Was fordern die Jusos zum Thema Abtreibung?

Klingt für mich alles etwas nach: Wir wollen nicht recht zugeben, dass wir bewusst keine Grenze wollen, weil „Die Frau entscheidet was mit ihrem Bauch passiert“ feministisch so richtig klingt. Aus politischen Gründen schränken wir das aber etwas ein, etwa weil Ärzteverbände ja ethnische Grenzen abstimmen könnten.

Vergleiche auch:

55 Gedanken zu “Was fordern die Jusos zum Thema Abtreibung?

  1. Interessant. Kann ich dann meine Ex 50 Jahre nach der Geburt auch noch straffrei abtreiben? Das hat was…..ist nicht mein Ding, aber wenn es legal wird, dann denke ich darüber nach….

    Wäre doch auch was für ungewollte Väter. Spätabtreibung nach der Geburt. Gab es glaub ich bei diversen Naturvölkern….

  2. Dann wäre folgender Kuhhandel legal:
    Im Schwangersschaftskonfliktgesetz werden Paragraphen eingefügt, die juristisch das Gleiche aussagen wie die §§ 218ff StGB.
    Gleichzeitig wird z. B. §218 StGB ersatzlos aus dem StGB gestrichen…

    • Ob etwas im StGB steht oder im BGB, ist mehr als nur eine Formalie.
      Im BGB können nicht die selben DInge geregelt werden wie im StGB, und die Frage, ob etwas ins eine oder andere Gesetzbuch gehört, ist eine grundsätzliche, nicht nur eine formelle.
      Im StGB werden (schwerwiegende) Vergehen sanktioniert (bestraft).

      Im BGB wird grundsätzlich nicht „gestraft“, sondern geregelt. Wenn im BGB etwas steht, das dennoch wie eine „sanktion“ klingt, so handelt es sich i.d.R. um eine Regelung, wer bei einem aufgetretenen Schlammassel für entstandenen Schaden einstehen muss, aber nicht um Strafen.

      Abzugrenzen ist beides vom öffentlichen Recht, zu dem das Verwaltungsrecht gehört, in dem es aber z.B. im Gesetz über Ordnungswiedrigkeiten durchaus sanktionsmöglichkeiten in Form von Geldbußen gibt.

      Das BGB straft nicht, es regelt nur.

      Gesetze im StGB haben die Form:
      „Wer dies oder jenes verbrochen hat, wird mit (haftstrafe oder) Geldstrafe bestraft.“
      Im weiteren werden genauere Umstände, verschärfungen oder auch Ausnahmen geregelt.
      Aber Ziel ist immer, eine Strafnorm für ein möglichst genau zu erfassendes Vergehen zu deklarieren. Daher der Name Strafrecht.
      Außerdem kann man durch ein Vergehen gemäß StGB, und zwar NUR durch ein vergehen gemäß Strafgesetzgebung als Vorbestraft gelten.

      Gesetze im BGB haben diese Form grundsätzlich nicht. Dort steht etwas der (sehr allgemeinen) Form: „Wenn ein bestimmter Umstand eintritt oder gegeben ist, dann hat ein betroffener folgende Rechte/verpflichtungen/hat dieses oder jenes zu tun oder zu unterlassen.
      Bei Verletzung dieser Rechte/Pflichten oder Unterlasung der Vorgabe ist nach (Gesetz) xy zu verfahren.“
      Woraus sich i.d.r. weitere Regelungen ergeben.

      Verstöße gegen normen des BGB lösen Grundsätzlich keine Strafen aus und führen nicht zu strafprozessen.
      Erst hartnäckige fortgesetzte verweigerung ermöglicht dem gesetzgeber oder einem Verfahrensgegner, bei weiter anhaltender Verweigerung ein strafbewehrtes Mittel geltend zu machen. Das muss aber zuerst beantragt, der Kontrahend darüber informiert werden, und erst bei übertretung dieses Strafbewehrten Mittels kann das verfahren einen übergang in einen Strafprozess erfahren.

      Insofern kann ich durchaus verstehen, warum man sich heftig darüber streiten kann, ob eine bestimmte Rechtsverletzung ins BGB oder ins StGB gehört; Warum sind die meisten Verkehrsdelikte, die man so mit Autos begehen kann, (falschparken, Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit) nur Ordnungswiedrigkeitn, „Schwarzfahren“ mit der Straßenbahn“ (im Juristendeutsch „Leistungserschleichung“) aber eine Straftat, die zu einer Vorstrafe führen kann?
      Natürlich hat das auch etwas mit Rechtssicherheit zu tun, ob man sich nur mit dem BGB anlegt oder mit dem StGB. Natürlich kann man im StGB Fristen regeln, wie lange abtreibungen zulässig sind, ohne das Strafrecht dafür zu brauchen, und deshalb ist das dann eben nicht mehr das selbe.

      Meine eigenen Bedenken zu den tweets formuliere ich weiter unten noch mal.

    • Das liegt daran, dass die Gesellschaft selber für geistig auf dem Stand von 3-Jährigen hält und kein Mensch würde auf die Idee kommen, von 3-Jährigen soetwas wie Eigenverantwortung für eigenes Handeln zu fordern.

      • Da fehlt in meinem Satz „Frauen“, also dass die Gesellschaft Frauen und 3-Jährige für ungefähr ähnlich tauglich hält, Eigenverantwortung übernehmen zu können.

  3. Die Botschaft hör ich wohl…

    Das Anliegen, Abtreibungsrecht aus dem StGB raushaben und in eine nicht-strafrecht reinhaebn zu wolebm kannn ich grundsätzlich nachvollziehen;
    Die Diskussion des berühmten Videos mit Sabrina hatte aber erkenbar genau nicht diesen Tenor. Dort ging es definitv um das Recht der Frau auf Abtreibung bis zum Schluss, und dieses Recht wurde von Sabrina eingefordert.

    Wenn „die Jusos“ das eigentlich ganz anders sehen und gemeint haebn wolen, dann frage ich mich, wo die interne Kritik an dem Redebeitrag von Sabrina (und dann sogar an den beiden Vorrednerinnen im Video, die den diskutierten Sachverhalt ebenfals falsch dargestelt hatten und einen Strohmann aufgestelt haben). bleibt, die in derart Vebandsschädigender Weise die Ziele der Jusos zur Unkentlichkeit entstellt und verdreht hat.

    Eine solche interne Kritik scheint nicht zu existieren. Ihr fehlen spricht Bände.

        • Ok, jetzt kann ich auch die Diskussion einordnen.

          Wenn sich die Jusos mit dem Antrag in der SPD durchsetzen, dann wird die Partei bei der nächsten Wahl sich sorgen müssen, die 5-Prozent-Hürde nicht zu reißen.

          Fassen wir mal zusammen, was Sabrina fordert.
          Ein Ungeborenes ist meines Wissens nach ab etwa dem 7. Schwangerschaftsmonat grundsätzlich auch außerhalb des Mutterleibs lebensfähig, im 9. Monat in jedem Fall.
          Soweit ich informiert bin, bedeutet Abtreibung, dass der Fötus (chemisch?) abgetötet und danach von der Gebärmutter abgestoßen wird.
          Stellen wir uns jetzt eine feminismusverwirrte werdende Mutter vor, die mit Entsetzen im 9. Monat erfährt, dass sie einen Jungen austrägt. Nach dem Willen der Jusos soll sie befugt sein, das in ihrem Körper befindliche gesunde Kind abtöten zu lassen, wenn die Ärzte sie nicht überzeugen können, das KInd zumindest per Kaiserschnitt zur Welt zu bringen und zur Adoption freizugeben.

          Es fällt mir schwer, das nicht als Mord zu bezeichnen.

          Und es fällt mir ehrlicherweise schwer zu glauben, dass sich ein Arzt findet, der diesen Wahnsinn mitmacht.

          • „Es fällt mir schwer, das nicht als Mord zu bezeichnen.“

            In einer Welt mit manigfaltigen Verhütungsmitteln fällt es mir schwer zu glauben, man könne dies als Mord bezeichnen, und den Vorsatz dabei vergessen.

          • Scheiße …
            Mich selber entgendert, Vielfalt ist natürlich mannigfaltig, haben ja Männer erfunden, den ganzen Kram.

  4. Man muss halt bei den Jusos sie schon früh darin üben, rumzuwieseln, damit man später bei der SPD die Kompetenz hat, Abwanderungen eines signifikanten Teils seiner Wähler als tatsächlichen Sieg hinzudeuten.

  5. Ich glaube, die neuen Paragrafen lauten sinngemäß so:

    §1. Männer sollen ihre Fresse halten, wenn es um die Entscheidung einer Frau geht, die ihren Körper betrifft. Dazu gehört das Töten, als auch das Nichttöten ihres Kindes im Mutterleib.

    §2. Männer sollen ihre Fresse halten, wenn das Kind auf Veranlassung der Mutter getötet wird, d.h., er winselt nicht rum und bejammert nicht den Verlust seines Kindes.

    §3. Männer sollen ihre Fresse halten, wenn das Kind nicht getötet wird,d.h., er winselt nicht rum und bejammert nicht den Verlust seines Geldes infolge der Unterhaltszahlungen.

    Ich denke, das wird ungefähr der (nicht öffentliche) Wortlaut gewesen sein im inner circle der Jusos, der diesen Beschluss vorangetrieben hat.

  6. Mein Eindruck dieses einen Vortags war durchaus, dass es darum geht, die Grenzen abzuschaffen. Und nicht darum zu klären, in welchem Gesetz die Schwangerschaftsabbrüche nun geregelt werden sollen.

    • Das könnte daran liegen dass solche Dinge wie verschiedene Gesetzbücher, deren Unterschiede und die Gründe dafür warum ein Gesetz in dem einen buch und nicht in dem anderen anderen Buch geregelt ist, die Intellektuellen Fähigkeiten der Damen übersteigt…

    • Ja, dies sehe ich ebenfalls so.

      Wenn eine Abtreibung zu keinem Zeitpunkt strafbewehrt ist, bedeutet dies somit, dass zu keinem Zeitpunkt ein schützenswertes Leben existiert, dessen Beendigung strafbewehrt ist.

      Sabrina hat ihre Güterabwägung dementsprechend auch dahingehend getroffen, dass für sie von vorneherein keine zwei Rechtsgüter existieren. (Sie benutzte eigentlich einen Zirkelschluss).

      Vor diesem Hintergrund ist der Veweis auf eine Neuregelung nur politische Besänftigung.

      Die juristische Folgefrage, was mit aus dem Körper der Frau „entfernten“ potentiellen Rechtsträgern passieren soll, muss auch Teil der Debatte sein, denn wenn es medizinisch möglich ist, Babies ab KW xy zu retten, könnte die Ärztin sich ggf. strafbar machen, wenn sie nicht hilft.

      Auch eine juristische Folgefrage ist eine im Raum stehende Verpflichtung als Frauenärztin, solche Abtreibungen durchführen zu müssen.

      Wer gibt denen eine Stimme, die keine Stimme haben? Die Jusos jedenfalls nicht!

  7. Was sie da macht: Die Weigerung, eine rechtsnorm in Form einer Frist zu setzen im Vertrauen darauf, dass schon niemand das ausnutzen und die nicht-gesetzte Frist ausreizen, zeugt von einem ganz sonderbaren Rechtsverständnis.
    Der einzige Grund, das so haben zu wollen, darf nur darin liegen, dass man diese Bandbreite an Entscheidungsfreiheit auch wirklich zur Verfügung stellen will – was sie „irgendwie“ zu verneinen versucht.
    Man braucht das nicht mal mit Mord oder diebstahl zu vergleichen („Eine Regelung nach StGB braucht es nicht, wenn andere Gesetze außerhalb des StGBs, [….] reichen“ ; Dann noch irgendwas mit „Ethik“….)

    Es braucht nicht mal den Blick auf ganz normale Betrugsdelikte, Vorteilsnahme,was eben so im StGB geregelt wird (StGB vs BGB siehe beitrag weiter oben)
    Nein, da reicht wirklich der Blick auf den Regelungsumfang und Regelungsbedarf des BGB, wie es bereits ist:
    Vertragsbrüchigkeiten und unschärfen bedürfen einer klärung und Regelung, und wenn diese nicht vorhanden sind, dann gibt es Menschen beliebiger Seiten eines möglichen Konflikts, die die Grenzen bis zum Anschlag der nächsten gültigen Grenze auch ausnutzen werden. Im Vorliegenden Fall würde das heißen: Bis kurz vor der Geburt.

    Dass „in Russland“ „die meisten“ abtreibungen deutlich früher vorgenommen werden, steht dazu nicht in wiederspruc; Man kann durchaus wollen (und ich würde das wolen), dass man es ab einer festgelegten Grenze auch nicht mehr darf, es demzufolge einen ärztlichen Kunstfehler bzw. Normverstoß darstellen würde, wenn ein Arzt dagegen verstößt, was dann zwar keine Straftat darstellen, aber dennoch berufsrechtliche Konsequenzen haben könnte.

    All das wollen die Jusos aber nicht.
    Zu erklären ist das letztlich nur, wenn die Jusos (oder zumindest genügend stimmfähige Teile davon) eben doch genau diese Möglichkeit „bis unmittelbar kurz vor der Geburt“ genau so haben wollen.

    Wenn ihnen das nicht im Grunde so wichtig wäre, würden sie wegen dieser „kleinigkeit“ nicht die Diskreditierung des gesamten beschlusses dazu riskieren – denn genau das geschieht ja.

    Spätestens jetzt wäre es an der Zeit, diesen Verzicht auf eine Frist nicht weiter zu beschönigen, sondern sich so klar wie möglich von dieser verweigerung jeder Fristsetzung wieder zu distanzieren. Es geschieht aber nicht. Weil es genau das ist, was eigentlich (für viele) das Ziel ist.

    • Meine Vermutung: Du argumentierst auf der falschen Ebene, nämlich der des Sachverstands.

      Mein Eindruck von dieser Art von Vorschlägen von dieser Art von Linken ist, dass deren Denkmodell grundsätzlich auf einem BestCase aufsetzt. Gesetzt ist: „Ich bin gut“ und „Ich würde niemals schlechte oder verantwortungslose Sachen tun“ und „Wie müsste die Welt sein, dass sie für jemanden wie mich (=gut) gut funktioniert.“

      Alle Verschärfungen zum Sexualstrafrecht werden doch aus der gleichen Richtung argumentiert: „ICH würde niemals eine Falschbeschuldigung erheben“ und „Frauen sind wie ich oder sie sind keine echten™ Frauen“ und daher „Falschbeschuldigungen sind so selten, die kann man ignorieren“.

      In diesem Fall also „Ich würde niemals eine verantwortungslose Abtreibung vornehmen lassen. Aber man weiß ja nie, vielleicht gerate ich ja mal in eine Situation, in der eine Abtreibung im 9. Monat die einzig verantwortungsvolle Option ist, also muss das Tor offen bleiben. Ich will nicht unschuldig bestraft werden, denn es ist nicht (siehe oben) denkbar, dass ich Schuld bin, egal, was ich tue, denn ich bin gut und verantwortungsvoll und hab immer voll nachvollziehbare Gründe, die mein Handeln zum einzig Möglichen machen, und vernünftige Leute würden das sofort einsehen.“

      • Interessant, finde ich recht aufschlußreich.
        Man könnte auch noch weiter gehen konstatieren, dass das Denkmodell nicht nur grundsätzlich auf dem best case basiert, sondern dass diese narzisstischen Wirrköpfe ein grundsätzliches Problem damit haben die Tatsache dass ihr eigener Bauchnabel nicht Mittelpunkt des Universums ist, anzuerkennen.

        Eine kluge Psychologin, ich weiß leider nicht mehr wer, hat folgendes gesagt: Das ganze Brimborium um die „soft skills“ krankt an einer grunsätzlichen Einseitigkeit. Es geht immer nur um Empathie, Vertständnis, gut Zuhören können, Einfühlungsvermögen etc. Der andere Teil der soft skills, den sie mit „Machtkompetenz“ umschrieben hat, wird dagegen nicht nur ausgeklammert, sondern geradezu verteufelt, denn wir wissen ja: Macht ist grundsätzlich böse (und natürlich männlich).
        Dabei wäre es genau die Machtkompetenz, die es ermöglicht in einer Situation wo all die schönen soft skills versagen (d.h. in einer Welt in der es mehr gibt als den best case), eine vernünftige Lösung zu finden.
        Wohin diese Einseitigkeit führ kann man an Sabrina sehen: Als Mitglied bzw Sprecherin bei den Jusos hat sie eine gewisse Macht, aber leider genau null komma null Machtkompetenz. Traurig.

        • „Wohin diese Einseitigkeit führ kann man an Sabrina sehen: Als Mitglied bzw Sprecherin bei den Jusos hat sie eine gewisse Macht, aber leider genau null komma null Machtkompetenz. Traurig.“

          Wäre nur richtig, wenn „Sabrina“ in Sachen Empathie, Einfühlungsvermögen etc. gewisse mindestqualitäten ausgebildet hätte. Ich empfinde allerdings ihre Machtkompetenz (Leute hinter sich zu bringen und ihr zuzujohlen, egal welchen $(#€/$$ sie von sich gibt, gehört mMn dazu) erheblich ausgeprägter als ihre Empathiefähigkeit oder Einfühlungsvermögen.

          • Naja, eine gewisses Mindestmaß an Empathie, Einfühlungsvermögen etc hat sie ja. Das sich dieses Einfühlungsvermögen mit Tunnelblick nur auf eine ganz bestimmte Gruppe richtet – geschenkt.

            Ihre „Machtkompetenz“ hingegen ist m.M.n. selbst im allerbesten Fall eine absurde Perversion dessen, was ich mit dem Wort Machtkompetenz ausdrücken wollte: Nämlich wie man in einer Konfliktsituation, in der die Werkzeuge der Empathie, einfühlsames Zuhören usw. allesamt ausprobiert wurden und versagt haben, trotzdem zu einer gedeihlichen Lösung findet.

          • „Ich empfinde allerdings ihre Machtkompetenz (Leute hinter sich zu bringen und ihr zuzujohlen, egal welchen $(#€/$$ sie von sich gibt, gehört mMn dazu) erheblich ausgeprägter als ihre Empathiefähigkeit oder Einfühlungsvermögen.“

            Damit reiht sie sich aber dennoch nur ein in solche Vorbilder wie Heinrich Himmler, der das Vergasen von Juden als zwar schwer erträglich, aber unvermeidlich bezeichnete und den Mördern Mut zusprach.

          • „reiht sie sich aber dennoch nur ein“
            Den Begriff der Kompetenz sehe ich da auch erstmal als wertfreien Skalenwert.
            Auch eine soziale Kompetenz kann missbraucht werden, um Leute zu manipulieren – geschieht ständig. Eine Kompetenz ist es aber dennoch.

            Machtkompetenz bedeutet nicht, eine Macht positiv im Sinne eines bestimmten Beobachter einzusetzen, sondern Macht effektiv einzusetzen, und zwar zu aller erst im Sinne des Machtausübenden. Also die Macht benutzen zu können, Leute dazu zu bringen, im Sinne des Machtausübenden zu agieren.
            Und wie man am Beifall schon zu Beginn, während und nach ihrer Ansprache ablesen kann, scheint sie da über Kompetenzen zu verfügen.

      • „Meine Vermutung: Du argumentierst auf der falschen Ebene, nämlich der des Sachverstands.“

        Was glaubst du, an wen sich meine Argumentation richtet, wenn du implizierst, dass sie „auf der falschen Ebene“ geschehe?
        Meine Vermutung:
        Du glaubst sogar hier noch, ich würde „irgendwie“ mit Sabrina argumentieren, obwohl sie hier nicht mal selbst mitliest, geschweige denn mitschreibt.
        Wie, bitte schön, glaubst du, dass meine Zeilen hier Sabrina oder die Jusos überhaupt erreichen sollen?

        Wenn es darum geht, Meinungsbildend über den Beschluss der Jusos zu argumentieren: Glaubst Du, dass ich da auf „der falschen Ebene“ argumentiere? Glaubst du, dass man das nicht auf der Ebene des „Sachverstandes“ tun sollte, weil es eh keinen Sinn hat? (wem gegenüber keinen Sinn hat? Glaubst du, dass Leute, die dem kritisch gegenüberstehen, zu doof für die Ebene des „Sachverstandes“ sind?)

        • Natürlich _kann_ man auf einen Gish-Gallopp reagieren, indem man jeden einzelnen Unsinn als solchen entlarvt und dabei sehr viel mehr Aufwand betreibt als derjenige, der den Unsinn verzapft.

          Oder man schält die Argumentationsstrukturen raus, die immer die selben sind.

          Meinen Respekt, dass du die Argumentationskugel jeden Tag auf den immer ein wenig höheren Berg schieben magst, hast du.
          Nacheifern werde dem ich nicht.

          • „Nacheifern werde dem ich nicht.“

            Brauchst du auch nicht.
            Ich wäre vollkommen zufrieden, wenn nicht auch noch ständig die Berechtigung solcher Argumentation in Frage gestellt würde. (Heute „falsche Ebene des Sachverstandes“, sonst meist das standard-nicht-argument „verstehen die doch eh nicht, weil alle zu blöd“, etc.)
            Vielleicht hast du mich da auch grad auf dem falschen Fuß erwischt, aber dieses ständige Gemecker, sobald man versucht halbwegs solide zu argumentieren, geht einem irgendwann auch mal auf den Senkel, und bei mir ist das grad so weit.

  8. Wenn die Jusos sich so sicher sind was sie da beschlossen haben können sie sicherlich die Anträge im Wortlaut – ohne sensible Daten wie Antragssteller etc. – online stellen.

    Die Rechtslage zum Thema Abtreibungen ist durch Urteile des BVerfG umzäunt, faktisch viel deregulieren lässt sich da eh nicht, aber für Symbolpolitik reicht es natürlich.

      • Und was fordern sie nun genau? Es scheint da unterschiedliche Anträge gegeben zu haben, von „Im Ergebnis praktisch wie bisher, nur außerhalb des StGB geregelt“ bis „generelles Abbruchsrecht ohne jede Fristenlösung“. Weiß jemand, was konkret beschlossen wurde?

      • Danke für die Quelle, wenn die Anträge bzw. Beschlüsse online sind, was gibt es dann noch zu Twittern?

        Den beschlossenen G1 habe ich gelesen. Nicht nur das eine Reihe unbelegter Behauptungen drin steht, geraten die Jusos als traditionell staatstragende Organisation auch mit der Rechtsprechung des BVerfG in Konflikt. Ganz nebenbei wird mit der geforderten Abschaffung von §219ff der Handel mit Anleitung und Gerätschaften zur Abtreibung für jeden legal, toll…

        Eine Aussage zur Wochengrenze umschifft man elegant im Antrag G1, indem man einfach keine macht aber die bisherigen Paragraphen neu fassen will. In den Tweet oben heißt es dann, dass das die Ärzte entscheiden sollen.

        (meine eigene Meinung zur Abtreibung bleibt hier außen vor und hat erst mal nicht mit den getätigten Aussagen zu tun)

  9. Was sagen die Jusos oder „Linke“ allgemein eigentlich zur Genetik?

    Sie müssten genetischen Experimenten doch total aufgeschlossen gegenüberstehen (also, diejenigen, die wie hier legale Tötungen von Ungeborenen „aus sozialen Gründen“ fordern.

    Nein, diese bigotten Menschenhasser sind nur deshalb völlig konsistent, weil beides auf eine Schwächung und Verkrüppelung des menschenlichen Potentials hinausläuft. Ihre Heldenrolle besteht im Katalysieren dieses menschlichen Scheiterns (als ökologische Apokalypse etwa).

    Links ist das schon lange nicht mehr, wenn es das je gewesen ist. Sowas ist immer Rechts gewesen.

  10. „Abtreibung soll nicht mehr im Strafgesetzbuch“

    Ihr wollt doch auch, dass Mord legalisiert wird. Darauf hin hat sich die Auslegung des Gesetzes mit einer besonderen Milde gegenüber Tätern hingearbeitet. Zyniker sagen dann Rechtsstaat.

    Und auf der anderen Seiten den antisemitischen tödlichen Terrorismus verharmlosen, mainstreamen und per Zensur der Medien aggressiv vorantreiben. Auch ein Herzensanliegen der progressiven Sozialen Gerechtigkeit.

    • „dass auch eine Abtreibung in der 3. Woche straffrei ist.“

      Hier wird ja ganz klar mit Legalismus-Blendgranate beschönigt, dass es um Legalisierung von Abtreibung bis zur Geburt (und vermutlich drüber hinaus, das können nur Frauen und Ärzte wissen) geht.

      Das ist feige und hintenrum.

  11. hm, ich glaub, ich werde mittlerweile zum Anhänger der Abtreibung und darüber hinaus:
    wenn jemand zu doof für die Anwendung von Verhütungsmitteln ist, dann ist er/sie auch zu doof, ein Kind zu erziehen. Und dann sollte Abtreibung für solche Leute legal sein, und diese dann auch gleich im Zuge der Abtreibung mit sterilisiert werden ( je nachdem der „Vater“ am Besten auch gleich mit, wenn er die Abtreibung befürwortet …)
    😉

  12. Es ist halt das alte feministische Prinzip: „Mein Bauch gehört mir“. Und wenn mich etwas darin stört, dann mache ich es weg, ähnlich wie etwa ein Geschwür. Dass da in ihrem Bauch ein neues Subjekt mit eigenen Interessen entsteht, die sich evtl. auch von den Interessen der Mutter unterscheiden können, gerät völlig aus dem Blick, bzw. es wird auf die ethische Gutartigkeit der Frauen verwiesen, die niemals so was tun würden.

    Es geht also mehr ums Prinzip; die Freiheit des Subjekts darf nicht eingeschränkt werden, weder dadurch, dass in seinem Bauch ein neuer Mensch heranwächst, noch dadurch, dass es arbeiten muss um leben zu können, noch dadurch, dass andere evtl. manche Sachen besser können als man selber.

    Es ist halt die übliche Weigerung erwachsen zu werden, die den Feminismus heute charakterisiert.

  13. Man will der Diskussion aus dem Wege gehen, welche Abtreibungsgründe man für legitim hält.
    Und ja, bei dieser Diskussion dürfen auch schwule Politiker mitmachen, die gelernte Physiklehrer sind, und weder theoretisch noch praktisch mit dem Thema zu tun haben.
    Warum? Weil wir erstens eine Demokratie sind, und außerdem, weil es vllt. in ein paar Jahren eine deutlich bessere pränatale Diagnostik gibt. Vllt. ist unsere Gesellschaft dann soweit, dass Schwule nicht abgetrieben werden, aber vllt. will dann dafür niemand mehr einen Lehrer als Kind…

  14. Man will der Diskussion aus dem Wege gehen, welche Abtreibungsgründe man für legitim hält.
    Und ja, bei dieser Diskussion dürfen auch schwule Politiker mitmachen, die gelernte Physiklehrer sind, und weder theoretisch noch praktisch mit dem Thema zu tun haben.
    Warum? Weil wir erstens eine Demokratie sind, und außerdem, weil es vllt. in ein paar Jahren eine deutlich bessere pränatale Diagnostik gibt. Vllt. ist unsere Gesellschaft dann soweit, dass Schwule nicht abgetrieben werden, aber vllt. will dann dafür niemand mehr einen Lehrer als Kind…

  15. Etwas OT: Bei der Buko der Jusos ist u.a. offiziell beschlossen worden, in allen öffentlichen und internen Schriften das Gendersternchen zu verwenden.

    Klicke, um auf g16_gendergerechte-sprache.pdf zuzugreifen

    Generell sind die im oben von Tsagualsa verlinkten Antragsbuch dargestellten Anträge der Jusos von beeindruckender Realitätsnähe geprägt. Ich bin mir sicher, dass neben Kevin Kühnert demnächst noch viele Hoffnungsträger aus den Jusos hervorgehen, die die SPD zu alter Größe führen werden…

  16. Es wird gefordert, dass eine Grenze weder strafrechtlich geregelt ist, noch von Fachfremden Laien gestellt wird.

    Gerade die Frage nach der Grenze der Zulässigkeit ist eine, die auch von Laien beantwortet werden kann. Solche moralischen Fragen setzen gerade keine fachliche Expertise voraus. Was Moral anbelangt, hat kein Fachmann gegenüber Laien einen Kompetenzvorsprung. Es gibt hier auch keine „objektiv richtige“ Grenze. Kein Experte kann seriös entscheiden, was moralisch richtig und was falsch ist.

    Es ist und bleibt eine gesellschaftliche Frage. Da helfen auch Ethikkommissionen nichts (auf die sie in einem anderen Tweet verweist).

  17. Das Problem, das man im Endeffekt lösen muss, um eine akzeptable Abtreibungsgesetzgebung zu erreichen, lautet: Ab wann ist der heranwachsende Embryo ein Mensch? Eine befruchtete Zygote ist kein Mensch — mangels Nervensystem. Alles, was uns als Menschen ausmacht — Gedanken, Gefühle, Bewusstsein, Erinnerungen — ist in irgendeiner Form im Nervensystem kodiert, man kann etwas überspitzt sagen: Wir *sind* Nervensysteme. Es gilt, zu entscheiden, ab wann das entstehende Nervensystem über hinreichend Komplexität und Funktionalität verfügt, um wahrnehmungsfähig zu sein. Hier sind Neurobiologen, Neuropsychologen und Philosophen gefragt. Da noch nahezu gänzlich unbekannt ist, auf welche Weise im Gehirn das Bewusstsein „erzeugt“ wird, ist wahrscheinlich noch massiv Forschungsarbeit nötig, um in dieser Frage entscheiden zu können.

    • Nöh! Individualrechte sind KEINE Bewußtseins- o. Wahrnehmungsrechte!
      Und ein Indivividuum liegt ( laut Biologen ) dann vor, wenn eine individuelle Entwicklung vorhanden ist, also grundsätzlich ab Fusion von Ovum und Spermium.
      Somit kann man sagen, daß die akute Regelung schon ein faulstmöglicher Kompromiß ist.

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