleben können, wie feministisch hirnsedierte Plärrtanten alle nur erdenklichen Bühnen dargeboten werden, männliche Sexualität in allen Formen zu dämonisieren, immerzu zu etwas bereits an sich schwebend kriminellem zu erklären. NEIN!!! Opfer sind natürlich nur die armen, armen Frauen, die durch die von Frauen „für Frauen“ aufgezogenen Kampagnen irgendwie doof dastehen.

        Das ist ähnlich wie beim Thema der Falschbeschuldigung wegen sexueller Übergriffe. Auch da lässt man immerzu nur das Narrativ zu, erwiesene Falschbeschuldigerinnen würden allen Frauen schaden, die wirklich so etwas erlebt haben. Und auch hier ist dieses Narrativ ebenso dümmlich. Es gibt keinen Nachweis, dass die Beweise der Existenz von Falschbeschuldigungen Einfluss auf die diesbezügliche Rechtsprechung oder Gesetzgebung hätten. Dennoch müssen geradezu krampfhaft Frauen zu den wahren Opfern dieser Straftaten gemacht werden. Kann ja nicht sein, dass man akzeptiert, dass die wirklich wahren und wohl auch einzigen Opfer dieser Verbrechen die Männer sind, denen erst, wäre die Falschbeschuldigung nicht als solche aufgeflogen, viele Jahre Gefängnis gedroht hätten und die dann am Ende dennoch in der Regel, selbst nach Freispruch und allem, sozial das Stigma des „mutmaßlichen Sexualstraftäters“ nie loswerden.

        Es ist bemerkenswert, wie man alles, was vorwiegend Männer trifft, benachteiligt, diskriminiert, teils gar vernichtet, immer erst auf ein „Women most affected“-Narrativ trimmen muss, um es überhaupt ansprechbar zu machen. Und dann darf natürlich von diesem Narrativ keinen Millimeter abgewichen werden. Verweise nur einmal auf „auch Männer können Opfer sein“ und du bist raus aus der Debatte.

        Gender Empathy Gap explained…

        • „Weibliche Unterverantwortlichkeit nach feministischer Prägung im Endstadium.“
          Wieso? Die Frauen können sich auf der einen Seite hochschlafen und sich auf der anderen Seite dann als arme Opfer der Wüstlinge darstellen.
          Das ist das Schöne am Berufsopfertum der Minderheiten. Man kann sich als armes Opfer geben das jede Unterstützung verdient und gleichzeitig als hochkompetent und geeignet für jede Aufgabe.

        • weil dieses Verhalten einzelner Frauen alle Frauen schlecht aussehen lässt

          Nein tut es nicht. Die Tatsache, das es fortlaufend und immer wieder funktioniert, zeigt, daß bei Männern da weder ein Lerneffekt eintritt, noch eine der weiblichen Seite entsprechende allgemeine intrageschlechtliche Solidarisierung entsteht.

          Also Frauen, macht ruhig weiter damit, es wird immer und immer wieder klappen, auf die Männer ist Verlass….

  10. Ich habe eigentlich gedacht, dass es Lindsay, Boghossian und Pluckrose hinreichend gelungen sei, die schmierig, bödsinnige Lage aufzudecken, in die Feminismus und Gender die Gesellschaft gebracht haben und ich bin davon ausgegangen, dass diese Meute wenigstens ein wenig vorsichtiger vorgehen würde. Weit gefehlt, die machen einfach so weiter und gehen ungeniert jedem, der sich daran macht, ihre Lügenmärchen aufzudecken auf den Leim. Einfach wnderbar!

  11. Ich verstehe diese Autoren nicht. Sie hätten spätestens bei der Preisverleihung einmütig bekunden müssen, dass sie sich allesamt immer schon als Frauen – als menstruierende Frauen – identifizieren, und dass die Situation bei ihnen lediglich insofern besonders sei, als dass sich alle drei zusammen als eine einzige Frau identifizieren würden, eben also jene Carmen.

    Dass sie dennoch tief traumatisiert darüber seien, dass sie in einer Welt leben müssten, in der sogar eine Vielzahl ihrer Leser sich jeweils allein als Frau – oder vielleicht noch als Transfrau – identifizieren, aber wohl niemals ganze Gruppen von Menschen sich gemeinsam als Frau – oder Transfrau – identifizieren würden.

    Überhaupt hätten sie sagen müssen, dass sie von allen – ja, auch von ihren Lesern, vor allem aber von der Jury zutiefst marginalisiert und diskriminiert würden und dass sie das alles einfach nicht mehr ertragen könnten und für den Rest ihres gemeinsamen Lebens als Frau einfach nur restlos zerstört seien.

  12. Der Erfolg darf nur Mütter haben, der Misserfolg nur Väter.

    Muß mir mal einen Seller der Drei besorgen, Crime & Thriller ist schon mein Ding, wenn ich mit Lesen durchkomme, schreiben Sie wie Männer, wenn ichs genervt weglege, tatsächlich im weiblichen Stil, so lautet das Gesetz.

  13. Gibt ja die (wohl falsche) Legende, die Kardinäle hätt einen EKG- Stuhl eingeführt, nachdem mal aus Versehen eine Frau zum Papst gewählt wurde.

    In Zukunft:
    „Die Nobelpreisgewinnerin für die Erfindung einer Klimarettungsmaschine IIIIIst:…(*Gekeife und Gekabbel vor der Buehne*…“… soll das Kleid hochheben, Schluepper runter!!!“.

  14. Ohne?
    Ein gutes Drama fast ohne solche Szenen ist „El Club“, 4 gefallene Priester sind von der Kirche an einen entlegenen Ort verbannt worden, vertreiben sich dort, unter Aufsicht einer Nonne, die Tage mit Hundewetten. Eines Tages…

    Achso, argentinischer Film von 2015.
    Behandelt auch Kindesmissbrauch.

  15. Hier wäre noch ein Vergleich mit dem Buch „Die Geschichte der O“ interessant: das Buch wurde von einer Frau mit einem männlichen Pseudonym geschrieben. Lange bevor ihre eigentliche Idendität bekannt wurde, gab es bereits Gerüchte, dass hier eigentlich eine Frau am Werk war. Doch von feministischer Seite wurde das wegen der vielen Unterwerfungsfantasien bezweifelt und gar behauptet der Autor würde dieses Gerücht wegen seiner Frauenfeindlichkeit verbreiten.

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