Sind Gender Studies unwissenschaftlich?

Die Gender Studies Professorin Katja Sabisch wehrt Kritik an den Gender Studies ab: (in Bezug auf diesen Artikel in der Süddeutschen)

Dabei stellt sie durchaus gute Fragen:

Dabei bleibt aber eine grundsätzliche Frage offen: Wenn Gender-Forschung unwissenschaftlich ist, warum ist sie dann an deutschen Universitäten etabliert? Gibt es etwa ein Leck in der Qualitätskontrolle? Drückt die DFG bei der Gender-Forschung ein Auge zu? Sind die Berufungsstandards bei Professuren mit Gender-Denomination andere? Kurz: Ist das deutsche Wissenschaftssystem dem Untergang geweiht, da Gender Studies berücksichtigt werden?

Aus meiner Sicht ist das beste Einfallstor gewesen, dass sie üblicherweise unter „Philosophie“ laufen, die eben andere Qualitätsstandards hat und bei der man natürlich Forschung über bestimmte philosophische Richtungen vornehmen kann ohne das man damit deren Wahrheitsgehalt hinterfragen muss. Es ist dann eben eine reine interne Forschung, die interne Kritik aufgreift, aber in dem geschlossenen System bleibt. Die Theologie wird eben auch nicht abgeschafft, weil es keinen Gott gibt.

In Deutschland gibt es nur einige wenige Lehrstühle, die über eine dezidierte Gender-Studies-Denomination verfügen. In der Regel finden Lehre und Forschung über Geschlecht innerhalb einer Kerndisziplin statt, die sich in der Denomination durch den Zusatz „unter Berücksichtigung von Geschlecht/Gender“ auszeichnet – zum Beispiel „Geschichte der frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte“ oder „Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht“. Hier zeigt sich, dass Geschlechterforschung ein interdisziplinäres Fach ist, welches Theorien und Methoden unterschiedlichster Disziplinen wie Soziologie, Geschichtswissenschaft, Biologie, Politologie, Ökonomie, Medizin, Rechtswissenschaft oder Psychologie vereint.

Allerdings auch nur, soweit es in die Lehren passt. Es ist nicht tatsächlich ein Aufgreifen des Forschungsstandes und ein Hinterfragen der eigenen Lehren. Das Ergebnis wird immer kompatibel sein mit dem Glaubensbekenntnis von der Frau als Opfer.

Das bedeutet aber auch, dass jede Berufung und jeder Forschungsantrag den Gepflogenheiten der jeweiligen Disziplin entsprechen müssen. Wenn also gegen „die Gender Studies“, die „zu einem Großteil den Stand der empirischen Wissenschaften ignorieren“, gewettert wird, betrifft diese Kritik den Kern eines jeden einzelnen Fachs. Geschlechterforschung ist immer mit den methodischen Verfahrensweisen einer Disziplin verstrickt – sei es die empirische Sozialforschung, die historische Quellenanalyse oder die rechtswissenschaftliche Auslegung eines Paragrafen.

„Wir können gar nicht schlecht sein, sonst wären ja alle Fächer schlecht“ ist der zweite bemerkenswerte Rettungsanker neben dem obigen „wir können ja gar nicht schlecht sein, sonst hätte man uns gar nicht zugelassen“. Denn das ist ja ein sehr schwaches Argument. Es ist auch nicht abgesichert, dass die Gender Studies die Kernbereiche des jeweiligen Fachs richtig erfassen. Bei der Biologie oder der Psychologie machen sie es sicherlich nicht.

Daher sind die Angriffe auf ein Fach, das wie jedes andere ständig evaluiert, akkreditiert, peer-reviewed und qualitätsgesichert wird, haltlos.

Wenn Theologen theologische Studien evaluieren und peer-reviewen, dann bedeutet es nicht, dass es deswegen einen Gott geben muss. Es bedeutet, dass man diese Frage innerhalb eines Glaubenssystems nicht erfolgreich kontrolliert.

Willentlich – und keinesfalls aufgrund von Unkenntnis und Informationsdefiziten – wird hier Stimmung gemacht, und dies auf Kosten des gesamten Wissenschaftssystems. Denn wer Gender Studies infrage stellt, kann sich gleich auch Germanistik, Biologie oder Ökonomie vornehmen. Zur Debatte steht nämlich nicht die Unwissenschaftlichkeit einer einzigen Disziplin, sondern die des gesamten Wissenschaftssystems. Geschlechterforschung ist ebenso esoterisch, langweilig, ideologisch, kontrovers und aufregend wie alle anderen Wissenschaften auch. Denn es gelten wie überall die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Lege artis arbeiten, Resultate dokumentieren, Ergebnisse konsequent selbst anzweifeln.

Das wäre ja tatsächlich schön. Nur welche der dortigen Studien erfüllen diese Voraussetzungen eigentlich? Wenn ein Voss sich auf einen Lamarckismus berufen kann und dennoch Professor wird, dann kann die Einhaltung der Voraussetzungen nicht so streng kontrolliert werden. Wo bleibt aber vor allem die Kritik an den dann wohl „Schwarzen Schafen“, die im wesentlichen Männerfeindlichkeit propagieren und dann die Gender Studies diskreditieren?

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132 Gedanken zu “Sind Gender Studies unwissenschaftlich?

  1. dass sie üblicherweise unter „Philosophie“ laufen, die eben andere Qualitätsstandards hat

    Sind sie nicht auch zum Teil auf den Sozialwissenschaften aufgebaut, die auch nicht gerade den besten Ruf geniessen, zumindest ein Teil davon. In der Hinsicht hätte sie ja recht, dass der ganze Wissenschaftszweig in Verruf gerät wegen einigen/vielen schwarzen Schafen:

    https://en.wikipedia.org/wiki/Sokal_affair
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sokal-Aff%C3%A4re
    https://en.wikipedia.org/wiki/Fashionable_Nonsense

    • @Christian

      Interessant:
      Several scientists have expressed similar sentiments. Richard Dawkins, in a review of this book, said regarding the discussion of Lacan: „We do not need the mathematical expertise of Sokal and Bricmont to assure us that the author of this stuff is a fake. Perhaps he is genuine when he speaks of non-scientific subjects? But a philosopher who is caught equating the erectile organ to the square root of minus one has, for my money, blown his credentials when it comes to things that I don’t know anything about.“[8] Noam Chomsky called the book „very important“ and said that „a lot of the so-called ‚left‘ criticism [of science] seems to be pure nonsense“.[13]

  2. Interessanter als die rhetorischen Spielchen der Autorin ist, dass es nicht mal die TAZ hinbekommt zu so was Kommentare zu bekommen, die pro-genderistisch sind.

  3. Da klagt ein Danisch gegen die HU auf Auskunft was die dort unter Gender so trteiben.

    Sie wollen oder können es nicht sagen … Klage abgewiesen.

    Tolle Wissenschaft!

    Ich glaube ja, die beschäftigen sich insgeheim mit Entenzucht unter besonderer Berücksichtigung der Wasserlinse … oder weiß jemand genaueres?

        • @only me

          Sicher: Wenn es abgewiesen worden wäre, weil er keinen Auskunftsanspruch hatte, dann bleibt offen, ob sie Auskunft geben können, wenn er denn einen Auskunftsanspruch durchgesetzt hätte und diesen Vollstreckt hätte.

          Niemand muss ja auf eine Klage hin Auskunft geben. Man kann sich auch gegen einen Auskunftsanspruch wehren, den man theoretisch erfüllen könnte.

          Wo ist denn was zu dem Verfahren und seinem Ausgang zu finden?

      • „Die Klage wurde aber aus anderen Gründen abgewiesen“

        Mag sein. Wenn ich Dir keine Auskunft geben will und ein Gericht entscheidet, ich müsse dies auch nicht weil ich rote Schuhe trage, bleibt die Tatsache der Nichtauskunft.

        Keiner weiß doch, was die da genau treiben … Es könnte auch mein dummes Beispiel der Entengrütze zutreffen. Wenigstens für die HU 🙂

          • @ddbz

            Also im Urteil steht:
            Teilweise haben sie bereits erfüllt. Teilweise hat er schlicht keinen Anspruch auf Auskunft
            („Im Übrigen ist die Klage unbegründet. Der Kläger hat auf der Grundlage des presse rechtliche Auskunftsanspruches (2.) wie des medienrechtlichen Informationsanspruches (3.) keinen Anspruch auf Auskunft zu den weiteren von ihm mit Schreiben vom 12. August 2012 gestellten Frage“)

        • @C

          Was haben die erfüllt?

          Der heutige Gegenstand sind GS, was also machen die in Berlin unter Gender-St. denn nun?

          Die konnen laut Gericht machen was sie wollen!!

          „Zu den so konzipierten Fragen des Klägers gehört zunächst Frage 5 Unterfrage 1 2. Alt. und Unterfrage 3. Sie lauten: „Welche verifizierten Forschungsergebnisse wurden ah der HU in Geschlechterstudien bisher erbracht? Wie und mit welcher Methodik wurden sie verifiziert?” Diese Frage zielt auf eine wissenschaftliche Wertung ab. Ob nämlich ein Forschungsergebnis als „verifiziert” geltend kann, ist Gegenstand des wissenschaftlichen Diskurses. Bekanntlich bestehen insoweit erhebliche Differenzen zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften sowie zwischen den empirischen und den nicht-empirischen Sozialwissenschaften. Der wissenschaftliche Diskurs ist durch das Bestehen verschiedener Schulen und Denkansätze gekennzeichnet; die Annahme eines Ergebnisses als „verifiziert” bedeutet die Verortung des eigenen Standpunktes innerhalb dieses Diskurses und damit die Abgabe einer Wertung. Entsprechend zielt die Frage nach Art und Methodik der Verifizierung auf eine Wertung, nämlich eine solche über die Validität der verwendeten Methodik.“

          Für so einen Unsinn haben wir Geld … 🙂

          • @zip

            Also wenn ich dich auf Auskunft zu deinem Sexleben verklage und die klage als unbegründet abgelehnt wird, weil ich keinen Auskunftsanspruch habe, dann wäre das deinerseits aus deiner Sicht ein „verstecken hinter formaljuristischen Mängeln?“

            Ein formaljuristischer Mangel ist es, wenn man zwar einen Anspruch hat, aber die Form oder andere Formalitäten nicht einhält. Hier hat er noch nicht einmal einen Anspruch.

        • @ Christian

          d’accord.

          Die vorliegende Rechtsgüterabwägung im Fall DanischHU Berlin legt einen massiven inhaltlichen Mangel der Gesetzgebung offen.

          • @zip

            Meinst du? Wenn Universitäten solche Anfragen beantworten müssten, dann hätten sie viel zu tun. Stell es dir mal in der Theologie vor oder einfach Fragen von diversen anderen Leuten, die meinen, dass alles ganz anders ist. Etwa Fragen von Intelligent Design Leuten an die Evolutionsbiologe. Klar könnte man die beantworten, aber muss darauf ein gesetzlicher Anspruch bestehen?

            schon bei den Gender studies als Philosophie ist das ja nicht ganz einfach. In der Philosophie wird viel Blödsinn vertreten

        • @ Christian

          Intersubjektivität und allgemeine Überprüfbarkeit sind notwendige Voraussetzungen und Teil der theoretischen Grundlagen der wissenschaftlichen Erkenntnismethode. Daraus und aus der Tatsache, dass sich durch diese Methode „gesichtertes Wissen“ gewinnen lässt, also gültige Voraussagen abgeleitet und nützliche/nutzbare Anwendungen hergestellt werden können, beziehen die Wissenschaften ihre gesellschaftliche Legitimation, die ihnen institutionell als „freie Forschung und Lehre“ zugestanden wird.

          Im Gegenzug erwartet die Gesellschaft (Tit-for.Tat ; ), dass die Wissenschaften ihre Methoden sauber und transparent halten. Juristische Konsequenz daraus kann nur sein, dass die Einrichtungen der Wissenschaft, die Universitäten, erhöhte Auskunfts- und Informationsoffenlegungspflicht trifft.

          Wieviel Aufwand das auch immer sein mag. Ich behaupte einmal, dass dieser Aufwand für gut gesicherte Theorien, etwa die Evolutionslehre, gar nicht so groß ist. Zur Offenlegung ihrer Grundlagen und Forschungsfelder genügt mEn ein einfaches Q&A, das jeder einsehen kann. Für weiterführende Einwände (I.D.), „Legitimationskrisen“ etc, sei auf den offenen wissenschaftlichen Erkenntnisprozess verwiesen.

          Dass das natürlich für Pseudo-Wissenschaften wie GenderStudies, wo nicht mal die Grundlagen stimmen, nicht leistbar ist, sollte evident sein.

    • Sowas wurde doch an anderer Stelle auch schon beobachtet, wo großflächig an Gender- aber auch andere Lehrstühle Fragen im Sinne von „Was machen sie“ und „Warum ist das wichtig“ ausgegeben wurden. Von den Genderlehrstühlen fühlte man sich offenbar nicht genötigt zu antworten, während die Antworten der anderen Lehrstühle recht vollständig waren. Das war noch nichtmal boswillig, sondern mehr eine allgemeine Umfrage, meine ich, aber das Ergebnis spricht natürlich eine deutliche Sprache.

      Ich suche gerade noch, wo ich das gelesen hatte, es ist schon eine Weile her. Vielleicht weiß ja auch jemand wovon ich spreche?

  4. „Wir können ja gar nicht schlecht sein, sonst hätte man uns gar nicht zugelassen“.

    Wo grade die Genderwissenschaften massiv politisch gepusht werden; die müssten eigentlich wissen, dass es nichts mit Qualität zu tun hat, ob ein Lehrstuhl eingerichtet wird oder nicht, sondern mit Politik.

  5. Ich glaube, die Betreffende hat versäumt, diesen Text zu lesen:
    „Wozu Gender-Studies?“
    http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=17324

    Der Autor ist selber Soziologe, lehrt soziologische Theorie und Gender Studies an der Universität Mainz und ist Sprecher der DFG-Forschergruppe ,Un/doing differences’.
    Aber die Wissenschaftlichkeit dessen was da betrieben wird, sieht er kritisch, nicht zuletzt aufgrund des „Personals“, dem die wissenschaftliche Distanz fehlt.

    „Es ist eine einzige Peinlichkeit, dass der Feminismus, der das Gendering von Wissensprozessen mit guten Gründen kritisierte, selbst nicht in der Lage war, Wissensprozesse unter Absehung von Geschlecht zu organisieren.“

    • „Aber die Wissenschaftlichkeit dessen was da betrieben wird, sieht er kritisch“ Er sieht sie kritisch, das stimmt. Aber er sieht die Forschung nicht als unwissenschaftlich. Und unter anderem war es dieser Artikel der mich etwas zum Umdenken gebracht hat.
      Das in den Gender-Studies unglaublich viele feministsche Ideologinnen tätig sind, ist unbestritten. Aber hier ziehe ich wieder mal den Vergleich zum Kommunismus. Auch in den Studiengängen zum Marxismus waren/sind extrem viele der kommunistischen Ideologie zugewandten Menschen enthalten.
      Dennoch würde niemand sagen, das Marx ein Scharlatan war oder das Studium des Marxismus eine unwissenschatftliche Beschäftigung? Gerade das Licht das Marx auf den Kapitalismus wirft, ist sehr erhellend. Dennoch hat die Geschichte glasklar erhärtet, dass die Prämisse das Eigentumslosikeit der Schlüssel zu allgemeinen Wohlstand führt, falsch ist wie sie nicht falscher sein kann. Der Mensch ist ein besitzendes Wesen. Das steht seit dem Ende der UDSSR fest. Der Kapitalismus ist nicht nur einfach ein System. Das Besitz haben wollen und Gewinnstreben gehört zum Menschsein.
      Auch Simone de Bouvior wirft ein ähnlich erhellendes Licht auf die Geschlechterfrage. Wie bei Marx sich am Ende ergebend, glaube ich, dass sie komplett falsch mit ihrer Grundannahme liegt. Aber auch um dies zwingend zu wiederlegen, wird es wieder eine ganze geschichtliche Epoche brauchen in der dies festgestellt wird.

      Gender-Studies haben genau diesen Charakter. Sie sind innerhalb des institutionalisieren Feminismus das Instrument der wissenschaftlichen Arbeit zu dieser Ideologie. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

  6. Zunächst: Die Frage ob eine universitäre Tätigkeit X die Bezeichnung „Wissenschaft“ hat, ist eine sachliche Frage. Die Antwort: „Autorität Z hat X etabliert“ ist keine Antwort darauf, allenfalls eine Teilantwort, der Rest ist ein Autoritäts“beweis“. Denn selbstverständlich ist die „Wissenschaftlichkeitsfrage“ auch sozial determiniert.

    Aber eben nicht nur.
    Eine Wissenschaft benötigt
    1. einen Gegenstand,
    2. Methoden diesen Gegenstand zu erforschen und
    3. Ende Kriterien, die intersubjektiv ermöglichen Aussagen über den Gegenstand anhand der Methoden als zutreffend oder eben nicht zutreffend zu charakterisieren.

    Das Gender Studies einen Forschungsgegenstand hat ist weitgehend unbestritten – eben die Geschlechtlichkeit des Menschen und deren Rolle in der Entwicklung des Menschen. Das dieser Forschungsgegenstand existiert und auch beschreibbar ist, mach Hoffnung auf eine Wissenschaftlichkeit des Faches.

    Schwieriger wird es, wenn es um die Methoden des Faches geht. Hier gibt es keine klare Umschreibung. Unter den gender Studies versammeln sich halt auch sehr verschiedene Methoden: geisteswissenschaftliche Ansätze aus dem Gebiet der Literaturwissenschaft, philosophische Methoden, sozialwissenschaftliche Methoden bis hin zu experimentellen Ansätzen. Aber auch hier läßt sich durchaus Material gewinnen.

    Kommen wir also letztens zu der Forderung, Kriterien zu finden, die Aussagen der Genderwissenschaft als wahr oder falsch charakterisieren.
    Und hier finden wir den Knackpunkt: Es gibt sie nicht. Und wo es sie gibt sind es reine Tautologien, bei denen das Ergebnis schon von anfang an feststand – egal was Methoden ergeben haben. Und wo sie als falsch gelten, werden Begründungen bemüht, die diese Kriterien auflösen.

    Hier setzt das Unbehagen und die Kritik an. Um dies zu beseitigen benötigt es aber keiner Apologien in Tageszeitungen, sondern wissenschaftliche Arbeit.
    Bisher haben wir aber nur Unsinn gesehen. Und wo es kein Unsinn war, war die eher das Ergebnis einer Ausrichtung an einem andern Fach.

    Bisher sind die Gender Studies den Beweis Ihrer Wissenschaftlichkeit in diesem Sinne schuldig geblieben. Und daß es Genderwissenschaftler für nötig halten in Tageszeitungen lange und unintelligente Jammerarien von sich zu geben macht es nicht besser. Eher schlimmer. Denn es bestätigt die Kritiker darin, das ein wesentliches Element der Wissenschaft nach wie vor fehlt: Dem Kriterium der Wahrheit und dem RIngen darum.

    • @dummerjan

      Stefan Hirschauer schreibt und ich kommentiere im Text:

      „So war auch die Politisierung der Geschlechterfrage lange die wichtigste Triebkraft zur Institutionalisierung der feministischen Geschlechterforschung. Inzwischen ist sie das größte Hemmnis ihrer intellektuellen Entfaltung.“

      Weil die feministische Geschlechterforschung in der Politisierung der Geschlechterfrage sowohl theoretisch, als auch politisch „parteilich“ ist, beißt sich die Katze in den Schwanz.
      Institutionalisierter Feminismus und ergebnisoffene Forschung sind ein Widerspruch in sich.
      Es gibt „feministische Wissenschaft“ ebenso wenig, wie „proletarische Wissenschaft“.

      „Trotz aller Akademisierung ist sie immer noch politisch gerahmt: in der Positionierung als kritische Gegenwissenschaft, in der Vereinnahmung durch Ministerien und soziale Bewegungen, in der Handlungsorientierung des Wissens und in der Rekrutierung ihres Personals. Sie folgt noch immer der Logik einer sozialen Bewegung:“

      Weiter oben im Text hingegen spricht einen weisen Satz gelassen aus, der die Idiotie der Selbsteinschätzung offenlegt:

      „In dieser traurigen Gestalt ist der Feminismus zu einer Staatsmacht geworden, die sich gebärdet wie eine Guerilla im Kampf gegen einen übermächtigen Klassenfeind.“

      Dieser Feminismus ist über universitäre Stellen, Zuteilung von Ressourcen u.a. durch das BMFSJJ, Verankerung in den Universitäten und in den Fachbereichen, der Gleichstellungsbürokratie, den Parteien, den Stiftungen usw. *Bestandteil der Staatsmacht geworden*.
      Sie haben für diesen Staat eine ideologische Funktion, sonst wären sie nicht da, wo sie eben sind.
      Der gleiche Staat hatte noch vor 40 Jahren eine ganz andere Antwort parat auf seine Kritiker, die in den öffentlichen Dienst gelangen wollten.
      Sie sind inzwischen m.E. in erster Linie *Staatsguerilla*.

      Gruß, crumar

      http://www.forschung-und-lehre.de/wordpress/?p=17324

      • Stimmt auffallend; vor 40 Jahren durfte ein Mitglied der DKP nicht Briefträger oder Hausmeister eines öffentlichen Gebäudes werden, und heute dürfen Menschen, die die gesammte westliche Kultur radikal ablehnen und Weiße generell für schuldig in jeder Hinsicht halten, ihren Sermon auf Staatskosten an öffentlichen Universitäten verbreiten.

      • Stimme dem absolut zu: Die politische Rahmung hat das Fach institutionalisiert. Das ist per se ja nun mal keine Wertung. Anderen Fächern ging es durchaus auch so. Aber das ausgerechnet Gender Studies so unkritisch mit sich selbst ist, wie sie kritisch mit dem Rest der Welt sind fasziniert mich dann doch.

        • @Adrian

          Die Frage ist, welche Art von „links“ man dort erkennt.
          Ich habe außerdem Schwierigkeiten den linken Staat zu erkennen, der diese linken Erfolge so spendabel ermöglicht.

          @El Mocho

          Vernunft, Rationalität, Universalismus, der Begriff der Wahrheit, sind bspw. bewahrenswert für jeden Linken, jede Linke.
          Wenn man sich anschaut, wogegen in den Gender Studies Stellung bezogen wird…
          Macht die staatliche Förderung Sinn.

          @dummerjan

          „Aber das ausgerechnet Gender Studies so unkritisch mit sich selbst ist, wie sie kritisch mit dem Rest der Welt sind fasziniert mich dann doch.“

          Geht mir genauso.
          Die empfinden jede Kritik als narzisstische Kränkung.

          Gruß, crumar

        • @all

          Auf „Geschlechterallerlei“ einen Beitrag von Sargon zur Schichtung von Privilegien und Benachteiligungen der „Progressiven“ gefunden.

          Natürlich bin ich ein wenig voreingenommen, aber ist es nicht zufällig auffällig, dass „class“ in diesem ranking auf dem *letzten Platz* steht?

          https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2016/05/12/fundstueck-sargon-of-akkad-und-die-rangliste-der-privilegien/

          Das passt doch recht gut zu meiner These, warum ein Staat mit solcher Art von „Progressivität“ ziemlich wenig Probleme hat.
          Und warum eine solche Ideologie massiv gefördert wird.

          Gruß, crumar

        • @crumar

          „Wenn man sich anschaut, wogegen in den Gender Studies Stellung bezogen wird…
          Macht die staatliche Förderung Sinn.“

          Versteh ich nicht ganz. Welchen Zweck hat der Staat aus deiner Sicht dabei im Auge?

        • „Und warum eine solche Ideologie massiv gefördert wird.“

          Class Warfare. Früher mit dem klassischen Rassismus und der Eugenik. Heute mit Neo-Rassismus und Sexismus (Feminismus).

          Das stellen die „Progressiven“, die übrigens früher ebenfalls die massgeblichen Motoren für Eugenik/Rassismus waren (siehe zB die „Demokratische Partei“ der USA und zB Präsident W. Wilson), natürlich möglichst weit nach unten auf der Hierarchie. Man muss ja seine pseudomarxistische Rhetorik irgendwie glaubwürdig machen und da kann man „Klasse“ einfach nicht vollständig unter den Tisch fallen lassen.

        • @El Mocho
          „Welchen Zweck hat der Staat aus deiner Sicht dabei im Auge?“

          Was für eine Frage?

          –> Schaffen einer Klassen oder Kasten-Gesellschaft mit definierten Privilegien, Abschaffung der Gleichheit vor dem Gesetz („Jedem das Seine“ etc).

          Das vermeintliche Eintreten für „benachteiligte Minderheiten“ uä ist dabei nur das Mittel zur Wahl diese o.g. Zielsetzungen durchzusetzen. Kann man ja nicht offen machen.
          Es ist aber schon bemerkenswert, dass die neue Art über eine extreme Dialektik läuft, die genau das Gegenteil von dem vorgibt, was sie im Effekt bewerkstelligt. Plausible deniability at its finest.

          Das geht keinesfalls „vom Staat“ als solchem aus. Sondern von politischen Parteien oder Gruppen.

  7. Die Gender Studies sind unwissenschaftlich, es wäre für eine wirkungsvolle Kritik m.E. allerdings sinnvoll zu versuchen genauer zu präzisieren, hinsichtlich welcher Aspekte diese Unwissenschaftlichkeit zum Ausdruck kommt.

    Dazu fällt mir spontan ein:

    – Ausblendung des Forschungsstandes zu Diskriminierungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, von denen Jungen und Männer betroffen sind.

    – Ausblendung von Forschungsergebnissen und Theorien der biologischen Verhaltenswissenschaften.

    – Ausblendung von Forschungsergebnissen konkurrierender geschlechter-soziologischer Ansätze, wenn diese nicht zu den Gender Studies-typischen ideologischen Vorannahmen passen (z.B. Catherine Hakims Präferenztheorie).

    – Durchschnittliche Unterschiede hinsichtlich geschlechtsbezogener gesellschaftlicher Verteilungen werden als Resultat von Diskriminierung gedeutet ohne zu prüfen, ob dies wirklich der Fall ist und ob nicht unterschiedliche durchschnittliche Präferenzen die Ursache oder zumindest Mitursache sind.

    – Ein Intersektionalitäts-Verständnis, bei dem Diskriminierungen immer nur in eine Richtung laufen können, Diskriminierungen auf der anderen Seite also per se gar nicht erst in den Blick geraten können. Damit zusammenhängend Ausblendung sämtlicher Forschungsergebnisse anderer Ansätze innerhalb der Diskriminierungsforschung, die nicht zu dieser Vorannahme passen.

    – Absurde wissenschaftstheoretische Vorstellungen („feministische Wissenschaftstheorie“) und eine Weigerung, die in den Geisteswissenschaften und Sozialwissenschaften ansonsten gängigen wissenschaftlichen Standards ernstzunehmen und einzuhalten.

    – Weigerung auf begründete Kritik einzugehen, stattdessen Tendenz auch sachlicher, fundierter und begründeter Kritik mit politisch korrekten Vorwürfen zu begegnen.

    – Starke Ideologisierung durch das Eingebundensein der Gender Studies in die politisch korrekte, (vulgär-)poststrukturalistische ideologische Weltsicht. Dadurch sind die Gender Studies in hohem Maße Beschränkungen durch
    entsprechende politisch korrekte Vorgaben und Interpretationen ausgesetzt, über die nicht hinausgedacht werden kann/darf.

    – Hinsichtlich der theoretischen Grundlagen der Gender Studies (z.B. bei Vorstellungen zu philosophischer Anthropologie, Ethik, Erkenntnistheorie) besteht eine weitgehende Abspaltung vom und Ignoranz gegenüber dem eigentlichen Diskussionsstand in der Philosophie.

    Fällt ansonsten noch jemandem etwas ein?

    • „Fällt ansonsten noch jemandem etwas ein?“

      1. Zwar wird beansprucht, einen eigenständigen, empirischen Sachverhalt zu erforschen, es aber gibt im Grunde weder eine Anhäufung selbstgewonnener Erkenntnisse, die in irgendeiner Weise die Folge eigener empirischer Erhebungen wären, noch wird etwas abgeliefert, was andere akademische Disziplinen nicht auch machen würden. Damit erhebt sich die Frage, worin die Kernkompetenz der GS besteht.

      2. Jede normale Wissenschaft funktioniert so, daß die eine Forschungsgruppe auf die eigenen oder die Ergebnisse anderer Forschungsgruppen reagiert. Die Folge ist eine Entwicklung des Wissensstandes i.S. einer theoretischen Durchdringung des Forschungsgegenstandes: Bloße Materialsammlungen haben an der Uni nichts verloren. Die Folge davon müßte sein, daß sich die Theorie der Gender Studies nach und nach ausdifferenziert, daß es konkurrierende Ansätze gibt, über deren Erklärungskraft gestritten wird. Doch das gibt es im Grunde gar nicht. Stattdessen bestätigen die verschiedenen Forschungsgruppen einander und die immer gleichen Ideen. Also: Entweder ist der Forschungsgegenstand der Gender Studies bereits bekannt, dann sind Gender Studies überflüssig, oder sie sind nur akademisch organisierte Materialsammlungen.

      3. Zwar geht der Feminismus von einem sozilogischen Klassenkonflikt der Geschlechter aus, aber das einzig selbstständige, was Feministen zu einer feministischen Konflikttheorie bisher beigetragen haben, ist die Analyse von historischen Rechtssystemen – wobei sie allein codifizierte Rechtsordnungen untersuchen, nicht aber den historischen Rechtsschöpfungsprozeß oder die gesellschaftsordnenden Effekte, die sich historisch eingestellt haben – was sie aber tun müßten, denn es soll ja etwas über eine konkrete, realisierte Gesellschaft ausgesagt werden.

      4. Wenn man sich die historische Entwicklung der feministischen Theorie ansieht, dann fällt auf, daß es eine konstante Menge feministischer Intuitionen gibt, die in immer neuem Gewand aus geborgten Ansätzen oder Methoden aus anderen akademischen Disziplinen daherkommen: Feminismus der zweiten Welle war vor allem psychologisch oder ethnomethodologisch – das haben die Soziologen vorgemacht – und Feminismus der dritten Welle ist poststrukturalistisch – was von den Philosophen kommt.

      Natürlich leihen sich auch z.B. die Biologen chemische Methoden aus und die Chemiker physikalische Methoden etc. doch sie erzeugen damit Wissen, um das anderen Disziplinen nicht kümmern. Doch welches Wissen über Geschlechter haben denn die Gender Studies hervorgebracht, daß wir nicht schon bei Kucklick oder Simone de Beauvoir nachlesen können?

      Im Grunde befinden sich die Gender Studies im Experimentier-Stadium: Man probiert alle mögliche aus, um nachzuschauen, ob dabei nicht eine Frauenbenachteiligung rauskommt. Aber so funktioniert keine Wissenschaft: the real challenge is reality, d.h. es muß sich unabhängig von jeder Theorie eine Frage oder ein Problem stellen oder ein Effekt zu erklären sein. Selbst die Philosophie funktioniert kein bißchen anders und das ist auch schon so seit der Neuzeit. (Was die Zeit davor angeht, kenne ich mich zu wenig aus.)

    • @Leszek

      „Starke Ideologisierung durch das Eingebundensein der Gender Studies in die politisch korrekte, (vulgär-)poststrukturalistische ideologische Weltsicht. Dadurch sind die Gender Studies in hohem Maße Beschränkungen durch entsprechende politisch korrekte Vorgaben und Interpretationen ausgesetzt, über die nicht hinausgedacht werden kann/darf.“

      Willst du damit sagen, daß ein bestimmtes Moralverständnis die Wahrheitssuche leitet oder beschränkt?

    • @ Elmar

      „Willst du damit sagen, daß ein bestimmtes Moralverständnis die Wahrheitssuche leitet oder beschränkt?“

      Ja, ein sehr einseitiges und beschränktes Moralverständnis. Dieses führt dazu, dass „Forschung“/“Theoriebildung“ nur unter dieser Perspektive durchgeführt werden kann und alles andere (z.B. männliche Diskriminierungen) ausgeblendet werden muss und zweitens kommt es dadurch dort wo begründete ethische Reflektionen zu Diskriminierungsthemen tatsächlich wichtig sind zu einem Messen mit zweierlei Maß, weil die einseitige politische korrekte Weltsicht nicht mit einem universalistischen Moralverständnis kompatibel ist, das notwendigerweise in letzter Instanz unparteiisch sein muss (siehe hierzu z.B. Thomas Nagels Reflektionen zur engen Beziehung von universalistischem Egalitarismus und Unparteilichkeit).

      • @Leszek

        „Thomas Nagels Reflektionen zur engen Beziehung von universalistischem Egalitarismus und Unparteilichkeit“

        Ah, das ist interessant. Ich habe schon lange den Verdacht, daß Moral mit Parteilichkeit verwechselt wird. Das scheint mir auch den sogenannten Gutmenschen oder SJW zu passieren.

        Ich muß dem mal nachgehen.

    • „Fällt ansonsten noch jemandem etwas ein?“

      Deine Kritikpunkte sind weitgehend identisch mit meiner eigenen Liste wissenschaftlicher und methodische Kritikpunkte an den Gender Studies. In diesem Zusammenhang ist auch das eklatante Versagen zu nennen, bisher keine einheitliche Definition für den eigenen zentralen Begriff Gender entwickelt zu haben. Das ist so ähnlich, als ob die Elektrotechniker keinen Konsens hätte, was ein Elektron bzw. ein elektrisches Feld ist.

      Es gibt aber noch weitere Kritikpunkte in zwei ganz anderen Dimensionen: Große Anteile der „Gender Studies“ erheben gar nicht den Anspruch(!), wissenschaftlich zu sein, sondern sehen sich selber als Kaderschule und politische Aktivisten, jedenfalls nicht als „normale Wissenschaft“, das wird in einigen Selbstdarstellungen explizit betont. Der letzte Punkt ist das offensichtliche Versagen oder Nichtvorhandensein einer wirksamen Qualitätssicherung.

  8. Ist ja hübsch, daß nun auch gegen die Philosophie gepöbelt wird:

    „Aus meiner Sicht ist das beste Einfallstor gewesen, dass sie üblicherweise unter „Philosophie“ laufen, die eben andere Qualitätsstandards hat und bei der man natürlich Forschung über bestimmte philosophische Richtungen vornehmen kann ohne das man damit deren Wahrheitsgehalt hinterfragen muss.“

    Nachdem erst die Sozialwissenschaften von euch Vollpfosten für unwichtig oder gar krankhaft dargestellt werden, erhebt unser gescheiterter Jura-Student EvoChris, der im Grunde über Abiturniveau nicht hinausgekommen ist, und dennoch meint, die neueste Forschung aus den Biowissenschaften zu kennen und zu verstehen, die Behauptung, daß es in der Philosophie nicht um Wahrheit gehe.

    Und natürlich kennen Philosophen keine Qualitätsstandards … sicher … natürlich.

    Und das sagt jemand, der selbst im Grunde nichts von vorzeigbarer Qualität hinbekommen hat.

    Geht’s eigentlich noch unterirdischer? Erst verkommt hier die Biologie zum Biologismus, einer im Grunde geisteswissenschaftlichen Ideologie, und dann wird noch über akademische Disziplinen hergezogen, deren Vorlesungsverzeichnung hier offenbar noch keiner in der Hand gehabt hat.

    Macht euch mal klar, daß ihr hier sichtbar seid und den Eindruck erweckt, für alle Männer zu sprechen. Ist es eigentlich euer Wunsch, der Sache der Männer zu schaden, indem ihr unterbelichteten Schwachsinn absondert?

    Aber es geht immer noch tiefer vom Niveau her …. Glückwunsch!

    • „Und natürlich kennen Philosophen keine Qualitätsstandards … sicher … natürlich.“

      Wie sollen die denn auch gemessen werden? Am Output sicher nicht.

          • @EvoScharlatan

            Da du weitab jeder Wissenschaft bist und nicht mal eine naturwissenschaftliche Ausbildung vorzuweisen oder sonst irgendwas vom akademischen Betrieb mitbekommen hast, weißt du auch nicht, daß zwei Dinge ungefähr gleichzeitig begonnen haben: die Tendenz, den wissenschaftlichen Erfolg durch Indizes zu messen i.e. Kosten/#paper oder #paper/Zeit oder #paper/Personal und die Einrichtung der Gender Studies. Jeder aktive Wissenschaftler weiß heute, daß dies eine Folge des Rückzugs der staatlichen Finanzierung aus der academica war und auf diese Weise primär die Mediziner ihre Pfründe zu sichern versuchten. Das taten sie vor allem gegen die Versuche, der Naturwissenschaften an die Mittel der angewandteren Disziplinen heranzukommen. Und die Sozialwissenschaften sind nur zu gerne auf diesen Zug aufgesprungen, weil sie genau wußten, daß in de harten Disziplinen 2 paper pro Jahr der Standard sind – was sie locker schlagen konnten. Die Naturwissenschaften haben nachgezogen. Heute macht man aus einem paper drei. Die Folge ist, daß sich die Gender Studies hinter einem Bewertungssystem verstecken, daß immer weniger auf den Inhalt guckt. DAS ist die Realität.

          • @elmar

            Mir ist bekannt, dass Paper ein großer Punkt in der Bewertung ist, aber die Wichtigkeit des Papers und die Art der Publikation (zB in einer angesehenen Fachzeitschrift, mit erheblichen positiven Echo) spielt natürlich auch eine Rolle. Dieser Ansatz einer bewertung ist aber für die Bewertung auf einer objektiven Basis relativ unwichtig.

            Der Vorteil der Gender Studies ist, dass sie rein innerhalb ihres Systems bewertet werden. Die Doktorarbeit von Voss hätte beispielsweise außerhalb der Gender Studies keine Chance gehabt.
            Der Nachteil der Philosophie in Bezug auf Wissenschaftlichkeit ist, dass sie zu einem größten Teil selbstreferierent arbeitet und aufgeworfene Thesen üblicherweise keiner Überprüfung unterzieht. Man kann also den hundersten Artikel über Qualia schreiben ohne erkenntnisse aus der Neurobiologie auch nur wahrzunehmen. Es mag dann wissenschaftlich innerhalb dieses Systems sein, wie literaturwissenschaften auch, der praktische Ertrag kann dennoch gering sein. Eine Betrachtung „Abweichungen im Geschlechterbegriff von Beauvoir und Butler“ mag als wertvolle Forschung angesehen werden, bringt aber praktisch gar nichts.

        • „Der Vorteil der Gender Studies ist, dass sie rein innerhalb ihres Systems bewertet werden.“

          Humbug von einem, der keine Ahnung vom Uni-Betrieb hat. DAS IST IMMER SO! Es gibt gelegentlichs Ausnahmen z.B. wenn ein Staatssekretär mit von der Partie ist (Ja, das ist z.B. bei einigen mathematischen Forschungsinstituten so.). Aber der bekommt ein Extra-Staun-Programm und wird nie ernst gekommen.

          „Der Nachteil der Philosophie in Bezug auf Wissenschaftlichkeit ist, dass sie zu einem größten Teil selbstreferierent arbeitet und aufgeworfene Thesen üblicherweise keiner Überprüfung unterzieht.“

          Da sieht man mal wieder, daß du nie auch nur eine einzige Publikation gelesen hast. Da werden reine Blubb-Blasen erzeugt, die keinerlei Substanz haben.

          Wisse, Scharlatan, in der Philosophie ist es üblich, daß Philosophen Doppelqualifikationen haben wie z.B.

          Prof. Achim Stephan: Psychologie und Philosophie
          Brigitte Falkenburg: Physik und Philosophie
          Alex Rosenberg: Ökonomie und Philosophie
          Felix Mühlhölzer: Mathematik und Philosophie
          Michael Esfeld: Philosophie und Geschichte
          Willard von Orman Quine: Mathematik und Philosophie
          Ulrich Krohs: Biochemiker und Philosoph
          Georg Töpfer: Biologe und Philosoph
          Julian Nida-Rümelin: Politik, Philosophie und anscheinend auch Physik, Mathe …. was man aber nicht so richtig merkt.

          … die Liste kann man ewig fortsetzen. Der Grund dafür ist natürlich der, daß Philosophen – im Unterschied zu dir – wissen und zugeben, daß man von einer Sache etwas profund verstehen muß, bevor man darüber philosophieren kann.

          Du bist nur ein Möchte-Gern, ein Wanna-be und einfach ein dreiser Lügener, der keine Ahnung hat, wovon er redet.

          „Man kann also den hundersten Artikel über Qualia schreiben ohne erkenntnisse aus der Neurobiologie auch nur wahrzunehmen.“

          Ah, du hast also meinen Artikel mal gelesen und gemerkt, wo die Biologie was zu sagen hast … na immerhin ….

          Ganz abgesehen davon, daß die Philosophen systematisch mit den Biologen kooperieren. Die DFG fördert das in großem Stil z.B. mit Projekten am Zenttrum für interdisziplinäre Forschung an der Uni Bielefeld oder an der Uni Osnabück … um nur einige Beispiele zu nennen.

          Es ist unfaßbar, daß ein Nichtskönner wie du sich zum Repräsentanten der Männer aufspielt. Da ist Arne Hoffmann ja noch geeigneter. Alles, was du kannst, ist ein wenig PU und die Methoden der Feministen zu kopieren.

          Lächerlich …. pffffff

          • „Humbug von einem, der keine Ahnung vom Uni-Betrieb hat. DAS IST IMMER SO!“

            Klar. Aber es wirkt sich in einem System, welches seine Thesen nicht über Experimente absichert, eben stärker aus. Gerade wenn es dann eben häufig rein interne Streitigkeiten behandelt.

    • Soweit ich das sehe, lehnen etwa Marxisten die Qualitätsstandards von Positivisten grundsätzlich ab, ähnliches tun Diskurstheoretiker für Marxisten usw. usw. ….

        • @ddbz

          Ganz im Gegenteil – es geht, darum den vermutlich vorhandenen Einfluß der Biologie auf die Geschlechter zu identifizieren.

          Denn der Biologismus erzählt nur Quatsch darüber – aus Doofheit.

          Mit Philosophie hat dieses Projekt nichts zu tun, sondern mit einer wirksamen Widerlegung der Gender Studies. Dawkins wird da nicht reichen, den zu seiner Zeit waren die Gender Studies kaum vorhanden.

          Aber leider werden Dawkins und Pinker hier ja wie die Bibel gehandhabt: Man findet auf alles bei ihnen eine Antwort – vor allem, was die Fragen angeht, die zu ihrer Zeit noch nicht gestellt wurden, da sind die beiden besonders zuverlässig … 😀

          Aber wenn dich der Einfluß der Biologie auf die Geschlechter nicht interessiert, mache ich das gerne ohne dich.

          • „Dawkins wird da nicht reichen, den zu seiner Zeit waren die Gender Studies kaum vorhanden.“

            Er lebt übrigens noch.

            und Pinker hat auch gutes in dem Bereich geschrieben:

            https://allesevolution.wordpress.com/2015/05/18/steven-pinker-zu-equality-feminismus-und-genderfeminismus/

            https://allesevolution.wordpress.com/2011/06/15/steven-pinker-zur-biologische-grundlage-der-unterschiede-zwischen-mannern-und-frauen/

            https://allesevolution.wordpress.com/2011/12/27/steven-pinker-zu-dekonstruktivismus-gender-studies-und-postmodernismus/

            According to the relativistic wisdom prevailing in much of academia today, reality is socially constructed by the use of language, stereotypes, and media images. The idea that people have access to facts about the world is naïve, say the proponents of social constructionism, science studies, cultural studies, critical theory, postmodernism, and deconstructionism. In their view, observations are always infected by theories, and theories are saturated with ideology and political doctrines, so anyone who claims to have the facts or know the truth is just trying to exert power over everyone else. Relativism is entwined with the doctrine of the Blank Slate in two ways. One is that relativists have a penny-pinching theory of psychology in which the mind has no mechanisms designed to grasp reality; all it can do is passively download words, images, and stereotypes from the surrounding culture. The other is the relativists’ attitude toward science. Most scientists regard their work as an extension of our everyday ability to figure out what is out there and how things work. Telescopes and microscopes amplify the visual system; theories formalize our hunches about cause and effect; experiments refine our drive to gather evidence about events we cannot witness directly. Relativist movements agree that science is perception and cognition writ large, but they draw the opposite conclusion: that scientists, like laypeople, are unequipped to grasp an objective reality. Instead, their advocates say, “Western science is only one way of describing reality, nature, and the way things work — a very effective way, certainly, for the production of goods and profits, but unsatisfactory in most other respects. It is an imperialist arrogance which ignores the sciences and insights of most other cultures and times.” Nowhere is this more significant than in the scientific study of politically charged topics such as race, gender, violence, and social organization. Appealing to “facts” or “the truth” in connection with these topics is just a ruse, the relativists say, because there is no “truth” in the sense of an objective yardstick independent of cultural and political presuppositions.

        • @ Elmar

          Ich halte von der zeitgeistigen P. nix … dümmliches Gerede geradezu.

          Kann mich dunkel erinnern, daß Du sagtest, eine 1 sei weit weg im Weltall vielleicht keine 1, es würden dort vielleicht andere Naturgesetze gelten … 🙂 Ging um irgendeinen Disput mit um um Danisch.

          Nebenbei geht es der Naturwissenschaft nicht um Wahrheit.

      • @El_Mocho

        Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Jeder Schwachmat kann Marxist sein, dafür braucht es keine Wissenschaftlerkarriere. Kannst du irgendwas zur akademischen Qualitätskontrolle sagen oder fühlst du dich schon dann überlegen, wenn du hanebüchene Gerüchte verbreitest?

        • Dioe Kritik der Marxisten an der bürgerlichen Wissenschaft müsstest du doch kennen, oder? An Unis in kommunistischen Ländern wurde jedenfalls kein Positivismus gelehrt. Und dass Feministinnen und Diskurstheoretiker unliebsame Lehrstühle umgehend schließen würden, scheint mir auch wahrscheinlich.

        • @El Mocho

          Ich bin jetzt fertig mit dem BUch. Fand es ok, aber nicht super. Dazu fand ich, dass zu wenig passiert ist bzw. zu wenig Wert auf die Entwicklung und die Machenschaften von ihr und ihrer Organisation gelegt. Dafür, dass so viel auf Innenleben und Beziehungen gelegt wurde, empfand ich es zu kurz.
          Es gab aber doch einige Parallelen zu dem, das ich dir empfohlen hatte, Tage der Toten von Winslow. Da ist ein Mann (DEA Agent) der Hauptprotagonist.

    • Noch mehr ad hominem ? Oder Fertig?
      Das Scheitern in Jura ist in gewisser Hinsicht eigentlich ein positives Qualitätsmerkmal.

      • Nein, ich hab was gegen all die Scharlatane, die hier ihr Maul aufreißen!!

        Es ist absolut lächerlich, hier zu propagieren, daß sich seit Dawkins nichts mehr in der Biologie getan hat. Wer allein mal ein Buch über Verhaltensbiologie ließt, dem kommt angesichts des Mülls, der hier verbreitet wird, das große Kotzen!!

        • @elmar

          „Es ist absolut lächerlich, hier zu propagieren, daß sich seit Dawkins nichts mehr in der Biologie getan hat. Wer allein mal ein Buch über Verhaltensbiologie ließt, dem kommt angesichts des Mülls, der hier verbreitet wird, das große Kotzen!!“

          Natürlich hat sich seit Dawkins etwas getan. Es hat sich auch seit Darwin etwas getan. Dennoch bleiben seine Ideen über Selektion richtig. Die Theorien sind eben verfeinert worden.
          Nach wie vor fehlt eine Darstellung deinerseits, was sich da nun eigentlich getan hat und das sich diese Ansichten durchgesetzt haben.

          • Ja, ja … die üblichen Lügen. Was ich sagen werde, steht in jedem Biobuch drin – Bücher, die Betrüger und Scharlatane wie du weder lesen oder verstehen könnten.

            „Dennoch bleiben seine Ideen über Selektion richtig.“

            Du solltest mal Kutschera lesen. Dann wüßtest du, wie wenig Darwin selbst zu Selektion gesagt hat und wie falsch er damit lag. Andere Biologen waren da nachhaltig erfolgreicher.

            So ist das immer bei dir: Geht mal mal ein wenig in die Tiefe merkt man sofort, daß du nur Gerüchte verbreitest, so vom Hörensagen.

            Es ist peinlich, daß ich euch Bio beibringen muß – als hätte ich nichts Wichtigeres zu tun, als eure Grütze zu korrigieren.

          • @elmar

            „Ja, ja … die üblichen Lügen. Was ich sagen werde, steht in jedem Biobuch drin – Bücher, die Betrüger und Scharlatane wie du weder lesen oder verstehen könnten.“

            wunderbar, dann zitiere doch einfach mal einen Absatz aus einem dieser vielen Bücher. Dann haben wir endlich mal einen Einstieg. Wenn Adrian, Matthias, David und ich bisher einfach die falschen oder anscheinend gar keine Biologiebücher gelesen haben, ebenso wie alle anderen Biologen wie Pinker, Dennett, John Maynard Smith, Trivers, Geoffrey miller, Helena Cronin, dann wäre das doch eine große Hilfe.

            Meine Vermutung ist allerdings, dass du schlicht nicht verstehst, wie bestimmte Komponenten zusammen spielen, dass etwa Begriffe wie „Molekulare Evolution“ oder „genetischer Drift“ kein Gegensatz zum „egoistischen Gen“ sind, sondern Punkte, die sich ergänzen.

            „Du solltest mal Kutschera lesen. Dann wüßtest du, wie wenig Darwin selbst zu Selektion gesagt hat und wie falsch er damit lag. Andere Biologen waren da nachhaltig erfolgreicher“

            Ja, habe ich selbst einen Artikel drüber, der heute sogar verlinkt ist. Nämlich diesen:
            https://allesevolution.wordpress.com/2012/04/25/darwin-lamarckismus-und-geschlecht-wider-die-naturlichkeit/

            Darwin hat erkannt, wie wichtig Mutation und Selektion ist, aber ihm fehlte natürlich das Wissen um Gene (auch wenn Mendels Theorien schon verfügbar waren, wenn ich mich recht erinnere). Deswegen konnte er bestimmte Probleme nicht lösen. Das macht seine Betrachtungen zu Mutation und Selektion, gerade zu natürlicher und sexueller Selektion, aber nicht falsch oder weniger bedeutsam.

            ich denke du überschätzt dein Wissen maßlos, weil du vieles falsch einordnest. Aber du wirst das ja sicherlich bald darlegen.

          • Im übrigen gilt: Nur weil ich nicht darüber blogge, folgt nicht, daß nicht die Ergebnisse existieren, die dich widerlegen. Du müßtest nur mal suchen, anstatt zu verlangen, daß andere für dich arbeiten.

            Es bleibt dabei – DU MUSST WEG. Endgültig. Nachhaltig. Und alle die sich so benehmen wie du, sollten wir folgen.

          • @elmar

            „Im übrigen gilt: Nur weil ich nicht darüber blogge, folgt nicht, daß nicht die Ergebnisse existieren, die dich widerlegen. Du müßtest nur mal suchen, anstatt zu verlangen, daß andere für dich arbeiten.“

            Deswegen warte ich ja auch mit Spannung auf deinen Artikel. Sich mit Gegenmeinungen auseinanderzusetzen ist eine gute Möglichkeit zu lernen. Selbst wenn diese Gegenmeinungen falsch sind

        • @elmardiederichs
          „u solltest mal Kutschera lesen. Dann wüßtest du, wie wenig Darwin selbst zu Selektion gesagt hat und wie falsch er damit lag. Andere Biologen waren da nachhaltig erfolgreicher.“
          Dazu kann ich wenig sagen. Wozu ich etwas sagen kann ist die Theorie evolutionärer Spiele, aber auch nur grob. Denn die zugehörigen Details sind extrem verwickelt, sehr technisch und mitunter auch wenig relevant in der Praxis.

          Ganz sicher jedoch kann ich sagen, daß so etwas
          „Es bleibt dabei – DU MUSST WEG. Endgültig. Nachhaltig. Und alle die sich so benehmen wie du, sollten wir folgen.“
          kein adäquater Kommunikationsstil ist. und zwar weniger, weil er sehr persönlcih und aggressiv ist, sondern weil er schlicht in Bezug auf den Inhalt völlig leer ist. Und leider noch nicht einmal unterhaltsam. Das wäre doch nun wirklich nicht zuviel verlangt.

          • @Dummerjan

            „Wozu ich etwas sagen kann ist die Theorie evolutionärer Spiele, aber auch nur grob.“

            Das Problem ist – von EvoScharlatan unbemerkt – daß hier nur baumartige Strukturen berücksichtigt werden – prämär aus Gründen der Einfachheit. Realistisch ist das nicht, weil es erstens immer Rückkopplungen gibt und zwar in der Regel mehrfach a la „A ändert sein Verhalten als Reaktion auf die Verhaltensänderungen von B.“ und zweitens bleiben die Regeln, nach denen gespielt wird nicht konstant. Das führt zu nicht-linearem Verhalten, wodurch die Extrapolierbarkeit verloren geht. Aber genau die wird vom Biologismus ständig in Anspruch genommen.

            „Das wäre doch nun wirklich nicht zuviel verlangt.“

            Unser EvoScharlatan hat sich selbst außerhalb jeglicher Moral gestellt. Die Konsequenzen dessen sind nicht mein Problem.

          • @elmar

            „Das Problem ist – von EvoScharlatan unbemerkt – daß hier nur baumartige Strukturen berücksichtigt werden – prämär aus Gründen der Einfachheit.“
            „A ändert sein Verhalten als Reaktion auf die Verhaltensänderungen von B.

            Du hast dich noch nie wirklich mit evolutionärer Spieltheorie beschäftigt oder? Es ist ein elementarer Bestandteil der Spieltheorie, dass man Reaktionen und Gegenreaktionen und die entsprechenden Folgen darauf mit einbezieht.

            All dies ist natürlich in den hier dargelegten evolutionären Theorien auch kein Problem. Das ist ja das schöne an Selektionsprozessen: Sie führen automatisch dazu, dass solche Punkte beachtet werden bei dem egoistischen Gen

          • @elmar

            Vielleicht ist eines der Probleme, dass du eben kaum Inhalte mitteilst und immer vage bleibt. Wenn man dann versucht mal etwas konkreter zu werden, dann teilst du mit, dass man damit falsch liegt.

            Das ist wie mit dem feuerspeienden Drachen aus der Garage bei Dawkins.

            Deine Theorien werden von allen vertreten, irgendwie ist es der Biologie auch einhellige Meinung, dass sie richtig sind, jeder, der eine andere Meinung hat, ist ein Idiot. Auf Nachfrage kommt dann nichts, was auch nur annährend belastbar wäre. Kein Name, kein Verweis auf einen Wikipediaartikel, kein Aufsatz, wo das jemand vertritt. Nichts. Aber es ist richtig. Und alle anderen sind Idioten.

            Dass ich nicht weiß, was du meinst ist nicht mein Problem. Es liegt daran, dass du es schlicht nicht darstellen kannst. Keiner hier weiß, was du eigentlich genau meinst.

          • Wie immer, liebster EvoScharlatan: Wenn du mal selbst verstehen sollst, wo das Problem an baumartigene Strukturen ist, dann weigerst du dich.

            Wäre dein blog weniger sichtbar, würde ich dich ignorieren.

          • „Wäre dein blog weniger sichtbar, würde ich dich ignorieren.“

            Weil du alles ignorierst ist dein Blog relativ unsichtbar.
            Mein Blog ist sichtbar, weil ich mir die Mühe mache die Theorien, die ich überzeugend finde, so verständlich wie möglich zu erklären und auf Kritik oder Nachfragen eingehe. Weil ich hier einen Blog geschaffen habe, auf dem man diskutieren kann und auch vollkommen andere Meinungen vertreten kann als ich.

            Deine Meinungsdiktatur will eben niemand. Man merkt dir an, dass du deine Meinung haben, aber nicht erklären oder begründen willst. Du schneidest Kritik ab und siehst sie als doppelten Hochverrat (an dir und deinem Ego) an.

            Natürlich ist mein Blog da wesentlich sichtbarer. Wenn du daran was ändern willst, dann würde ich dir raten es ebenso zu praktizieren. Also erklären und auf Kritik eingehen.

          • @dummerjan

            „weil er schlicht in Bezug auf den Inhalt völlig leer ist“

            Inhalte bleiben weiteren Artikeln vorbehalten, es ist nicht Elmars Aufgabe uns über unsere Fehler zu belehren, es reicht, wenn er sagt, dass wir sie machen, da müssen wir schon selbst etwas Arbeit investieren!!!1

        • @elamar

          „Dann wüßtest du, wie wenig Darwin selbst zu Selektion gesagt hat und wie falsch er damit lag.“

          Er hat genau das Wesentliche gesagt und ins Schwarze getroffen. Ganz offenbar bis du ahnungslos, was „Selektion“ überhaupt bedeutet.
          Oder was wäre sein Riesenirrtum gewesen?

        • „Das Problem ist – von EvoScharlatan unbemerkt – daß hier nur baumartige Strukturen berücksichtigt werden – prämär aus Gründen der Einfachheit. Realistisch ist das nicht, weil es erstens immer Rückkopplungen gibt und zwar in der Regel mehrfach a la „A ändert sein Verhalten als Reaktion auf die Verhaltensänderungen von B.“ und zweitens bleiben die Regeln, nach denen gespielt wird nicht konstant. Das führt zu nicht-linearem Verhalten, wodurch die Extrapolierbarkeit verloren geht. Aber genau die wird vom Biologismus ständig in Anspruch genommen.“
          Das ist zumindestens die Theorie evolutionärer Spiele betreffend nicht wahr. Das Stichwort heißt „forward induction“.

          Aber selbst das ist keine Kritik in diesem Zusammenhang, weil bei komplexeren Spielen die extensive Repräsentation(als Graph) nicht mehr eindeutig ist. Die Repräsentation als gerichteter Baum hat aber einige Vorteile bei der Charakterisierung der Gleichgewichte.

          EIn weiteres Problem: Viele evolutionäre Spiele führen via Folktheoremen zu einem Kontinuum von Strategien – „anything goes“ sagt die spieltheoretische Folklore dazu.

          Sie hier:
          http://www.amazon.de/Game-Theory-Drew-Fudenberg/dp/0262061414/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1463127415&sr=8-1&keywords=Drew+fudenberg+game+theory

          Insofern ist Deine EInlassung zu diesem Teilbereich eben auch nur das, was ein interessierter Amateur dazu zu sagen hat. Daher ist die ausgesprochene Grobheit Deiner Aussagen einfach unangemessen.

    • @elmar
      „Ist ja hübsch, daß nun auch gegen die Philosophie gepöbelt wird:“

      Hier nochmal das Zitat dazu aus dem chris blogpost hier:

      „Aus meiner Sicht ist das beste Einfallstor gewesen, dass sie üblicherweise unter „Philosophie“ laufen, die eben andere Qualitätsstandards hat und bei der man natürlich Forschung über bestimmte philosophische Richtungen vornehmen kann ohne das man damit deren Wahrheitsgehalt hinterfragen muss.“

      Was soll daran „Pöbelei“ gegen „die Philosophie“ sein??

      Die Aussagen von Chris:
      Philosophie hat andere Qualitätsstandards. — wahr, ist auch völlig ohne Wertung
      In der Philosophie geht es um „Forschung über bestimmte philosophische Richtungen …“ — stimmt, Philosophen beziehen sich sehr gerne auf andere Philosophen, Denkrichtungen und setzen sich damit intensiv auseinander. Keine Abwertung hier erkennbar.

      „…. ohne das man damit deren Wahrheitsgehalt hinterfragen muss“ — richtig, viele Philosophen mögen den Begriff „Wahrheit“ nicht oder problematisieren ihn. Eine durchaus legitime und authentisch philosophische Haltung (wobei ich die „Postmodernisten“ nicht mal als Philosophen bezeichnen würde).

      Besonders hat ….

      „die Behauptung, daß es in der Philosophie nicht um Wahrheit gehe.“

      …. bei dir den Eindruck von „Pöbelei“ erweckt?

      Diese angebliche Behauptung entstammt aber deiner Phantasie…

      Ausserdem ist deine Aussage zudem noch unlogisch:
      Denn selbst dort in der Philosophie, wo Wahrheit rundum abgelehnt wird, geht es um Wahrheit! Kein Entkommen.

  9. Die Theologie wird eben auch nicht abgeschafft, weil es keinen Gott gibt.

    Meines Wissens wurde noch nicht bewiesen, daß es keinen Gott gibt.

    Dies dürfte auch schwierig werden, da es sich ja um ein transzendentes Wesen handelt. Wissenschaftliche Beweise oder Gegenbeweise sind hier also per se ausgeschlossen.

    Der Blogautor sollte sich mal in Therapie begeben angesichts seines Gotteskomplexes.

    Die Theologie hat ihre Existenzberechtigung, da sie sich mit dem Glauben auseinandersetzt.

    Philosophische Gender Studies hätten erst dann eine Existenzberechtigung, wenn sie nicht mehr derart feministisch verseucht wären und wenn in gleichem Maße auch über biologische Bedingtheiten unserer Geschlechtlichkeit philosophiert werden würde.

    Die ideologische Verseuchung dieser Disziplin ist nun derart offensichtlich, daß man die Dame nur bemitleiden kann. Zumal, wenn man wie Judith Butler oder Voß nicht ordentlich philosophiert, sondern Märchenstunden und Begriffsfolter veranstaltet.

    Auch diese Dame sollte eine Therapie machen und ihren Abwehrstatus erkennen.

      • Der Unterschied zwischen Theologie und Genderforschung ist der, dass Theologen nicht behaupten, empirisch zu arbeiten. *g
        Und sie nehmen das Sith-, ähh, Jesus-Zitat „Wer nicht für mich ist, ist gegen mich.“ nicht ganz so bierernst wie die Gender-Studierenden.

        Ansonsten könnten Genderstudien zur theologischen Fakultät.

    • Es gibt aber auch keinen Beleg dafür, dass es einen gibt.

      Da hat der Blogautor offenbar immer noch nicht den Begriff der Transzendenz verstanden.

      Er sollte sich Sorgen machen um seine geistigen Fähigkeiten.

      Kirk: Meines Wissens wurde noch nicht bewiesen, daß es keinen Gott gibt. Dies dürfte auch schwierig werden, da es sich ja um ein transzendentes Wesen handelt. Wissenschaftliche Beweise oder Gegenbeweise sind hier also per se ausgeschlossen.

      Würde Christian in einer Pisa-Studie mitmachen, würde Deutschland hinter Angola landen.

      • Es ist nicht Aufgabe der Theologie Glauben zu lehren, sonder über den Glauben zu lehren.
        Es ist nicht Aufgabe von Gender Studies, Feminismus zu lehren, sondern über den Feminismus zu lehren.

    • Ich korrigiere
      „Dies dürfte auch schwierig werden, da es sich ja um ein transzendentes Wesen handelt“
      mal fix:
      … Wegen Wahnvorstellungen …

      Leute leute leute.

      Die idee einer transzendenz impliziert nicht die existenz dieser wahnvorstellung.

      Um Jupiter kreist eine transzendente kaffeetasse aus grünem Frischkäse die durchsichtig ist.

    • Auch durch dich wird Deutschland beim Pisa-Test hinter Angola zurückfallen, lieber Alex.

      Wer meine Beiträge wirklich verständig liest, wird sehen, daß ich nirgends die Existenz Gottes postuliere, sondern lediglich auf die Qualität der Transzendenz verweise, die ein gewisser Blogautor immer wieder trotzig ignoriert..Meine Argumente fußen auf dem Transzendenzcharakter nicht auf einem Existenzpostulat.

      Man muß schon ziemlich minderbemittelt geistig herausgefordert sein, um diese Ausführungen oben derartig falsch zu verstehen.

      • „die ein gewisser Blogautor immer wieder trotzig ignoriert.“

        Nee, die hat er glattweg abgestritten. Und das ist etwas ganz anderes als „ignoriert“.

        • Ich sprach nicht von der Tranzendenz, sondern von der Qualität der Transzendenz. Diese eigentümliche Qualität hat der Blogautor bis heute nicht verstanden und ignoriert sie daher.

          Im übrigen muß ich nicht ständig das Wort „möglich“ vor Transzendenz setzen, damit man versteht, daß ich keine Transzendenz postuliere, sondern auf ihre Qualität hinaus will.

          Intelligente Menschen verstehen dies zumindest und müssen nicht auf juristische Spitzfindigkeiten zurückgreifen, um zu „argumentieren“.

          Meine Positionen zu dem Thema sind bekannt, und meine sprachliche Ausdrucksweise war verständlich – zumindest für diejenigen, die nicht trollen wollen.

      • Nein 🙂

        „Dies dürfte auch schwierig werden, da es sich ja um ein transzendentes Wesen handelt.“
        „Um Wesen handelt“
        Dies implitziert eine Existenzunterstellung

        Weiter würde die Vorstellung einer (möglichen) Transzendenz noch lange nicht die Existenz einer transzendenten Entität nach sich ziehen.

        Wenn ein gedankliches Konzept den wissenschaftliche Argumente (d.h. Beweise oder Gegenbeweise!) ausschließt, dann kann es sich um vieles Handeln (z.B. Wahnvorstellungen), aber nunmal nicht Wissenschaft.

        Davon unabhängig könnte man die Wirkungen der Glaubensvorstellungen natürlich wissenschaftlich untersuchen, da diese Vorstellungen aber auf keine reale Existenz fußen, keinen praktischen Nutzen oder äußerste Strenge liefern respektive fordern, fällt das – völlig passend zu Wahnvorstellungen – in den Bereich der Psychatrie.
        (Beziehungsweise rechtfertigt nicht eine eigene Disziplin)

        Aber man muss sich denke ich nicht an der Theologie aufhängen;
        gesellschaftlich ist diese nunmal seit langem gewachsen, und nur weil sie kaum wissenschaftlichen Kriterien genügt (wie es eben so unter Geistes’wissenschaften‘ üblich ist) muss man dies nicht gleich abschaffen.
        Aber sicherlich ist es unredlich eine schwache Disziplin zur Legitimation einer noch wahnsinnigeren Kaffeefahrtveranstaltung zu mißbrauchen.

        Apropos Aufräumen an Universitäten:
        Würde man die Kriterien wissenschaftlicher Erkenntnismächtigkeit ernsthaft an alle Disziplinen anwenden, dann würden wohl viele Disziplinen verschwinden – nicht nur Bullshit-Bingo Bereiche, sondern durchaus auch ernstnehmbare Fächer.
        Beispiele von Disziplinen, die meiner Ansicht nach mit Wissenschaft nichts zu tun haben:
        * Juristerei (Anspruchsvoller Ausbildungsberuf)
        * Medizin (Die medizinische Forschung die es gibt kann durch die Pharmazie u Biologie abgedeckt werden)
        * Germanistik (Schreiben u Lesen lernt man in der Grundschule – was soll da erforscht werden?)
        * …

        • Sind das nicht alles Fächer, in denen es eher auf Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse ankommt, als auf Erkenntnisgewinnung?

        • Germanistik und Jura systematisieren in aller Rechtschaffenheit und, obwohl keine Wissenschaften zu nennen, sind hinreichend wissenschaftlich zu nennen. Als Fächer betrachtet natürlich.

          Die Medizin ist natürlich eher eine Handwerkskunst, sie ist allerdings wissenschaftlich fundiert und bedient sich vor allem der Erkenntnisse der Biologie. Und sie ist iA erfolgreich dabei.

          Die Medizin, die sich selbst beschönigend „alternativ“ oder sich in Abgrenzung zu einer „Schulmedizin“ gibt, und den Boden der Wissenschaft verlassen hat, ist typischerweise als Quacksalberei oder schlicht Betrug zu bezeichnen.

        • Die Schulmedizin ist also das Ausbund von Seriosität und Humanität?

          Mitnichten.

          Es gibt durchaus sinnvolle Konzepte alternativer Medizin.

          Es ist wie mit der Lügenpresse (=Schulmedizin). Die Kritik ist berechtigt.

          Die Kritik an den Kritikern aber auch.

          Auch dort muß man kritisch lesen und hinterfragen.

          Siehe z.B. beim aktuellen Fall von Allahu-Akbar-Paul, der angeblich ein Mihigru sein sollte.

  10. Grundsätzlich müssen Genderstudien nicht unwissenschaftlich sein, das ist schon richtig, aber dafür müssen sie ergebnisoffen sein.
    Also, um jetzt beim Beispiel „mathematischer Begabung in Abhängigkeit vom Geschlecht“ zu bleiben, wären denkbare Ergebnisse:

    – das Gen für Mathe gibt es in zwei Allelen gut (M) und schlecht (m), die eine geschlechtsabhängige Ausprägung haben; mm erzeugt immer Mathenieten, MM immer Mathecracks, Mm erzeugt bei Jungen Mathecracks und bei Mädchen Mathenieten, deshalb gibt es statistisch mehr männliche Mathecracks. Ob das Zufall ist oder evolutionäre Vorteile hat(te), bleibt weitergehenden Forschungen überlassen

    – Jungen und Mädchen sind im Durchschnitt gleich gut in Mathe, gegenteilige Behauptungen sind reines Vorurteil

    – Jungen und Mädchen sind von der Anlage her gleich gut in Mathe, aber die vorhandenen Vorurteile entmutigen Mädchen, die gut in Mathe sind, und ermutigen Jungen, was die Statistik verschiebt, da Mathe trainierbar ist

    – Mädchen sind eigentlich im Schnitt sogar besser in Mathe, aber die Entmutigung ist zu groß

    – Mädchen bekommen ständig gesagt, wie sprachbegabt sie seien und was für tolle Sozialkompetenzen sie hätten

    – Berufe, die Mathefähigkeiten erforderlich machen, sind aus völlig unabhängigen Gründen für Frauen weniger attraktiv als für Männer, weshalb es sich für Frauen weniger lohnt, ihren Matheskill zu steigern

    – Mathefähigkeiten bei Frauen wirken auf Männer nicht erotisch, umgekehrt aber schon (afk, im Keller lachen)

    Das Ergebnis dabei wäre ja schon interessant. Aber bei vielen GenderforscherInnen habe ich den Eindruck, sie wollten Gedankenstrich 2-4 beweisen, und fertig.

    • „Bekannt sei inzwischen, dass Herzinfarkte bei Frauen und Männern unterschiedliche Symptomatik hätten.“
      Gott ist das deprimierend…Frauen sind ja auch im Schnitt 10 Jahre älter als Männer, wenn sie einen Herzinfarkt bekommen.
      Bei Brustkrebs ist es umgekehrt.
      Und die bei psychischen Erkrankungen sind die Diagnosen derselben Person schon unterschiedlich… (kein Witz).
      😉

  11. „Sind Genderstudies unwissenschaftlich?“

    Ich würde eher sagen, Gender-Studies sind populärwissenschaftlich 😉

    Der Link im Beitrag von KlausT zeigt ja schon die Richtung: Eines der wesentlichen Ziele von Gender-Studies ist es, den Massenmedien Futter für Stories zu liefern.

    Und dieses Futter soll den angesprochenen Konsumenten auch schmecken, daher ist die Richtung schon klar vorgegeben. Und Genderistas tragen bei ihrem Galopp XXL-Scheuklappen um nicht von Abweichungen links und rechts irritiert zu werden.

    Objektiv betrachtet erfüllen Gender-Studies durchaus ihre Zielvorgabe. Auch die zweite Zielvorgabe, die Erhöhung der von aussen wahrnehmbaren Präsenz von Frauen im Wissenschaftsbetrieb, wird erfüllt.

    Wahrnehmbar ist hier wichtig, da die Herden von grauen Germanistik-, Philosophie- oder Soziologie-Hühnern völlig untergehen, vorzeigbare BWL- und Juramäuse ihr Heil natürlich in der Privatwirtschaft suchen und die Sozialpädagogik/Pädagogik-Hennen auch mit Vorliebe jenseits des Campus glucken…

    • „Ich würde eher sagen, Gender-Studies sind populärwissenschaftlich“

      Dann müsste ja eine echte Wissenschaftlichkeit dahinter stehen, die durch „gender“ transportiert wird? Seh ich nicht….

  12. Wenn ich was zu Popper einschmeißen darf:

    „Since Popper’s name is invoked so often by Joe, it’s worthwhile examining
    his philosophy in a bit of detail. My copy of Encyclopedia Britannica had
    this to say about Popper:

    Popper’s principal contribution to the philosophy of science rests
    on his rejection of the inductive method in the empirical sciences.
    According to this traditional view, a scientific hypothesis may be
    tested and verified by obtaining the repeated outcome of substantiating
    observations. As the Scottish empiricist David Hume had shown, however,
    only an infinite number of such confirming results could prove the
    theory correct. Popper argued instead that hypotheses are deductively
    validated by what he called the „falsifiability criterion.“ Under this
    method, a scientist seeks to discover an observed exception to his
    postulated rule. The absence of contradictory evidence thereby becomes
    corroboration of his theory. According to Popper, such pseudosciences
    as astrology, metaphysics, Marxist history, and Freudian psychoanalysis
    are not empirical sciences, because of their failure to adhere to the
    principle of falsifiability.

    and also:

    Several important changes in the formulation of the meaning criterion
    took place in the ensuing decades from 1930 to 1960. The original
    version formulated in terms of verifiability was replaced by a more
    tolerant version expressed in terms of testability or confirmability.
    Obviously, universal propositions, such as „All cats have claws,“
    being only partially supportable by positive instances (one cannot
    examine every cat that exists), are not conclusively verifiable.
    Nevertheless, scientists do accept lawlike statements on the basis
    of only incomplete, as well as indirect, verification–which is what
    „confirmation“ amounts to.

    It was in coming to this juncture in his critique of Positivism that
    Karl Popper, an Austro-English philosopher of science, in his Logik
    der Forschung (1935; The Logic of Scientific Discovery, 1959), insisted
    that the meaning criterion should be abandoned and replaced by a
    criterion of demarcation between empirical (scientific) and
    transempirical (nonscientific, metaphysical) questions and answers–
    a criterion that, according to Popper, is to be testability, or, in
    his own version, falsifiability; i.e., refutability. Popper was
    impressed by how easy it is to supposedly verify all sorts of
    assertions–those of psychoanalytic theories seemed to him to be
    abhorrent examples. But the decisive feature, as Popper saw it,
    should be whether it is in principle conceivable that evidence
    could be cited that would refute (or disconfirm) a given law,
    hypothesis, or theory. Theories are (often) bold conjectures. It
    is true that scientists should be encouraged in their construction of
    theories–no matter how far they deviate from the tradition; it is
    also true, however, that all such conjectures should be subjected to
    the most severe and searching criticism and experimental scrutiny of
    their truth claims. The growth of knowledge thus proceeds through the
    elimination of error; i.e., through the refutation of hypotheses that
    are either logically inconsistent or entail empirically refuted
    consequences.

    In other words, a theory or an assertion is „meaningless“, according to
    Popper, if it cannot be open to falsification by either empirical
    observation or logical analysis. By contrast, a „meaningful“ theory or
    assertion is one that is supported by either empirical evidence or logical
    reasoning, but which still retains the capacity of being falsified by
    further evidence. Such a theory or assertion is held to be „provisionally
    true“ until some evidence or logical reasoning turns up which falsifies it.
    If a theory or assertion can’t be falsified by either empirical observation
    or logical reasoning, then it is forbidden, as Joe would say, by Popper
    Falsifiability.

    So where does the assertion „all things have a beginning or an end in some
    way“ fit into all this? Is it really forbidden by „Popper Falsifiability“
    as Joe claims, or is it indeed permissible? The answer is neither. It is,
    in truth, an assertion which falls entirely outside the Popper universe.
    To explain:

    According to Popper (and Hume), in order to test the assertion that all
    things have a beginning or an end in some way, we would have to travel to
    all parts of the Universe and observe every object or process that arises to
    see if it does have a beginning or an end in some way, and we would have to
    continue doing this for the rest of eternity. Only then, when we have
    examined all things in every time and place in the Universe, could we know
    for sure that all things have a beginning or an end in some way. But
    because it is literally impossible for us to test the assertion in this way,
    Popper and Hume would no doubt conclude that it is unverifiable and
    therefore meaningless.

    And yet we *can* verify it, logically, as being absolutely true by noting
    that the very act of „observation“ involves distinguishing one thing from
    another, which cannot occur unless the things being distinguished have a
    beginning or an end in some way. This means that no matter where we go in
    the Universe, or which time-period we travel to, every object or process
    that we observe will necessarily have a beginning or an end in some way.
    Indeed, just the very idea of traveling to some part of the Universe in
    order to test whether a thing there is finite and has boundaries
    automatically implies that it is finite and has boundaries. If it didn’t,
    we wouldn’t have to travel there.

    In other words, thought conducts the experiment which aims to falsify the
    assertion that „all things have a beginning or an end in some way“ and finds
    that it cannot be done. It find that such an assertion will always be true
    because it is true by logical necessity.

    So here we have an assertion which has no place in Popper’s conceptual
    framework at all. He cannot even begin to comment upon it because it
    resides wholly beyond his categorization of the world. The assertion is
    both *falsifiable*, in the sense that it can be rigorously tested by logical
    analysis, and *absolutely true*, in the sense that neither logic nor
    experimental observation can undermine it. This has no meaning in
    Popper’s universe, and, as such, he’s not in the position to either forbid
    it or accept it.

    It’s yet another example of the limitations of academic theorizing when it
    comes to profound reasoning. „

    • „So here we have an assertion which has no place in Popper’s conceptual framework at all.“

      Nicht nur die Falsifizierbarkeit entfällt, auch die Möglichkeit des Testens. Wenn einmal Ende ist, ist nichts mehr zu reproduzieren. Vor dem Anfang zum Anfang hin scheint auch nicht greifbar.

      Wenn Poppers Prinzip Allgemeingültigkeit, also auch diesen Spezialfall umfassen, soll gäbe es weder Anfang noch Ende (des Universums).

      Diese rein logische Folgerung aus Poppers Wissenschaftstheorie müsste auch gar nicht verifiziert werden oder falsifizierbar sein. Ist ja nur eine Folgerung.

      Das bedeutet imho, dass es wahrscheinlicher ist, dass das Universum keinen Anfang oder Ende kennt.
      Die Mathematik ja auch nicht, wie passend.

      • Blöderweise kennt das Universum Popper nicht 🙂
        Die Natur ist die beste Wissenschaftlerin, Sie hat immer recht und sie redet nicht schlecht über die Kollegen 🙂

        • Wir können das „Universum“ nur indirekt uns erschliessen. Das wird ja allein durch die Lichtgeschwindigkeit klar.

          „Die Natur“ ist eine gewisse romantische Vorstellung, über die Schopenhauer meinte sie sei viel eher „dämonisch“ als „göttlich“, sicherlich aber ist sie keine Wissenschaftlerin.

  13. Gender ist nicht „unwissenschaftlich“ – sondern antiwissenschaftlich.

    Dass die Gender Studies im Wesen unwissentschaftlich sind, kann man am leichtesten damit begründen, dass sie *unmittelbar zum Handeln auffordern*.

    Lehre und Handlungsaufforderung sind in ihnen einerlei. Daher der handlungsauffordernde Charakter von Begriffen wie „doing gender“ und „gender mainstreaming“, die nach den gender-Leuten nicht von „gender“ zu trennen sind.

    Jede Wissenschaftlichkeit, ob echte oder draufgesetzte (Theologie zB), ist durch reine Intellektualität, Reflektion und tendenziell Wertneutralität geprägt. Sie liefert *nie* Handlungsanweisungen, sondern vermittelt lediglich Wissen, Hypothesen, Gedankengänge, etc.

    Diese Aufforderung zur Handlung ist es, die gender als un-, und exakter gesprochen als anti-wissenschaftlich gut angreifbar macht.

    Antiwissenschaftlich ist Gender, weil keine Alternativen dargestellt werden und sofort zum Angriff auf die Wissenschaft und Gesellschaft geblasen wird.

    Die Hypothese von Gender ist bekanntlich, dass der Mensch vollkommen durch die Gesellschaft geformt wird, selbst sein Geschlecht. Und nicht nur das: der ist-Zustand ist einer der vollkommenen Unterdrückung, der beendet werden muss und zwar von jedem, der diese „Wahrheit“ erfährt.

    Gender ist nur ein Teil der Idee der „Sozialen Gerechtigkeit“, die nach exakt dem gleichen Strickmuster funktionieren soll, nur nach anderen Kategorien als dem „Geschlecht“.

    • ps der antiwissenschaftliche Charakter von gender offenbart sich auch in einer grundsätzlichen Haltung gegenüber jeder Wissenschaft als Teil des angeblichen allgemein vorhandenen Unterdrückungsmechanismus.

  14. Am Rande: „Wissenschaftlich“ bzw. „unwissenschaftlich“ sind Gummi-Begriffe die sich gar nicht richtig definieren lassen. Sie basieren darauf dass es einen Konsens gibt welches Wissen einen Wert hat und welches nicht. Dieser Konsens ist aber willkürlich und von über die Zeit wechselnden Mehrheiten festgelegt.
    Man könnte sagen dass nur MINT wissenschaftlich ist, oder man könnte sagen dass alles wissenschaftlich ist, egal wie banal das Wissen ist.

    Ich bin da ja ganz beinhart und sage dass es jenseits von „Ich denke also bin ich“ überhaupt gar kein Wissen gibt, alles nur Glaube ist. U.a. deswegen weil man den Solipsismus nicht beweisen oder widerlegen kann. Also kann man auch nicht beweisen dass die Aussenwelt existiert, das kann man nur glauben. Und damit ist auch alles scheinbare Wissen dieser Welt nur Glaube.

    „Ich denke also bin ich“, das ist das einzige Wissen was es gibt!

    • Woher weißt du denn, dass es Denken ist, was du grade tust? Was umfasst der Begriff „Ich“?

      Das lässt sich alles unabhängig von einer außerhalb des Subjektes liegenden Welt nicht denken.

    • „Gummi-Begriffe die sich gar nicht richtig definieren lassen“

      Da irrst du gewaltig. „Wissenschaftlich“ ist all das zu bezeichnen, was systematisch, unter Berücksichtigung aller relevanten Fakten und Ansichten, Hypothesen, Theorien vorgeht. „Unwissenschaftlich“ wird das bezeichnet, was in dieser Hinsicht mangelhaft ist oder gar nicht der wissenschaftlichen Form folgt.

      Ein Roman ist zB wäre als „unwissenschaftlich“ zu bezeichnen, oder dein Vorgehen hier, zB dieser apodiktische Ausspruch:

      „und sage dass es jenseits von „Ich denke also bin ich“ überhaupt gar kein Wissen gibt“

      Das geht schon klar in Richtung Antiwissenschaftlichkeit. Zumindest ist es wisssenschaftsfeindlich, denn die Negierung von Wissen schliesst eine Systematisierung desselben a priori aus.

      „Dieser Konsens ist aber willkürlich und von über die Zeit wechselnden Mehrheiten festgelegt.“

      Mehrheiten bestimmen nicht darüber, was Wissen und was fälschlicherweise als Wissen angesehender bullshit ist. Jedenfalls nicht dauerhaft.

    • Falsch: Wissenschaft bedeutet, dass
      1. die intersubjektive Überprüfbarkeit gegeben ist
      2. klar falsifizerte Theorien verworfen werden.

      All das wäre bei Gender Studies durchaus möglich, denn genderfragen sind soziologische Fragen (im Kern, unter Beteiligung zahlreicher anderer Wissenschaftsgebiete)

      Solange dies aber nicht so gehandhabt wird, bleiben Gender Studies eine Pseudowissenschaft, bzw Cargo-Cult Science. (Um R. P. Feynman zu zitieren)
      https://en.wikipedia.org/wiki/Cargo_cult_science

      • „All das wäre bei Gender Studies durchaus möglich, denn genderfragen sind soziologische Fragen“

        Nein, denn gender bezieht sich auf Butler, die diese „studies“ begründet hat. Die hat zB behauptet, dass alle Wissenschaft nur Teil des Ganzen ist, welches die Geschlechterrollen festlegt, zur Unterdrückung aller.

        Diese zentrale Aussage, ein reines Dogma, ist natürlich nicht falsifizierbar und ausserdem leicht als rein selbstbezüglicher Verschwörungswahn zu begreifen.

        Das auch nur in die Nähe von Wissenschaftlichkeit zu rücken ist vollkommen absurd.

  15. Pingback: Gastartikel: Leszek zu der Frage, ob Gender Studies unwissenschaftlich sind | Geschlechterallerlei

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