Warum wählen Frauen die CDU? Da sind doch viel zu wenig Frauen?

Ein Bericht zu Wahlumfragen im Spiegel:

Politik wird immer noch mehrheitlich von Männern gemacht – in allen Parteien, bei der CDU und CSU ist das Geschlechter-Missverhältnis besonders eklatant. In der CDU sind nur etwas mehr als ein Viertel der Mitglieder weiblich, in der CSU sind es noch weniger. Und nur etwa ein Fünftel der Bundestagsabgeordneten der Union sind Frauen.

Dennoch können die Unionsparteien bei Frauen punkten. So retteten bei der letzten Bundestagswahl 2017 vor allem die Wählerinnen Angela Merkel ins Amt. Und auch die aktuelle SPIEGEL-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey zeigt: CDU und CSU sind in der weiblichen Wählerschaft beliebter als in der männlichen. Ein Jahr vor der nächsten Wahl würden demnach rund 38 Prozent der Frauen die Union wählen. Bei den Männern sind es 32 Prozent.

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Bei keiner anderen Partei sind die Geschlechterpräferenzen so auffällig verteilt wie bei der Union, außer bei der AfD: Die rechtspopulistische Partei erhält erkennbar mehr Zuspruch aus der männlichen Wählerschaft.

Die Frage ist, ob jene Frauen, die derzeit die Union bevorzugen, in einem Jahr auch zu tatsächlichen Unions-Wählerinnen werden. Denn die beiden Politikerinnen, die der Union aktuell noch ein weibliches Gesicht geben, Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer, ziehen sich zurück. Es folgen, aller Voraussicht nach, nur Männer: Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen bewerben sich um den CDU-Vorsitz. Anfang Dezember wird der Bundesparteitag in Stuttgart über die Nachfolge Kramp-Karrenbauers entscheiden.

Die Autorin scheint wirklich nur ein einziges für Frauen interessantes Merkmal zu kennen: Sind da Frauen, die die Partei für die Frauen interessant machen?

Sie versteht den hohen Frauenanteil an den CDU-Wählern trotz niedrigen Frauenanteils nicht. Also muss es evtl an bestimmten Politikerinnen liegen, sozusagen Qualität vor Quantität.
Das es einfach eine große Zahl (älterer) konservativer Frauen sind und das sich Frauen als Wählerinnen für Inhalte interessieren und nicht für Personen scheint da vollkommen unvorstellbar.

Das finde ich eine bemerkenswerte Analyse, weil sie naheliegendes wie „Die Männer kommen bei den Frauen wegen ihrer Inhalte an und es das Geschlecht des Politikers spielt keine große Rolle“ da keinen Platz mehr hat.