57 Gedanken zu “„Warum ihr Gendersternchen benutzen solltet“

  1. Konventionell würde man hier von zwei Bauarbeitern und einer Bauarbeiterin sprechen.
    Allgemein, wenn es nur um die Funktion geht: Bauarbeiter. Wenn das Geschlecht im Kontext der Aussage wichtig ist: Bauarbeiter / Bauarbeiterin. In der Linguistik nennt man das Markiertheit. Hierzu: https://www.nzz.ch/feuilleton/die-geschlechtergerechte-sprache-macht-linguistische-denkfehler-ld.1472991

    Die Frau verkennt die geltenden, durchaus funktionierenden Konventionen.

    • Singular in gegenderter Form ist erst recht bekloppt, das hätte die Truse mal durchprobieren sollen. Da kommt man nämlich auf so schöne Monstrositäten wie der*ie Bauarbeiter*in.

      • Noch komplizierter werden flektierte Formen mit Veränderungen im Wortstamm, z.B. „Bauer“ in Genitiv Singular: „der*s Bä*auer*in“. Würde gerne mal hören, wie sie das sprechen würde.

    • Für mich erscheint es auch logisch, funktionelle Begriffe wie Ausländer, Einwohner, Verkehrsteilnehmer (Radfahrer, Autofahrer, ..) nicht zu gendern, sonst wandelt sich die Funktion in eine Identität. Mein Leben besteht ja nicht darin, bei einer Bank ein Konto zu haben oder bei einer Veranstaltung teilzunehmen.

    • Wo soll die sonst ihre Kenntnisse über Baustellen her haben? Ich gehe jede Wetter ein, sie hat ihr Leben lang noch keinen Bauzaun von der anderen Seite gesehen.

  2. 0:22: „Hat ja nicht so gut funktioniert“

    genau, das Beispiel mit den Bauarbeitern hat wirklich nicht gut funktioniert, das sind zu praktisch 100% Männer, da braucht man keine Frauen mitzumeinen.

    • Ich verstehe auch nicht, was dieses Diminutiv „chen“ am Ende soll. Das ist ein Stern mit scharfen Zacken, der die Sprache verhunzt. Man sagt auch nicht Kommachen, obwohl das noch kleiner ist.

      Letztlich ist der Genderstern eine Art invertierter Judenstern: er unterscheidet die Guten von den Bösen. Der Judenstern war abwertend, die „Bösen“ mußten den Stern tragen, der Genderstern (oder -Stotterer) ist aufwertend (zumindest in der Selbstwahrnehmung bestimmter Kreise), er verleiht Sozialprestige, man trägt ihn bisher freiwillig. Die grün-feministischen Kreise machen aber ordentlich Druck, um alle zu zwingen, dieses Symbol zu benutzen und sich damit zu ihrer Ideologie zu bekennen bzw. die Gehirnwäsche zu akzeptieren. So gesehen macht die Verharmlosung mit dem Diminutiv Sinn.

      • Sternchen hat man immer schon gesagt. Beim i sagt man Punkt, beim ä Pünktchen. Muss man nicht verstehen.

        Typographie-Nerds bekommen von dem hochgestellten Sternchen wahrscheinlich Augenkr✱bs.

  3. Ist eigentlich das alte Problem – generische Gruppe oder konkrete Gruppe. Die drei Bauarbeiter sind eine konkrete Gruppe, da kann man – wenn man es für wichtig hält – auf generisches Maskulinum verzichten

    • „betone Männer und grenze Frauen aus“

      Dieses Sprachverstehen ist mit Sicherheit die Absicht von Feministinnen, denn damit kann man ganz hervorragend Konflikte schaffen, wo eigentlich keine sind. Im allgemeinen Sprachgebrauch stimmt das aber m.W. gar nicht. Die angeblichen wissenschaftlichen Beweise bestehen meistens aus der längst widerlegten Sapir-Whorf-Hypothese, sofern überhaupt Quellen genannt werden. Dieses „Nicht-mitgemeint-Sein“ ist ein klassischer Fall einer sozialen Konstruktion.

        • „mehr weibliche Wissenschaftler, Popstars etc“

          Kann sein, bin da nicht sicher. Im Moment finde ich nur in meinen Notizen ein Video von Daniel Scholten, in dem er die hanebüchenen Argumente zugunsten gegenderter Schreibungen in einem SZ-Artikel verpflückt. Der SZ-Artikel zitiert Quellen, die in Wirklichkeit Stereotype untersuchen, dazu noch im Englischen, die also keine linguistische Effekte und nicht als Beweis brauchbar sind. Da gab es irgendso einen komischen Effekt bei einer Sprache, der in dem Video ungefähr nach 1h10m beschrieben wird.

          Ich habe hierzu gerade eine Anmerkung in meiner Seite zu den Sprachmanipulationen nachgetragen, mit Quellenangaben.

          Das Entscheidende ist aber eigentlich, daß das Verständnis von Worten nicht durch die Sprache, sondern durch die Beobachtung der Realität gebildet wird.

  4. Das ist einfach nur die Einführung des Autoritarismus, eines diktatorischen Stils, in die Sprache. Als nächstes wird dann rumkommandiert und befehligt. Damit auch ganz klar ist, was der Sender von Sprache meint.

    „Sprache ist immer politisch“ — könnte das Credo eines jeden Diktators — oder jeder Diktatorin — diese Ausschweifung muss schon sein — sein.

    • Wo, wenn nicht in totalitären Systemen, bekommt man Ergebnisgleichheit per Dekret? Die Quote macht aus einer lebendigen Demokratie im Nu ein Potemkinsches Dorf. Vor dem Gesetz sind alle gleich. Sich im Sinne von Ideologien nicht nur der Gesetze, sondern auch der Sprache zu bemächtigen und Begriffe umzudeuten bzw. durchzutauschen, ist eine bewährte Strategie von Autokraten wie auch von radikalen Feministinnen. Die reden schon lange nicht mehr von Chancengleichheit, sondern nur noch von Gleichstellung. Dadurch ist Ergebnisoffenheit — eins der entscheidenden Kriterien in einer Demokratie — zunichte gemacht.

      https://www.achgut.com/artikel/die_quote_ist_ein_bastard

    • Ja, das ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Punkt. Durch die Verwendung des Gendersterns zeigt man öffentlich seine Unterwerfung. Der Vergleich ist etwas hart, aber mich erinnert das durchaus an autoritäre politische Systeme, wo man zB durch bestimmte Grußformen sein Einverständnis und Mittun kundtut. Ich selbst frage mich auch, ob die Diskussion sich lohnt, wenn etwa die Chefin den Gebrauch „gendergerechter Sprache“ verlangt. Die sitzt da eh am längeren Hebel und Argumenten ist sie nicht zugänglich. Man könnte edel und trotzig beharren, aber was hätte man davon, wenn man die Arbeit verliert. Ich kann mir heute viel besser vorstellen, wie das mit dem Konformismus im Dritten Reich im Kleinen und Alltäglichen funktioniert hat.

      • „Man könnte edel und trotzig beharren, aber was hätte man davon, wenn man die Arbeit verliert. “

        Sollte man auch, wenn man der Meinung ist, die Menschen damals seien feige und daher ewig schuldig weil sie „es“ zugelassen haben. Jobverlust ist doch nur ein kleines Opfer im Vergleich zu gulag oder KZ. Also finde ich schon, dass man das erwarten kann.
        Wenn erstmal eine kritische Masse ihre Jobs verloren hat, bricht das System zusammen. Aber für dieses kleine bisschen Heldenmut, ist man sich offenbar zu fein und verlangt dafür noch Verständnis.

      • @Martin
        „Durch die Verwendung des Gendersterns zeigt man öffentlich seine Unterwerfung.“

        Sie räumen ja auch selbst ein, dass alles nur um die Macht geht — das ist der Abschlussstein ihres ganzen Denkens!

        Alle Kritiker, die das sachlich kritisieren, verkennen, dass es diesen Machtmenschen überhaupt nicht um die Sache selbst geht. Sonst würden sie auch nicht so selbstwidersprüchlich sein und parallel ganz verschiedene Ansätze fahren.

        Wer da mitmacht, das auf sachlicher Ebene zu diskutieren macht sich nur zum nützlichen Idioten, der einer von vorneherein unsinnigen Diskussion Legitimität verleiht.

  5. Vielleicht wäre es besser gewesen, Berufsbezeichnungen einfach „männlich“ zu belassen. Dann ist eine Frau halt auch Bauarbeiter, Arzt oder Jurist. Erst die Einführung weiblicher Bezeichnungen hat ja dazu geführt, dass neben dem genus plötzlich auch ein sexus aufgetaucht ist. Natürlich würde ich für diese Forderung gekreuzigt, weshalb ich hier auch anonym poste. Ich will ja meinen Job behalten 😀

  6. Wie immer beherrschen die Ideologen ihre Regeln selbst nicht.

    Bei 0:45 sagt sie „Adressaten“ und meint beide Geschlechter

    0:52 „Das vom einen Gemeinte ist nicht automatisch das vom andern Hervorgerufene“ (2x generisches Maskulinum: der eine, der andere), bei 1:24 der gleiche Fehler nochmal.

  7. Ich weise im Gespräch mit Feministen nun auch darauf hin, dass man von Hebammen und Hebammerichen sprechen muss, da dieses Berufsfeld sonst immer weiblich bleiben würde!

  8. Ich sehe das weiterhin ab genau dem Zeitpunkt ein, in dem jemand, der schreit „Hilfe, ich brauche einen Arzt“ etwas gegen eine genderqueere Transe (oder Frau) sagt, nachdem die /es* ihm das Leben gerettet hat.

    Die Weltfremheit der Dame sieht man auch daran, dass für die meisten Bauarbeiter (m) heutzutage Alkohol eh haram ist.

  9. Ich bin wohl weder Franzose noch Deutscher: Wenn ich das Wort „Nuss“ höre, denke ich nicht an eine Hasel- oder Walnuss, sondern an eine Feministin (wobei hier ja wenigstens die ein oder andere an einen Wal erinnert…. )

    Bauarbeiterin? Und dann auch noch schwanger? *BWAHAHA!* Die hat doch noch nie gearbeitet….

    Bei dem Vortrag weiß man doch gar nicht, wo man anfangen soll zu heulen. Das ist dumm. So dumm. So unendlich strunzdumm.

  10. Ich bin wohl weder Franzose noch Deutscher: Wenn ich das Wort „Nuss“ höre, denke ich nicht an eine Hasel- oder Walnuss, sondern an eine Feministin (wobei hier ja wenigstens die ein oder andere an einen Wal erinnert…. )

    Bauarbeiterin? Und dann auch noch schwanger? *BWAHAHA!* Die hat doch noch nie gearbeitet….

    Bei dem Vortrag weiß man doch gar nicht, wo man anfangen soll zu heulen. Das ist dumm. So dumm. So unendlich strunzdumm.

  11. 1. Bauarbeiter sind überwiegend männlich, man erwartet deshalb dass alle genannten männlich sind, wenn es nicht extra dazugesagt wird. Das hat mit Weltwissen zu tun, nicht mit Sprache.

    2. Auch im normalen Deutsch ist die in-Endung manchmal sinnvoll oder sogar geboten, um Missverständnisse zu vermeiden. Sie greift da also eine Position an die so niemand vertritt. Daraus dass die in-Endung auch im Hochdeutschen manchmal geboten ist, folgt jedoch nicht, dass vom Hochdeutschen abweichende Grammatik des Genderdeutsch notwendig sei.

    3. Zweck des Genderdeutsch ist nicht Vermeidung von Missverständnissen – die Beispiele wollen uns da auf eine falsche Fährte locken. Sein Zweck ist die Zurschaustellung der eigenen Gesinnung.

    4. Die Frau ist mega-unsympathisch.

  12. Das ist wohl das absolut bescheuertste Beispiel: Bauarbeiterin.
    Bei vielen anderen Berufen kann ich das manchmal nachvollziehen (wobei ich vor meinem inneren Auge fast nie nur Männer sehe – mal ausgenommen von sowas wie Soldat, Bauarbeiter, Kanalarbeiter).
    Aber Bauarbeiterin? in dem Fall bin ich dafür, daß diese Frauen sogar namentlich genannt werden sollten. Diesen Respekt haben die sich wahrlich verdient!
    Aber ich bezweifle stark, sehr stark, daß eine schwangere Bauarbeiterin nicht umgehend ein Beschäftigungsverbot erhält.
    .
    Interessant wäre mal ein Vergleich „Bauarbeiterinnen : Austronautinnen“. Also in absoluten Zahlen. Ob das in DE auf einen Gleichstand hinausläuft? 😉
    .

  13. Ich warte immer noch auf die Männer, die sich – ernsthaft und am besten steuerfinanziert und den größten Teil ihrer Zeit – darüber empören, dass die drei Bauarbeiter zusammen aber DIE Bauarbeiter sind. Und dass man SIE grundsätzlich als DIE Person bezeichnet. Und dass man SIE vermutlich jeden Tag SIEzt.

    Ganz ehrlich, Menschen die zum einen die Grammatik der deutschen Sprache nicht begreifen und sich in ihrer Ignoranz an dem fehlerhaften Begriff des generischen Maskulisnums aufgeilen, zum anderen aber die genau so „existenten“, vermeintlichen „Nachteile“ für Männer komplett ausblenden, haben schlicht einen irreparablen Dachschaden. In einer geistig gesunden Gesellschaft mit hinreichender durchschnittlicher Bildung würde man sich über diese Leute lustig machen, nichts weiter.

  14. Kann es sein, dass das die umgegenderte Variante einer alten amerikanischen Story ist?

    Three nurses are talking on their lunch break. First nurse says: „Hey, I just saw a new bar opened down the strip. Who’s up for a cocktail after work?“
    Second nurse says „Sounds cool.“
    Third nurse says: „Sorry, I can’t. I’m getting a testicular cancer checkup later today.“

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