Condoleezza Rice zu Critical Race Theory und ihren negativen Auswirkungen

12 Gedanken zu “Condoleezza Rice zu Critical Race Theory und ihren negativen Auswirkungen

    • Sie hat sich nur gut gehalten. Sie ist 68 und war bereits Ministerin unter George Bush dem älteren, und hat dabei einiges für die deutsche Wiedervereinigung getan.

  1. Ich muss gestehen, dass ich das Thema „Critical Race Theory in der Pädagogik“ noch nicht ausreichend beurteilen kann. Aber das wird sich bald ändern.

    Bei meinen bisherigen Versuchen den komplexen Themenbereich „Critical Race Theory“ zu durchdringen und einigermassen objektiv zu beurteilen, habe ich mich mit Einführungs- und Lehrbüchern zur Critical Race Theory, Schriften von Hauptvertretern der Critical Race Theory, Schriften zu Unterströmungen der Critical Race Theory zu verschiedenen ethnischen, kulturellen und religiösen Minderheitengruppen in den USA und Schriften von seriösen und unseriösen Kritikern der Critical Race Theory beschäftigt.

    Was disziplinäre Verortungen angeht, habe ich mich bisher mit der Critical Race Theory im Kontext der Rechtswissenschaft (wo sie ihren Ursprung hat), der Soziologie und der Philosophie beschäftigt.
    Aber ich weiß, dass es auch eine Strömung der Critical Race Theory in der Pädagogik bzw. Erziehungswissenschaft gibt.

    Ich selbst bin wesentlich Anhänger der freiheitlichen Tradition in der Pädagogik wie z.B. die freiheitliche Pädagogik von Francisco Ferrer und Leo Tolstoi, die antiautoritäre Erziehung in der Tradition Alexander Neills, die Antipädagogik oder die Progressive Education nach Alfie Kohn. Viele andere Namen könnten hier genannt werden, die freiheitliche Tradition in der Pädagogik hat eine große Vielzahl bedeutender Theoretiker und Praktiker hervorgebracht.

    Ich bin Anhänger freier Alternativschulen: Noten, Hausaufgaben und standardisierte Tests lehne ich ab und eine freie Wahl der meisten Lerninhalte für jedes Individuum sollte m.E. die Regel sein.

    Daher würde ich natürliche alle diejenigen Aspekte der Critical Race Theory-Pädagogik scharf kritisieren, die hierzu im Widerspruch stehen.

    Das ist nun allerdings die Frage? Was genau beinhaltet die Critical Race Theory in der Pädagogik? Handelt es sich einfach nur darum, Lehrer und Dozenten für spezifische Problemlagen verschiedener ethnischer/kultureller/religiöser Minderheitengruppen zu sensibilisieren, um Individuen aus diesen Gruppen besser pädagogisch fördern zu können oder geht es um ideologische Indoktrination von Schülern und Studenten?

    Ich habe 2 Bücher zum Thema „Critical Race Theory in der Pädagogik“ auf meiner Bücherliste und werde sie mir in den nächsten 2 Monaten kaufen. Dann schauen wir mal, worum es sich dabei tatsächlich handelt.

    In dem bekannten Einführungsbuch zur Critical Race Theory von Richard Delgado und Jean Stefanic findet sich ein kurzer Absatz zur Critical Race Theory in der Pädagogik, er sei an dieser Stelle zitiert:

    „Today, many scholars in the field of education consider themselves critical race theorists who use CRT´s ideas to understand issues of school discipline and hierarchy, tracking, affirmative action, high-stakes testing, controversies over curriculum and history, bilingual and multicultural education, and alternative and charter schools. (…) They discuss the rise of biological racism in educational theory and practice and urge attention to the resegregation of Americal Schools. Some question the Anglocentric curriculum and charge that many educators apply a “deficit theory” approach to schooling for minority kids.”

    (Richard Delgado & Jean Stefancic – Critical Race Theory. An Introduction, New York University Press, 2017, S. 7)

    • Nachtrag, (speziell für einen unserer Kommentatoren hier).

      „Viele andere Namen könnten hier genannt werden, die freiheitliche Tradition in der Pädagogik hat eine große Vielzahl bedeutender Theoretiker und Praktiker hervorgebracht.“

      Und nicht nur Alice Miller.
      Aber Alice Miller gehört auch dazu.

    • Du machst da etwas grundlegend falsch. Dein ganzer Zugang zur Welt geht über Bücher. Jetzt wieder: 2 Bücher zum Thema „Critical Race Theory in der Pädagogik“ auf meiner Bücherliste

      Beschäftige dich lieber mit echten Menschen, ihrem tatsächlichen Verhalten und, in diesem Fall, dem, was konkret in den amerikanischen Schulen abgeht. (Dann verstehst du nebenbei auch Sebastian Wessels.)

      • @ FS

        „Du machst da etwas grundlegend falsch.“

        Das sehe ich anders. Ich vertrete explizit ein Kritikverständnis, das sowohl der „Political Correctness von links“ als auch der „Political Correctness von rechts“ entgegengesetzt ist.

        Ist das Thema z.B. „Critical Race Theory in der Pädagogik“, dann informiere ich mich zuerst, was das überhaupt ist, bilde mir dabei eine vorläufige Meinung und versuche – wenn ich dies für angemessen oder wichtig halte – Kritik zu formulieren, bei der Kriterien wahrheitsorientierten Kritisierens eingehalten werden.

        Unter Kriterien wahrheitsorientierten Kritisierens verstehe ich mindestens 4, m.E. sehr einfache und leicht nachvollziehbare Aspekte, die m.E. bei Kritiken stets eingehalten werden sollten, damit überhaupt legitimerweise von „Kritik“ in einem rationalen Sinne gesprochen werden kann.

        Diese lauten:

        1. Bereitschaft zu ausreichender Recherche.

        2. Bereitschaft die kritisierte Position zu verstehen und inhaltlich zutreffend darzustellen.

        3. Bereitschaft Kritik an die richtige Adresse zu liefern und nicht an die falsche, (das wäre nämlich Verleumdung und Falschbeschuldigung). Hierbei ist die Berücksichtigung von Strömungsdifferenzierungen oft wichtig.

        4. Die Bereitschaft zur Selbstkorrektur, wenn man sich mal geirrt hat.

        Diese 4 Aspekte wahrheitsorientierten Kritisierens hatte ich übrigens in der Vergangenheit auch schon einmal versucht deinem Kumpel Homo Duplex nahezubringen. Der war als Vertreter der „Political Correctness von rechts“ verständlicherweise wenig begeistert davon:

        https://www.homoduplex.de/culture-war-ein-expose/

        „Dein ganzer Zugang zur Welt geht über Bücher.“

        Ich bin auch traditionell-linker politischer Aktivist und arbeite außerdem zurzeit im Sozialen Bereich, geht es aber um geisteswissenschaftlich- und sozialwissenschaftlich-relevante Themen, dann informiere ich mich natürlich erstmal aus entsprechend Büchern – was denn sonst?

        „Jetzt wieder: 2 Bücher zum Thema „Critical Race Theory in der Pädagogik“ auf meiner Bücherliste“

        Ja, es handelt sich um diese beiden hier:

        und

        https://www.bol.de/shop/home/artikeldetails/A1026446880

        „Beschäftige dich lieber mit echten Menschen, ihrem tatsächlichen Verhalten“

        Das mache ich ständig, aber hier war nun einmal „Critical Race Theory in der Pädagogik“ Thema.

        „und, in diesem Fall, dem, was konkret in den amerikanischen Schulen abgeht.“

        Die Frage, „was konkret an amerikanischen Schulen abgeht“ und die Frage, was Critical Race Theory in der Pädagogik bedeutet, sind aber nicht identisch. Hier ging es nun einmal um letzteres.

        Zudem: Für die Beantwortung der Frage, was konkret an amerikanischen Schulen abgeht – und gemeint ist von dir hier ja wahrscheinlich, welchen Einfluss vermeintliche oder tatsächliche antirassisische Konzepte derzeit auf die reale pädagogische Praxis an US-amerikanischen Schulen im Schnitt haben – ist es m.E. wichtig nicht den Fehler zu machen, die Behauptungen der US-amerikanischen bzw. angloamerikanischen Rechten hierzu stets für bare Münze zu nehmen. Diese lügt erfahrungsgemäß nicht weniger häufig und extrem als politisch korrekte postmoderne Linke lügen.

        Zur Wahrheit kann man m.E. nur gelangen, wenn man dies im Hinterkopf behält, sehr sorgfältig recherchiert und auf beiden Seiten versucht die Propagandalügen zu durchschauen.

        „(Dann verstehst du nebenbei auch Sebastian Wessels.)“

        Sebastian Wessels versucht seit Jahren die Propagandalügen der angloamerikanischen Rechten nach Deutschland zu transportieren, seine Leser zu belügen und zu manipulieren und die Stimmung aufzuheizen. Daran sollte man sich m.E. kein Vorbild nehmen, ganz im Gegenteil.

        • @Leszek „dann informiere ich mich zuerst, was das überhaupt ist“
          Was das überhaupt ist, erfährt man aber nicht unbedingt in theoretischen Abhandlungen.

          “ geht es aber um geisteswissenschaftlich- und sozialwissenschaftlich-relevante Themen, dann informiere ich mich natürlich erstmal aus entsprechend Büchern – was denn sonst?“

          Es geht nicht um Glasperlenspiele im geisteswissenschaftlichen Elfenbeinturm, sondern um das echte Leben in der realen Welt. Was die Protagonisten irgendwelcher nach Macht heischenden Ideologien über sich selbst schreiben, kann vielleicht manchmal ein interessanter Aspekt dabei sein, ist aber oft nicht das Wesentliche.

          • @ anorak2

            „Was das überhaupt ist, erfährt man aber nicht unbedingt in theoretischen Abhandlungen.“

            Also, Bücher zu pädagogischen Konzepten beinhalten in der Regel eine gewisse Praxisrelevanz.
            Aus einem Buch über eine bestimmte Strömung der Pädagogik lässt sich in der Regel etwas über ihre pädagogische Praxis aussagen.

            „Es geht nicht um Glasperlenspiele im geisteswissenschaftlichen Elfenbeinturm, sondern um das echte Leben in der realen Welt.“

            Dazu gab es einen Absatz in meinem Beitrag.

            „Was die Protagonisten irgendwelcher nach Macht heischenden Ideologien über sich selbst schreiben, kann vielleicht manchmal ein interessanter Aspekt dabei sein, ist aber oft nicht das Wesentliche.“

            Auch die Analyse eines Theorie-Praxis-Zusammenhangs kann aber nicht einfach auf bloßen Behauptungen und vagen Vermutungen beruhen.

            Wenn jemand z.B. der Ansicht ist, dass es bei der Critical Race Theory in der Pädagogik einen signifikanten Unterschied zwischen Theorie und Praxis gibt, dann wäre das ebenfalls zu begründen und zu belegen.

    • Da Du dem anderen der speziellen Kommentatoren hier keinen Nachtrag gewidmet hast: CRT scheitert beriets konzeptionell an Coleman’s Badewanne und wenig verwunderlich an jedweder Empirie. Soziologie also, wenn Du das ernsthaft meinst, bitte nie wieder erwähnen; da gibt’s seriöse Leute, wenngleich die langsam alle tot sind. Juristerei und Political-Correctness-Studies hingegen sind und waren eh nie eine Wissenschaft, da sie kein Wissen schaffen.

  2. Die Demographie ist in den USA auch eine andere wie in den anderen aufgelisteten Staaten. Interessant ist ja das in Deutschland (ebenso Kanada und UK) die Linke und Rechte sich jeweils Links der Mitte befinden.

    „Unsurprisingly, she received a very limited applause from The View’s audience.“

    • Auf Twitter wird CRT fast nur verteidigt. CRT soll angeblich einfach nur die US-Geschichte sein und das bedeutet eben das allein Weiße immer an allem Schuld sind (weil was andere falsch gemacht haben, wird nicht behandelt) oder so Spitzfindigkeit wie das CRT nicht an den Schulen gelehrt wird, sondern höchstens erst im College. Nichtsdestotrotz kann man aber das Grundgerüst lehren, z.B. in dem man vor kleine Kindern behauptet das man Männer oder Weiße nicht diskriminieren kann oder das wenn jemand aus diese Gruppe etwas besser kann oder ihm leichter fällt, das nur an seine Privilegien liegt und nicht etwa weil die Person es drauf hat.

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