Fussballer und „positive Männlichkeit“

Bei Lucas Schoppe hat Billy Coen einen interessanten Kommentar zu einem positiveren Ausblick auf Männlichkeit gemacht:

„Aber in keiner Passage des Textes wird Männlichkeit positiv konnotiert: Sie erscheint grundsätzlich als problematisch und veränderungsbedürftig.“

Ein dauerhaftes Problem in unserer Gesellschaft, welches sich durch Politik, Institutionen und Medien befeuert zunehmend verschlimmert. Ich finde diesbezüglich auch das Bild im Artikel sehr vielsagend, welches laut Unterschrift ein Auszug aus einer Präsentation zeigt. Dort sieht man als Beispiel für Sportler als männliche Vorbilder zwei Fußballer im Kopfballduell, was natürlich so im Standbild auch herrlich martialisch wirkt. Aber warum reduziert man männliche Vorbilder auf solch einen winzigen Teilaspekt? Warum zeigt man dieselben beiden Fußballer nicht Sekunden nach dem Abpfiff? Warum zeigt man nicht Bilder deutscher Spieler, die Sekunden nach dem Abpfiff, der ihnen den Einzug ins WM-Finale und ihren Gegnern, den brasilianischen WM-Gastgebern, die schlimmste Niederlage aller Zeiten eingebracht hatte, die sich, statt unmittelbar in Jubel auszubrechen, sofort zu ihren Gegenspielern begaben und versuchten, denen Trost zu spenden? Oder nur zwei Jahre zuvor, als nach der nicht ganz unerwarteten Niederlage der Holländer im zweiten Vorrundenspiel der EM 2012 gegen Deutschland deren Ausscheiden schon fast sicher schien und da nach Abpfiff der Deutsche Bastian Schweinsteiger in seinen Armen den Holländer Marc van Bommel hielt, welcher, offensichtlich ziemlich aufgelöst, sein Gesicht in Schweinsteigers Schulter vergrub? Und diese Bilder wohlgemerkt nach einem Duell zwischen zwei Fußballnationen, die historisch eine gewisse, wenn auch im Verlaufe der 90er und 2000er Jahre deutlich abgekühlte Rivalität miteinander haben. Sind das keine männlichen Sportler? Ist das kein Verhalten welches man Kindern – und weiß Gott nicht nur männlichen – sehr gut als Vorbild vorsetzen kann?

Das ist für mich ein Musterbeispiel dafür, wie einfach durch äußerst einseitiges fokussieren von Teilaspekten ein Bild erzeugt wird, welches mit der Realität nichts zu tun hat. Männlichkeit ist nicht nur Konkurrenz und Wettkampf. Männlichkeit ist auch die Fähigkeit zur Fairness und zum Mitgefühl mit Gegnern oder gar – im Krieg – mit Feinden. Männlichkeit ist nicht nur Kraft und Aggression. Männlichkeit ist auch das Bewusstsein der Verantwortung, die mit diesen biologisch geprägten Eigenschaften einhergehen.

Wer, wie es gerade von feministisch sozialisierten Politikerinnen und „Intellektuellen“ gerne getan wird, immer nur die Dinge herausgreift, die beständig die eigenen Vorurteile „bestätigen“ der bedient damit faktisch wirklich nichts anderes als ein Narrativ, auch wenn du, Lucas, den Begriff nicht besonders magst. Ich finde, diesbezüglich passt er einfach. Denn dieses radikale Ausblenden aller Dinge, die nicht in das hochgradig ressentimentbehaftete Bild von Männlichkeit passen, kann nicht nur rein zufällig geschehen. Das geschieht offenkundig zielgerichtet mit der Absicht, eine „Realität“ zu entwerfen, die mit der Lebenswirklichkeit so ziemlich aller Menschen eigentlich nicht in Einklang zu bringen ist.

Und diese feindselige Realitätserschaffung führt wiederum zu der entmenschlichenden Empathieverweigerung Männern und sogar – wie deine Beispiele aus dem Dossier zum Schulmisserfolg der Jungen zeigen – männlichen Kindern gegenüber. Wer sich sein Gegenüber stets durch radikal gefilterte Wahrnehmung als mindestens latent niederträchtiges Mängelwesen zurechtzimmert, dem fällt es dann auch wesentlich leichter, diese Wesen eben aufgrund ihrer Mängel und ihrer Niedertracht als immerzu selbst verantwortlich für jedes Unbill, welches ihnen widerfährt, zu betrachten ohne dabei auch nur das geringste schlechte Gewissen oder gar Selbstzweifel zu bekommen.

Ein positives Beispiel für Männlichkeit – von denen es viele gibt – entgegenzuhalten halte ich für einen richtigen Weg.
 

40 Gedanken zu “Fussballer und „positive Männlichkeit“

  1. Ein positives Beispiel für Männlichkeit – von denen es viele gibt – entgegenzuhalten halte ich für einen richtigen Weg.

    Im Prinzip richtig. Wie lehre ich Hyänen sozialverträgliches Verhalten?

        • … in denen Jungen und Männer in matriarchalen Strukturen leben und diskriminiert werden.
          Das Sagen hat eine Inzucht-Bande (nein, nicht wirklich) miteinander verwandter Weibchen, bei denen eine strikte Quotenregelung von 100% gilt. Töchter erben aufgrund ihres Geschlechts Führungspositionen und sitzen in Vorständen bzw. Aufsichtsräten. Männer sind immer nur Zugereiste, die im Rang im Rudel steigen, je länger sie ihm angehören.
          Quasi wie beim Menschen werden Frauen ge- und befördert, Männer müssen sich ihren Rang und Status erarbeiten. – Und bleiben doch immer hinter den Weibchen zurück.

          Die Allwissende Müllhalde schreibt weiterhin dazu, dass sich Rangordnungen nur etablieren, wenn die Populationsdichte hoch ist. Während Männlein und Weiblein jeweils eigene Hierarchien haben, die Weiber aber in den Chefetagen sitzen, gelten sie dennoch als gleichberechtigt.
          Imho ein gutes Beispiel dafür, dass bzw. wie sehr Wikipedia feministisch durchsetzt ist und wie wenig die Autorinnen Gleichberechtigung verstanden haben.
          Für das olle Satzzeichen vermutlich eine Traumwelt. 😉

        • Hyänen haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Allerdings nur die Art Crocuta crocuta. Sie leben in Gesellschaften, die Feministen gerne auch für den Menschen einführen wollen 😉

  2. Fußball ist höchstens dann ein Beispiel für „positiv konnotierte Männlichkeit“, wenn man Fußball selbst als etwas positives sieht, und nicht als langweiliges, sinnloses Rumgerenne und unnütze Zeitverschwendung.
    Für „positiv konnotierte Männlichkeit“ gäbe es ja viel bessere Beispiele, als ausgerechnet Fußballer: der Feuerwehrmann, der Handwerker, der Erfinder, ..

    Vor einigen Wochen gab es irgendwo einen Artikel (finde ich jetzt nicht mehr), dass eine Studie herausgefunden hätte, dass Männer, die auf einem Foto mit Katzen zu sehen sind, als weniger attraktiv wahrgenommen würden, als ohne Katze.
    Wenn man dann genauer nachlas, kam heraus, dass dies aber nur für die Frauen galt, die ohnehin keine Katzen mögen. Bei Frauen, die Katzen mögen, sammelten Männer mit Katzen dagegen Pluspunkte.

    Genauso weckt der Fußballvergleich nur dann positive Assoziationen, wenn einem sowieso schon Fußball gefällt.
    Dürfte bei Frauen eher die Minderheit sein.

    • Ich sehe das gar nicht so. Der Punkt, so glaube ich, in Billys Beitrag war nicht, ob die Männer beim Fußball zu etwas nütze sind, etwas Sinnvolles machen oder ihr Leben für eine feminisierte Gesellschaft zu geben bereit sind.

      Die Punkte waren doch eher Fairness, Mitgefühl für Unterlegene, Verständnis für Gegner. Also viele Aspekte, die wir gemeinhin unter Menschlichkeit verbuchen. Und diese Punkte machen Männlichkeit eben auch aus und unterscheiden sie stark von den Menschen, die ohne Rücksicht auf den „Gegner“ ihre feministischen Zügel immer enger ziehen; die ohne schlechtes Gewissen #KillAllMen artikulieren, Männer in Umerziehungslager sperren wollen und männlichen Kindern die Identifikationspunkte und damit die Zukunft nehmen.

      Die von Billy angesprochenen Attribute von Männlichkeit, werden in unserer moralisierten Welt gerne unter den Tisch gekehrt, weil sie nicht der Mär von der männlichen Bösartigkeit und Triebgesteuertheit entsprechen. Und das entlarvt die Feministen eben eindeutig als unfair, verständnis- und empathielos. Aber da sie inzwischen die gesellschaftliche Meinungshoheit besitzen, wird das im öffentlich-moralischen Umfeld nicht thematisiert.

      • „Die Punkte waren doch eher Fairness, Mitgefühl für Unterlegene, Verständnis für Gegner. Also viele Aspekte, die wir gemeinhin unter Menschlichkeit verbuchen.“

        Das ist aber nicht der Punkt von Anne oben. Annes Punkt oben ist normaler, typischer Fußball. Und das, was Billy Coen beschrieben hat, gehört eigentlich nicht so richtig zum typischen Fußball. Es ist schön, dass es so etwas gibt, aber typisch für Fußball ist es nicht.

        Vielleicht passt Annes Beitrag nicht so gut zum Hauptartikel oben, aber Deine Replik passt nicht auf Annes Beitrag.

        • „Das ist aber nicht der Punkt von Anne oben. Annes Punkt oben ist normaler, typischer Fußball. Und das, was Billy Coen beschrieben hat, gehört eigentlich nicht so richtig zum typischen Fußball. Es ist schön, dass es so etwas gibt, aber typisch für Fußball ist es nicht.“

          Zumindest für den Profibereich ist das durchaus typisch geworden. Das wird wohl auch schon alleine dadurch begünstigt, dass es kaum noch feste Verbindungen zwischen Spielern und Vereinen gibt. Die Regel ist Legionärstum. Die halbjährlichen Transferfenster sind regelmäßige Spielerkarussells. Das führt dazu, dass gefühlt jeder Profi schon mal mit jedem anderen Profi in einem Verein oder zumindest in einer Liga gespielt hat. Die kennen sich zumindest vom schon ein paar Mal gegeneinander gespielt Haben alle untereinander irgendwie. Das führt dann auch dazu, dass selbst bei Länderspielen regelmäßig Bilder aus dem Spielertunnel vor der Partie aussehen, wie Aufnahmen eines Klassentreffens, weil sich ständig irgendwelche Spieler beider Mannschaften freudig begrüßen, weil sie irgendwann mal eine Weile zusammen gespielt haben und sich zu diesem Anlass nach längerer Zeit mal wiedersehen.

          Meines Erachtens ist die „Spezies“ Profifußballer vom Verhalten her mehrheitlich doch weit besser als ihr Ruf, welcher aber bezeichnenderweise oft auch in Kreisen kursiert, welche für Fußball wenig bis gar nichts überhaben.

        • Für mich war Billy Coens Fußball-Erwähnung eigentlich nur ein Beispiel dafür, wie verzerrt Männlichkeit heutzutage dargestellt wird und so gut wie alle positiven Aspekte ignoriert und quasi weggelogen werden.
          Da gings m.M.n. gar nicht um Fußball an sich.

      • Die Punkte waren doch eher Fairness, Mitgefühl für Unterlegene, Verständnis für Gegner.

        Diese Punkte mit Fußball in Verbindung zu bringen, setzt ein voraus, von vornherein ein positives Bild von Fußball zu haben.
        Dies hat aber nicht jeder. Fußball kann auch beispielsweise mit Fouls, Doping, Steuerhinterziehung, O-Beinen, Reklame, Menschenhandel .. assoziert sein.
        Wer Fußball langweilig, doof oder korrupt findet, wird die hin und wieder vorkommende „Fairness, Mitgefühl für Unterlegene, Verständnis für Gegner“ nicht als Männlichkeitsattribute betrachten, wenn er Fußballer sieht.

        • Ich verstehe, was du meinst. Aber wo werden solche Attribute denn für eine breite Öffentlichkeit deutlich? Natürlich nicht in Situationen, in denen sich Männer Frauen unterordnen, sich charmant oder feministisch geben. Sondern in der Situation des Kampfes, der Rivalität, zwischen Fouls und Blutgrätschen. Da werden Fairness und Mitgefühl für Unterlegene sichtbar.

          Wenn ich ein aggressives Fußballspiel mit dem IV. Genderwar vergleiche, stelle ich fest, dass im Fußball Männer außerhalb der Regeln Grenzen der Aggressivität, der Unterdrückung, der Benachteiligung kennen, sehen und einhalten – der Feminismus hingegen kennt keine solche Grenzen, keine Beißhemmung, keine Versöhnlichkeit, inzwischen nicht mal mehr ein Streben nach Gleichberechtigung. Da kommen mittlerweile Forderungen, die jenseits jeder Menschlichkeit sind, und werden von der Gesellschaft einfach weggelächelt. Keiner erhebt merklich die Stimme und signalisiert damit auch den nachwachsenden Jungs, dass sie ein Lebens- und Entfaltungsrecht haben genauso wie die Mädchen und Frauen. Und dass sie nicht einfach nur das Pech hatten, zum bösen Geschlecht zu gehören.

          Ich finde, männlicher Langmut und flächendeckendes Frauenverstehertum haben inzwischen Ausmaße angenommen, dass sie sich massiv indirekt gegen alles Männliche richten. Und ich wüsste nicht, wie das wieder gerichtet werden könnte ohne ein realistisches und zugewandtes gesellschaftliches Bild der Männlichkeit, das sich eben von dem inzwischen im Dossier des Frauenministeriums amtlich verbreiteten pauschalen Männer-Bashing abhebt.

    • Vielleicht zur Erklärung: der Bezug auf Fußball ist entstanden, weil dies in einem Bild aus einer Präsentation zum Thema Männlichkeit angeführt wurde. Daneben auch noch als ein, nach Ansicht der verantwortlichen Dame, wohl typisches Männlichkeitsideal unserer Gesellschaft in Form einer geradezu grotesk aufgeblasen Muskelmasse von Mensch, mutmaßlich aus einem Videospiel genommen.

      Hier hat man das Bild gleich noch einmal ganz oben als Aufmacher: https://man-tau.com/2020/10/11/maennlichkeit-haesslichkeit-empathie/

      Die Bilder sind erkennbar radikal verengte, mit feministischer Einseitigkeit ausgewählte Momentaufnahmen, die man aber als stellvertretend für „typisch Mann“ anzugeben können meinte.

      Darum habe ich explizit Gegenbeispiele aus dem Bereich des Fußballs gewählt, die die durch das martialisch anmutende Bild entstehende Sicht auf Männlichkeit fundamental konterkarieren.

      Aber ich bin sicher, dass es leicht möglich ist, für so ziemlich jedes feministische Zerrbild von Männlichkeit Gegendarstellungen zu bringen, die sich sowohl in dem feministischen Beispiel wie auch sogar in der exemplarisch vorgeführten Person finden lassen. Wer, um noch einmal auf das Fußballbild zu kommen, die beiden Spieler vorführen zu müssen meint, in einem Moment, in dem sie um den Ball ringen, der sollte auch ein Auge dafür haben, was sich regelmäßig vollzieht, sollte einer der beiden sich bei der Aktion weh tun und zu Boden gehen. Sehr typisches Verhalten des anderen Spielers dann: er schaut nach seinem Gegenspieler, hilft ihm auf, erkundigt sich, wie es ihm geht und beide schlagen sich kurz ab, bevor sie wieder ins Spiel eingreifen. Männer neigen in der Normalverteilung stärker als Frauen zu einer gewissen Affinität für Wettkampf. Aber dieser wird mitnichten in der Regel rabiat und ohne Rücksicht auf Verluste ausgetragen. Männer legen dabei auch zu großem Anteil stets Wert auf Fairness und rücksichtsvollen Umgang miteinander, weil sie wissen, dass auch sie im Fall der Fälle gerne genau davon profitieren würden, sollten sie mal diejenigen sein, die darniederliegen. Und das gilt nicht nur für den Fußball so.

      Die Art und Weise, wie Feministinnen sich am Thema Männlichkeit abarbeiten, ist gleichermaßen widerwärtig wie auch entlarvend. Sie betrachten Männlichkeit nur durch ein aus winzigen Löchern in der Wand ihrer ansonsten undurchsichtigen Filterblase bestehendem Punkteraster, wobei dieses Raster stets ausschließlich das zu sehen gibt, was Feministinnen eh schon immer von Männern zu wissen glauben. Es ist geradezu ein Lehrbuchbeispiel für den berühmtberüchtigten Confirmation Bias. Das so zu Tage kommende Zerrbild von Männlichkeit sagt dabei jedoch nahezu gar nichts über Männlichkeit aus, dafür aber umso mehr über die tiefverwurzelte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit vor allem öffentlichkeitswirksam auftretender Feministinnen.

      • Gab es nicht mal so eine Studie, die Versöhnungsgesten nach Wettkämpfen untersucht hat und zwischen männlichen Wettkämpfern eine deutlich höhere Dichte an solchen Gesten ausgemacht hat, als zwischen weiblichen Wettkämpfern?

        Das allein ist doch schon ein Indiz dafür, dass es zwar der Wille zum Wettkampf normalerweise nicht mit dem Willen zur Vernichtung einhergeht.

        • Es muss heißen: Das allein ist doch schon ein Indiz dafür, dass der Wille zum Wettkampf normalerweise nicht mit dem Willen zur Vernichtung einhergeht.

  3. „Männlichkeit ist auch die Fähigkeit zur Fairness“

    Ich halte Fairness tatsächlich für eine rein männliche Erfindung, für eine Sache, die auch die meisten Mütter oder weiblichen Lehrkräfte mangels Erfahrung damit nicht vermitteln können.

    • Fairness, ja, und vor allem Fürsorge. Es ist doch offensichtlich, dass Feministinnen nur schon der Gedanke, sie könnten sich auch für männerspezifische Anliegen einsetzen absurd erscheint und ein solcher Vorschlag oft mit höhnischem Gelächter quittiert wird, während Männer sich auch für Frauen und deren Wohl verantwortlich fühlen.
      So ziemlich jede Frau, die Politik macht, beeilt sich zu versichern, dass sie sich vor allem für Frauen, Frauenfrauen und Frauenfrauenfrauen einsetze. Von einigen wenigen löblichen Ausnahmen abgesehen ist das doch mittlerweile Standard bis weit ins bürgerliche Lager hinein und so mancher Mann befördert diese narzisstische Störung nach Kräften, anstatt mal eine klare Ansage zu machen.. .

    • Klar, das sind dann die Beispiele, die es auf den Schreibtisch der Leitenden Redakteurin schaffen. Die Pinguin-Nummer ist echt witzig.
      Aber welche positiven Attribute würden wir wirklich primär Männern zuordnen? Fairness? Langmut? Geduld? Besonnenheit? Gründlichkeit? Verbindlichkeit? Kontinuität? Verantwortungsbewusstsein? Verlässlichkeit? Krisenfestigkeit? Souveränität?

      Ich glaube, wir wurden inzwischen über Generationen so kontinuierlich als bösartig und geringwertig dargestellt, dass wir mit diesem Bild in unserer mentalen Männerhöhle unseren Frieden gemacht haben und selbst nicht mal mehr solche Attribute männlich konnotieren würden. Eigentlich erbärmlich.

      • Allein schon die Verbindung von irgendwelchen Attributen mit einem Geschlecht, so als ob da ein ausschließlicher Zusammenhang bestünde, zeigt die Idiotie dieser Ideologie. Manche Menschen sind nett, andere Arschlöcher, aber der intersektionale Feminismus kann Menschen halt nicht als Individuen betrachten. Es stellt sich ja auch die Frage nach der Motivation einer solchen Betrachtung. Ist es Männerhass? Machtstreben und Deutungshoheit?

        • „Allein schon die Verbindung von irgendwelchen Attributen mit einem Geschlecht, so als ob da ein ausschließlicher Zusammenhang bestünde, zeigt die Idiotie dieser Ideologie. “

          Ich sehe das sogar noch wesentlich krasser. Es ist ja nicht so, dass sie prinzipiell Attribute am Geschlecht festmachen. Es gibt genug Dinge, bei denen sie fuchsteufelswild werden, wenn man sagt, dieses oder jenes sei typisch männlich / typisch weiblich. Die Regel in diesem Spiel: immer wenn etwas ganz doll schlecht ist, dann ist es typisch männlich, wenn etwas ganz doll gut ist, dann ist es typisch weiblich. Bei vielen Nuancen dazwischen ist es kontext- und zielabhängig, ob sie ein Attribut einem Geschlecht zuordnen und wenn ja, welchem.

          Sag einer intersektionalen Feministin mal, dass Männer im Schnitt signifikant kräftiger sind als Frauen. Zuerst kriegt sie Schnappatmung, dann kommt sie mit abstrusen Sonderbeispielen wie Bodybuilderinnen und letztlich unvermeidbar die Mär, das läge daran, weil Frauen schon immer von Kindesbeinen an weniger zu essen bekommen hätten. Letzteres ist natürlich eine Kausalverbindung, die nur einem Hirn als lebensnah erscheinen kann, welches schon ausreichend feministisch sediert und von der Überzeugung ewig währender, allumfassender Frauenunterdrückung durchdrungen ist. Dass Mädchen und Frauen nicht weniger zu essen bekamen sondern schlicht weniger aßen, weil sie aufgrund deutlich geringerer Muskelmasse einen erheblich geringeren Energiebedarf hatten, solche Überlegungen kommen da gar nicht erst in Frage.

          Das Bedürfnis, die Zuschreibung von Attributen zu einem Geschlecht stets von der Nützlichkeit für eigene Narrative abhängig zu machen, führt dabei zu teils skurrilen Ergebnissen, die die Mutmaßung, Feminismus habe durchaus negative Einflüsse auf die kognitiven Fähigkeiten, leicht zur Überzeugung reifen lassen können.

          Sagst du, dass Männer und Frauen im Gesamtschnitt gleich intelligent sind, ist das für Feministinnen noch OK, auch wenn man schon merkt, dass sie gegen das Bedürfnis ankämpfen müssen, dem etwas nachzuschieben, was Frauen dann doch irgendwie intelligenter erscheinen lässt. Sagst du dann, dass Männer aber die klare Mehrheit der besonders unterdurchschnittlich intelligenten stellen, ist dir begeisterte Zustimmung gewiss. Aber verweist du darauf, dass Männer auch den Bereich der hochintelligenten und noch mehr den Bereich der Genies dominieren, folgt ein regelrechter „Feminist Melt Down“. Dabei erwarte ich durchaus von Grundschülern etwa ab der vierten Klasse ein so basales Verständnis von Mengenverhältnissen, dass sie wissen, dass, wenn Gruppe A und B gesamt gleich sind, aber Gruppe A stärker unter dem Schnitt vertreten ist, die Gesamtgleichheit nur erreicht werden kann, wenn Gruppe A auch über dem Schnitt mehr Anteile hat. Feministinnen jedoch sind von derlei Logik völlig überfordert, weil ihre Bedürfnisse, Männer niederzumachen und Frauen als allzeit überlegen darzustellen, dem grundsätzlich im Wege stehen.

        • Absolut. Das ist ja das spalterische Wesen des Feminismus. Und ich finde es auch blöd, darauf einsteigen zu müssen.
          Aber ich frage mich, was wohl rauskommen würde, wenn man 1000 Schüler von 10. Klassen die Aufgabe geben würde, den Begriffen Männlichkeit und Weiblichkeit ausgedachte Attribute zuzuordnen. Ich vermute, dass Begriffe wie „gerecht“ oder „mitfühlend“ von Jungen und Mädchen meist unter Weiblichkeit geschrieben würden.

          Und darin sehe ich die Folge von mehreren Feminismuswellen, in denen Männer und Männlichkeit pauschal mit negativen Eigenschaften belegt wurden. Und diese medial penetrierte Sichtweise hat Folgen in der Realität. Wenn in Berlin beispielsweise männliche Erzieher in Kindergärten keine Kleinkinder wickeln dürfen, dann ist das meiner Meinung nach eindeutig eine Folge von der jahrzehntelangen Attributierung, die Eingang in die Köpfe gefunden hat.

          Dem sollte widersprochen werden. Und das geht nur, glaube ich, wenn ein realistisches Bild von Männlichkeit geschaffen und verbreitet wird. Dieses Bild existiert allerdings noch nicht – und die Feministen werden einen Teufel tun, ein solches Bild zuzulassen. Wo soll es also herkommen?

      • Man kann zwar darüber philosophieren, welche positiven Eigenschaften man als primär männlich ansieht. Und das ist auch ein interessantes Thema für sich.
        Aber letztendlich wäre es doch schon ein Anfang, einfach nur all den wunderbaren männlichen Menschen auf der Welt etwas mehr Aufmerksamkeit und Annerkennung zukommen zu lassen. Ungeachtet irgendwelcher Definitionen, und ohne Frauen von irgendetwas auszuschließen.

        • Stimmt schon. Und natürlich sollen Frauen nicht ausgeschlossen werden, von gar nichts. Weil die Männerrechtler immer wieder gegen verzerrte Bilder und Vorstellungen ankämpfen müssen, haben viele ihrer Punkte einen falschen Akzent und wirken deshalb selbst verzerrend.

          Ich glaube, am letzten Samstag hat hier jemand auf diesen grausigen Mord einer Frau an einer hochschwangeren Frau hingewiesen, und für Außenstehende klingt das so, als solle damit bewiesen werden, wie unendlich grausam doch alle Frauen sind. Nee, das klingt nur so, weil wir uns ständig gegen die Vorstellung wehren müssen, alle – oder fast alle – Männer seien grausam und gewalttätig, oder es sei zumindest nur eine Frage der Zeit, bis sie grausam und gewalttätig würden.

          Im Prinzip sollte mit diesem Verweis am Samstag doch nur ein Beleg dafür gebracht werden, dass es keine Frage des Geschlechts ist, ob man ein Verbrechen begeht, sondern eine Frage von Persönlichkeit, äußeren Bedingungen, sozialen Aspekten usw.

          Und in der hiesigen Diskussion ähnlich: Wir reden hier von den vielen guten Eigenschaften der Männer – was man schnell als Lobhudelei missdeuten kann, und als Abwertung von Frauen. Dabei geht es doch nur darum, gegen das Zerrbild von der unmenschlichen Männlichkeit anzugehen. Letztlich geht es nur darum zu belegen: ob ein Mensch etwas Gutes tut oder etwas Schlechtes, ob er ein guter oder ein schlechter Mensch ist, hat nichts mit seinem Geschlecht zu tun.

          Und das gilt natürlich genau so für Frauen. Deshalb betonen Leute wie Arne ja auch immer, dass sie inklusiv argumentieren: Frauen werden nicht abgewertet, und sie werden auch nicht ausgeschlossen. Aber die Abwertung und auch Exklusion von Männern muss beendet werden.

          • Hihi, das war zufälligerweise auch ich… 🙂

            Wobei man schon ein sehr radikaler „Antimaskulist“ sein muss, um aus meinem dortigen Kommentar ein Anschmieren von Frauen rauszulesen (vielleicht will Lightyear ja mal den Beweis dieser Aussage antreten… 😉 ), weil ich das Tätergeschlecht mit keiner Silbe zum Thema gemacht habe. Ich war einfach nur fassungslos von der gottlob nur kurzen und oberflächlichen Tatbeschreibung im Artikel, die mich sofort an den ebenfalls von mir angerissenen französischen Horrorfilm erinnert hat.

            Ich war einfach nur erschüttert von der Vorstellung, wie es für die hochschwangere Frau gewesen sein muss, die arglos dachte, da käme nur jemand, der Interesse an ihrem Welpen hat und dann aus heiterem Himmel niedergerungen und auf so bestialische Weise abgeschlachtet worden ist. Und ich habe mir vorgestellt, wie es für den Mann gewesen sein muss, seine Frau so vorzufinden, ermordet, in einer gewiss riesigen Blutlache mit aufgeschnittenem, „entleerten“ Bauch. Da behältst du doch, Psychiater hin oder her, nen Schaden für den Rest deines Lebens…

            Meine eigene innere Reaktion auf diesen Artikel hat mir nur aber mal wieder gezeigt, dass ich für den Beruf des Polizisten wohl wirklich vollends ungeeignet wäre. 😉

            Dass ich das hier verlinkt habe, lag natürlich auch daran, dass das eigentliche Thema (erste Frau seit mehr als zwanzig Jahren mit nun bald vollstrecktem Todesurteil in den USA) natürlich auch Schnittmengen mit den üblichen Blogthemen hat. Wurde ja auch heute früh von Arne auf Genderama ebenfalls unter diesem Aspekt thematisiert.

          • „… ermordet, in einer gewiss riesigen Blutlache mit aufgeschnittenem, „entleerten“ Bauch…“

            ICH HATTE EIGENTLICH AUF MEHR BILDER VON PINGUINEN IN STRICKPULLOVERN GEHOFFT.

  4. Mir scheint übrigens auch, dass es unter Fußballern kaum oder wenig Rassismus gibt. Wenn man als Mannschaft funktionieren will, kann man sich nicht erlauben, den Mitspieler abzulehnen wegen seiner Hautfarbe.

    Bei den Fans ist das bekanntlich was ganz anderes.

    • Jetzt könnte man dich aber missverstehen.

      Was ist bei den Fans denn anders? Können die sich, im Gegensatz zur Mannschaft, Rassismus leisten?
      Oder sind Fans deiner Ansicht nach meistens Rassisten?
      Ich bin mir sicher, dass den meisten Fußball-Fans die Hautfarbe und Herkunft der Spieler vollkommen egal ist.

      • Es gab ja reichlich rassistische Vorfälle bei Fußballspielen.

        Z.B. https://www.t-online.de/sport/fussball/id_88771790/bvb-juwel-moukoko-auf-schalke-heftig-beleidigt-dortmund-spricht-von-rassismus.html

        Die Fans sind eben nicht Teil der Mannschaft und ihres sozialen Gefüges.

        Wenn ein schwarzer Spieler ein Tor für die gegnerische Mannschaft schießt, um so schlimmer.

        Ich finde es jedenfalls bemerkenswert, wie schwarze, weiße, arabische und japanische Spieler zusammenspielen beim Fußball.

        • Interessant fand ich in einem Artikel über die ersten erfolgten Auswertungen von Aufzeichnungen durch Schalke, dass das Wort Rassismus gar nicht mehr auftauchte. Da hieß es nur noch Beleidigungen und Drohungen. War das vielleicht am Ende doch nur die „übliche“ Gülle, die Hirnamöben, für die irgendwelche Rivalitäten „ihrer“ Vereine zentraler Teil des Selbst geworden sind, ständig gegen Fans und Spieler der verhassten Vereine auskübeln? Und, mal so ganz provokant nachgefragt, hätte sich auch nur eine Sau in den Medien eine Sekunde für den Vorfall interessiert, wenn der betroffene BVB-Junior nicht zufällig auch schwarz gewesen, aber genauso angegangen worden wäre?

          Generell würde ich das auch nicht zu hoch hängen. Auch unter den Fans sind solche Vollpfosten in der Minderheit. Sie fallen eben nur besonders auf mit ihrer negativen, destruktiven Art. Oft sind sie noch nicht mal aus wirklicher Überzeugung rassistisch. Wenn sie einen gegnerischen Spieler mit Bezug auf seine Hautfarbe beleidigen, liegt das oft daran, dass man bei jemandem, den man nicht persönlich kennt, den man aber beleidigen will, zwangsläufig nach offensichtlichen Angriffspunkten sucht. Und die Hautfarbe ist da ein naheliegender Indikator. Das macht natürlich im Erleben des davon Betroffenen keinen Unterschied, in der Bewertung eines Vorfalls, so finde ich, muss aber dennoch differenziert werden.

          Und auch, wenn der genannte Fall von den Medien natürlich sofort wieder instrumentalisiert wird, um die Agenda vom allgegenwärtigen und natürlich immer nur in eine Richtung laufenden Rassismus in unserer Gesellschaft zu pushen, so sind wir im deutschen Fußball doch noch weit entfernt von den Zuständen z. B. in der italienischen Serie A, wo Ultras großer Clubs weit unbefangener und im großen Stil mit rassistischen und faschistischen Parolen hausieren gehen.

          • 1.

            „War das vielleicht am Ende doch nur die „übliche“ Gülle, die[Fans] ständig gegen Fans und Spieler der verhassten Vereine auskübeln?“

            Jupp.
            Ich zitiere die Frankfurter Rundschau, die Videoaufnahmen habe ich selbst nicht gesehen:

            „Auf Videoaufnahmen sind deutlich Drohungen gegen den Dortmunder wie „Ich brech dir alle Knochen!“ oder „Leg dich ins Grab!“ zu hören. Ein Fan kündigt die „Beerdigung“ des 15-Jährigen an. Auch Schimpfwörter fallen, ein Zuschauer brüllt: „Verpiss dich, du Hurensohn“, ein anderer „Verpiss dich, du schwa…“ – der Rest ist nicht klar vernehmbar.“

            In einem Revierderby nichts ungewöhnliches. Man lese den Liedtext von „Am Tag, als der FC Scheiße starb“, den jeder Rot-Weiß-Essener oder BVB-Ultra auswendig kennt (die Versionen unterscheiden sich nur leicht zwischen den Vereinen):
            https://www.lyrix.at/t/borussia-dortmund-wir-lagen-traumend-im-gras-94b

            [Letzte Strophe:
            „Kein Scheisser hat das Recht zu leben,
            die Luft zum Atmen ist viel zu schade für sie,
            und sind sie erstmal ausgerottet,
            so werden wir zu ihrem Begräbnis ziehen…“]

            Habe ich selbst als Jugendlicher inbrünstig gesungen.

            2.

            Als Reaktion auf die rassistischen Beleidigungen ist es zwar irgendwie verständlich, und der Junge ist erst 15, aber trotzdem finde ich sein Twitter-Statement danach selbst rassistisch:

            „Ich bin stolz, mit dieser Hautfarbe geboren zu sein und werde immer stolz sein. Blacklivesmatter.“

            Es will mir nicht in den Kopf, warum man auf etwas stolz sein sollte, mit dem man geboren wurde, für das man also nichts geleistet hat.
            (Genau so wenig, wie, warum man dafür beleidigt werden sollte.)

    • Ich würde sagen, selbst die Wahl des Geschlechtes des Kindes ist KEIN Zufall. Denn zu schreiben „Christian würde nie jemandem weh tun…“ widerspräche ja instant der feministischen Überzeugung, dass Jungen auch nur gewaltaffine Patriarchen im Wartestand sind.

      Was die Kampagne natürlich extrem widerlich macht: ihre völlige Negierung nachweislicher Tatsachen, leicht in den Kriminalstatistiken zu recherchieren. Gewalt gegen Kinder geht häufiger von den Müttern aus und, ganz entgegen dem, was dann klischeehaft und Männer vorveruteilend gerne posaunt wird, um diese Fakten zu relativieren, je schwerer die Form der Gewalt bis hin zur Kindstötung, desto größer wird die Dominanz weiblicher Täter.

      Wie war das doch gleich? In besagter Kriminalstatistik werden leibliche Väter als Tätergruppe mit den neuen Partnern der Mütter in einen Topf geworfen, damit diese Tätergruppe überhaupt so etwas wie statistische Relevanz erreicht? Ein Schelm, wer politisches Kalkül hinter solchen Vorgaben offen betriebener Statistikpanscherei vermutet…

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