„Tschüss Karriere: Was Frauen wirklich wollen“

Eine Frau berichtet, was Frauen in Bezug auf die Karriere nach ihrer Meinung wirklich wollen:

Mit 40 Jahren sollte man am höchsten Punkt seiner Karriere angekommen sein, heißt es oft. Nun ja, mit 42 bin ich ausgestiegen. Das Phänomen nennt sich, wie die FAZ schreibt, Opting Out: Frauen zwischen 40 und 50 schmeißen hin, geben ihre eigentlich gutlaufende Karriere auf und, aus Sicht der Personalverantwortlichen der Unternehmen, verschwinden einfach von der Bildfläche. Frauen, die erfolgreich sind und niemandem mehr etwas beweisen müssen, steigen aus.

Im Feminismus wäre die Antwort, was zu dem „Opting out“ führt, simpel: Sexismus und Diskriminierung.

 

Was ist da los?

Warum gehen sie gerade dann, wenn sie in Ruhe die Früchte ihrer Arbeit ernten könnten?

In meinem Fall habe ich irgendwann festgestellt, dass ich da, wo ich gelandet war (im Management einer Versicherung), gar nicht hingehöre. Mein Alltag machte mir keinen Spaß mehr. Es war nie mein Ziel gewesen, den ganzen Tag unbequeme Business-Outfits zu tragen, in klimatisierten Räumen herumzusitzen und von Meeting zu Meeting zu rennen. Soviel zu den äußeren Bedingungen. Viel schwerer wogen die Strukturen, die Hierarchien, in denen ich mich täglich bewegen musste, der ständige Kampf, mit neuen Ideen überhaupt gehört zu werden. Und am schwersten wog das Gefühl, eine Maske tragen zu müssen, nicht ich selbst sein zu dürfen.

Natürlich gibt es Männer, denen das genau so geht. Aber es sind wahrscheinlich weniger als Frauen (von den wenigen Personen, die überhaupt bereit sind so viel Zeit ihres Lebens in einen Job zu stecken). Für Frauen fallen eben viele der Vorteile weg, die Männer evtl mitnehmen, wenn sie einen solche Position besetzen: Sie steigen sowohl in der intrasexuellen  Konkurrenz eher höher und nehmen in der intersexuellen Selektion einen höheren Platz ein als ohne diese Position.

Wenn man die Business Outfits, die wichtigen Meetings, den Platz in der Hierarchie und den ständigen Kampf um diesen als Pfauenschwanz sieht, dann ist klar, warum die „Hennen“ (hier also die Frauen) sich weit eher als die Männer fragen, warum sie so ein schweres Ding mit sich herumtragen sollen während dies den Männern weit eher einleuchtet.

Natürlich gab es auch Dinge in meinem Job, die mir Spaß machten: mein Team, der kreative Part der Arbeit, die Interaktion mit Kunden, Dienstleistern, Wettbewerbern, Journalisten. Ich hatte sehr viel Freiheit und Flexibilität, konnte eigene Projekte umsetzen. Aber trotzdem: Die Balance stimmte nicht. Das war nicht das Leben, das ich mir vorgestellt hatte. Ich wollte weniger Stress und mehr Erfüllung, weniger Routine und mehr intellektuelle Stimulation, weniger Bohei und mehr Wirksamkeit. Ich wollte ein authentischeres und entspannteres Leben, in dem alles zusammenpasst.

„Ich wollte nicht dauernd diese schweren Federn mit mir herumtragen, die mir eigentlich nichts bringen“. Wäre eine sehr verständliche Aussage eines weiblichen Pfaus.

Das Bild stimmt natürlich nicht ganz, weil menschliche Frauen auch Status aufbauen und Geld natürlich für beide Geschlechter interessant ist. Aber der Zusatznutzen ist eben für Männer in gewisser Weise höher. Für sie lohnt es sich ein solches Signalling auch über den Betrag hinaus, mit dem sie sich ein bequemes, entspanntes Leben machen können.

Offensichtlich bin ich mit diesem Gefühl nicht allein. Am Ziel oder kurz vor dem Ziel stellen viele Frauen fest, dass der berufliche Erfolg ihnen nicht das bietet, was sie sich erhofft haben. Oder dass sie dafür Dinge tun müssen, die sie nicht tun wollen. Man zahlt einen Preis für Macht und Geld – und nicht jede Frau will das. Das ist legitim, denn im Gegensatz zu unseren Vorfahrinnen haben wir die freie Wahl, ob wir in dem (von Männern für Männer designten) Businesstheater mitspielen wollen.

„Man zahlt einen Preis für Macht und Geld“ – das wäre mal eine Erkenntnis, die im Gender Pay Gap leider eine viel zu kleine Rolle spielt.

Dort scheint Geld schlicht das Maß aller Dinge zu sein – Der Artikel gibt weit eher wieder, dass es nicht der einzige Faktor ist sondern viele weitere Faktoren dazukommen.

Schon 1995 berichtete das Fortune Magazine über die Midlife Crisis von Top-Managerinnen: Ob Burnout, Langeweile oder eine wachsende Abneigung gegen den „Corporate Bullshit“ –Frauen in den besten Jahren verließen schon damals in großer Zahl ihre hochdotierten Jobs auf der Suche nach mehr Erfüllung.

Man könnte auch sagen: Sie kamen, sahen und gingen wieder. Auch wenn Männer ähnliche Erfahrungen machen, ebenfalls eine Midlife Crisis bekommen können und sich umorientieren, so scheinen Frauen sich eher bewusst zu sein, was nicht auf ihrem Grabstein stehen wird: „Ich habe alles für die Firma gegeben.“

Es läuft natürlich mal wieder darauf hinaus, dass Frauen da eigentlich die schlauere Wahl treffen – was ja durchaus nicht falsch ist.

Ich hatte hier schon mal einen klassischen Weg vieler Diskussionen mit Feministinnen dargelegt:

1. Frauen werden benachteiligt durch die männliche Gesellschaft bzw das Patriarchat bzw die Männer bzw die hegemoniale Männlichkeit, die sich alle Macht sichert

2. Frauen sind benachteiligt aufgrund der Erziehung und daran ist auch das Patriarchat schuld und sie müssen daher Hilfen bekommen

3. Der Weibliche Weg ist besser für die Gesellschaft und muss daher nach vorne gebracht werden

Das wäre eine klassische Argumentation nach Nr. 3, gleichzeitig ist es vollkommen verpönt aus dieser Sicht solche Argumentationen unter Nr. 1 zu bringen, etwa in Diskussionen über den Gender Pay Gap.

Wohlgemerkt geht es nicht ums Aufgeben oder um einen Rückzug aus dem Arbeitsleben, wie eine von Fortune in Auftrag gegebene Umfrage unter 300 Managerinnen zwischen 35 und 49 Jahren ergab. Nur eine geringe Anzahl wählt ein Leben als Hausfrau. Viele nehmen eine Kurskorrektur vor in Richtung altruistischer Jobs und einer besseren Work-Life-Balance. Ein hoher Anteil macht sich selbstständig. Aber auch ein neues Studium oder ein Sabbatical sind häufig gewählte Wendepunkte. Dies gilt übrigens für Mütter und kinderlose Frauen gleichermaßen.

Sie ziehen sich aus den besonders stressigen Jobs zurück auf die Jobs, die eine bessere Balance von Arbeit und Privatleben erlauben, wo man zwar noch sehr gut verdient, aber damit eben auch noch sehr gut leben kann.
Eben weil der Status und das Hochstehen in der Hierarchie sich nicht in gleicher Weise lohnt.

Nachdem Frauen sich in die Arbeitswelt gekämpft haben, kämpfen sie sich jetzt wieder heraus – bzw. definieren Arbeit und Erfolg neu. Es muss nicht das eine Ziel geben, dem alles untergeordnet wird. Frauen haben gern mehrere Eisen im Feuer. Neben der Familie sind das u. a. Freunde, Bildung, Ehrenamt und Hobbys.

Sowohl weiter gefasste Vorstellungen vom Leben als auch eine gründliche Unzufriedenheit im Job sind also die Treiber für den Exodus hochqualifizierter Frauen in der Mitte des Lebens. Doch was wollen Frauen? Was suchen sie in der Arbeit?

Das sind dann aber eben Positionen, die eben keine „Gesellschaftliche Macht“ bringen und damit zeigt sich aus Sicht von Feministinnen eben nicht eine Befreiung, sondern für Sexismus und Diskriminierung.

Sylvia Ann Hewlett und Melinda Marshall vom Center for Talent Innovation beschreiben in ihrer Studie „Women want five things“, was hochqualifizierten Frauen zwischen 35 und 50 bei der Arbeit wichtig ist:

  • Entfaltung: Frauen entfalten sich, wenn sie etwas bewirken können und Einfluss haben, wenn sie sich selbst verwirklichen können. Voraussetzungen für Entfaltung sind Gesundheit und Wohlbefinden, Freiheit und Autonomie. Mit einem echten Maß an Kontrolle können Frauen konkurrierende Anforderungen managen – und zwar so, dass ihr physisches Wohlbefinden erhalten wird, sie ihre Energie aufladen und ihre emotionalen und spirituellen Bedürfnisse erfüllen können.
  • Exzellenz: Frauen suchen die intellektuelle Herausforderung, um daran zu wachsen, sich zu verbessern und Expertin auf einem Gebiet zu werden. Dafür ist eine wertschätzende Umgebung wichtig. Deshalb brauchen Frauen Anerkennung.
  • Sinn: Frauen finden Arbeit bedeutsam, wenn sie Erwartungen übertreffen können – ihre eigenen und die ihrer Familie oder Community. Es ist ihnen wichtig, ehrgeizige Ziele zu erreichen und eine langfristige Wirkung mit ihrer Arbeit zu erzielen.

Frauen finden Arbeit besonders sinnvoll, wenn sie hilft, die Gesellschaft auf Gebieten voranzubringen, die ihnen wichtig sind, z. B. Gesundheit und Bildung, soziale Gerechtigkeit, Umwelt.

  • Förderung: Frauen suchen Mentoren, die an sie glauben und ihnen helfen, die nächste große Chance zu ergreifen. Doch sie helfen auch selbst, indem sie talentierte jüngere Kolleginnen und Kollegen fördern.
  • Finanzielle Sicherheit: Frauen wollen gut verdienen, finanziell unabhängig sein und ihre Familie unterstützen.

Das findet sich auch in anderen Studien: Eine angenehme Arbeitsatmosphäre, Zusammenarbeit und Anerkennung, an etwas emotioanl positiv besetzten und deswegen wichtigen Arbeiten. Arbeiten unter gleiche, aber nicht mit Stress und in einem Kampf um die Spitze, sondern eher in einer Umgebung, in der sich alle Wohlfühlen etc.

Überraschenderweise zeigt die Studie ebenfalls, dass hochqualifizierte Männer im Alter von 35 bis 50 die gleichen fünf Dinge wollen. Frauen legen lediglich mehr Wert darauf. Im Unterschied zu Frauen sind Männer sich aber der Bedeutung von Macht stärker bewusst und verfolgen sie hartnäckiger. Frauen hingegen starten ihre Karriere machthungrig, verlieren aber mit den Jahren den Appetit. Die Forscherinnen schlussfolgern: Frauen verstehen nicht, dass Macht ihnen das gibt, was sie wollen.

Diese Schlussfolgerung der Forscherinnen verstört mich. Wieder einmal liegt das Defizit bei den Frauen, wieder einmal sollen sie endlich lernen, in männlich geprägten Strukturen zu funktionieren.

Meine Wahrnehmung ist eine andere: Frauen verändern gerade die Arbeitswelt. Sie finden Möglichkeiten jenseits der konventionellen Karriere, um das zu bekommen, was sie wollen. Und ebnen damit den Weg für Männer, es ihnen gleich zu tun

Oder: Männer und Frauen haben eben verschiedene Prioritäten und Männer finden Macht etc interessanter. Siehe Pfauenschwanz. Frauen ebnen insofern nicht den Weg, sie haben andere Interessen (eine Abweichung im Schnitt, die sich gerade in der Spitze auswirkt)

80 Gedanken zu “„Tschüss Karriere: Was Frauen wirklich wollen“

  1. „ob wir in dem (von Männern für Männer designten) Businesstheater mitspielen wollen.“

    Wie sie sich das wohl vorstellt?

    Alle 3 Monate gibt es ein Design-Meeting, in dem „Männer“ (bloß: welche?) sitzen und sich absprechen, welche Art von Umgang sie im nächsten Quartal miteinander haben wollen?

    Wie kann ein eigentlich intelligenter Mensch so einen Unsinn schreiben?

    • >Wie kann ein eigentlich intelligenter Mensch so einen Unsinn schreiben?
      Eine Deflektionsstrategie um sich nicht eingestehen zu müssen, dass man unzureichend ist.

  2. Auch bei diesem Text kommt wieder zum Vorschein, was bei mir als die „crumar-Perspektive“ abgespeichert ist:

    Die Frau (von der hier die Rede ist) fühlt keine Verpflichtung, die Bank am Laufen zu halten, die Firma vor der Pleite zu bewahren, Notfallopfer auch nachts zu retten, ärztliche Versorgung auf dem Land zu sichern, etc.
    Es gibt ja Männer, die das machen.

    Dass es kein Lebensalter gibt, in dem die Frau eine Begeisterung dafür entwickeln kann, bei Sauwetter eine Straße zu bauen, bei Sturm eine Hochspannungsleitung zu sichern, bei 30 Grad ein Dach zu decken, fällt auch erst auf, seit sich zunehmend Jungs ein Beispiel an den Frauen nehmen und WorkLifeBalance auch für sich entdecken.

    • Uhh, vielen Dank für die Ehre! 🙂

      Genau dieser Satz, war für mich ebenfalls die Nadel im Kissen: „Man zahlt einen Preis für Macht und Geld – und nicht jede Frau will das. Das ist legitim, denn im Gegensatz zu unseren Vorfahrinnen haben wir die freie Wahl, ob wir in dem (von Männern für Männer designten) Businesstheater mitspielen wollen.“

      Abgesehen davon, dass „Theater“ den Hinweis auf eine Rollentheorie gibt und tatsächlich mit den Insignien, wie „business outfit“ die „Kostümierung“ als störend empfunden werden kann. Das ist aber inzwischen nur noch in konservativen Branchen, wie Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen der Fall (bitte keine Diskussion über „seriösen Auftritt“, ist mir bewusst).

      Aber die Idee, Männer hätte einen Geschäftsbetrieb – wahrscheinlich aus aus reiner Gehässigkeit – für andere Männer gestaltet, ist einfach grotesk.
      Sie findet keine Erfüllung in den Auswirkungen „rückwirkender Vertragsänderungen“?
      Dann müssen das Männer nur zu dem Zweck erfunden haben, um Frauen zu quälen.
      Änder das etwas an der Existenz „rückwirkender Vertragsänderungen“? Nope.

      Nervig: Sie demonstriert ihre weibliche, durchgängige moralische Überlegenheit. Die hatte sie, weil sie das „männliche Businesstheater“ (als Einzige, weil Frau) durchschaut hat und trotzdem nach Macht und Geld gierte und die hat sie, wenn sie das „männliche Businesstheater“ verlässt, um den „Preis für Macht und Geld“ nicht mehr zu zahlen.

      Die identische Form des „superior moral signalling“: „Frauen finden Arbeit besonders sinnvoll, wenn sie hilft, die Gesellschaft auf Gebieten voranzubringen, die ihnen wichtig sind, z. B. Gesundheit und Bildung, soziale Gerechtigkeit, Umwelt.“

      Die „Gesellschaft voranbringen“ und „sinnvolle Arbeit“ wird bzw. ist aus dieser Sicht ebenfalls weiblich. Die klassische Manipulationstechnik, in der der weibliche Reproduktionsbereich der Gesellschaft das Andere, das Bessere der Gesellschaft ist. Aber ohne Krankenkassenbeiträge, Umverteilung der Steuereinnahmen und die materiellen Transfers der Männer wäre dieser nicht zu finanzieren.

      Wenn wir die klassischen Gegensatzpaare dieser Sichtweise mitdenken, die mitgedacht werden sollen, welches Geschlecht macht also sinnlose Arbeit, die die Gesellschaft im Grunde nicht voranbringt? Bingo!
      „Bei Sauwetter eine Straße zu bauen, bei Sturm eine Hochspannungsleitung zu sichern, bei 30 Grad ein Dach zu decken“ – ist eine männliche Form von Businesstheater, man kann sich ja nicht nicht einmal selbst verwirklichen, only me!

      Mich in diese Denkweise hineinzuversetzen, die radikal und narzisstisch alles ausblendet, was nicht das eigene Ego ist und ihm dient ist für mich nicht nur harte Arbeit, sondern macht mir richtig schlechte Laune.

    • Ich schließe mich an. Wir sind im Allgemeinen viel zu verwöhnt. Das Essen steht im Supermarkt, Strom kommt aus der Steckdose und Straßen sind einfach da.
      Dann gibt es da die böse Industrie, die Kiesgruben buddelt, Raffinerien aufstellt, riesige Äcker anlegt und die Straßen mit LKWs verstopft.

      Die meisten Menschen in unserer Gesellschaft kommen gar nicht auf die Idee, dass Work-Life-Balance ein Luxus ist, der erstmal durch moderne Technik ermöglicht werden muss.

    • Für echte harte Arbeiten gibt es die „PackAn’s“, was glaubst du, warum ein Niedriglohnsektor geschaffen wurde und Ausländer importiert? Das ist nicht so viel anders als damals im römischen Reich, nur war es damals ehrlicher und offener, man stand zur Sklaverei, während man sich heute als moralisch besonders gut ansieht, wenn man dem Rumänen vom Bau ein kleines Trinkgeld in die Hand drückt…

      Die oberen Ränge schubsen eh nur Papier für viel Geld. Vermutlich steigt die Produktivität, wenn da einige ausscheiden.

      So stellt sich das zumindest für mich dar. Ich sehe den bürokratischen Wasserkopf in meiner Firma, und die Entwicklung geht eher in Richtung „noch mehr davon“. Jeder ab dem mittleren Management will sich den Arsch freihalten, weil er selbst keinen Überblick mehr hat und keine persönliche Verantwortung übernehmen will und die Anzahl juristischer Fallen, Verordnungen, neuer Gesetze usw. steigt, das wird wohl nur vom Zuwachs abmahnfreudiger Anwälte übertroffen. Also stellt man jemanden ein, der sich um den Schei* kümmert. Und kaum jemanden davon macht die Arbeit Spaß. Es ist öde, es ist anstrengend, es ist entnervend, es ist weitgehend überflüssig. Nicht sinngebend, nicht menschlichen Bedürfnissen entsprechend, sondern ein perverser Auswuchs einer kranken Gesellschaft.

      In dem Punkt gebe ich Danisch recht, ein Großteil der Bevölkerung macht Arbeiten, die vollkommen verzichtbar wären. Die Frau im Artikel arbeitet ja auch in der Versicherungsbranche oder anders ausgedrückt: verwurstet Finanztitel in einer der unzähligen Versicherungsgesellschaften, die unter starkem Konkurrenzdruck stehen und vor allem Verkaufsoptimierung und Rechtstricksereien betreiben, um überleben zu können. Wenn da zwei Drittel weg wären, würde es vermutlich niemandem auffallen. Der „Pestarzt“ (vom gleichnamigen Blog) fällt auch in diese Kategorie und jammert regelmäßig über seinen Job und sein Leben. Nur ändern tut er es nicht, vielleicht lassen es seine finanziellen Verpflichtungen nicht zu.

  3. „dem (von Männern für Männer designten) Businesstheater“

    Diese Aussage ist etwa so, als würden sich Eichhörnchen darüber beschweren, dass der Wald „von Vögeln für Vögel designt“ wurde, weil die es ja mit der Nahrungssuche und Flucht vor Feinden so viel leichter hätten („privilegiert“ sind).

  4. Zum Schlussresumee:

    Meine Wahrnehmung ist eine andere: Frauen verändern gerade die Arbeitswelt. Sie finden Möglichkeiten jenseits der konventionellen Karriere, um das zu bekommen, was sie wollen. Und ebnen damit den Weg für Männer, es ihnen gleich zu tun.

    Vom ganzen Sexismus befreit übersetzt im Klartext:
    Leute haben eine riesige Anspruchshaltung entwickelt und ziehen raus, was nur irgendwie geht. Nach uns die Sintflut. Als Erben oder wenn wir genug Kohle ins Trockne gebracht haben, dann nix wie raus, aussteigen!

    Das ist keine besonders konstruktive Einstellung.

    • Für die Gesellschaft nicht konstruktiv, für den Einzelnen eine Befreiung. Warum sollte man was tun, was man nicht muß? Am Ende regelt das schon irgendwie der Markt, wenn niemand mehr da ist, der was tut, dann schießen halt die Preise durch die Decke oder man muss alles selbst machen. Dahin geht es ja schon, ich spiele seit Jahren den Lückenfüller für die Handwerker, mit Monaten an Wartezeit. Mittlerweile ärgere ich mich, dass ich nicht sowas gelernt habe. Mit ein bisschen Geschick und Schwarzarbeit kann man da sicher doppelt soviel verdienen, wie ich mit meiner Bürohockerei.

  5. „Nachdem Frauen sich in die Arbeitswelt gekämpft haben, kämpfen sie sich jetzt wieder heraus – bzw. definieren Arbeit und Erfolg neu. Es muss nicht das eine Ziel geben, dem alles untergeordnet wird. Frauen haben gern mehrere Eisen im Feuer. Neben der Familie sind das u. a. Freunde, Bildung, Ehrenamt und Hobbys.“

    OK…? Und wie erklärt man sich dann, dass die nur immer ein Eisen im Feuer habenden Typen trotzdem die Mehrheit der ehrenamtlichen Tätigkeiten ausführen? Und wie zum Henker schaffen die das bloß zusätzlich zu einem Vollzeitjob? Fragen über Fragen!

    „Diese Schlussfolgerung der Forscherinnen verstört mich. Wieder einmal liegt das Defizit bei den Frauen, wieder einmal sollen sie endlich lernen, in männlich geprägten Strukturen zu funktionieren.

    Meine Wahrnehmung ist eine andere: Frauen verändern gerade die Arbeitswelt. Sie finden Möglichkeiten jenseits der konventionellen Karriere, um das zu bekommen, was sie wollen. Und ebnen damit den Weg für Männer, es ihnen gleich zu tun“

    Ich finde die Schlussfolgerung zwar auch blödsinnig, vor allem weil sie dem widerspricht, was dieselben „Forscherinnen“ zuvor mutmaßlich festgestellt haben, aber war klar, dass es sie nur „verstört“, weil natürlich Frauen als „defizitär“ dargestellt werden. Also dreht man den Spieß um, lädt einen eher typisch weiblichen Lebensentwurf mit viel Positivem, mit viel Weisheit auf und lässt es dann so klingen, als würden Frauen da mal so richtig was einbringen, was dann den Männern die Möglichkeit eröffnet, endlich auch mal so vernünftig zu leben. Man macht also einfach nur aus den Männern diejenigen, die was lernen können, die nach obiger Herleitung „defizitär“ sind und schon ist die Welt wieder in Ordnung.

    Und, ohne jetzt hier irgendwelche Female-Supremacy-Phantastereien zum Platzen bringen zu wollen: Nur vom unzufrieden Sein, nur vom Rumnörgeln, irgendwann Hinschmeißen und sich seinen privaten Vorlieben Hingeben (ohne dabei zu beachten, dass dies ohne die meist männliche Disziplin dranzubleiben gar nicht individuell finanzierbar und gesamtgesellschaftlich haltbar wäre) hat noch nie etwas geändert. Das Arbeitsleben ändert sich natürlich und gewiss mit der Prämisse, es „frauenkompatibler“ zu machen, das wird aber nicht gemacht von Frauen, die sich verhalten, wie im Artikel dargelegt. Es wird erdacht und durchgesetzt über politische Ämter und Gewerkschaften. Und da wären wir wieder beim Thema: welches Geschlecht haben denn die klar meisten politisch oder in Gewerkschaften Aktiven??? Ein großer, in der amerikanischen Stadt Springfield beheimateter Philosoph würde dies wohl kommentieren mit: D’ough!!!

    • »Und, ohne jetzt hier irgendwelche Female-Supremacy-Phantastereien zum Platzen bringen zu wollen: Nur vom unzufrieden Sein, nur vom Rumnörgeln, irgendwann Hinschmeißen und sich seinen privaten Vorlieben Hingeben«

      Doch klar. Wenn die Dame dann ein paar Jahre nicht gearbeitet hat, dient sie einem anderen Artikel als Beispiel für die armen Frauen, die von ihrer Rente nicht werden leben können, weil die Gesellschaft ihnen so übel mitspielt, und dann bringt sicher die CDUSPD eine Muschirente auf den Weg.

  6. Das Bild stimmt natürlich nicht ganz, weil menschliche Frauen auch Status aufbauen und Geld natürlich für beide Geschlechter interessant ist. Aber der Zusatznutzen ist eben für Männer in gewisser Weise höher. Für sie lohnt es sich ein solches Signalling auch über den Betrag hinaus, mit dem sie sich ein bequemes, entspanntes Leben machen können.

    Wer weiss, vielleicht baut sie gar den Schweif des Partners mit, ab mit dem Lebenswerk.
    Kann ja schon sein, das bei so ner super dollen coolen Powerfrau an der Seite, es eher zu tuschelnden Nuscheleien kommt, die seinen Hero Status anknacksen lassen und dann Ketteneffekt’s doch schon das sich die Balken biegen.

    • Nein, den ersten Absatz brauchst Du nicht in Anführungszeichen zu setzen. Das der nicht von Dir ist, erkennt man schnell daran, dass er Aussagen hat, die klar verständlich sind.

      @OnlyMe
      Kannst Du auf die Schnelle etwas programmieren, was die Kommentare von @Murdoch dechiffriert, oder bin ich nur zu blöd, die zu kapieren?

  7. „Es läuft natürlich mal wieder darauf hinaus, dass Frauen da eigentlich die schlauere Wahl treffen “

    Für Männer gibt es diese Wahl nicht.

    • Doch, diese Wahl gibt es durchaus. Es ist sogar ein Trend, und nennt sich FIRE (Financial Independence – Retire Early) oder auch Frugalismus.

      Das bewusste Abschwören von einem planlosen Konsum-und Karrierewahn mit dem Ziel, durch Sparsamkeit und bewusste Konsumbeschränkung und – Verzicht finanzielle Freiheit und Unabhängigkeit und persönliches Glück zu erreichen.

      Oder, als Kurzformel: Vermögen ist wichtiger als Einkommen.

      • Vollkommen richtig, wusste gar nicht, dass es für mein Verhalten einen Begriff gibt 🙂

        Wichtig ist vor allem Wohneigentum, welches man schnell abzahlen kann. Also irgendwas, wo man auch mal selbst dran werkeln muss, um es am Laufen zu halten. Das machen die Weiber nämlich nicht so gerne (d.h. sie sind abhängig von dir) und der große Geldsegen ist auch nicht zu erwarten, wenn sie sich scheiden lassen, man arbeitet halt ein bisschen weniger und entspannter und nicht ausgerechnet in einer der Metropolen und kümmert sich auch ein bisschen um die Kinder usw. was viele Frauen dann schon goutieren. Man muss halt eine finden, die sowas mitmacht (aber das empfiehlt sich sowieso). Nicht selten geht der Stress nämlich von den Weibern aus, ich hab so eine Schwägerin, die unglaublich verwöhnt ist. Wobei ich glaube, man könnte die erden, denn eigentlich ist sie ganz nett, traut sich mein Bruder aber nicht.

      • Halte ich für illusorisch…
        Begründung: Das Medianeinkommen liegt bei 30.000 brutto
        (quelle: https://www.focus.de/finanzen/karriere/einkommensverteilung-nach-perzentilen-so-viele-menschen-verdienen-in-deutschland-weniger-als-sie_id_10552510.html)
        Da drunter wird es hart viel zurück zu legen, es sei denn man wählt schon sehr extreme, teils sozial unkompatible Lebensstile. Zählt man zu den oberen 50% wird dir ab 48.000 Euro brutto jeder einzelne Euro mit Spitzensteuersatz belastet, was das Netto schrumpfen lässt.

        Vermögen kannst du als Angestellter schwer aufbauen, da du nur kleine Brocken pro Monat zurücklegen kannst, z.B. 600 Euro. Ausserdem werden deine Zinsen ja noch mal versteuert (mit 25%), gleichzeitig gibt es auch eine Inflation. Leg ich als Angestellter 10 Jahre lang 600 pro Monat zurück und nehme mal an, dass ich es tatsächlich schaffe 4% Zinsen zu bekommen, habe ich nicht mal 100.000 Euro Vermögen. Und wie lang hält das? Versuch mal davon zu leben… klar frugal gehts vielleicht 15 Jahre, aber da kannst den selben Lebensstil auch mit Hartz IV haben ohne 10 Jahre vorher zu knechten, kommt aufs gleiche raus.

        Das eigentliche Problem, das ich sehe, ist das Arbeit nicht genug belohnt wird, während man auch gechillt nix tun kann. Imho sollte man die Leute viel mehr sich selbst überlassen, wenn sie es nicht auf die Reihe kriegen zu arbeiten und Hartz IV und co. auf Härtefälle (z.B. Kranke oder tatsächlich arbeitsunfähige) beschränken.

      • FIRE sei angeblich von (Vorurteil: autistischen Softwareentwickler-)Männern dominiert. Deswegen habe ich aus Interesse mal nach Frugalistinnen gegoogelt und festgestellt, dass sie den Klassiker fahren:
        Sie haben einen FIRE-Typen geheiratet, ein paar Kinder bekommen und schicken den Typen jetzt für die Family anschaffen, während sie selbst nicht mehr arbeiten. Unser TradCon-Klassiker halt.

  8. „Frauen haben gern mehrere Eisen im Feuer. Neben der .“

    Ich finde es immer wieder erstaunlich mit welch billigen Ausreden Frauen ihre eigene Antriebslosigkeit, Kreativlosigkeit, ihren Narzissmus und ihre Faulheit schönreden. Arbeitende Männer haben schließlich keine Familie, Freunde, Bildung, Ehrenamt und Hobbies…

    • „Arbeitende Männer haben schließlich keine Familie, Freunde, Bildung, Ehrenamt und Hobbies…“

      Der entscheidende Unterschied zwischen Männern und Frauen ist, dass Männer Frauen haben.
      Und deshalb können sie gern antriebslos, unkreativ und faul sein, sie müssen trotzdem ran – oder unbeweibt bleiben.

  9. Was man hier auch nicht vernachlässigen sollte, ist der sinkende Grenznutzen von Einkommen. Irgendwo im Bereich zwischen 80.000 und 100.000 Euro macht mehr Geld kaum noch mehr glücklich. Das heisst, dass man hier andere Motivationen für die Karriere haben muss. Status, um noch bessere Fortpflanzungschancen zu haben oder mehr Macht sind solche Punkte.

    Der Fortpflanzungsaspekt fällt bei Frauen biologisch bedingt aus. Alleine dies sollte einen erheblichen Unterschied in Bezug auf die Anzahl der Teilnehmer am Hamsterrad und am Messer-in-Rücken-Wettstechen ausmachen. Weil, seid mir nicht bös, in Führungsebenen geht es gnadenlos zu. Das hat ja mit einem positiven „Man wird für seine Arbeit belohnt“ nur wenig zu tun.

    • Ich finde schon, dass es noch mal einen gewaltigen Unterschied zwischen 80 und 100 gibt…

      Abgesehen davon ist mir das viel zu einfach:
      „Weil, seid mir nicht bös, in Führungsebenen geht es gnadenlos zu. Das hat ja mit einem positiven „Man wird für seine Arbeit belohnt“ nur wenig zu tun.“

      Klar, gibt es Konkurrenzdruck, aber wenn ich meine Arbeitskraft auf dem Markt anbiete, ich entsprechend qualifiziert bin und es eine Nachfrage danach gibt, kann ich auch 100K+ verdienen ohne mich durch schmierige Tricks an den Geldtopf zu schleichen.

      Und man wird sowieso nie für seine Arbeit belohnt, man wird immer nur dafür belohnt, was man einem Unternehmer bringt. Nicht ohne Grund verdienen Sales-Leute idR den grössten Batzen, nein – ihr Wert ist für das Unternehmen direkt in Geld messbar.

  10. In unserem Laden ist das immer noch schön verteilt. Die Männer reißen sich Vollzeit den Arsch auf, um Frau und Kindern ein sicheres Auskommen zu ermöglichen und die Hypotheken fürs Eigenheim zahlen zu können. Und jetzt werden hier 30% bis 50% der Stellen gestrichen und Tausende von Männern kämpfen mit dem Rücken zur Wand und dem Messer zwischen den Zähnen einen Kampf, bei dem Verlieren nicht erlaubt ist. Die Frauen dagegen werden schwanger oder geben ihre Teilzeitstellen gegen eine kleine Abfindung auf, um sich das nicht antun zu müssen.

    Und die Erkenntnisse von gnädigem Fräulein habe ich schon lange, aber ich habe im Gegensatz zu ihr verdammt noch mal nicht die Wahl. Denn das einzige, was noch teurer als eine Frau ist, ist eine Ex – Frau und die Kinder sind schließlich auch noch da.

    Aber ich habe schon den Eindruck, des die nächste Generation von Männern es im Gegensatz zu uns nicht mehr unbedingt als selbstverständlich ansieht, dass ein Mann eine Familie ernähren können muss. So sägen Feministinnen fröhlich den Ast ab, auf dem die Frauen so gemütlich sitzen.

    • Rano64:
      Eine Frau kann sich das auch nur erlauben, weil sie einen – sorry – Idioten hat, der sie finanziert.
      Viele Ehen lassen sich soziologisch nach der Austauschtheorie von Blau erklären:
      Ein Vertrag, wo beide Seiten ihren Benefit haben. Im Endeffekt findet ein Austausch statt. Abstrahiert würde ich sagen, der Mann tauscht monetäres/kulturelles Kapital (z.B. ein Heim, soziale Partizipation, die nun mal Geld kostet) gegen sexuelles Kapital der Frau aus.

      Letztlich ist der Mann wiederum ist auch selbst schuld, wenn er so einen Vertrag eingeht. Schliesslich zwingt ihn niemanden dazu, so einen Vertrag einzugehen. Vielleicht sind die meisten Männer auch einfach zu doof, das System dahinter zu erkennen. Auf der weiblichen Seite gibt es so viele Golddigger, dass ich glaube, dass die Frauen da im Schnitt klüger sind.

      • „Vielleicht sind die meisten Männer auch einfach zu doof, das System dahinter zu erkennen.“

        Ich erkenne es, aber der Sex ist es mir wert 🙂 .

        „Auf der weiblichen Seite gibt es so viele Golddigger, dass ich glaube, dass die Frauen da im Schnitt klüger sind.“

        Sind sie es wirklich? Tatsache ist, dass Altersarmut weiblich ist. Wer sein Leben lang nur auf die Muschi setzt, der hat u.U. irgendwann später ein ziemilch großes Problem, denn das sexuelle Kapital ist bei der Durchschnittsfrau spätestens mit 50 aufgebraucht. Dann solte die Nur-Hausfrau andere Benefits bieten, die es als lohnend erscheinen lassen, sie weiter durchzufüttern, oder sie wandert direkt in die Sozialhilfe.

        Das Verhalten von Frauen erscheint mir also nur als klüger, solange sie jünger sind.
        Ich als Mann hatte nie eine Alternative zur Vollzeitbeschäftigung – am besten mit Karriereambitionen.
        Und deshalb ist mein Risiko, in der Altersarmut zu landen, geringer.

        • @Carnofis:

          Mit klüger meine ich in dem Fall eigentlich nur, dass sie tendenziell eher das System des Austausches durchschauen als Männer. Oder sagen wir so: Es gibt mehr Frauen als Männer, die das durchschauen. Ich würde annehmen es gibt mehr weibliche Golddigger als das männliche Pendant des „Pump n Dump“er. Wahrscheinlich ist es aber vielen Menschen auch tatsächlich schlicht unbewusst: Eine Frau findet einen Mann mit hohem sozialen Status halt einfach unbewusst attraktiv und der Mann interessiert sich halt nicht für ihren Status sondern will sogar für sie sorgen (wird ja auch ständig als Wert in der Gesellschaft kultiviert, siehe z.B. Heldenfilme) und ist sprichwörtlich blind vor „Liebe“

          Das Antizipieren der Zukunft ist noch mal ne andere Frage.
          Nehme doch einfach mal an, dass du eine heisse 25 Jährige Frau bist. Du wirst ständig eingeladen von Kerlen, jeder swipe bei Tinder ist ein Match, alle sind freundlich und du merkst irgendwann, dass du eine gewisse „Macht“ über Männer hast, in dem Sinn, dass sie tun, was immer du willst, wenn du ein bisschen Reize zeigst. Das ist für dich dann einfach eine Normalität und die besteht auch über viele Jahre. Das wird dann zu einer Heuristik, etwas worüber man nicht mehr gross nachdenkt.
          Das ist wie wenn man erfolgreich im Job ist und auch nie davon ausgeht, dass das je ein jähes Ende nehmen könnte. Wie viele Arbeitnehmer qualifizieren sich freiwillig im Job weiter, wie viele bauen sich nebenbei ein zweites Standbein auf? 80% leben doch so vor sich hin, als würde es immer so weiter gehen. Männer wie Frauen.

          Aber natürlich hast du recht mit dem was du sagst.

          • „Nehme doch einfach mal an, dass du eine heisse 25 Jährige Frau bist. Du wirst ständig eingeladen von Kerlen, jeder swipe bei Tinder ist ein Match, alle sind freundlich und du merkst irgendwann, dass du eine gewisse „Macht“ über Männer hast, in dem Sinn, dass sie tun, was immer du willst, wenn du ein bisschen Reize zeigst.“

            Ich denke, dass jede junge – durchschnittlich aussehende – Frau irgendwann diese Erfahrung macht. Aber sie lebt eben auch nicht isoliert in einem reinen Männeruniversum und erfährt auch, dass sie an die begehrtesten Männer nicht herankommt, weil die sich genauso ihrer statusbedingten Anziehungskraft auf Frauen bewusst sind.
            Es ist eben kein einseitiges Spiel. Und die meisten Männer und Frauen finden irgendwann als junge Twens ihren Platz im Ranking. Wobei der eines Mannes durchaus volatil bis ins höhere Alter sein kann – siehe Donald Trump. Bleiben wir bei unsereins, dann können sich problemlos stabile Partnerschaften entwickeln, wenn beide mit ihrem Platz zufrieden sind.

            Abgesehen davon sind mit Sicherheit nicht alle swipes bei Tinder matches. Ihr Aussehen ist neben dem Segen gleichzeitig der Fluch einer schönen Frau – sie zieht eben neben dem Mr. Right auch 100 Mr. Wrong an, die sie sich vom Leib halten muss. Das kann ich mir als ziemlich anstrengend vorstellen.

  11. Lustig ist auch dieser Artikel, den sie noch ein halbes Jahr vorher geschrieben hat:

    Als Frau im Business hat man’s nicht leicht. Der Gender Bias, eine tief verwurzelte Präferenz für das Männliche in unserer Gesellschaft, macht es uns schwer. Männer genießen einen Haufen Privilegien – übrigens unabhängig davon, ob sie das wollen oder sich dessen überhaupt bewusst sind. Frauen dagegen sind eigentlich bei fast allem im Nachteil: Sie tauchen weniger in Fachbüchern, Zeitungsartikeln und auf Veranstaltungspodien auf. Sie haben es schwerer, sich in Ausbildung und Beruf durchzusetzen. Wissenschaftlich bewiesen ist dieser fiese Fakt: Je kompetenter Frauen sind, desto unsympathischer wirken sie.

    https://www.businessladys.de/frauen-macht-mal-ernst/

    Zusammenhänge? Nicht doch, gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.

    • Hahaha!!! Danke fürs Verlinken! Köstlich!

      Ein halbes Jahr zwischen „Frauen macht mal Ernst!“ und „Warum Frauen nicht Ernst machen und warum das auch die viel bessere und klügere Entscheidung ist“. Erinnert ein Bissel an Jessica Valenti. Lagen zwischen ihren Artikeln, dass Catcalling Scheiße ist und dann wie sehr sie es vermisst, dass ihr ab und zu mal hinterhergepfiffen wird nicht auch nur wenige Monate?

      Und natürlich: eine tief verwurzelte Präferenz für das Männliche. Deshalb gibt es auch hunderte für Frauen reservierte Fördermaßnahmen wie staatlich gezahlte Bewerbungs- und Vorstellungsseminare. Darum werden Frauen im Berufsleben PER GESETZ bzw. im akademischen Bereich über Fördervergabepraktiken gezielt zu einer bevorzugten Gruppe aufgebaut. Darum erhalten Frauen sogar bei objektiv signifikant geringerer Qualifikation Professuren an Universitäten. Darum dreht sich in unserer ganzen Gesellschaft, sobald es um Geschlechter geht, seit Jahrzehnten alles ausschließlich nur um Frauen.

      Aber das reicht einigen eben immer noch nicht. Und die schmerzliche Selbsterkenntnis, nichts anderes zu sein als eine narzisstische, unfähige Versagerin, die nur einfach ihren Hals nicht vollkriegt, erwartet, dass ihr Leistungslos gefälligst alles zuzustehen hat, das wird vor allem vor sich selbst verdeckt durch nie belegte, weil zu annähernd 100 % die Realität um 180° verdrehende ideologische Dogmata.

      Erbärmlich!

      • Ich gehe ja davon aus, dass es inzwischen tatsächlich eine Präferenz fürs Männliche gibt, gerade WEIL seit zwei Generationen die bedingungslose Frauenbevorzugung sich etabliert hat.

        Jeder, der nicht erst seit gestern in entsprechenden Bereichen arbeitet, wird ein paar Quotenfrauen erlebt haben und seine Schlüsse ziehen.

  12. Interessant wäre noch:
    1. War sie überhaupt fähig? War sie vielleicht eine Last für ihr Unternehmen und hat es gemerkt? Dann war es die richtige Entscheidung.
    2. Was würde sie von ihrem Mann erwarten, dürfte der auch aus dem Hamsterrad aussteigen?

    • „Interessant wäre noch:
      1. War sie überhaupt fähig? War sie vielleicht eine Last für ihr Unternehmen und hat es gemerkt?“

      Nein, das ist völlig wurscht. Entscheidend ist, dass sie eine frei wählbare Option zum karriereambitionierten Vollzeitjob hat, unabhängig von der Motivation.
      Und damit ist sie gegenüber so gut wie jedem Mann hochgradig privilegiert.

      • Mir geht es nicht um ihre Privilegierung, sondern um die Bewertung ihrer Entscheidung. War sie einfach nur zu faul, den Job zu machen? Oder war sie unzufrieden mit ihrer eigenen Leistung? Und unfähig, etwas daran zu verbessern? Auch wenn sie es nicht offen zugibt, kann ja ihre Selbsteinschätzung eine Rolle spielen.

        • Es scheint ja alles dafür zu sprechen, dass die vermeintlichen Erfahrungen der Autorin einfach aus der dünnen Luft gegriffen und gar nicht real sind. Das machen Feministinnen doch immer so, die einzige Realität ist für die ihre Vorstellung.

  13. „Offensichtlich bin ich mit diesem Gefühl nicht allein. Am Ziel oder kurz vor dem Ziel stellen viele Frauen fest, dass der berufliche Erfolg ihnen nicht das bietet, was sie sich erhofft haben. Oder dass sie dafür Dinge tun müssen, die sie nicht tun wollen. “

    Wenn also der Arbeitsplatz nicht so gestaltet ist, dass Frauen stets Freude haben und sich verwirklichen können, dann machen sie den Job halt nicht. Dann machen sie ein paar Kinder, eröffnen ein Schokoladengeschäft oder kümmern sich um die Dekoration im heimischen Nest. Vielleicht malen sie auch oder schreiben Gedichte. Sie machen’s sich gemütlich.

    Dass diese Tätigkeiten dann in der Regel nicht mit einem monatlichen fetten Scheck honoriert werden, ist doch der Kern des angeblichen Gender-Pay-Gaps und des feministischen Gejammers. Also muss es das Ziel sein, dass diese erfüllenden Aktivitäten auch dann wirtschaftlich voll honoriert werden, wenn kein Mann da ist, der mit 200er-Blutdruck in Vorstandsitzungen dafür sorgt, dass die Kohle fließt. Und dass sie auch bezahlt werden, wenn kein Schwein von ihrem Dasein irgendwas hat.

    Das ist der Anspruch, der im Neofeminismus an die Gesellschaft gerichtet wird. Die soll die Wohnzimmerdekoration mit Vintage-Röschen gefälligst als Care-Arbeit vergüten. Weil sie ja von einer Frau angerichtet wurde. Dass jeder vernünftige Mensch, ob Kind oder Mann, den Krempel am liebsten gleich entsorgen würde, spielt keine Rolle.

    Die Grundbotschaft ist also, dass Frauen den Anspruch haben, immer voll versorgt zu werden, egal mit welchem Quatsch sie sich beschäftigen. Und das ist letztlich Habgier, weil sie haben wollen und nicht bereit sind, dafür etwas Sinnvolles zu geben, das über egoistischen Spaß, Freude und Selbsterfüllung hinaus geht.

    • »Die Grundbotschaft ist also, dass Frauen den Anspruch haben, immer voll versorgt zu werden, egal mit welchem Quatsch sie sich beschäftigen.«

      Schön zusammengefasst.

      Ich möchte an dieser Stelle erneut auf mein Talent für „Serien und Pornos schauen“ hinweisen. Ich würde dieses Talent gerne zum Wohle der Gesellschaft einsetzen, benötige dafür auch nur 7000€ pro Monat. Das wäre schließlich nur GERECHT, also kümmert euch mal.

      • Mit „zum Wohle der Gesellschaft“ hast du dich als Mann entlarvt. Auf diese Idee kommen Frauen in der Regel nicht, was natürlich ihre Anspruchshaltung in keiner Weise schmälert. Es reicht Frau zu sein.

      • Ich denke der Mechanismus an sich ist ur-weiblich. Er funktionierte aber früher nur, wenn die Frau sich auf einen Mann einließ und im Gegenzug zur Versorgung und dem Beschütztsein auch eine Leistung bot.

        Da das aber offenbar für die moderne Frau nicht mehr zumutbar ist, soll die Gesellschaft an sich die Versorgung und den Schutz der Frauen übernehmen. Die Aufgabe dieses einzufordern und zu erzwingen übernimmt der Neofeminismus. Der Neofeminismus schließt auch viele Männer mit ein und ist daher eine mächtige Strömung. Diese Männer, die sich gar gelegentlich als Feministen bezeichnen, sind meist nur von Frauen geformt, geprägt und erzogen worden. Sie kennen männliches Leben nur aus Anekdoten als arachaisch, gewalttätig, dem Trieb aggressiv folgend. Eben böse. Diese armen jungen Männer sind aufgewachsen, um den Frauen zu dienen.

        Die hocken sich sogar im Wald zum Pinkeln hin und hoffen, dass es schmerzfrei aus dem verstümmelten Genital fließt. In ihrer Welt gibt es wirklich eine Rape Culture, es gibt überall Benachteiligungen und Unterdrückung von Frauen. All die Projektionen der Frauen sehen sie als Realität. So, wie es ihnen die Mütter, die Kindergärtnerinnen, die Lehrerinnen und dann die Partnerinnen eingetrichtert haben.

        Diese Feministen schaffen gemeinsam mit den Herrenfrauen einen gesellschaftlichen Druck, der fast alles möglich macht, indem das Männliche geradezu religiös verteufelt wird.

        • „Diese Feministen schaffen gemeinsam mit den Herrenfrauen einen gesellschaftlichen Druck, der fast alles möglich macht, indem das Männliche geradezu religiös verteufelt wird.“

          Ich finde man muss unterscheiden – klar es gibt viel Gekeife, die Deutungshoheit, der „moralische“ Druck und das ganze Gedöns. Alles richtig.

          Aber andererseits ist dieser gesellschaftliche Druck auch nicht wirklich so mächtig, wenn man ehrlich ist.
          Was interessierts mich, was irgendwer will oder fordert? Sapere aude gilt hier.

          Und sind wir mal ehrlich: Welches Gesetz ist denn offen gegen Männer, weil sie Männer sind? Bis auf die Wehrpflicht und auf den Exhibitionistenparagraphen fällt mir momentan nix ein. Das erste hat sich erledigt und das zweite interessiert mich nicht. Quote in Vorständen?? Man wächst sowieso nur gegen Widerstand und meine individuelle Chance dahin zu kommen, ist eh verschwindend gering.

          Und man darf bei all dem nicht vergessen, dass es auch Strömungen in die Gegenrichtung gibt. Schaut euch z.B. den Islam an, die wachsende Zustimmung zu rechtskonservativen Parteien oder den amerikanischen Präsidenten

          • Ich finde schon, dass die Schlinge enger gezogen wird (ein paar mehr als nur Wehrpflicht und Exhibitionismus):

            – Repressalien drohen an Unis oder an diversen öffentlichen Einrichtungen dem, der nicht in seiner Sprache die Frau hervorhebt.
            – Männern wird vorgeschrieben, wie eng sie ihre Beine im öffentlichen Raum aneinanderklemmen müssen.
            – Nur männliche Menschen dürfen genitalverstümmelt werden.
            – Sog. Stealthing ist nur für männliche Täter nach § 177 StGB strafbar und nicht wenn eine Frau absprachewidrig das Verhütungsmittel weglässt.
            – Der Klassiker: Artikel 4 GG: Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft. (alleinerziehende Männer also nicht)
            – Doppelte Diskriminierungen in § 64 Abs. 1 Nr. 3 SGB IX: Nur behinderte Frauen und Mädchen erhalten Leistungen zur Stärkung des Selbstbewußtseins. Behinderte Männer und Jungs werden ausgeschlossen.

            Wenn wir dann noch die Vergünstigungen der Frauen sehen (ein paar Beispiele):
            – Frauenparkplätze
            – Vergünstigte Taxifahrten in manchen Städten
            – Frauenhäuser und Schutzräume
            – Gewaltschutz-Hotlines
            – Reduzierte MwSt auf Tampons
            – 85 Prozent bekommen nach Trennung alleine die Kinder
            – Ersteinstieg in Rettungsboote
            – Hervorhebung in Medien („unter den Opfern auch viele Frauen und Kinder“)
            – Abermillionen von Euros für Frauenförderung und Genderschnickschnack

            Ja, es gibt auch Tendenzen in die andere Richtung. Vielleicht sind diese Gegenströmungen aber eher eine Folge der feministischen Maßlosigkeit. Vielleicht geht es vielen auf den Sack, wenn die Grünen schreiben, die Zukunft müsse weiblich sein, die SPD, dass man das Männliche überwinden müsse, die Linken gleich beides und dann auch noch das Patriarchat zerschmettern wollen. Dass überall mit Geschlechterquoten eine erzwungene inhaltliche Mittelmäßigkeit einzieht. Dass bei fast jedem Job die Bewerbung von Frauen erwünscht ist, dass aber nicht mal bei Erziehern das für Männer der Fall ist.

            Auch ich frage mich bei jeder Wahl: Welche Partei kann ich wählen, die mich nicht verachtet, weil ich als Mann geboren wurde.

            Ich finde schon, dass die Verachtung des Männlichen und das Männer-Bashing inzwischen kaum mehr erträglich ist. Das tut mir vor allem für die Jungs leid. Wo sollen die hin mit ihrer Männlichkeit?

          • Ah,

            ich sehe – ein Kinderloser und Lediger.

            Das Familienrecht strotzt vor Sexismen gegen Männer, mehr die Spruchpraxis der Richter, aber auch das Gesetz selber.

          • Einer muss noch: Vor 100 Jahren waren die Gefängnisse etwa gleichberechtigt bevölkert. Damals wurden auch Taten von Frauen als gesellschaftsschädlich gesehen. Inzwischen sind es nur noch wenige Frauen, die sich in Haft befinden. Sind die soviel besser geworden? Oder hat sich das Umfeld geändert? Waren da früher Huren eingesperrt, werden heute Sexarbeiterinnen als Opfer männlicher Triebhaftigkeit eher unterstützt und bemitleidet. Freier sollen bestraft werden.

            Frauen, die ihre kleinen Kinder töten, werden selten und nur kurz inhaftiert. Denn die Umstände haben sie ja zu der Tat getrieben. Und sie sind ja durch den Verlust des Kindes genug bestraft.

            Eine Bekannte von mir ist Amtsrichterin. Sie erzählte, dass Frauen, die etwas verbrochen haben, häufig eine Kopie ihres Mutti-Passes ans Gericht schicken. Wohl nicht ohne Grund – und nicht ohne Erfolg.

            Frauen können wohl nur Opfer sein heutzutage, wenn etwas schief läuft. Egal, was sie machen.

          • Bis auf die Wehrpflicht und auf den Exhibitionistenparagraphen fällt mir momentan nix ein. Das erste hat sich erledigt und das zweite interessiert mich nicht.

            Dummerweise liegst du da falsch. Die Wehrpflicht ausschließlich für Männer steht nach wie vor im Grundgesetzt. Die Wehrpflicht ist nämlich nur ausgesetzt, lässt sich aber per einfachem Wahlentscheid wieder einsetzen. Die Hürden für die längst fällige Grundgesetzänderung sind da deutlich höher.

            Umd deine sonstige Unkenntnis mal etwas zu verringern, empfiehlt sich vielleicht das:
            https://auschfrei.wordpress.com/rechte/

          • @beweis

            „Nein, zum Glück nicht kinderlos, aber zum Glück ledig…“

            Damit meinte ich EinLeser. Seine Einlassung zeigt krass, dass er noch nie in Kontakt mit Familienrecht gekommen ist, und das ist praktisch jeder Vater, erst recht ein lediger.

            @ Mario

            „Umd deine sonstige Unkenntnis mal etwas zu verringern, empfiehlt sich vielleicht das:
            https://auschfrei.wordpress.com/rechte/

            Guter Hinweis. Das sollte Jeden auf den Boden der Wirklichkeit zurückholen.

          • Und hier (in den Kommentaren) auch nochmal meine kritischen Fragen und Anmerkungen zu dieser Liste vermeintlicher Ungerechtigkeiten:
            https://allesevolution.wordpress.com/2018/05/20/maenner-ueberwindet-eure-identitaetskrise-und-werdet-feministen/

            Klar ist: in zentralen Fragen kommt „der Maskulismus“ einfach nicht ausm Quark, respektive kann sich kein Protagonist selbst nach Jahren oder Jahrzehnten des rum-Grübelns entscheiden, was er will.
            Bloß Nörgelei und fehlende Lösungsorientierung… schlimmer als jede (stereotype) Frau!

            Eine Ausnahme davon bildet die „juristische Abtreibung“, die allgemein zu den stehenden Forderungen der Masku-Szene gehört (Carnofis und Schoppe explizit ausgenommen) und aber kaum zu Überbieten ist an Unlogik etc.

          • „Klar ist: in zentralen Fragen kommt „der Maskulismus“ einfach nicht ausm Quark, respektive kann sich kein Protagonist selbst nach Jahren oder Jahrzehnten des rum-Grübelns entscheiden, was er will.
            Bloß Nörgelei und fehlende Lösungsorientierung… schlimmer als jede (stereotype) Frau!“

            Schon wenn einfach die Rechtsprechung grundgesetzkonform verlaufen würde, wäre das Leben für Euch Frauen weit härter, als heute.
            Und wenn der Maskulismus (was immer ich mir auch darunter vorstellen soll) sich ähnlich kompromisslos und asozial wie der Feminismus durchsetzt, dann wird es richtig bitter.

            Träum also lieber nicht davon, dass sich die Männer gegen die Frauen organisieren.
            Wie war das nochmal? 4 von 5 € werden in D von Männern erwirtschaftet, aber von Frauen ausgegeben.
            Was das in einer maskulistischen Gesellschaft für Folgen hätte, darfst Du Dir gern selbst ausmalen.

        • „Diese Feministen schaffen gemeinsam mit den Herrenfrauen einen gesellschaftlichen Druck, der fast alles möglich macht, indem das Männliche geradezu religiös verteufelt wird.“

          Und genau in ihrem Erfolg begründet sich auch ihr Scheitern.
          Denn das pauschale Alimentieren von Hausfrauenleistungen verarscht nicht nur die eingeschüchtere Männerwirtschaft, sondern auch die vollzeit berufstätigen Frauen. Und die haben naturgemäß ein emotionsloseres Verhältnis zu ihren arbeitsscheu(er)en Geschlechtsgenossinnen.

          Die Erfahrung durfte auch schon unsere durchfeministisierte Frauenhelferjustiz machen, als sie gegen Ende des 20. Jahrhunderts immer neue Höhenflüge beim Eintreiben von Unterhalt startete. Das fröhliche Plündern führte dazu, dass reihenweise Zweitfrauen trotz Kleinkindern wieder arbeiten mussten, weil ihr Ehemann/Lebensgefährte sein Einkommen bis auf einen Restgehalt an die Ex überweisen musste. Das wachsende Murren dieser Frauen weckte Karlsruhe auf und führte 2005 zur Unterhaltsrechtsreform.
          Von da ab war das Prinzip „einmal Arztfrau, immer Arztfrau“ nicht mehr sicher.

          Auch der Feminismus hat nichts aus der Volksweisheit „Der Krug geht solange zum Brunnen, bis er bricht“ gelernt.

        • „Er funktionierte aber früher nur, wenn die Frau sich auf einen Mann einließ und im Gegenzug zur Versorgung und dem Beschütztsein auch eine Leistung bot.“

          Sie musste sich früher aus ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen heraus „auf einen Mann einlassen“. Eigentlich musste sie sich auf eine Sippe und hier insbesondere die Schwiegermutter einlassen. Die Leistung die sie bieten musste war das Gebären und der Schwiegermutter gehorchen.

          So ist es in vielen Teilen der Welt heute noch. Überall wo es für die Frau keine realistischen Alternativen gibt. Sobald es diese aber gibt, spielen Frauen nicht mehr mit.

          Damit ist geklärt, wie freiwillig sich Frauen eingelassen haben bzw. einlassen…

          • Der Mann musste sich aus Triebhaftigkeit und zur Erhaltung seiner Sippe auch auf die Frau einlassen. Leider tut er das immer noch. Muss er aber nicht. Er kann auch MGTOW folgen. Dann schrammen wir vielleicht an der 10-Milliarden-Menschen-Marke auf unserer kleinen Erde vorbei. Aber bis dahin müssen viele Männer noch viel lernen – und aushalten.

          • „Der Mann musste sich aus Triebhaftigkeit und zur Erhaltung seiner Sippe auch auf die Frau einlassen.“

            Was Triebhaftigkeit angeht waren und sind Männer global sehr kreativ im Ausleben auch ohne Frau. Ziegen, anyone?

            Erhalt der Sippe…ja, aber in Variationen oblag/obliegt diese Verpflichtung primär dem ältesten Sohn der Linie. Meist in Verbindung mit der Besitzsicherung von Land.

            Die jüngeren waren/sind freier bzw. disponibler. Was nicht bedeutet, dass sie nichts beitragen müssen. Nicht selten investiert die Sippe bis hin zur Verschuldung viel, um die Jüngeren an Orte zu bringen, wo sie materielles für die Sippe erwirtschaften können sollen müssen…

            MGTOW ist ähnlich dem Radikalfeminismus eine Dekadenzerscheinung. Auch MGTOW muss mann sich erst mal leisten können 😉

            Aber angesichts Deiner Beiträge direkt gefragt: Wärst Du lieber (hier und heute) eine Frau?

          • „MGTOW ist ähnlich dem Radikalfeminismus eine Dekadenzerscheinung. Auch MGTOW muss mann sich erst mal leisten können “
            Klar, muss man sich das leisten können und das machen wir jetzt. Ist bequem. Wenn die Traditionalisten sich gerne zu Tode schuften wollen um ihren Frauen zu gefallen, dann gönne ich ihnen den Spaß. Jeder hat halt seine Ziele im Leben aber die meinen sind das nicht. Viel Spaß und vergiss nicht mit deinen Überstunden und deinen nutzlosen Statussymbolen anzugeben.

          • “ Auch MGTOW muss mann sich erst mal leisten können“

            Den Satz habe ich auch nicht verstanden. In der Zeit, als ich allein gewohnt habe, hatte ich deutlich geringere Fixkosten als wenn ich mit einer Frau zusammen war.

            Ob sich eine Gesellschaft eine Zunahme von MGTWO leisten kann, ist eine ganz andere Frage.

          • @Peter Müller

            Ich denke, die Frauen stehen den Männern global in der Befremdlichkeit der Triebauslebung nicht nach. Rein physisch läuft das aber anders. Da bringt eine Ziege nix.

            MGTOW sehe ich nicht als Dekadenzerscheinung. Wenn man davon ausgeht, sich nicht vervielfältigen zu wollen, ist das eine Lebensform, die eben nicht übergriffig die ganze Gesellschaft instrumentalisieren und ändern will gemäß dem eigenen Gusto. Mann zieht halt den eigenen Lebensfilm durch und versucht, das beste daraus zu machen. Wenn das letztlich mit Doppelkorn unter der Brücke endet, dann ist das eben so. Dann ärgern sich die Frauen, dass du da im Weg liegst. Aber ansonsten gehst du keinem auf den Sack. Und das tut der Feminismus heutzutage gehörig.

            Deine Frage, ob ich hier und heute lieber eine Frau wäre: Nein, das wäre wie für Bayern München jubeln, nur weil die immer Meister werden. Das wäre opportunistisch, nur um auch Vorteile abgreifen zu können. Nein, das will ich nicht. Da tippe ich mir lieber hier die Finger wund.

            Aber ich sorge mich um jedes Kind, das im Hier und Jetzt als Junge auf die Welt kommt. Denn mit dem genetischen und hormonellen Rucksack läufst du in dieser westlichen Welt inzwischen nur gegen Wände, eben weil sich Verhaltenskodex und alle entscheidenden Einrichtungen nur an femininen Verhaltensweisen orientieren, weil die männlichen als toxisch gelten. Und das wird immer schlimmer.

            Du musst als Junge deine nach außen gerichtete Kraft und Schnelligkeit fast immer und überall unterdrücken und runterschlucken. Es ist schrecklich zu sehen, wie sich die Männlichkeit der Kinder in den Spielekonsolen und „Ich rette die Welt“-Spielen auf dem Handy verliert, noch bevor sie wirklich richtig ausbricht – und ohne dass ihr Körper eine Rolle spielt. Da wachsen Männer-Zombies heran.

          • @Beweis
            Ich mag Deine Schreibe.

            „Du musst als Junge deine nach außen gerichtete Kraft und Schnelligkeit fast immer und überall unterdrücken und runterschlucken.“
            Ich habe ja nach 2 Mädchen noch einen Jungen gekriegt und der ist wirklich krasser drauf, motorisch unglaublich Bääääm!, wenn der mit seinem Vater rauft, muss ich echt rausgehen, das sollen die mal unter sich aus machen. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht mit so einem kleinen Kerl. 🙂

          • @Freya

            Ein schönes Gedankenbild, dass ein Junge mit seinem Vater so tobt und rauft, dass die Mutter lieber die Tür von außen zumacht. Dieses Bild zeigt nicht nur Ausgelassenheit und Euphorie bei den Jungs, sondern auch tiefes Vertrauen der Mutter.

            Leider bekommen das immer weniger Kinder. Männer werden in den letzten Jahren zunehmend als entbehrlich für Kinder angesehen. In Frankreich wurde unlängst ein Gesetz beschlossen, nach dem jede alleinstehende Frau ein Recht auf ein Kind via Samenspende haben soll. Aber kein Kind bekommt irgendwo ein Recht auf einen Vater.

            Ist das nicht krank? Die Gesellschaft erfüllt den Kinderwunsch einer Frau, ignoriert aber konsequent den Vaterwunsch der Kinder. Was haben die nur alle gegen die Kinder?

          • Only me,

            gemeint ist damit, dass MGTOW in anderen Gesellschaften entweder strikt kanalisiert oder sanktioniert/geächtet wird. Insofern damit die „sozialen Kosten“ dort sehr hoch sind. Hierzulande sind die sozialen Kosten relativ niedrig (wobei – zum Stichwort Karriere – gebunden sein ein nicht unwichtiger Punkt bei der Kandidatenkür für Posten im oberen und mittleren Management darstellt). Mann kann es sich also hier leisten, woanders eher nicht.

            beweis,

            „Denn mit dem genetischen und hormonellen Rucksack läufst du in dieser westlichen Welt inzwischen nur gegen Wände, eben weil sich Verhaltenskodex und alle entscheidenden Einrichtungen nur an femininen Verhaltensweisen orientieren, weil die männlichen als toxisch gelten. Und das wird immer schlimmer.“

            Interessantes Thema. Aber zu komplex um es dem Feminismus zuzuschreiben. Wäre auf jeden Fall eine eigene Diskussion wert. Wobei auch früher die „nach außen gerichtete Kraft und Schnelligkeit“ keineswegs nach Lust und Laune ausgelebt werden konnte/durfte.

          • „Mann kann es sich also hier leisten, woanders eher nicht.“

            Also das, was ich sagte: Der einzelne Mann könnte es sich sehr wohl leisten, aber die Gesellschaft nicht und verhindert es daher, indem sie den Preis für MGTOW künstlich in inakzeptable Höhen treibt..

          • Only me,

            „Der einzelne Mann könnte es sich sehr wohl leisten, aber die Gesellschaft nicht und verhindert es daher, indem sie den Preis für MGTOW künstlich in inakzeptable Höhen treibt.“

            Ja, naturrechtlich könnte es sich ein Mann deutlich eher leisten. Und um zu verhindern, dass dies ein Massenphänomen wird (welches den Fortbestand der Gesellschaft und nicht zuletzt auch die Stellung der Frau gefährden würde), gibt es gesellschaftliche Korrekturmechanismen. Zumindest in vitalen Gesellschaften.

            Schönes Gegenbeispiel ist Japan, wo die lokale Adaption von MGTOW inzwischen weit verbreitet ist…

          • @Peter Müller

            „Und um zu verhindern, dass dies ein Massenphänomen wird (welches den Fortbestand der Gesellschaft und nicht zuletzt auch die Stellung der Frau gefährden würde),“

            Es handelt sich beim Menschen ja nicht unbedingt um eine aussterbende Spezies. Selbst wenn Abertausende MGTOW betreiben würden, merkt das die menschliche Gesellschaft nicht wirklich. Früher wurden die Männer in Kriegen verheizt.

            Und wen juckt es, ob es irgendwann keine Japaner mehr gibt? Dann gibt es immer noch genug von anderen Nationen. Also, MGTOW die Verantwortung zuzuschieben, dass womöglich die menschliche Gesellschaft untergeht, halte ich schon für sehr kühn.

          • @beweis,

            das Problem ist nicht, dass die Menschheit ausstirbt. Das Problem ist, dass bis dahin die armen Frauen versorgt werden werden müssen.

            Und daran würde MGTOW ziemlich kratzen. Ohne Beta Bucks läuft so ne Gesellschaft nicht so friedlich.

          • only me,

            genau. Ausserdem gibt es die „menschliche Gesellschaft“ auf diesem Planeten so nicht, sondern viele Gesellschaften in verschiedenen Kulturkreisen. Deswegen sind auch Entwicklungen im Kontext Frauenemanzipation und MGTOW ganz unterschiedlich gerichtet und höchst asynchron.

            Eines ist aber universell zu beobachten: Sobald der sozio-ökonomische Rahmen es zulässt, versucht frau aus ihrer Rolle auszubrechen. Deutlicher als mann es tut.

          • @Peter

            „Sobald der sozio-ökonomische Rahmen es zulässt, versucht frau aus ihrer Rolle auszubrechen. Deutlicher als mann es tut“

            jupp

            colttaine erwähnte mal eine Statistik, derzufolge nur 13% der Ehen glücklich sind. Der Rest wird entweder geschieden, oder einer von beiden (welcher kann nur extrapoliert werden aus der Tatsache, dass 2 von 3 Scheidungen von der Frau eingereicht wird) hadert damit, dass er keinen besseren abbekommen hat.

          • „Sobald der sozio-ökonomische Rahmen es zulässt, versucht frau aus ihrer Rolle auszubrechen. Deutlicher als mann es tut.“

            Dann ist MGTOW doch wiederum ein bedeutsamer und begrüßenswerter Akt der Emanzipation und führt zu mehr Gleichstellung. Warum gibt es dann kein Förderprogramm dafür?

          • beweis,

            „Warum gibt es dann kein Förderprogramm dafür?“

            Stell doch einfach mal einen Förderantrag für ein entsprechendes Projekt 🙂

        • @Beweis
          „Ich denke der Mechanismus an sich ist ur-weiblich.“

          Es handelt sich um eine Erfindung von Industrialisierung und Moderne! Die Gesellschaft musste funktionstüchtiger gemacht werden und daher brauchte man unbedingt die bekannte geschlechtliche Arbeitsteilung! Es handelt sich um genau das, was andere immer so ominös „Strukturen“ nennen, es sind einfach kulturelle Traditionen.

          • Begründet sich das nicht schon vor der Industrialisierung? Frauen sind ja schon länger mit anderen Qualitäten gesegnet als mit körperlicher Stärke und Entschlossenheit.

            In der Höhle hat die Frau das Feuer entzündet, den Topf mit dem Wildgulasch darübergehängt, während der Mann noch versuchte, den Bären abzuwehren.

            Er war für den Schutz der Familie und das Heranbringen der Nahrung zuständig. Sie kümmerte sich um den Nachwuchs und den Rest. Eine gute Kombi, in der keiner wirklich Bock hatte auszubrechen.

            Vielleicht sind wir noch so gepolt – aber die Welt drumrum passt nicht mehr…

          • @Beweis
            Das, was du aufzählst sind die Mythen unser Gegenwart, die wir über jene Zeiten haben. Das alte vorindustrielle Beziehung hat sicher ähnliche Geschlechterrollen gekannt wie heute. Sie waren aber von dem überaus wichtigen strategischen Wert der männlichen Kraft zu kämpfen geprägt und sicher nicht vom Wert des Nachwuchses, der sowieso da war und einer ziemlich brutalen Selektion unterworfen war. Dieses System ging bis zur Moderne gut, dann wurden die Kinder so vernachlässigt, dass dies die Entwicklung der industriellen Gesellschaft stark hemmte. Also schuf man die Liebe zu den Kindern, die jeder für eine absolute Grundwesenheit der Menschen halten würde… Daraus erwuchs auch das besondere Privileg der Frauen. Ganz toll ausgeführt hat das die Feministin Badinter in ihrer „Mutterliebe“, ein wirklich augenöffenendes Buch.

          • @Alex

            Ich glaube, der strategische Wert der männlichen Kraft war nur ein Teil, denn diese Kraft ließ auch irgendwann nach. Dann war der Sohn herangewachsen, hatte das Jagen und Beschützen gelernt – und Papa konnte am Lagerfeuer rumlungern, die Familie dem Bären aber weiterhin trotzen. Nachwuchs war also letztlich genauso wichtig wie die aktuelle männliche Kraft. Umso mehr Kinder groß und stark wurden, umso expansiver konnte sich die Familie aufstellen. Dann wurde eine Sippe daraus, dann ein Dorf, dann eine Stadt, dann eine überbevölkerte Welt.

            „Also schuf man die Liebe zu den Kindern, die jeder für eine absolute Grundwesenheit der Menschen halten würde… Daraus erwuchs auch das besondere Privileg der Frauen.“

            Wenn ich dich richtig verstehe, hat die Liebe zu den Kindern die Notwendigkeit von Kindern abgelöst. Aber warum entstand daraus das besondere Privileg der Frauen?

  14. „Frauen, die erfolgreich sind und niemandem mehr etwas beweisen müssen, steigen aus.“

    Das geht nur aus einer privilegierten Stellung heraus. Privilegiert bedeutet, um aus einen gut bezahlten Job aussteigen zu können, muss man über eine weitere Einkommensquelle verfügen. Ansonsten handelt man sich Existenzängste ein, der Lebensstandart soll ja i. R. erhalten bleiben. Wenn eine Frau mit 40 Jahren ihren Job an den Nagel hängt, hat sie für gewöhnlich eine größere Erbschaft gemacht, den Jackpot im Lotto geknackt, oder einen gut verdienenden Mann als Ehepartner.

    Die ledige Supermarktverkäuferin, eine Bäckerin oder Fabrikarbeiterin die gerade mal für den Mindestlohn arbeiten, werden wohl kaum mit 40 ihren Job aufkündigen und dann zum Jobcenter gehen und sagen „Juhu hier bin ich!“

    Ein solcher Entschluss hätte weitreichende finanzielle Folgen bis hin zum Verlust der Wohnung. Aussteigen können Frauen also nur (wenn der Lebensstand nicht gefährdet werden soll) wenn sie auf ihren Job nicht angewiesen sind.
    Daher ist dieser Satz: „Frauen, die erfolgreich sind und niemandem mehr etwas beweisen müssen, steigen aus.“ etwas unsinnig, weil ihr Lebensstand auch ohne diesen Job gesichert ist, sie brauchen eh niemanden etwas beweisen.

    Übrigens, Leute die auf ihren Job nicht angewiesen sind, sind die schlechtesten Arbeitnehmer die ein Unternehmen überhaupt haben kann.

  15. Also inhaltlich hat die Autorin ja nicht unrecht. Witzig ist aber, dass so ein Artikel in „businessladys“ veröffentlicht wird.

    Wo doch diese Online-Publikation im Selbstverständnis „handfeste Unterstützung für Frauen, die Lust auf Karriere haben und für die Ehrgeiz kein Schimpfwort ist“ bieten möchte.

    Das ist so, als würde in einem Versicherungsblatt ein Artikel mit „Warum Sie keine Versicherungen brauchen“ erscheinen. Also kurzerhand mal das eigene Geschäftsmodell liquidieren.

    Da kommt selbst bei der Redaktion eine gewisse Dekadenz zum Tragen, die planmäßige Erwerbstätigkeit die gleichen Beliebigkeit wie Bekleidungsmode und Schminktipps zuweist.

    Karriere ja/nein wird dann in der Wertigkeit zur Frage „die braunen Wildlederpumps oder besser die schwarzen Lackballerinas“.

    Das muss frau sich erstmal leisten können…

  16. Auch das ist wieder Hufeisen. Deutschnationale sind nämlich in Vielem deckungsgleich mit Linksaussen, was Westbindung, Nato, etc angeht. Früher fanden diese Rechten dann auch gerne den Weg in die Friedensbewegung und zu den Grünen. Es macht den Eindruck als seien eben diese Rechten auch die Bündnisgenossen der progressiven Linken von heute. Diese Achse scheint mir „Weimar reloaded“ zu sein. Sehr vele dieser Rechtsnationalen liessen ja die brave Maske fallen, als Trump US-Präsident war, und pochten auf deutsche Sonderwege bzw „Multilateralismus“. Das konnte man besonders gut an den Meinungsstücken der FAZ und der Welt sehen, wo es für diese Leute eine Befreiung zu sein schien, endlich eine Emanzipation von den USA zu fordern.

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