„Was mich am Feminismus der heutigen Zeit stört“

Auf dem Blog „Gwendolyn Lovgren“ gibt es einen Artikel, indem die Autorin darlegt, was sie am Feminismus der heutigen Zeit stört.

Sie zählt zunächst auf, dass der Feminismus einiges an Gutem erreicht hat und kommt dann auf den heutigen Feminismus zu sprechen:

Ich selbst bezeichne mich nicht als Feministin. Das liegt zum einen daran, weil ich für die Gleichberechtigung aller Menschen bin, egal ob Mann oder Frau und weil mich der Feminismus wie er im Moment in der ersten Welt von manchen Individuen praktiziert wird abschreckt. Feminismus wurde mir erst so richtig bekannt, als die ersten Nackt-Aktivistinnen der Gruppe Femen im Fernsehen zu sehen waren. Seither habe ich immer mal wieder ein wenig verfolgt, wie sich das Ganze entwickelt. Mit den Jahren und viel Zeit im Internet sind mir dann immer wieder vermehrt Negativbeispiele von Feminismus begegnet. Negativbeispiele, die sich nun immer mehr häufen, was nicht nur dem Feminismus sondern auch dem allgemeinen Frauenbild Schaden zufügt.

Das ist hoffe ich etwas, was bei vielen Frauen passiert: Wenn sie sich anschauen, was im modernen Feminismus los ist, dann wenden sie sich lediglich kopfschüttelnd ab.

In den nächsten Abschnitten erkläre ich Dir einmal, was ich damit meine. Vorab: Die Beispiele sind zum Teil etwas überspitzt, aber ich finde es macht nochmal deutlicher was ich meine!

Überempfindlichkeit

Beispiel:
Er: Hey, wie geht’s dir? Ich finde du siehst echt hübsch aus heute!
Sie: Hi, ja eigentlich ganz gut. Aber nenn mich nicht hübsch!
Er: Aber… du bist hübsch?
Sie: Mag sein, aber ich will sowas nicht hören. Du machst mich hier gerade zu einem Objekt, okay? Weisst du was? Ich glaube du hast 0 Respekt mir gegenüber! Vergiss das ganze einfach!

Die Überempfindlichkeit bei Banalitäten muss wirklich den meisten unverständlich erscheinen. Und es gibt sicherlich noch wesentlich deutlichere Beispiele für Überempfindlichkeit, wenn man sich etwas in dem intersektionalen Feminismus umschaut, wo bereits die Erwähnung, dass Frauen schwanger werden, Transphobie sein kann oder jede Kleinigkeit eine Mikroaggression darstellen kann.

Ein weiteres gutes Beispiel dafür ist wohl Rudy Pantoja aus Seattle welcher eine Auseinandersetzung aufgrund eines Scherzes mit der Black Lives Matter Aktivistin Zarna Joshi hatte. Dieses Aufeinandertreffen ist so sehr ausgeartet, dass Rudy heute nur noch unter seinem Scherznamen Hugh Mungus bekannt ist und schon als Meme zu finden ist. Zarna hatte sein Interview mit einem Fernsehsender mit gefilmt und ihn daraufhin nach seinem Namen gefragt worauf Rudy des Scherzes halber (Halt so ein typischer Dad-Joke den viele Väter machen(Also ich kenne viele Väter/Männer mittleren Alters die gerne Sprüche klopfen)) mit Hugh Mungus antwortete was in der englischen Aussprache als humongous (kann soviel wie enorm, gigantisch oder riesig bedeuten) verstanden werden könnte, was wiederum als eine Anspielung auf seinen Penis gewertet werden könnte worauf Zarna Joshi total perplex dies als sexuelle Belästigung abstempelte und dezent ausrastete. Ich verlinke Dir hier noch rasch eine Seite mit allen Infos zu dem Fall, falls Du Dich dafür interessierst.

Auch ein gutes Beispiel, was normale Leute als (schlechten) Scherz abgetan hätten ist hier gleich eine Belästigung sondergleichen, die zum vollkommenen Ausrasten berechtigt.

Was ich damit sagen möchte ist eigentlich, dass heutzutage von vielen (und vor allem empfindlichen)Frauen ALLES als sexuelle Belästigung gewertet werden kann, selbst ein ehrlich gemeintes Kompliment. Die Sexismus- und Feminismuskeule wird geschwungen und die bösen, bösen Männer sollen sich zum Teufel scheren. Zugegeben, ich selbst fühle mich auch etwas unwohl, wenn ich mit Komplimenten von einer fremden Person überhäuft werde, nehme sie aber dennoch dankend an anstatt eine Predigt darüber zu halten, dass man heutzutage als Mann nicht einmal mehr Komplimente machen darf einigen Frauen gegenüber. (Umgekehrt herrscht das Problem: Wenn eine Frau einem Mann ein Kompliment macht ist das entweder komisch oder wird als Freifahrtschein gewertet (Hab ich alles schon gesehen *lach*). Vorsicht ist gut, aber in einem gesunden Mass! Nicht alles kann als sexuelle Belästigung gewertet werden finde ich. Man kann auch überempfindlich sein. Ich habe vor Dir bald einmal eine Story zu erzählen, wie ich selbst einmal sexuell belästigt wurde. Dort werde ich dann nochmals näher darauf eingehen.

Und diese Darstellung erscheint mir erfrischend rational, wie sie üblicherweise wohl die meisten Frauen vertreten werden. Sich über ein Kompliment aufzuregen erscheint den meisten Frauen unangebracht, auch wenn es mal creepy sein kann, aber es ist eben ein Kompliment und somit im Zweifel nett gemeint. Deswegen sieht man es eben nicht als Grund zum ausrasten an, was im radikalen Feminismus hingegen als vollkommen berechtigt angesehen werden kann, weil über den Begriff der Mikroaggression alles zu einem Teil einer größeren Ungerechtigkeit aufgeblasen werden kann.

Unnötiger Feminismus oder auch: Ich halte es für Feminismus obwohl ich keiner Frau damit helfe die WIRKLICH Feminismus und Hilfe gebrauchen könnte – Hauptsache mir als EINZELNES INDIVIDUUM geht es gut!

Beispiel: Suzie Grime (Youtuberin, Modejournalistin, Stylistin und Fotografin)
Ich verliere hier keine weiteren Worte mehr über sie, das mache ich in einem separaten Blogpost, freu Dich drauf! Ich bin gespannt, was dann Deine Meinung zu ihr sein wird.

Das ist eine interessante Theorie, die sehr in das sogenannte Virtue Signalling hinein passt. Tatsächlich schadet vieles, was der Feminismus predigt, aus meiner Sicht Frauen eher: Ihnen wird eine absolut sexistische Welt gepredigt, in der Frauen unterdrückt werden, die Netzwerke alter Männer jeden Aufstieg verhindern, Frauen selbst Frauen hassen und deswegen quasi aufgrund ihrer Gehirnwäsche gegen ihre eigenen Interessen wandeln, Vergewaltigungen und sexuelle Belästigungen alltäglich sind und einen Großteil der Frauen betreffen und Frauen für gleiche Jobs 23% weniger Lohn erhalten. Wenn man eine Ideologie erfinden wollte, die Frauen klein hält, dann wäre Feminismus gut dafür geeignet. Sie kämpfen dort gegen imaginäre Unterdrückungen und verwenden diesen Kampf als Zeichen dafür, dass sie die Guten sind. Tatsächlich bringen tut es niemanden etwas, es bringt nur mehr Feindseligkeiten, weil Gruppen gegeneinander gehetzt werden und Leute mit Forderungen überzogen werden, angebliche Privilegien abzulegen.

Was ich eigentlich mit dieser Kategorie meine sind Frauen, die glauben, dass wir hier in der ersten Welt wie im Mittelalter leben. Europa sei eine Rapeculture (Rapeculture bezeichnet soziale Milieus oder Gesellschaften, in denen Vergewaltigungen und andere Formen sexualisierter Gewalt verbreitet sind und weitgehend toleriert oder geduldet werden) und die Gender Pay Gap würde uns alle betreffen. SCHWACHSINN! Uns Frauen geht es hier gut und wir haben genug Rechte und Anlaufstellen, von denen wir Gebrauch machen können. Keiner WIRKLICH leidenden Frau ist damit geholfen, dass man als einzelne Frau keinen BH mehr trägt oder sich die Beinhaare nicht mehr rasiert und dann blau färbt. Du als einzelne hilfst einer wirklich leidenden Frau auch nicht, indem du dein Leben selbst bestimmst und dich zum Beispiel gegen eine Familienplanung entscheidest um Karriere zu machen. Das ist BULLSHIT! Damit hilfst du dir selbst, aber zum Beispiel nicht einer Frau in Saudi Arabien die froh sein kann, wenn sie nach einer Vergewaltigung nicht gleich zu Tode gesteinigt wird weil ihr Mann sie für eine Schlampe hält weil sie ihm ja fremdgegangen sei und das obwohl SIE das Opfer ist. DORT WIRD FEMINISMUS GEBRAUCHT!!! Da wo die Welt wirklich noch im Mittelalter stehen geblieben ist! Als Feministin sollte man sich für die wirklichen Probleme der Frauen einsetzen und nicht für die Luxusprobleme hier in unserer Gegend, bloss weil man sich als einzelne Person nicht auszuleben wagt (Dazu auch noch ein anderer Blogeintrag).

Schön gesagt. Im radikalen Feminismus wird man darauf wohl erwidern, dass man erstens einen Kulturrelativismus vertritt, der einem nicht erlaubt, die Praktiken einer anderen Kultur (zumindest einer nichtwestlichen Kultur) zu verurteilen und zum anderen, dass sie eben aufgrund ihres internalisierten Frauenhasses gar nicht erkennt, wie schlecht die Welt hier ist. Denn die westliche Kultur ist natürlich der Ursprung alles Übels und damit automatisch schlimmer als alle anderen. Sofern man andere schlechte Praktiken nicht über den Kulturrelativismus kleinreden kann kann man noch anführen, dass sie eigentlich Produkte des Westens und der Kolonalisierung sind. Schließlich wird man noch darauf verweisen, dass eine schlimmere Unterdrückung (so sie denn besteht) ja die hier bestehende Ungerechtigkeit (jede dritte Frau wird vergewaltigt, alle wichtigen Positionen sind männlich besetzt, Männer verdienen im gleichen Job 23% mehr und andere feministische Mythen) nicht nichtig macht.

Männerhass #killallmen

Das schiesst den Vogel meiner Meinung nach ab. Wenn Feminismus als liebenswerter klingendes Wort genutzt wird um seinen Männerhass breit zu machen. Männerhass, der zum Teil schon fast krankhaft nach aussen wirkt. Ein gutes Beispiel dafür habe ich erst letztens in einem Interview einer amerikanischen Nachrichtensendung gesehen, in welcher eine Frau dazu aufgerufen hatte alle männlichen Babys abtreiben zu lassen damit die keine weiteren weissen, heterosexuellen Männer mehr auf die Welt gesetzt würden. Die *seufz* wie wir ja alle wissen laut manchen extremen Feministinnen der Untergang des weiblichen Geschlechts sind. Hier  noch ein Youtubevideo, in welchem eine Frau genau dasselbe sagt. Bei so viel Cringe und Dummheit (Ich kann es einfach nicht anders nennen, tut mir Leid) stehen mir die Haare zu Berge. Es sind noch viele weitere Aussagen, die Feminismus einfach nur in den Dreck ziehen.

Es ist doch schön, dass eine Frau das einmal so deutlich ausspricht. Der moderne Feminismus ist leider in vielen seiner Ausrichtungen in einen Männerhass abgeglitten, der dort vollkommen unverholen gepredigt werden darf, weil die Männer eben als die vergewaltigenden Unterdrücker, die Vertreter des Patriarchats entmenschlicht werden und zu Ungeheuern gemacht werden, gegen die man sich nur wehrt. Einer radikalfeministischen Mutter eines Sohnes bleibt da nur noch ihn entweder als potentiellen Feind zu sehen oder ihn als Umerziehungsprojekt zu sehen, zumindest solange er noch jung ist.

Es wirkt so als wüssten diese Frauen gar nicht, was Feminismus bedeutet und wofür diese Bewegung seit jeher steht.

Lustigerweise würden moderne Feministen ihr ebenso vorwerfen, dass sie es eben nicht weiß, denn der Kampf gegen die Unterdrückungen der Frau, die durch den Mann ausgeübt werden, ist ja von Anfang an Teil der feministischen Theorie gewesen.

Kennt ihr das noch? Zu Schulzeiten haben wir ein Spiel gespielt. Man musste in einen Kreis sitzen mit den Klassenkameraden und die Lehrerin flüsterte dem Kind neben sich etwas ins Ohr. Das Kind muss seinem Sitznachbarn dasselbe flüstern und so geht es weiter bis die Nachricht wieder bei der Lehrerin ankommt. Schlussendlich haben sich dann viele gewundert warum die Nachricht nicht mehr komplett wieder am Anfang angekommen ist und genau so kommt es mir mit Feminismus vor. Man erzählt einander davon, bis sich schlussendlich die richtige Erzählung in Luft auflöst und man etwas total anderes glaubt.

Auch das halte ich für eine gute Beobachtung: Der moderne Feminismus bewegt sich in einer Echokammer, einer Filternblase, in der das Falsche und das Undurchdachte alltäglich und selbstverständlich geworden ist. Es wird zudem sogar noch ein Tabu errichtet, nachdem das Hinterfragen bereits verboten ist und insofern Kritik ausgeblendet werden muss. In dieser Umgebung kann der größte Unsinn bestehen bleiben und es kommt hinzu, dass das Auffinden immer kleinere Benachteiligungen als Wert gilt, der Ansehen bringen kann. Es ist eben ein Race to the Bottom

Auch habe ich das Gefühl, dass jene extremen Feministinnen gefrustet sind und nur für sich kämpfen weil es ihnen nicht gut geht und sie sich in ihrer Spirale aus eventuell nicht verarbeiteten Erlebnissen und Wut verlieren. In der ersten Welt ist Feminismus doch sowieso nur ein Wort, um sich selber besser dastehen zu lassen weil man es ja soooo schwer hat und von allen Seiten unterdrückt wird. Falls dies wirklich der Fall ist: Tut etwas. Wendet euch an Hilfehotlines und Vertrauenspersonen. Gerade hier in Europa haben wir so viele Möglichkeiten uns helfen zu lassen, die anderen Frauen in anderen Kulturen nicht haben. Wenn wir Feminismus einsetzen, dann bitte für diese Frauen!

Die moderne radikale Feministin als frustrierte und wütende, die austeilt, damit es ihr besser geht. Und die statt die Schuld auf andere zu schieben sich lieber Hilfe für ihre tatsächlichen Probleme holen sollte und nicht andere Unterdrückungen erfinden sollte. Passt aus meiner Sicht durchaus.

Ich finde es unheimlich wichtig, dass Feminismus wieder in sein richtiges Licht gerückt wird und dort eingesetzt wird, wo er wirklich gebraucht noch dringend gebraucht wird.

Das würde ich tatsächlich auch gut finden. Gegen einen nichtradikalen Feminismus, der für tatsächliche Gleichberechtigung eintritt und sich gegen tatsächliche Ungerechtigkeiten einsetzt ist nichts zu sagen, er ist sogar zu begrüßen.

Wir können uns glücklich schätzen hier in Europa geboren worden zu sein, wo die Möglichkeiten zur eigenen Entfaltung gross sind und man Anschluss zu allen möglichen Leuten findet. Ich habe das Gefühl, man ist als Frau für viele Dinge gar nicht mehr dankbar, weil man sie als Selbstverständlichkeit ansieht. Das bezieht sich nicht nur auf Feminismus und Frauen, das betrifft in vielerlei Hinsicht auch Männer. Mich würde jetzt Deine Meinung zum Thema Feminismus interessieren. Brauchen wir Feminismus in Ländern wie Frankreich, Deutschland, Österreich oder hier bei mir in der Schweiz noch? Wenn ja wofür? Wenn nein, vielleicht hast Du ja eine Idee wo und wie Feminismus besser eingesetzt werden kann. Ich freue mich auf Kommentare und Meinungen und wünsche dir noch einen schönen Tag. Wenn du willst, lesen wir uns im nächsten Beitrag wieder. Machs gut!

Kommentare auch gerne hier!

„Kann man Feministin sein und glauben, dass gesellschaftliche Unterschiede andere Gründe als Unterdrückung haben?“

Ein schöner Artikel von Kay Hynmowitz fragt beim Feminismus kritisch nach:

Sie stellt erst mal die typischerweise von Feministinnen verwendete positive Definition dar und führt aus, dass sie gegen diese gar nichts hat:

I know feminism is supposed to be about equal rights for women.  I’m pretty sure that would mean that men have no right to rape their wives or threaten female bloggers, and that women who want to should have the opportunity to become astronauts or the CEO of General Motors. If that’s what it is, then I say “Yay feminism!”  In fact, with that definition you could probably enlist Shailene, Pope Francis and Pinch Sulzberger to boot.

Und dann führt sie an, warum diese Definition eben auf den heute üblicherweise vertretenen Feminismus nicht mehr zutrifft, weil er ein „mehr“ umfasst:

But I get the sense – and please correct me if I’m wrong – that feminists mean something more than that.  Like maybe not just equality but precise, numerical equivalence: the same number of men and women CEO’s, fork operators, nannies, and systems analysts, the same number of diapers changed and dishes washed, the same pay for professional basketball players, the same number of bylines in the New York Times whether in the style section or the financial pages, the same price charged for ahair cut or a dry-cleaned shirt.

Da ist also im Gegensatz zu gleichen Rechten die Forderung nach Ergebnisgleichheit, die in der Tat eher eine häufige Forderung ist, mit gleichen Rechten aber erst einmal nichts zu tun hat.

Dann stellt sie dar, dass für die meisten Feministinnen noch erhebliche weitere Grundbedingungen mit dem Begriff Feminismus verknüpft sind, nämlich der Glaube an das Patriarchat in irgendeiner Form und das andere Gründe dagegen zwar bestehen, aber nicht diskutiert werden.

So, I’m wondering, Jen (is it ok if I call you Jen?):  Can someone be a feminist and believe there are reasons other than patriarchal social conditioning for some of these gender gaps?  Like, to take one example, maybe women aren’t as interested in following pro basketball as men are? I was surprised to find out recently that Sweden still has one of the most sex segregated labor markets anywhere.  Women are teachers, social workers, and child care workers, men mechanics, and CEO’s!  Sweden!  Where teachers can’t say “Good morning, Boys and Girls” because they don’t want boys and girls to be reminded that some of them are boys and some are girls (though it’s a good guess the little rascals keep thinking about it anyway.)  Mind you, I’m not saying I know these differences between the sexes are innate (is it ok to say sexes and not genders?), but the other day I read some stuff about oxytocin and testosterone and even though Gloria Steinem said that research on that kind of thing is “anti-American,” it got me to thinking that it’s possible.  Isn’t it?

Dann zeigt sie ironisch die Männerfeindlichkeit im Feminismus auf:

As for man-hating, I understand that when prominent Second Wavers Robin Morgan said “man-hating is an honourable and viable political act’ and Susan Brownmiller said “Rape is nothing more or less than a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear” this was youthful excess at a wild and crazy time, and you shouldn’t take them literally. I get that.

Klar werden sich viele Feministinnen diese Frauen und ihre Statements nicht zurechnen wollen. Die „Rape Culture“-Theorie und Brownmiller und gerade der Gedanke, dass Rape Culture dazu da ist, Frauen über Angst in ihrem Platz zu halten, so dass daraus abgeleitet wird, dass alle Männer von der Rape Culture profitieren, ist aber immer noch weit verbreitet im Feminismus.

But then I see #YesAllWomen, the twitter hashtag implying that a mass killer, whose murder victims included 4 men and 2 women, someone sick enough to be prescribed apowerful anti-psychotic drug, is evidence not of mental illness but that we live in a misogynistic society.  Or I read that we live in a “rape culture” which I take to mean most people – men mostly – think rape is hunky dory, even though rape is illegal, decried, and  at an all time low.   Or that if you think working class boys and men are in a very bad way in the labor market and schools, that this will make them lousy husbands and fathers, thereby ensuring a new generation of struggling low income single mothers, you are perpetuating“a myth”.  So my question is can you be bothered by male-disparaging language and the predicament of minority and working class males and still be a feminist?

In der Tat springen auch Feministinnen, die sich vielleicht von den Zitaten oben distanzieren würden, schnell wieder auf den gleichen Zug auf, wenn sie über „Rape Culture“ reden. Und feministische Mythen mit Männern als Täter gibt es eben immer noch genug, um durchaus den Vorwurf der Männerfeindlichkeit zu stützen

Und dann stellt sie noch einmal die Kritikunfähigkeit der Feministinnen dar:

Please don’t be mad – because I’ve noticed that sometimes feminists call people who ask questions like these “anti-feminists” like they’re the Ayatollah or something – but can folks like that liberal columnist who thinks that whole 77-cents-for-every-dollar-earned-by-men thing is “pay gap demagoguery” be feminists?  How ’bout people who are skeptical about numbers showing there is as much rape at Yale as there is in Detroit?  The other night at a dinner party, a women’s rights activist I know remarked how terrible it is that there’s never been a woman mayor of NYC.  Another woman asked “Why is that evidence of discrimination?  When women run for office they are just as likely as men to win.  At any rate, be careful what you wish for. Remember Christine O’Donnell?”  I got the impression feminists aren’t supposed to say things like that, because afterwards the activist looked really ticked.

Sie schließt damit ab, dass es richtig ist, dass man wissen sollte, was man kritisiert, dass das aber beim modernen Feminismus noch eher dazu führt, dass man ihn kritisieren kann:

So, Jen, I totally agree people should know what feminism is before they start trash talking the movement that brought us so many rights.  And I really believe today’s feminism probably has a sound, generally agreed-upon definition that even 22 year old actresses can understand.

Da hat sie durchaus recht.

Women against Feminism und die Opferhaltung im Feminismus

Jessica Valenti hat einen Artikel zu Women against Feminsm geschrieben, in dem sie noch einmal betont, dass Feminismus doch zurecht darauf abstellt, dass Frauen Opfer sind:

But denying that women are a victimized class is simply wrong. What else would you call a segment of the population who are systematically discriminated against in school, work and politics? How would you describe a population whose bodies are objectified to the point of dehumanization? Women are harassed, attacked and sexually assaultedwith alarming regularity in America and around the world, and now even more of them live in states where, if pregnant, they can be refused medical attention or arrested for refusing C-sections.

People who are on the shit end of oppression are oppressed

Ich fand viele der Kommentare dazu unter dem Artikel nicht schlecht:

How can you say that other women are oppressed if they themselves say they’re not? What right do you have to speak on their behalf if they don’t elect you to be their spokesperson?

Isn’t it more likely that there is a tiny cabal of self-interested professional grievance mongers in the women’s movement that are reliant on this narrative being pushed and that it is those in the forefront who have the most to lose if women start rejecting feminism?

Auch ein netter Hinweis darauf, dass Frauen für sich selbst nach den feministischen Theorien ja eigentlich die Definitonshoheit haben sollten und entscheiden können sollten, ob sie Opfer sind. Aber das wäre dann doch eine zu weite Auslegung dieser Theorie: Opfer ist frau. Da führt kein Weg vorbei

Oder dieser gleich darunter:

Equal pay*, the right to abortion and general equality before the law were all won quite some time ago. Since then, it is hard to see what concrete gains feminism has actually made. Add to that the scarcity of evidence that a majority of women are particularly feminist or even interested in feminism, and you’re probably right in your assessment.

* Taking lengthy career breaks to raise children does not affect this. If men did the same, they too would see their pay and career progression suffer.

Hier wird noch einmal deutlich gemacht, dass der Feminismus eben gegenwärtig keine Erfolge mehr zu verzeichnen hat. Und das die meisten Frauen eben auch kein Interesse am Feminismus haben

in das gleiche Horn stößt auch dieser Kommentar:

The #WomenAgainstFeminism do not feel victimised. Who are you to discount their life experience and say they’re „simply wrong“? They are normal women in civilised countries who enjoy the same legal rights as men, and they feel fortunate and content. Isn’t that awful. I’m a woman and I feel the same way.

We are not professional feminists who have been immersed in the ideology, privilege-checking for heteronormativity and cisgender and producing columns about male oppression for a living. We have normal day jobs. Therefore we are too stupid to understand our own life experience, and must be re-educated by Jessica Valenti? I feel more patronised by this kind of feminism than I ever have by men. I did used to call myself a feminist when I thought it was about gender equality, and this kind of thing is the reason I no longer do.

Also der Vorhalt, dass man sich in den theoretischen Feminismus nur reinsteigern kann, wenn man nicht in der normalen Welt lebt und der Hinweis darauf, dass man deren Theorien und insbesondere die Aufklärung, wie man sich zu fühlen hat, als falsch und bevormundend ansieht.

Und auch konkrete Bestreitungen der Opferstellung:

I’ll give you politics. I’ll let work slide as it’s hard to prove the opposite, but, of course, anti-discrimination laws have been on the books for a long time and young women now earn more than young men.

But education? All across the western world girls have been outperforming boys comprehensively for at least a couple of decades, even in the USA. More women go to college than men. If we’re discriminating against girls and women in education, we’re doing a very bad job at doing so.

Der Hinweis darauf, dass es gerade im Bildungsbereich eher Vorteile für Frauen gibt und das auch der Gender Pay Gap so nicht besteht.

Oder auch tiefere Unzufriedenheit:

Christ, does this one-trick pony never give up? She’s a white, educated middle-class female and as a result, extremely privileged. Yet, she doggedly finds oppression and victimisation in every nook and cranny of society. Give it a rest, woman.

Oder auch hier eine Stellungnahme gegen die Opferstellung:

If you consider, as I do, feminism to be

a movement that won women the rights to vote, have credit cards, not be legally raped by their husbands, use birth control and generally be considered people instead of property, among other things[,]

then of course I am all for it. And the examples of signs you cite are indeed cringe-inducing.

However, when you go on to say

But denying that women are a victimized class is simply wrong. What else would you call a segment of the population who are systematically discriminated against in school, work and politics? How would you describe a population whose bodies are objectified to the point of dehumanization? Women are harassed, attacked and sexually assaulted with alarming regularity in America and around the world, and now even more of them live in states where, if pregnant, they can be refused medical attention or arrested for refusing C-sections.

then that frigging alienates people from the movement. Conflating what is happening around the world (FGM, forced marriages, women unable to vote or own property) with imagined systematic discrimination in ‚work, school and politics‘ in Europe or the US or many other countries, then you sound ridiculous. (It does sound like women’s rights are being rolled back in the US, but the US is not the world.)

Women and girls are outperforming men and boys in school and apparently also for approximately the first decade at work, ie until women have children. There is no bar to women entering politics; on the contrary, there is such a thing as woman-only shortlists. I’m unaware of anyone objectifying my body to the point of dehumanisation.

Yes, there are still sexist arseholes in the West, but not too many in the younger generations, in which almost all men would fully agree with the definition of feminism as set out above. Yes, there is still rape and domestic violence and this should be addressed no matter the sex of victim or perpetrator.

But by Boudicca’s breasts, let’s not paint all women in Western countries as victims. Most of us have our own agency and we are not fucking victims, but mistresses of our own fates. Let’s work towards helping women who don’t have the choices we enjoy instead of whingeing about imagined slights. For the Neanderthals that still roam amongst us, let us simply prove them wrong by being capable.

 

„Liebe Feministinnen, hier die Gründe, warum ihr solche Schwierigkeiten habt“

Ein aus meiner Sicht sehr guter Text fasst noch einmal zusammen, warum der moderne Feminismus die Kritik durch „Woman against Feminism“ nicht verstanden hat und warum der moderne Feminismus immer mehr auf Widerstand stößt:

Er stellt erst einmal die Reaktion der Feministinnen dar, die ironischerweise die Frauen, die da ihre Meinung kund tun, gleich als dumme Frauen darstellen und sie abwerten:

The shock and disgust displayed toward these young women by feminists is appalling.  They are treated as vapid and ignorant, young, dumb, and desperately seeking male attention by those who would dismiss their well-articulated positions.  The irony of this escapes not even thefeminists, themselves.  Some are even leaving their association with feminism.

Und dann führt er die gängige Antwort aus dem Feminismus an, dass Feminismus doch nur für Gleichberechtigung sei:

Over and over in these face-palming critiques I keep reading of your utter horror as you saw one young woman after another (apparently) mis-understand what feminism “is about”, I hear you complain bitterly that these women are getting it wrong.  Feminism isn’t about (insert tragic misdiagnosis here) it’s about equality.  You quote the dictionary, chapter and verse, you quote great feminist minds of the past, inspirational voices who led you to realize what feminism “is about”.

Only, not everyone agrees with you.  And that’s making you batshit crazy.

Tatsächlich ist es aber nicht mehr der Fall: Feminismus ist inzwischen zusätzlich zu anderen Ansätzen ein Kult, der keinen internen Widerspruch duldet:

You see, the thing that is driving you crazy is that feminism is an ideology, but it also functions, in many social ways, like a cult or religion.  And while your intellectual inner circle has been preaching equality for years, regardless of the strides or gains you may have made, the fact is that your ideology’s public image has been tarnished badly in the meantime.  Not to put too fine a point on it, but you made the same mistake Republican candidates traditionally make.  In an effort to appease the loudest voices, and maintain the appearance of unity, you have allowed those voices to dictate the direction of the entire group – or at least its perception by the public.

Also die Idee, dass inzwischen die radikalen Feministinnen das Steuer übernommen haben und die Richtung bestimmen, weil man zusehr darauf bedacht war einen inneren Frieden darzustellen. Die Mädchenmannschaft wird diesen Gedanken sicherlich gut nachvollziehen können.

There’s a reason that only a small minority of women identify as feminists these days.  The ideology has become so loaded with baggage from the culture wars of the past that adherence to it involves picking up that baggage . . . and that’s something that most women just don’t want to do.

Das ist in der Tat richtig. Inzwischen darf man als Feministin schon kaum noch überhaupt etwas sagen außer intersektionellen Feminismus, und das am besten auch nur noch, wenn man sich als Weiße entweder selbst als Kartoffel bezeichnet (oder auch nicht) oder noch besser ein PoC ist. Wer innerhalb des Netzfeminismus Konzepte wie Rape Culture oder Privilegientheorie nicht vertreten will, der wird nicht weit kommen und eher gemieden werden.

Auch interessant seine Ausführungen zu Männern im Feminismus und Männerhass im Feminismus:

Worse, two decades of systematic targeting of masculinity, in all of its guises, has managed to alienate nearly all men from your banner.  There was a time, in my fuzzy youth, when I may have identified myself as a “male feminist”, because I believed in equality too . . . but I believed in full equality: draft cards, equitable sentencing, and equal custody and all, and those were issues that feminism, alas, did not see as germane.

They sure as hell were germane to me.  And to a lot of other guys.

Over the years, individual feminists and feminist-oriented groups made it quite clear that men were not welcome – we were part of the problem, and the more we tried not to be, the more you lashed out at us as individuals and as a class.  Whether you intended to or not, feminism as a movement became associated with the callous disregard of masculine values and the blanket disrespect for male issuesYou couldn’t even let a bunch of guys get together and talk about male homelessness, suicide, and social issues without protesting and making death threats.  Classy, feminism.

We were supportive, once upon a time.  But what did we earn from that support?  You called us part of the Patriarchy, taunted us for our perceived privileges, and never spared the opportunity for shame and guilt about our gender.  We supported your reproductive freedoms and your right to own your own bodies, and you called us participants in “rape culture”.  When we threw up our hands and realized that there was no way for you to be happy with us, you called us “misogynists”.

So we left.  There’s a reason that “male feminists” of any note are as scarce as hen’s teeth any more.  No one wants to be a male feminist.  You savage them with particular delight, when they persist in being male, and no man wants to be seen publicly working against the best interest of his gender.  Congratulations, ladies.  You’ve made “male feminists” an endangered species.

DAs fasst es eigentlich ganz gut zusammen: Viele Männer haben sich für Frauenrechte engagiert, weil sie es als gerecht ansehen, wenn Frauen gleichberechtigt sind. Sie hatten gehofft, die gleiche Solidarität dann auch aus dem Feminismus selbst erhalten zu können, wenn es um Männerrechte geht. Aber da Männer nicht diskriminiert werden und Teil des Problems sind und der (Gender-) Feminismus seine Theorien darauf aufbaut, dass eine Gruppe immer die unterdrückte, während die andere unterdrückt (im Verhältnis zueinander, nicht zu anderen Gruppen), weil nur so alleine der Opferstatus bestehen bleibt, war eine solche Unterstützung schlicht nicht drin. Statt dessen eher in der Tat Abwertungen von Männern.

Er führt auch an, dass Feminismus das Verhältnis von Männern und Frauen verschlechtert hat

People don’t associate feminism with positive values, anymore, and it’s not just Red State hicks and Southern politicians who feel that way.  Feminism was the ideology that spurred millions of women to divorce and break up their families, and many of us carry the scars of that decision.  Feminism made men fearful to even speak to women, much less relate to them in a professional manner.  While you may see the resulting domination of women in corporate positions of power as gratifying, understand that it was done at a price.

Das ist vielleicht auch insbesondere für Amerika zutreffend, wo die harten Regeln zur sexuellen Belästigung und der Wahnsinn von „Verfahren“ wegen Vergewaltigung ohne wirkliche Verteidigungsmöglichkeit das Leben sicherlich schwerer machen. Aus meiner Sicht ist eine höhere Scheidungsrate nicht dem Feminismus per se zuzurechnen, es dürfte allgemein die Folge besserer Verhütung und der Entwicklung der Arbeitswelt und damit höherer Selbständigkeit sein.

Und weiter zum Hass auf Männer:

You can claim that feminism isn’t about hating men and punishing boys, Ladies, but the fact of the matter is that this is precisely how feminism is viewed by a broad plurality – if not a majority – of the men in America.  Not the progressive pals you keep around you to remind yourself you don’t technically hate all men, but the dude who changed your oil, mowed your lawn, stocked your groceries and passed you on the freeway, all of them have a disdain for feminism, as an ideology, that they would likely never speak to you about.

You’ve attacked male sexuality with bloodthirsty abandon, belittling the „male gaze“ and objecting to „objectification“ – without understanding that objectification is as important to male sexuality as emotional context is to female sexuality.  Your relentless fight against „rape culture“ has put you at odds with every heterosexual man in the country, as you rampage for the right to only be approached by attractive men, and demonize unattractive men by their „misogyny“.  Feminism has been responsible for more male sexual guilt that the Catholic Church.  But you don’t know that, because we stopped talking to you a long time ago.

Die Dämonisierung männlicher Sexualität war ja hier häufig genug Thema. Ja, Männer mögen Brüste und schöne Frauen. Nein, das macht Frauen nicht per se zu Objekten. Nein, es wird nicht jede 4 oder 6 Frau vergewaltigt. Männliche Sexualität als etwas verdorbenes anzusehen ist in der Tat in vielen Teilen des Feminismus stark verbreitet. Es gibt so viele Ansätze, die männliche Sexualität in den Schmutz ziehen, wie Rape Culture, Enthusiastic Consent, die Idee, dass wenn ein Mann und eine Frau betrunkenen Sex haben, der Mann die Frau vergewaltigt, die Frage, was schon alles sexuelle Belästigung ist etc. Man kann verstehen, wenn Männer das als feindselig ansehen.

Because speaking to feminists about feminism when you disagree with the culture that has sprung from the ideology is akin to speaking to a cult member.  Every stay-at-home mom who decided to spend her best reproductive years making a home and building a family with a loving husband has been called to task for her choice – “you could be so much more”, “why are you letting him keep you isolated?”, “don’t you want to prove you can make something of yourself?”, these are all the catty, snide little ways feminists have promoted your ideology.

In seeking equal opportunities for women, feminism has denigrated the role of wife and mother that so many women desire.  Voicing a preference for Blue’s Clues over Black’s Legal Dictionary gets a woman pilloried in our post-feminist society, as you well know.  By placing careerism over the desire for a family, feminism has inadvertently doomed hundreds of thousands of successful career women to childlessness, as the “good” men they plan on settling for after they’ve established themselves in careers seek less-driven mates to be the mothers of their children.  The frustration among the professional class of feminist is palpable.  Yet feminism teaches them that it is men’s fault, or the fault of the Patriarchy, or ageism, or whatever rationalization is in vogue at the moment.

Das wäre dann der Anteil der Frauen, die anführen, dass sie sich in klassischen Rollen gerade nicht unterdrückt fühlen. sondern dies eine bewußte Entscheidung ist. Auch hier waren viele bei „Women against Feminsm“ aktiv. Das ist natürlich auch für Männer durchaus gefährlich, gerade mit einem Familienrecht, was Hausfrauen einige Ansprüche zuerkennt, die vielen Männern vielleicht gar nicht bewußt sind. Aber in der Tat ist die Haltung des Feminismus gegenüber solchen klassischen Rollen sehr zwispältig. War wird betont, dass jede Frau die Wahl haben sollte, gleichzeitig wird aber eben eine solche Wahl dann schnell wieder als Zeichen gesehen, dass sie unterdrückt ist, sonst hätte sie sich eben für einen anderen Weg entschieden.

Feminism did itself no favors by encouraging the sassy self-esteem of two generations of girls.  While claiming white men had unearned privilege, feminism pushed the unearned privilege of white girls to the breaking point.  Many folks are anti-feminists not because they object to the ideals of feminism, but because they object to the conduct of feminists.  Young women who feel that they are entitled to pretty much anything they want, who trade on their feminism with threats of legal action or scandal to get their way, these women aren’t ‘empowered’ – they’re ‘bossy’.  That would be one thing if they were also highly competent and productive, but those are not qualities feminism has emphasized in its application.

„Bossy“ war eine Auseinandersetzung in Amerika, in der es darum ging, dass gerade Frauen mit einem solchen Wort bedacht werden, während Männer mit dem gleichen Verhalten positiv wahrgenommen werden. Die Forderung war, dass Wort zu verbannen (#banbossy). in der Tat folgt aber aus der Haltung, dass der andere privilegiert ist und sich zurücknehmen muss schnell eine Anspruchshaltung, die nicht gerechtfertigt sein muss. Dann ist alles eine Diskriminierung und überall soll die Frauenförderung beachtet werden. Geringes Interesse oder geringer Einsatz muss weggedacht werden, Frauen sind per se gleich gut in allen Bereichen und wer keine Frauen findet, die im gleichen Maße für Vorstandspositionen geeignet sind, der Sucht halt nicht hart genug.

The writings of the Women Against Feminism are telling: to them (and to the rest of us) feminism is a bunch of angry women screaming shrilly about how the rest of the world needs to pay attention to them and give them what they want, in a judgmental, demanding way. The rest of us don’t dislike feminism because we hate equality, we dislike feminism because for many of us some of the most unpleasant and difficult-to-work-with people we know are feminists. 

In der Tat. Es gibt so viele Tabus im Feminismus, dass es kaum zu vermeiden wäre sich entweder mit einer Feministin anzulegen oder wie auf rohen Eiern um sie herumzutanzen. Eine heutige radikale Genderfeministin einzustellen erscheint mir Ärger vorzuprogrammieren und ich möchte auch keine als Arbeitskollegin haben (eine emanzipierte Frau finde ich hingegen vollkommen problemlos). Solange die Feministin nicht selbst gelernt hat, dass sie sich zurückhalten muss und um bestimmte Themen nicht von sich aus einen Bogen macht, ist ein Streit wohl nicht zu vermeiden. Und da Feministinnen nicht wirklich diskutieren, sondern empört sind, dass man sie überhaupt anzweifelt und dann sauer sind und meistens noch eine Weile weiterschmollen ist das auch kaum in den Griff zu bekommen.

Im Artikel gibt es gute Ratschläge für Feministinnen:

We see them not just as unhappy people, but people who have invested in their unhappiness to the point where they will only be happy when the rest of the world is just as unhappy as they are.  You want to see feminism perceived in a positive light again?  Create a way for a woman to be a happy feminist.  That’s going to be difficult with an ideology that, practically speaking, sees half of the human race as an enemy, but give it a shot.  Y’all are creative.

Start by trying not to insult and demean anyone whose opinion you don’t like.  Feminism loves to call people names, from ignorant to backwards to stupid – and feminists excel at invective.  Tearing someone down verbally is a high feminist art, and most of us have been the object of that scorn at one time or another, deserved or not.  When you cannot have a discussion with a feminist without her snorting about your perceived privilege, or having her try to shame you into working against your best interest, then engaging in any kind of productive dialog is challenging. And demanding.  And usually self-defeating.

Das Feminismus viele Frauen anzieht, die stark unzufrieden mit ihrem Leben sind, wurde hier ja auch schon dargestellt. Und in der Tat macht es der Feminismus gerade für eine heterosexuelle Frau einfach unzufrieden zu sein. Denn sie muss einen beständigen Spagat zwischen Männer als Unterdrücker und Männern, die sie liebt machen. Und sie muss darauf bestehen, dass er ebenfalls sein Leben danach ausrichtet und sich beständig selbst kasteit oder aber einfach übersehen, dass er das nicht macht und es sich irgendwie schön reden.

Ein sehr positiver Start wäre es aber auch aus meiner Sicht, wenn der Feminismus mal lernen würde, mit Kritik umzugehen. Allerdings wäre das auch ein sehr radikaler Schritt und auf diesem Weg läßt sich wohl nicht mit einer Theorie leben, die so viele Löcher und Unstimmigkeiten hat.

Und zu den Reaktionen von Männern:

So mostly we just . . . don’t.  We ignore you.  We turn our backs on you and mostly we just don’t entertain a feminist perspective in any sort of positive way anymore.

As a man I have been called a plethora of vile names and had my character attacked by feminists, even what were supposed to be reasonable, academic discussions.  Feminists have a kind of argument cycle that they go through, I’ve observed, in which my intelligence, education, upbringing, and decency are first brought into question before they launch into outright misandry and emasculation.  At least half of such discussions end with them questioning my manhood – when I know for a fact how they would have reacted had I questioned their womanhood.

I’m a big boy.  I’m not intimidated by shrill women who think their ability to “be strong” and “compete” lies in their willingness to insult another human being.  They have said things to me that, had we truly lived in world of equality, would have required them to settle the matter through seconds and over pistols.  But because feminists tend to hide behind „don’t hit me, I’m a girl!“ when they decide to engage in such verbal bloodsports, most wise men just . . . walk away.  We’re men.  We know feminism hates us.

Dieses Schweigen ist so gesehen einer der Vorteile für den Feminsmus. Wir wissen, dass dort nur Ärger liegt und ignorieren. Um so mehr Feminsmus in die Öffentlichkeit kommt oder uns selbst betrifft, um so eher allerdings reicht diese Strategie nicht mehr und man muss etwas sagen. Sagt man etwas, dann folgt aber gerade im Internet gerne das, was man im englischen „Snark“ nennt, kurz für einen sarkastischen Kommentar (sarcastic remark). Es wird also zum Angriff übergegangen und meist eine Beschähmungsstrategie gefahren, die klassischerweise gerne versucht, die Männlichkeit abzuwerten (paradoxerweise, weil damit häufig Punkte vorgehalten werden, die eigentlich als Aufweichen der Männerrolle sonst durchaus positiv wären).

Aus Sicht des Autors ist gerade dieser Gegenangriff gegen die Frauen besonders bezeichnend:

But the things that you’ve called these Women Against Feminism have been nothing short of vile.  This is what you have to say about these beautiful, intelligent women who disagree with your political ideology.  Women with three advanced science degrees are called “stupid and uneducated” because they dare to disagree with feminist ideology.  Women who have made conscientious choices about their lives are being castigated and threatened.  Women who have made up their own damned minds are being called idiots by other women in a fit of misogyny the Manosphere could never muster.

It is in your reaction to #WomenAgainstFeminism that you reveal yourselves, collectively: Feminism has hit the Wall.  No one is responding to your „nice“ voice anymore, because you’ve burned all your bridges.  Now your very daughters are rejecting your ideology and recoiling in horror from the idea of a „feminist“ life.  Yes, feminism is associated with misandry and reactionary man-hating, female entitlement and anti-male ideology in the minds of most people.

Das wäre ja – aus Sicht eines Anti-Genderfeminismus – durchaus eine positive Wendung. Ich bin gespannt, ob hier mit dieser Aktion wirklich ein Durchbruch erzielt wurde, der Kritik am Feminismus salonfähiger und normaler macht. Den ein solcher Startpunkt ist immer sehr gefährlich für eine so anfällige Ideologie, die davon lebt, dass sie Tabus errichtet und jede Kritik als Frauenfeindlichkeit abwehrt:  Bricht das Tabu weg, Kritik am modernen Feminismus zu üben, dann muss der Feminismus fürchten, dass es offenbar wird, dass der Kaiser nackt ist.

But like the 35 year old woman who is still trying to rock a miniskirt, you still think feminism is about equality.  No, it is not about equality, and hasn’t been for a long time.  What you think feminism is and what it does in the real world are two entirely separate things, and your association with an ideology that is, in effect, anti-male, anti-marriage, and anti-freedom of thought is not doing yourselves any good.

There’s some hope that feminism will redeem itself – plenty of women are offended at the things being done in the name of their gender, and want to re-claim the now-poisoned title of feminist.  But until feminists collectively take a good, long, hard look into the mirror and hold themselves accountable for the sins of their sisters in the name of their ideology, don’t count on a hell of a lot of support from the victims of feminism.  We’re not inclined to be charitable about that sort of thing.

Der lange harte Blick in den Spiegel wird nicht stattfinden. Wobei ich ja auch die Idee einer „Neugestaltung“ des Feminismus für förderungswürdig halten würde, wenn man die Altlasten erfolgreich abbauen kann. Er hätte dann natürlich viele Nachteile, weil man nicht mehr so entspannt in der Opferrolle leben kann.

Aber er hätte immerhin den Vorteil, näher an der Realität zu sein.

Es ist an den Frauen, ob sie einen solchen Feminismus wollen und ihn schaffen können.

Women against Feminism – Frauen gegen den Feminismus

Women against Feminsm oder Frauen gegen Feminismus ist eine Aktion, die ich sehr schön finde. Darin stellen Frauen dar, warum sie gegen den (vorherrschenden) Feminismus sind.

  • women against feminism 28 women against feminism 26 women against feminism 24 women against feminism 18 women against feminism 17 women against feminism 16 women against feminism 15 women against feminism 14 women against feminism 13 women against feminism 8 women against feminism 6

Dabei scheinen mir insbesondere die folgenden Argumente häufig vorzukommen

  • Ich bin nicht unterdrückt
  • ich mag Männer und sehe sie nicht als Feind
  • Ich möchte kein Opfer sein
  • Ich fühle mich in traditionellen Geschlechterrollen wohl und möchte deswegen nicht angefeindet werden
  • mir nahestehende Männer wie mein Sohn etc sind nicht der Feind
  • Feminismus ist nicht mehr auf gleiche Rechte ausgerichtet, sondern auf Frauenbevorzugung
  • Es ist unlogisch und geht von Unterdrückung/Diskriminierung aus, wo keine ist.
  • Feministinnen sind zu intolerant und beleidigen einen /greifen einen an, wenn man ihnen nicht zustimmt.

Zudem finden sich auch einige andere schöne Grafiken dort:

women against feminism 1 women against feminism 29 women against feminism 27 women against feminism 21 women against feminism 25 women against feminism 23 women against feminism 22 women against feminism 12 women against feminism 11

women against feminsm 30

 

Das traurige Gegenargument des Feminismus ist in der Regel lediglich:

  • Feminismus ist laut Lexikon für Gleichheit und Gerechtigkeit, also sind wir die Guten. Was wir darüber hinaus vertreten ist unbeachtlich
  • Ihr braucht Feminismus, ihr seid Opfer, ihr bemerkt es nur nicht
  • All das könnt ihr überhaupt nur sagen /haben, weil wir Feminsten für eure Rechte kämpfen
  • Wir mögen Männer doch!

Das verkennt natürlich, dass sich Feminismus inzwischen in vielen Ausrichtungen weit von dieser Definition entfernt hat. Es geht eben um eine ganz spezielle Form von Gleichheit und Gerechtigkeit, die stark auf Annahmen einer Unterdrückung von Frauen durch Männer aufbaut und erfordert, dass man Konstruktionen wie das Patriarchat, die Rape Culture, die Privilegierung aller Männer und die Opferrolle aller Frauen ebenso akzeptiert wie solche totalitären Konzepte wie Definitionsmacht etc.

Auf eine echte Argumentation lässt sich der Feminismus nicht ein, er verweist eher trotzig darauf, dass der Feminismus gut, gut, gut ist. Und eben auch darauf, dass man Männer nicht hasst, auch wenn man sie oder eben ihr Verhalten für alles schlechte verantwortlich macht, was auf dieser Welt geschieht. Eigentlich sagen die oben dargestellten Bilder genug aus und wiederlegen diese Argumente hinreichend.

Frauen, die sich gegen den modernen Feminismus aussprechen, werden anscheinend wesentlich mehr wahrgenommen als Männer. Deren Vorteil ist, dass sie der angeblich „unterdrückten Gruppe“ zugehören und insoweit nicht in Verdacht stehen, dass sie direkt davon profitieren. Sich Frauen anzuschließen, die sagen, dass etwas frauenfeindlich ist, ist insofern unverdächtiger.

Aus meiner Sicht schadet das aber nicht. Um so mehr Leute erkennen, dass Feminismus eben nicht einfach nur Gleichberechtigung ist, um so besser. Aktionen dieser Art zeigen insofern auch, warum es sich lohnt, Frauen nicht als Feinde wahrzunehmen.

Weitere Artikel dazu:

(Wer weitere hat: gerne in den Kommentaren was dazu schreiben, ich ergänze dann)