Kürzung der Gelder für Gender Studies in den USA?

Scienes Files berichtet das Folgende:

Donald Trump hat den Entwurf für seinen ersten Haushalt veröffentlicht, und er ist sich treu geblieben:  (…)

Stellen Sie sich vor, ein Programm, eine Abgabe, eine Nutznießerkette, die von einem deutschen Ministerium, z.B. in die Welt von Genderismus oder Rassismusbekämpfung aufgebaut wurde, würde in einem künftigen Haushalt einfach so gestrichen. Weg. Futsch. Behörden und Ämter, die damit beschäftigt gewesen sind, z.B. Gender Mainstreaming zu befördern oder die Deutschen zu antirassistischen Gutmenschen zu erziehen, würden einfach so gestrichen, die dort Beschäftigten auf die Straße gesetzt.

Bisher nicht vorstellbar in Deutschland.

Vorstellbar und machbar in den USA. Insgesamt 19 nationale Behörden sind im Entwurf des ersten Trump-Budget gestrichen und entsprechend nicht mehr vorhanden, darunter das National Endowment for the Humanities, ein Amt, von dem aus insbesondere Forschungsgelder in den Bereich der Gender Studies geflossen sind. Die Liste der vom NEH geförderten Projekte und Maßnahmen, die den Gender Studies zugeordnet werden können, umfasst 681 Einträge, die jeweilige Fördersumme reicht von wenigen Tausend US-Dollar bis in die Hundertausende.

Mit der Streichung des NEH ist nicht nur das Ende dieser Projekte und Maßnahmen, sofern sie nicht bereits abgeschlossen sind, gekommen, tatsächlich stellt die US-Administration damit jegliche Förderung von Gender Studies und verwandtem Unsinn ein.

Das Ende der Gender Studies ist eingeläutet. Die Zeit, in der man mit Gender Fördergelder für jeden Unsinn erheischen konnte, sie ist vorbei – zumindest in den USA

Kann das jemand so bestätigen? Das wäre ja wirklich eine radikale Streichung. Auch interessieren würde mich, wie schnell sich das auswirkt: Wie lange halten die Gelder des letzten Haushaltes vor?

Und was wären die „Folgeschäden“ in anderen Bereichen? Er scheint sich damit ja allgemein auf die Geisteswissenschaften einzuschießen. Ein anderer Bericht dazu:

Es geht wohl nicht ums Geld. Die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, die staatliche Förderung von Kunst und Geisteswissenschaften zu beenden, scheint eher von Ideologie getrieben zu sein, sagt der Historiker Marcus Gräser.

Bereits vor einigen Tagen berichteten amerikanische Medien, dass US-Präsident Donald Trump den zwei wichtigsten Kulturförderprogrammen des Landes das Geld streichen möchte. Betroffen wären die NEH – die National Endowment for the Humanities – und die NEA, die National Endowment for the Arts. Damit würde er die staatliche Kunst- und Kulturpolitik der USA beenden.

„Das würde für diese Programme natürlich das Aus bedeuten, da sie ohnehin chronisch unterfinanziert sind“, sagte dazu der Linzer Historiker Marcus Gräser im Deutschlandradio Kultur. Dabei sei die Förderungssumme in Höhe von 140 bis 150 Millionen Dollar pro Einrichtung und Jahr ohnehin nicht sehr hoch. Und dennoch seien „ganz bestimmte Programme“ von diesen Geldern abhängig, etwa im Bereich der Digitalisierung von Kulturgütern.

0,02 Prozent des US-Haushaltes für Geisteswissenschaften und Kunst
Auf die Frage, was Trump mit dieser Ankündigung bezwecke, sagte Gräser: „Wenn man das kürzt unter der Maxime ‚Wir müssen Geld sparen‘, dann ist es eigentlich ein lächerliches Argument.“ Beide Programme bekämen derzeit gerade mal 0,02 Prozent des staatlichen Haushaltes.

Trump vertrete mit einem möglichen Kahlschlag der staatlichen Förderung von Kunst und Geisteswissenschaften vielmehr eine klassische republikanische Position, nach der Kulturförderung als „Wohlfahrtsprogramm für kulturelle Eliten“ gebrandmarkt werde, erläuterte Gräser. Geisteswissenschaftliche Forschungen würden von konservativen Amerikanern oft als „Provokation“ verstanden.

„Klassisch-republikanische Haltung“
„Das heißt, wir haben auf der einen Seite eine ideologische Haltung gegenüber diesen Programmen, auch eine anti-intellektuelle Haltung. (…) Wir haben aber natürlich – und das ist die klassisch republikanische Haltung – hier die Vorstellung dahinterstehen, dass ein schwacher Staat agieren soll, der sich auf Kernaufgaben beschränkt. Und zu den Kernaufgaben gehört in den Augen der Amerikaner eben nicht die Förderung von Wissenschaft und Kunst.“

Bei der Kultur handele es sich in den USA um einen „schwachen Gegner“, dem man leicht etwas aus der Hand nehmen könne. Geisteswissenschaften und Kunst hätten in den USA keine Lobby, die lautstark protestieren könnte. Die einzige Hoffnung sei, dass die Kürzungssumme „so lächerlich gering“ sei, dass man die Anstrengung scheue. (huc)

Nach anderen Berichten geht es ebenfalls um durchaus wichtige Forschung:

Warum nun diese radikalen Einschnitte in Wissenschaft und Kunst vorgenommen werden sollen, erschließt sich nicht ohne weiteres. Die Washington Post rechnet vor, dass die Kürzungen der NEH-Mittel, so katastrophal sie sich auch auswirken werden, gerade einmal 0,003 Prozent des amerikanischen Bundeshaushalts ausmachen. Und auch aus der Liste der geförderten Projekte geht keineswegs hervor, warum diese Organisation unbedingt geschlossen werden muss: Themen, die man aus einer konservativen politischen Weltsicht für wichtig halten muss (etwa zur amerikanischen Geschichte, Archäologie, Bildung und Museumsarbeit), sind hier gut vertreten, ganz zu schweigen von den vielen Themen, die politisch völlig unverdächtig sind. Einen Schwerpunkt des NEH bilden seit einigen Jahren die Digital Humanities, die Neubestimmung der Geisteswissenschaften durch digitale Datenverarbeitung. Viele wichtige Technologien sind bereits aus der Verbindung von Geisteswissenschaften und IT hervorgegangen – die bekannteste ist vielleicht die Extensible Markup Language (XML), die ausgehend von der digitalen Erfassung literarischer Texte entstanden ist und heute in so gut wie jeder Form von Informationskodierung im Internet genutzt wird. Überhaupt sind die Förderprogramme der NEH durchaus anwendungsbezogen angelegt. Ich selbst habe erst kürzlich für die DFG an der Auswahlsitzung eines internationalen Förderprogramms teilgenommen, das von der NEH vor einigen Jahren initiiert worden war. Bei Digging into Data geht es explizit darum, den gesellschaftlichen Nutzen geistes- und sozialwissenschaftlicher Massendatenanalysen zu demonstrieren.

Daneben scheint auch die Klimaforschung und andere Bereiche betroffen zu sein, dagegen wird der Militärhaushalt anscheinend aufgestockt. Zudem sind amerikanische Universitäten auch weitaus weniger abhängig von staatlicher Unterstützung, da sie teilweise wesentlich höhere Vermögen und Einnahmen aus Studiengebühren haben.

Ich sehe insofern das Ende der Gender Studies noch nicht. Und die Kosten darüber hinaus scheinen mir auch nicht unbeachtlich.

 

Warum sich Studierende in den Gender Studies ausgeschlossen fühlen

Eine Studentin berichtet, warum sie sich in den Gender Studies ausgeschlossen fühlt:

Über die Gender Studies ist schon viel gemeckert, geschrieben und gezetert worden. Die AfD hat es sich sogar zur Aufgabe gemacht, das Fach ersatzlos aus der Hochschullandschaft zu verbannen.

Es wird angesichts der Unwissenschaftlichkeit zurecht gezetert und gemeckert. Mit einem echten Wissenschaftsanspruch und unter Aufgabe der Scheuklappen könnte Gender Studies ein interessantes Fach sein (wobei dann die Überschneidungen mit der evolutionären Geschlechterbiologie groß sein müssten). So könnte es ohne Verlust gestrichen werden.

Trotzdem zieht es immer wieder viele junge Menschen zu dem Fach der sozialen und biologischen Konstruktionen – so auch mich. Ich studiere an der Humboldt-Universität zu Berlin Deutsche Literatur und Gender Studies im mittlerweile vierten Fachsemester. Immer wieder bin ich konfrontiert mit allerlei Vorurteilen zum Thema, sodass ich mir eine Erwähnung meines Zweitfaches vor manch eine*r Kommiliton*in schon verkniffen habe.

Das freut mich. Es macht deutlich, dass die meisten eine realistische Einschätzung des Faches haben.

Obwohl ich nach wie vor von der Sinnhaftigkeit meiner Fachwahl überzeugt bin, gibt es leider auch einiges zu bemängeln. So fiel es mir in den vergangenen zwei Jahren vergleichsweise schwer, in den Gender Studies Anschluss zu finden. Nun könnte man zunächst meine soziale Kompetenz in Zweifel ziehen. Dazu sei gesagt, dass ich derlei Probleme aus dem Studiengang Deutsche Literatur überhaupt nicht kenne.

Ein Studiengang, der eigentlich voller Schutzräume ist und Inklusivität bringen soll macht es schwer, Anschluß zu finden. Woran könnte das liegen?

Im ersten Semester habe ich zusammen mit einer Trans*-Person einen Vortrag gehalten. Ich selbst bin weiß, erkennbar nicht trans*-positioniert und verhalte mich wohl leider meistens meiner weiblichen Genderrolle entsprechend. Beim ersten Referatstreffen hat sich diese Person äußerst reserviert mir gegenüber verhalten, immer in der Erwartung, dass ich gleich womöglich etwas Verletzendes sagen könnte.

Gender Studies erlaubt eben über die Privilegientheorie recht einfach die Abwertung von „Nichtunterdrückten“, da diese ja damit automatisch „Unterdrücker“ sind. Die Privilegierten werden eben nicht einfach akzeptiert, schon gar nicht, wenn sie ganz der Norm entsprechen, sondern müssen dazu schon deutlich machen, dass sie ihre Privilegien hinterfragen und eine gewisse Demut zeigen

Ich musste also erst beweisen, dass ich kein intolerantes Arschloch bin, sondern durchaus dazu imstande, mein Gegenüber nicht jedes Mal komisches anzusehen, nur weil er zu seinem Busen einen leichten Bartflaum trägt. Nach dem Referat bekam ich dann von meinem Kommilitonen erstaunliches Feedback: Die Arbeit mit mir habe ihm doch (überraschenderweise!) viel Spaß gemacht und sei auch für ihn lehrreich gewesen.

Ich dachte für Nichtdiskriminierung gibt es keine Kekse?

Selbstverständlich muss hier berücksichtigt werden, dass diese Person diskriminierende Erfahrungen gemacht hat, die ich nicht mal ansatzweise nachvollziehen kann. Dennoch hätte ich es toll gefunden, wenn man auch mir vorurteilsfrei begegnet wäre.

Da hat sie aus meiner Sicht den ideologischen Gehalt dieses Faches und ihren Platz in der Ideologie noch nicht verstanden.

Es entsteht ein Gefühl des Ausgeschlossenseins

Dieses Verhaltensmuster entdecke ich immer wieder bei anderen Gender-Studierenden. Mit einer echten Kontaktaufnahme wollte es einfach nicht so recht klappen.

Vielleicht hätte sie sich „queerer“ Verhalten müssen, sich also an die dortige Norm anpassen sollen, damit sie akzeptiert wird. Was interessant ist in einem Studium, welches letztendlich gerade gegen Normen ist.

Eine Kommilitonin erzählte mir, dass sich in ihrem Gender-Tutorium eine Studentin offen beklagt hätte, dass sie unter den Studierenden einfach keinen Anschluss fände. Und ohne diese Studentin verurteilen zu wollen: Sie war ziemlich blond, stark geschminkt und trug lange künstliche Fingernägel. Die Kommilitonin, die mir von dieser Geschichte erzählt hat, war nach einem Semester so enttäuscht und desillusioniert von diesem Ausschluss in den Gender Studies, dass sie schließlich ihr Zweitfach wechselte.

Ganz offen für alle Lebensweisen (solange sie eben nicht den verdammten Geschlechterrollen entsprechen)

Als ich schließlich selbst in diesem Tutorium saß, wurde mir bewusst, dass ich das Gefühl des Ausgeschlossenseins ziemlich gut nachvollziehen konnte. Zwar wurden die Studierenden immer wieder zur Teamarbeit angeregt. Das führte in meinem Fall jedoch nur zu noch mehr Unsicherheit, da ich das Gefühl hatte, dass man mit mir unter normalen Umständen gar nicht geredet hätte.

Wir sind voller Inklusivität (solange du nicht ein widerlicher Unterdrücker bist, der sich nicht nach unseren Normen, also queer verhält)

Schließlich kam es zu einer Schlüsselsituation, die bezeichnend war – für alles, was ich bisher erlebt hatte. Ich beschloss, einfach in der nächsten Sitzung des Seminars mal die Sitzreihe zu wechseln, um dort vielleicht mit Leuten ins Gespräch zu kommen, die ich bisher noch nicht kennengelernt hatte. An der eigenen Unzulänglichkeit müssen ja nicht immer zwingend die Anderen schuld sein. Kurz vor Beginn des Seminars wurde ich dann auch tatsächlich von einem Kommilitonen angesprochen. Nachdem ich fast dachte, dass mein genialer Schachzug sofort Wirkung zeigen würde, bat er mich, den Platz zu wechseln. Seine Freundin wolle dort neben ihm sitzen.

Erstaunlich finde ich, dass sie die Verbindung nicht deutlich herstellt und daraus etwas über das Fach ableitet.

Sind Gender Studies unwissenschaftlich?

Die Gender Studies Professorin Katja Sabisch wehrt Kritik an den Gender Studies ab: (in Bezug auf diesen Artikel in der Süddeutschen)

Dabei stellt sie durchaus gute Fragen:

Dabei bleibt aber eine grundsätzliche Frage offen: Wenn Gender-Forschung unwissenschaftlich ist, warum ist sie dann an deutschen Universitäten etabliert? Gibt es etwa ein Leck in der Qualitätskontrolle? Drückt die DFG bei der Gender-Forschung ein Auge zu? Sind die Berufungsstandards bei Professuren mit Gender-Denomination andere? Kurz: Ist das deutsche Wissenschaftssystem dem Untergang geweiht, da Gender Studies berücksichtigt werden?

Aus meiner Sicht ist das beste Einfallstor gewesen, dass sie üblicherweise unter „Philosophie“ laufen, die eben andere Qualitätsstandards hat und bei der man natürlich Forschung über bestimmte philosophische Richtungen vornehmen kann ohne das man damit deren Wahrheitsgehalt hinterfragen muss. Es ist dann eben eine reine interne Forschung, die interne Kritik aufgreift, aber in dem geschlossenen System bleibt. Die Theologie wird eben auch nicht abgeschafft, weil es keinen Gott gibt.

In Deutschland gibt es nur einige wenige Lehrstühle, die über eine dezidierte Gender-Studies-Denomination verfügen. In der Regel finden Lehre und Forschung über Geschlecht innerhalb einer Kerndisziplin statt, die sich in der Denomination durch den Zusatz „unter Berücksichtigung von Geschlecht/Gender“ auszeichnet – zum Beispiel „Geschichte der frühen Neuzeit und Geschlechtergeschichte“ oder „Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht“. Hier zeigt sich, dass Geschlechterforschung ein interdisziplinäres Fach ist, welches Theorien und Methoden unterschiedlichster Disziplinen wie Soziologie, Geschichtswissenschaft, Biologie, Politologie, Ökonomie, Medizin, Rechtswissenschaft oder Psychologie vereint.

Allerdings auch nur, soweit es in die Lehren passt. Es ist nicht tatsächlich ein Aufgreifen des Forschungsstandes und ein Hinterfragen der eigenen Lehren. Das Ergebnis wird immer kompatibel sein mit dem Glaubensbekenntnis von der Frau als Opfer.

Das bedeutet aber auch, dass jede Berufung und jeder Forschungsantrag den Gepflogenheiten der jeweiligen Disziplin entsprechen müssen. Wenn also gegen „die Gender Studies“, die „zu einem Großteil den Stand der empirischen Wissenschaften ignorieren“, gewettert wird, betrifft diese Kritik den Kern eines jeden einzelnen Fachs. Geschlechterforschung ist immer mit den methodischen Verfahrensweisen einer Disziplin verstrickt – sei es die empirische Sozialforschung, die historische Quellenanalyse oder die rechtswissenschaftliche Auslegung eines Paragrafen.

„Wir können gar nicht schlecht sein, sonst wären ja alle Fächer schlecht“ ist der zweite bemerkenswerte Rettungsanker neben dem obigen „wir können ja gar nicht schlecht sein, sonst hätte man uns gar nicht zugelassen“. Denn das ist ja ein sehr schwaches Argument. Es ist auch nicht abgesichert, dass die Gender Studies die Kernbereiche des jeweiligen Fachs richtig erfassen. Bei der Biologie oder der Psychologie machen sie es sicherlich nicht.

Daher sind die Angriffe auf ein Fach, das wie jedes andere ständig evaluiert, akkreditiert, peer-reviewed und qualitätsgesichert wird, haltlos.

Wenn Theologen theologische Studien evaluieren und peer-reviewen, dann bedeutet es nicht, dass es deswegen einen Gott geben muss. Es bedeutet, dass man diese Frage innerhalb eines Glaubenssystems nicht erfolgreich kontrolliert.

Willentlich – und keinesfalls aufgrund von Unkenntnis und Informationsdefiziten – wird hier Stimmung gemacht, und dies auf Kosten des gesamten Wissenschaftssystems. Denn wer Gender Studies infrage stellt, kann sich gleich auch Germanistik, Biologie oder Ökonomie vornehmen. Zur Debatte steht nämlich nicht die Unwissenschaftlichkeit einer einzigen Disziplin, sondern die des gesamten Wissenschaftssystems. Geschlechterforschung ist ebenso esoterisch, langweilig, ideologisch, kontrovers und aufregend wie alle anderen Wissenschaften auch. Denn es gelten wie überall die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis: Lege artis arbeiten, Resultate dokumentieren, Ergebnisse konsequent selbst anzweifeln.

Das wäre ja tatsächlich schön. Nur welche der dortigen Studien erfüllen diese Voraussetzungen eigentlich? Wenn ein Voss sich auf einen Lamarckismus berufen kann und dennoch Professor wird, dann kann die Einhaltung der Voraussetzungen nicht so streng kontrolliert werden. Wo bleibt aber vor allem die Kritik an den dann wohl „Schwarzen Schafen“, die im wesentlichen Männerfeindlichkeit propagieren und dann die Gender Studies diskreditieren?

Strömungen in Bereich „Gender-Kritik“

Leszek schlug Folgendes vor:

Wie wäre es mal mit einem Artikel speziell zum Thema „Strömungen im Bereich Gender-Kritik“? (Also nicht Feminismuskritik, sondern ganz speziell Gender-Kritik).
Ein solcher Artikel sollte idealerweise einen Überblick geben, aber auch die rationalen und aus unserer Sicht sinnvollen und wichtigen Formen von Gender-Kritik (wie sie z.B. der linke und liberale Maskulismus praktiziert) von frag- und kritikwürdigen Formen von Gender-Kritik abgrenzen.
Dabei wäre übrigens der Vollständigkeit halber auch die Kritik anderer feministischer Strömungen am Gender-Feminismus zu berücksichtigen.

Das ist durchaus ein interessantes Thema, aber aufgrund der Vagheit der Begrifflichkeiten schwer abzugrenzen.

Man müsste dabei wohl erst einmal definieren, was dabei unter „Gender“ überhaupt zu verstehen ist, gerade in der Verwendung in der Geschlechterdebatte.

Dabei können auch die Definitionen vielfältig sein:

  • Das „geistige Geschlecht“, also eine Abgrenzung zum körperlichen Geschlecht. Eine Betrachtung des „geschlechtlichen Verhaltens“ unabhängig davon, ob es auf Biologie oder Sozialisation beruht
  • Das „soziale Geschlecht“, also das Geschlecht, welches alleine auf Sozialisation beruht
  • Das „sozial konstruierte Geschlecht“: Also die Vorstellung, dass das gesamte Sozialverhalten eine reine gesellschaftliche Konstruktion ist, die es nicht geben müsste und die Vorstellung, dass es einen „Neutralzustand“ gibt, in dem Mann und Frau keine wesentlichen Kategorien sind

Wenn es um „Gender-Kritik“ geht, dann wird es meist um das letztere gehen, also die Vorstellung, dass es diesen Neutralzustand geben könnte, der häufig damit verbunden wird, dass der gegenwärtige Zustand ein Ergebnis bestimmter Machtverhältnisse ist, die dann eben zum Nachteil bzw zum Vorteil bestimmter Gruppen das soziale Geschlecht konstruieren (oder wenn es nach Butler geht überhaupt erst bestimmte Körpermerkmale wie etwa Busen oder Genitalien mit bestimmten Verhaltensvorschriften kombinieren)

Kritik setzt dabei aus verschiedenen Richtungen an:

  • Der Grundgedanke ist bereits falsch, weil
  • Es mag eine Sozialisation nach Geschlechtern geben, aber die ist auch gut, weil
    • sie schon immer so war
    • Frauen eben Frauen sein wollen und Männer eben Männer sein wollen, beides hat seine Vor- und Nachteile und Frauen bringen nun einmal die Kinder auf die Welt
    • Männer eben einfach besser sind und das Sagen haben sollten, wenn sie die Regeln so gemacht haben, dann stimmt das schon so
    • sie MIR gefällt und MIR entgegen kommt (passt für Frauen oder Männer)
  • Es mag eine Soziale Konstruktion sein, aber sie übertreiben mit ihrer Idee, dass man deswegen neutral sein soll. Das ist genau so ein Zwang, nur in eine andere Richtung
  • Es mag ein soziale Konstruktion sein, aber die Gründe für die Konstruktion im Genderfeminismus sind falsch, es geht nicht um einseitige Macht für Männer, sondern beide Geschlechter arbeiten auf ihre Weise daran, die Geschlechterrollen zu erhalten und fühlen sich üblicherweise darin wohl. Sie wollen weder neutral noch das andere Geschlecht sein.
  • Die Mittel, die der Genderfeminismus einsetzt, sind falsch: Sie errichten ein einseitiges System der Schuldzuweisung und sind weniger darauf aus, dass man die Geschlechterrollen auflöst, sondern eher darauf, einen Sündenbock für ihnen nicht genehme gesellschaftliche Zustände zu haben.
  • Die im Bereich „Gender“ gewählten neuen Theorien der tausend Geschlechter sind falsch und schießen weit über das Ziel hinaus. Sie errichten unsinnige neue Geschlechter und richten damit weit aus mehr Schaden an als sie nutzen bringen

Das wäre so das erste Brainstorming zu verschiedenen Richtungen aus denen man Kritik an „Gender“ bringen könnte.

Leszek schrieb noch in einem weiteren Kommentar:

Man könnte u.a. folgende Kategorien einbeziehen:

  • Naturwissenschaftliche Gender-Kritik (z.B. Ulrich Kutschera, Axel Meyer): kritisiert schwerpunktmäig die Ausblendung biologischer Forschungsbefunde und Theorien im Gender-Feminismus.
  • Sozialwissenschaftliche Gender-Kritik (z.B. Gerhard Amendt, Walter Hollstein, Anthony Synnott, Christoph Kucklick): Überschneidet sich inhaltlich stark mit Kritik am radikalen Feminismus an sich, im Vordergrund steht bei der sozialwissenschaftlichen Gender-Kritik eher die Kritik an der Ausgrenzung der Forschungsbefunde zu Diskriminierungen, sozialen Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, von denen Jungen und Männer betroffen sind sowie die Kritik an wissenschaftlich widerlegten feministischen Behauptungen zu sozialwissenschaftlichen Themen.
  • Geisteswissenschaftliche Gender-Kritik (Alexander Ulfig wäre ein Beispiel): Hier steht die kritische Analyse von ideengeschichtlichen, theoretischen und speziell auch wissenschaftstheoretischen Grundlagen der Gender Studies bzw. des Gender-Feminismus im Vordergrund.

(Die genannten Kategorien bilden natürlich nur Idealtypen, die sich in der Praxis häufig überschneiden.)

Dann des Weiteren die politischen Kategorien: Liberale, konservative und linke Gender-Kritik.

Ich gehe ja davon aus, dass Liberale eine Wertepräferenz für den Wert Freiheit, Konservative eine Wertepräferenz für den Wert Sicherheit und Linke eine Wertepräferenz für den Wert Gerechtigkeit haben (wobei es auf Ebene von politischen Unterströmungen und erst Recht auf Ebene von Individuen zu zahlreichen Mischformen kommen kann).

Diesbezüglich gäbe es sicherlich einige Ähnlichkeiten zu dem, was ich in der Vergangenheit schonmal dazu geschrieben hatte, welche spezifischen Formen die Feminismuskritik im Maskulismus unter verschiedenen politischen Perspektiven annehmen kann:

Einordnung im Maskulismus in Bezug auf Feminismuskritik

  • Liberale Gender-Kritik: fokussiert demnach stärker auf die illiberalen Aspekte des Einflusses des Gender-Feminismus, z.B. Einschränkungen der Meinungsfreiheit, Propagierung neuer Rollenvorgaben, Quoten usw.
  • Linke Gender-Kritik: fokussiert stärker auf die Ungerechtigkeit, zu der der Gender-Feminismus durch seine Ignoranz gegenüber den Problemen von Jungen und Männern beiträgt, überschneidet sich also stark mit der spezifisch männerrechtlichen Sichtweise.
  • Konservative Gender-Kritik: tendiert eher dazu im Gender-Feminismus eine Gefahr für Familie und die Möglichkeit des Lebens nach traditionellen Geschlechterrollen zu sehen. Konservative Gender-Kritiker befürchten eine angebliche Frühsexualisierung (es ist übrigens ein auffallender Unterschied, dass linke und liberale Gender-Kritiker den Gender-Feminismus meist eher als sexuell-repressiv wahrnehmen und ihn deshalb kritisieren während konservative Gender-Kritiker eine Übersexualisierung durch den Gender-Feminismus befürchten). Z.T. nimmt konservative Gender-Kritik leider auch homophobe Züge an, verbindet sich mit irrationalen Veschwörungstheorien, in manchen Fällen beinhaltet sie leider auch antisemitische Elemente.

Des Weiteren gäbe es dann noch Kritik am Gender-Feminismus seitens konkurrierender feministischer Strömungen:

  • klassisch-radikalfeministische Gender-Kritik: Es gibt ja einen Streit um die kulturelle Hegemonie zwischen klassischem Radikalfeminismus und postmodernem Gender-Feminismus. Unterschiedliche Auffassungen gibt es u.a. zu den Themen Intersektionalität, Multikulturalismus, Sexarbeit, Pornographie, BDSM und Transsexualität.
  • liberal-feministische Gender-Kritik: Also die Kritik von liberalen Feministinnen wie Christina Hoff Sommers, Cathy Young, Daphne Patai und Wendy McElroy am Gender-Feminismus.
  • marxistisch-feministische Gender-Kritik (z.B. Nancy Fraser & Tove Soiland): kritisiert den Gender-Feminismus als neoliberalismus-kompatibel und kapitalismus-konform.
  • evolutionär-feministische Gender-Kritik (z.B. Griet Vandermassen): überschneidet sich mit naturwissenschaftlicher Gender-Kritik, kritisiert aber auch die Schaffung neuer Rollenvorgaben und fordert eine Orientierung am Individuum.

Und dann natürlich die maskulistische/männerrechtliche Gender-Kritik, die sich aber auch nochmal in links, liberal und konservativ differenzieren ließe und dementspreched Überschneidungen zu dem bereits Gesagten beinhaltet, aber bei alldem wesentlich auf die Probleme von Jungen und Männern fokussiert.

Alles Genannte wären wie gesagt Idealtypen, die einer besseren wissenschaftlichen Kategorisierung dienen sollen. In der Realität finden sich natürlich zahlreiche Vermischungen der genannten Aspekte.

Das wären so meine ersten Assoziationen, aber vielleicht hast du ja ergänzende – oder auch ganz andere – Ideen dazu.

Wäre interessant, ob man das überein bringen kann mit meinen Gedanken oben. Einiges lässt sich sicherlich wiederfinden.

Leszek hatte noch weitere Ideen:

Ich habe oben also versucht drei Hauptkategorien zu benennen, die für die Perspektiven, aus denen heraus Gender-Kritik formuliert wird, m.E. wichtig sind:

1. Übergreifende Wissenschaftsbereiche: Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Geisteswissenschaften.

Natürlich wären hier potentiell weitere Präzisierungen nach konkreten wissenschaftlichen Disziplinen im Kontext dieser übergreifenden Wissenschaftsbereiche möglich, z.B. biologische Gender-Kritik, soziologische Gender-Kritik, philosophische Gender-Kritik etc.

2. Politische Weltsichten: liberal, konservativ, links

Auch hier wären natürlich weitere Präzisierungen in politische Unterströmungen und Mischformen potentiell möglich.

3. Strömungen/Theorien im Geschlechterdiskurs

Dies lässt sich unterteilen in:

a) konkurrierende feministische Strömungen/Theorien

b) maskulistische/männerrechtliche Strömungen/Theorien

Als Unterpunkt c könnte hier vielleicht noch die – zwar sehr seltene, aber zumindest im Einzelfall vorhandene – Gender Studies-interne Gender-Kritik genannt werden. In Deutschland wäre als jemand, der die Gender Studies von innen her in einem positiven Sinne zu reformieren versucht Stefan Hirschauer zu nennen

Er scheint mit seinen Forderungen innerhalb des Feldes der Gender Studies allerdings bislang ziemlich allein dazustehen.

Und noch als Ergänzung:

Bei dieser Gelegenheit wäre es sicherlich nicht schlecht einmal zu definieren, was mit dem dem Begriff „Gender-Kritik“ eigentlich gemeint sein soll.

Ich würde sagen „Gender“ als Bezugspunkt von Kritik kann sich auf drei miteinander zusammenhängende, aber nicht völlig miteinander identische Aspekte beziehen:

– die Gender Studies als akademisches Feld
– der postmoderne Gender-Feminismus in Theorie und Praxis als soziale und politische Bewegung
– das Gender Mainstreaming als politisches Programm

Gender-Kritik wäre demnach die Kritik – und zwar Kritik im Sinne einer wesentlichen kritischen Infragestellung, eine Kritik, die also auf wesentliche Teilaspekte oder das Ganze der kritisierten Sache abzielt – der Gender Studies als akademischem Feld und/oder des Gender-Feminismus als sozialer und politischer Bewegung und/oder des Gender Mainstreamings als politischem Programm.

„Gender-Kritik“ in diesem allgemeinen Sinne definiert sagt noch nichts darüber aus aus welcher Perspektive, mit welcher Absicht und welchen Argumenten und auf Grundlage welcher Maßstäbe diese Kritik erfolgt, ob es sich um fundierte oder unfundierte, gut oder schlecht begründete Kritik handelt usw.. Diese Definition ist daher umfassend genug um alles einzubeziehen, was ich oben erwähnte.

Dazu vielleicht noch das Folgende:

  • die Gender Studies als akademisches Feld: Hier wäre mein Hauptproblem die Unwissenschaftlichkeit und das Ausblenden anderweitiger Forschung. Die Gender Studies ignorieren im wesentlichen alles, was nicht ihrer Theorie entspricht und überdecken gravierende Löcher in ihren Theorien. Das sie an einer Universität gelehrt werden und sich dort als Wissenschaft verkaufen dürfen ist ein äußert trauriger Zustand.
  • der postmoderne Gender-Feminismus in Theorie und Praxis als soziale und politische Bewegung: Hier wäre mein Hauptkritikpunkt, dass sie vorgeben eine Bewegung zu sein, die soziale Gerechtigkeit will, tatsächlich aber einfaches Gruppendenken praktizieren, mit binären Einteilungen in Gut und Böse. Zudem auch, dass sie das „Normale“ zum Feind erklärt haben statt sich für die Akzeptanz von weniger häufigen einzusetzen.
  • das Gender Mainstreaming als politisches Programm: Hier stört mich die unkritische Übernahme dieser oben kritisierten ideologischen Richtungen und ebenso die Ignoranz gegenüber anderweitigen Ansätzen. Es wird versucht von oben herab eine ideologische Umschulung vorzunehmen, die mehr Probleme verursacht als sie gegenwärtig löst, weil die Ansätze zu radikal und zu sehr geprägt von bestimmten Feindbildern ist um wirklich das Gesetze Ziel des Abbaus von Diskriminierungen erreichen zu können

Wie würdet ihr einteilen? Was findet ihr falsch an dem oben dargestellten? Was ist eure Gender-Kritik und welchen Oberbegriff würdet ihr dafür verwenden?

Die Beauftragung von Feministinnen als Versicherung gegen Sexismusvorwürfe

Ein Text beleuchtet, was die Beauftragung von Feministinnen und deren Einbindung in bestimmte Abläufe für einige Firmen attraktiv macht:

“Diversity training” largely serves as malpractice insurance for human resources. Companies know that at any moment they could find their name trending on Twitter as the outrage of the day. “We held a diversity training” is something legal can say to offload liability: “we told people we expected something out of them, so it’s their fault for not following whatever abstract, ill-defined advice they were given, not our fault for ignoring behavior going on in our office.” Hiring a diversity speaker costs less than a lawsuit, and thus there exists a cottage industry of professional-class women who travel the country to lecture engineers about how their very existence upsets professional-class women. Companies trumpet the commencement of diversity initiatives in press releases and on social media, but follow-ups describing the concrete achievements — or failures — of such initiatives are curiously hard to find.

Ich glaube, dass ein Großteil des „feministischen Marktes“ genau diesem Gedankenschema folgt:

  • Man möchte sich gegen einen Vorwurf der Frauenfeindlichkeit schützen, auch dagegen sexistisch zu sein oder allgemein Fraueninteressen nicht hinreichend beachtet zu haben.
  • Also beauftragt man jemand, den man gut als Entschuldigung vorzeigen kann, falls jemand fragt. Das muss ein ausgewiesener Feminist sein.

Insofern sind eine Großteil der entsprechenden Stellen, Institute, Studien und Forschungsprojekte Costly Signals, die der eigenen Absicherung dienen: Seht, wir beachten Fraueninteressen, seht wir bemühen uns um die Förderung der Frau, seht wir sind keine Sexisten.

Auch wenn dann so etwas wie diese Studie dabei herauskommt:

Glaciers are key icons of climate change and global environmental change. However, the relationships among gender, science, and glaciers – particularly related to epistemological questions about the production of glaciological knowledge – remain understudied. This paper thus proposes a feminist glaciology framework with four key components: 1) knowledge producers; (2) gendered science and knowledge; (3) systems of scientific domination; and (4) alternative representations of glaciers. Merging feminist postcolonial science studies and feminist political ecology, the feminist glaciology framework generates robust analysis of gender, power, and epistemologies in dynamic social-ecological systems, thereby leading to more just and equitable science and human-ice interactions.

kann man jedenfalls einen Haken neben das Anforderungsfeld „Haben sie Gender Mainstreaming berücksichtig oder anderweitig Genderaspekte einfließen lassen?“ und es sieht entsprechend gut aus.

Twitter arbeitet wahrscheinlich auch aus diesem Grund mit radikalen Feministinnen zusammen, weil es dadurch zwar den Unmut einiger weniger Nutzer auf sich zieht (prozentuell gesehen), aber ein Mitarbeiter kann eben einen entsprechenden Haken setzen.

Und die UN wird auch Leute wie Anita Sarkessian einladen, weil sie damit eben eine bekannte Feministin eingeladen haben, bei denen niemand sagen kann, dass sie Fraueninteressen nicht zugehört haben. Natürlich verschärft sich das noch, wenn man entsprechende Stellen schafft, die dann wiederum tatsächlich daran glauben und eine entsprechende Politik umsetzen: Die Entlastungsfunktion bleibt zwar erhalten, indem man auf diese Verweisen kann, aber es hat sich eben auch ein entsprechender Brückenkopf gebildet, der entsprechende Ideen in konkrete Projekte einfließen lässt. Auch das lässt man natürlich zu, denn sich nunmehr gegen diesen zu stellen würde erst recht Frauenfeindlich wirken und das will man ja gerade vermeiden. Es entwickeln sich entsprechende Strukturen, gegen die man nichts machen kann und um die man herum arbeiten muss.

Das man jemanden braucht, den man als Experten auf dem Gebiet ausweisen kann, macht auch Gender Studies als Studiengang so gefährlich. Man hat hier einen „Geschlechterexperten“, universitär mit Abschluß bestätigt, und es gibt ansonsten nichts vergleichbares auf dem Markt. Das ihr Wissen ideologischer Blödsinn und eher gefährlich als nützlich ist, ist dabei unwesentlich. Man hat etwas für einen Stellenausschreibung, was man als Qualifikation angeben kann und keiner kann einem vorwerfen, dass man die Stelle nicht qualifiziert besetzt hat. Das gibt den Gender Studies ein gefährliches Alleinstellungsmerkmal in dem Bereich.

Dieser Mechanismus kann meiner Meinung nach nur über eine Aufklärung über den radikalen Inhalt des modernen Feminismus durchbrochen werden. Erst wenn der Werbungs- und Absicherungseffekt sich in einen „warum beschäftigt ihr radikale Spinnerinnen, die nur auf Feindseligkeit zwischen den Geschlechtern abstellen?“-Effekt umwandelt, wird auch der Effekt zurückgehen.