Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Bei den Gender Studies gibt es nur Frauen, vor allem auf den Professuren. Werden da nicht Männer diskriminiert? (7)

Paula-Irene Villa Braslavsky, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Bei den Gender Studies gibt es nur Frauen, vor allem auf den Professuren. Werden da nicht Männer diskriminiert?

Ein klassischer Vorwurf: Ihr wollt für Gleichberechtigung sein, aber ihr habt kein gleiches Verhältnis von Männern und Frauen.
Was wäre aus meiner Sicht die ehrliche Antwort:

Da in den Gender Studies die Theorie vertreten wird, dass Männer privilegiert sind und Privilegierte oft ihre eigene Privilegierung übersehen und zudem Männer nicht den Raum einnehmen sollen, der eigentlich Frauen zusteht, ist es nur folgerichtig, dass Männer seltener auf solche Posten gelangen. Männer sollten nicht lehren, sondern zuhören, ihre Privilegien reflektieren und sich allenfalls als „Allys“ hilfsbereit im Hintergrund halten. Gender Studies soll ja gerade die Vorherrschaft der Männer aufbrechen und das kann man nicht, wenn dort genau so viele Männer wie Frauen sind. Etwas in der Art.

Ihre Antwort:

Es stimmt, bei den Professuren und den festen Stellen in den Gender Studies gibt es auffällig wenig Männer (vgl. https://www.mvbz.org). Über die Gründe ist wenig geforscht, darüber lässt sich also nur spekulieren. Einerseits mag der geringe Männeranteil daran liegen, dass nach wie vor sich deutlich mehr Frauen als Männer für diesen Studien-, dann auch Forschungsschwerpunkt interessieren. Denn sehr oft gilt noch die stereotype Form: wo Geschlecht oder Gender drauf steht, sind Frauen drin. Zum anderen kann es gut sein, dass Frauen in diesem Feld eher gesehen und gefördert werden. Angenommen werden kann aber zugleich, dass die meisten im Feld sich bemühen, allen Geschlechtern faire Chancen zu geben und alle Geschlechter auch als Interessierte zu adressieren. Anders gesagt: wir möchten gern Männer und alle Geschlechter ermutigen, sich in diesem Forschungsbereich ernsthaft zu engagieren!

Warum macht sie eigentlich so einen FAQ, wenn sie die tatsächlichen Antworten eigentlich nie liefert, sondern sich immer mit „dazu ist wenig geforscht“ rausredet? Das die Opfer ein Deutungsprivileg haben und das Männer in diesem Fach insofern eben weitaus weniger eine Autorität haben können, ist doch nun wirklich einfach in der Theorie zu erkennen. Wenn dort Männer sind, dann müssten es allenfalls Transmänner sein oder zumindest solche, die schwul sind und diesen Bereich als diskriminierte Minderheit bearbeiten oder in irgendeiner anderen Form einer Minderheit angehören. Ansonsten kollidieren sie viel zu schnell mit den eigentlichen Theorien in den Gender Studies, wenn sie etwa weiße, alte Männer wären und über diese herziehen oder deren Macht anzweifeln, während sie gleichzeitig weiblichen Studenten Noten geben. Ein Gender Studies Professor ohne Minderheitenstatus zumindest als PoC in der weiten Version, also irgendwie mit zumindest einen arabischen Touch kann seinen Beruf nicht ausüben und die Theorien gleichzeitig ernst nehmen.

Das wäre interessant: Gibt es einen männlichen Gender Studies Professor, der sich keiner Minderheit im intersektionalen Sinne zurechnet und eher auf dem Gebiet forscht, in dem er diskriminiert ist? Ich vermute selbst ein männlicher weißer Fat studies Professor wäre nicht ausreichend.

 

Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Wollen die Gender Studies das Geschlecht abschaffen? (3)

Paula-Irene Villa, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Wollen die Gender Studies das Geschlecht abschaffen?

Die Gender Studies wollen insgesamt weder Geschlecht abschaffen noch, wie manchmal auch vermutet wird, es allen aufzwingen. Vielmehr wollen die Gender Studies forschend herausfinden, wo wie für wen warum in welcher Weise und mit welchen Folgen Geschlecht überhaupt eine Rolle spielt (oder auch nicht). Dabei hat sich im Laufe der Forschung, insbesondere in historischer Hinsicht gezeigt, dass ‘Geschlecht’ im Laufe der Geschichte sehr Verschiedenes bedeutet hat

Eine sehr ausweichende Antwort. Denn die Gender Studies wollen es ja weniger erforschen, sie haben eine sehr klare Meinung davon, was „Geschlecht“ eigentlich ist und sie sehen es üblicherweise als eine rein soziale Konstruktion, bei der zwar gewisse Körperliche Gegebenheiten vorhanden sind, alles darum aber sozial „erfunden“ worden ist. Hier wird dann auch wieder nicht zwischen Geschlecht und Gender unterschieden, wobei diese Unterteilung letztendlich im radikaleren „Trans-Feminismus“ auch irrelevant wird, weil man dort ist, was man selbst festlegt und fühlt und eine Aussage wie „Männer haben einen Penis, Frauen eine Vagina“ transfeindlich und falsch wäre.

Auch in diesem Absatz wird schon eine Beliebigkeit vorgetäuscht, die so in der Geschichte eben gerade nicht vorhanden war: Selbst in frühsten Überlieferungen kennt man die Einteilung in Männer und Frauen und selbst wenn Transsexuelle oder „männlichere Frauen“ und „weiblichere Männer“ vorhanden waren ändert das nichts an der ganz wesentlichen Einteilung in zwei Geschlechter.

Letztendlich ist die angebliche Unsicherheit hier eine relative:

Biologisch ist männlich, wer die kleineren Geschlechterzellen produziert und weiblich, wer die größeren Geschlechterzellen produziert, eben beim Menschen Spermien und Eizellen. Das geschlechtliche Verhalten hingegen entsteht im wesentlichen unter der Wirkung pränataler und postnataler Hormone, deren Menge graduell schwanken kann, aber üblicherweise bei den Geschlechtern schon deswegen festgelegt ist, weil Männer eben Hoden haben, die sehr viel Testosterone produzieren und Frauen Eierstöcke, die sehr viel Östrogene etc produzieren.

(z.B. in Bezug auf Männlichkeit https://www.univie.ac.at/igl.geschichte/maennlichkeiten/Mueller/literatur_maennlichkeiten.htm; Waldner o.J. für die Altertumswissenschaften; https://www2.hu-berlin.de/nilus/net-publications/ibaes2/Waldner/text.pdf), auch körperlich (z.B. Laqueur 1993) sein kann. Auch im regionalen Vergleich, oder entlang von religiösen oder kulturellen Differenzen kann Geschlecht enorm variieren. Zudem hat sich in empirischen Studien gezeigt, dass ‘Geschlecht’ ganz Unterschiedliches und nicht etwas immer Gleiches meinen muss (eine Übersicht zur Forschung in der Anthropologie bei Shahrokhi o.J.: https://www.eolss.net/sample-chapters/C04/E6-20D-68-22.pdf oder für die Ethnologie S. Schröter http://www.bpb.de/apuz/135446/grenzverlaeufe-zwischen-den-geschlechtern-aus-ethnologischer-perspektive?p=all): Geschlecht bezieht sich im Alltag auf Gefühle, Sexualität, Körper, Tätigkeiten, Lebensentwürfe, Identität, Zuständigkeiten usw. All’ dies zusammen genommen bedeutet, dass es gar nicht so klar ist, wie und als was ‘das Geschlecht’ fest zu machen ist.

Auch da eine klassische Taktik: Leichte Abweichungen, die teilweise enorm selten vorkommen, und üblicherweise Vermischungen der beiden Geschlechter darstellen, werden als Argument dafür genommen, dass die zwei Hauptkategorien nicht bestehen. Aber selbst wenn Abgrenzungen nicht genau sind kann man Kategorien bilden (Fuzzy Sets) und dies natürlich erst recht, wenn in geringen Fällen „Vermischungen“ in den Randbereichen vorliegen. Nur weil es zB Kreuzungen von Eseln und Pferden gibt bedeutet das nicht, dass es Esel und Pferde nicht als Kategorie gibt.

In diesem Link verweisen sie auf Mead, deren Forschung sich im wesentlichen als falsch herausgestellt hat, weil die Eingeborenen ihr Geschichten erzählt haben

In diesem Text geht es um Frauenfeste im antiken Griechenland

Und dieser Text führt bestimmte Formen „dritter Geschlechter“ (im wesentlichen Transsexuelle oder Sonderformen der Hormonverläufe) und deren Namen in bestimmten Regionen an.

All das kann wie gesagt die grundsätzliche Einteilung in Mann und Frau wenig angreifen.

Geschlechtlichkeit ist, wie manchmal in der Forschung gesagt wird, prekär oder fragil; eine hoch wirksame und wichtige ‘Uneigentlichkeit’ gewissermaßen. Diese Uneigentlichkeit hat Folgen. Auch wenn Geschlecht bei näherer Betrachtung gar nicht so eindeutig ist, zeigen sich dann aber oft eindeutige Folgen in Bezug auf soziale Ungleichheit (Pay Gap, Pension Gap, Zeitverwendung auf unbezahlte und bezahlte Arbeit). Gender Studies wollen also weder Geschlecht wichtiger machen als es ist, noch es abschaffen, sondern herausfinden, wieso etwas, das gar nicht so einfach und eindeutig und immer gleich bestimmbar ist, sich in sozialer Ungleichheit verhärtet.

Das große Problem ist eben, dass sie eben nicht herausfinden wollen, wieso etwas ist: Sie haben die Antwort bereits gefunden: Männer sind aufgrund ungerechter sozialer Konstruktionen der Gesellschaft privilegiert, Frauen benachteiligt. Gerecht ist nur Ergebnisgleichheit. Unterschiede zwischen den Geschlechtern aus ihrer Biologie heraus in Interessen und Fähigkeitsausprägungen werden ignoriert.

Manche (nicht alle!) Positionen in den Gender Studies möchten tatsächlich dazu beitragen, die großen Folgen des ‘kleinen Unterschieds’ abzumildern oder ganz zu überwinden. Das hieße dann nicht, ‘das Geschlecht abzuschaffen’, sondern dessen ungleichen Folgen auf dem Arbeitsmarkt, beim Einkommen, in der Lebenserwartung oder der Gesundheit usw. Wenn etwa bei Karrieren oder der Berufswahl tatsächlich die Geschlechtszugehörigkeit gar keine Rolle spielte oder bei der Frage, wer sich hauptsächlich um den Haushalt und die Kinder kümmert. Man kann sich ja durchaus zudem die Frage stellen, was gewonnen – oder verloren – wäre, wenn Geschlecht ein derart relativ unwichtiges Merkmal wäre wie, sagen wir, die Form des Ohrläppchens. Solche Phantasien gehören aber eher in das Reich der Belletristik.

„Wenn etwa Geschlechtszugehörigkeit keine Rolle spielte…“ eine sehr vorsichtige Formulierung, die deutlich macht, dass man hier Feld und Festung betreibt. Denn ein Ansatz, der das tatsächlich hinterfragt, gibt es ja bei den Gender Studies nicht: Geschlechtszugehörigkeit DARF keine Rolle spielen.

Insofern mal wieder ein Text, der Kritik entkräften soll, dabei aber unehrlich vorgeht und wenig Argumente bringt.

Many Shades of Gender – Ein FAQ zu den Gender Studies: Sind Geschlechtsunterschiede nicht angeboren? (1)

Paula-Irene Villa, Genderprofessorin, hat ein FAQ zu Mythen über die Gender Studies erstellt. Ich wollte sie nach und nach hier besprechen:

Heute:

Sind Geschlechtsunterschiede nicht angeboren?

Das ist eine wichtige und interessante Frage. Sie wird in vielen Disziplinen gestellt und beschäftigt Natur- wie Sozialwissenschaften seit Jahrzehnten. Sie ist allerdings auch kaum in der Eindeutigkeit beantwortbar und daher womöglich falsch gestellt. Das liegt daran, dass Menschen biosoziale Lebewesen sind. Es gehört zur sozialen Natur des Menschen, die Welt (die natürliche Mitwelt, die physikalische Umwelt, die symbolische Welt der Zeichen und Sprache usw.) wie auch sich selber – ausdrücklich einschließlich auch den eigenen Körper – zu gestalten. In diesem Lichte sind Sozialität und Natürlichkeit tatsächlich immer miteinander verschränkt. Das bedeutet, dass sich Soziales nie unabhängig vom Biologisch-Materiellen realisiert (kein Denken, Sprechen, Lieben usw. ohne Gehirn, keine Praxis ohne Nerven und Muskeln, keine Partnerschaft oder Familie ohne physiologische Erregungen usw.), wie auch dass das Biologisch-Materielle immer auch sozial geprägt ist (wie aktuell etwa Epigenetik, Hormon- und Stoffwechsel, Adipositas usw. zeigen). Das konkretisiert sich nicht zuletzt ja darin, dass die körperliche Natur des Menschen zwar nicht beliebig oder unendlich, aber doch ganz wesentlich plastisch ist.

Das ist einer der klassischen Punkte, mit denen sich Gender Studies rausreden, wenn es um angeborene Unterschiede gibt: Sie erklären, dass es diese geben mag, aber das eben alles plastisch ist und damit letztendlich die biologischen Unterschiede keine Rolle spielen.

Ein Text, der diese Plastizität dann einmal tatsächlich mit Argumenten und Studien belegt fehlt üblicherweise.

Sie gehen nicht auf die vielen Punkte ein, die dagegen sprechen, dass dort eine hohe Plastizität vorliegt, etwa Transsexuelle, CAH, CAIS, cloacal exstrophy oder der Umstand, dass die Geschlechterunterschiede weltweit beobachtet werden können.

Es gibt zwischen Menschen auf der biologischen Ebene durchaus Unterschiede, die durchaus ‘so gegeben sind’ und als geschlechtlich gelten: Etwa chromosomale Ausstattung oder die reproduktiven Organe wie Gebärmutter oder Hodensäcke. Derartige Organe, Körperformen, deren Funktionen erkennen die Gender Studies selbstverständlich an.

Das ist dann die zweite Ausflucht: Wir erkennen ja Unterschiede an (aber wir werden niemals Unterschiede im Gehirn zugeben, die nicht plastisch sind und sich auf Verhalten und Interessen auswirken)

Allerdings weisen die Gender Studies die alltagsweltliche und auch historisch oft zu Unrecht formulierte Annahme zurück, dass sich aus Chromosomen, Gebärmutter oder möglichen Hirndifferenzen ganze ‘Geschlechtlichkeiten’ kausal ergeben. Das heißt, die Gender Studies fragen – möglichst offen – danach, was sich aus ‘angeborenen’ Qualitäten ergibt, und auch: was nicht. Vielfach haben die Gender Studies in diesem Sinne aufklären und zeigen können, dass auch die modernen naturwissenschaftlichen Tatsachen und dass so manche alltägliche Vorstellung davon, was an Geschlecht angeboren und was erlernt oder auch nur vermeintlich geschlechtlich ist, doch ziemlich vorurteilsbehaftet ist.

Haben sie eben nicht. Sie haben es allenfalls wenn man unter „aufklären“ versteht, dass man alle entgegenstehenden biologischen Fälle ignoriert und bestimmte Unterschiede absolut setzt, auch wenn sie in einem ganz anderen Kontext bestehen bleiben (etwa: früher haben adelige Hochhackige Schuhe und Seidenstrumpfhosen getragen, heute machen das Männer nicht mehr und es gilt als weiblich als Nachweis, dass alles plastisch ist. Tatsächlich ist es schlicht so, dass Adelige damit ganz andere Sachen ausdrücken wollten und damals auch konnten, etwa dass sie reich waren, dass sie unpraktische Kleidung tragen konnten, weil sie ja nicht arbeiten mussten etc)

Wir wissen heute, auch den Gender Studies sei dank, dass es nicht angeboren ist, dass nur Männer Flugzeuge fliegen oder nur Frauen sich um kleine Kinder kümmern können.

Das „Nur“ macht da schon den Strohmann deutlich. Tatsächlich wäre ja die wissenschaftliche Feststellung eher, dass

  • räumliches Denken beim Fliegen wichtig ist und dies in enger Verbindung mit (pränatalen) Testosteron steht und Pilot sein zum einem eher Leute anspricht die sich für Dinge interessieren und zum anderen mit einem Familienleben schwer zu vereinbaren ist, weil man auf vielen Flügen irgendwo in Hotels übernachten muss
  • Frauen wesentlich stärker auf das Kindchenschema reagieren und sich um Kinder kümmern häufig auch wesentlich interessanter finden, weil es auch eine helfende Tätigkeit mit Menschen ist. Männer hingegen haben das Problem, dass für sie Statusaufbau über Kinderbetreuung wesentlich schwieriger ist als über den Beruf. Und in all diese Punkte spielt die Biologie mit hinein

Wir wissen heute, dass das was zunächst als angeboren gilt, sich bisweilen als (auch) sozial geprägt und sozial wandelbar erweist. Wir wissen heute ebenso, dass es Körperlichkeiten, Materialitäten, biologische Tatsachen gibt, die Geschlechtlichkeit mit-prägen. Die Forschung dazu hält an, und auch wenn die Dualität von ‘angeboren’ vs. ‘anerzogen’ bzw. ‘nature’ vs. ‘nurture’ letztlich weder sozial- noch biowissenschaftlich sinnvoll ist, so ist doch die Suche nach unterschiedlichen Ontologien des Geschlechts hoch produktiv und auch relevant. Es kommt schließlich noch hinzu, dass auch die wesentlich angeborenen oder gegebenen Aspekte von Geschlecht hoch komplex und dynamisch sind.

Nur findet die tatsächlich interessante Forschung dazu nicht in den Gender Studies dar, die diese Punkte schlicht schnell bei Seite schieben will, weil sie nicht in die eigenen Theorien passen. Dort findet insofern eher „Antiforschung“ dazu statt, so wie bei Theologen, die bei der Erforschung zu Naturwissenschaften immer nur daran interessiert sind, dass sie eine noch nicht erklärte Lücke finden und schützen können, in der sie einen Gott verorten können.

Kurzum: Geschlechtsunterschiede, die sozial, ökonomisch, kulturell, psychologisch und individuell relevant sind, basieren auf angeborenen Materialitäten (Gene, Muskeln, Gehirne, Hormone usw.), die allesamt beim Menschen hoch plastisch und so unausweichlich auch sozial geprägt sind. Was dies genau bedeutet, dazu forschen auch die Gender Studies.

Leider eben nicht. All diese Punkte spielen in den Theorien der Gender Studies keinerlei Rolle und die dazu bestehende Forschung wird eben gerade nicht aufgegriffen

Zum Weiterlesen:

Faszinierend zu lesende Links, die alle eins gemein haben: Sie erwähnen zwar teilweise bestimmte Konstellationen wie CAH aber sie drücken sich darum, deren Auswirkungen auf das Verhalten darzustellen.
Ein Beispiel aus dem ersten Beitrag:

In congenital adrenal hyperplasia (CAH), a female fetus (XX) is exposed to high levels of adrenal hormone and is born looking like a boy. In androgen insensitivity syndrome (AIS), a male fetus is unresponsive to androgens and is born looking like a girl. In 5-alpha reductase deficiency (5-ARD), androgen levels are normal but an enzyme necessary for male genital development is missing; these individuals may appear to be female and may be raised as girls, but at puberty they develop masculine secondary sex characteristics.

CAH Mädchen sehen eben gerade nicht wie Jungen aus, sondern wie Mädchen. Aber sie Verhalten sich wie Jungen. Und bei 5-Alpha reductaase deficiency zeigt sich eigentlich das Folgende:

Gender development and 5a-reductase-2 deficiency (5a-RD-2) and 17bhydroxysteroid dehydrogenase-3 deficiency (17b-HSD-3) Children with 5α-RD-2 have an enzyme defect that prenatally blocks the conversion of testosterone into dihydrotestosterone. Consequently they are born with external genitals that are female in appearance. They are usually raised as girls and seem to have a female gender identity, but, if the condition is not discovered in childhood, these children develop male sex characteristics in puberty: growth of their “clitoris” and scrotum, lowering of the voice, beard growth, masculine muscle development, and masculine body fat distribution. After puberty, many of these youngsters start living as males and develop a sexual attraction toward females. These transitions have been primarily documented in non-Western cultures. When raised as boys, these children have a male identity and behave like boys.

Also auch ein Verhalten, welches nicht zu der Erziehung und den prägenden Geschlechterrollen passt.

Insofern ein sehr schwacher Artikel, der den wesentlichen Problemen aus dem Weg geht

Objektivität und die Anzahl verschiedener Erklärungen in wissenschaftlichen Artikeln aus den Gender Studies

Eine sehr interessante Studie nimmt die Gender Studies unter die Lupe:

Gender studies (GS) has been challenged on epistemological grounds. Here, we compare samples of peer-reviewed academic journal publications written by GS authors and authors from closely related disciplines in the social sciences. The material consisted of 2805 statements from 36 peer-reviewed journal articles, sampled from the Swedish Gender Studies List, which covers >12,000 publications. Each statement was coded as expressing a lack of any of three aspects of objectivity: Bias, Normativity, or Political activism, or as considering any of four realms of explanation for the behaviours or phenomena under study: Biology/genetics, Individual/group differences, Environment/culture, or Societal institutions. Statements in GS publications did to a greater extent express bias and normativity, but not political activism. They did also to a greater extent consider cultural, environmental, social, and societal realms of explanation, and to a lesser extent biological and individual differences explanations.

Quelle: Objectivity and realms of explanation in academic journal articles concerning sex/gender: a comparison of Gender studies and the other social sciences

Erst einmal wird die bestehende Lage ganz interessant zusammen gefasst:

Gender studies is a growing academic field, on a track of establishing itself as a discipline in its own right (Lykke et al. 2007; Thurén 2002). However, a chain of criticism has been launched towards Gender studies, which may in turn be related to claims about it being ideologically and politically charged. Here, we summarize the central points in this criticism, select a few of particular importance, and analyze differences between journal articles that have more or less gender perspective.

Gender studies is an interdisciplinary field featuring many subjects under study (Thurén 2002), and the current definition should be specified. Here, we follow the most comprehensive encyclopedia in Sweden, in which Gender studies is described as (1) relating to power structures: “The perspective of interpretation is based on the power relationship that historically, culturally and socially have defined women’s and men’s roles and status in society” (2) social construction of gender: “… the society and culture are structured according to gender… this determines our experiences and knowledge and how others perceive us” and (3) intersectionality: “…how different power relations interact in the construction of social differences…” (Nationalencyklopedin 2016, our translation).

Academe has been skeptical towards Gender studies and its predecessor Women’s studies, with claims that it is biased (Baumeister 2015) and overly political and not scholarly enough (Zalewski 2003). The field has also been fraught with internal conflict, to a large extent related to various strands of French poststructuralist theory and to the conflation of academe and politics (e.g., Brown 1997; Friedman 1997). This is piece and parcel of the criticisms launched in the “science wars” that raved in the USA in the 1990s (Brown 2001; Nelkin 1996), a period of controversy and heated debate that was strongly associated with Gender studies and related ideological currents in academe, stemming from post-modernism, relativism, and critical theory (Brown 2001; Sokal and Bricmont 1998). It was characterized by a complex mix of different epistemological and philosophical standpoints, issues of objectivity, subjectivity, and bias, and whether science should be disinterested or have an activist agenda (Brown 2001; Gross and Levitt 1994; Nelkin 1996). Much of these deviations from mainstream science are subsumed under the label “feminist epistemology”, which is reviewed together with its main thrusts of criticism by philosopher of science Elizabeth Anderson (2015). Ideology is often thought to hinder the pursuit of truth and scientifically based knowledge, for the apparent reason that it tends to limit the search space of explanations and co-variates, bias the interpretation of data, and favor methods that provide the answers one wishes to get (e.g., Carl 2015; Klein and Stern 2009; Koertge 1998). From this perspective, it has been observed that Gender studies is closely related to the feminist movement, an activist agenda, and associated ideologies (Curthoys 2014; Liinason 2011; Lykke et al. 2007) with influences from postmodernism (Brodribb 1993), relativism (Friedman 1997), and critical theory (Bergman 2000; Thurén 2002). Also explicit societal goals are central: “…there are questions regarding how gender studies within the subject itself can contribute to the societal changes that are desirable from a feminist point of view” (Thurén 2003, p. 27, our translation). This is clearly at variance with some traditional scholarly ideals, such as disinterest (Merton 1973).

Sweden is unique for both being highly sex egalitarian and for having exerted governmental support for Gender studies for several decades. According to the 2015 Global Gender Gap Report, Sweden is ranked as the fourth most sex egalitarian out of 145 countries (World Economic Forum 2015, p. 8). The country has a feminist political party called Fi! and a government that self-identifies as feminist (Socialdemokraterna 2016, p. 6). It is therefore likely to offer a milieu with a high level of public as well as institutional support for Gender studies. Inasmuch as there is a general development in Sweden’s direction, it would constitute an example of the future for other nations heading in the same direction. Specifically, Gender studies has received considerable structural and financial support (Bergman 2000), amounting at least SEK 400 million1 in the period 2001–2011 (Swedish Research Council 2011). This may be compared to the total national support to the humanities and the social sciences from the Swedish Research Council in 2015, which was SEK 253 million (Swedish Research Council 2016). Given a similar level of support to the latter two domains in previous years, and adjusted for inflation, Gender studies has received approximately one sixth of the total funding for the humanities and the social sciences (see Söderlund and Madison 2015 for further details). This substantial financial support was earmarked for Gender studies alone, and aimed to boost and internationalize the field. Another example of the level of institutional support is that central feminist beliefs are implemented in official governmental documents. For example, Sweden’s “Public State Investigations” (SOU; Statens offentliga utredningar) states that sex roles can and should be changed by governmental interventions in kindergarten (Delegationen för jämställdhet i förskolan 2004, p. 64; 94), that sex is a social construction (Delegationen för jämställdhet i förskolan 2006, p. 55) and that femininity and masculinity depend on the interaction between sex, class, and ethnicity (Delegationen för jämställdhet i förskolan 2006, p. 34). In summary, there has been extensive acceptance and promotion of feminism and Gender studies from the highest political and administrative levels of government. It is therefore not surprising that the level of criticism is smaller in Sweden than in many other countries, and that it seems to be more common from outside academe than from within.

However, academic criticism has been mounted on the account that Swedish Gender studies scholars have little international outreach (Rothstein 2006), and that governmental support for greater equality has endorsed one specific theory, in violation of established scientific practice (Rothstein 2012). A debate has also emerged outside academe proper; Governmental research support bodies have been accused of uncritically accepting questionable project applications merely on the grounds of their using certain gender buzzwords (Popova 2005), and popular articles and books accuse Gender studies of ideological bias and poor methodology; specifically cherry-picking statistics, methods, informants, etc., to arrive at the desired conclusions (see for example Billing 2012; Ström 2007). Along the same lines have Women’s studies and Gender studies scholars in Sweden described their field as tension-ridden (Bergman 2000), and their concepts as contested (Liinason and Holm 2006). Gender studies scholars have furthermore characterized the institutionalization of their field as troublesome, inasmuch as both themselves and their efforts have been systematically thwarted (Thurén 2003).

Die Studie analysiert dann eine bestimmte Anzahl von Studien näher und kommt zu interessanten Ergebnissen:

As exemplified by the Neutral group in the present sample, there is a huge literature that explores causes for sex differences amongst endocrinological, neurodevelopmental, and genetic factors. Recall that even the Neutral articles were found with the keyword gender, in order to make them more comparable to the other two groups, and that many of them therefore consider sex differences. This is because many research papers use the word gender (i.e. social sex) to denote sex (i.e. being biologically a man or woman). These and other papers throughout the social sciences find relationships between sex and other variables, such as age, relationship status, parenthood, and many other environmental influences, in patterns predicted by evolutionary theories, in particular those related to differential parental investment, costly signaling, and mate selection (e.g., Buss and Shackelford 2008; Stoet and Geary 2015; Verweij et al. 2016; Wåhlin-Jacobsen et al. 2015; for reviews, see Buss 2003; Schmitt 2005). It is reasonable to assume that these theoretical perspectives, by and large, explain a substantial proportion of the variance related to group or individual differences, otherwise would these approaches have waned for lack of empirical support. It is therefore notable that such factors are only mentioned five times in all 24 articles with some level of gender perspective, as compared to 33 times in the 12 Neutral articles. The probability of mentioning such a factor is thus 13 times smaller when a gender perspective is applied. This would not be all that remarkable if Gender studies, with its heritage from the social sciences and humanities, were compared with the natural sciences and medicine. It seems quite remarkable when compared with other social sciences, however, which are nominally equally unconcerned with biological and genetic explanatory models. It seems therefore recommendable that gender scholars and other interested parties consider and examine whether Gender studies might be prey to selective accounts of reality on the basis of ideological preferences.

Preferences of opinion and hence of objectivity were also found in the Gender studies articles, with examples such as: “In reality is the possibility of differences and individuality within the frame of equality between men based on the collective oppression of women”, and”[f]or men to be able to portray themselves as protectors do women need to be portrayed as defenceless and exposed” (our translation). This presupposition of women’s subordination could be related to the ideological background of the Gender studies area. Notable is that biased statements were found in half of the Self-identified articles with 21 instances, but not at all in the Neutral articles. Nevertheless, the proportion was very low and the case of biased content within Gender studies would benefit from further study within larger text samples. What on the other hand was almost non-existent in our data was political activism. The high occurrence of statements expressing normativity in the two Gender studies groups is interesting, considering that Gender studies frequently criticize norms and argue for their abolition (e.g., Bem 1993; Bondestam 2010; Liinason 2011; Thurén 2003). In the present sample, we found more statements expressing norms in the Gender studies articles than in the Neutral ones, both proportionally within the groups and in a higher proportion of articles, although these norms tend to articulate feminist ideology in contrast to the norms that they challenge.

In conclusion, the present study has, for the first time, quantitatively evaluated several strands of criticism towards Gender studies in a representative sample. Critics from both inside and outside academe have questioned Gender studies in relation to scientific practice (Rothstein 2012), ideology and methodology (e.g., Billing 2012; Sokal and Bricmont 1998; Ström 2007; Zalewski 2003) and the conflation of science and politics (e.g., Brown 1997). Several feminists and gender scholars identify post-modernism and value relativism as problematic concomitants (Brodribb 1993; Brown 1997; Smyth 1996), as has been thoroughly discussed from epistemological perspectives (Anderson 2015; Brown 2001; Hacking 2016; Sokal and Bricmont 1998). Thus, the present study lends empirical support to the criticisms concerning ideological bias, both in terms of objectivity and choice of explanatory factors. As mentioned in the introduction, there are several ways in which an ideological outlook may interfere with scientific endeavors (e.g., Carl 2015; Klein and Stern 2009; Koertge 1998). It would be unfortunate for the area of Gender studies if these issues ultimately would challenge the scientific value of the field.

#4genderstudies Studien, zu denen ich gerne eine Stellungnahme von den Gender Studies hätte, wenn sie eine Wissenschaft sind

Liebe Gender Studies,

wenn ihr euren schlechten Ruf loswerden wollt und eine Wissenschaft sein wollt, dann solltet ihr euch auch kritischen Fragen stellen und Studien wahrnehmen, die euren Theorien entgegen stehen

Ich bin gespannt, wie wissenschaftlich ihr das angeht.

Vielen Dank im voraus

Christian

Hier die Studien:

Male Gender Identity and Masculine Behavior: the Role of Sex Hormones
in Brain Development

From studies in both clinical and non-clinical samples, it seems safe to infer that prenatal exposure to androgens influence certain male gender role behaviors. Not only 46,XY but also 46,XX individuals who are exposed to high levels of testosterone, exhibit behaviors that are typically attributed to males. With regard to gender identity, we cannot draw similar
conclusions with the same level of confidence.
Elevated percentages of gender dys phoria have been found in 46,XX individuals with known exposure to atypical levels of androgens, but there is not a one-to-one relationship between such exposure and gender identity problems. Also, in individuals with a gender identity that does not correspond to their natal sex, there are indications of exposure to atypical levels of sex hormones. However, these results again do not point to a one-to-one relationship between gender identity and prenatal sex hormone levels. With regard to male development, it seems likely, on the basis of the current evidence, that sex hormones, androgens in particular, lay important groundwork for gender development. Prenatal androgens result in male-appearing genitals at birth. As a result, the envi ronment
will consider the child as a boy and treat him likewise. Prenatal brain exposure to androgens also results in various male- typical behaviors. The developing boy will consider (male genitals) and label himself ( cognitive
development) as a boy, choose male models and increasingly create his own social environment. If all these factors (body/ genitals, perception of the environment, selfperception, behaviors, and preferences) work in accordance with each other and reinforce each other, there seems to be no other possible outcome in adulthood than a firmly established male gender identity and correspond ing male behavior patterns, including sexuality. However, when some of these elements work for some reason against a male pathway, it is likely that the adult will have a gender variant identity and/or show gender variant behaviors and preferences

The Distance Between Mars and Venus: Measuring Global Sex Differences in Personality

Background
Sex differences in personality are believed to be comparatively small. However, research in this area has suffered from significant methodological limitations. We advance a set of guidelines for overcoming those limitations: (a) measure personality with a higher resolution than that afforded by the Big Five; (b) estimate sex differences on latent factors; and (c) assess global sex differences with multivariate effect sizes. We then apply these guidelines to a large, representative adult sample, and obtain what is presently the best estimate of global sex differences in personality.
Methodology/Principal Findings
Personality measures were obtained from a large US sample (N = 10,261) with the 16PF Questionnaire. Multigroup latent variable modeling was used to estimate sex differences on individual personality dimensions, which were then aggregated to yield a multivariate effect size (Mahalanobis D). We found a global effect size D = 2.71, corresponding to an overlap of only 10% between the male and female distributions. Even excluding the factor showing the largest univariate ES, the global effect size was D = 1.71 (24% overlap). These are extremely large differences by psychological standards.
Significance
The idea that there are only minor differences between the personality profiles of males and females should be rejected as based on inadequate methodology.

 

Androgen and psychosexual development: Core gender identity, sexual orientation, and recalled childhood gender role behavior in women and men with congenital adrenal hyperplasia (CAH)

We assessed core gender identity, sexual orientation, and recalled childhood gender role behavior in 16 women and 9 men with congenital adrenal hyperplasia (CAH) and in 15 unaffected female and 10 unaffected male relatives, all between the ages of 18 and 44 years. Women with CAH recalled significantly more male‐typical play behavior as children than did unaffected women, whereas men with and without CAH did not differ. Women with CAH also reported significantly less satisfaction with the female sex of assignment and less heterosexual interest than did unaffected women. Again, men with CAH did not differ significantly from unaffected men in these respects. Our results for women with CAH are consistent with numerous prior reports indicating that girls with CAH show increased male‐typical play behavior. They also support the hypotheses that these women show reduced heterosexual interest and reduced satisfaction with the female sex of assignment. Our results for males are consistent with most prior reports that boys with CAH do not show a general alteration in childhood play behavior. In addition, they provide initial evidence that core gender identity and sexual orientation are unaffected in men with CAH. Finally, among women with CAH, we found that recalled male‐typical play in childhood correlated with reduced satisfaction with the female gender and reduced heterosexual interest in adulthood. Although prospective studies are needed, these results suggest that those girls with CAH who show the greatest alterations in childhood play behavior may be the most likely to develop a bisexual or homosexual orientation as adults and to be dissatisfied with the female sex of assignment.

 

Prenatal hormones and childhood sex-segregation: Playmate and play style preferences in girls with congenital adrenal hyperplasia

We investigated playmate and play style preference in children with congenital adrenal hyperplasia (CAH) (26 females, 31 males) and their unaffected siblings (26 females, 17 males) using the Playmate and Play Style Preferences Structured Interview (PPPSI). Both unaffected boys and girls preferred same-sex playmates and sex-typical play styles. In the conflict condition where children chose between a same-sex playmate engaged in an other-sex activity or an other-sex playmate engaged in a same-sex activity, boys (both CAH and unaffected brothers) almost exclusively chose playmates based on the preferred play style of the playmate as opposed to the preferred gender label of the playmate. By contrast, unaffected girls used play style and gender label about equally when choosing playmates. Girls with CAH showed a pattern similar to that of boys: their playmate selections were more masculine than unaffected girls, they preferred a boy-typical play style and, in the conflict condition, chose playmates engaged in a masculine activity. These findings suggest that prenatal androgen exposure contributes to sex differences in playmate selection observed in typically-developing children, and that, among boys and girls exposed to high levels of androgens prenatally, play style preferences drive sex segregation in play.

 

Discordant Sexual Identity in Some Genetic Males with Cloacal Exstrophy Assigned to Female Sex at Birth

Background

Cloacal exstrophy is a rare, complex defect of the entire pelvis and its contents that occurs during embryogenesis and is associated with severe phallic inadequacy or phallic absence in genetic males. For about 25 years, neonatal assignment to female sex has been advocated for affected males to overcome the issue of phallic inadequacy, but data on outcome remain sparse.

Methods

We assessed all 16 genetic males in our cloacal-exstrophy clinic at the ages of 5 to 16 years. Fourteen underwent neonatal assignment to female sex socially, legally, and surgically; the parents of the remaining two refused to do so. Detailed questionnaires extensively evaluated the development of sexual role and identity, as defined by the subjects‘ persistent declarations of their sex.

Results

Eight of the 14 subjects assigned to female sex declared themselves male during the course of this study, whereas the 2 raised as males remained male. Subjects could be grouped according to their stated sexual identity. Five subjects were living as females; three were living with unclear sexual identity, although two of the three had declared themselves male; and eight were living as males, six of whom had reassigned themselves to male sex. All 16 subjects had moderate-to-marked interests and attitudes that were considered typical of males.Follow-up ranged from 34 to 98 months.

Conclusions

Routine neonatal assignment of genetic males to female sex because of severe phallic inadequacy can result in unpredictable sexual identification. Clinical interventions in such children should be reexamined in the light of these findings.

Biological limits of gender construction.

A biosocial theory of gender is constructed on both the macro and micro levels. A micro-model of within-sex differences among females integrates the biological model current in primatology with the prevailing social science model. It shows how sex differences in hormone experience from gestation to adulthood shape gendered behavior (that is, behavior that differs by sex). On the macro level, this model also illustrates how socialization and environment shape gendered behavior. It then demonstrates how hormone experiences can facilitate or dampen the effects of socialization and environment on gendered behavior. Data were analyzed from a sample of 163 White women who were studied from before they were born to the end of their 3rd decade. Results show that prenatal androgen exposures from the 2nd trimester affected gendered behavior, but not exposures from the 1st or 3rd trimesters. Further, the basic hormone model shows that in this sample, mothers‘ prenatal hormones had an effect on the gendered behavior of the Ss 3 decades later. The author speculates about the constraints placed by biology on the social reconstruction of gender.

Men and Things, Women and People: A Meta-Analysis of Sex Differences in Interests

The magnitude and variability of sex differences in vocational interests were examined in the present meta-analysis for Holland’s (1959, 1997) categories (Realistic, Investigative, Artistic, Social, Enterprising, and Conventional), Prediger’s (1982) Things–People and Data–Ideas dimensions, and the STEM (science, technology, engineering, and mathematics) interest areas. Technical manuals for 47 interest inventories were used, yielding 503,188 respondents. Results showed that men prefer working with things and women prefer working with people, producing a large effect size (d 0.93) on the Things–People dimension. Men showed stronger Realistic (d 0.84) and Investigative (d 0.26) interests, and women showed stronger Artistic (d 0.35), Social (d 0.68), and Conventional (d 0.33) interests. Sex differences favoring men were also found for more specific measures of engineering (d 1.11), science (d 0.36), and mathematics (d 0.34) interests. Average effect sizes varied across interest inventories, ranging from 0.08 to 0.79. The quality of interest inventories, based on professional reputation, was not differentially related to the magnitude of sex differences. Moderators of the effect sizes included interest inventory item development strategy, scoring method, theoretical framework, and sample variables of age and cohort. Application of some item development strategies can substantially reduce sex differences. The present study suggests that interests may play a critical role in gendered occupational choices and gender disparity in the STEM fields.

Und noch ein paar nur als Links:

(Aus diesem Video)

Sex differences in personality/cognition:
Lynn (1996): http://bit.ly/2vThoy8
Lippa (2008): http://bit.ly/2vmtSMs
Lippa (2010): http://bit.ly/2fBVn0G
Weisberg (2011): http://bit.ly/2gJVmEp
Del Giudice (2012): http://bit.ly/2vEKTUx

Larger/large and stable sex differences in more gender-neutral countries: (These findings run precisely contrary to social constructionist theory: it’s been tested, and it’s wrong).

Katz-Gerrog (2000): http://bit.ly/2uoY9c4
Costa (2001): http://bit.ly/2utaTT3
Schmitt (2008): http://bit.ly/2p6nHYY
Schmitt (2016): http://bit.ly/2wMN45j

Differences in men and women’s interest/priorities:
Lippa (1998): http://bit.ly/2vr0PHF
Rong Su (2009): http://bit.ly/2wtlbzU
Lippa (2010): http://bit.ly/2wyfW23
See also Geary (2017) blog: http://bit.ly/2vXqCcF

Life paths of mathematically gifted females and males:
Lubinski (2014): http://bit.ly/2vSjSxb

Sex differences in academic achievement unrelated to political, economic, or social equality:
Stoet (2015): http://bit.ly/1EAfqOt

Big Five trait agreeableness and (lower) income (including for men):
Spurk (2010): http://bit.ly/2vu1x6E
Judge (2012): http://bit.ly/2uxhwQh

The general importance of exposure to sex-linked steroids on fetal and then lifetime development:
Hines (2015) http://bit.ly/2uufOiv

Exposure to prenatal testosterone and interest in things or people (even when the exposure is among females):
Berenbaum (1992): http://bit.ly/2uKxpSQ
Beltz (2011): http://bit.ly/2hPXC1c
Baron-Cohen (2014): http://bit.ly/2vn4KXq
Hines (2016): http://bit.ly/2hPYKSu

Primarily biological basis of personality sex differences:
Lippa (2008): http://bit.ly/2vmtSMs
Ngun (2010): http://bit.ly/2vJ6QSh

Status and sex: males and females
Perusse (1993): http://bit.ly/2uoIOw8
Perusse (1994): http://bit.ly/2vNzcL6
Buss (2008): http://bit.ly/2uumv4g
de Bruyn (2012): http://bit.ly/2uoWkMh

Personality and political belief:
Gerber (2010): http://bit.ly/2hOpnHa
Hirsh (2010): http://bit.ly/2fsxIzB
Gerber (2011): http://bit.ly/2hJ1Kjb
Xu (2013): http://bit.ly/2ftDhOq
Burton (2015): http://bit.ly/2uoPS87
Bakker (2016): http://bit.ly/2vMlQ1N

Occupations by gender:
http://bit.ly/2vTdgPp

Problems with the measurement and concept of unconscious bias:
Fielder (2006): http://bit.ly/2vGzhQP
Blanton (2009): http://bit.ly/2vQuwEP (this one is particularly damning)

Microaggressions: Strong claims, weak evidence:
Lilienfeld (2017): http://bit.ly/2vS28lg