„Was mich am Feminismus der heutigen Zeit stört“

Auf dem Blog „Gwendolyn Lovgren“ gibt es einen Artikel, indem die Autorin darlegt, was sie am Feminismus der heutigen Zeit stört.

Sie zählt zunächst auf, dass der Feminismus einiges an Gutem erreicht hat und kommt dann auf den heutigen Feminismus zu sprechen:

Ich selbst bezeichne mich nicht als Feministin. Das liegt zum einen daran, weil ich für die Gleichberechtigung aller Menschen bin, egal ob Mann oder Frau und weil mich der Feminismus wie er im Moment in der ersten Welt von manchen Individuen praktiziert wird abschreckt. Feminismus wurde mir erst so richtig bekannt, als die ersten Nackt-Aktivistinnen der Gruppe Femen im Fernsehen zu sehen waren. Seither habe ich immer mal wieder ein wenig verfolgt, wie sich das Ganze entwickelt. Mit den Jahren und viel Zeit im Internet sind mir dann immer wieder vermehrt Negativbeispiele von Feminismus begegnet. Negativbeispiele, die sich nun immer mehr häufen, was nicht nur dem Feminismus sondern auch dem allgemeinen Frauenbild Schaden zufügt.

Das ist hoffe ich etwas, was bei vielen Frauen passiert: Wenn sie sich anschauen, was im modernen Feminismus los ist, dann wenden sie sich lediglich kopfschüttelnd ab.

In den nächsten Abschnitten erkläre ich Dir einmal, was ich damit meine. Vorab: Die Beispiele sind zum Teil etwas überspitzt, aber ich finde es macht nochmal deutlicher was ich meine!

Überempfindlichkeit

Beispiel:
Er: Hey, wie geht’s dir? Ich finde du siehst echt hübsch aus heute!
Sie: Hi, ja eigentlich ganz gut. Aber nenn mich nicht hübsch!
Er: Aber… du bist hübsch?
Sie: Mag sein, aber ich will sowas nicht hören. Du machst mich hier gerade zu einem Objekt, okay? Weisst du was? Ich glaube du hast 0 Respekt mir gegenüber! Vergiss das ganze einfach!

Die Überempfindlichkeit bei Banalitäten muss wirklich den meisten unverständlich erscheinen. Und es gibt sicherlich noch wesentlich deutlichere Beispiele für Überempfindlichkeit, wenn man sich etwas in dem intersektionalen Feminismus umschaut, wo bereits die Erwähnung, dass Frauen schwanger werden, Transphobie sein kann oder jede Kleinigkeit eine Mikroaggression darstellen kann.

Ein weiteres gutes Beispiel dafür ist wohl Rudy Pantoja aus Seattle welcher eine Auseinandersetzung aufgrund eines Scherzes mit der Black Lives Matter Aktivistin Zarna Joshi hatte. Dieses Aufeinandertreffen ist so sehr ausgeartet, dass Rudy heute nur noch unter seinem Scherznamen Hugh Mungus bekannt ist und schon als Meme zu finden ist. Zarna hatte sein Interview mit einem Fernsehsender mit gefilmt und ihn daraufhin nach seinem Namen gefragt worauf Rudy des Scherzes halber (Halt so ein typischer Dad-Joke den viele Väter machen(Also ich kenne viele Väter/Männer mittleren Alters die gerne Sprüche klopfen)) mit Hugh Mungus antwortete was in der englischen Aussprache als humongous (kann soviel wie enorm, gigantisch oder riesig bedeuten) verstanden werden könnte, was wiederum als eine Anspielung auf seinen Penis gewertet werden könnte worauf Zarna Joshi total perplex dies als sexuelle Belästigung abstempelte und dezent ausrastete. Ich verlinke Dir hier noch rasch eine Seite mit allen Infos zu dem Fall, falls Du Dich dafür interessierst.

Auch ein gutes Beispiel, was normale Leute als (schlechten) Scherz abgetan hätten ist hier gleich eine Belästigung sondergleichen, die zum vollkommenen Ausrasten berechtigt.

Was ich damit sagen möchte ist eigentlich, dass heutzutage von vielen (und vor allem empfindlichen)Frauen ALLES als sexuelle Belästigung gewertet werden kann, selbst ein ehrlich gemeintes Kompliment. Die Sexismus- und Feminismuskeule wird geschwungen und die bösen, bösen Männer sollen sich zum Teufel scheren. Zugegeben, ich selbst fühle mich auch etwas unwohl, wenn ich mit Komplimenten von einer fremden Person überhäuft werde, nehme sie aber dennoch dankend an anstatt eine Predigt darüber zu halten, dass man heutzutage als Mann nicht einmal mehr Komplimente machen darf einigen Frauen gegenüber. (Umgekehrt herrscht das Problem: Wenn eine Frau einem Mann ein Kompliment macht ist das entweder komisch oder wird als Freifahrtschein gewertet (Hab ich alles schon gesehen *lach*). Vorsicht ist gut, aber in einem gesunden Mass! Nicht alles kann als sexuelle Belästigung gewertet werden finde ich. Man kann auch überempfindlich sein. Ich habe vor Dir bald einmal eine Story zu erzählen, wie ich selbst einmal sexuell belästigt wurde. Dort werde ich dann nochmals näher darauf eingehen.

Und diese Darstellung erscheint mir erfrischend rational, wie sie üblicherweise wohl die meisten Frauen vertreten werden. Sich über ein Kompliment aufzuregen erscheint den meisten Frauen unangebracht, auch wenn es mal creepy sein kann, aber es ist eben ein Kompliment und somit im Zweifel nett gemeint. Deswegen sieht man es eben nicht als Grund zum ausrasten an, was im radikalen Feminismus hingegen als vollkommen berechtigt angesehen werden kann, weil über den Begriff der Mikroaggression alles zu einem Teil einer größeren Ungerechtigkeit aufgeblasen werden kann.

Unnötiger Feminismus oder auch: Ich halte es für Feminismus obwohl ich keiner Frau damit helfe die WIRKLICH Feminismus und Hilfe gebrauchen könnte – Hauptsache mir als EINZELNES INDIVIDUUM geht es gut!

Beispiel: Suzie Grime (Youtuberin, Modejournalistin, Stylistin und Fotografin)
Ich verliere hier keine weiteren Worte mehr über sie, das mache ich in einem separaten Blogpost, freu Dich drauf! Ich bin gespannt, was dann Deine Meinung zu ihr sein wird.

Das ist eine interessante Theorie, die sehr in das sogenannte Virtue Signalling hinein passt. Tatsächlich schadet vieles, was der Feminismus predigt, aus meiner Sicht Frauen eher: Ihnen wird eine absolut sexistische Welt gepredigt, in der Frauen unterdrückt werden, die Netzwerke alter Männer jeden Aufstieg verhindern, Frauen selbst Frauen hassen und deswegen quasi aufgrund ihrer Gehirnwäsche gegen ihre eigenen Interessen wandeln, Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen alltäglich sind und einen Großteil der Frauen betreffen und Frauen für gleiche Jobs 23% weniger Lohn erhalten. Wenn man eine Ideologie erfinden wollte, die Frauen klein hält, dann wäre Feminismus gut dafür geeignet. Sie kämpfen dort gegen imaginäre Unterdrückungen und verwenden diesen Kampf als Zeichen dafür, dass sie die Guten sind. Tatsächlich bringen tut es niemanden etwas, es bringt nur mehr Feindseligkeiten, weil Gruppen gegeneinander gehetzt werden und Leute mit Forderungen überzogen werden, angebliche Privilegien abzulegen.

Was ich eigentlich mit dieser Kategorie meine sind Frauen, die glauben, dass wir hier in der ersten Welt wie im Mittelalter leben. Europa sei eine Rapeculture (Rapeculture bezeichnet soziale Milieus oder Gesellschaften, in denen Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt verbreitet sind und weitgehend toleriert oder geduldet werden) und die Gender Pay Gap würde uns alle betreffen. SCHWACHSINN! Uns Frauen geht es hier gut und wir haben genug Rechte und Anlaufstellen, von denen wir Gebrauch machen können. Keiner WIRKLICH leidenden Frau ist damit geholfen, dass man als einzelne Frau keinen BH mehr trägt oder sich die Beinhaare nicht mehr rasiert und dann blau färbt. Du als einzelne hilfst einer wirklich leidenden Frau auch nicht, indem du dein Leben selbst bestimmst und dich zum Beispiel gegen eine Familienplanung entscheidest um Karriere zu machen. Das ist BULLSHIT! Damit hilfst du dir selbst, aber zum Beispiel nicht einer Frau in Saudi Arabien die froh sein kann, wenn sie nach einer Vergewaltigung nicht gleich zu Tode gesteinigt wird weil ihr Mann sie für eine Schlampe hält weil sie ihm ja fremdgegangen sei und das obwohl SIE das Opfer ist. DORT WIRD FEMINISMUS GEBRAUCHT!!! Da wo die Welt wirklich noch im Mittelalter stehen geblieben ist! Als Feministin sollte man sich für die wirklichen Probleme der Frauen einsetzen und nicht für die Luxusprobleme hier in unserer Gegend, bloss weil man sich als einzelne Person nicht auszuleben wagt (Dazu auch noch ein anderer Blogeintrag).

Schön gesagt. Im radikalen Feminismus wird man darauf wohl erwidern, dass man erstens einen Kulturrelativismus vertritt, der einem nicht erlaubt, die Praktiken einer anderen Kultur (zumindest einer nichtwestlichen Kultur) zu verurteilen und zum anderen, dass sie eben aufgrund ihres internalisierten Frauenhasses gar nicht erkennt, wie schlecht die Welt hier ist. Denn die westliche Kultur ist natürlich der Ursprung alles Übels und damit automatisch schlimmer als alle anderen. Sofern man andere schlechte Praktiken nicht über den Kulturrelativismus kleinreden kann kann man noch anführen, dass sie eigentlich Produkte des Westens und der Kolonalisierung sind. Schließlich wird man noch darauf verweisen, dass eine schlimmere Unterdrückung (so sie denn besteht) ja die hier bestehende Ungerechtigkeit (jede dritte Frau wird vergewaltigt, alle wichtigen Positionen sind männlich besetzt, Männer verdienen im gleichen Job 23% mehr und andere feministische Mythen) nicht nichtig macht.

Männerhass #killallmen

Das schiesst den Vogel meiner Meinung nach ab. Wenn Feminismus als liebenswerter klingendes Wort genutzt wird um seinen Männerhass breit zu machen. Männerhass, der zum Teil schon fast krankhaft nach aussen wirkt. Ein gutes Beispiel dafür habe ich erst letztens in einem Interview einer amerikanischen Nachrichtensendung gesehen, in welcher eine Frau dazu aufgerufen hatte alle männlichen Babys abtreiben zu lassen damit die keine weiteren weissen, heterosexuellen Männer mehr auf die Welt gesetzt würden. Die *seufz* wie wir ja alle wissen laut manchen extremen Feministinnen der Untergang des weiblichen Geschlechts sind. Hier  noch ein Youtubevideo, in welchem eine Frau genau dasselbe sagt. Bei so viel Cringe und Dummheit (Ich kann es einfach nicht anders nennen, tut mir Leid) stehen mir die Haare zu Berge. Es sind noch viele weitere Aussagen, die Feminismus einfach nur in den Dreck ziehen.

Es ist doch schön, dass eine Frau das einmal so deutlich ausspricht. Der moderne Feminismus ist leider in vielen seiner Ausrichtungen in einen Männerhass abgeglitten, der dort vollkommen unverholen gepredigt werden darf, weil die Männer eben als die vergewaltigenden Unterdrücker, die Vertreter des Patriarchats entmenschlicht werden und zu Ungeheuern gemacht werden, gegen die man sich nur wehrt. Einer radikalfeministischen Mutter eines Sohnes bleibt da nur noch ihn entweder als potentiellen Feind zu sehen oder ihn als Umerziehungsprojekt zu sehen, zumindest solange er noch jung ist.

Es wirkt so als wüssten diese Frauen gar nicht, was Feminismus bedeutet und wofür diese Bewegung seit jeher steht.

Lustigerweise würden moderne Feministen ihr ebenso vorwerfen, dass sie es eben nicht weiß, denn der Kampf gegen die Unterdrückungen der Frau, die durch den Mann ausgeübt werden, ist ja von Anfang an Teil der feministischen Theorie gewesen.

Kennt ihr das noch? Zu Schulzeiten haben wir ein Spiel gespielt. Man musste in einen Kreis sitzen mit den Klassenkameraden und die Lehrerin flüsterte dem Kind neben sich etwas ins Ohr. Das Kind muss seinem Sitznachbarn dasselbe flüstern und so geht es weiter bis die Nachricht wieder bei der Lehrerin ankommt. Schlussendlich haben sich dann viele gewundert warum die Nachricht nicht mehr komplett wieder am Anfang angekommen ist und genau so kommt es mir mit Feminismus vor. Man erzählt einander davon, bis sich schlussendlich die richtige Erzählung in Luft auflöst und man etwas total anderes glaubt.

Auch das halte ich für eine gute Beobachtung: Der moderne Feminismus bewegt sich in einer Echokammer, einer Filternblase, in der das Falsche und das Undurchdachte alltäglich und selbstverständlich geworden ist. Es wird zudem sogar noch ein Tabu errichtet, nachdem das Hinterfragen bereits verboten ist und insofern Kritik ausgeblendet werden muss. In dieser Umgebung kann der größte Unsinn bestehen bleiben und es kommt hinzu, dass das Auffinden immer kleinere Benachteiligungen als Wert gilt, der Ansehen bringen kann. Es ist eben ein Race to the Bottom

Auch habe ich das Gefühl, dass jene extremen Feministinnen gefrustet sind und nur für sich kämpfen weil es ihnen nicht gut geht und sie sich in ihrer Spirale aus eventuell nicht verarbeiteten Erlebnissen und Wut verlieren. In der ersten Welt ist Feminismus doch sowieso nur ein Wort, um sich selber besser dastehen zu lassen weil man es ja soooo schwer hat und von allen Seiten unterdrückt wird. Falls dies wirklich der Fall ist: Tut etwas. Wendet euch an Hilfehotlines und Vertrauenspersonen. Gerade hier in Europa haben wir so viele Möglichkeiten uns helfen zu lassen, die anderen Frauen in anderen Kulturen nicht haben. Wenn wir Feminismus einsetzen, dann bitte für diese Frauen!

Die moderne radikale Feministin als frustrierte und wütende, die austeilt, damit es ihr besser geht. Und die statt die Schuld auf andere zu schieben sich lieber Hilfe für ihre tatsächlichen Probleme holen sollte und nicht andere Unterdrückungen erfinden sollte. Passt aus meiner Sicht durchaus.

Ich finde es unheimlich wichtig, dass Feminismus wieder in sein richtiges Licht gerückt wird und dort eingesetzt wird, wo er wirklich gebraucht noch dringend gebraucht wird.

Das würde ich tatsächlich auch gut finden. Gegen einen nichtradikalen Feminismus, der für tatsächliche Gleichberechtigung eintritt und sich gegen tatsächliche Ungerechtigkeiten einsetzt ist nichts zu sagen, er ist sogar zu begrüßen.

Wir können uns glücklich schätzen hier in Europa geboren worden zu sein, wo die Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung gross sind und man Anschluss zu allen möglichen Leuten findet. Ich habe das Gefühl, man ist als Frau für viele Dinge gar nicht mehr dankbar, weil man sie als Selbstverständlichkeit ansieht. Das bezieht sich nicht nur auf Feminismus und Frauen, das betrifft in vielerlei Hinsicht auch Männer. Mich würde jetzt Deine Meinung zum Thema Feminismus interessieren. Brauchen wir Feminismus in Ländern wie Frankreich, Deutschland, Österreich oder hier bei mir in der Schweiz noch? Wenn ja wofür? Wenn nein, vielleicht hast Du ja eine Idee wo und wie Feminismus besser eingesetzt werden kann. Ich freue mich auf Kommentare und Meinungen und wünsche dir noch einen schönen Tag. Wenn du willst, lesen wir uns im nächsten Beitrag wieder. Machs gut!

Kommentare auch gerne hier!

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28 Gedanken zu “„Was mich am Feminismus der heutigen Zeit stört“

  1. Ihnen wird eine absolut sexistische Welt gepredigt, in der Frauen unterdrückt werden, die Netzwerke alter Männer jeden Aufstieg verhindern, Frauen selbst Frauen hassen und deswegen quasi aufgrund ihrer Gehirnwäsche gegen ihre eigenen Interessen wandeln, Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen alltäglich sind und einen Großteil der Frauen betreffen und Frauen für gleiche Jobs 23% weniger Lohn erhalten. Wenn man eine Ideologie erfinden wollte, die Frauen klein hält, dann wäre Feminismus gut dafür geeignet.

    Das wäre doch mal ein Gedankenexperiment. Wie müsste eine Ideologie gestaltet sein, die in einem Land in denen Frauen alle und mehr Rechte haben, wahrscheinlich genauso viel Hilfs- und Förderungsangebote in Anspruch nehmen können wie Kinder, für gleichen Taten weniger bestraft oder mehr belohnt werden, um Frauen noch mehr klein zu halten. Ein Verweis auf z.B. Saudi Arabien gilt nicht, denn dort haben Frauen eben nicht die gleichen Rechte.

    Ein gutes Beispiel dafür habe ich erst letztens in einem Interview einer amerikanischen Nachrichtensendung gesehen, in welcher eine Frau dazu aufgerufen hatte alle männlichen Babys abtreiben zu lassen damit die keine weiteren weissen, heterosexuellen Männer mehr auf die Welt gesetzt würden. Die *seufz* wie wir ja alle wissen laut manchen extremen Feministinnen der Untergang des weiblichen Geschlechts sind. Hier noch ein Youtubevideo, in welchem eine Frau genau dasselbe sagt. Bei so viel Cringe und Dummheit (Ich kann es einfach nicht anders nennen, tut mir Leid) stehen mir die Haare zu Berge. Es sind noch viele weitere Aussagen, die Feminismus einfach nur in den Dreck ziehen.

    Es ist doch schön, dass eine Frau das einmal so deutlich ausspricht.

    In der Tat. Wäre auch gut wenn einige News-Seiten das mal machen würden und nicht um den Elefanten im Raum herumtanzen würden, nur um diese Männerhasserin dann nicht als eine bescheuerte männerhassende Feministin bezeichnen zu müssen.

    Ich finde es unheimlich wichtig, dass Feminismus wieder in sein richtiges Licht gerückt wird und dort eingesetzt wird, wo er wirklich gebraucht noch dringend gebraucht wird.

    Halte ich für schwierig. Selbst in Ländern in denen Frauen noch nicht gleichbrechtigt sind und wirklich als Bürger 2. Klasse behandelt werden, hat der Feminismus mittlerweile die Tendenz intersektional zu werden. Und von da an werden dann keine wirklichen Probleme mehr gelöst, weil, wie Christian das letztens richtig festgestellt hat, alle damit beschäftigt sind sich von Klitzekleinigkeit („Hallo, schöne Frau“) getriggert zu fühlen.

  2. Braves Mädchen. Aber mit solchen Tätowierungen und Blech um den Mund hilft auch antifeministisches Virtue-Signalling nicht weiter.

    Trotzdem natürlich ein Hoffnungsschimmer. Als nächstes könnte man anstreben, dass sich kleine Mädchen im Kindergarten beschimpfen: „Du Feministin!“ „Selber Feministin!“ *Haare zieh*.

  3. Insgesamt gute Kritik.
    Ich habe aber das Gefühl, das egal unter welchen kulturellen Umständen gestartet eine wie auch immer feministische Bewegung oder „Kulturrevolution“ letztendlich immer das selbe aufgezeigte Endresultat ergeben würde. Mann kann ja Geschichte nicht experimentell wiederholen, wie ein naturwissenschaftliches Experiment, sondern ist auf Gedankenexperimente und Analysen angewiesen.
    Und da ist, denkt man darüber nach, es sicher immer ein gesellschaftlicher Balanceakt, wie die gegensätzlichen Interessen von Mann und Frau, die biologisch bedingt sind (es gibt natürlich auch viele gemeinsame) gesellschaftlich gelöst werden. Und da ist ein kippen in maßlos übertriebene Unterdrückung weiblicher „Fehler“ wie im Islam z.B. genauso wenig ein sinnvolles Zukunftsmodell wie das endlose Nachgeben in der westlichen Kultur. In der Privatsphäre kann man nur versuchen irgendwie damit umzugehen und seinen eigenen Weg zu finden.

    Das Thema ist uralt, da gibt es z.B. bei unseren tschechischen Nachbarn in der Überlieferung die Sage „der Krieg mit den Mädchen“ die erzählt, wie der Versuch alleiniger weiblicher Herrschaft letztendlich scheitert.

    „Ich habe das Gefühl, man ist als Frau für viele Dinge gar nicht mehr dankbar, weil man sie als Selbstverständlichkeit ansieht“

    das ist dick gedruckt und auch kein Kernsatz. Frauen sehen vieles als Selbstverständlich an, weil es selbstverständlich für sie ist,
    weil Männer es nicht schaffen ihnen zu zeigen, das nichts selbstverständlich ist.
    Kluge Frauen, wie offenbar die Schreiberin, haben aber schon immer gewusst, das die weiblichen Privilegien ein wertvoller Schatz sind, und das man es nie übertreiben darf, um nicht deren Entzug durch die Männer zu riskieren.

    Männern machen sich nicht immer bewusst, wie stark die vollkommen andere Sozialisation, schon vom Kleinkindalter an auf das Denken und Fühlen einer Frau einwirken.

    Undankbarkeit ist wirklich eine Untugend, die viel kaputt machen kann.

    • Man muss natürlich auch sehen, das die Unterdrückung in arabischen Ländern nicht ausschließlich „frauenfeindlich“ ist, sondern das einige der „Unterdrückungsmaßnahmen“ ja eigentlich als „Schutz“ gedacht sind oder ursprünglich waren, und das sie überhaupt Ausfluss einer generell repressiven Gesellschaft ist, die Männer ebenfalls strengen Regeln und Konventionen unterwirft.
      Nur ist es halt Konsens in allen Gesellschaften Probleme von Männer nicht zu thematisieren, sondern Männer von frühauf so zu sozialisieren, das sie sich nicht beklagen und versuchen selber klarzukommen.

    • „Männern machen sich nicht immer bewusst, wie stark die vollkommen andere Sozialisation, schon vom Kleinkindalter an auf das Denken und Fühlen einer Frau einwirken.“

      1) das weiß man als Mann nicht automatisch (ich bin z.B. nur mit Brüdern aufgewachsen) im Übrigen setzt das voraus, dass Frauen nennenswert anders „sozialisiert“ werden, was mich zu zweitens führt:

      2) ich da eher eine starke genetische Komponente sehe, die wegsozialisiert werden muss

      Oder anders ausgedrückt: Jungen müssen ihre Aggressionen beherrschen lernen, wenn sie erwachsen werden, Mädchen ihre Emotionalität. Jungen müssen die spezifisch weiblichen Schwächen kennen und berücksichtigen, Frauen die spezifisch männlichen.

      Beide sollten sie nicht primär auszunutzen versuchen, denn sie sind ein Erbe dunkler Vergangenheit, welches in hochentwickelten Kulturen der Ratio nachgeordnet sein sollte. Es sind lediglich Überlebensinstinkte, Notprogramme sozusagen, die einem glücklichen Leben heutzutage eher hinderlich sind.

      Gesellschaftlich betrachtet, sehe ich daher aktuell eine Infantilisierung. Man kreischt, man strampelt, man streitet sich wegen (beliebig widersprüchlichen) Belanglosigkeiten, vor allem im feministisch-intersektionalen Spektrum, während von anderer Seite gescheiterte analphabetische Männer aus Großfamilien als Migranten hier aufschlagen und einen Gegenpol ungezähmter männlicher Infantilität bilden (Treppe runtertreten, grapschen usw.).

      Während die Normalos zwischen den lautstarken Forderungen beider Seiten (bzw. mangels Sprachkenntnis derer Symphatisanten) aufgerieben werden und zunehmend glauben in ein Irrenhaus geraten zu sein. Zumal beide Seiten sich einer rationalen Betrachtung konsequent verweigern.

  4. „Schlussendlich haben sich dann viele gewundert warum die Nachricht nicht mehr komplett wieder am Anfang angekommen ist und genau so kommt es mir mit Feminismus vor. Man erzählt einander davon, bis sich schlussendlich die richtige Erzählung in Luft auflöst und man etwas total anderes glaubt.“
    Dieses Argument läuft auf einen „wahren Schotten“ hinaus; damit wurde bisher noch jede Ideologie gerechtfertigt. Jesus war ein ganz toller Typ, nur die Kirche hat’s versaut. Marx hatte kluge Ideen, nur Stalin hat das pervertiert. Feminismus ist prima, nur die heutigen Feministinnen legen ihn falsch aus. Wer maßt sich an, zu definieren, was der „richtige“ Feminismus ist? Zumal eine Weiterentwicklung von Ideologien ja normal und erwünscht ist (sonst wäre es Dogmatismus); es wird also notwendig zu einer Abweichung vom Ursprünglichen kommen.

    „Gegen einen nichtradikalen Feminismus, der für tatsächliche Gleichberechtigung eintritt und sich gegen tatsächliche Ungerechtigkeiten einsetzt ist nichts zu sagen, er ist sogar zu begrüßen.“
    Ich bezweifle, ob das geht. Eine Ideologie, die schon im Namen ein Geschlecht heraushebt (gilt gleichermaßen für Maskulismus), führt nahezu zwangsläufig und kaum vermeidbar zu einem Bias: die Sorgen und Nöte des eigenen Geschlechts (oder besser: der eigenen Person, aber auf das Geschlecht projiziert) werden überhöht, die des anderen bagatellisiert. Feminismus und Maskulismus können bestenfalls (gleichberechtigt auf Augenhöhe) gemeinsam gegen Ungerechtigkeiten agieren, sonst fehlt ein Korrektiv. Oder man läßt geschlechtsbezogene Ideologien lieber gleich ganz sein; wir sind alle Menschen, wozu das nach Geschlechtern auftrennen? Das führt nur zu einer Teile-und Herrsche-Politik.

    • Ich bezweifle, ob das geht. Eine Ideologie, die schon im Namen ein Geschlecht heraushebt (gilt gleichermaßen für Maskulismus), führt nahezu zwangsläufig und kaum vermeidbar zu einem Bias: die Sorgen und Nöte des eigenen Geschlechts (oder besser: der eigenen Person, aber auf das Geschlecht projiziert) werden überhöht, die des anderen bagatellisiert.

      Da stimme ich zu. Sollten die MRAs tatsächlich an Einfluss gewinnen, wird das zweifellos Radikale anziehen. Aber bisher sieht es noch so aus also ob vom Mainstream her versucht wird MRAs zum Schweigen zu bringen und möglichst oft mit Nazis und Vergewaltigern in einem Satz unterzubringen, ohne einen Zusammenhang herzustellen.

      Arne schreibt heute:

      Durch das bisher in diesem Blogbeitrag Ausgeführte wird wunderbar klar, dass Maskulismus gerade nicht das Spiegelbild des Feminismus „jetzt nur mit Männern“ ist. Drei zentrale und wesentliche Unterschiede:

      -> Viele Feministinnen wenden sich gegen Männer und weisen damit Merkmale einer gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit auf. Maskulisten kritisieren Aspekte des Feminismus, also einer Ideologie, speziell wenn sie sich zur Hassbewegung entwickelt. Es gibt kein maskulistisches Gegenstück zu dem Twitter-Hashtag #killallmen und keine Aufforderungen, sämtliche weiblichen Babys zu töten.

      -> Viele Feministinnen möchten den politischen Gegner zum Schweigen bringen, etwa durch die Forderung nach Gesetzen wie Schwarzer, durch Zensur und durch das Stürmen und Unterbinden von Veranstaltungen. Maskulisten suchen die offene Debatte.

      -> Feministinnen behaupten, dass von Problemen wie häuslicher Gewalt, Genitalverstümmelung, Hate Speech im Internet usw. usf. nur EIN Geschlecht betroffen ist. Maskulisten stellen regelmäßig heraus, dass BEIDE Geschlechter betroffen sind.

      Vor diesem Hintergrund ist es bemerkenswert, dass unsere Leitmedien den Feminismus unkritisch verherrlichen, aber den Maskulismus dämonisieren. Es wird doch am Ende nichts mit der Frage des jeweiligen Geschlechts zu tun haben?

      http://genderama.blogspot.de/2017/01/alice-schwarzer-fordert-gesetze-gegen.html

      • „Sollten die MRAs tatsächlich an Einfluss gewinnen, wird das zweifellos Radikale anziehen“

        Das ist die falsche Perspektive. MRAs sind ein kleiner Teil einer großen gesellschaftlichen Reaktion auf die Irrungen der letzten 50 Jahre. Dazu gehören dann auch die Alt-Right, MGTOW, RoK und so weiter.
        Dass diese Gruppierungen nicht unter einem gemeinsamen Label zusammengefasst werden (außer von Feministinnen, wenn sie „Maskulinisten“ oder „Meninisten“ sagen und damit einfach nur „Alle, die nicht mein Lied spielen“ meinen) ist dann schon einer der größten Unterschiede zu Dem Feminismus, den es auch eigentlich gar nicht gibt, wie uns Feministinnen immer wieder versichern.

        Insofern redet Arne aus einer vergleichbaren Blase wie jene, die „Feminismus ist gut und Schwarzer/Solanas/etc hat nichts mit mir zu tun.“ behaupten.

        Der Streit um die gynozentrischen Entwicklungen der Vergangenheit ist jetzt schon schmutzig, und Wir sind nicht die Guten.

        • “Und mgtow kann eben auch in Frauenhass enden … Ein red pill Ansatz kann bedeuten dass dieser man eben Frauenhass damit rechtfertigt, dass er die „Wahrheit“ ist”

          Ja. Dafür gibt es auch einen Begriff: Red-Pill-Rage. Fast alle MGTOW have eine Red-Pill-Rage Phase.

          Meine Red-Pill-Rage hatte ich so vor 20 Jahren. Also noch before Matrix im Kino lief und Red-Pill überhaupt ein Begriff wurde. Die Wahrheit habe ich aber schon damals erkannt.

          Wichtig ist das man sie irgendwann überwindet uns sich nicht wie AngryMGTOW¹ endlos darin verbeisst und Wahnvorstellungen bekommt.
          —————
          ¹ zu finden auf Youtube und nichts für schwache Nerven.

        • Mgtow, red pill, allgemeine durch das andere Geschlecht und Scheidung oder Trennung verbitterte würde ich sagen. Und sehr konservative, die in Richtung „Männer müssen das Oberhaupt der Familie sein“
          Mit Unterscheidungen natürlich in den Gruppen

        • Feministen und MRAs haben gemein das sie Gesetze ändern und das Frauen-/Männerbild ändern wollen.

          Welche Forderungen haben denn MGTOW, Red Pill und die Verbitterten an die Gesetzgeber/Gesellschaft? Sind da auch irgendwelche Umerziehungkurse für Frauen in Plannung? Die sehr konservativen halten MRAs (und wahrscheinlich auch MGTOWs) doch für Weicheier.

        • @Matze Wie am ende von The Red Pill beschrieben.

          MGTOW haben keine Forderungen. Sie wollen von der Gesetzgeber/Gesellschaft in Ruhe gelassen werden. In erster Linie wollen sie nicht Heiraten.

          PUA wollen wollen die aktuelle Situation ausnutzen. In erster Linie Frauen flach legen.

          Red Pill ist keine Bewegung. Bei Red Pill geht es darum das Zusammenspiel der Geschlechter so sehen wie sie ist. Sich nicht von süssen Lügen (Der Blue Pill) einlullen zu lassen sondern der brutalen Wahrheit in Auge zu sehen.

          Es gibt Feministinnen die Red Pill sind. Christina Hoff Sommers währe da ein Beispiel.

        • Die Definitionen mögen richtig sein, aber die Praxis ist teilweise eben anders.

          Feminismus ist nach so einer Definition ja auch nur der Kampf um Gleichberechtigung.

          Und mgtow kann eben auch in Frauenhass enden oder die Frustration kann einen dazu bringen, der eigenen Erfolglosigkeit einen neuen Namen zu geben
          Ein red pill Ansatz kann bedeuten dass dieser man eben Frauenhass damit rechtfertigt, dass er die „Wahrheit“ ist und das es nun einmal besser für alle wäre und quasi die natürliche Ordnung wenn der Mann das sagen hat etc

        • CHS will das Männer Gentleman werden, Tür aufhalten, Stuhl ranrücken, in die Jacke helfen und was Frauen im Gegenzug machen sollen, vergisst sie glaube ich immer zu sagen.

        • Aber was ändert sich denn für Nicht-MGTOWer/Nicht-Red Piller durch diese Bewegungen. Man kann diesen Leuten ja einfach aus dem Weg gehen. Während Feministen männliche Schüler im Unterricht aufstehen lassen und schwören lassen nicht gewalttätig gegenüber Frauen zu werden oder Gesetze ändern und zwar so das sie genau auf die Art der z.Z. üblichen Beziehungsanbahnungen (Mann muss ersten Schritt machen) ausgerichtet sind oder fordern das Männer keine Beförderungen/Posten mehr erhalten, solange der Frauenanteil nicht ein bestimmtes Maß erreicht hat.

        • „„Sollten die MRAs tatsächlich an Einfluss gewinnen, wird das zweifellos Radikale anziehen“

          Gibt es die nicht schon?“

          Natürlich, aber bis jetzt in homöopathischer Dosis. Allerdings ist es quasi ein Naturgesetz, daß die Trittbrettfahrer beim Mitrennen und Aufspringen das Pendel weiter beschleunigen ( vgl. auch HoGeSa u. PeGiDa ).
          Übrigens heißt das Spiel auf das die Dame da anspielt „Stille Post“ und es geht dabei um Infoverfälschung durch unvollständige Wahrnehmung selektive Verarbeitung und einseitg verkürzte Wiedergabe ( mit z.T. wirklich verblüffenden Ergebnissen, wie man heute leicht feststellen kann, wenn man manche medialen Ereignisse mal eine Weile verfolgt, bspw. die üble Nachrede Himmelreichs ggü. Brüderle, welche mittlerweile sogar von manchen Hardcoremaskus als Tatsachenfeststellung gewertet wird ).

  5. Zitat: „Kluge Frauen, wie offenbar die Schreiberin, haben aber schon immer gewusst, das die weiblichen Privilegien ein wertvoller Schatz sind, und das man es nie übertreiben darf, um nicht deren Entzug durch die Männer zu riskieren.“

    Das ist nicht wirklich klug, weil echte Emanzipation die Aufgabe dieser Privilegien bedeutet. An genau dieser Entscheidung hängen die Frauen fest:

    „Behalte ich diese Privilegien und muss dann aber mehr oder weniger Frau in der Frauenrolle bleiben, oder überwinde ich die Frauenrolle und muss dann aber diese Privilegien aufgeben.“

    Und weil ihnen beides nicht gefällt ist die heutige Rosinen-Emanzipation entstanden … der trotzig-infantile Versuch, die Frauenrolle zu überwinden und die Privilegien aber zu behalten.

    • Ich denke, man sollte in Punkto Privilegien etwas differenzierter hinschauen.
      Ein paar rituelle Miniprivilegien, die keine Beulen hinterlassen, halte ich für kein Problem.
      Bspw., daß Männer sich entschlossen haben, es wäre Gentlemenlike, Frauen die Tür auf zu halten, oder den Mantel. Solange das kein „Gesetz“ ist, okay.
      Oder, daß Frauen meinen, es wäre unschicklich Männern verbale Komplimente zu machen, nonverbale seien aber eh effektiver. Kann man locker mit leben, denke ich.

      Zum Problem wird es wenn ein Privileg für Nichtprivilegierte verpflichtend wird und ihnen Nachteile bringt.
      Also ungefähr ab den von den Femis angepeilten Sitzregeln in ÖPNV-Vehikeln aufwärts z.B..

      Im harmlosen Bereich können Privilegien Teil lustiger und manchmal sogar lehrreicher Spielchen sein.
      Fällt mir gerade ein nettes Beispiel zu ein:
      Ich mochte mal in Schule ( seeeeehr lang her ) ein Mädel ’ne Zeit lang ganz gern, nennen wir sie Becky. Wurde nie wirklich was draus ( schade eigentlich, so im Nachhinein betrachtet, aber egal ). Ein paar Jahre später wohnte ich bei einem Kumpel und verließ gerade dessen Haus, als ich ihn mit ausgrechnet Becky die Strasse runterkommen sah ( vermutlich hatte er sie gerade abgeschleppt ). Auf meinen Überraschungsausruf hin, riss sie sich von ihm los, rannte auf mich zu und fiel mir um den Hals.
      Er meinte daraufhin, sein vermeintlich gerade eben erworbenes Miniprivileg könnte wohl angekratzt sein und mokierte sich ein wenig darüber ( verständlich … ).
      Daraufhin drehte sie den Spieß um und meinte grinsend, er sollte mal besser ganz locker bleiben, da ich insofern die älteren Rechte hätte ( er wußte vorher wahrscheinlich gar nicht, daß wir uns kennen ).
      Er war kurzfristig ziemlich baff, ich wechselte noch ein Worte mit ihr, lachte über das soeben zugeschobene „Umkehrprivileg“ und verabschiedete mich dann.
      Ich vermute mal, die beiden hatten in der Nacht trotzdem ihren Spaß, wahrscheinlich mit einem vorhergehenden Lerneffekt seinerseits.
      So what? Alles easy!

      Sich allerdings ( am besten im alimentierten Dreierpack, oder so ) vor einen in der halbleeren U-Bahn nach Doppelschicht breitbeinig eingepennten Hafenarbeiter zu stellen und den von wg. „patriarchaler Privilegien“ vollzuseibeln, ist m.E. schwerst dissozial.

  6. Eigentlich wäre das ein Thema für ernsthafte empirische soziologische Forschung: warum verhalten sich manche Personen derart extrem? Wie schlüsselt sich das z.B. nach sozialer Herkunft, Bildungsstand, Erlebnissen, Elternhaus usw. auf? Ab wo wird es eindeutig krankhaft und gibt es Parallelen zu anderen psychischen Erkrankungen? Kann man das heilen oder dem vorbeugen?

    Man könnte das sogar noch breiter aufstellen, „Radikale“ die in vollkommen weltfremde Denkschemata abgleiten, gibt es ja aus allen Spektren.

    Das würde allerdings voraussetzen, dass die soziologischen Fakultäten ernsthafte und empirische Forschung wollen (und Überschneidungen mit der Medizin nicht scheuen) und betreiben und zweitens auch bereit sind, die Sicht der Normalbevölkerung einzunehmen, anstatt selbst Hochburg und Hort gestörter Psychen und Ideologie zu sein.

    Vielleicht (hoffentlich) täusche ich mich, aber ich habe nicht das Gefühl, dass es solche Fakultäten noch gibt. Oder doch? Forscht jemand in dem Bereich und kann bestätigen oder widersprechen?

  7. “dass Frauen Hosen tragen durften” — Machmal denke ich schon darüber nach mir einen Kilt zu kaufen. Nur müsste ich schon darauf achten das ausreichend schottisches Karo drauf ist sonst könnte ich den wohl nirgendwo tragen.

    • Wichtiger könnte es sein, auf das genaue Muster zu achten, denn beim Kilt sind manche Schotten-Clans recht eigen, habe ich mal irgendwo gelesen.
      Sonst könnte es als Angriff auf die Clanidentität gewertet werden ( so ’n schwungvoller Highlandpunch kann ganz schön weh tun, glaube ich… ). 😉

      • Gibt ja zum Glück freie Tartans, die jeder tragen darf. Black Watch und Caledonian zum Beispiel. Wer ganz cool ist und in Franken wohnt, kann eventuell auch „The Most Venerable Order of the Highland Circle“ beitreten und das Franconian Tartan tragen 😀
        Allgemein nehmen die es im Alltag aber auch nicht mehr so genau mit den Clan-Tartans, wobei es durchaus ein ziemlicher Faux Pas ist, „Royal“ Tartans zu tragen.
        Gut, dass Weiße keine Kultur haben, sodass man hier nicht von cultural appropriation sprechen kann.

  8. Pingback: Interview mit einer Ex-Feministin | Alles Evolution

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