Veronica Kracher zu Incels

Veronica Kracher hat in Incel-Foren recherchiert und darüber ein Buch geschrieben. Die jetzt interviewed sie:

jetzt: Für dein Buch hast du zahlreiche Incel-Foren analysiert. Wie hast du die Recherche dazu erlebt?

Veronika Kracher: Am Anfang war es sehr erschreckend und irritierend, da man ja sowohl mit einer Menge gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit als auch mit einem erschütternden Selbsthass konfrontiert wird. Incels sprechen davon, dass niemand sie jemals lieben könne und bezeichnen sich selbst als „Untermensch“ oder „Abschaum“. An die Vergewaltigungsfantasien gewöhnt man sich irgendwann, man stumpft da leider aus Selbstschutz ab. Einige Sachen, vor allem sexuelle Gewalt gegen Kinder, verstören jedoch nachhaltig. Da ich selbst Erfahrungen mit schweren Depressionen und Suizidalität habe, sind Texte, in denen Incels ihren Selbsthass oder Suizid thematisieren, stellenweise relativ belastend, da sie an schlechten Tagen meine eigene Depression triggern. Andererseits macht mich deren Selbsthass auch wütend, da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld sind, aber Frauen dafür verantwortlich machen: Dieser Selbsthass geht in der Regel mit Frauenhass einher, da die Erlösung vom Leid „Sexlosigkeit“ und somit eine Glückserfahrung an weibliche Zuwendung geknüpft wird, man Frauen jedoch gleichermaßen abspricht, diese einem Incel entgegen bringen zu können.

Vielleicht wäre es ganz interessant eine Abgrenzung zumindest in Deutschland zwischen „Incels“ und „AbsolutenBeginnern“ zu machen: Der Incel-Begriff würde dann für die gelten, die sich in Hass hinein steigern und der AbsoluteBeginner-Begriff für die, die zwar auch unfreiwillig sexlos sind, aber es eben gerade nicht in Hass umschlagen lassen.

Den der Incel-Begriff erscheint mit einfach zu verbrannt.
Zweifellos gibt es aus meiner Sicht genau solche, wie dort beschriebenen, es zeigen sich gewisse Überschneidungen mit dem Teil der MGTOW-Bewegung, die auch in Frauenabwertung umgeschlagen sind. Vielleicht sollte man sie als „Incel-MGTOWs“ bezeichnen.

Interessanterweise ist es ja ein sehr ähnlicher Mechanismus wie er auch andere Identitätstheorien befeuert: Auf der einen Seite die benachteiligten Männer, auf der anderen Seite die privilegierten Frauen, die einfach den Sex zurückhalten. Und der Gedanke, dass sie, weil sie in dieser privilegierten Situation sind eben die schlechten sind, und zwar als Gruppe.

Man hat einen Sündenbock und genau wie in linken Identitätstheorien muss man nicht an seinen Problemen arbeiten, etwa besser flirten lernen, sondern kann alle Schuld bei anderen abladen, auch wenn man sich damit in eine selbstverschuldete Hilflosigkeit bringt, weil die anderen um so weniger Grund sehen sich auf einen einzulassen.

Wie können wir uns einen durchschnittlichen Incel vorstellen?

Laut einer Umfrage des Forums incels.co stammen knapp 60 Prozent der User aus der Mittelschicht, 33 Prozent zählen sich zur „Lower Class“, der Rest zur Oberschicht. Die Mitglieder der Subkultur sind recht jung, laut der besagten Umfrage sind 68,2 Prozent der Befragten unter 25 Jahre alt, davon rund ein Drittel 18 bis 21 Jahre alt. Das schlägt sich auch in den Beschäftigungsverhältnissen nieder: Mehr als die Hälfte der User ist laut Selbstangabe Schüler oder Student, 30 Prozent gehen einer Lohnarbeit nach, etwas mehr als 20 Prozent spricht von sich als „NEET“, also „Not in employment, education or training“. Die Incel-Community ist mitnichten eine weiße Community, nur knapp über die Hälfte ist weiß. Ungefähr 45 Prozent der Nutzer stammen aus den USA und Kanada, 40 Prozent aus Europa. Wie viele davon aus Deutschland stammen, lässt sich schwer sagen, da die Boards größtenteils englischsprachig sind. Dies ist jedoch lediglich der Überblick aus dem Forum incels.co und stellt nur deren Community dar.

Das fettmarkierte wäre ja für intersektionale Theorien wieder interessant: Reagieren da schwarze Männer nur auf den Rassismus und prangern zurecht an, dass Frauen nicht mit ihnen schlafen, eben weil diese Rassisten sind?

Was sind typische Hauptcharakteristika eines Incels? 

Incels hängen der sogenannten „Blackpill“-Theorie an. Diese besagt, dass quasi die einzige Diskriminierungsform unserer Zeit der sogenannte „Lookismus“ ist, also die Unterdrückung aufgrund von unattraktivem Aussehen. Vor der sexuellen Revolution und dem Feminismus sei die Welt nach dem Prinzip des „Looksmatching“ aufgebaut gewesen: einem Mann war eine Frau seines „Attraktivitätslevels“ garantiert. Der Feminismus habe Frauen jedoch die freie Partnerwahl ermöglicht. Da alle Frauen von Natur aus hypergam, triebhaft und oberflächlich seien, begnügen sie sich laut der Theorie nun nicht mehr mit ihrem „Looksmatch“, sondern wollen alle nur mit „Chads“, ein Begriff, der Klischeezeichnungen von Gym-Bro-Männlichkeit umschreibt, schlafen. Diese machten ungefähr zwanzig Prozent der männlichen Bevölkerung aus, glauben Incels. Und naja, deshalb bleiben keine Frauen für die armen Incels mehr übrig – obwohl ihnen der Sex doch eigentlich zustehen sollte! Der ist für Incels nämlich ein Grundrecht wie Nahrung oder Wasser.

Ist das eine dort verbreitete Theorie? Ich könnte es mir durchaus vorstellen. Auch hier vielleicht interessante Theorien zu „fatshaming“ und dem Gedanken, dass alle Frauen hübsch sind. Oder den Theorien, dass es Transfeindlich ist, nicht mit einer Transperson Sex haben zu wollen etc.

Ich denke, dass die „hypergamy“ in dem Bereich überschätzt wird. Natürlich haben hübschere Männer bessere Chancen auf dem Markt, auch und gerade für Sex. Schönere Frauen auch. Bei Männern wirkt sich zusätzlich aus, dass Männer üblicherweise für Sex einfach recht offen sind und nichts gegen wechselnde Sexpartner haben. Das macht den Markt für hübsche Männer noch günstiger bzw für Frauen, die einfach so Sex haben wollen. Sie können eben recht einfach einen hübschen Mann finden, der Sex mit ihnen hat.  Wobei ich es nicht so sehen würde, dass man als schlechter aussehender Mann keine Chancen hat. Genug Frauen sehen auch schlecht aus und suchen in ihrer Schönheitsklasse. Aber da sehen sich dann wahrscheinlich viele Incels (im schlechten Sinne) auch als „zu gut“ an als das sie dann mit den „hässlichen“ Frauen Sex haben wollen

Was folgt aus dieser Logik?

Dass Frauen Incels den Sex verweigern und lieber mit Chads schlafen, ist für sie eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. So rechtfertigen Incels ihren Frauenhass, der stellenweise bis in den Femizid und den frauenfeindlichen Terrorakt, wie dem 1989 am polytechnischen Institut in Montréal, bei dem 14 Studentinnen getötet wurden, reicht.

Gewaltphantasien und Hass können einem innerhalb der richtigen Gruppe in einer Identitätstheorie eben auch viel Unterstützung und einen gewissen Status geben. Das ist das gefährliche daran.

Warum haben diese Männer denn keinen Hass auf die „Chads“?

Den gibt es durchaus, zum Beispiel sprach Alek Minassian (der 2018 bei einem Attentat in Toronto 10 Menschen tötete und 16 verletzte, AdR) davon „alle Chads und Stacys zu stürzen“, da Chads einem die Frauen ja „wegnehmen“. Dieser geht jedoch immer mit Neid und Bewunderung einher: Man will selbst die Rolle eines Chads einnehmen. Deswegen verschreiben sich zahlreiche Incels dem sogenannten „Looksmaxxing“, also der Verbesserung des Aussehens durch Sport, Mode oder plastische Chirurgie.

Elliot Rodgers war ja auch besessen von seinem Aussehen und den „besseren Männern“, den „Chads“, die die hübschen Frauen abbekommen. Es passt in dieses Weltbild, dass sie Pickup ablehnen und statt dessen eine vermeintlich leichte Lösung wie plastische Chirurgie favorisieren, die dann wahrscheinlich für die meisten zu teuer ist, so dass es wieder ungerecht ist. Es ist, wenn man selbst nichts ändern will, immer gut, dass der Erfolg unerreichbar ist, aber nur, weil die „Böse Gruppe“ die Anforderungen so ungerecht hoch setzt. Man kann ja nichts dafür, dass man kein Chad ist.

Weiß man, woher das Phänomen der Incels kommt?

Bei Incels fallen der gesellschaftlich ohnehin präsente Frauenhass und patriarchales Anspruchsdenken, die Vereinzelung und Entfremdung des Individuums im Neoliberalismus, und das Internet als Echokammer zusammen. Junge Männer erfahren, dass sie hegemonialen Ansprüchen von Männlichkeit sowie sexuellem und finanziellem Erfolg nicht genügen. Aber anstatt das System und seine Auswirkungen auf das Subjekt in Frage zu stellen, verlagern sie ihren Selbsthass in Form der autoritären Revolte auf Frauen, die sind nämlich prädisponiertes Feindbild und etablierter Sündenbock. Und online bestätigt man sich dann selbst in diesem Denken.

Junge Männer erfahren insbesondere, dass sie den Anforderungen von (jungen) Frauen nicht genügen. Ich finde es erstaunlich, dass man das so ganz außen vor lässt. Sie erleben, dass sie von Frauen nicht akzeptiert sind, sie würden gerne Erfolg bei Frauen haben und am liebsten ohne sich verändern zu müssen.

Aber natürlich ist es das patriarchale System, wenn man Erfolg beim anderen Geschlecht haben will.

Natürlich verkennen sie, was sie falsch machen und in der Tat suchen sie Sündenböcke um sich der Verantwortung nicht stellen zu müssen und ihr Selbstbild zu erhalten. Natürlich weichen sie auch intrasexueller Konkurrenz aus und flüchten sich in Scheinwelten.

Aber erst einmal ist das Problem, dass Frauen sie nicht wollen.

Bleiben wir hier mal bei der konkreten Verknüpfung von Incel-Ideologie und Feminismus: Wie verhält es sich da?

Incels sind, wie andere maskulinistische Gruppen auch, eine regressive Reaktion auf den Feminismus. Anstatt zu realisieren, dass Kritik am herrschenden Geschlechterverhältnis auch Männern zugute kommen könnte, da herrschende Geschlechtervorstellungen auch Jungen und Männern gegenüber immensen psychischen Schaden zufügen, bekämpft man lieber im Männerbund gemeinsam diese „aufmüpfigen Weiber“. Selbst Incels, die ja immer wieder betonen, dass sie darunter leiden, keine „Chads“ zu sein, würden niemals auf die Idee kommen, diese herrschenden Vorstellungen von Männlichkeit oder das Patriarchat zu hinterfragen; letztendlich profitieren sie durch die Abwertung von Frauen doch mehr, als sie unter toxischen Männlichkeitsvorstellungen leiden. Und für solche Männer gibt es nichts Schlimmeres, als einer Frau ähnlich oder ihr gar solidarisch gegenüber zu sein; die Frau muss immer wieder durch Sexismus und Misogynie „zur Frau gemacht“ werden, wie Simone de Beauvoir schon vor siebzig Jahren konstatiert hat.

Ein recht einfaches Bild. Insbesondere weil sie ja Männer beneiden, die mit der „herrschenden Vorstellung von Männlichkeit“ sehr gut bei Frauen ankommen. Sie müssen Männlichkeit nicht wirklich hinterfragen, sie verstehen durchaus, dass Männlichkeit und auch körperliche Männlichkeit sehr gut bei Frauen ankommt. Sie verstehen aber auch nicht, was sie falsch machen und wie ihre Einstellung sie in der Tat unattraktiver macht und sie sich selbst schaden.

Es ist interessant, dass der Aspekt, dass Frauen gewisse „toxische Männlichkeiten“ durchaus sehr mögen, da so vollkommen unterschlagen wird.

Wie entscheidend ist dabei die Opfer-Rolle, die sich die Incels selbst zuschreiben?

Diese Täter-Opfer-Umkehr dient als Mittel, die eigene Gewalt zu legitimieren. Dies haben wir nicht nur bei Incels, sondern bei autoritären Bewegungen generell. Zum Beispiel sah sich der Attentäter von Christchurch weniger als rassistischer Terrorist, sondern als jemand, der die weiße Rasse vor der sogenannten „Umvolkung“ rettet. Incels sehen sich als Opfer einer widernatürlichen feministischen Gesellschaft, die ihnen das eigentlich naturgegebene Recht auf Sex verwehrt. Es sind laut ihnen die Frauen, und diese sogenannte „feministisch-jüdische Gesellschaft“, die im Unrecht sind. So rechtfertigt man das eigene Handeln: Man sei einer der wenigen Erleuchteten, und man habe die Aufgabe, die Welt aufzuwecken. Deswegen auch die Manifeste, die solche Männer hinterlassen: Man will aufzeigen, dass man ein Held, ein Messias, die reaktionäre Avantgarde ist, ein Soldat für eine in deren Augen richtige Welt.

Auch hier wie in anderen Identitätstheorien auch „erleuchtete“, die die Privilegierung der Frauen und die Unfairheit der Welt, die ihnen etwas vorenthält, erkannt hat. Auch hier in gewisser Weise SJWs, nur finden sie eben andere Privilegierungen bekämpfenswert.

Wie können es Incels schaffen, aus der eigenen Opfer-Rolle auszusteigen, also aufzuhören, Incels zu sein?

Ich habe in meinem Buch ein Kapitel, das sich ausschließlich mit dem Ausstieg aus der Szene beschäftigt. Es gibt auf Reddit ein Subreddit namens „IncelExit“, auf dem ausstiegswillige Incels um Rat suchen, andere User*innen geben ihnen Tipps und Hilfestellungen. Dass es dieses Subreddit gibt, zeigt aber auch auf, dass man diese Szene nicht so einfach verlassen kann; sie weist durchaus Strukturen eines Kultes oder einer Sekte auf. Was jedem einzelnen ausstiegswilligen Incel angeraten wird, ist die Therapie: Eine Szene, die ihren Mitgliedern permanent vermittelt, sie seien es, beispielsweise aufgrund fehlender Attraktivität, nicht wert, jemals geliebt zu werden, und die nur ein toxischer Sumpf ist, fügt langfristigen psychischen Schaden zu. Alleine schon deshalb sollte man darauf achten, dass Freunde, Söhne, oder Brüder nicht in diese Szene abrutschen – von der potentiellen Gewalt, die sie anderen antun könnten, ganz zu schweigen.

Ich würde auch jedem dazu raten aus einer so toxischen Weltsicht herauszukommen, wobei das wahrscheinlich sehr schwierig ist, wenn man sich da erst einmal reingedacht hat.

vgl auch:

 

67 Gedanken zu “Veronica Kracher zu Incels

  1. „Eine Szene, die ihren Mitgliedern permanent vermittelt, sie seien es, beispielsweise aufgrund fehlender Attraktivität, nicht wert, jemals geliebt zu werden, und die nur ein toxischer Sumpf ist, fügt langfristigen psychischen Schaden zu. Alleine schon deshalb sollte man darauf achten, dass Freunde, Söhne, oder Brüder nicht in diese Szene abrutschen – von der potentiellen Gewalt, die sie anderen antun könnten, ganz zu schweigen.“

    Streiche „fehlender Attraktivität“ und ersetze es durch „Männlichkeit und weißer Hautfarbe“ und schon könnte das die Szene der intersektionellen Feministinnen beschreiben.

  2. „Zweifellos gibt es aus meiner Sicht genau solche, wie dort beschriebenen, es zeigen sich gewisse Überschneidungen mit dem Teil der MGTOW-Bewegung, die auch in Frauenabwertung umgeschlagen sind. Vielleicht sollte man sie als „Incel-MGTOWs“ bezeichnen.“
    Wie bereits in vorherigen Kommentaren beschrieben, gibt es sehr viele, die das MGTOW Label für sich in Anspruch nehmen aber diesem in keinem Fall gerecht werden.
    Es ist halt ein Unterschied, wenn man problemlos Frauen haben könnte aber freiwillig darauf verzichtet, als wenn man der Meinung ist, dass man unzureichend ist. Ein echter MGTOW bedauert auch nicht, dass er keine Beziehung hat, er begrüßt dies als Befreiung.
    In der Tat habe ich, aus eigenen Gesprächen mit Incels mitbekommen, dass diese Gruppe eher mit Ultrafeministen zu umschreiben ist. Sie stellen Frauen auf ein Podest und machen sie zu einer Göttin. Aber wenn diese Göttin dann plötzlich Sex mit einem „Untermenschen“ aka Chad hat, dann ist sie gefallen und wird gehasst.
    Und wie du es bereits beschrieben hast, haben diese Männer keine Lust sich der langwierigen und harten Analyse ihrer selbst zu stellen um dann eine Veränderung vorzunehmen. Es ist die Generation Internet, die immer alles sofort haben möchte, ohne etwas dafür tun zu müssen. Im Prinzip so wie unsere SJWs die ebenfalls das Paradies ohne Arbeit erreichen möchten. Oder auch wie Feministen, die ohne Arbeit an die Fleischtöpfe wollen.

    Es ist vermutlich eher ein Symptom unserer Zeit, so wie es Trump auch ist, als die Ursache, die auch in der Entwurzelung der Menschen liegt. Wie viele Leute haben heute noch Freundesgruppen mit denen man sich regelmäßig trifft? In den USA z.b. ziehst du denn Jobs hinterher, da ist wenig Zeit für lange Freundschaften. Deswegen glaube ich auch, dass das Incel Problem eher eines der studierten Mittelschicht ist, als eines der Unterschicht, die viel weniger mobil ist.
    Es wird vermutlich aber erst der Anfang sein, ich denke, dass das ganze noch heftiger werden wird.

    • „Es ist vermutlich eher ein Symptom unserer Zeit … Deswegen glaube ich auch, dass das Incel Problem eher eines der studierten Mittelschicht ist, als eines der Unterschicht, …“

      Das hat doch vor einigen Wochen hier jemand im Forum geschrieben und auch mit ein paar Zahlen untermauert. Incel-Tum ist heute ein weit verbreitetes Phänomen unter jüngeren Leuten: Es trifft sehr viele ganz normale Leute, auch viele progressive Leute.

      Damit man diesen allgemeinen gesellschaftlichen Missstand nicht als das sehen muss, was er ist – als ein Problem vieler ganz normalen Leute, vor allem der jüngeren Generationen -, damit man das nicht anerkennen und mit Maßnahmen abmildern muss, deshalb wird ein Horror-Bild von Incels propagiert in den Massenmedien, so dass sich normale Incels beruhigt sagen können: „Na Gottseidank, ich bin keiner von diesen durchgeknallten Frauenhassern!“, und sich verantwortungsbewusste Nicht-Incels sagen können: „Was ist nur aus unserer Welt geworden? Keinen Schritt nach Räächts!!!“

      Wir haben es hier mit Ideologie im schlechtesten Sinne zu tun: Sie dient allein dazu, allgemeine gesellschaftliche Missstände zu verdecken.

      • Sie dient allein dazu, allgemeine gesellschaftliche Missstände zu verdecken.

        Und zwar solche, die sie selbst verursacht hat. Wenn Jungen (von Frauen) schon von klein auf gegenüber Mädchen benachteiligt werden, männliches Verhalten als „toxische Männlichkeit“ vergiftet wird und Jungen mit einem Männerbild erzogen werden, was evolutionär, also für die Fortpflanzung, kontraproduktiv ist, dann ist es doch folgerichtig, dass es immer mehr Incels gibt.

    • Ja, sehe ich ähnlich.

      „Und wie du es bereits beschrieben hast, haben diese Männer keine Lust sich der langwierigen und harten Analyse ihrer selbst zu stellen um dann eine Veränderung vorzunehmen.“

      Na ja, in dem beschriebenen Alter kann das noch kommen, ich würde nicht so hart urteilen, viele streben ja angeblich Änderung („lookmaxxing“ oder so) an, aber sowas dauert halt.

      „Wie viele Leute haben heute noch Freundesgruppen mit denen man sich regelmäßig trifft?“

      Das sehe ich tatsächlich als sehr großes Problem an, Einsamkeit macht ernsthaft krank. Wenn man aus seiner Heimat weg ist, erreicht man auch selten wieder ein ähnliches Netzwerk aus Freunden und Bekanntschaften. Die USA sind da sicher noch extremer, wenngleich die US-Amerikaner zumindest sehr viel aufgeschlossener und kontaktfreudiger sein sollen, als der durchschnittliche Deutsche.

      • „wenngleich die US-Amerikaner zumindest sehr viel aufgeschlossener und kontaktfreudiger sein sollen, als der durchschnittliche Deutsche.“
        Das sind dann aber keine tiefen Freundschaften. So ein Instant Freund wird sich nicht in Lebenskrisen unterstützen. Die sind bestenfalls mal dafür gut, wenn man mal einen Saufbruder braucht.
        Ich kenne dies aus meiner Zeit im Ausland, nachdem man weg ist, verliert sich auch der Kontakt.

        • Ja, das ist die Kehrseite, die Oberflächlichkeit wird oft beklagt. Kann ich nicht einschätzen, war noch nie dort.

          „Ich kenne dies aus meiner Zeit im Ausland, nachdem man weg ist, verliert sich auch der Kontakt.“

          Kontaktpflege ist auch nicht meine Stärke, teilweise habe ich bewusst mit meiner alten Heimat gebrochen, um frei für die neue zu sein, denn natürlich bindet das viel Zeit und Motivation, führt zu häufigen Heimreisen usw.

      • Jaaa, mit größeren Gruppen von Bekannten findet man auch sexuell eher Anschluss. Und den „Fehler“ bei sich selbst zu suchen, ist prinzipiell besser als die Alternative.
        Eigentlich finde ich es sogar gut, dass man das thematisiert.
        Aber nur die Hard-Core-Incel-Foren zu besuchen ist natürlich sehr einseitig.

        Man würde bei jetzt ja auch keine Reportage über den Islam schreiben, bei der nur IS-Kämpfende befragt werden.

  3. Zu diesem Jetzt-Artikel hatte ich erst vor ein paar Tagen im Rahmen einer OT-Diskussion geschrieben:

    Den Artikel als einseitiges Gewäsch zu bezeichnen, wäre noch eine viel zu freundliche Umschreibung für dieses gehässige Sammelsurium an Falschbehauptungen, dreisten Diffamierungen und unzulässigen Verallgemeinerungen, die aus wenigen extremen Einzelfällen ein Zerrbild erstellt, mit dem vielen anständigen, einsamen Menschen Unrecht getan wird, nur weil sie nicht das Glück haben, ein befriedigendes Sexleben zu führen.
    Es ist schon erschreckend, mit welcher Hetze man Geschäfte machen kann, indem man ein Buch schreibt, das Menschen basht, die ohnehin schon am Boden liegen. Aber es überrascht nicht, dass ein Schmierblatt wie die Jetzt dieser Hasspropaganda ein Forum bietet.

    Für die kleine Untergruppe, die wirklich der Beschreibung entsprechen, habe ich an anderer Stelle den Begriff „Incioten“ vorgeschlagen.

    • Bei „Untergruppe herausgreifen“ fällt mir Hinrich Rosenbrock ein, der für die grüne feministische Böll-Stiftung eine „Expertise“ über die „antifeministische Männerrechtsbewegung“ schrieb und sich hierbei im Wesentlichen auf anonyme verbalradikale Äußerungen in einem einzigen Online-Forum stützte und das dann verallgemeinerte auf die gesamte Männerrechtlerbewegung. Hier bei Incels eine ähnliche Vorgehensweise.

      • Ja, dieses Vorgehen ist lang praktiziert und entsprechend gut eingeübt. Weiter unten hat „zehnter_ochse“ als Antwort auf einen meiner Kommentare sehr gut zusammengefasst, warum wohl auch diese Strategie, eine Gruppe durch das Hervorheben einiger weniger Extreme zu diskreditieren, so gut verfängt, bedauerlicherweise auch bei der oft themenbezogen wenig informierten Masse der Medienkonsumenten.

        Rosenbrock trieb diese Praxis dabei allerdings gar noch in ihrer Unredlichkeit auf die Spitze, indem er sich nicht nur wilde Rumpelrüpel aus einem Forum (meines Wissens ausschließlich aus dem in der Männerrechtsszene weitgehend isolierten „Gelben Forum“) raussuchte, sondern gar Verbindungen zu Anders Breivik herstellte, welcher zwar auch offen antifeministisch war, aber nie auch nur im Ansatz etwas mit irgendeiner Männerrechtsgruppe zu tun gehabt hatte, was wohl schon daran gelegen haben dürfte, dass Breivik ein Bild von Männlichkeit propagierte, welches in der klaren Mehrheit der diesbezüglich – ganz im Gegensatz zu sich gerne mit diesem Attribut schmückenden Ideologien – tatsächlich progressiv eingestellten Männerrechtsszene auf wenig Zustimmung stoßen dürfte.

        • „(meines Wissens ausschließlich aus dem in der Männerrechtsszene weitgehend isolierten „Gelben Forum“)“

          Ich bin ab- und zu im gelben Forum unterwegs, explizite Männerechtsthemen werden dort eher selten erörtert. Eigentlich war das ja mal ein Börsenforum, mittlerweile werden meist zeitgeistige Themen diskutiert, meist aus eher konservativ-rechter Perspektive.

          Kommentare von dort (das Forum ist anonym und vergleichsweise unzensiert) als „aus der Männerechtsszene“ zu bezeichnen, ist einfach albern, mit demselben Recht könnte man auch gleich SPON-Kommentare benutzen oder sowas. Da wurde erkennbar nach diskreditierenden Aussagen gesucht und die dann verwurstet. Kennt man aus der Politik ja auch, etwa zur AfD.

      • Michael Kimmel ist doch in US-Gefängnisse gegangen und hat aus den Begegnungen dann eine Allgemeinaussage über weiße Männer gemacht. Das einzige interessante daran ist, dass er nicht jedes Mal mit faulem Obst beworfen wird, wenn er irgendwo auftritt bzw. trat, den auch dieser Feminist wurde der sexuellen Belästigung beschuldigt.

  4. Das Problem der unfreiwillig ohne Sex Lebenden (unfreiwillig zölibatär scheint mir ein Widerspruch zu sein, weil das Zölibat eine freiwillige Entscheidung ist) ist viel umfassender und ist nicht primär das Problem einiger Extremisten in irgendwelchen Foren.
    Ich habe das Buch nicht gelesen, gehe anhand des Interviews aber davon aus, dass es das Problem nur als Aufhänger für eine reisserische Geschichte mit klarem Feindbild missbraucht. Ich habe keine Lust, mir das anzutun. Die Zeit wäre mir zu schade.

    • Das sehe ich genauso. Der Medien-Feminismus hat sich „Incels“ als Feindbild erkoren, weil das setting sehr gut Solidaritäts- und Beschützereffekte anspricht. Und als Benefit für die MSM obendrauf kann auch gleich ein neuer konkurrierender Medienkanal (Foren im Internet) diskreditiert werden.

      Damit sind reflektierte und tiefergehende Analysen nicht zu erwarten. Es ist einfach nur kommerzielle Propaganda.

    • Mittlerweile braucht man gar nichts mehr von der Kracher zu lesen, nicht mal dieses Interview. Ihr Name sollte hier inzwischen hinlänglich bekannt sein, denn sie ist eine von den viel zu vielen feministischen Scharlatanen, die beständig nur ihre immer gleichen Narrative mit den immer gleichen Feindbildern abspult, immer nur selbst Bestätigungen für das konstruiert, was sie eh schon immer gewusst hat, also in ihrem ganzen Leben noch nichts getan hat, was man nur halbwegs ironiefrei als wissenschaftliches oder wenigstens nur intellektuell redliches Arbeiten bezeichnen könnte, aber dennoch von unseren Qualitätsmedien beständig als „Expertin“ oder „Wissenschaftlerin“ verkauft wird.

      Und ja, alles was sie mit den Incels betreibt, ist die immer gleiche Skandalisierung und Verallgemeinerung extremer Einzelfälle. Das ist derselbe Scheiß, der in den Zweitausendern mit den „Gamern“ gemacht wurde. Auch da war man ganz doll davon überzeugt, dass Videospiele Menschen in Mörder verwandeln, weil doch tatsächlich die Jugendlichen, die Schollshootings abgezogen haben, zu Hause Videospiele gezockt haben. Da wurde dann auch medial das Bild des „typischen Gamers“ erzeugt, als jemand, der mit schlabbrigem T-Shirt mit Metal-Aufdruck und fettigen Haaren bei Mama und Papa im dunklen Keller vor sich hinvegetiert, am Computer / an der Konsole das Töten trainiert, bis er irgendwann komplett austillt und das Geübte in die Tat umsetzt.

      In beiden Fällen ist es mir nicht erklärlich, wie man nicht über die offensichtlichen Mängel des eigenen Weltbildes stolpern kann, denn betrachtet man – speziell damals bei den Gamern – die schiere Größe der jeweiligen Gruppen, dann müssten, wären diese Zuschreibungen auch nur annähernd zutreffend, pausenlos ganze Heerscharen von Massenmördern durch die Straßen unserer Städte ziehen. Ist dem so? Also meine Wahrnehmung unserer Welt ist jedenfalls eine andere.

      • PS: „Schollshootings“ sollte natürlich Schoolshootings heißen. Nicht, dass hier noch jemand denkt, damals hätte jemand auf den Scholl geschossen; der arme Mehmet… 😉

      • In beiden Fällen ist es mir nicht erklärlich, wie man nicht über die offensichtlichen Mängel des eigenen Weltbildes stolpern kann, denn betrachtet man – speziell damals bei den Gamern – die schiere Größe der jeweiligen Gruppen, dann müssten

        Ich habe mal den – in meinen Augen fruchtbaren – Denkansatz gelesen, dass Dunbar’s Number nicht nur im engeren Sinne (ganz grob: „Wieviel Speicherplatz hat dein RAM, um Personen abzulegen“), sondern auch als Größenordnung für die natürliche Herde verstehbar ist.

        Kahnemann belegt, dass Menschen keine Intuition für Wahrscheinlichkeiten und große Größenordnungen haben.

        Auf diesen Fall bezogen: Gefühlt kann ein nicht-speziell-gebildeter Mensch nicht zwischen 150 und 60 Mio (Anzahl Online Gamer in USA) unterscheiden. Das läuft beides im Gefühl unter „Viele. Mehr kann ich nicht erfassen“.
        Es gibt keine angeborene Intuition, die dazwischen grätscht und darauf hinweist, dass die Basisgröße bei einem Nachdenken über Wahrscheinlichkeiten und Gefahren ausschlaggebend ist.
        Man muss sich selbst vorher entsprechend ausgebildet haben.
        „2 Vorfälle also. Moment… sind das viele oder wenige? Was ist die Basisgröße? 60Mio? Also sehr sehr wenige.“
        Dieser Gedankengang ist unnatürlich. Er setzt notwendigerweise eine spezielle, nämlich stochastische Bildung voraus.

        Man muss davon ausgehen, dass eine Feministin diese Bildung nicht hat.

        Die Intuition der Feministin ist stattdessen: „Ich weiß von drei Incels, die Amok gelaufen sind. Es gibt 150 Menschen auf der Welt. Ein Viertel ist im Incel-Alter. Von den Männern in dem Alter, die ich kenne, sind nur ein Drittel Single. Also: 150 / 4 / 3 -> Es gibt vielleicht 15 Incels. Und 3 davon laufen Amok. ==> JEDER 5. INCEL LÄUFT AMOK!!“

        Natürlich nicht in der Weise mit Zahlen ausgeführt, aber ich habe Kahnemann so verstanden, dass die unreflektierte (und selbstverständlich reflektieren und prüfen Feministinnen ihre Annahmen nicht) Heuristik in etwa so funktioniert.

        Der Punkt meines Erachtens ist, dass Feministinnen nicht nur keine stochastische Basisbildung haben, sondern nicht einmal wissen, dass sie hier eine Wissenslücke haben, die sie daran hindert, ein faires Bild der Welt zu entwickeln.

      • Was mich an den feministischen Scharlatanen und ihrer Scharlatanpresse nervt, ist der geringe intellektuelle und journalistische Aufwand den sie betreiben müssen, um ihre Lügenpropaganda unter die Leute zu bringen.
        Sie schreibt ein – das kann man mit 100% Gewissheit annehmen, ohne auch nur eine Zeile gelesen zu haben – inhaltliches schlechtes und politisch verlogenes Buch über Incel und wird in mehreren Publikationen als Expertin zum Thema interviewt, die gleichzeitig Werbung für ihr Buch machen.

        Bei solchen Sätzen gruselt es mich: „Da ich selbst Erfahrungen mit schweren Depressionen und Suizidalität habe, sind Texte, in denen Incels ihren Selbsthass oder Suizid thematisieren, stellenweise relativ belastend, da sie an schlechten Tagen meine eigene Depression triggern.“

        How dare they?! Wie können es die Incel wagen, sie mit negativen Emotionen von Männern zu konfrontieren, wenn es doch viel eher um diejenigen von Frau Kracher gehen sollte?
        Was ist der Selbstmord eines Incel schon gegen die schlechten Gefühle, die er bei Frau Kracher auslöst?

        Tiefensensibel fährt sie fort: „Andererseits macht mich deren Selbsthass auch wütend, da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld sind, aber Frauen dafür verantwortlich machen:“
        Mich machen die schweren Depressionen und die Suizidalität von Frau Kracher auch wütend, da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld ist, aber Männer dafür verantwortlich macht.
        Im WOZ-Interview (Teil 1; ja es gab mehrere) gab sie kund, sie habe mit ihrer Psychoanalytikerin über ihr Projekt gesprochen. Vielleicht fragt sie noch einmal nach, was „Projektion“ und „Selbstreflexion“ eigentlich bedeuten oder sie verlangt einfach ihr Geld zurück, denn ich halte sie nicht für therapierbar.

        • „How dare they?! Wie können es die Incel wagen, sie mit negativen Emotionen von Männern zu konfrontieren, wenn es doch viel eher um diejenigen von Frau Kracher gehen sollte?
          Was ist der Selbstmord eines Incel schon gegen die schlechten Gefühle, die er bei Frau Kracher auslöst?“

          Whoa, der von dir zuvor zitierte Part ist nun mal wirklich ein Kracher (pun intended, though bad). Sie gibt an, selbst suizidal gewesen zu sein, wird dann mit Menschen konfrontiert, die dies auch sind und beklagt doch allen Ernstes, dass diese Menschen, die sie allesamt gar nicht kennen und entsprechend sicher auch keines ihrer Worte für sie geschrieben haben, SIE mit ihren Ausführungen belasten und retraumatisieren. Auf einer zehnstufigen Egozentrismusskala haben wir soeben die 38 erreicht… Bemerkenswert, wie leicht es einem das Eintauchen in eine faschistoide Ideologie macht, andere Menschen, egal, was diese tun oder in welchem Zustand sich diese befinden, stets nur als reine Zumutung für die eigene Person zu empfinden, so lange diese Menschen einer von besagter Ideologie als „böse“ gebrandmarkten Gruppe (in dem Fall „Männer“) angehören. Ein derartig kaltschnäuziger, menschenverachtender Umgang mit „Femcels“ ist schlicht unvorstellbar, ganz besonders von derselben Person, die diesen hier an den Incels vollzieht. Und noch unvorstellbarer wäre es, einem solchen Umgang mit Frauen dann auch noch eine unkritische, oft gar zustimmende mediale Bühne darzubieten.

          • Ja, eher friert die Hölle zu, wie man so schön sagt.

            „Auf einer zehnstufigen Egozentrismusskala haben wir soeben die 38 erreicht…“
            Oder auf einer zehnstufigen Narzissmus-Skala die 10? 😉

            Auffällig für mich ist das Bestreben von ihr, aus all diesen unglücklichen Menschen nur Sockenpuppen zu machen, die ihre Ideologie stützen.
            Ich glaube, für sie sind die nicht real, deren einzige Daseinsberechtigung ist der Wert als „confirmation bias“ und Instrument ihrer Selbstvermarktung.

          • „Oder auf einer zehnstufigen Narzissmus-Skala die 10? 😉“

            Nee, auch hier würde ich so einen Endwert im Zwanzigerbereich vermuten. Egal welche Skalen man verwendet zum Messen etwaiger Persönlichkeitsstörungen, Veronika (der Lenz ist da) knackt sie alle… 😛

          • „How dare they?! Wie können es die Incel wagen, sie mit negativen Emotionen von Männern zu konfrontiere

            Feministinnen: Männer müssen über ihre Gefühle reden.
            Auch Feministinnen: Was fällt Männern eigentlich ein so über ihre Gefühle zu reden.

            Es ist immer das gleiche. Männer sollen am Besten nur darüber reden wie toll sie Frauen finden und wie schuldig sie sich fühlen Frauen noch nicht all – auch die sich widersprechenden – Wünsche erfüllt zu haben.

          • „wird dann mit Menschen konfrontiert, die dies auch sind und beklagt doch allen Ernstes, dass diese Menschen, die sie allesamt gar nicht kennen und entsprechend sicher auch keines ihrer Worte für sie geschrieben haben, SIE mit ihren Ausführungen belasten und retraumatisieren.“

            Und die Incels sind ja nicht auf Kracher zugegangen oder haben sie damit belästigt. Kracher selbst hat sich extra auf dem Forum angemeldet und hat aus Eigenantrieb dort mitgelesen, um möglichst viel Material zu sammeln, mit dem sie Incels als Monster hinstellen kann.

          • @Matze

            „Feministinnen: Männer müssen über ihre Gefühle reden.
            Auch Feministinnen: Was fällt Männern eigentlich ein so über ihre Gefühle zu reden.

            Es ist immer das gleiche. Männer sollen am Besten nur darüber reden wie toll sie Frauen finden und wie schuldig sie sich fühlen Frauen noch nicht all – auch die sich widersprechenden – Wünsche erfüllt zu haben.“

            Ja, „Wir müssen über den Sachverhalt xxx reden!“ aus dem Mund einer Feministin läuft immer und ausschließlich auf einen Vagina-Monolog hinaus. Männliche Gefühle sind nur zulässig, wenn sie sich in einem feministischen Rahmen bewegen und beim Tonfall hat sich die „Progressive“ schneller in eine bürgerliche Anstandsdame verwandelt, die yyy als anstößig oder „problematisch“ empfindet, als du WTF aussprechen kannst.
            Ich glaube, diese Mischung aus ideeller Gesamtmutti, passiv-aggressiver Anstandsdame, selbst ernannter Erlösung von allem Übel der Menschheit (besonders Frauen), die erkennbar einen Schluck Haloperidol über den Durst getrunken hat ist auf Dauer unerträglich.

            „Und die Incels sind ja nicht auf Kracher zugegangen oder haben sie damit belästigt. Kracher selbst hat sich extra auf dem Forum angemeldet und hat aus Eigenantrieb dort mitgelesen, um möglichst viel Material zu sammeln, mit dem sie Incels als Monster hinstellen kann.“

            Guter Punkt.
            Sie schreibt: „Bei Incels fallen der gesellschaftlich ohnehin präsente Frauenhass und patriarchales Anspruchsdenken, die Vereinzelung und Entfremdung des Individuums im Neoliberalismus, und das Internet als Echokammer zusammen.“ und ist nicht in der Lage, aus diesem Satz irgendetwas zu entwickeln.

            WENN das patriarchale Anspruchsdenken denn existieren würde, WIESO trifft dann die Erkenntnis über die „lived experience“ der Incel von Christian zu: „Junge Männer erfahren insbesondere, dass sie den Anforderungen von (jungen) Frauen nicht genügen.“
            Was hat sich das „patriarchale Anspruchsdenken“ eigentlich dabei gedacht?
            Ein in der Realität nicht realisierbares Anspruchsdenken führt zwangsläufig zur Enttäuschung – wäre „das Patriarchat“ existent, es würde einen Teufel tun, seine Anhänger mit einem Anspruch zu versehen, der in der Praxis scheitern wird.
            Das „nicht genügen“ kann sich also nur auf „Anforderungen von (jungen) Frauen“ beziehen, von denen das (allmächtige und allwissende) Patriarchat vorher NICHT gewusst hat, sie würden existieren.
            Denn sonst hätte es die „jungen Männer“ adäquat darauf vorbereitet, DASS sie existieren.
            Ihre Idee, Incel müssten die „herrschenden Vorstellungen von Männlichkeit oder das Patriarchat (…) hinterfragen“ scheitert genau daran, was sie nicht wahr haben kann.

            Denn in der Realität kommen die bei Frauen „herrschenden Vorstellungen von Männlichkeit“ bestens an.
            Incel sind demzufolge auch nicht enttäuscht vom Patriarchat, sondern von einem Feminin-ismus, der sie mit Botschaften versorgt hat, wie ein Mann zu sein hätte, den Frauen begehren würden, um dann mit Frauen konfrontiert zu werden, die in der Realität das Gegenteil tun.

            Dass sie Material sammelt, um „Incels als Monster hin(zu)stellen“ hat die Funktion, diese kognitive Dissonanz aufzulösen und ihnen als Schuld zu übereignen.

  5. Ganz Unrecht haben die Incels ja bei vielen Sachen nicht. Dass der Anteil an jungen Leuten, sowie Schülern und Studenten so hoch ist, wundert mich nicht. In der Zeit hat man, zeitlich und finanziell, auch kaum eine Möglichkeit aus der Alltagsroutine auszubrechen und ist überall nur Befehlsempfänger. Ich erinnere das selbst als sehr bedrückend. Ich empfinde es immer noch als befremdlich, wenn andere von ihrer Studienzeit schwärmen. Ich hatte sowohl während des Abiturs, wie auch beim Studium lange Depressionsphasen, und obwohl ich hin- und wieder eine Freundin hatte, war der Frauenbezug ein starkes Thema für mich.

    „Man will selbst die Rolle eines Chads einnehmen. Deswegen verschreiben sich zahlreiche Incels dem sogenannten „Looksmaxxing“, also der Verbesserung des Aussehens durch Sport, Mode oder plastische Chirurgie.“

    Das ist ein positiver Ausbruchversuch, nichts ist schlimmer als Passivität. Es reicht natürlich nicht, aber sich ein besseres Aussehen zu erarbeiten, geht so gut wie immer auch mit verstärkter Selbstwahrnehmung und größerem Selbstbewusstsein einher und mit positiven Erfahrungen.

    Ich hatte schon in den 90igern, mit Ende meiner Realschulzeit, mit Kraftsport usw. angefangen und habe das, mit Unterbrechungen durchgehalten, bis die Kinder kamen.

  6. „Der Incel-Begriff würde dann für die gelten, die sich in Hass hinein steigern …“

    Ich verstehe die meisten Kommentare oben im Haupt-Artikel überhaupt nicht. Aus meiner Sicht haben Incels nur zwei Probleme:

    a) Sie erkennen nicht, dass sie keine Ausnahme sind, sondern die Regel. Ist halt evolutionär so, dass die meisten Männchen leer ausgehen.

    b) Sie erkennen nicht, dass in ihrer Partnerlosigkeit eine ungeheure Chance liegt. Keinen Partner zu haben ist eben nicht nur frustrierend, sondern auch befreiend und erleichternd. Dagegen ist einen Partner zu haben, nicht nur euphorisch und ekstatisch, sondern auch belastend und bedrückend. Beides hat Vor- und Nachteile, und die Incels begreifen irgendwie nicht, dass ihre Situation eben auch die ungeheure Chance bietet, das Beste aus ihren Vorteilen zu machen. Da kann ich den Incels eigentlich nur sagen: beneidenswert.

    • „Sie erkennen nicht, dass sie keine Ausnahme sind, sondern die Regel. Ist halt evolutionär so, dass die meisten Männchen leer ausgehen.“

      In unserer Kultur normalerweise nicht.

      „b) Sie erkennen nicht, dass in ihrer Partnerlosigkeit eine ungeheure Chance liegt. Keinen Partner zu haben ist eben nicht nur frustrierend, sondern auch befreiend und erleichternd.“

      Wenn du das so empfindest, ich habe nie derart gefühlt, außer eine wirklich nervige Beziehung war vorbei, dann dachte ich vielleicht ein zwei Tage so, bis sich die Einsamkeit wie ein Vorschlaghammer meldete. Ich bin da allerdings, als chronischer Außenseiter mit überschaubarem Freundeskreis, vermutlich auch besonders anfällig für.

      „und die Incels begreifen irgendwie nicht, dass ihre Situation eben auch die ungeheure Chance bietet, das Beste aus ihren Vorteilen zu machen.“

      Man kann sich nicht über die Abwesenheit von etwas freuen, das man nie hatte. Das hat auch mit „Begreifen“ nichts zu tun, das läuft alles auf der emotional-triebhaften Schiene. Wäre es nicht so, wären wir längst ausgestorben.

      • „Man kann sich nicht über die Abwesenheit von etwas freuen, das man nie hatte.“

        Vorsicht: die Incels sollen sich nicht über die Abwesenheit einer weiblichen Partnerin freuen – sie sollen sich ihrer Vorteile bewusst werden, die aus einer solchen Abwesenheit resultieren und die real vorhanden sind, und sie sollen sich überlegen, wie sie diese vorhandenen Vorteile entwickeln, ausleben und auskosten können. Da würde ich schon einen Unterschied sehen zum Freuen über irgendwelche Abwesenheiten.

        • Ja, war übertrieben ausgedrückt. Hilft aber trotzdem nichts, wenn ich einsam war, hatte ich meist keinerlei Motivation zu irgendwas. Für wen denn all der Zirkus? Niemand der Erfolge mit einem teilt, das Leben fühlte sich komplett sinnlos an, eine end- und nutzlose Quälerei. Wie man halt drauf ist, wenn man Depressionen schiebt…

    • „Keinen Partner zu haben ist eben nicht nur frustrierend, sondern auch befreiend und erleichternd.“

      Sehr wahr. Ein Freund von mir steckt gerade in einer schweren Beziehungskrise. Seine Freundin kennt nach vielen Jahren genau seine Ängste und Trigger. Und er hat eben Angst vorm Alleinsein. Diese Angst ist aber ab einem gewissen Grad der Zerrüttung unberechtigt, trotzdem steckt sie in vielen Menschen. Wenn der Sex eine leidige Pflichtaufgabe geworden ist, der Alltag aus Gezänk und Rivalität besteht, ist Alleinsein entspannend, blutdrucksenkend und wirklich befreiend. Plötzlich leben Freundschaften wieder auf, Hobbies dürfen ausgelebt werden, die Männerhöhle wird zur Wohnung. Nach einiger Zeit fühlt man sich gar nicht mehr allein.

      Bei mir funktioniert das allerdings auch erst gut, seit mich meine Libido nicht mehr komplett beherrscht. Und vielleicht sind deswegen so viele Incels in diesem Alter, in dem die Drüse den Weg bestimmt – und ihnen im Grunde auch im Weg steht.

      • Alles richtig – aber auch hier wieder der Irrtum vieler Incels: „vielleicht sind deswegen so viele Incels in diesem Alter, in dem die Drüse den Weg bestimmt – und ihnen im Grunde auch im Weg steht.“

        Dasselbe Problem haben doch normale Männer in normalen Partnerschaften auch. Die sind dort doch genauso auf Entzug! Als Incel müsste man doch ein wenig realistisch sein: Wie wäre das, wenn ich als Incel eine feste Partnerin hätte? Na z. B. so, wie meine männlichen Kollegen, die eine feste Partnerin haben.

        Also nicht so, wie wenn George Clooney alle zwei Tage eine neue Traumfrau defloriert! Nee, so wie z. B. bei meinen Kollegen, oder bei den Kumpels im Verein. Und wie ist das bei denen? Bescheiden! Bescheiden ist es. Folglich wäre es bei mir wahrscheinlich auch so, wie bei meinen Kollegen oder Kumpels: auch bescheiden.

        Bescheiden heißt nicht: schlecht. Aber es heißt auch nicht: gut. Und da müsste ich als Incel halt überlegen: Ein bescheidenes Sex-Leben mit einer festen Partnerin hätte nicht nur Vorteile, sondern auch viele Nachteile. Diese Nachteile habe ich als Incel nicht, ich habe aber diverse Vorteile. Also versuche ich, aus meinen Vorteilen das Beste zu machen. Voila! Und schon bin ich ein Glückspilz.

        Mein Tipp wäre, Incels sollten ein wenig mehr nachdenken. Das Problem von Incels ist nicht, dass sie keine Partnerin haben oder kriegen – das Problem ist vielmehr, dass sie keine Traumfrau haben oder kriegen. Das letztere ist in der Tat ein sehr großes Problem: aber ein Problem, an dem die meisten Männer – auch die mit fester Partnerin – leiden.

    • Sie erkennen nicht, dass in ihrer Partnerlosigkeit eine ungeheure Chance liegt. Keinen Partner zu haben ist eben nicht nur frustrierend, sondern auch befreiend und erleichternd.

      Das sexuelle Verlangen ist eben nichts Rationales. Welcher Mann würde sich mit diesen gackernden Hennen abgeben, wenn es eine rein rationale Angelegenheit wäre?
      So, das war mein frauenfeindlicher Kommentar für heute.

    • Incels sind nicht die Mehrheit, das ist Unfug. Es stimmt, dass sich mehr Frauen als Männer fortpflanzen, aber nicht in so in extremem Maße.

      Keinen Partner haben zu können ist keine Chance, nur eine Reduktion der Wahlmöglichkeit. Denn jemand, der einen Partner haben kann, kann sich ebenso entscheiden, partnerlos zu leben, siehe MGTOW.

  7. „(…) da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld sind, aber Männer dafür verantwortlich machen: Dieser Selbsthass geht in der Regel mit Männerhass einher (…)“ Zwei Mal ein Wort vertauscht und Schwupps! passt die Definition wunderbar zu diversen Feministinnen…

  8. Offensichtliche Denunziationsversuch der Szene, gespickt mit mangelhaften Verständnis:
    Blackpill suggeriert lediglich Hoffnungslosigkeit.
    Das steht im direkten Widerspruch zur folgenden Aussage:
    „Man will aufzeigen, dass man ein Held, ein Messias, die reaktionäre Avantgarde ist, ein Soldat für eine in deren Augen richtige Welt.“
    Und dann bringt sie noch das: „feministisch-jüdische Gesellschaft“
    Keine weiteren Fragen -.-

    • Auch das ist natürlich reine Projektion, denn die den Incels zugeschriebene Haltung ist tatsächlich eine nahezu perfekte Beschreibung der intersektional feministischen Ideologie. Und der „Seitenhieb“ mit der feministisch-jüdischen Gesellschaft, um gleich mal wieder eine im Wesen nicht an eine politische Richtung, für sich selbst so gesehen eigentlich gar apolitische Gruppe in die Ecke der rechten Schmuddelkinder zu stellen, ist eigentlich ein komplettes Eigentor, denn ist es nicht gerade die feministische Verschwörungstheorie vom Patriarchat, welche frappierende Parallelen mit der nationalsozialistischen Verschwörungstheorie vom internationalen Finanzjudentum aufweist?

      Die klare Mehrheit der Incels dürfte mit den genannten Attributen nicht einmal annähernd treffend beschrieben sein. Unter den Incels dürfte die Gruppe introvertierter, schüchterner Männer klar die Mehrheit bilden. Und diese wohl nicht in geringem Maße schon längst von Depressionserkrankungen und Suizidgedanken belastet. Aber sich all diese jungen Männer einfach im eigenen kleinen – also wirklich seeeeeeeeeeehr kleinen – Köpfchen als verhinderte Herrenmenschen mit Messiaskomplex zu imaginieren, macht es doch gleich viel leichter und spaßiger, mit gerümpfter Nase wie ein Aristokrat auf den Pöbel auf sie herabzublicken und empathielos einzutreten.

      Was für ein widerlicher, verkommener Mensch muss man sein…

      • „… die den Incels zugeschriebene Haltung ist tatsächlich eine nahezu perfekte Beschreibung der intersektional feministischen Ideologie.“

        Ja, Projektion, es ist immer wieder Projektion im Feminismus.

  9. Sind Incels nicht womöglich die Geister, die sie riefen? Ehemals kleine geknechtete Jungs, groß- und breitgezogen von einer egoistisch-herrschsüchtigen Alleinerziehenden? Männer, die immer nur Ehrfurcht gegenüber Frauen zu erbringen hatten. Die ihren Sexualtrieb als etwas Schlimmes und Verwerfliches ansehen mussten und daher weder Flirten noch solide Anmache erprobt oder erlernt haben. Die Zuhause, im Kindergarten, in der Schule, in der Ganztagsbetreuung nur von Frauen umgeben waren, die ihre männlichen Attribute permanent unterdrückten und als einen bösen Makel darstellten. Die zu Weihnachten nur ein „I’m a feminist“-T-Shirt bekommen haben, das sie natürlich immer selbst waschen mussten – aber ausschließlich linksrum, gefälligst, sonst verblasst die Schrift.

    Wie könnten sich solche Jungen entwickeln? Frau Kracher, wo kommen diese Männer denn her? Wer hat die denn geformt? Wie macht das Patriarchat das?

    • „Sind Incels nicht womöglich die Geister, die sie riefen? Ehemals kleine geknechtete Jungs, groß- und breitgezogen von einer egoistisch-herrschsüchtigen Alleinerziehenden?“

      Sicher nicht nur. Bei mir war es eher umgedreht, ich hatte kein realistisches Bild von Frauen, weil ich keine näher kannte, nur meine Mutter. Später dann, Dank technischem Abi und Studium, fehlte einfach der Frauen-Kontakt im Alltag. Man weiß nicht wie die ticken und was sie wollen, und wenn man schonmal ausgeht und auf Partnerschau ist, steht man unter Erfolgszwang, wohl wissend, dass man die Wochen darauf wieder in ein tiefes Loch fallen wird, falls nichts klappt. Schwierig da rauszukommen, denn unter Druck und mit mangelndem Wissen und Einfühlungsvermögen geht normalerweise gar nichts.

      • „denn unter Druck und mit mangelndem Wissen und Einfühlungsvermögen geht normalerweise gar nichts.“

        Ja, vor allem nicht mit Selbstzweifeln oder Ängsten vor einem Korb. Und das meine ich ja. Jugendlichen wird eben nicht vermittelt, dass Männlichkeit etwas Positives, etwas Selbstverständliches ist. Dass es gut ist, wenn Jungs toben, raufen und Mädels hinterherpfeifen. Sondern sie werden an weiblichen Attributen gemessen und bewertet. Und damit kommen sie nicht zum Stich.

        Jugendliche müssen die weiblich-feministische Widersprüchlichkeit auflösen. Dass es schlimm ist, wenn sie einer Frau auf den Ausschnitt gucken und die dann einen #Aufschrei daraus dreht, aber wenige Minuten später wieder erotisiert davon phantasiert, von zwei aggressiven Arabern gegen ihren (geäußerten) Willen brutal von vorne und hinten gleichzeitig genommen zu werden.

        • Ja, sicher gibt es das auch. Eine unverkrampfte Männlichkeit bzw. eine lockerere Kultur, hätte mir sicher auch einiges leichter gemacht, ist aber eben auch nur eine Seite. Bei mir basierte die oft zu vorsichtige Vorgehensweise auf drei Ursachen:

          1) mediale Propaganda (Frauen wollen dies oder das, nur die Wahrheit war nie dabei)

          2) Angst vor Zurückweisung

          3) Unsicherheit bezüglich der Vorgehensweise (ich bin generell eher introvertiert, mir fehlt da die Leichtigkeit)

      • Androsch Kubi,

        ich habe zwei jüngere Schwestern, hatte also von früh an die volle Überdosis. Ich denke auch, sowas ist sehr hilfreich weil man quasi automatisch ein sehr robustes Frauenbild bekommt. Nur kann man sich das leider nicht aussuchen.

        Auf gesellschaftlicher Ebene fehlen vielleicht aufgrund der Dominanz von 1-Kind-Familien mit Trend zu Alleinerziehende mit einem Kind wirklich inzwischen die Fundamente…

        • Danke für die Bestätigung. Nur an der 1-Kind-Familie lag es bei mir nicht, ich habe 3 Brüder 🙂

          Aber du hast Recht, die gesellschaftliche Entwicklung dürfte die Situation ungünstig beeinflussen.

          Ich bin froh, dass mein Sohn eine Schwester hat, ich denke das erdet einen heranwachsenden Mann etwas und nimmt ihm den übertriebenen Respekt. Aber vermutlich könnte ich ihm die Realität auch besser darlegen, als mein Vater das konnte, der gleich seinen ersten Schwarm geheiratet hat.

        • „… Überdosis … Dominanz … Fundamente …“

          Deine Kommentare sind heute mal wieder viiiiiiiieel zu realistisch. Deprimiert mich total.

  10. „Sind Incels nicht womöglich die Geister, die sie riefen? Ehemals kleine geknechtete Jungs, groß- und breitgezogen von einer egoistisch-herrschsüchtigen Alleinerziehenden? “
    Ja, sind sie. Jungs, die ohne einen männlichen Vater aufgewachsen sind und die auch keinen Kontakt zu anderen, männlichen Jungs hatten. Eine Generation, die ihre Zeit vor Facebook anstatt auf dem Fußballplatz verbracht haben.

  11. Erschütternd wie sehr das Selbstwertgefühl dieser Männer vom Gefallen der Frauen abhängt.

    Wie können Männer sich emanzipieren wenn Sie ihre Existenzberechtigung davon abhängig machen ob sie schonmal Bekanntschaft mit einer Vagina machten?

    • „Erschütternd wie sehr das Selbstwertgefühl dieser Männer vom Gefallen der Frauen abhängt.“

      Das ist nicht erschütternd, sondern Biologie und ihre gnadenlosen Antriebsmechanismen.

      Man kann sich m.E. auch niemals wirklich vom anderen Geschlecht emanzipieren, es sei denn, man ist bereits erfolgreich (oder produziert keine nennenswerrte Mengen Testosteron mehr). Der ganze Geschlechterkampfunsinn ist kultureller Überbau, weil unsere angeborenen Instinkte nicht mehr wirklich zu unserer zivilisatorischen Realität passen wollen. Frauen und Männer sind nunmal dazu verdonnert in Hassliebe zueinder zu stehen. Machts ja irgendwie auch interessant 🙂

  12. ..eine regressive Reaktion auf den Feminismus

    Ähm – nein. Feminismus ist eine regressive Reaktion auf die Erosion der Zurichtung und Disziplinierung von Männlichkeit der 1950er.

    Die geschilderten (exrtem-)Fälle sind Menschen mit offenkundig schwersten psychischen Problemen. Anstatt zu überlegen, wie man diesen Menschen helfen könnte wird fleißig der männliche Sexdämon an die Wand gemalt – um jegliche Empathie möglichst auszuschalten.

    Die Autorin spricht von eigenen „Erfahrungen mit schweren Depressionen und Suizidalität“, um anschließend „wütend“ zu werden, „da sie durch ihre Ideologie gewissermaßen selbst an ihrem Leid Schuld sind, aber Frauen dafür verantwortlich machen“. Da frage ich mich, ob die Autorin nicht einfach nur in einen Spiegel blickt.

    • Ich verstehe Deine Frage nicht so ganz: Warum willst oder musst Du ihn dazu bringen, dass er etwas tut? Warum fragst Du nicht einfach, wie Du es schaffst, diesen Jungen zu küssen?

      Ich würde eine schöne Zeit mit ihm verbringen und dann würde ich ihn fragen, ob ich ihn mal küssen dürfe (man muss leider „dürfen“ formulieren, weil ja heute „consent“ über alles geht). Und dann halt gemäß seiner Antwort vorgehen.

      Ist nicht sehr romantisch – aber Romantik war gestern, heute ist 2020.

    • Wie vertraut seid ihr euch denn schon?

      Normalerweise bietet sich sowas zum Abschied, nach einem Date etc. an. Mach dabei ruhig den Anfang, wenn er erkennbar an dir interessiert ist, wird er das gerne aufnehmen.

      Je nach Alter und bisheriger Erfahrung wird er vielleicht bei manchen Aktionen übervorsichtig sein, bei sowas darfst du dann einspringen. Die wenigsten Männer nehmen es übel, wenn eine Frau den ersten Schritt bei etwas tut, im Gegenteil, es vereinfacht die Sache ungemein 🙂

    • Huch, hat sich da jemand in der Seite geirrt? https://www.bravo.de/dr-sommer 😉

      Aber mal ohne Scherz: Schwer, da eine allgemeinverbindliche Antwort drauf zu geben. Zunächst gehe ich mal davon aus, dass du einen Jungen meinst, zu dem du schon ein irgendwie enges Verhältnis hast. Solltest du nämlich wissen wollen, wie du einen Junge, der dich quasi nicht kennt, dazu bekommst dich zu küssen, fiele wohl niemandem hier etwas ein, was nicht irgendwie bestenfalls creepy oder schlechtestenfalls massiv übergriffig wäre… 😛

      Aus meiner männlichen Perspektive: ich würde entgegen Jochens Vorschlag von Fragereien absehen. Such dir einfach einen netten Moment, in dem ihr unter euch seid und versuche doch vielleicht gar nicht, ihn dazu zu bringen, dich zu küssen. Andere Menschen zu etwas zu bringen, ist für jeden, der nicht zufälligerweise Yoda, Kenobi, etc. heißt, recht schwierig zu bewerkstelligen. Vielleicht versuchst du einfach den Anfang zu machen; scheiß auf Konventionen! Halte Augenkontakt, beuge dich zu ihm herüber und nähere dich mit deinem Gesicht vorsichtig dem seinen. Wenn er nicht komplett auf dem Schlauch steht, sollte ihm dein Ansinnen spätestens in diesem Moment erkennbar werden und er wird entsprechend reagieren. Solltet ihr euch beide mögen, gehe ich zu 99 % davon aus, dass er auf deine Anbahnung eingehen wird. Wahrscheinlich ist er gar froh, dass du den Schritt machst, über dessen Ausführung er sich selbst schon seit Tagen den Kopf zerbrochen hat.

      Denn eines sollte nie vergessen werden: obwohl es für dich in diesem Moment auch nicht einfach ist, sich zu überwinden, so lastet auf Jungen, gerade in diesen Zeiten ein ungleich größerer Druck aufgrund eigentlich unvereinbarer sozialer Anforderungen an sie. Ganz konkret: zwar wird von ihnen, wie ja auch deine Frage intendiert, immer noch erwartet, jeden ersten Schritt zu machen, gleichzeitig bekommen sie aus feministisch dominierten Medienkampagnen in Endlosschleife eingehämmert, dass so ziemlich alles, was zu einem ersten Schritt dazugehört, irgendwie Pfui-Bäh wäre, wenn nicht gar gleich kriminell, so lange es von ihnen als Vertreter des männlichen Geschlechts ausgeht.

      Darum auch mal ein Appell an euch Mädchen: Zeigt den Jungs einfach, dass nur die wenigsten Mädchen und Frauen so vollkommen bescheuert sind wie besagte Feministinnen. Zeigt ihnen, dass ihr gerne Zeit mit ihnen verbringt, dass ihr gerne von ihnen berührt und geküsst werdet und – ja – dass Sex mit ihnen auch für euch etwas erstrebenswertes und lustvolles ist. Und macht ihnen klar, dass dabei nicht jede Fehleinschätzung einer Situation, jeder Tritt ins Fettnäpfchen für euch sofort eine Katastrophe darstellt, welche euch zeitlebens traumatisiert.

      Dies wäre eine Form von Emanzipation, welche meines Erachtens dem Verhältnis der Geschlechter tatsächlich mal weiterhelfen würde und so manchen Graben überbrücken könnte, den die „Geschlechterdebatten“ der letzten Jahre und Jahrzehnte in die Gesellschaft gerissen haben.

      Dir und dem Jungen, wer immer er sein mag, auf jeden Fall alles gute und eine spannende Zeit des gegenseitigen Vortastens und sich kennen Lernens. 🙂

      • PS: Apropos Dr. Sommer: https://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/sexualitaet/liebe-sex-und-unsicherheit-best-of-bravo-die-lustigsten-fragen-an-dr-sommer_id_4401120.html

        Am Ende des Textes erfährt man auch, warum es die BRAVO im Jahr 72 eines von zwei Malen auf den Index schaffte: Thematisierung von Masturbation. Die Begründung der Prüfstelle wohl im Wortlaut: „Die Geschlechtsreife allein berechtigt noch nicht zur Inbetriebnahme der Geschlechtsorgane.“ Herrlich! Deutschland in den frühen 70ern, als in einschlägigen Positionen noch Leute saßen, die, wie an dieser Formulierung erkennbar, ihre eigene sexuelle Sozialisation noch im Kaiserreich erfahren hatten. In jenen Zeiten musste man wahrscheinlich auch tatsächlich noch einen notariell beglaubigten, amtlichen Nachweis über die charakterliche Reife zum Betrieb der Geschlechtsorgane einholen. Und die damit verbundene Erlaubnis galt natürlich nur für den Betrieb der Geschlechtsorgane:
        1.) im Zuge eines Sexualaktes,
        2.) mit EINER anderen Person,
        3.) des in jedem Fall jeweils ANDEREN Geschlechts
        und 4.) mit dem erklärten Ziel der Reproduktion

        Toll auch das Resümee des ersten „Dr. Sommers“ kurz vor seinem Tod: an der Unkenntnis hat sich nicht viel geändert. Früher fragten Mädchen, ob sie vom Schlucken von Sperma schwanger werden könnten heute fragen sie „Wie viele Kalorien hat Sperma? Werde ich davon dick?“.

        Da ist man als fiese Type, die ich nun mal bin, doch geneigt zu antworten: „Kalorien dürften aufgrund der in der Regel geringen Menge aufgenommener „Nahrung“ vernachlässigbar sein. Und ob du davon dick werden kannst, das wiederum hängt erheblich davon ab, durch welche Körperöffnung du es aufnimmst…“

    • Wenn du Wert auf seinen „ersten Schritt“ legst:

      Sich zusammensetzen, etwas unterhalten, sich an ihn lehnen, und dein Gesicht ganz in die Nähe bringen.
      Dann sollte irgendwann der Wink mit dem Zaunpfahl groß genug sein.

      Leider muss das heute so extrem sein, weil vielen Jungs (vor allem Incels) beigebracht wird, ja nicht zu belästigen, und die Grenze schon bei leichten Berührungen liegt (siehe metoo).

  13. „Wobei ich es nicht so sehen würde, dass man als schlechter aussehender Mann keine Chancen hat.“
    Na ja, Frauen setzen ja auch die Prioritäten anders. Klar kannst du auch als Hässlon Frauen kriegen, aber das läuft dann eben eher durch Ausstrahlung, Verhalten, Status usw.

    „Genug Frauen sehen auch schlecht aus und suchen in ihrer Schönheitsklasse.“
    Definiere „genug“? Menschen senken sicherlich ihre Ansprüche, wenn es nötig ist, aber ich sehe bei Frauen schon ein größeres Anspruchsverhalten, welches auch durch die modernen Möglichkeiten befördert wird. Früher hat die Lieselotte den Fred genommen, weil der halt im Dorf noch übrig war und Lieselotte sonst gar keinen gekriegt hätte. Heute können Frauen dank Apps immer noch drauf hoffen, dass da doch noch ein besserer Typ nur einen Wisch auf dem Touchscreen entfernt ist. Und die Statistiken bei Dating-Plattformen sprechen da auch eine deutliche Sprache. Die meisten Kerle haben da keine Chance – und das liegt sicher nicht in jedem Fall daran, dass sie sich zu trottelig oder plump präsentieren.

    Man muss auch so ehrlich sein und sagen, dass diese „Wenn du nur A, B und C tun würdest, dann würdest du auch eine Frau kriegen“-Belehrungen auch falsche Erwartungen wecken. Nein, auch wenn du A, B und C machst, kann niemand garantieren, dass eine Frau auf dich stehen wird, und man wird es dir im Gegenteil sogar übelnehmen, wenn du diese Erwartung hast. Zudem sind A, B und C eben oft auch in den Kategorien „offensichtlich“, „beleidigend“ oder „kaum umzusetzen“ einzuordnen. Bei Weitem nicht jeder, der keine Partnerin findet, hat Defizite bei der Körperhygiene oder läuft nur in Lumpen rum, aber man kann drauf wetten, dass das der allererste Ratschlag ist. Persönlichkeitsmerkmale etwa lassen sich auch nicht ändern: Wer zum Beispiel wegen höherem Neurotizismus unmännlicher und somit unattraktiver wirkt, der kann nicht viel dran machen. Da sollte man ehrlich sagen: „Ja, vielleicht klappt’s auch einfach nicht, das ist nicht schön, aber nicht unbedingt eine Unzulänglichkeit deiner Person.“

  14. In GB gibt es ein ähnliches Buch von Laura Bates. Der Youtuber the glass Blind spot hat sich die Mühe gemacht zu untersuchen, was an ihren „Erkenntnissen“ dran ist, hier ein paar Videos:

    Spannend wäre zu schauen, ob Frau Kracher irgendetwas von ihren Behauptungen eigentlich selbst recherchiert hat, oder ob alles (oder ein Teil) abgeschrieben ist.

  15. Pingback: Die gemeinen Verführer*innen – apokolokynthose

  16. Wenn man sich den derzeitigen Partnermarkt einmal anschaut, macht man es sich ein bisschen zu einfach, zu behaupten, Incels würden einfach nur Sündenböcke suchen und mit etwas Arbeit an einem selbst wäre alles gut.
    Ich habe mich in meinem Beitrag zu Incels einmal ausfürlich damit beschäftigt:
    https://dekadenzkritik.wordpress.com/2020/12/23/incels-uber-keinen-sex-in-modernen-gesellschaften/

    Finde auch den MGTOWs wird hier Unrecht getan.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.