Verinnerlichter Sexismus

Verinnerlichter Sexismus oder „internalisierter Sexismus“ ist ein Begriff aus dem Feminismus, mit dem erklärt wird, warum Frauen viele Diskriminierungen nicht erkennen und sie durch ihr Handeln sogar unterstützen.

Es erklärt also, warum man gleichzeitig ein sehr mächtiges Patriarchat haben kann, die meisten Frauen sich aber daran anscheinend nicht wirklich stören, jedenfalls nicht gegen das Patriarchat aufbegehren. Zudem erlaubt es Äußerungen von Frauen, die antifeministisch sind oder sich etwa dagegen aussprechen, dass Frauen unterdrückt werden, zu erklären.

Der Ansatz ist, dass diese Frauen aufgrund ihrer Erziehung stark in die in der sexistischen Gesellschaft vorhanden Regeln eingebunden sind und sich innerhalb dieser nur in den dort zur Verfügung gestellten Rollen und Mustern bewegen können: Wenn eine Frau also akzeptiert, dass sie eine Frau ist und daher gewisse Regeln für sie gelten, dann empfindet sie die dafür in der Gesellschaft bestehenden Rollen eben als angemessen.

Von der Seite Feminismus101:

ir leben in einer Gesellschaft, die uns vom Tag unserer Geburt an, bis zu dem Tag an dem wir sterben, mit sexistischen Botschaften bombardiert. Die Art, wie diese Botschaften ankommen, variiert von Person zu Person. Sie wird außerdem von Faktoren wie Zeit, Ort, Persönlichkeit oder Tagesform beeinflusst.

Wenn jemand einer bestimmten Botschaft ausgesetzt ist, wird er oder sie diese auf einer bewussten und unterbewussten Ebene interpretieren und anschließend entscheiden, wie diese Botschaft letztendlich verinnerlicht wird: sie wird akzeptiert, abgelehnt oder beides vermischt.

Jamet Thomas erklärt innere und äußere Unterdrückung:

Die sexistische Botschaft erreicht uns auf zwei Arten: äußere und innere Unterdrückung. Der äußere Sexismus sind Aussagen und Verhaltensweisen die uns von Außen, durch Institutionen oder Einzelpersonen erreichen, beispielsweise “Frauen sind zu emotional um Führungspositionen zu übernehmen”. Verinnerlichter Sexismus ist es, diese Stereotypen und Fehlinformationen zu glauben und zu übernehmen. Eine sexistische Gesellschaft vermittelt uns, was es bedeutet weiblich zu sein, z.B. “Was weißt ich schon…”, “Wer bin ich das zu sagen…”. Sowohl die äußere als auch innere Art der Unterdrückung ist schmerzhaft und einschränkend für Frauen als Einzelpersonen oder in einer Gruppe und entzieht uns die besten Gedanken, Entscheidungen und Handlungen.

Es ist also der Kampf gegen die große Gesellschaft, der einem zu groß erscheint und den man daher gar nicht mehr antritt. Statt dessen solidarisiert man sich in einer Art Stockholmsyndrom mit dem System und macht es sich zu eigen: So ist man kein Gegner mehr, der kämpfen muss, sondern kann innerhalb der Regeln eine positive Identität als Frau aufbauen. Das ganze scheint mir an Foucault festzumachen, der von einem ähnlichen Modell ausgeht.

Die Folgen eines solchen verinnerlichten Sexismus sind schrecklich:

Verinnerlichter Sexismus beeinflusst sowohl uns selbst negativ, als auch die Frauen in unserem Umfeld. Das zeigt sich hauptsächlich auf die folgenden Arten:

Verinnerlichter Sexismus ist eine unfreiwillige Reaktion auf Unterdrückung, die ausserhalb der eigenen Gruppe entsteht und dazu führt, dass Mitglieder der Gruppe sich selbst und gegenseitig verabscheuen und für die eigene Unterdrückung verantwortlich machen – anstatt zu erkennen, dass diese Meinungen durch das unterdrückerische, sozio-ökonomisch-politische System konstruiert werden.

– Penny Rosenwasser (Proceedings of the 41st Annual Adult Education Research Conference, 2000): Tool for Transformation: Cooperative Inquiry as a Process for Healing from Internalized Oppression.

Der Umgang mit dem eigenen Sexismus wird, wie das Verinnerlichen des von außen wirkenden Sexismus, durch verschiedenen Faktoren beeinflusst. Wenn Rosenwasser sagt, dass “Gruppenmitglieder sich selbst gegenüber abgeneigt sind” (Selbsthass), meint sie nicht, dass alle Frauen die ganze Zeit deprimiert sind, weil sie permanent darüber nachdenken, wie nutzlos sie sind, weil sie Frauen sind. Selbiges gilt für das “nicht mögen von Anderen in der Gruppe” – es bedeutet nicht, dass etwa Frauen, die Sexismus verinnerlicht haben, keine Beziehungen zu anderen Frauen aufbauen können. Was es allerdings bedeutet ist, dass es für Frauen – auch feministische – sehr leicht ist, eine “männliche” Perspektive einzunehmen und dadurch die “weiblichen” Standpunkte abzuwerten. Anders ausgedrückt:

Die Folgen, sich diese Rolle zu Eigen zu machen, sind ein enormes Reservoir an Selbsthass. Kein wirklich wahrgenommener oder hingenommener Selbsthass, die meisten Frauen würden das leugnen. Er kann sich dadurch ausdrücken, sich in seiner eigenen Rolle unwohl zu fühlen, als Gefühl der Leere, als Taubheit, Unruhe oder lähmende Ängstlichkeit. Es kann sich auch in einer Verteidigung der eigenen Rolle äußern. Aber er existiert, oft unterbewusst, vergiftet ihr Dasein, entfremdet sie von sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen, lässt sie auf andere Frauen wie eine Fremde wirken. Es folgt der Fluchtversuch: Identifikation mit dem Unterdrücker,, durch ihn leben, Status durch seine Macht und seine Errungenschaften erlangen. Und dadurch, sich nicht mit anderen “leeren Hüllen” zu identifizieren, wie sie selbst es sind. Frauen identifizieren sich nicht mit anderen Frauen, die ihre eigene Unterdrückung, ihren zweitrangigen Status, ihre eigenen Selbstzweifel widerspiegeln. Eine andere Frau damit zu konfrontieren ist letztendlich die Konfrontation mit dem eigenen Selbst, das man vermeiden wollte. Und in diesem Spiegel wissen wir, dass wir das, zu dem wir gemacht wurden, nicht wirklich lieben und respektieren können.

Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie es der Feminismus zum einen schafft Frauen abzuwerten, die anscheinend dann umfassend Selbsthass haben und sich mit ihrem Unterdrücker identifizieren, und zum anderen sich damit gleichzeitig gegen jede Kritik immunisieren kann:

Eine Frau stimmt dem Feminismus nicht zu? Das arme Ding will sich nur seinen Selbsthass nicht eingestehen, es identifiziert sich mit dem Unterdrücker, schrecklich so was, vielleicht schafft sie es ja noch irgendwann ihre Unterdrückung einzusehen, dann wird sie sich wieder lieben können.

Kritik wird damit unmöglich und der Frau das eigene Denken abgesprochen.

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122 Gedanken zu “Verinnerlichter Sexismus

  1. Das ist ein sehr interessanter Artikel, in dem sicherlich viel Wahres steckt. Zu was die Frau in der Lage ist zu ertragen, zeigt sich auch schön in meinem Lieblingsbuch von Thorstein Veblen:“ Therorie der feinen Leute“. Was aber in diesem Artikel nicht zum Ausdruck kommt, ist die biologische Verschiedenheit von Mann und Frau. Die Gleichmacherei der 70iger ist überwunden. Längst haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Männer und Frauen einfach unterschiedliche Präferenzen haben, was unter anderem duch den Hormonhaushalt und durch unterschiedliche Gehirnstrukturen bedingt ist. Das heißt nicht, dass ich dafür bin, dass Frauen bei gleicher Arbeit auch gleichen Lohn erhalten sollten oder dass ihnen weniger Rechte als Männer zustehen sollten, was leider noch häufig der Fall ist. Und dies gerade aus einer gewissen Duldsamkeit heraus. Da das Recht des Stärkeren leider überwiegt, ist die Frau die Dumme

    • „…dass Frauen bei gleicher Arbeit auch gleichen Lohn erhalten sollten oder dass ihnen weniger Rechte als Männer zustehen sollten, was leider noch häufig der Fall ist. “

      Wo? In Deutschland, der EU, den USA etwa?

      Ist Dir bekannt, daß zB in D Männer weniger Rechte haben als Frauen?

    • @drnessy
      „Da das Recht des Stärkeren leider überwiegt, ist die Frau die Dumme“

      Ja, der Feminismus lässt sich natürlich auch biologistisch (-> pseudo-wissenschaftlich) begründen. Zielst du darauf ab?

      Hast du schon mitbekommen, dass die Gleichheit vor dem Gesetz gegen diese Ideen eigentlich schützen sollte? Ein Prinzip, welches insbesondere vom Feminismus allenthalben angegriffen und geschleift worden ist und wird.

    • „Das heißt nicht, dass ich dafür bin, dass Frauen bei gleicher Arbeit auch gleichen Lohn erhalten sollten“

      Glückwunsch! Den bekommt ihr schon lange.

      „oder dass ihnen weniger Rechte als Männer zustehen sollten, was leider noch häufig der Fall ist.“

      In der westlichen Welt? Beispiel bitte.

      „Da das Recht des Stärkeren leider überwiegt, ist die Frau die Dumme“

      Es überwiegt nicht das Recht des Stärkeren, sondern das „Recht der Sexualität“. Und da ist der Mann der Dumme, weil er den stärkeren Sexualtrieb hat.

  2. Ist der ganze Artikel eine Art Satire ???

    „Der Ansatz ist, dass diese Frauen aufgrund ihrer Erziehung stark in die in der sexistischen Gesellschaft vorhanden Regeln eingebunden sind “

    Frauen sind nicht in diese Gesellschaft eingebunden, sie erzeugen sie und deren Regeln durch ihr Verhalten selbst.

    Es ist doch banal und zwangsläufig, das eine Gesellschaft aus Wesen, die keine bestimmte Paarungszeit im Jahr kennen, sondern quasi in Dauerbalz sind, sexistisch gefärbt sein muss. Da ja praktisch jede Lebensäußerung, wenn nicht ganz große Themen des Überlebenskampfes dahinter stehen aus dem Blickwinkel der sofort auftauchenden sexuellen Bewertung betrachtet wird.
    Wenn dann noch wie in unserer westlichen Gesellschaft, jeder geistig-kulturelle Überbau zu Gunsten reinen Konsums und Wachstumswahns aufgegeben wird, bleibt nur eine Gesellschaft im Dauerbalzmodus übrig.
    viele Frauen profitieren nicht wenig davon, manche Männer auch.

  3. Leider bin ich zu früh auf „senden“ gekommen. Es muß natürlich heißen „…. bei gleicher Arbeit NICHT auch gleichen Lohn erhalten sollen…“ Was außerdem aus dem Artikel nicht hervorgeht ist, wie den die Frau idealerweise auf die Gefahr des „verinnerlichten Sexismus“ reagieren sollte, ohne ihre Individualität als Frau aufzugeben. Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer, kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.
    Es geht um eben diese Evolution im geistig-kulturellen Sinn, die bei der Erziehung auf das Aufzeigen der Möglichkeiten und der Stärkung des weiblichen Selbstbewußtseins (wie auch das der Männer) abzielen muß. Auch wenn hier sicherlich noch viel Spielraum nach oben besteht, wird dies in unserem System aktuell progredient versucht, zu verwirklichen. Durch verstärkten Aufbau von Werten wie soziale Kompetenz (Nächstenliebe, Freundlichkeit, integratives Handeln…) und ständige mentale Weiterentwicklung (Freude und Erweiterung der Möglichlkeiten durch neues Wissen) sowie das Zusammenarbeiten sowohl der verschiedenen Geschlechter als auch unterschiedlicher sozialer Gruppen,haben wir die Möglichkeit, eine Gesellschaft zu formen, in der sich jeder seinen individuellen Platz in ihr und zusammen mit ihr, schaffen kann! Schöne Novembergrüße, Nessy von den happinessygirls.com

    • „… kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.“

      OMG 😦

      • „Positiv vorantreiben“ wäre wohl dann der Fall, wenn die Gesellschaft aus der Merkel-Erfahrung lernen würde, wie die mangelnde Führung und der fehlende strategische Weitblick eines weiblichen Führungsstils in kürzester Zeit zu Grunde richten kann, was ihre Vorgänger in Jahrzehnten aufgebaut haben.

      • „OMG“

        Ja, das ging mir auch durch den Kopf.

        Uns soll wohl suggeriert werden, dass Frauen als Regierungschefinnen einen anderen, dem Volk besser dienenden Stil haben.
        Schauen wir uns die Frauen an, die im 20. Jahrhundert maßgeblich in der Weltpolitik in Erscheinung getreten sind.

        Da sei zu nennen:
        Indira Gandhi: indische Regierungschefin; mehrere Kriege gegen Pakistan.
        Benazir Bhutto: pakistanische Regierungschefin; aktive Befürworterin der atomaren Aufrüstung, mehrfach angeklagt (und einmal verurteilt) wegen Korruption.
        Golda Meir: Regierungschefin Israels; Jom-Kippur-Krieg, der ihr allerdings aufgezwungen wurde.
        und – last but not least – Maggy Thatcher: englische Regierungschefin, mitverantwortlich für den Falklandkrieg und die weitgehende Zerschlagung der britischen Sozialsysteme.

        Also, das mit der weiblichen Note in der Politik muss noch etwas deutlicher herausgearbeitet werden. Ich kann da nicht sehr viel Positives erkennen.

    • „was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.“

      hm.

      „Positiv vorantreiben” wäre wohl dann der Fall, wenn die Gesellschaft aus der Merkel-Erfahrung lernen würde, wie die mangelnde Führung und der fehlende strategische Weitblick eines weiblichen Führungsstils in kürzester Zeit zu Grunde richten kann, was ihre Vorgänger in Jahrzehnten aufgebaut haben.“

      Mit mir wäre das nicht passiert.

    • @drnessy
      „Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer“

      Wenn du das glaubst, hast du schon einen „verinnerlichten Sexismus“, den nämlich, der von einer natürlichen Überlegenheit der Frau ausgeht, was natürlich das Dogma allen Feminismus ist.

      „was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.“

      Grandios, wie man eine erfolgreiche Politikerin gleich vor den Karren der eigene Ideologie spannen kann…

      „Es geht um eben diese Evolution im geistig-kulturellen Sinn…. wird dies in unserem System aktuell progredient versucht, zu verwirklichen.“

      Das nennt ihr Feministinnen derzeit noch „soziale Konstruktion“, jetzt soll der biologische Begriff übernommen werden?
      Nennt man übrigens „darwinistischer Feminismus“, ganz neu ist das nicht, fristet aber ein Schattendasein. Es ist ja meine Vermutung, dass der den überkommenen Gender-Feminismus ablösen soll…. Den fasse ich ohnehin nur als Zwischenstation auf, zurück in die schöne, alte biologistische Welt des 19ten Jahrhunderts…

      „Durch verstärkten Aufbau von Werten wie soziale Kompetenz (Nächstenliebe, Freundlichkeit, integratives Handeln…)… “

      Ja, die Kirchen sind natürlich an vorderer Front mit dabei, mit ihrer einseitigen Auslegung der christlichen Lehre, die Nietzsche treffend „Sklavenmoral“ nannte.

      „sowie das Zusammenarbeiten sowohl der verschiedenen Geschlechter als auch unterschiedlicher sozialer Gruppen“

      Natürlich unter der Voraussetzung, dass diese Gruppen durch Identitätspolitik alle vorher getrennt worden sind und alle ihr eigenes und nach Eurer Meinung angemessenes Verständnis von ihrem So-Sein entwickelt haben.

      „in der sich jeder seinen individuellen Platz in ihr“

      Das nannte man auch mal „Jedem das Seine“.

    • Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer, kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.

      Aber nur für Frauen. Männer dürfen nach wie vor als Väter entsorgt werden, in der Gosse liegen, sich umbringen, ohne dass das „Bundesforum gegen Männer“, das Bundesministerium für alle außer Männer oder die Kanzlerin auch nur einen müden Finger krumm macht.

      • „Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer“

        absurde Theorie

        Frauen haben MINDESTENS den selben Machthunger wie Männer, aber wie Frauen so sind setzten (setzten) sie ihn oft über Männer um, sprich über einen Mann als Partner der die Karriere macht, und sie dann aus der zweiten Reihe agieren können.
        Die Beispiele der Politikerinnen sind gut, kein Wunder das da von feministischer Seite nichts kommt als dröhnendes Schweigen.
        Um es einfach zu sagen, Frauen brauchen keine Führer zu sein die ein Kollektiv beherrschen, wie einen Stamm, einen Staat etc.
        Sie haben die Option einen Mann zu beherrschen, der dann für sie die Macht nach außen ausübt.
        Aber vielleicht täusche ich mich auch, und Frau Merkel ist nur eine Handpuppe ihres schattenhaften Gemahls.

        Nichts entlarvt die feministischen Theorien mehr als das Handeln von Frauen an der Macht, Was aber schon ein Blick in die Geschichte lehren würde, denn Frauen hatten als Angehörige von Herrschergeschlechtern schon immer Macht, entgegen der von Feministen herbeihaluzinierten Machtlosigkeit.

    • Was man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sehen kann, ist wie leichtfertig man eine Gesellschaft in eine langfristige Krise stürzen kann, weil man nämlich rein aus dem Bauch handelt und ohne Weitblick handelt.

      Der Rest Deines Kommentares ist spirituistisches Gewäsch, der lediglich den Mangel an Aussagekraft verschleiern soll. Typisch Frau: viel Gerede, wenig Inhalt 🙂

      • Aber ist es nicht bewundernswert, wie Merkel mit Macht umgeht?

        Ich meine jetzt mal, abgesehen von allen Inhalten! Stellt die nicht auch Adenauer und Schmidt in den Schatten, mit ihrer judohaften Anwendung der Macht?

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie nächstes Mal auch wieder von der Partie sein wird, an höchster Stelle….

        • Vom Standpunkt des Machterhaltes kann man Merkel nur bewundern. Ich hab da persönlich auch gar nichts gegen sie. Sie hat die CDU meisterhaft enteiert und sich aller Konkurrenten entledigt.

        • Ich finde es immer belustigend, wie sie in ihren statements gar nichts sagt, allem ausweicht und noch als die grosse Macherin dasteht.
          Irgendwie erinnert sie mich sonst an Putin 😀

        • Merkel ist, wenn das alles Absicht war, eine gute Intrigantin. Sie hat sich aller Konkurrenten entledigt, ein gewisses Gespür für „Themen“ bewiesen, die sich stückchenweise von anderen Parteien abgezwackt hat, sodass sie die CDU stückchenweise zu etwas ganz anderem gemacht hat. Im Grunde ist die CDU kaum noch von den Grünen zu unterscheiden, die Grünen nicht von der SPD, die SPD nicht von den Linken usw.
          Eine Parteienlandschaft ohne Opposition bei der es nur noch eine Illusion ist, dass es einen Unterschied macht, ob man a oder b wählt.

          Diese Bedenken hatten einige schon im Januar angemeldet und das ist jetzt das Ergebnis = Handlungsunfähigkeit bzw. nur noch eine(r) kann handeln bzw. nur in eine Richtung. Zumindest sieht es so aus.

          https://allesevolution.wordpress.com/2015/01/14/der-vulgare-rassismus-in-seiner-linken-variante-nichtweise-sind-gut/

          „Wenn alls Großmedien und alle Parlamentsparteien einer Meinung sind, dann werde ich mißtrauisch.

          By: Dummerjan on 14. Januar 2015
          at 4:09 nachmittags

          Soltest Du auch.
          Aber seltsam, oder? Eine solche inhaltliche Übereinstimmung aller Parteien, vulgo geistige Sterilität, hat es über längere Zeiträume selten gegeben.
          By: Axel on 14. Januar 2015
          at 4:16 nachmittags

    • @drssy

      >>“Sie [Anm. die Frau] hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer, kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.“

      Vielen Dank für dieses anschauliche Beispiel für Sexismus. Frauen sind durch ihre Weiblichkeit irgendwie besser zur Führung geeignet als Männer. Nehme ich jetzt die Neoklassik dazu müsste ich sagen: Die Wohlfahrt wird also optiminiert, wenn Frauen alle Führungspositionen besetzen.

      Das ist nichts anderes als das was Chauvis vor 200 Jahren sagten, als sie der Frau Führungsschwäche und angeborenen Schwachsinn unterstellten, der sie zum Umgang mit Macht nicht befähigen würde, nur in grün.

      Nochmals vielen Dank für dieses anschauliche Beispiel für tief internalisierten Sexismus. Dieses esoterisch-feministische Mem von der besonderen Führungskompetenz und -überlegenheit der Frau (wegen ihrer Weiblichkeit) begegnet einem nun ja überall und ständig. Jemanden der eine natürliche Führungsüberlegenheit von Männern diagnostiziert wird hingegen sofort in die Schranken gewiesen, „frauenfeindlich“.

      Sehr interessant. Ach ja…wie modern und diskriminierungsfrei sind doch unsere Zeiten und unsere westlichen Gesellschaften. Nicht.

      • Ich finde es sehr interessant, was in diesen Satz, der in keiner Weise gegen die Führungsqualität von Männer spricht, hineininterpretiert wird! Das einzige, was ich geschrieben habe, ist dass Männer eine größerere Affinität zur Macht haben. Dazu muß man nur einmal die Führungspositionen auszählen! Dass sie in einer anderen Art als Männer agieren, haben mehrere Studien gezeigt. Ich wollte mit diesem Satz nur ausdrücken, dass, sie, wenn sie sich zur Macht hingezogen fühlen, auch sehr überlegt vorgehen. Ich bitte Sie,nur das zu beurteilen, was Sie lesen. Ich lesee bei Ihnen und zitieren woörtlich :“Frauen sind durch ihre Weiblichkeit irgendwie besser zur Führung geeignet als Männer.!“ Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wieso Sie MIR Sexismus unterstellen, wenn SIE das schreiben! Hätten Sie meinen Kommentar aufmerksam gelesen, wäre es Ihnen auch nicht entgangen, dass das was ich als optimal ansehe, ein gemeinsames Handeln in einer Gesellschaft ist, in der sich jeder

        • Ich ergänze mal Ihre Zitate:

          >>“Ich wollte mit diesem Satz nur ausdrücken, dass, sie, wenn sie sich zur Macht hingezogen fühlen, auch sehr überlegt vorgehen.“…“und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.”

          Wenn sich eine Frau zur Macht hingezogen fühlt, übt sie diese Macht auf eine andere Art als Männer aus, dadurch wird die Gesellschaft im positiven Sinne vorangetrieben. Etwas gleiches wird ungleich behandelt oder anders gesagt: (Fast) Alles positive was durch die Kanzlerin (Wegen ihrer Weiblichkeit!) vorangetrieben wurde, hätte ein Mann so nicht umgesetzt…

          Hmmm….

          >>“Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wieso Sie MIR Sexismus unterstellen, wenn SIE das schreiben!“

          Das tue ich doch gar nicht. Ich dachte Sie wollten ein Beispiel für geläufigen internalisierten Sexismus geben. Sie denken also wirklich so…oh….

          Mit der höheren Affinität zur Macht bei Männern gehe ich mit, soweit diese die familiäre Exosphäre betrifft. Innerfamilär ist das Machtstreben von Frauen deutlich ausgeprägter, bzw. Männern eben nicht so wichtig. Könnte ich jetzt schreiben, dass Männer die innerfamliär doch Macht verspüren und übernehmen auf eine andere Art als Frauen agieren, was eine Familie im positiven Sinne vorantreiben kann? 🙂

        • Erklären sie bitte, was sie mit diesem Satz meinen. Sie haben geschrieben:

          Sie [die Frau, Anm.] hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer,

          „Machthunger“ ist ein negativ konnotierter Begriff, den Sie hier Männern zuschreiben. Wenn Sie behaupten „Ich wollte damit nur sagen dass Frauen überlegter vorgehen“, ist das nur die eine Hälfte der Wahrheit. Erst im Gegensatz zu dieser negativen Eigenschaft können Sie die „bessere“ Art der Frauen darstellen.

          kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.

          Hier implizieren Sie, Männer in Machtpositionen gingen nicht so überlegt wie Frauen vor. Was genau meinen Sie mit „auf eine andere Art“?

          Alles zusammen ergibt folgendes Bild: Männer sind machthungrig, wenn sie Macht haben agieren sie unüberlegt. Frauen hingegen haben diese Eigenschaften nicht, sie können „auf eine andere Art“ handeln, welche die Gesellschaft positiv voranbringen kann (Implikation: Das Handeln von Männern bringt die Gesellschaft nicht positiv voran).

          Bitte erklären Sie, wieso dieses Bild nicht kurz und bündig mit „Frauen in Machpositionen agieren besser als Männer“ zusammengefasst werden kann.

          • Geschrieben habe ich: „Ich wollte mit diesem Satz nur ausdrücken, dass, sie, wenn sie sich zur Macht hingezogen fühlen, auch sehr überlegt vorgehen.“ Zitiert haben Sie:“Ich wollte damit nur sagen dass Frauen überlegter vorgehen”. Ich habe nie geschrieben, das Frauen “ überlegter“ vorgehen, so sehr das auch in Ihre Meinung passen würde.- Es ist keine Diskussionsbasis, wenn Sie falsch zitieren und nicht das, was geschrieben wurde, beurteilen, sondern was Sie hineininterpretieren ! Zu Ihrer Frage nach dem vermehrten Machthunger. Damit meine ich, dass Frauen aktuell weniger Affinität zu (hohen, öffentlichen) Machtpositionen haben als Männer. Wenn sie sich entscheidet, eine hohe Machposition in Bezug auf das öffentliche Leben auszuüben, tut sie dass, in Bezugnahme auf „Verinnerlichte Sexualität“, in der es bei diesem Artikel geht, sehr wohlüberlegt. Dabei agiert sie auf eine andere Art als Männer. Von „besser oder schlechter“ ist in meinen Kommentaren nie die Rede. Es besteht aber die Möglichkeit, dass dieser weibliche Einfluß die Gesellschaft voranbringt. Das habe ich wiederum aus dem Grunde hinzugefügt, weil es im Zusammenhang mit dem Begriff und dessen Verständnis auch um Wege geht, diesen „verinnerlichten Sexismus“ zu überwinden. Weiter unten im Text habe ich zum Ausdruck gebracht, dass wir diesbezüglich auf einem guten Weg sind. Ich wünsche dieser Leseerschaft noch einen schönen Abend. Mit freundlichen Grüßen!

          • Sie können sich auch an syntaktischen Kleinigkeiten aufhalten („sehr überlegt“ -> „überlegter“, Komprimierung des Nebensatzes „wenn sie sich zur Macht hingezogen fühlen“ -> „[Frauen] in Machtpositionen“) anstatt auf den eigentlichen Punkt einzugehen. Der eigentliche Punkt dieses Absatzes meiner Antwort wäre die Sache mit der halben Wahrheit. Sie bauen hier einen Gegensatz auf, aus dem heraus Sie eine diffuse „Gutheit“ von Frauen gegenüber Männern konstruieren. Den Hinweis darauf mit „aber hab ich ja gar nicht so gemeint“ abzutun erscheint mir etwas billig.

            Erhellend finde ich auch Ihre folgende „Antwort“:
            Meine Frage:

            Was genau meinen Sie mit “auf eine andere Art”?

            Ihre Antwort:

            Dabei agiert sie auf eine andere Art als Männer.

            Auch die Erklärungskraft Ihres Textes nach „damit meine Ich…“ ist quasi Null, da Sie im wesentlichen mit fast denselben Worten wiederholen was Sie zuvor bereits geschrieben haben.

            Ihre ursprüngliche Aussage:

            [Sie] kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft […] im positiven Sinne vorantreiben kann.

            Ihre „Erklärung“:

            Wenn sie sich entscheidet, eine hohe Machposition in Bezug auf das öffentliche Leben auszuüben, tut sie dass […] sehr wohlüberlegt. Dabei agiert sie auf eine andere Art als Männer. […] Es besteht aber die Möglichkeit, dass dieser weibliche Einfluß die Gesellschaft voranbringt.

            Ihren Vorwurf von wegen „keine Diskussionsbasis“ empfinde ich da ehrlich gesagt anmaßend.

        • @pingpong zitierend drnessy
          „Sie [die Frau, Anm.] hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer“

          Natürlich ist das sexistisch, eigentlich „chauvinistisch“ zu nennen.

          Hier wird neben der bösen moralischen Wertung „Machthunger“ *die Frau als solche* als *besser* hingestellt, weil sie eben weniger „machthungrig“ sei. Und das auch noch VON NATUR AUS. Es kann also gar nicht anders sein.

          Immer wieder toll wie manche Leute, die gewisse Ideologien vertreten, zu dem, was sie geschrieben haben, nicht stehen wollen oder können.

          Diese chauvinistische Agrumentation hier kennt man vom klassischen Rassismus zur Genüge. Oder man sollte das jedenfalls kennen.

          • „Machthunger“ ist in diesem Zusammenhang vergleichend und nicht abwertend gemeint, schon gar nicht als „böse moralische Wertung“. Falls es durch Wahl dieses Wortes zu Mißverständnissen gekommen ist, bitte ich, wer immer sich getroffen fühlt, um Entschuldugung. Mit freundlichen Grüßen, Nessy

        • @drnessy
          „Zu Ihrer Frage nach dem vermehrten Machthunger. Damit meine ich, dass Frauen aktuell weniger Affinität zu (hohen, öffentlichen) Machtpositionen haben als Männer.“

          Eine glatte Unwahrheit. In deinem Ausgangspost war noch „von Natur aus“ die Rede.

          „Von “besser oder schlechter” ist in meinen Kommentaren nie die Rede.“

          „Machthunger“ ist ein negatives moralisches Werturteil. Aber wahrscheinlich hast du moralische Werturteile so verinnerlicht, dass du das so nicht mehr sehen kannst…

          “ Wenn sie sich entscheidet, eine hohe Machposition in Bezug auf das öffentliche Leben auszuüben, tut sie dass, in Bezugnahme auf “Verinnerlichte Sexualität”, in der es bei diesem Artikel geht, sehr wohlüberlegt.“

          Es gibt keine „verinnerlichte Sexualität“ oder „Sexismus“, der hier eine Rolle spielen würde, ausser nur in der feministischen Ideologie von der angeblichen *natürlichen Überlegenheit der Frau*.

          „Es besteht aber die Möglichkeit, dass dieser weibliche Einfluß die Gesellschaft voranbringt.“

          Das ist wieder Chauvinismus/ Sexismus. Das „Weibliche“ hat gar keine moralische Qualität, ausser für Chauvinisten und Sexisten.

        • >>“Es besteht aber die Möglichkeit, dass dieser weibliche Einfluß die Gesellschaft voranbringt.“

          Aber wenn „der weibliche Einfluss“ die Gesellschaft voranbringt, könnte dann Merkel nicht auch ein Mann sein, der in gleicher Art und Weise die Gesellschaft voranbringt? DAS ist repräsentative Demokratie, das Amt (Bundeskanzler) hat eigentlich kein Geschlecht, das Gewissen des Abgeordneten ist nicht geschlechtlich.

          Du definierst esoterisch schemenhaft irgendetwas an der Politik von Fr. Merkel, das nur sie aufgrund ihrer Weiblichkeit zum Fortschritt dieser Gesellschaft beitragen kann. Männer könnten das eben nicht.

          Kann denn der männliche Einfluss eines Bundeskanzler Müller die Gesellschaft voranbringen? Was wäre das was nur ER kann und nicht irgendeine Bundeskanzlerin Müller?

        • @drnessy
          „“Machthunger” ist in diesem Zusammenhang vergleichend und nicht abwertend gemeint, schon gar nicht als “böse moralische Wertung”.“

          Macht ist nichts, was man essen könnte. „Machthunger“ ist eine bildliche Umschreibung von „Machtstreben“. Dieses Bild geht über den Vergleich mit der natürlichen Hunger-Funktion des Körpers und drückt damit die Idee aus, dass manche Menschen Macht zum Leben brauchen würden wie Nahrung. Diese Übertragung ist natürlich faktisch falsch, da niemand von Macht leben kann wie von Nahrung. Sie wird nur deswegen gemacht, um ein negatives moralisches Werturteil dem Machtstreben gegenüber auszudrücken. Nur in dieser moralischen Hinsicht macht der Begriff überhaupt Sinn. Noch deutlicher wird das bei „Machtgier“.

        • Aus einer weiblichen Perspektive heraus ist männlicher Machthunger nicht automatisch negativ konnotiert. Im Gegenteil kann dieser Machthunger für die Frau ein essentielles Atraktivitätsmerkmal sein (wie umgekehrt die drallen Pobacken der Frau für den Mann Attraktivitätsmerkmal sein können 😉 )

          Die moralische Wertung ergibt sich für die Frau erst nach einem Zielabgleich. Grob gesagt: Nutzt er ihr (weil sie sich Partizipation von den Erträgen dieses Machthungers verspricht), ist er gut. Schadet er ihr (weil sich der männliche Machtanspruch gegen sie richtet), ist er schlecht.

          In diesem Sinne hat sich Nessy vermutlich wirklich ohne Absicht mit der Begriffswahl hier in die Nesseln gesetzt…

        • @PM
          „Die moralische Wertung ergibt sich für die Frau erst nach einem Zielabgleich. Grob gesagt: Nutzt er ihr … ist er gut. Schadet er ihr .. ist er schlecht.“

          Damit behauptet du, die einzige Moral, die Frauen überhaupt haben können, ist eine auf das Eigenwohl gerichtete….

          „In diesem Sinne hat sich Nessy vermutlich wirklich ohne Absicht mit der Begriffswahl hier in die Nesseln gesetzt…“

          Wie kommst du zu dem Schluss? Die negative Wertung von „Machthunger“ mag zwar nach deiner Annahme oben darauf zurückzuführen sein, dass sie hier etwas gegen ihre Interessen stehendes vermutet. Aber sie damit zu entschuldigen, dass sie gar nicht anders kann, ist ganz und gar deine Deutung und übrigens ein sexistisches Vorurteil.
          Hättest noch anfügen können das dies eben „von Natur aus“ so sei mit der weiblichen Moral, dann hättest du die wirklich komplementäre Seite von @drnessys Haltung eingenomen….

          „…. kann dieser Machthunger für die Frau ein essentielles Atraktivitätsmerkmal sein“

          Insofern als dass jene Frau selbst „machthungrig“ oder Schlimmeres ist, sicherlich.
          Einen besonders schönen literarischen Fall gab Lady Macbeth ab, die ihren Gatten zum Königsmord anstiften konnte, um Königin zu werden.

          „Stars, hide your fires! Let not see my dark and deep desires.“

          Heute würde sie das vielleicht mit dem Kampf gegen „das Patriarchat“ ihrem Mann gegenüber begründen…

        • Alex,

          „Damit behauptet du, die einzige Moral, die Frauen überhaupt haben können, ist eine auf das Eigenwohl gerichtete….“

          Nein, meine Aussage bezog sich in erster Linie auf die pragmatisch flexible Abwägung der moralischen Wertung des Begriffs „Machthunger“.

          Ob die Eigenwohl-Orientierung (ausgedehnt auf die eigenen Kinder) bei Frauen alle anderen Maßstäbe immer und jederzeit dominiert, also „die einzige Moral“ ist, bezweifle ich in der Absolutheit stark.

          In der Tendenz allerdings sehe ich das schon.

          „Wie kommst du zu dem Schluss?“

          Aus dem ursprünglichen Kontext heraus war es nicht zwingend negativ formuliert. Aus den Folgebeiträgen wurde deutlich, dass Nessy zudem eine stark oberflächliche Definition von Macht hat und einzig auf sichtbare Positionen abzielt. Damit war allerdings schon ihre gesamte vorherige Aussage entkernt und auf die These „Präsenz von weiblichen Körpern in sichtbaren (Macht-) Positionen kann einen gesellschaftlichen Effekt haben“ reduziert.

          Dem würde ich sogar zustimmen. Es gibt eine pazifizierende Wirkung, derer man sich bedienen kann. Pragmatisch halt. So wie eine Agenda 2010 ja auch nur mit einem Sozi-Kanzler umsetzbar war.

          „Insofern als dass jene Frau selbst “machthungrig” oder Schlimmeres ist, sicherlich.
          Einen besonders schönen literarischen Fall gab Lady Macbeth ab, die ihren Gatten zum Königsmord anstiften konnte, um Königin zu werden.“

          Sie muss selber dazu nicht mal machthungrig sein. Es genügt schon, wenn sie sich ganz pragmatisch etwas vom Kuchen erhofft, der dabei abfällt.

          Und Shakespeare hat sich den Topos ja auch nicht aus den Fingern gesogen, sondern durchaus diverse literalisierte Vorkommnisse als Vorbild genommen.

        • @PM
          „Nein, meine Aussage bezog sich in erster Linie auf die pragmatisch flexible Abwägung der moralischen Wertung des Begriffs “Machthunger”. “

          Damit hast du aber nicht widersprochen, sondern deine Aussage zur angeblichen weiblichen Zweckmoral nur verwässert, wobei das Eingangs-„nein“ etwas fehl am Platze ist…

          „… bezweifle ich in der Absolutheit stark. In der Tendenz allerdings sehe ich das schon.“

          Das allerdings ist schon ganz ganz anderes als eine reine Zweckmoral.

          „Aus dem ursprünglichen Kontext heraus war es nicht zwingend negativ formuliert.“

          Aha? Die Idee eines naturbedingten männlichen Machthungers ist also ok, wenn es nur im „richtigen Kontext“ steht …..

          „Aus den Folgebeiträgen wurde deutlich, dass Nessy zudem eine stark oberflächliche Definition von Macht hat und einzig auf sichtbare Positionen abzielt.“

          Diese Begründung macht vorne und hinten keinen Sinn. Wenn jeder irgendwelche Begriffe ad hoc „definieren“ kann, wie es ihm gerade passt (am besten noch nachträglich), dann sollte man sich besser mit den Figuren von Alice im Wunderland unterhalten, aber nicht mit realen Menschen.

          „Damit war allerdings schon ihre gesamte vorherige Aussage entkernt und auf die These “Präsenz von weiblichen Körpern in sichtbaren (Macht-) Positionen kann einen gesellschaftlichen Effekt haben” reduziert.“

          Und die weissen Hasen laufen hier wohl durch deine Vorstellung….

          • Diese völlig aus dem Kontext gezogene Diskussion über der Spekulation über meine Absicht, die eigentlich offensichtlich ist, gleitet langsam ins Absurde ab und ich bitte Sie höflich, diese mittlerweile in einen Shitstorm ausartende Diskussion öffentlich zu beenden. Dazu habe ich einen abschließenden Kommentar, an alle gerichtet, verfasst. Untern für Sie persönlich nochmals hoffentlich zum letzen Mal zum Thema „Machthunger „! Bitte lesen Sie dazu nocheinmal den ursprünglichen Zusammenhang „….Was außerdem aus dem Artikel nicht hervorgeht ist, wie den die Frau idealerweise auf die Gefahr des “verinnerlichten Sexismus” reagieren sollte, ohne ihre Individualität als Frau aufzugeben. Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer, kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, …“ Dabei geht es um den Umgang der Frau mit dem „verinnerlichten Sexismus“ aus dem Ursprungstext im Abschnitt von Thomas, der sie innerlich bremst. Da ihr, im Gegensatz zum Mann nun Antrieb fehlt und sie eben nicht diesen innerlich stärkeren Drang zur Macht hat, fällt es ihr, wenn man von einem verinnerlichten Sexismus ausgeht, schwerer, sich durchzubeißen. Eigenschaften, die bei Personen die an der Führung stehen unter anderem gebraucht werden! Sie muß deshalb genau überlegen, was sie tut, um diese von der Gesellschaft auferlegten Doktrine („Die Frau ist zu emotional…“) nicht zu bedienen. So handelt es sich bei „MAchthunger“ in diesem Zusammenhang um eine positive Eigenschaft der Männerwelt. Weiteres im allgemeinen Kommentar Einen schönen Tag. Mit freundlichen Grüßen, Nessy

        • Ich fasse Ihre Aussage abschließend zusammen:

          Affinität zur Macht ist geschlechtsneutral, kommt aber bei Männern häufiger vor. Wenn hingegen eine frau große Affinität zur Macht erlangt, übt sie diese anders als vergleichbare Männer aus. Aber Sie meinen gar nicht Unterschiede in der Führung.

          Sie meinen das eine frau es schwerer hat zur macht, wegen Internalisierter sexismen. Plötzlich geht es um etwas ganz anderes. Und hier haben es frauen schwerer, hmmm…woher haben Sie diese Erkenntnis? Meinen Sie nicht, dass dieses „schwerer“ aus der geringeren Affinität zur Macht herrührt?

          Und vor allem: wer hat denn diese sexismen internalisiert? Aus Befragungen zu Führungskräften wissen wir, es sind vor allem die frauen die nicht unter frauen dienen wollen. Ich habe dazu meine eigene these, aber wie bauen Sie das in ihre ein?

        • @drnessy
          „Sie muß deshalb genau überlegen, was sie tut, um diese von der Gesellschaft auferlegten Doktrine (“Die Frau ist zu emotional…”) nicht zu bedienen.“

          Es gibt keine solche „Doktrin“ von einer „zu grossen Emotionalität der Frau“, die „die Gesellschaft“ fomuliert hätte.

          Die „Gesellschaft“ kann von vorneherein gar keine „Doktrin“ entwicklen oder formulieren. Nur streng hierarchische Organisationen vermögen überhaupt Doktrinen hervorzubringen und durchzusetzen. Daher ist unsere freie Gesellschaft dazu von vorne herein nicht in der Lage.

          Im Weiteren wird eine Doktrin nie „bedient“, sondern sie wird befolgt (oder auch eben nicht).

          Zitat unten aus Lewis Carols Alice in Wonderland:
          http://www.usingenglish.com/forum/threads/113629-Humpty-Dumpty-s-theory

          ‘When I use a word,’ Humpty Dumpty said, in rather a scornful tone, ‘it means just what I choose it to mean – neither more nor less.’

          ‘The question is,’ said Alice, ‘whether you can make words mean so many different things.’

          ‘The question is,’ said Humpty Dumpty, ‘which is to be master – that’s all.’

        • „dass Männer eine größerere Affinität zur Macht haben“

          Genau, Frauen haben keine Affinität zur Macht, deswegen stehen sie auch so auf Loosertypen.

  4. Der große Thomas Sowell kann diesen Komplex gut in eine schöne Gleichung fassen:

    Ich kann den guten Mann auch sonst nur jeden schwer ans Herz legen. 🙂
    Lesetipp: „Intellectuals and Race“.

    • Ja, Sowell hat natürlich recht.

      Links hat immer auch etwas mit infantiler Dekadenz zu tun. Schlimmer, mit Menschen, die meinen, dass sie besser wären als andere und daher andere “beglücken“ müssten. Und meistens mit verlogenen selbstsüchtigen Motiven. Daraus entsteht dann Totalitarismus. Orwell’s Schweinchen, immer wieder.

      Der “verinnerlichte Sexismus“ oben ist da z.B. eine Klammer um freies von außen betrachtendes kritisches Denken zu verhindern. Eigentlich ein Klassiker im faschistischen Instrumentarium.

    • Ich wollte auch schon gerade anmerken:

      Auch, wenn verinnerlichter Sexismus ein Totschlagargument ist, mit dem weibliche Kritik, bzw. andere Lebensentwürfe abgewürgt werden, sollte man das Konzept nicht gleich ganz für ein Märchen halten, wie der umgekehrte Fall zeigt: Dass Männer meinen, es sei okay, wenn Frauen sie schlügen, aber nicht umgekehrt, ist der Beweis dafür, dass es existiert.

      Und ich würde sagen, auch umgekehrt.
      Heute sicher hierzulande nur noch wenig (ich will nichts ausschließen), aber es ist nicht allzu lange her, dass genug Frauen auch so der Meinung waren, es sei für sie generell richtig, den Mund zu halten und die Männer machen zu lassen.
      Man bleibe also vorsichtig, wenn dieses Werkzeug geschwungen wird, aber tue es auch nicht gleich ganz ab.

      • @DMJ
        „verinnerlichter Sexismus … Dass Männer meinen, es sei okay, wenn Frauen sie schlügen, aber nicht umgekehrt, ist der Beweis dafür, dass es existiert.“

        Da hast du einen Stich gemacht.

        „Sexismus“ ist, wenn man von der Höherwertigkeit eines Geschlechts ausgeht und dann seine moralischen Urteile danach richtet: die Frau darf also den Mann schlagen, *weil sie eine Frau ist*.

        Das wird dann allerdings nicht so begründet. Eher damit dass die Frau schliesslich „schwächer“ sei und das deshalb auch ein „Ausrasten“ verzeihlich sei.

        Dieses Erklärungsmuster, der Schwächere wäre schon im Recht, weil er schwächer ist, erscheint weniger angreifbar und wird in vielerlei Hinsicht verwendet.

        Ist es aber natürlich nicht, denn Gerechtigkeit kann nicht davon abhängen, wer der Schwächere oder der Stärkere ist.

        Und klar ist diese Ungerechtigkeit, der angeblich „schwächeren Frau“ prinzipiell Schuld nachzusehen auch eingeflossen in eine Geschlechterrolle, in die männliche.

  5. „Statt dessen solidarisiert man sich in einer Art Stockholmsyndrom mit dem System und macht es sich zu eigen: So ist man kein Gegner mehr, der kämpfen muss, sondern kann innerhalb der Regeln eine positive Identität als Frau aufbauen.“

    Ein kleines, lustiges Beispiel dazu.

    Der B-Film „They live!“, „Sie leben!“ von John Carpenter, der sowas wie ein kleiner Klassiker ist. Die Ausserirdischen haben die Welt unterwandert und kontrollieren sie. Der Hauptdarsteller gelangt in den Besitz einer Sonnenbrille (!), mit der die Wirklichkeit sichtbar wird, hier der Moment der Entdeckung:

    THEY LIVE – John Carpenter (best scene) – Obey, Marry, Reproduce, Consume
    http://www.youtube.com/watch?v=HlLYQyA47d0

    Die oberste Botschaft „Obey“, „Gehorche“ tauchte jetzt erst wieder als T-Shirt Motiv bei der Rädelsführerin eines Uni Mizzou-Potestes auf (die mit mit Lautsprecher ab 0:14, links).

    In seltsamer, unfreiwilliger Selbstparodie hat diese „Progressive“ sich die „Botschaft des Systems“ zueigen gemacht und scheucht jetzt alle Leute, inklusive der Uni-Leitung rum…

    The Church Of Progressive Ideology
    http://www.youtube.com/watch?v=sH69LqZCLYY
    (das ganze Video ist sehr gut, sehenswert)

    Es ist interessant, dass diese Selbstidentifikation mit dem imaginären Oppressor schon in der Theorie von Foucault selbst angelegt sein soll. Das würde ja zeigen, dass sein Denken im Wesen schon auf die Errichtung von totalitären Gesellschaftsstrukturen abzielte und er nicht lediglich „missverstanden“ wurde.

    Das würde ich erwarten, der Faschismus war in Frankreich vor dem 2.WK extrem weitverbreitet und mächtig und deshalb war der Widerstand gegenüber Nazideutschland auch so unerheblich und man konnte sich prima mit Vichy identifizieren, hauptsache das verhasste demokratische System war weg. Als der Krieg vorbei war, dachte man dann den nächsten Totalitarismus herbei, mit dem ganzen „postmodernen“ Denken, dem „Existenzialismus“ (Satre / Beauvoir)…

      • Ich glaube ja gerne, dass er keine ausdrücklichen Aufforderungen vorlegte. Aber solche sind häufig implizit durch die Denkweise selbst vorgegeben.

        In der Vorstellung, dass die Welt ein rein menschliches Konstrukt sei, ohne äussere Beschränktheit, liegt ja schon die Aufforderung, sie nach Gusto zu formen…

  6. Ein schönes Beispiel dafür, wie eng der Feminismus mit linken Denkstrukturen verwoben ist – was ja auch kein Wunder ist, denn die politische Linke ist die Haupttriebkraft des Feminismus. Auch Sozialisten/Kommunisten haben fortwährend betont, dass Ggenerschaft oder Desinteresse am Sozialismus/Kommunismus mit gesellschaftlicher Propaganda und falschen Bedürfnissen zu tun hat.

    Interessant an obiger Ansicht ist, dass es eine reine Interpretation ist, die nicht falsifizierbar ist. Warum fragt sich die Dame nicht einmal, warum ausgerechnet sie es geschafft hat, den mächtigen Denkstrukturen des Patriarchats zu entkommen, denen alle Frauen ausgesetzt sind?

        • Eigentlich klar.

          „Warum fragt sich die Dame nicht einmal, warum ausgerechnet sie es geschafft hat, den mächtigen Denkstrukturen des Patriarchats zu entkommen….“

          Sie hat sich diese vermeintlichen Denkstrukturen angeeignet, um „das System“ „von Innen“ heraus zu bekämpfen, der berühmte „Marsch durch die Institutionen“ kommt hier in den Sinn.

          Bei solchen statements wie….
          „Es folgt der Fluchtversuch: Identifikation mit dem Unterdrücker,, durch ihn leben, Status durch seine Macht und seine Errungenschaften erlangen.“
          …. der eigentlich die vom Patriarchat unterdrückten Frauen meint, kann man mE ziemlich gut erahnen, dass dies die Strategie von ihr selbst ist. Dies würde die allgegenwärtige Projektion der eigenen Vorurteile auf andere erklären, die bei den Feministen so überaus auffällig ist.

          „I’ll join with black despair against my soul
          And to myself become an enemy.“

          http://nfs.sparknotes.com/richardiii/page_116.html

          Kein Wunder, dass die Shakespeare vom Lehrplan haben wollen und statt dessen irgendwelche Literatur von PoCs….

  7. „Ich finde es ja immer wieder faszinierend, wie es der Feminismus zum einen schafft Frauen abzuwerten, die anscheinend dann umfassend Selbsthass haben und sich mit ihrem Unterdrücker identifizieren, und zum anderen sich damit gleichzeitig gegen jede Kritik immunisieren kann“

    Es ist vor allem ein argumentativer Versuch von Frauen, sich selber von jeglicher Mitschuld und Mitverantwortung am derzeitigen sozio-ökonomischen System freizusprechen.

    Sie wollen sich selber nicht mal als nutznießende Mitläuferinnen sehen, sondern stilisieren sich quasi zu Widerstandskämpferinnen, welche durch heldenhaftes Aufbegehren via webseiten-volltexten und Twitter-Tweeds gegen das System sind.

    …und dann ruft die Freundin an, sie klappen das MacBook zu und gehen auf Shopping-Tour…Papa zahlt…Sexismus kann ja sooo schön sein 🙂

    • @PM
      „Sie wollen sich selber nicht mal als nutznießende Mitläuferinnen sehen, sondern stilisieren sich quasi zu Widerstandskämpferinnen, welche durch heldenhaftes Aufbegehren via webseiten-volltexten und Twitter-Tweeds gegen das System sind.“

      Dabei sind sie aber zum „System“ geworden und man kommt nicht umhin zu denken, dass das System ihnen allerherzlichst den Weg dazu geebnet hat.

      Neulich habe ich mir extra nochmal den Aufsatz von der „Kulturindustrie“ vorgenommen, aus Horkheimer/ Adornos „Dialektik der Aufklärung“ und war doch erstaunt, wie gut der Vorwurf der alles manipulierenden Trivialkultur weniger auf die damalige Zeit zu passen scheint, sondern vielmehr auf die Zustände heute, in der Feminismus Kontrolle über die Filmindustrie, Computerspielindustrie und ähnliches erlangen will.

      • Alex,

        „Dabei sind sie aber zum “System” geworden und man kommt nicht umhin zu denken, dass das System ihnen allerherzlichst den Weg dazu geebnet hat.“

        So sie denn in ihrem Wirken nützlich für das System sind, ist das ja auch sehr sinnvoll, oder nicht?

        „…Horkheimer/ Adornos “Dialektik der Aufklärung” und war doch erstaunt, wie gut der Vorwurf der alles manipulierenden Trivialkultur weniger auf die damalige Zeit zu passen scheint,…“

        Hmm, ging es da nicht eher darum, dass durch die Kommerzialisierung der Kultur und der damit zwangsläufig einhergehenden Trivialisierung (=kleinster gemeinsamer Nenner für den Massenmarkt) der eigentliche Wesenskern der Kultur, das Erschaffen von Neuem, verlorengeht?

        • @PM
          „So sie denn in ihrem Wirken nützlich für das System sind, ist das ja auch sehr sinnvoll, oder nicht?“

          Man wundert sich nur darüber, dass „das System“ soetwas gebrauchen kann.

          „Hmm, ging es da nicht eher darum, dass durch die Kommerzialisierung der Kultur und der damit zwangsläufig einhergehenden Trivialisierung (=kleinster gemeinsamer Nenner für den Massenmarkt) der eigentliche Wesenskern der Kultur, das Erschaffen von Neuem, verlorengeht?“

          Ja, diese elitäre Grundauffassung ist der Tenor des Stücks. Was die Autoren hier aber eigentlich verteidigen, bleibt im Verborgenen. „Das Erschaffen von Neuem“ habe ich als angebliche Aufgabe von „Kultur“ nicht in Erinnerung.
          Der ganze Text ist ohnehin nur eine unbestimmte Beschwörung als eine Analyse der Realität. Vom Stil her erinnert er fatal an rechte und rechtsextreme schöngeistige Schwurbeleien.

          Diese „Massenkultur“, die als negatives Bild von Manipulation und Fremdbestimmung geradezu magisch heraufbeschworen wird: eine gleichgeschaltete, völlig künstlich geschaffene Scheinwelt, das steht im Zentrum von Horkheimers und Adornos Text.

        • „Man wundert sich nur darüber, dass “das System” soetwas gebrauchen kann.“

          In der Not frisst der Teufel Fliegen.

          „Der ganze Text ist ohnehin nur eine unbestimmte Beschwörung als eine Analyse der Realität. Vom Stil her erinnert er fatal an rechte und rechtsextreme schöngeistige Schwurbeleien.“

          Rechtsextrem? Vielleicht ist der Text eher nur von einem strukturkonservativem Standesdünkel durchdrungen, welcher sich über die Ochlokratisierung der Kunst echauffiert.

          Wobei die Kernaussage, wonach Kunst als gezielt für den Profit und mit dem Ziel der Profitmaximierung hergestellte Konsumware zwangsläufig abflachen muss, ja plausibel ist.

          Was aber im Umkehrschluss nicht bedeutet, dass jede unkommerzielle (staatssubventionierte) Kunst einen gesellschaftlichen Fortschritt bringen würde…

        • „Wobei die Kernaussage, wonach Kunst als gezielt für den Profit und mit dem Ziel der Profitmaximierung hergestellte Konsumware zwangsläufig abflachen muss, ja plausibel ist.“

          Ebenso plausiblel wie die These, dass die Würde eines Menschen geringer wird, wenn alle Menschen als wertvoll angesehen werden.

        • @PM
          „In der Not frisst der Teufel Fliegen.“

          Toxische Fliegen, die eigentlich nur ökonomischen Schaden anrichten? Fast eher kommt man auf die Idee, die checken bloss nicht, was los ist. Weil sie Scheuklappen auf haben.

          „Wobei die Kernaussage, wonach Kunst als gezielt für den Profit und mit dem Ziel der Profitmaximierung hergestellte Konsumware zwangsläufig abflachen muss, ja plausibel ist.“

          Als Kunst-Snob, Dandy oder Ästhet kann man sich ja so positionieren, kein Problem. Aber das machen die zu einem gewaltigen Politikum und hetzen den Leser regelrecht auf. Man kann auch gar nicht verstehen, worin die eigentliche Sünde des Profitmachens liegen soll. Adorno und Horkheimer verachten den Konsumenten und was er will und stellen ihn als entmündigten Befehlsempfänger und Untertanen hin.

          Kein Wunder, dass die Erben dieser beiden heute die Konsumenten genau so behandeln und bevormunden wollen!

          Wenn das eines der Schlüsselwerke der 60er „Revolution“ war, dann ging der Schuss aber von Anfang an nach hinten los.

  8. Das ist so ein begnadeter Schwachsinn wie mit den Privilegien auf der männlichen Seite: Man kann es nicht wahrnehmen, bestimmt aber das ganze Leben… Gegen solch eine Logik kommt man nicht an.

    p.s.: Es gab mal einen Feministen, der mal dazu aufforderte, „einfach zu glauben“ dass man(n) privilegiert sei. Leider konnte ich das nicht wiederfinden, hat dazu jemand eine Quelle?

  9. Ts… Und wie viele Frauen wirken bei so etwas wie „Fernsehen für das weibliche Publikum“ mit und reden sich und anderen Frauen selbst ein, wie emotional sie sind, dass eine Frau ohne Klamotten- und Schuhwahn und Make-up-Obsession keine richtige Frau ist? Oder, wie viele vergewissern sich dessen privat und erzählen sich das gegenseitig?
    Den Wahn reden sie sich mitterweile sehr gut selbst ein, verfolgen die Sache, seit dem sie in der Pubertät sind, und lassen sich dessen nicht beirren, dass das so zu sein hat.

  10. Geschichten, die der Alltag so schreibt:

    Junge Frau macht Ende 70er Jahre eine Ausbildung in Sachen Kinderbetreuung, arbeitet kurz in diesem Beruf, heiratet, bekommt Kinder – und die Ehe geht in die Brüche, als die Kinder halbwüchsig sind. Die mittlerweile nicht mehr so junge Frau schafft den beruflichen Wiedereinstieg in die professionelle Kinderbetreuung. Aufgrund Teilzeit-Job und fehlendem Unterhalt wegen Invalidität des Ex-Mannes das alles in prekären finanziellen Verhältnissen. So weit, so schlecht.

    Jahre später. Wir schreiben das Jahr 2013. Die Tochter dieser Frau hat mittlerweile die Schule abgeschlossen und die Berufswahl steht an. Tochter fragt ihre Mutter um Rat: „Mami, ich bin unentschlossen; was soll ich für eine Lehre soll ich machen?“

    Mutter antwortet im Brustton der Überzeugung:

    „Tochter, du darfst alles machen, worauf die Lust hast!“

    „Ach ja, dann mach ich eine Ausbildung in der Betreuung, die dauert nur zwei Jahre und mit Menschen wollt ich ja schon immer arbeiten!“

    Kardamom fragt irgendwann die Mutter:

    „Sag mal, bist du mit deiner Tochter die finanziellen Perspektiven ihrer Berufswahl durchgegangen? Hast du sie nach ihren Ansprüchen an ihren Lebensstandard in 10 Jahren gefragt? Habt ihr mal gemeinsam ein Monatsbudget durchgerechnet anhand den aktuellen Verdienstmöglichkeiten einerseits und den Lebenshaltungskosten in eurer Stadt andererseits?“

    Mutter daraufhin: „Nö. Wieso?“

    • >>“Tochter, du darfst alles machen, worauf die Lust hast!”

      Ja das ist auch so ein Ding. Irgendjemand wird mich schon jemand finanzieren.

      Ständig ist von Pay-Gap die Rede, von der Aufwertung sog. Frauenberufe, von der Diskirminierung der Frau.

      Das wesentlichste wird gar nicht betrachtet und ist in der Öffentlichkeit weitestgehend unbekannt:

      50 Prozent des weiblichen Arbeitskräftereservoir arbeiten in zehn (von 500) Berufen! 50 Prozent aller erwerbstätigen Frauen (Dazu kommt ja nochmal die im Vergleich zu Männern größere stille Reserve) arbeiten in 6 von 52 Berufsgruppen.

      Diese horrende und singuläre Disproportionalität wird überhaupt nicht adressiert. Und das hat doch natürlich Auswirkungen auf den Lohn. Warum sollte ein Unternehmen in der (74 Prozent Frauenanteil) Pflegebranche z.B. die Löhne erhöhen, wenn es problemlos auf eine Stellenausschreibung 100 Bewerbungen von Frauen bekommt, die den Job auch für 10 Prozent weniger als die Vorgängerin machen würden?

      Und das wichtigste: Der soziale Bereich heißt Staat. Das mag zwar irgendwie Sicherheit suggerieren, aber von dieser Sicherheit würde ich mich auch nicht trügen lassen. Zukünftig wird es mehr Stellen in diesem Bereich geben, aber GENAU DAS wird auch zu einem geringeren Lohnanstieg führen. Der Staat produziert damit keinen Gewinn, das sind Ausgaben. In der Neoklassik stellt ein Unternehmen so lange Personal ein, wie das zusätzliche Personal den Gewinn steigert. Diese Logik gilt im staatlichen Bereich nicht, wenn kein Geld mehr da ist, wird halt auch keiner mehr eingestellt. Warum sollten hier also die Löhne steigen?

      Ich sehe das, bei allen Haushaltsrisiken der Zukunft (Ausgaben Rente+Gesundheit) als überhaupt nicht gegeben an. Es wird sich nichts ändern, der Arbeitsplatz ist zwar gesichert, aber für 2.5 brutto im Monat…klasse! Keine Schuhe für die Ladies…

      Männer hingegen sind in ihrer Berufswahl viel stärker am monetären als an ihren Neigungen interessiert. Das führt dann zu solchen Befunden:

      http://www.zeit.de/2015/45/elektrotechnik-studium-abbruch-quote

      >>“Die wenigen Frauen, die ein ingenieurwissenschaftliches Fach studieren, haben es sehr bewusst gewählt. Sie wissen, worauf sie sich einlassen, haben eine hohe Technikorientierung und eine technische Sozialisation. Das heißt, sie kommen nicht besser durch, weil sie Frauen sind, sondern weil sie sich damit auseinandergesetzt haben. Generell wäre es aber natürlich schön, wenn sich mehr Frauen für das Studium entscheiden würden.“

      Die wenigen Frauen die da sind machen E-Technik, weil sie Technik begeistert. Frauen die E-technik machen, weil sie vor allem den Einkommenskorridor schätzen und es probieren, Fehlanzeige. Und in ihrer Blindheit werten Frauen die höhere Abbrecherquote bei Männern im Vergleich zu Frauen noch als eine Art Triumph. Dabei ist das genau der Beleg für die fatale Indifferenz von Frauen beim Einkommen. Beleg für ihren internalisierten Sexismus. Beleg dafür, dass sich andere (Männer) um sie kümmern müssen. Dass Frau frei wählen darf.

      Und Feminismus verklärt in völliger Unkenntnis von Marktgesetzen das ganze als Unterdrückung. Frauen wäre viel mehr geholfen, würde man ihnen reinen Wein einschenken….aber wie bequem ist doch der Opfer-Status…

      • 50 Prozent des weiblichen Arbeitskräftereservoir arbeiten in zehn (von 500) Berufen!

        Nebst der gesellschaftlichen Dimension hat mich die private, persönliche Seite dieser Familiendiskussion entsetzt.

        Die Mutter hatte bitter am eigenen Leib erfahren, wie sie in dieser Prekariats-Falle gefangen war und immer noch gefangen ist.

        Und die Tochter hatte ebenfalls unter dieser Prekariats-Falle gelitten. Ab Monatsmitte gab’s oft nur Nudeln oder Reis ohne Beilagen zu essen. Richtiger Urlaub lag nie drin. Klassenfahrten am Munde abgespart. Immer wieder auf Unterstützung von Onkel und Tante angewiesen…

        Und die Familie stammt nicht aus der „bildungsfernen“ Schicht…

        Aber da, wo es drauf ankommt, Weichen zu stellen und da wo solche Weichen auch vorhanden sind, dort passiert nichts.

        Ist das nun „Ignoranz“; ist das nun „verinnerlichter Sexismus“? Ich verstehe es nicht.

        Oder ist das „verinnerlichter Prinzessinnen-Status“: Werden zu dürfen, worauf man Lust hat? Ohne Rücksicht auf die eigenen Verluste…

        Und es ist die Mutter, die „biologische und soziale Frau“, die durchaus aufgeklärte und gesellschaftliche interessierte Frau, die selbst benachteiligte Mutter, die ihre Tochter noch nicht mal ansatzweise zur Reflektion auffordert…

        • @kardamon
          „Ist das nun “Ignoranz”; ist das nun “verinnerlichter Sexismus”? Ich verstehe es nicht.“

          Wie wäre es mit „ideologisch hirngewaschen“?

          Hört sich ja auch vollkommen überzeugend an, erst mal: „Mach, was du willst….“

          Das aber ist gar nicht gemeint, wenn von „Selbstverwirklichung“ die Rede ist, was vor allem ein bildungsbürgerliches Missverständnis zu sein scheint. Habe ich auch allzuhäufig „live“ erlebt.

          Es wäre nichts Schlimmes dabei, wenn es reflektiert geschehen würde.

        • Wie wäre es mit “ideologisch hirngewaschen”?

          Aber welche Ideologie wäre das dann?

          Die „Ideologie der Beliebigkeit“, die dann die Folge hat, dass sämtliche unangenehmen Konsequenzen aus dem eigenen Handeln dem „bösen Patriarchat“ zugeschrieben werden?
          Und ist es so, dass die jungen Frauen mehr Freiheit zur „Beliebigkeit“ haben als die jungen Männer?

          Feminismus der dritten Welle als Folge der 68er-„Beliebigkeit“? Früher konnte man noch alles dem Satan zuschieben, heute braucht es einen Satans-Ersatz?

        • @kardamon
          „Aber welche Ideologie wäre das dann?“

          Das muss überhaupt nicht Feminismus sein.

          Die „Selbstverwirklichung“ ist ein zentrales Ideologem der politischen Linken gewesen. Da schwang mit, dass man aber besser nichts tut, was dem „Kapitalismus“ dienen würde und so die eigene „Selbstausbeutung“ oder Ausbeutung anderer bedeuten würde. Im Sozial- und Gewerkschaftsmillieu ist diese Haltung auch verbreitet.

          Dein Fall, bzw die Details, lassen nicht auf mehr schliessen…

      • @tear
        „Und Feminismus verklärt in völliger Unkenntnis von Marktgesetzen das ganze als Unterdrückung.“

        Weil Kapitalismus für die nur ein System der „patriarchalen Unterdrückung“ sein kann…

      • @Teardown

        „Warum sollte ein Unternehmen in der (74 Prozent Frauenanteil) Pflegebranche z.B. die Löhne erhöhen, wenn es problemlos auf eine Stellenausschreibung 100 Bewerbungen von Frauen bekommt, die den Job auch für 10 Prozent weniger als die Vorgängerin machen würden?“

        Ich weiß gar nicht woher immer wieder dieser irrige Glaube kommt, es gebe in der Pflege keine Probleme, eine freie Stelle zu besetzen. Habt Ihr alle noch nie das Wort ‚Pflegenotstand‘ gehört?

        In dem Haus, in dem ich arbeite, gibt es seit Monaten eine Stellenausschreibung für eine Stelle als Pflegefachkraft. Großstadt, Tariflohn entsprechend dem Öffentlichen Dienst, gute Verkehrsanbindung, schönes Haus mit modernem Pflegekonzept, gute Arbeitsatmosphäre, etc. pp.
        Hin und wieder trudelt mal eine Bewerbung ein. Fast alle führen zu einer Einladung zum Vorstellungsgespräch, ab und zu kommt auch mal jemand hin, selten führt dies dazu, daß die entsprechende Person zum Hospitieren (Probearbeiten) eingeladen wird, die meisten erweisen sich schon beim Vorstellungsgespräch als ungeeignet; von den 2 Leuten, die die Hospitation bisher überhaupt antraten war eine Bewerberin absolut nicht belastbar, während die andere einen guten Eindruck machte aber leider dann eine andere Stelle annahm.
        Momentan warten wir darauf, daß unsere Auszubildende, die aktuell im Oberkurs ist, ihr Examen macht und die Stelle besetzt. In 9 Monaten. Die letzten 3 Neuanstellungen bei uns waren 2 Eigengewächse und ein Kumpel von mir.

        Das mag Dir anekdotisch erscheinen, abgesehen von Ostdeutschland und einzelnen Regionen im Westen ist das aber die bundesweite Realität. Google einfach mal ‚Pflegenotstand‘.

        Übrigens werden auch vielfach Leute aus dem Ausland gezielt angeworben, vor 30, 40 Jahren aus Korea und den Philippinen, vor 20 Jahren aus Polen, den ehemals sowjetischen und den ehemals jugoslawischen Staaten, dann Ungarn, Rumänien, Bulgarien und eigentlich ganz Osteuropa, heutzutage Portugal und Spanien. Bringt aber alles nichts, es können einfach nicht alle Stellen besetzt werden, zumal die Lage in den anderen Staaten ja auch nicht besser ist. Und weil viele nach wenigen Jahren den Kram hinschmeißen und lieber Ägyptologie studieren, putzen gehen oder zurück in die Heimat oder in die USA, in die Schweiz, die Niederlande oder nach GB ziehen.

        Daß die Löhne in der Pflege nicht erhöht werden hat zuallererst einmal den ganz praktischen Grund, daß sowohl in der Alten- als auch der Krankenpflege jeweils ca. 1 Million Menschen Arbeiten. Gib diesen 2 Millionen Menschen mal 10 Euro extra und multiplizier das mit 12 Monaten. Dann mach dasselbe mit 100 Euro, und dann vielleicht noch mit 1000 Euro, wo es gerade anfängt, die Leistungen des Personals widerzuspiegeln. Yeah, wir haben gerade 24 Milliarden Euro extra ausgegeben. Im Jahr! Und eine Pflegefachkraft mit langjähriger Berufserfahrung in Vollzeit erhält mit diversen Zuschlägen einschließlich Nachtdienst- und Wochenendzuschlägen noch nicht einmal 4000 Euro Brutto, also fast genau das, was derzeit, also noch vor der Lohnerhöhung um 1000 Euro, als Durchschnittsgehalt gilt (ca. 41.000/Jahr).

        Ab 2017 werden neue Pflegestufen (dann Pflegegrade) eingeführt, die bei der Berechnung des Pflegbedarfs endlich auch dementielle Veränderungen berücksichtigen, man rechnet für 2017 mit Extrakosten von 4,8 Milliarden Euro, danach mit 2,4 Milliarden pro Jahr. Meines Wissens besteht bei den Pflegekassen die Überlegung, die Beiträge um 0,5 % zu erhöhen. Nur mal so zum Vergleich.

        Im übrigen sind deutsche Arbeitgeber ja ohnehin nicht für ihre Freigebigkeit bekannt, ein großer Teil der Arbeiter und Angestellten verdient heute bezogen auf die Kaufkraft und die Produktivität nicht mehr, teilweise sogar weniger, als zum Jahrtausendwechsel, das sollte man auch nicht vergessen.

        Dann gibt es sicherlich noch andere Aspekte zu berücksichtigen (ein Großteil der Pflegekräfte darf schon allein als kirchliche Angestellte nicht streiken, viele Leute in der Pflege meinen sich und ihrer Umwelt was beweisen zu müssen, moralische Dilemmata, etc.), aber mein Post ist schon jetzt viel zu lang.

        tl;dr:

        Es gibt in der Pflege keine 100 Bewerber auf eine Stelle. Gab es nie, wird es nie geben.

        • @blastmaster

          >>“Das mag Dir anekdotisch erscheinen, abgesehen von Ostdeutschland und einzelnen Regionen im Westen ist das aber die bundesweite Realität. Google einfach mal ‘Pflegenotstand’.“

          Ja der Pflegenotstand. Wohin man schaut seit fast 50 Jahren Notstand in der Branche. Und? Was tut sich? Eben. Nüschte. Notstand?

          >>“Übrigens werden auch vielfach Leute aus dem Ausland gezielt angeworben, vor 30, 40 Jahren aus Korea und den Philippinen, vor 20 Jahren aus Polen, den ehemals sowjetischen und den ehemals jugoslawischen Staaten, dann Ungarn, Rumänien, Bulgarien und eigentlich ganz Osteuropa, heutzutage Portugal und Spanien.“

          Alles Kräfte die wahrscheinlich hier fürstlich verdienen werden…

          >>“Und weil viele nach wenigen Jahren den Kram hinschmeißen“

          Japp. Ein weiteres: Die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet Teilzeit. Es gibt keinen Pflegenotstand -> Es gibt einen Arbeitsnotstand. Man könnte substanziell Pflege verbessern, wenn die Leute Vollzeit arbeiten würden. Aber das wollen ja die Gewerkschaften nicht. Die wollen die „Aufwertung“ der weiblich dominierten Branchen. Vollzeitlohn zu Teilzeitzeiten und wer solls bezahlen? Vati Staat -> Sprich vor allem die Männer.

          So durchschaubar…

          >>“ Yeah, wir haben gerade 24 Milliarden Euro extra ausgegeben.“

          Ebend. Eine Pflegekraft ist kein Investment, sondern ein Cost Center. Und während BA-Mitarbeiter und Medien im Stile von Matrosenanwerbern im 16 Jahrhundert junge Leute für die Altersarmut anwerben (Vor allem Jungen -> Boysdays), wollen Gewerkschaften die „Aufwertung (weil Frau)“, statt von Frauen zu fordern (TZ runter!). Wer soll das denn alles bezahlen?

          Das ist genau der Mechanismus den ich beschrieb: Der Arbeitsplatz in der Pflege ist zwar einigermaßen sicher, verdienen tust du aber nüschte.

          Und Feministinnen werden noch in 100 Jahren vom PayGap berichten können…

          >>“Im übrigen sind deutsche Arbeitgeber ja ohnehin nicht für ihre Freigebigkeit bekannt, ein großer Teil der Arbeiter und Angestellten verdient heute bezogen auf die Kaufkraft und die Produktivität nicht mehr, teilweise sogar weniger, als zum Jahrtausendwechsel, das sollte man auch nicht vergessen.“

          Ja. Überall krisenhafte Entwicklungen und Notstände. Fachkräftemangel wohin man schaut. Die Neoklassik würde am dt. Arbeitsmarkt verzweifeln. Überall eine hohe Arbeitsnachfrage und trotzdem steigt nicht der Preis der Arbeit (Lohn).

          >>“Es gibt in der Pflege keine 100 Bewerber auf eine Stelle. Gab es nie, wird es nie geben.“

          Na gut. Einigen wir uns darauf das aufgrund anderer Faktoren das Gehalt in der Pflege nie ausreichen wird, um eine Familie bei mittlerem Lebensstandard zu finanzieren. Trotz Mangel und Bedarf…

          Arme Mädels, glückliche Feministinnen (Pay-Gap)! 😦

        • @blastmeister

          Ein sehr interessanter post, der eine sehr realistische Einschätzungen rüber bringt, vielen Dank.

          Dürfte ich nach deiner (meintwegen rein persönlichen) Ansicht fragen, warum dieser „Notstand“ existiert?
          Warum kommen nicht mehr Leute zB zu Euch, die sich bewerben? Sind zu wenige nicht richtig qualifiziert oder wollen die Leute keinen Job, weil alle schon denken, das ist nicht angemessen bezahlt oder was sind die Gründe….

        • Nein. Ich hab mal von HartzIV gelebt und das ging, dank meiner bescheidenen Lebensführung, recht gut. Ich möchte nicht in einem Beruf arbeiten der körperlich und seelisch belastend ist, und in dem ich von Leid, Krankheit und Tod umgeben bin.

        • so gesehen kann ich deinen Standpunkt natürlich total nachvollziehen. „Leid, Krankheit und Tod“ sind aber nicht so horrorhaft wie du dir vorstellst, sondern (leider) die Realität unserer Existenz.

  11. Das Problem ist halt, dass der Feminismus die Biologie für sich abgeschafft und als ungültig erklärt hat. Dementsprechend müssen halt für Dinge, die biologisch zu begründen sind neue Erklärungsansätze her. Und so entstehen dann solche Begriffe.

  12. Wenn Menschen miteinander zusammenleben, entwickeln sie automatisch ein System des Miteinanders. Dieses ist üblicherweise so gut, dass die meisten darin gut zurechtkommen. Dennoch heisst dies keineswegs, dass es sich um das beste denkbare System handelt oder dass alle damit zufrieden sind. Dies zeigen etwa die zahlreichen unterschiedlichen Gesellschaftssysteme in Vergangenheit und Gegenwart.

    Wenn jemand feststellt, dass ein System unperfekt ist und Veränderungen vorschlägt, ist das also wenig verwunderlich. Wenn dieser jemand feststellt, mit seiner Ansicht nicht die gewünschten Änderungen zu erzielen und in der Minderheit zu sein, ist das oft ebensowenig verwunderlich.

    Da dies nicht automatisch bedeutet, dass man im Unrecht ist, bleibt neben dem einem Hinterfragen der eigenen Ansichten oft nur der naheliegende Schluss, dass alle mit anderer Ansicht Idioten oder zumindest zu phlegmatisch sind. Ein Gefühl von Resignation und Ohnmacht, dass man je nach persönlicher Ansicht in anderen gesellschaftlichen Themen zumeist auch selbst nachvollziehen kann.

    Insofern kann man den feministischen Vordenkern (ungegendert!) in jedem Fall zugute halten, dass sie sich immerhin mit dem System und seiner Veränderung beschäftigen. Ob die Wahl Ihrer Argumente oder sonstiger Ausdrucksmittel geeignet ist, die gewünschte Änderung herbeizuführen, liegt dabei natürlich im Auge des Betrachters.

    • „Dennoch heisst dies keineswegs, dass es sich um das beste denkbare System handelt oder dass alle damit zufrieden sind.“

      Ohne Prämisse lässt sich „das beste“ gar nicht definieren. Und „alle zufrieden“ ist per se ein völlig unmögliches Ziel.

      „…geeignet ist, die gewünschte Änderung herbeizuführen…“

      Welche Änderung eigentlich? Das bleibt ja bei den Feministas ziemlich im nebulösen und wird höchstens in fragmentarischer Form – im Sinne von Optimierungswünschen zugunsten der Frauen des eigenen Milieus, also klassisch lobbyistisch – sichtbar.

      Auch kritische Systemanalyse geht ja bei Feministas höchstens bis zu dem Punkt, an dem argumentativ eine pauschale Schuldzuweisung nach extern erfolgen kann (das Patriarchat oder die Männer oder der Mann oder – noch abstrakter – die Gesellschaft…etc.)

      Aber ich halte den feministischen Vordenkern zugute, dass sie einen hohen Unterhaltungswert haben. Ist doch auch was, oder?

      • „Ohne Prämisse lässt sich “das beste” gar nicht definieren. Und “alle zufrieden” ist per se ein völlig unmögliches Ziel.“

        Naja eben, die Prämisse ist letztlich für jeden anders, darum werden nie alle jemals wirklich zufrieden sein.

        „Das bleibt ja bei den Feministas ziemlich im nebulösen und wird höchstens in fragmentarischer Form … sichtbar.“

        Würd ich so gar nicht sagen, Ideen gibt es viele, das nebulöse kommt vielleicht eher durch die vielen unterschiedlichen Beteiligten. Aber letztlich sind auch viele konsistentere und besser durchdachte Verbesserungsideen gescheitert, weil die Masse ihr Glück nicht erkennen wollte … oder auch weil eine gutdurchdachte Idee sich am Ende als doch gar nicht so gut herausgestellt hat, wie ihr Erdenker geglaubt hat.

        „Auch kritische Systemanalyse geht ja bei Feministas höchstens bis zu dem Punkt, an dem argumentativ eine pauschale Schuldzuweisung nach extern erfolgen kann …“

        Nein, an dem Punkt ist die Analyse eigentlich abgeschlossen und die Idee entwickelt und gescheitert. An dem Punkt der Schuldzuweisung geht es darum, eine Erklärung für das Versagen des Änderungswunsches zu finden und eventuell ein bisschen seinem Unmut freien Lauf zu lassen. Und im Sinne von „lobbyistisch“ lässt sich ja zudem auch durch das Festhalten an den Ideen vielleicht trotzdem noch das eine oder andere herausholen.

        „Aber ich halte den feministischen Vordenkern zugute, dass sie einen hohen Unterhaltungswert haben.“

        Die tatsächlichen Vordenker kann ich leider nicht beurteilen, da ich sie zugegeben nicht gut genug kenne. Aber bei vielen der heutigen Nachfolger ist mir manchmal eher zum Weinen zu Mute – aber Tragikomödien sind ja auch eine Form der Unterhaltung.

  13. Sehr geehrte Herren!

    Mein Ausflug auf diesen Blog war für mich ein Erfahrung besonderer Art. Man lernt immer wieder dazu! Mein Kommentar bezog sich auf die Artikel „Verinnerlichter Sexismus“, in dem es heißt:

    ,…“ beispielsweise “Frauen sind zu emotional um Führungspositionen zu übernehmen”. Verinnerlichter Sexismus ist es, diese Stereotypen und Fehlinformationen zu glauben und zu übernehmen…“
    Ich hatte nun überlegt, wie Frauen, wenn man also die Gefahr des „verinnerlichten Sexismus“ in unserer Gesellschaft annimmt, reagieren. Dazu schrieb ich:

    „Was außerdem aus dem Artikel nicht hervorgeht ist, wie den die Frau idealerweise auf die Gefahr des “verinnerlichten Sexismus” reagieren sollte, ohne ihre Individualität als Frau aufzugeben. Sie hat von Natur aus nicht diesen Machthunger der Männer, kann aber bei der Ausübung von Macht, wenn sie diesen Drang in sich spürt, sehr überlegt und auf eine andere Art als Männer agieren, was eine Gesellschaft, wie man aktuell am Beispiel unserer Kanzlerin sieht, im positiven Sinne vorantreiben kann.“
    Die Formulierung „Machthunger“ war nun vielleicht nicht ganz glücklich gewählt, wobei ich sie aber wirklich nicht negativ gemeint hatte. Überhaupt wollte ich die Männer mit dieser Formulierung sicher nicht angreifen, sondern nur meine Überlegung zum Ausdruck bringen, dass Frauen, wenn sie sich überwunden haben, trotz dieser „verinnerlichten sexistischen Angst“ , diese Macht ergriffen haben, dann auch sehr überlegt handeln, um eben den befürchteten Vorurteilen der Gesellschaft keine Nahrung zu geben. Und dass es schade wäre, wenn sie aus dieser Angst heraus auf die Macht verzichten würde, weil ich denke, dass das Einfließen sowohl männlicher als auch weiblicher Denkstrukturen der Gesellschaft in der richtigen Form einen Gewinn für die Gesellschaft bedeuten können. Wobei es nicht heißt, dass Männer nicht auch weibliche Denkstrukturen innehaben können und umgekehrt. Interessante Artikel zu diesem Thema gibt es zur Genüge. Wie dieses Idealsystem aussehen könnte, habe ich unten nocheinmal zitiert.

    Dazu hatte ich gegen Ende geschrieben „Es geht um eben diese Evolution im geistig-kulturellen Sinn, die bei der Erziehung auf das Aufzeigen der Möglichkeiten und der Stärkung des weiblichen Selbstbewußtseins (wie auch das der Männer) abzielen muß. Auch wenn hier sicherlich noch viel Spielraum nach oben besteht, wird dies in unserem System aktuell progredient versucht, zu verwirklichen. Durch verstärkten Aufbau von Werten wie soziale Kompetenz (Nächstenliebe, Freundlichkeit, integratives Handeln…) und ständige mentale Weiterentwicklung (Freude und Erweiterung der Möglichlkeiten durch neues Wissen) sowie das Zusammenarbeiten sowohl der verschiedenen Geschlechter als auch unterschiedlicher sozialer Gruppen,haben wir die Möglichkeit, eine Gesellschaft zu formen, in der sich jeder seinen individuellen Platz in ihr und zusammen mit ihr, schaffen kann!“

    Wie würde ich mir wünschen, in einem System zu leben, in dem diese Werte noch mehr Bedeutung hätten!

    Hätte ich gewußt, dass damit einen Angriff aus über 20! Kommentaren folgt , in denen mir zum Teil wirklich „die Worte im Mund herum gedreht werden“, hätte ich sicherlich die Finger von diesem Blog gelassen. Wobei ich den Ursprungs-Artikel wirklich interessant fand und gerne darüber diskutiert hätte, ob dieser „verinnerlichte Sexismus“ in der Realität von Bedeutung ist und wie man dem begegnen soll.

    Schade. Wenn meine Wortwahl sie zu Fehlinterpretationen in Bezug auf meine Meinung geführt hat, so habe ich hiermit meine Einstellung, Männer und Frauen als gleichwertige Individuen zu sehen und unterschiedliche Denkstrukturen als Chance zu nehmen erneut kundgetan.

    Oft beende ich Kommunikationen damit, dass ich meinen Gesprächspartnern (was ja in diesem Fall von Ihrer Seite ja wohl eher nicht zutrifft, Sie haben mich ja eher als „Gesprächsgegner“ behandelt) eine schöne Zeit wünsche, weil unsere Lebenszeit kostbar und begrenzt ist. Leider haben Sie Ihren Sonntag mit Angriffen auf meine Person verbracht, was mich persönlich nicht befriedigt hätte.
    Dennoch wünsche ich denen, die sich über diesen Gruß freuen, eine schöne Zeit! Nessy

    I

      • Sorry, aber mit solchen Unverschämtheiten disqualifiziert man sich als ernstzunehmender Diskussionspartner.

        drnessy würde ich, auch wenn sie Ärztin ist, als unerfahren in diesen Themen einstufen. Ich glaube nicht, daß ihr bewußt war, mit einigen Argumenten in jahrealte politische Wespennester zu stechen. Von den argumentativen Empfindlichkeiten einiger Parteien in dieser Debatte kann sie schon gar nichts wissen. Jeder Anfänger hat ein Recht auf eine Lernphase, wo man nicht jeden Argumentationsfehler für Absicht hält, und wo man ihm ggf. zuerst ein paar Hintergründe erklärt.

        • Deine Ermahnungen weiß ich ja sehr zu schätzen. Aber ich will trotzdem zu Protokoll geben, dass meiner Meinung nach eine Diskussion anzufangen und dann abweichende Meinungen als „Shitstorm“ zu bezeichnen, sehr unhöflich ist.

    • @drnessy

      du musst dir hier je nach Thema ein dickes Fell wachsen lassen.
      Manche Schreiber sind von der „Anlage“ her ziemlich radikal und nicht weniger unsachlich als viele der hier bescholtenen Radikalfeministen.
      Besonders, wenn man eine Frau ist, geht es einem dann gerne mal an den Kragen und es gibt keinen Zugang zu rationalem Denken mehr.

      In diesem Fall zum Beispiel wird ignoriert, dass weite Teile der Artikel und Kommentare sich eben um solche Themen drehen, wer in der Beziehung das Sagen haben sollte, wer warum und ob weniger verdient/verdienen sollte, wer eher Zuhause bleiben sollte und, ja, auch, wer besser für Führungsaufgaben geeignet ist. Das sind dann meistens Männer, wegen Testosteron und weil das evolutionär eben so ist usw.
      Nur als Frau darfst du eben (bei manchen Kommentatoren) keine Allgemeinplätze ablassen, das ist dann was ganz anderes bzw Sexismus^^

      Wie gesagt, es ist im Grunde ein Spiegel bestimmter Strömungen des Feminismus, wo ja auch immer alle anderen „Schuld“ sind und alles ein Beweis struktureller Diskriminierung. Wenn du merkst, dass manche Schreiber nicht zur Sachlichkeit fähig sind, würde ich die Kommunikation runterschrauben, aber gleich ganz gehen, ist nicht notwendig. Teile einfach mit, was du mitteilen willst.

      • @atacama
        „Manche Schreiber“

        Wende dich doch bitte konkret an diese und argumentiere mit denen oder nenne oder zitiere sie.

        Unbegründetet Pauschalvorwürfe, die nur die Geschlechteridentität in den Mittelpunkt stellen….

        („wenn man eine Frau ist“, „nicht weniger unsachlich als viele der hier bescholtenen Radikalfeministen“)

        …. sind an dieser Stelle nur unredliche Einwürfe.

        „Das sind dann meistens Männer, wegen Testosteron und weil das evolutionär eben so ist usw.“

        Go ahead und kritisier genau sowas bitteschön.

    • „Und dass es schade wäre, wenn sie aus dieser Angst heraus auf die Macht verzichten würde, weil ich denke, dass das Einfließen sowohl männlicher als auch weiblicher Denkstrukturen der Gesellschaft in der richtigen Form einen Gewinn für die Gesellschaft bedeuten können. Wobei es nicht heißt, dass Männer nicht auch weibliche Denkstrukturen innehaben können und umgekehrt.“

      Entschuldigen Sie, aber genau das ist ja der quatsch, den die kommentatoren hier aufzeigen. Denken, handeln und führen hat einfach kein Geschlecht. Indem Sie differenzieren öffnen Sie ja gerade Tür und Tor für die sexismen die Sie beklagen. Warum gestatten Sie mit diesem mindset es gebe da etwas in der Weiblichkeit von Führungskräften, dass Männer so nicht haben, nicht eine Meinung wie „frauen sind zu emotional um zu führen“? Das ist genau das gleiche was Sie gesagt haben, nur in grün. Es sagt eben, dass Männer Anteile haben, die frauen nicht haben.

      Und noch mals, die leadershipforschung beschäftigt sich seit Mitte der 1970er Jahre mit „Führung und Geschlecht“ aus der Motivation heraus, dass frauen irgendwie besser führen. Das hat sich nicht bestätigt, es gibt keine Unterschiede! Zentral für den Führungserfolg sind Motivation und Delegation. Nicht das geschlecht.

      Und wenn Sie sagen, dass frauen aufgrund von sexismen bedachter führen würden, dann sollten sie erst recht die Aussage „frauen führen schlechter weil emotionaler“ unterstützen. Denn erst durch dieses stereotyp führen frauen besser bzw. Bringen ihre sogennanten „weiblichen denkweisen“ in Hierarchien ein, und ich wiederhole: das ist ihre Aussage. Das ist ihr sexismus.

      • “ Denken, handeln und führen hat einfach kein Geschlecht.“

        Es stellte sich bei einer Anzahl Frauen auch heraus: Sie glichen in ihrem Verhalten stark den Männern, „einschließlich ihrer Schwächen“.

        Dass das mal jemand offiziell sagt! In der Geschlechterdiskussion steht im Subtext meist, dass es mit Frauen in der Wirtschaft irgendwie menschlicher zugehe. Doch welche Überraschung: Frauen sind gar nicht besser als Männer.

        http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/niederlande-enttaeuschende-frauen-13176003.html

        • @matze
          „Es stellte sich bei einer Anzahl Frauen auch heraus: Sie glichen in ihrem Verhalten stark den Männern, „einschließlich ihrer Schwächen“.“

          Warum greifen denn die angeblich für die „Gleichheit der Geschlechter“ kämpfenden so einen Artikel nicht als Beleg dafür auf, sie hätten recht…

          Weil sie an eine ganz andere Art von „Gleichheit“ denken?

        • „Warum greifen denn die angeblich für die “Gleichheit der Geschlechter” kämpfenden so einen Artikel nicht als Beleg dafür auf, sie hätten recht…“

          Gute Frage… vielleicht weil Sie glauben (wollen/müssen) das mit Frauen einfach alles besser wird und die Bevorzugung deshalb gerechtfertigt ist?

        • Warum sollte eine Frau aus gehobenem Hause mit Abschlüssen an Top Wiwi-Universitäten und Sozialisation denn auch ANDERS führen/handeln als gleichsozialisierte und gleichausgebildete Männer?

          Der Wettbewerb bestimmt die Regeln, nicht das Geschlecht. Und es gibt genügend Menschen (Männer wie Frauen) die auf das Mahlwerk der „Karriere“ kein Bock haben. Aber „nur Frauen“ können für sich rekurrieren, durch besondere Förderung die Karriereleiter zu erklimmen, weil ihre geschlechtliche Repräsentanz gerade so „in“ ist. Das ist dann das Petra-Prinzip…

        • @matze
          „vielleicht weil Sie glauben (wollen/müssen) das mit Frauen einfach alles besser wird und die Bevorzugung deshalb gerechtfertigt ist?“

          Das scheint schon Folge einer Idee zu sein, auf die ich eigentlich abzielte.
          Wenn man glaubt, das „mit Frauen einfach alles besser wird“ einfach weil nur es sich um Frauen handelt, muss man doch glauben, dass Frauen an sich irgendwie überlegen und besser *sind*, „von Natur aus“ oder „spirituell“ oder von ihrer „Wesenheit“ (essentialistischer Begriff) her begründet.

          Wenn man diese (sehr weit verbreitete) Idee als Grundannahme unterhält, dann wird es klar, dass „Gleichheit“ umgedeutet nur Bevorzugung bedeuten kann, insoweit als dass die angeblich moralisch überlegenen, doch leider praktisch durchsetzungsschwachen (diese Idee wird dann immer mitgedacht!) auf´s Podest gestellt werden müssen. Da muss man nachhelfen, mit dem Instrument der „Gleichstellung“.

          So kommt es dann, dass Gleichstellung praktisch gleichbedeutend gemacht wird mit „Gleichberechtigung“.
          Die „Berechtigung“, die ja nur eine *Möglichkeit* ist, wird vollkomen umgedeutet zu einem *Imperativ*: „das muss man so machen“.

          Zugrundeliegt dem natürlich ein rein kollektivistisches und zudem noch mystisches Denken in Glaubensinhalten.

      • @tear
        „Indem Sie differenzieren öffnen Sie ja gerade Tür und Tor für die sexismen die Sie beklagen.“

        Mit dieser Dialektik arbeitet der Feminismus ständig.

        Denn er kann ja nicht zugeben, dass es ihm lediglich um die Begründung seines obersten Glaubenssatzes, die Höherwertigkeit „der Frau“ bzw „des Weiblichen“ geht.

        Dummerweise ist es zwangsläufig so, dass diese Vorstellungen mit rationalem Denken inkompatibel sind und wenn sie ausgebreitet werden, sehr schnell zu Widersprüchlichkeiten führen, die natürlich in der grundsätzlichen Bigotterie des Feminismus selbst begründet liegen.

        Die Formen, in der der Feminismus ausgedrückt werden kann, können daher auch extrem verschieden sein und völlig unabhängig voneinander und ohne Bezugnahme zu anderen Formen des Ausdrucks (die ja auch ungewünscht wären).
        Daher macht es auch keinen besonderen Sinn, diese Ausdrucksformen strikt ordnen und systematisieren zu wollen.

        • >>“Mit dieser Dialektik arbeitet der Feminismus ständig.“

          Ich finde das nur so frappierend, weil es ganz selbstbewusst von Frauen vorgetragen wird, die sich selbst als besonders progressiv markieren. Einerseits sollen Frauen „weibliche Denkanteile“ aufgrund ihrer „Weiblichkeit“ einbringen können, Denkanteile über die Männer irgendwie so nicht verfügen. Dahe rsind Führungsstrukturen sind besser, wenn sie Frauen abbilden. Gleichzeitig ist die Aussage „Männer sind weniger emotional“, haben also aufgrund ihrer „Männlichkeit“ andere „männliche Denkstrukturen“ dann ist das nicht zulässig, da dies ein Sexismus gegenüber Frauen ist (->“Führen in dem Punkt schlechter, weil ihnen männliche Denkstrukturen fehlen“).

          Einerseits wird Frauen zugestanden etwas leisten zu können, das Männer weniger in Führungspositionen einbringen. Daher braucht man Frauen. Wenn man das aber umdreht und sagt, Männer können etwas leisten, was Frauen weniger in Führungspositionen einbringen, daher braucht man Männer,
          dann ist das sexistisch.

          Orwells Farm mal wieder…Frauen sind doch irgendwie gleicher…

          Und wenn dann mal eine Frau irgendwie nicht so ihre „weiblichen Denkanteile“ einbringt, dann muss das natürlich daran liegen, dass sie viele „männliche“ hat oder das System „männliche Denkanteile“ fördert. Siehe Frau Merkel. Frauen sind halt irgendwie immer besser. Sind sie es nicht, liegt das an Männern bzw. „Männlichkeiten“. Pfff….

        • @tear
          Du hast es hier mit einem zutiefst bigotten Denken zu tun, welches von dem obersten Dogma ausgeht, dass „die Frau“ besser ist. Daher die manichäische Einteilung von *allem* in „männlich“ und „weiblich“. Und wenn etwas „männlich“ definiert wurde, dann kann es nicht gut sein, weil man von dieser dogmatischen Grundhaltung ja schon ausgegangen ist.

          „Und wenn dann mal eine Frau irgendwie nicht so ihre “weiblichen Denkanteile” einbringt, dann muss das natürlich daran liegen, dass sie viele “männliche” hat….“

          Hier sieht man ja, dass es ihnen eher um ein Prinzip geht, um „das Weibliche“. Und Frauen, die nicht in den Kram passen, werden daher als von „der Gesellschaft“, vom „Patriarchat“ oder sowelcher möglichst abstrakten oder unhinterfragbaren Entität gesteuert hingestellt (-> ua durch den Begriff „internalisierter Sexismus“).

    • @drnessy
      „dass das Einfließen sowohl männlicher als auch weiblicher Denkstrukturen der Gesellschaft in der richtigen Form einen Gewinn für die Gesellschaft bedeuten können.“

      Es gibt nur rationale und irrationale „Denkstrukturen“.

      Und denen ist kein Geschlecht zuzuweisen. Sie sind geschlechtlos. Denen ein Geschlecht zuzuweisen ist sexistisch oder gar chauvinistisch. Insbesondere die verbreiteten Vorstellung der angeblich überlegenen weiblichen „emotionalen Empathie“ oder „emotionalen Intelligenz“ und wie diese die Welt „beglücken“ täten.

  14. Zusatz: Es gab bei Spiegel online im Frühjahr eine 12 teilige Serie über erfolgreiche weibliche Führungskräfte. Nicht eine berichtete darüber, dass sie es als frau besonders schwer hatte, da ihr etwas nicht zugetraut wird. Im Gegenteil, die Förderung von männlichen Mentoren war umfassend. Was natürlich stimmt ist, dass besonders gerissenen Männern mit dem Geschlecht der frau eine zusätzliche angriffsoption im hauen und stechen um Posten gegeben ist. Allerdings ist es nunmal auch so, dass eine Führungskraft ihren Führunganspruch immer bestätigen muss. Als Führungskraft ist man allein und das ist häufig für frauen eine ungewohnte Erfahrung. Vielleicht immaginieren daher frauen, dass sie es besonders schwer hätten, das da schlimme sexismen am werk wären. In der Regel funktionieren Männer ja auch in funktional ausdifferenzierten Hierarchien sehr gut und sehen weniger das geschlecht, sondern die macht des Amtes. Eine frau mit der gleichen machtaffinität die nach den gleichen regeln des Wettbewerbs spielt wird i.d.r. keine besonderen Schwierigkeiten haben. Im Gegenteil, frauen sind gerade ziemlich „in“.

    Das ist übrigens stateoftheart in der Führungskräfteforschung. Wenn Sie Interesse an Fragestellungen im leadership haben, ich kann Ihnen noch einige lesetipps aus meinem Studium bereitstellen. Grüße!

    • „Was natürlich stimmt ist, dass besonders gerissenen Männern mit dem Geschlecht der frau eine zusätzliche angriffsoption im hauen und stechen um Posten gegeben ist“

      Zusatz: das gilt natürlich auch für frauen die einen männlichen Konkurrenten statt einem weiblichen angehen. Das Instrumentarium ist breit: beschämung (testosterongeschwängert, brüllaffe oder silberrücken) und Unterstellung (sexuelle Belästigung wie chef schaut mir auf die Brüste oder so spricht Mann nicht mit frauen in debatten). Schauen Sie sich mal an wie akzeptiert diese sexismen eigentlich in der gesellschaft sind. „Boysclubs“ die aufsteigende Frauen belästigen, das ist ein sehr verbreites sexistisches stereotyp gegenüber männlichen Führungskräften in der medialen Wahrnehmung….

      Wie gesagt, das Führungshierarchien beide Geschlechter abbilden müssen, weil Männer unfähig sind sog. „Weibliche denkweisen“ einfließen zu lassen, ist ein bemerkenswert durchsichtiger aber bei uns offen gepflegter sexismus. Die häufig zu vernehmende Kritik Frau Merkel handelt und denkt wie ein Mann, sie hat ein männliches Verhältnis zu macht oder die Strukturen bewirken, dass sie so kühl rational handelt gehören dazu. Nein, frau Merkel ist eine frau und sie handelt als frau. Sie macht nichts, was nicht auch ein mann an ihrer stelle tun könnte. Sie hat ganz einfach das spiel verstanden und wollte dieses auch spielen. Punkt.

      • Übrigens, und dann höre ich auch auf: Die häufige formulierte Kritik, frau merkel würde besonders viele männliche verhaltensweisen internalisiert oder die männlichen Strukturen wirken auf sie ein, das sie so machtbewusst und kühl regiert dienen natürlich vor allem frauen. Eine frau mit ihren „weiblichen denkweisen“ kann gar nicht von sich heraus so handeln, sondern das müssen männliche anteile sein, ist eine sehr bequeme form der weiblichen schuldverlagerung auf Männer. Eine frau die kritik würdig führt kann ja nur aufgrund ihrer männlichen anteile so sein, die frau selbst kann das ja nie. Sexismus at its best.

  15. Glaube, da ist schon etwas dran.
    In der kognitiven Verhaltenstherapie werden ja auch ‚Grundannahmen‘ bearbeitet, die dann zu einem flexibleren Verhaltensreportoire führen sollen. Aber, ob und wie internalisierte Regeln das Verhalten steuern, ist auch in der Psychologie umstritten und eine rein psychologische Erklärung menschlichen denkens und verhaltens, ist eben unzureichend, wie Christian schon schreibt.

    Das eigentliche Problem sehe ich in diesem Vulgärfeminismus der auf Seiten wie Femimismus101 zu finden ist. Da gibt es oft keine Zwischentöne, kein differenziertes Denken, komplexe Probleme werden auf die dümmstmögliche Art angegangen, so, dass das Endergebnis mit der eigenen politischen Stoßrichtung konform geht.

  16. Pingback: Das Selbstbewußtsein bei Kindern fördern | Alles Evolution

  17. “Es besteht aber die Möglichkeit, dass dieser weibliche Einfluß die Gesellschaft voranbringt.”

    Das impliziert, das es bisher keinen oder zu geringen weiblichen Einfluss gab.
    Das ist falsch. Frauen sind keine passiven Opfer sondern sehr wohl sehr bewusst handelnde Subjekte in der Gesellschaft, und das seit zehntausenden von Jahren. weibliches und männliches Rollenverhalten beeinflussen sich gegenseitig. Wesentlich dabei für die Gestaltung der Gesellschaft ist dabei das geschlechtsbezogene Verhalten wie Balz, Partnerwahl etc.
    Wobei meine These ist, dass das weibliche Verhalten dabei einen größeren Einfluss auf die Gesellschaft hat, als das männliche, weil Frauen mehr auf das Verhalten der Männer in der Gruppe und in der äußern Umwelt selektieren, Männer mehr auf äußerliche Attraktivität der Frauen, das alles im Mittel natürlich und nur als ein, aber wesentliches Beispiel.

    Wenn diese These stimmt, und ich gehe davon aus, auch aus Lebenserfahrung, dann ist die Welt, wie wir sie heute vorfinden, genau die, die der weibliche Einfluss hervorbringt.

    Es gibt eigentlich nur eine Institution, die beharrlich gegen die Grundübel der menschlichen Gesellschaft schon immer versucht anzukämpfen, auch wenn sie ihnen allzu oft selbst erliegt. Diese Institution wird von einem zölibatären Mann geleitet und beruft sich auf den Entwurf einer besseren Gesellschaft, der von einem Mann gepredigt wurde.
    Was kein Wunder ist. Frauen können von ihrem Wesen her nichts anfangen mit Brüderlichkeit, Bescheidenheit, Nächstenliebe usw.
    Ihr Metier ist der Kampf. Der Kampf der Männer um sie, um die besten Resourcen für sie.
    Abweichende Verhaltensmuster sind zu selten bzw. entfalten zu wenig gesellschaftliche Wirkung, um diese zu beeinflussen.

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