„Medien, die sagen, dass Frauen ihre Meinung ändern und sich doch auf einen Mann einlassen könnten, der sie lange umwirbt, sind schuld am Frauenhass der Incels“

Arne hat auf einen Artikel hingewiesen, der von Incels handelt und welche kulturellen Einflüsse den bei diesen bestehenden Frauenhass bewirkt haben.

Schuld ist natürlich Pickup, weil es suggeriert, dass Frauen auf bestimmte Techniken reagieren (was natürlich falsch ist). Das es nicht funktioniert würde man ja bereits daran sehen, dass es ein Forum namens PickupHate gab, indem sich Leute gesammelt haben, bei denen es nicht klappte (Meiner Meinung nach zeigte Elliots Rodgers Manifest gerade, dass er Pickup abgelehnt und gerade eben nicht versucht hat, weil er wollte, dass Frauen auf ihn stehen ohne das er dafür etwas macht, aber gut)

Dann aber wird es eigentlich viel interessanter, denn sie legt sich auch noch mit sehr beliebten Serien an:

Ich glaube, eine große Rolle spielen aber auch generell so popkulturelle Tropen, die einfach suggerieren, dass man der Richtige für eine Frau sei, obwohl sie anfangs nein sagt. So klassische Beispiele dafür sind Serien wie „Friends“ oder meine persönliche Hass-Serie „The Big Bang Theory“. Das sind alles so popkulturelle Produktionen, in denen es darum geht, dass der männliche Protagonist das Projekt der Begierde hat, sie weiß das halt nicht, sie sagt anfangs nein, aber er lässt nicht locker, weil es ist ja seine Traumfrau, und das Narrativ gibt ihm Recht.“

Die Darstellungen von männlichem Begehren, das ein mögliches Nein der Frau im Prinzip ignoriert, sind bei genauerem Hinsehen in der Popkultur in der Vergangenheit omnipräsent. Sie prägen eine weitverbreitete toxische Männlichkeit, in der Männer zum Beispiel nicht mit Frauen befreundet sein können, oder nicht über ihre Gefühle reden, und die überhaupt die Grundlage bildet für eine spätere Radikalisierung hin zum Incel.

Das hörte man ja im Feminismus schon häufiger und es ist im Prinzip eine Ausprägung von „Nein heißt nein“: Wenn eine Frau nein sagt, dann hat er es zu lassen und nichts weiter zu machen.

Im Fall von Friends muss ich aber erst einmal gleich protestieren:

Rachel und Ross verläuft keineswegs so, dass er ihr einfach hinterher läuft:

Zu Beginn der Serie werden die sechs Freunde vorgestellt: Rachel, Monica, Phoebe, Joey, Chandler und Ross. Rachel ist von ihrer Hochzeit mit ihrem Verlobten Barry ins Café Central Perk geflohen, wo sie Monica, ihre beste Freundin von der Highschool, vorfindet und um eine Mitwohngelegenheit bittet, woraufhin sie tatsächlich bei ihr einziehen darf. Monicas Bruder Ross, der schon seit Highschool-Zeiten eine Schwäche für Rachel hat, versucht ebenso beständig wie erfolglos, ihr dies mitzuteilen, während seine lesbische Ex-Frau Carol ein Kind von ihm erwartet. Der Junggeselle Joey ist ein erfolgloser Schauspieler, wohingegen Phoebe als Masseurin arbeitet. Chandler beendet seine Beziehung mit Janice, die auch in späteren Staffeln immer wieder auftaucht. Am Ende der Staffel verrät Chandler versehentlich, dass Ross in Rachel verliebt ist, die dann begreift, dass sie genauso für Ross empfindet. In der letzten Szene der Staffel erwartet Rachel den von einer Reise zurückkehrenden Ross am Flughafen.
Am Anfang der zweiten Staffel wartet Rachel am Flughafen auf Ross, um ihm ihre Liebe zu gestehen. Er erscheint jedoch in Begleitung seiner neuen Freundin Julie, sodass es nun Rachel ist, die über mehrere Folgen Ross ihre Gefühle verschweigt, woraufhin die beiden dann aber doch zusammenkommen.

Hier haben wir also weniger einen Mann, der alleine hinter einer Frau herläuft, die ihn bereits abgelehnt hat, sondern beide tanzen umeinander herum, beide verpassen Chancen und beide bemühen sich zu gewissen Zeiten um den anderen. Das geht immer so weiter und es ist keineswegs Ross alleine, der da mit Tricks arbeitet. Die Zeugung ihres Kindes immerhin erreicht sie mit einem Trick, den sie direkt von Joey, dem alten Aufreißer übernommen hat:

Years ago, when I was backpacking across Western Europe, I was just outside Barcelona, hiking in the foothills of mount Tibidabo. I was at the end of this path, and I came to a clearing, and there was a lake, very secluded, and there were tall trees all around. It was dead silent. Gorgeous. And across the lake I saw, a beautiful woman, bathing herself. but she was crying…

Und auch bei der Big Bang Theory kann man anführen, dass sich etwas entwickelt und es aus der Geschichte heraus verständlich ist, dass sie etwas miteinander anfangen. Auch hier ist es nicht nur Lennard, der ihr hinterher rennt, sondern auch Penny macht das ihre.
Aber bereits der Gedanke, dass ein Nein für immer Nein bedeuten muss und es sich nicht lohnen kann dran zu bleiben und um jemanden in einem normalen, nicht stalkerischen Umfang zu werben ist ja schon reichlich lebensfern. Ich kenne lang anhaltende Beziehungen und Ehen, die so entstanden sind und das gleich mit Attentaten und Incels in Verbindung zu bringen ist schon ein starkes Stück.

Weiter in dem Text:

Aber es tut sich etwas, meint Veronika Kracher. Sie sagt: Viele aktuelle Serien wie beispielsweise „Adventure Time“ zeigen ein viel diverseres und vielschichtigeres Gesellschaftsbild und damit auch eine andere Sicht auf Männlichkeit. Neue männliche Protagonisten wie in den Serien „Sex Education“ oder „The End of the fucking world“ sind keine Übermänner, sondern sie zeigen ihre Unsicherheiten, sie sprechen über ihre Gefühle und zeigen damit, dass auch nicht-toxische Männlichkeit möglich und erzählenswert ist.

In „Adventure Time“ sind die Hauptprotagonisten ein 12jähriger Junge und sein magischer (sehr menschlicher) Hund.  Er wäre gerne ein Held und hat vor langer Zeit geschworen, jedem zu helfen, der in Not ist, und gute Taten zu vollbringen.

Die anderen Serien kenne ich nicht.

Allerdings hat weder Friends noch The Big Bang Theory Übermenschen. Im Gegenteil, Ross hat sehr viele Schwächen und ist eher zu Gefühlsbetont in vielen Bereichen und die Hauptdarsteller bei BBT sind Nerds, sozial stark eingeschränkt und weit davon entfernt besonders männlich zu sein (jedenfalls in dem klassischen Sinne des großen starken Helden).

Insgesamt kommen mir die Theorien dort sehr unausgereift vor. Irgendwie einfach mal Incels etc bashen und das noch irgendwie mit weiterer Kultur verbinden: Alte Serien schlecht, neue ausgewählte Serien gut.

Deutschlandfunk“ als öffentlich rechtlicher Sender scheint sowie ein Hort intersektionaler Theorien zu sein. Oder kommt mir das nur so vor?

76 Gedanken zu “„Medien, die sagen, dass Frauen ihre Meinung ändern und sich doch auf einen Mann einlassen könnten, der sie lange umwirbt, sind schuld am Frauenhass der Incels“

  1. Einmal nein und das gilt dann für immer… weil Menschen sich nicht ändern können.
    Wenn der Mann sagt, er will keine Kinder, gilt das dann auch auf ewig oder darf die Frau ihm dann „zu seinem Glück verhelfen“, wie man es so wohl in Frauenratgebern ausdrückt?

    Ich meine, ich habe gelesen das Frauen selbst Männern, die sie attraktiv finden schon Mal ein Nein geben, weil sie wollen das er sich mehr anstrengt.

    Da jetzt als Mann am Ball zu bleiben, ist gem. DLF ein Zeichen toxischer Männlichkeit.

    🙂

    • „… ich habe gelesen dass Frauen selbst Männern, die sie attraktiv finden schon Mal ein Nein geben, …“

      Hier im Forum hat vor einigen Jahren mal so ein Flirt-Coach für Männer etwas kommentiert. Er hat geschrieben: gemäß seiner Erfahrung beginnt jeder Flirt mit einem weiblichen Nein – verbal oder non-verbal.

    • Es weiß doch jeder, dass Frauen „Nein“ akzeptieren und nie wieder versuchen.

      Wenn ein Mann mitteilt, dass er für das Herunterklappen des Klodeckels keine Notwendigkeit erkennen kann und es ihm daher egal ist, ob er hoch oder runtergeklappt wird, dann versuchen Frauen das auch nie mehr,ihm ihre Wünsche aufzudrängen.

      Oder, wenn Männer keine Lust auf tanzen haben , dann versuchen es Frauen auch nie wieder, den Partner zum tanzen zu bewegen.

      Oder, wenn der Mann gerade Fußball guckt und die Frau das ´stinkendlangweilig findet, akzeptieren Frauen es gewöhnlich auch immer sofort, dass er weiter Fußball schauen kann und sie in der Zwischenzeit sich dann alleine mit anderen Dingen beschäftigt.

      Oder, wenn ein Mann mitteilt, dass er nicht heiraten möchte und keine Kinder haben möchte,, versuchen Frauen das auch nie wieder,den Mann davon zu überzeugen oder ihren Willen durchzupressen.

      Ganz allgemein sind Frauen, die ihren Partner umzuerziehen versuchen, so unwahrscheinlich, dass es ein Skandal ist, wie Frauenhasser so erfolgreich das Bild der „Frau mit dem sanktionierenden Nudelholz“ so erfolgreich in die Köpfe der Menschen einplanzen konnte.

      Ich wundere mich auch immer total, wie Menschen über Folgendes von Loriot, was rein überhaupt gar nichts mit irgendeiner Realität zu tun haben, lachen können:

      Frauen versuchen doch in der echten Realität tatsächlich nie, irgendwelchen anderen Menschen ihre Wünsche aufzudrängen.

    • Ja, hab ich selbst schon mehrfach erlebt. War mal mit einer Frau aus, die sagte mir ganz klar, dass ich nicht ihr Typ bin.
      Kein Thema, hab meinen Kaffee bezahlt und bin gegangen. Hab mich sogar bedankt, weil sie meine Zeit nicht verschwendet hat.
      Später kommt sie mit einem Freund zusammen, von dem ich erfahrene, dass sie mich super attraktiv fand und meine resulute Art heiß fand. Sie wollte nur, dass ich mich mehr bemühe.
      Ich mag solche Spiele nicht. Bin nicht im Kindergarten, deswegen sind Frauen die das versuchen gleich raus bei mir, egal wie attraktiv sie sind.

    • Finde das ok, als ich noch geflirtet habe, habe ich es so gehalten, wenn ein verbales Nein kam oder kein starkes Interesse gezeigt wird, habe ich mich für die Störung entschuldigt und bin einfach weggegangen und ab da weitgehebd wie Luft behandelt. Hatte niemals einer ein Problem mit.
      Lustigerweise kam dann öfters von Frauen, dass ich ja nie Interesse hätte, also wenn man sich öfters mal irgendwo getroffen hat

    • @Matze:

      Ich meine, ich habe gelesen das Frauen selbst Männern, die sie attraktiv finden schon Mal ein Nein geben, weil sie wollen das er sich mehr anstrengt.

      Genauso ist es, wie z.B. Anna, die aus Prinzip Männer dreimal abblitzen lässt:

      Ihren zweiten Freund Lars* lernte Anna während des Studiums kennen. Sie war eine große Herausforderung für ihn. Erst nachdem sie ihn aus Prinzip dreimal hatte abblitzen lassen und er dann ein viertes Mal mit Blumen in ihrer WG auftauchte, durfte er sie zu einem ersten Date ausführen.

      Ich hatte das schon mal auf man-tau als Kommentar erwähnt und Lucas Schoppe hatte daraufhin folgendes ergänzt:

      @ Kibo Es gibt Dating-Ratgeber für Frauen, die eben solche Tipps geben und die damit sehr erfolgreich sind. „The Rules“ ist z.B. mit Anweisungen an Frauen erfolgreich geworden, die vor allem auf eines abzielen: Der Mann soll bloß nicht auf den Gedanken kommen, die Frau würde etwas von ihm wollen, und ohnehin sei sie beschäftigt (solche Regeln brauchen natürlich nur Menschen, die nicht tatsächlich beschäftigt sind und die sich daher darum bemühen müssen, nach außen hin Beschäftigtsein vorzutäuschen).

      Zu den Regeln gehört:

      Einen Mann nie anrufen.

      Nie zurückrufen.

      Jedes Telefongespräch nach zehn Minuten beenden.

      Jedes Date nach drei Stunden beenden.

      Nicht viel von sich erzählen, mysteriös wirken.

      Nach Mittwoch kein Date mehr für das Wochenende verabreden (damit der Mann lernt, sich frühzeitig darum zu kümmern – sonst denkt er noch, man hätte nichts anderes zu tun und nur auf ihn gewartet; ja, er könnte sogar erstmal geschaut haben, ob er nicht noch mit einer anderen Frau ein Date bekommt und dann nur als Notlösung auf mich zurückgegriffen haben, das geht natürlich gar nicht)…

      • Die Frage die ich mir stelle, warum diese Ratgeber erfolgreich sind? Wieso sollte Mann mit so einer Frau zusammen sein wollen, die anscheinend keine Zeit für ihn hat und Priorität in ihm sieht?

    • Ich hatte z.b. mal ein Tinder Date, bei dem sie mir erzählt hat, was bei Männern so gar nicht geht. Sie meinte ihr letztes Date wäre so ein schmieriger Typ gewesen, mit Polo Hemd, Prada Geldbörse und dickem AMG. Üüüberhaupt nicht ihr Typ, findet sie ganz schlimm. Nur um mir dann im nächsten Satz mitzuteilen, dass doch was mit ihm lief und sie mit ihm im Bett war.

  2. „Insgesamt kommen mir die Theorien dort sehr unausgereift vor.“

    „Deutschlandfunk als öffentlich rechtlicher Sender scheint sowie ein Hort intersektionaler Theorien zu sein“

    Heute muss wohl Welttag des Understatements sein.

  3. „„Deutschlandfunk“ als öffentlich rechtlicher Sender scheint sowie ein Hort intersektionaler Theorien zu sein. Oder kommt mir das nur so vor?“

    DLF ist nur noch reine Propaganda, die Nachrichten sind stark selektiert (und werden zur bessern Einprägsamkeit dreimal wiederholt: Vorschau, Nachricht, Nachschau) und alles was mit „Kultur“ und „Bildung“ im weitesten Sinne zu tun hat, ist woke Gehirnwäsche. Dort habe ich auch zum ersten Mal das woke Sprachstolpern gehört, der Unsinn, dass man eine Sprechpause vor dem „innen“ macht, also „Lehrer-PAUSE-innen“.

    Ich wüsste gern, wer für dieses massive Abrutschen verantwortlich ist, ist es Raue?:
    https://www.deutschlandradio.de/lebenslauf-stefan-raue.2448.de.html

    Vermutlich. Die mir besonders negativ aufgefallene DLF-Kultur ist eine fast reine Frauenredaktion (wer hätte das erwartet?):
    https://www.deutschlandradio.de/visitenkarte-futter-fuer-kulturhungrige.3557.de.html?dram:article_id=447187

    Hier werden auf 3 Seiten verschiedene Redaktionen vorgestellt:
    https://www.deutschlandradio.de/visitenkarte.3556.de.html

    Der Verfasser des obigen Artikels ist Benjamin Weber und scheint sich sonst vor allem bei Deutschlandfunknova herumzutreiben, vermutlich das Bento von DLF. Dort bringt er u.a. Beiträge wie diesen:
    https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/psychisch-gesund-stricken-kann-stress-reduzieren
    Offenbar durch-und-durch ein lila Pudel.

    Kann es ja von mir aus geben, was mich bei denen am meisten stört, ist ihre Blasiertheit, die Einbildung, sie könnten allen vorschreiben, was sie zu denken haben. Auch da muss man Danisch wieder Recht geben, die einfältigsten Nüsse der Republik, „Haltungsjournalisten“, wollen dem Rest erklären, was er zu denken hat.

    Noch schlimmer ist die bewusste Einseitigkeit, dass man generell nicht diejenigen einlädt, über die man „kritischen Diskurs“ treibt. Das halte ich für eine direkte Verletzung des Auftrags des ÖR und eine bodenlose Unverschämtheit!

    • Interessante Links. Ich frage mich beim DLF immer, welches Publikum der Sender bzw. seine Programme erreichen. Prototypisch stelle ich mir immer die Oberstudienrätin mit den Fächern Französisch und Kunst vor, die ihren Standesdünkel auf Bildungsreisen nach Italien und Griechenland zelebriert und natürlich ein Abo im Schauspielhaus hat. Dazu paßt die fast rein weibliche DLF-Kultur-Redaktion. Beim Altersspektrum spekuliere ich auf 50 – 80. Unter den Annahmen würde ich die Indoktrination mit dem Genderstottern eher locker sehen. Schimmer wäre es, wenn die auch Jüngere erreichen und die erfolgreich indoktrinieren. Im Netz habe ich auf Anhieb nichts gefunden, was Auskunft über die Hörerstruktur gibt. Kennt jemand Quellen dazu?

      • Hab auch nichts richtiges zur Hörerstruktur gefunden. Schwierig. Die Angaben der Radioeinschaltquoten basieren ohnehin nur (anders als beim TV) auf Telefonumfragen.

        Allerdings eine gute Nachricht, gerade gefunden und noch ziemlich aktuell:
        „Was mit Medien: Heute letzte Sendung bei DLF Nova“
        https://www.radioszene.de/146502/was-mit-medien-dlf-nova.html
        vom 13.08.2020

        Auf vermeintliche Jugendbedürfnisse zugeschnittene Propaganda scheitert vermutlich an der Publikumsferne. Einen Monat davor haben sie sich noch gefeiert (Nova erreichte angeblich 160k):
        https://www.radioszene.de/145646/neue-rekordwerte-fuer-deutschlandfunk-und-deutschlandfunk-nova.html
        (da stehen auch noch einige andere Zahlen drin)

        Meine Vermutung ist, dass Radio generell auf dem absteigenden Ast ist. Viele der Leute, die ich beobachte nutzen ihr Smartphone und Bluetooth und spielen ihre Playlisten hoch und runter. Selbst in den neueren Autos kann man das mittlerweile einfach einkoppeln. Wer DAB+ hat, hat endlos Sender, den wird DLF vermutlich selten ansprechen. Die einzigen die das noch anhören, sind alte Säcke wie ich, mit altem Auto, auf dem Weg von und zur Arbeit, per UKW. Vielleicht einige ältere Bildungsbürger, wenn ihnen tagsüber langweilig ist.

        Gott sei Dank bemüht sich der DLF sehr darum, Dauerhörer möglichst abzuschrecken. Spätestens nach der vierten Nachrichtensendung, in der man all die Oberflächlichkeiten dreimal direkt nacheinander vorgebetet bekommt, sucht man nach der Fernbedienung. Zu Gute kommt denen allerdings, dass all die „populären“ Sender, mit ihrem albernen Geschnatter, ihrer promoteten Musik und ihrer ständigen Werbung mindestens genauso unerträglich sind… die gute Zeit des Radios scheint einfach vorbei. Eine zeitlang habe ich mal noch Querfunk angehört, aber da finden irgendwie auch vor allem Linksextreme und Feministinnen hin und die ursprünglich ganz witzige Schwulensendung macht auf LGBTirgendwas-Themen.

      • Ich muss gestehen ab und zu höre ich DLF, einfach weil hinter der Grenze der einzige deutschsprachige Sender, den ich hier in der Wildnis mit meinem kleinen Solar-Notempfänger bekomme. Manches ist noch interessant, aber z.B über Diskussionsforen ärgere ich mich oft. Das ist oft dermaßen an der Realität vorbei, daß man sich fragt, wie erstens doch scheinbar intelligente gebildete Menschen so ein haluzinatives Bild von der Welt aufbauen können und zweitens woher sie dann noch die Selbstgerechtigkeit und Überheblichkeit nehmen anderen vorzuwerfen, diese seien realitätsfern, Verschwörungstheoretiker, Spinner, gerne auch rechte Spinner usw.

    • Ich knabbere auch schon länger an der Frage, was in den öffentlich-rechtlichen Medien geschehen ist? Früher war das anders; bis in die 90er Jahre gab es im Rahmen der ARD unterschiedlichste politische Positionen. Es gab Monitor mit Klaus Bednarz, klar links, es gab das ZDF-Magazin mit Gerhard Löwenthal, klar rechts; es gab Monitor, auch links aber eher gemäßigt, es gab Report München, stramm auf CSU-Linie. Alle im Rahmen der ARD und gebühren-finanziert. Heute sind alle nur noch links und unterscheiden sich nur geringfügig. Ein Mann wie Löwenthal ist heute undenkbar, das wäre, als hätte Klonovski ein Magazin beim ZDF.

      Es gibt da ein mal die Erklärung von Thomas Meyer in diesem Buch: https://www.suhrkamp.de/buecher/die_unbelangbaren-thomas_meyer_12692.html

      Er meint, dass der Arbeitsmarkt für Journalisten sich verändert hat, dass es immer weniger Festanstellungen gibt und die Existenz vieler Journalisten prekär ist. Wer früher eine feste Anstellung beim Bayerischen Rundfunk hatte, der war kein Marxist, davon konnte man ausgehen. Und er konnte sich darauf verlassen, dass sein Arbeitgebern ihn stützen würde auch gegen Kritik. Das ist heute anders, der Journalist muss für verschiedene Arbeitgeber attraktiv sein und kann sich daher nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen, was letzten Endes dazu führt, dass es kaum abweichende Meinungen gibt. Hinzu kommt laut Meyer, dass es immer mehr Vernetzungen zwischen Politikern und Journalisten gibt; Treffen aller Art, gemeinsame Konferenzen usw., bei denen man sich abstimmt. Und wer abweichende Meinungen vertritt, wird von solchen Treffen ausgeschlossen.

      Deutsche Journalisten, so Meyer, wollen eine Schwarz-Grüne Regierung herbeischreiben, die würde ihre Interessen perfekt bedienen.

      Dann gab es mal eine Kolumne von Jan Fleischhauer im Focus, in dem er das Soziotop der Journalisten beschrieb. Demnach verkehren diese Leute eigentlich nur noch untereinander, sie treffen im realen Leben praktisch nie auf Andersdenkende. Alle haben das gleiche studiert, die gleichen Bücher gelesen, die gleichen Auslandsaufenthalte in Europa und den USA gehabt. Und vor allem vertreten alle die gleichen politischen Auffassungen, weshalb sie angesichts von menschen, die diese nicht teilen, völlig überrascht sind und sich das nicht erklären können, weshalb Andersdenkende eigentlich nur falsch informiert oder bösartig sein können. Also muss man immer wieder die richtigen Ideen wiederholen, dass Frauen benachteiligt werden, multikulturelles Zusammenleben toll ist (die vielen Restaurants unter denen wir wählen können), usw. Und wenn sie das immer noch nicht annehmen, dann sind es eben Nazis, die man bekämpfen muss.

      Daran ist sicher viel richtiges, aber es erklärt noch nicht, wie es dazu gekommen ist. Da müssen doch Leute an den richtigen Stellen nur andere eingestellt habe, wenn diese die richtige Einstellung haben, und zwar über so lange Zeit hin, dass das jetzt ein selber laufender Prozess ist und sich immer weiter reproduziert.

      • „Daran ist sicher viel richtiges, aber es erklärt noch nicht, wie es dazu gekommen ist. Da müssen doch Leute an den richtigen Stellen nur andere eingestellt habe, wenn diese die richtige Einstellung haben, und zwar über so lange Zeit hin, dass das jetzt ein selber laufender Prozess ist und sich immer weiter reproduziert.“

        Genau das. Fragt sich wer und mit welcher Absicht. Vielleicht auch ein Marsch durch die Institutionen?:
        https://www.danisch.de/blog/2020/08/17/wir-haben-die-gesamte-fuehrung-fast-aller-berliner-sicherheitsbehoerden-ausgetauscht-und-dort-ziemlich-gute-leute-reingebracht/
        bzw.
        https://www.neues-deutschland.de/artikel/1140472.rot-rot-gruen-in-der-hauptstadt-kein-fairer-boxkampf.html

        Zitat:
        „Wir haben die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht. Bei der Feuerwehr, der Polizei, der Generalstaatsanwaltschaft und auch beim Verfassungsschutz. Ich hoffe sehr, dass sich das in Zukunft bemerkbar macht.“

        Langsam merken die Deutschen, dass Gesetze nichts, Machtpositionen hingegen alles sind, wenn man eine Gesellschaft umstülpen möchte. Grüne, Feministinnen, vermutlich auch Islamisten, wissen das schon lange…

        Einen Punkt der auch noch fehlt in deiner Aufzählung: es wird fast nicht mehr unter Pseudonym geschrieben. Ein Journalist, der sich zu weit aus dem Fenster lehnt, ruiniert sich damit u.U. seine komplette Karriere und ist persönlich angreifbar. Also bleibt man brav im immer enger werdenden Meinungskorridor und lügt zuweilen auch mal für die Karriere, wie Relotius. Man kann relativ sicher sein, dass niemand nachhakt, wenn die Story schön rund ist und die üblichen Feindbilder bedient werden.

        Natürlich auch eine Milieufrage, Danisch schreibt ja immer, wie es da bei den Medienveranstaltungen zugeht, ähnlich wie bei Hexenprozessen, wenn man nicht auf Linie ist. Das machen offenbar überwiegend Leute, die keinen besseren Job bekommen haben und die dann noch nichtmal journalistisches Grundverständnis und sachlichen Abstand mitbringen.

      • Es gab da vor ein paar Jahren mal einen Artikel in der Welt vom Deutschland-Chef von Reporter ohne Grenzen. Der hat ein paar interessante Sachen gesagt, unter anderem:

        Es ist schon so, dass die Journalistenszene mehrheitlich eher linksliberal ausgerichtet ist, das hat zuletzt wieder die „Journalismus in Deutschland“-Studie offenbart. Die meisten Journalisten sind Akademiker und haben keinen Migrationshintergrund. (…) Der Beruf ist immer akademischer geworden. Viel zu viele Journalisten nehmen die Welt durch dieselbe Brille wahr. Die Vielfalt in Redaktionen sollte die Vielfalt der Wirklichkeit abbilden. Alles andere führt zu einer eindimensionalen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wenn alle Journalisten ähnlich sozialisiert sind, ist das letztlich eine Gefahr für die ausgewogene Berichterstattung. (…) Das ist auch eine Aufgabe der Ausbildungsstätten. Es wäre schön, wenn Journalistenschulen ihren Nachwuchs breit gefächert auswählen und Talente gewinnen, die keine Akademiker sind oder aus sozial schwachen Familien stammen.

        Quelle: https://www.welt.de/politik/ausland/article173913260/Pressefreiheit-Christian-Mihr-von-Reporter-ohne-Grenzen-mahnt-Journalisten.html

        Das ist in der Tat ein Problem. Journalisten dürften überwiegend den gleichen sozioökonomischen Hintergrund haben und es ist ja auch so, dass ihr Wahlverhalten sehr änlich ist, nämlich überwiegend links-grün. Dementsprechend färbt das auf die Berichterstattung ab.

        • Das ist sicher nicht das Problem, dass die Journos „den gleichen sozioökonomischen Hintergrund haben“ und eine identitäre Lösung, wie hier vorgeschlagen, ist noch mehr neben der Spur.
          Das Problem des Journalismus ist der fehlende Professionalismus, die beherrschen einfach ihr Handwerk nicht mehr. In ihrem Dilettantismus werden sie ja auch durch das herrschende antiintellektuelle Klima bestärkt, so dass nur noch die „Haltung“ und der Korpsgeist zählt. Genau das, was Kraus vor 100 Jahren schon Journaillie nannte.

          • Genau diese „Haltung“ herrscht aber in dem links-grünen, sozioökonomischen Milieu vor. Es reproduziert sich selbst.

      • @El Mocho
        „Daran ist sicher viel richtiges, aber es erklärt noch nicht, wie es dazu gekommen ist. Da müssen doch Leute an den richtigen Stellen nur andere eingestellt habe“

        Das News-Business ist sehr zentralistisch, von wenigen grossen Nachrichtenagenturen geprägt, zB AP. Von den einschlägigen Schulen gibt es auch nur wenige, Progressives scheint besonders gerne von der Henri-Nannen-Schule zu kommen. In dieser kleinen Welt ist ein radikaler schneller Kulturwechsel also eher das, was man immer erwarten kann.

  4. Schaut eigentlich noch jemand BigBangTheory? War mal eine zeitlang lustig, aber am Ende ging es irgendwie nur noch um Beziehungen und Frauensachen. Der ganze Nerdkram nur dazu, um Liebesgeschichten drumherum zu spinnen. Irgendwie zielen die da am Publikum vorbei, Frauen verstehen das Nerd-Gedöns nicht und Männer wollen i.d.R. nicht die ganze Zeit Liebes-Schmonzetten sehen, ich zumindest nicht.

    • @Androsch:

      Ja die ersten Staffeln waren teilweise wirklich sehr komisch – sehr interessant auch, dass (zumindest in den frühen Folgen) recht viel Wissenschaftshistorie und Theorie innerhalb eines Entertainmentformats angerissen war (Sheldon, der nahezu auf jedwedes Thema strikt rational eingegangen ist).

      Mit der Zeit wurde es dann immer schlechter und weniger lustig.

      Meine uneingeschränkte Empfehlung aktueller Comedy hat die Serie ‚Rick and Morty‘ wobei abzuwarten bleibt, wie es sich entwickelt. Die aktuelle Staffel kommt bis auf ein paar Blüten auch nicht mehr an die alten ran.

      Bro Tip: Da wird sich teils auch viel über den Zeitgeist lustig gemacht.

      • Rick and Morty hat aber wenigstens in S04E06 den Bechdel-Test bestanden.

        Vielleicht schnell ansehen und sichern, denn sicher wird diese Art Humor schon bald von den Gender-Mullahs verboten, oder in vorauseilendem Gehorsam einfach nie wieder ausgestrahlt.

        Dafür gibt es dann erzieherisch Wertvolles wie „Lovecraft Country“, Penny Dreadful: City of Angels oder Dear White People!

    • „Schaut eigentlich noch jemand BigBangTheory?“

      Ich konnte damit nie was anfangen, finde aber „Young Sheldon“ sehr gut. Lustig und herzlich, was inzwischen selten ist. Kein PC oder Identitätsmüll. Erinnert etwas an frühe Simpsons Staffeln, in denen die Unzulänglichkeiten der Charaktere der Inhalt waren und nicht bloß Staffage, um pseudo-politische „Botschaften“ zu senden.

    • Mit TBBT begann es, bergab zu gehen, als diese Biologinnen hinzukamen. https://breakpt.wordpress.com/2018/09/08/tagesaktuelles-zum-startrekday-und-mariaegeburt-1938/
      Dabei hätten Physikerinnen wie Leslie Winkle oder Elisabeth Plimpton bestimmt mindestens genauso viel Stoff geboten. Oder wie wäre es mal mit einer Mathematikerin, SW dev, oder meinetwegen Chemikerin gewesen?

      Das Finale war dann leider sehr unglaubhaft (was nicht heißt, dass es in früheren Folgen nicht auch schon faktische Fehler und Ungenauigkeiten gegeben hätte). In der letzten Staffel hatten sich leider die Autoren offensichtlich schon gar keine Mühe mehr gegeben, wollten wohl die Serie einfach nur noch abschließen. Schade.

    • Der Artikel ist ja nur eine Nacherzählung von Veronika Krachers Geschwurbel.

      Frau Kracher fällt schon länger als selbsternannte „Incel-Expertin“ auf und tingelt mit Vorträgen und nun diesem Buch durch die Lande. Auffällig ist dabei, wie oberflächlich und unterkomplex ihre Recherchen sind. Es gibt genug Foren, in denen ihre Aussagen leicht widerlegt werden und viele ihrer Faktendarstellungen als schlecht recherchiert und/oder falsch verstanden entlarvt werden.

      Aber hey, durch das Aufspringen auf diesen Zug sichert sich Vroni den einfachen Zugang zu den Fleischentöpfen des feministischen Wirtschaftszweigs. Dass sie mit ihren „Expertisen“, die natürlich gerne in irgendwelchen Schriebs der Bundeszentrale für politische Desinformation u. Ä. weiterverwendet werden, gesamtgesellschaftlich mehr schadet als hilft, ist beim Blick auf ihr Konto natürlich nicht mehr so wichtig.

      • Bei denen weiss man immer nie, wer das Original und wer die Kopie ist, alles irgendwie geklont. Immerhin muss sich dann auch niemand spezielles für den Mumpitz verantworten.

        Grauenvoll allein so einen Satz zu lesen:

        Dass Misogynie in der Videospielszene so verbreitet ist, liegt laut Aurelia Brandenburg und Pascal Wagner sowohl an der Gesellschaft, die patriarchal aufgebaut ist, wie auch am Selbstverständnis der Gaming-Szene.

        aus
        https://www.neues-deutschland.de/artikel/1138102.gamingszene-zocken-und-voellig-abdriften.html

        Man sieht sofort: über ein plumpes Aneinanderreihen von abgedroschenen Phrasen geht das nicht hinaus. Leute, die denken können, würden sich mit diesem Müll erst gar nicht erst abgeben.

  5. „„Deutschlandfunk“ als öffentlich rechtlicher Sender scheint sowie ein Hort intersektionaler Theorien zu sein. Oder kommt mir das nur so vor?“

    ALLE öffentlich-rechtlichen Sender und auch ein Teil der privaten Presse.

  6. Ich finde es interessant, dass bei den „guten“ Serien in diesem Fall ausgerechnet „The End of the fucking world“ aufgeführt wird. Geht es doch um einen 17-Jährigen Soziopathen, der seinen ersten Mord plant… Die Serie an sich war nicht schlecht, aber gerade diese im Zusammenhang mit gute Beispiele für nicht toxische Männlichkeit aufzuführen scheint mir doch eher als Griff ins Klo… Der Hauptcharakter dürfte wohl näher an einem Eliot Rodgers sein, als 100 Leonhard Hofstetters und Ross Gellers zusammen…

    • Ist ja interessant! (Ich kenne diese Serien alle nicht, aber bedauer das, wenn ich deinen Kommentar lese.) Würde aber perfekt dazu passen, dass die Feministen jemanden wie Valerie Solanas als eine Säulenheilige verehren. Was mag wohl der Grund sein, in diesem Fall jemanden soziopathisches zu schätzen? Wo liegt wohl die Subversivität, die her geschätzt wird?

      • Nun ich würde vermuten, dass der Hauptcharakter sich im Laufe der Geschichte wandelt und sich etwas mit sich selbst auseinandersetzt. Der Wandel des Protagonisten wird nicht zuletzt von der Protagonistin angestoßen, die ihm auf seiner Reise begleitet… Ich will nicht zu viel spoilern an dieser Stelle, aber ich denke, dass diese Protagonistin auch mächtig einen an der Klatsche hat und beide sich nicht wirklich gut tun…

        Ich würde eher schätzen, dass die Autorin des Artikels die Beziehung der beiden stark überromantisiert und es toll findet, dass der Hauptcharakter sich (durch seine Begleiterin) ändert… kann man so sehen, muss man aber nicht.

        Ich persönlich sehe zumindest in der ersten Staffel zwei Jugendliche die schwere psychische Probleme haben und eine mehr oder weniger lustige Reise durch Großbritannien unternehmen. Natürlich kommt es auch zu romantischen Szenen, aber die würde ich nicht so überbewerten.

        Die zweite Staffel hab ich noch nicht gesehen… dazu kann ich also nichts sagen.

    • Man sollte auch nicht vergessen, dass am Ende der ersten Staffel von „The End of the F***ing World“ der männliche Protagonist sich von der Polizei niederschießen lässt, um der weiblichen Protagonistin (der gegenüber er sehr verwirrende Teenagergefühle hat) die Konsequenzen ihres gemeinsamen Handelns zu ersparen.

      Toxic Masculinity at its best.

    • Ah ja, die Serie kenn ich…
      Hat mich jetzt nich so umgehauen…

      Jedenfalls will der Soziopath das Mädchen zunächst umbringen, später verliebt er sich in sie und wie schon geschrieben wurde, rettet er sie…

      Gschichten aus dem Paulaner Garten 😉

  7. So so…

    Männer, die die Friendzone nicht sofort aus eigenem Antrieb verlassen, sind gefährliche Incels.

    Es ist absurd zu glauben, dass eine Frau dazu beiträgt, dass ein Mann in der Friendzone bleibt. Was hätte sie davon?

    Wir bräuchten ein Gesetz, mit dem gefährliche Friendzoner weggesperrt werden können. „Gutes Gesetz gegen Erschleichen der Möglichkeit zur Beziehungsgewalt“.
    Jeder Mann, der glaubt, „guter Freund“ einer Frau zu sein, ist zu 80% überführt. Wenn er auch noch unter 30 und weiß ist, ist er schuldig.

    MÄNNER! Hört AUF damit, platonische Beziehungen zu Frauen zu haben!

    Ist die Pudelauto*Rin sicher, diesen Gedankengang von ihren Herrinnen genehmigt bekommen zu haben?

      • Incels sind oder waren in den allermeisten Fällen Männer, die viel mehr Zeit in der Friendzone als in einer Beziehung verbringen. Bei manchen um den Faktor ∞

        Das ist also kein Sarkasmus, sondern eine angemessene Perspektivverschiebung. Es ist unmöglich, Incels pauschal zu verteufeln ohne gleichzeitig Männer in der Friendzone kollektiv anzuklagen.

        • Sind Incels nicht in den allermeisten Fällen Männer die keinen privat-persönlichen Kontakt mit Frauen haben? Also auch außerhalb der Friendzone sind?

          Aber auch schon die Definition der DLF-Redakteuse ist irritierend

          „Incels sind Männer, die keinen Erfolg bei Frauen haben und im Feminismus den Grund für ihre Einsamkeit sehen.“

          Alles nach dem „und“ entspricht m.W.n. nicht der ursprünglichen Definition. Fazit also: Reine Feindbildpflege.

          • Der erste Incel-Selbstbericht, den ich vor vielen Jahren las, war von einem, der tief in einer Friendzone steckte.
            Der Incel-Zorn bei ihm kam daher, dass diese „beste Freundin“ jahrelang jeglicher Änderung auf seiner Seite, jeden Versuch, an sich zu arbeiten, um romantisch erfolgreicher zu werden, aktiv untergraben hat.

            „Nein, bleib wie du bist, du bist soo nett. Die Frau, die dich mal bekommt, wird total glücklich sein.“

            Das scheint mir eine signifikante Teilmenge der Incels zu beschreiben.

  8. Was haben die Feministen eigentlich immer mit Männern, die gefälligst Gefühle zeigen sollen?
    Ich halte das für eine den größten Heucheleien überhaupt, weil damit ja doch nur gemeint ist, dass der Mann die spezielle Empfindsamkeit der Frau in diesen Moment zu unterstützen hat.
    Männer zeigen ihre Gefühle. Sie sind allerdings keine Frauen, die Emotionen nutzen, um zu manipulieren.

    • „Was haben die Feministen eigentlich immer mit Männern, die gefälligst Gefühle zeigen sollen?“

      Das ist nur das Mittel beständig darauf rumzureiten, dass Männer keine wahren Gefühle haben und nur Frauen überhaupt „Empathie“ besitzen. Man muss seinen Hass eben etwas zurückhalten, damit der erst so richtig ätzend sein kann …. Deshalb gibt es auch diesen typischen Fragestil im Feminismus, der Antworten durch „rhetorische Fragen“ liefert. Ist weniger gut angreifbar, da schleimige und glatte Oberfläche: „Man darf doch mal fragen“.

    • Was sollen sie sonst anführen als Beweis, dass Männer minderwertige Menschen sind?

      In allen relevanten Kategorien sind Männer selbst für Feministinnen erkenntlich keinen Deut schlechter als Frauen.

      Und wieviele Kategorien gibt es, in denen Frauen etwas können, was sie bei Männern nicht wahrnehmen? Sie können Kinder kriegen, werden von den meisten (nicht-schwulen) Menschen als hübscher empfunden und sie heulen schneller.

      Das mit der Schwangerschaft würde nicht mal eine (durchschnittliche) Feministin einem Mann vorwerfen.
      Mänenr, die beim Aussehen genauso etepetete sind wie Frauen, wollen sie auch nicht.

      Also muss eine positive Eigenschaft (kein Spielball der eigenen unkontrollierten Emotionen zu sein) zu etwas schlechtem umgedeutet werden.

    • Ganz genau! Meiner Erfahrung nach wollen viele Frauen die tatsächlichen Gefühle von Männern gar nicht erfahren. Sie sind, wenn man seinen inneren emotionalen Zustand wirklich offenbart, eher überfordert damit und reagieren ablehnend, auch weil sie selbst nicht wissen, wie man mit einem Mann umgehen soll, der mal aus dem Modell des emotionalen Stoikers ausbricht. Das betrifft das gesamte Gefühlsspektrum. Und als Mann lernt man natürlich für die Zukunft, dass emotionale Selbstoffenbarungen vor vielen Frauen nur wenig positive Folgen haben (von der Erzeugung von comfort mal abgesehen).
      Daher ist meine Antwort auf diese Forderung immer: „Du würdest es gar nicht aushalten, wenn ich Gefühle zeigen würde.“

      • Das ist eine Beobachtung, die schon viele Männer gemacht haben. Es gab sogar mal einen alten Artikel in der Süddeutschen, der auch auf das Thema zu sprechen kam.

        „Wie in guten, so in schlechten Zeit“ heißt leider oft nur „wie in seine guten und ihren schlechten Zeiten“. Verliert er den Job oder kriegt eine Depression ist sie weg. Steigt sie beruflich auf und verdient auf einmal mehr als er, ist sie weg. Ist keines falls immer so, aber es gibt diese Tendenzen.

      • Läuft sogar unter toxic masculinity:

    • Sie: „Am besten wäre es, mit offenen Karten zu spielen. Zeig doch mal Deine.“
      Er: „Ok, klingt gut. Dann können wir besser zusammenspielen.“
      Sie: „Ja ja. Genau. Zeig mal was Du hast.“
      Er: „Hier. Jetzt Du.“
      Sie: „Ich hab nie gesagt, dass ich Dir meine Karten zeige.“

  9. „In „Adventure Time“ sind die Hauptprotagonisten ein 12jähriger Junge und sein magischer (sehr menschlicher) Hund. Er wäre gerne ein Held und hat vor langer Zeit geschworen, jedem zu helfen, der in Not ist, und gute Taten zu vollbringen.“

    Er ist außerdem der letzte Mensch auf der Welt (zumindest glaubt das jeder, weshalb er auch von allen anderen „Finn the Human“ genannt wird), möglicherweise in eine siebzehnjährige Kreatur aus intelligentem, belebten Kaugummi verliebt, pflegt eine Freundschaft mit der Königin der Vampire, die außerdem die Tochter des Fürsten der Hölle ist (und Bassgitarre spielt) und hat eine ambivalente Beziehung zu seinem Vater, der nicht viel von Familienverantwortung hält und sich darum aus Finns Leben verdrückt hat. Später hat er eine Teenagerliebe mit einem Feuerelementar, die allerdings aufgrund seiner Unsicherheiten zerbricht, und er wird von seiner Flamme durch ein intelligentes Zimtbrötchen ersetzt, das durch die Nähe zu ihr erst zu einem richtigen Mann wird.

    Im Laufe der Serie wird Finn sechzehn Jahre alt, verliert einen Arm sowie einige seiner besten Freunde und reift von einem leicht naiven, auf spaßige Abenteuer fokussierten Energiebündel zu einem verantwortungsvollen, nachdenklichen Mann heran, der sich trotz aller Erlebnisse immer noch als Beschützer der Welt vor Gefahren sieht und ohne zu zögern sein Leben riskiert. Liebe spielt für ihn weniger eine Rolle als Freundschaft; er selbst findet keinen festen Partner (mit Ausnahme seines besten Kumpels Jake), und in seiner Umgebung lernt er sowohl funktionierende Beziehungen jeder Art als auch dysfunktionale Partnerschaften kennen.

    Irgendwie schwierig, die Serie in eine Richtung einzuordnen.

  10. „Wir wollen nicht, dass bestimmte Männer sich fortpflanzen oder einfach so Liebe, Sex und Zärtlichkeit kriegen. Deshalb sagen wir ihnen, dass sie genau EINMAL fragen dürfen, und wenn das ein Nein ist – also praktisch immer, es bei einer anderen versuchen müssen.“

  11. Was ja auch ok ist. Das kriegt halt nicht jeder hin. Es gibt ja auch sehr viele Frauen die das nicht kriegen. oder hat Claudia Roth einen Mann? Ich bin der Meinung, wer schon in der Schule Probleme hat, egal ob männlich oder weiblich, mit dem stimmt halt was nicht. Normale Menschen brauchen in der Regel keine Blogs oder Selbsthilfeliteratur weil es bei denen ganz normal läuft die Entwicklung. Man sollte sich auch seine Eltern objektiv anschauen. Sind das objektiv qualitativ hochwertige erfolgreiche angesehene Menschen? Wenn nicht, ist man selbst vielleicht auch nicht so doll. Ob es nun wegen körperlichen oder geistigen Defiziten ist. Muss jeder Mensch unbedingt Nachkommen produzieren, besonders wenn es nicht so unwahrscheinlich ist, dass die es mit höherer Wahrscheinlichkeit auch eher schwer haben werden?
    Ich habe mal Pferde gezüchtet eine Zeit lang. Zuerst kommt ein Fohlen zur Fohlenschau mit unter 6 Monaten und Exterieur, Typ und Bewegungsmuster werden beurteilt. Dort kann es schon eine Prämie bekommen – oder auch nicht. Später kommen junge Stuten und Hengste zur Stuten oder Hengstschau.
    Stuten werden da im allerbesten Fall Staatsprämienstute, Hauptstammbuchstute oder im schlechtesten Fall nur Stammbuchstute. Hengste werden im allerbesten Falle gekört oder nicht. Die die nicht gekört werden, werden meistens zu Wallachen gemacht. Wenn der Gekörte dann noch erfolgreich im Sport ist oder gute Nachkommen produziert, wird das Spendersperma immer hochpreisiger. Das Fortpflanzen von Stammbuchstuten und ungekörten Hengsten ist meist eher nicht zielführend.
    Ist das bei Menschen sooo viel anders? Ich denke schon, dass auch Menschen – vor den Augen von Mutter Natur – verschiedenen Zuchtwert haben. Dass es immer mal wieder Ideiologien gibt, die das irgendwie zum Leitbild machen und komische Sachen dann machen, bedeutet ja nicht, dass an sich da was dran ist möglicherweise.

    • „Ich bin der Meinung, wer schon in der Schule Probleme hat, egal ob männlich oder weiblich, mit dem stimmt halt was nicht.“
      Jaaa, was das betrifft.
      Einfach nicht mehr versuchen oder aktiv versuchen, was zu ändern?

      • Verbessern kann man sich immer, aber nicht immer nur auf Gesellschaft o.ä. schieben und sich beschweren.
        Wenn das Ändern nicht klappt oder immer noch kein Resultat bringt, nicht zu verbittert sein. Wie schon gesagt, bei vielen Frauen freut man sich doch auch, dass die keinen Halb-Klon von sich in die Welt geschickt haben. Ich habe das Gefühl, dass manche Amokläufer auf so einer Denkweise beruhen, sie „verdienen“ es und die bösen Frauen enthalten es ihm vor.

        Im Übrigen sind manche Sachen auch nicht änderbar, z.B genetische Neigung zur Kränklichkeit, Allergien, Erbkrankheiten oder Veranlagung dazu, Sehschwäche, Körpergröße/-statur usw.

    • Ich bin der Meinung, wer schon in der Schule Probleme hat, egal ob männlich oder weiblich, mit dem stimmt halt was nicht. Normale Menschen brauchen in der Regel keine Blogs oder Selbsthilfeliteratur weil es bei denen ganz normal läuft die Entwicklung.

      Aussagen von wegen „mit dem stimmt etwas nicht“ kommen komischerweise immer von Menschen, die sich selbst als „normal“ bezeichnen. Bloß was ist die Definition von „mit dem stimmt etwas nicht“ und „normal“? Und wer bestimmt das?

      • Die Fähigkeit, sich in eine bestehenden sozialen Rahmen einzufügen. Nicht zu starke Probleme in der Interaktion mit anderen und ein einigermaßen unauffälliger Entwicklungshorizont. Es gibt z.B einen „normalen“ Rahmen, wann man „normalerweise“ sein erstes Mal Sex und seine erste Beziehung hat. Mit 30 oder 40 jährigen Jungfrauen stimmt also in dieser Hinsicht (meistens) irgendwas nicht. Um nur ein Beispiel zu nennen.

        Ich selbst würde mcih nicht als normal bezeichnen, da ich ein Stück weit auf dem Autismus Spektrum stehe. Man kann sich ja denken, wie angesagt ein Teenager, und davor ein Grundschüler, ist, der antike Mythologie als Hobby hat. Also stimmt bei mir genetisch objektiv schon mal etwas nicht, ohne das ich das werte. Ich persönlich fände es sogar gut, wenn es mehr Autisten gäbe. Es lief bei mir dann aber auch nicht ganz so gut wie bei extrovertierten Normalen mit hoher sozialer Intelligenz und das kann man mit etwas Distanz auch ganz gut analysieren, warum. Und dann gibt es halt Menschen bei denen es aus anderen Gründen überhaupt nicht läuft. Meistens sind das aber Ursachen, die primär im eigenen Umfeld liegen.

        • Die Fähigkeit, sich in eine bestehenden sozialen Rahmen einzufügen. Nicht zu starke Probleme in der Interaktion mit anderen und ein einigermaßen unauffälliger Entwicklungshorizont.

          Es gab auch Leute, die sich problemlos in die Nazidiktatur eingefügt haben und dort als „normal“ galten. Das kann es also nicht sein.

          Also stimmt bei mir genetisch objektiv schon mal etwas nicht, ohne das ich das werte.

          Ist „normal sein“ oder „nicht normal sein“ nicht schon eine Wertung? Manche haben es leichter, andere schwerer. Manche sind so, andere so. Aber darauf eine Definition von „normal“ aufzubauen, halte ich für schwierig. Natürlich ist es ungewöhnlich mit 30 noch Jungfrau zu sein und sicher gibt es Gründe dafür, aber das Wort „normal“ finde ich irgendwie unpassend.

          Meistens sind das aber Ursachen, die primär im eigenen Umfeld liegen.

          Ich würde sogar sagen meistens liegt es an den Eltern und der Gesellschaft.

          • „Es gab auch Leute, die sich problemlos in die Nazidiktatur eingefügt haben und dort als „normal“ galten. Das kann es also nicht sein.“
            Das war wohl auch nicht so schwer für den Durchschnitts-Normalo.
            Und auch bei den Nazis gab es ziemlich sicher welche, die Womanizer waren und welche die Incels waren. Es gibt ja den Film 08/15. Der eine Spieß hat mit seiner Frau ja auch Schwierigkeiten. Sowas gab’s sicher auch in der Realität.
            Ab Minute 10.35 https://www.youtube.com/watch?v=ESI1SiM68UQ
            Das meine ich jetzt nicht auf eine bestimmte Ideiologie bezogen, sondern generell.

        • Brösel – naTÜRlich werden Incels nicht Incels, weil alle Frauen sich verschwören, genau den, den EINEN nicht ranzulassen.

          Genau DEShalb ist es wichtig, an sich selbst zu arbeiten, jedenfalls an den Sachen, die bearbeitbar sind.
          Der Gedanke: „Mit dem stimmt was nicht.“ ist allerdings der, den Frauen über männliche Incels denken und hilft daher nicht weiter.

          Wenn man präzisieren könnte/würde, was „nicht stimmt“, wäre das anders.

          • Auf englischen Seiten liest man allerdings auch immer was von Don’t stick your dick into crazy. Oder Damaged Goods, also Frauen die nicht ganz aufgeräumt wirken, sind auch nicht oben im Regal. Aber sie haben es natürlich doch leichter, zumindest an Sex zu kommen.
            Bei den incels kommen verschiedene Sachen zusammen. Unpassendes Elternhaus, optische Schwächen auf die man sich dann konzentriert, soziale Probleme.

            „Wenn man präzisieren könnte/würde, was „nicht stimmt“, wäre das anders.“

            Das kann man nicht verallgemeinern. Ich habe einige gekannt auf die das zutreffen würde, alle sehr verschieden, aber doch Ähnlichkeiten. Das könnte ein Beispiel sein. https://i.4pcdn.org/pol/1499696625884.png

  12. Wenn ich das hier richtig verstehe, dann sind Männer, die sich gemäß feministischen Vorgaben benehmen, besonders gefährdet Incels zu werden. Denn sie akzeptieren jedes „Nein“ sofort als solches unkritisch, ziehen den Schwanz ein, gehen nach Hause und fragen Mutti, was sie wohl falsch gemacht haben. Mutti sagt ihnen, dass sie alles richtig gemacht haben. Irgendwann sind die dann natürlich frustriert und sauer, weil ihre Kumpels bei den Mädels weiter baggern, bis die Begehrte sich irgendwann angemessen begehrt führt und aus ihrem koketten Nein ein Ja macht. Das ist klassisches Balzgehabe, das seit Jahrhunderten bis heute überwiegend so stattfindet. Gibt’s auch in der Tierwelt zu bewundern.

    Dieser meist konsensuale Fruchtbarkeitstanz findet natürlich auch Eingang in Filme, Serien, Belletristik etc., weil eben „Nein heißt ganz oft nicht wirklich Nein“ ein fester Bestandteil der menschlichen Fortpflanzungskultur ist.

    Der Incel macht also den Fehler, dass er sich nicht von Mutti und den Feministen emanzipiert, sondern weiter den Mist erfüllt, an den die meisten Frauen insgeheim selbst nicht mal glauben.

    Und jetzt wird’s besonders krank: Die Medien, die das frivole Treiben korrekt abbilden, sind plötzlich schuld daran, dass der arme Mann, der keine abkriegt, weil es sich gemäß gesellschaftlich erwünschten bigotten feministischen Standards verhält, irgendwann richtig angepisst ist. Auf die Idee muss man erstmal kommen; das ist zu hoch für mich, das ist schon öffentlich-rechtlich.

    Natürlich ist der Incel in gewisser Weise selbst schuld, weil er nicht merkt, wie er verarscht wird und dann die Mineralwasserkästen in die Friendzone schleppen darf. Für immer – so als Kumpel und Depp.

    Der Feminismus produziert also Incels, sorgt dann dafür, dass die sehr frustriert und wütend sind – und bekämpft anschließend die vorgebliche Gefahr, die von den Incels ausgeht.

    • Systemisch betrachtet erinnert mich das sehr stark an ein anderes Fruchtbarkeitsritual: Die junge Frau geht mit ihrem angehenden neuen Typen aus, trifft in der U-Bahn auf Hassan und seine Freunde, beleidigt und verhöhnt die und filmt dann mit dem Handy, wie ihr Typ gegen die provozierte Aggro-Gang auf dem U-Bahnhof in den Ring steigt.
      Anschließend holt sie die Ernte ein: Entweder einen grün und blau geschlagenen Typen, den sie empathisch wundversorgen kann, oder im sehr seltenen Fall einen Supermann, zu dem sie feucht aufblickt, weil er es der Gang so richtig gezeigt hat. In jedem Fall kommt aber noch ein cooles Video für Facebook hinzu, auf dem die Freundinnen fast live sehen können, wie sich einer für sie prügelt.

      • „Die junge Frau geht mit ihrem angehenden neuen Typen aus, trifft in der U-Bahn auf Hassan und seine Freunde, beleidigt und verhöhnt die und filmt dann mit dem Handy, wie ihr Typ gegen die provozierte Aggro-Gang auf dem U-Bahnhof in den Ring steigt.“

        Verlinke doch ein paar dieser Videos. Ich kann mir das schlecht vorstellen.

        „Wenn ich das hier richtig verstehe, dann sind Männer, die sich gemäß feministischen Vorgaben benehmen, besonders gefährdet Incels zu werden. “

        Incel ist etwas anderes. Es gibt Absolute Beginner, Leute ohne beziehungserfahrung. Volcels, Männer die Sex haben könnten aber es nicht wollen weil ihnen das Angebot nicht passt und incels, was unfreiwillig zölibatär heisst, aber inzwischen auch für Unfreiwillig Zölibatäre der Marke Elliot Rodger steht. Es gibt auf reddit das subreddit incel tears wo Ausschnitte aus Incel foren zusammengetragen werden. Sie scheinen oft eine sehr zerfahrene Weltsicht zu haben.
        https://i.redd.it/558mdruxabj51.jpg https://i.redd.it/g1z72g27fej51.jpg
        Sie glauben auch, dass man als Mann ein sogenannter Chad sein muss um überhaupt eine Chance zu haben. Dazu gehört auch, mindestens 6,0 Fuß eher größer zu sein. 5,5 muss man im Prinzip gleich Suizid begehen.

        Das Umwerbespiel von dem da die Rede ist, funktioniert natürlich nur oder zumindest fast nur, wenn zumindest ein leichtes Interesse vorhanden ist. Wenn nicht, ist es Stalking. Im Pickup oder Autismus Coaching lernt man doch, Körpersprache zu deuten.

        • „Incel ist etwas anderes.“

          Ich kapier’s wirklich nicht. „Unfreiwillig zöllibatär“ sagt doch lediglich, dass einer gerne zum Stich kommen würde, es aber nie so weit kommt. Dass in unserer modernen Welt dann dafür primär die anderen schuld sind oder eigene unveränderbare Attribute wie Größe, ist klar. Und dass sich jeder daraus seine identitätsspezifische Weltsicht zimmert auch.

          Wenn einer also aus irgendwelchen Gründen (Minderwertigkeitskomplex, Verhaltensstörung, feministische „Nein heißt Nein“-Grundhaltung) keinen Sex erlangt, wann wird er dann zum Incel?

          Wenn er wütend und frustriert ist? Wenn er sich wütend mit anderen darüber austauscht? Wenn er von sich und/oder anderen als Incel bezeichnet wird? Wenn er sich verbal oder faktisch radikalisiert?

          Ich verstehe nicht die Abgrenzung zwischen frustrierten Männern, die aufgrund ihrer Sexlosigkeit wütend, verbittert sind, die der Welt, ihrer eigenen vermuteten physischen Unzulänglichkeit und anderen die Schuld dafür zuschieben – und Incels.

          Ich finde auch keine schlüssigen und trennscharfen Definitionen, nur sowas hier:
          https://www.watson.ch/leben/gef%C3%BChle/804443197-kommt-jetzt-die-rebellion-der-ungefickten-maenner-zwei-expertinnen-erklaeren-incel

          Wenn eine angebliche Gruppe als gefährlich deklariert wird, würde ich schon gerne wissen, wie und woran man Mitglieder dieser Gruppe überhaupt erkennen kann.

          • Und sollte es keine trennscharfe Abgrenzung geben, wie kommt es dann dazu, dass unfreiwillig zöllibatäre Männer überhaupt mit Attributen wie gefährlich und potentiell gewalttätig belegt werden? Ich kenne einige Frauen, die allen Männern den Tod wünschen, weil sie selbst keine geschlechtliche Beziehung erlangen aus verschiedensten Gründen.

            Dafür, dass die angebliche Incel-Bewegung so gefährlich sei, bliebe letztlich nur die Erklärung, dass hier die Gesellschaft angeführt von den Feministen traurigen und wütenden Männern, die frustriert am Boden liegen, noch mal richtig mit den Springerstiefeln gegen den Kopf treten möchte. Und das ist ja auch sehr gefährlich und gewalttätig.

          • „wie kommt es dann dazu, dass unfreiwillig zöllibatäre Männer überhaupt mit Attributen wie gefährlich und potentiell gewalttätig belegt werden“

            Aus feministischer Perspektive (aus dem Gedächtnis crumar zitierend):
            Grundsatz: Wir leben in einer Gesellschaft, die von Männern FÜR Männer geschaffen wurde und allen Männern eine Dividende auszahlt und sie privilegiert.
            Beobachtung: Es gibt eine große Gruppe von Männern, die keine Dividende und keine Privilegien haben.
            Kognitive Dissonanz: GEFAHR!!!

            Aus weiblicher Perspektive:
            Die Urangst jeder Frau ist, gegen ihren Willen das Kind eines unwerten Mannes austragen zu müssen. Welcher Mann ist in dieser Hinsicht für die Frau gefährlicher, wer wird mit größerer Wahrscheinlichkeit zum Vergewaltiger? Chad Thundercock, der keinerlei Mangel an Pussy hat? Oder Ingo Incel, der von Mutter zu Mitschülerin eigentlich nur negative Erfahrungen mit Frauen hat?

            Ich denke, rationaler ist es nicht.
            Die einen projizieren ihre Weltbildgefährdung und die anderen haben plötzlich einen Namen für die 100.000 Jahre alte Bedrohung.

  13. Der Artikel ist schon spannend. Es geht um die Ursprünge und die Buchautorin nennt die Serie Friends(1994) und Big Bang Theorie(2007). Die Incel Bewegung wurde 1997 von Alana einer Frau gegründet. Da die Serien die Vorläufer waren könnte man annehmen, dass sie schon vor der Gründung existierten.

    Frauen. „Die popkulturellen Wurzeln des Incel-Movements“ ist die Überschrift. Also kann der geneigte Leser annehmen, dass er etwas über die Incel-Bewegung lernt. Und natürlich werden die extremen Anteile der Bewegung hervorgehoben. Dass es noch andere Anteile gibt – sogar Frauen wird gegen besseres Wissen des Autors Unterschlagen.

    Alana – eine Frau hat die Bewegung gegründet – nicht wichtig. Hayley Morrison: „I Was a Female Incel, Meet the women of the incel movement- The truth about femcels und ‘I am a female incel. I am desperate for a touch’ Sind keine wichtigen Einblicke in die InCel-Bwegung. Sie werden nicht mal erwähnt. Und kann und muss der Leser des Artikels davon ausgehen, dass es sich hier um eine reine Männergruppe handeln muss.

    Die Beschreibung der Gruppe ist ausreichend nebulös – männlich zwischen 15 und 30. Wie viele Mitglieder – welche Ansichten haben sie – wir wissen es nicht. Es wird auch niemand aus der Gruppe gebeten zu den „Fakten“ Stellung zu nehmen oder sie ggf. zu korregieren. Wir lernen aus zweiter Hand, wie gefährlich diese Bewegung ist.

    Einige der Mitglieder waren sogar PuAs. Wenn sie jetzt noch als kleines Kind an Brüsten genuckelt haben, dann geht die Welt unter. 😉 Nicht wirklich, aber wenn sie Computer gespielt hätten, dann wäre die Incel-Bewegung von einem GamerGate-Mitglied(das war 2014) gegründet worden, die Autorin ist ja mit zeitlichen Zusammenhängen relativ flexibel.

    Nun ist BigBand Theory ein Hit (2014 Platz 1 für Emmi nominierte Komödien mit 9.7 Millionen weiblichen und 8.3 Millionen männlichen Zuschauern. Es wird also schwer jemanden zu finden, der die Serie nicht gesehen hat. Natürlich werden hier die zukünftigen Mitglieder der InCel-Bwegung herkommen. Brot essen und Wasser trinken war noch nicht erforscht. Bei so einer erfolgreichen Serie sollte eine Korrellation nicht schwer sein zu finden, aber dann zur Kausalität zu kommen braucht es die sozialwissenschaftliche feministische Ausbildung.

    Welches Verhältnis haben die radikalen Frauenmordenden Mitglieder zu den gemäßigten? Dazu braucht es keine Daten – alles Terroristen.

    Bei anderen Themen haben wir eine Relativierung – z.B. bei männlichen Opfern häuslicher Gewalt – dann schreiben wird dazu, dass es Frauen viel schlimmer trifft.

    pinkstinks
    Sicherlich sind 18 Prozent Männer, die im Vergleich zu 82 Prozent Frauen, die Gewalt erfahren, eine Minderheit. Auch hinsichtlich einer Gewalterfahrung, die für so viele Frauen zum Tod führt, während umgekehrt Männer seltener von ihren Partnerinnen ermordet werden – in der Hälfte dieser Fälle handeln die Frauen außerdem aus Notwehr.

    Hier geht es um Männer. Und ein Teil der Gruppe hat getötet, wie groß der Anteil der Täter und deren Unterstützer ist, wissen wir nicht, aber das ist auch nicht wichtig. Und es ist akzeptabel, dass der Leser des Artikels zu der allgemeinen Ansicht kommen kann, dass alle Incels Frauenmörder sind.

  14. Pingback: Popkulturelle Incels – apokolokynthose

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