„Alle Frauen sind eh Schlampen“ – Über Frauen herziehen im MGTOW-Foren

Ich lese in ein paar Facebookgruppen zu MGTOW mit. Und recht häufig scheint da eine gewisse Verbitterung und eine Feindseligkeit gegenüber Frauen vorzuliegen, die immer wieder in einigen Beiträgen deutlich wird. Natürlich, auch dort widersprechen genug Leute, etwa mit Bemerkungen wie „Was regst du dich so auf, als MGTOW sollten dir Frauen schlicht egal sein“ etc und es mag daran liegen, dass die Frustierten einfach häufiger posten. Dennoch fielen mir viele Beiträge auf die im wesentlichen den Inhalt hatten, dass Frauen

  1. Eh Schlampen sind, die es mit zuvielen Männern getrieben haben (aber natürlich den falschen) und deswegen quasi nichts wert sind
  2. Frauen nur aufs Geld aus sind und ohne Geld auch nur äußerst selten Sex mit einem haben

Eine beliebte Figur ist auch das „cock carousel“:

Urban Ditionary :

An idea perpetuated on manosphere blogs that women casually sleep around in their 20’s with hot, non-commital player types.

Then, supposedly, when they hit their 30’s and lose their looks, they realize they wasted their prime man-snagging years and become desperate to settle down, often with a boring, dependable flavor of guy they previously had no interest in.

Karen spent her late-twenties riding the cock carousel with a bunch of guys in bands that just wanted sex. Now she’s 33, past her prime, and dating an accountant who’s she’s pressuring to have kids with.
Urban Ditionary 2:
 metaphorical place that (unfortunately) women will go to in their 20’s. They will essentially give out free fucks to all the Chads, and will then act as if they are entitled, justified and free to now settle down with any beta male for the purpose of having a family.

It is a sad reflection upon our society that feminism has gone from being a civil rights movement to empowering women to be shameless sluts.

Nigel: „Man, I am so lucky to have my loving wife. She’ll always stick by me.“
Chad: „Dude, you got played hard. She had a long ride on the Cock Carousel in her 20’s, she’s a slut!“

Gerade las ich wieder  einen eingestellten Beitrag sah, nach dem die durchschnittliche Frau mit 1000 Männern geschlafen haben soll, eine für den Durchschnitt absurd hohe Zahl. Der Durchschnitt dürfte immer noch einstellig sein.

Für mich klingt das nach den typischen sehr hoch hängenden Trauben, die deswegen bitter sind

Man macht sich zu etwas besseren, in dem man nicht wie andere die sauren Trauben isst bzw sich viel Mühe gibt, sie zu erreichen, eben weil es schlechte Trauben sind.

Dazu ist die Abwertung, dass sie mit allen schlafen evolutionär nachvollziehbar, aber letztendlich nicht begründet. Gerne auch in der Variante, dass sie auch noch bei denen, mit denen sie schlafen, einen „schlechten Geschmack“ haben, etwa weil sie mit Ausländern, Arschlöchern, Reichen etc haben (aber eben nicht mit dem einfachen ehrlichen Typen der sich beschwert).

In der Hinsicht ist auch eine Bewegung interessant, die angibt sich frei von Frauen zu machen und einen eigenen Weg zu gehen. Sie muss zwangsläufig für Leute interessant werden, die keine Frauen bekommen und diese deswegen abwerten wollen und sich selbst einen besseren Status zuweisen wollen („Ich will auch gar keine Frauen, weil es sich bei DIESEN Frauen nicht lohnt“). Das ist, das noch einmal ausdrücklich hinzugefügt, eine ganz andere Ausage als „Alle MGTOWs hassen Frauen, weil sie keine abbekommen. Ich sage lediglich, dass eine solche Bewegung als Begleiterscheinung für solche Personen interessant wird.

Für solche Leute ist dann auch eine Pickup-Bewegung uninteressant: Dort müssten sie ja ihre Haltung, dass Frauen es nicht wert sind gerade wieder ablegen und sich darauf konzentrieren, was sie selbst falsch machen und was sie an sich verbessern müssen, damit sie für Frauen attraktiv sind. Wer erst einmal zu tief in dem Gedanken drin ist, dass Frauen schlecht sind für den wäre das eine gewaltige Umstellung und er müsste seine Vorstellung von der Welt neu aufbauen.