SinansWoche: Der Fall Rammstein | Till Lindemann ist unschuldig

„Nein heißt nein“ und gemischte Signale wie deutliche Anzeichen von Erregung in Verbindung mit dem Nein

Noch einmal zum alten Thema „Nein heißt Nein“: Hier eine Frage aus Reddit:

Is this a red flag in sex

So I’m dating this guy and it was our second date and i went to his place At first we were dancing but we started kissing and we went to his bed . We were kissing and took each other’s clothes off but I indicated that I want to stay like this and make out and I don’t want it to escalate from this and I don’t want to have sex . And he said ok i had my underwear on And we were making out he was touching my boobs and i was ok with it , but he started sucking on it and it is a really sensitive area for me and it makes me really horny so i told him to stop . He realized that I’m sensitive so he kept doing that to tease me . He only stopped when i told him you are making me uncomfortable and he stopped and apologized. We started kissing again and he asked are you more comfortable now? I said yes and he started doing that again. He said you can feel safe at me. And after some time i went home because he had a meeting, do you think I should keep dating him ? I have an experience of sexual assault so it’s hard for me to date and not feeling uncomfortable during sex . But i want to give it a chance after years of being alone…

update, let me correct my phrasing about undressing: I misspoke when I said „took each other’s clothes off.“ this is actually what happened. I initially said no when he tried to take off my clothes he was saying ok but the he tried it again and again he kissed my stomach and he gradually took it further and finally took off my top every time i said no he backed off but tried many times more after some time.

Keine ungewöhnliche Szene und ich finde, dass er es nicht schlecht gelöst hat. Erst tanzen, dann küssen, dann geht es zum Bett. Sie ziehen sich aus. und machen etwas rum. Sie sagt, dass sie die Unterwäsche anbehalten will und keinen Sex will und er stimmt zu. Er wird schließlich intimer indem er ihren Busen berührt. Damit hat sie keine Probleme und ist sogar ersichtlich erregt. Sie sagt er soll aufhören, er macht erst einmal – wohl auf eine spasshafte Weise – weiter weil er merkt, dass sie es erregend findet. Sie sagt, dass sie sich unwohl fühlt, also hört er auf und gibt ihr etwas Zeit. Als sie sich wieder sicher fühlt saugt er noch einmal an ihren Brüsten und irgendwann geht sie dann nach Hause.

Sie fragt jetzt, ob sie ihn weiter daten soll und gibt an, dass sie Erfahrungen mit sexuellen Mißbrauch hat (was er aber wohl nicht weiß?)

Ich hatte in einer lange zurückliegenden Diskussion mit Patrick zum Thema „Nein heißt nein“ einmal das folgende geschildert:

Auch beim Sex selbst war es nichts anderes. Frauen sagten, dass sie beim ersten Date nie mit einem Mann schlafen würden. Brachten alle möglichen Neins. Und dann, wenn man immer neue Versuche an dem Abend machte – als hätten sie jetzt genug deutlich gemacht, dass sie ja anständige Mädchen waren – hatte man wunderbaren Sex.

Frauen, die die ganze Zeit erzählten, dass man nicht einfach so Sex haben sollte, es wäre nicht richtig. Und ich habe ihnen die meiste Zeit über zugestimmt und auch gesagt, dass ich es nicht gut finde, aber DAS würde sich richtig gut anfühlen.

Ich hatte eine Frau, die etwas Angst vor Sex hatte und bei der es etwa 20 Versuche, immer mit kurzen Pausen brauchte, die sie alle abwehrte und die ich immer wieder neu, allerdings recht vorsichtig aufgenommen hatte, die mir hinterher sagte, dass sie gerade dadurch, dass sie wusste, dass ich ruhig darauf reagiere und wieder anfange, obwohl sie nein gesagt hatte, langsam die Sicherheit aufbauen konnte mit mir zu schlafen.

Ich hatte Sex, bei dem jeder einzelne neue Schritt zurückgehalten und erobert werden musste und es war dem Sex keineswegs abträglich.

(Ich hatte auch Sex, bei den es kein Nein und keinen Widerstand gab)

Oder hier in diesem Artikel zu „Last Minute Resistance“:

Natürlich kann eine Frau trotzdem kalte Füße bekommen. Dann kann es sinnvoll sein, dass man in der konkreten Situation mehr vertrauen schafft, also noch mal deutlich macht, dass man sie nicht verurteilt, weil sie einfach so Sex hat oder das man deutlich macht, dass man – auch wenn man keine Beziehung will – ja in Verbindung bleiben kann.

Man kann auch bis zu einem gewissen Grad einfach weitermachen, wenn sie es zulässt. Wenn sie zB sagt: Ich mach sowas normalerweise gar nicht, ich sollte das nicht machen” und man sagt “stimmt, es ist so falsch, aber es fühlt sich so gut an” und sie weiter küsst, dann finde ich das okay. Hier würde man wohl sagen, dass man es genau Kalibrieren muss und sehr darauf achten muss, wie es sich äußert.

Hier einige Vorschläge zum Umgang damit:

Persistence

If you reach her LMR threshold, do a slight tactical retreat and then continue. For example, stop trying to remove her shirt; just make-out with her for a bit longer, then try the shirt again. Often the issue is just that she needs more arousal- Practice becoming attuned to a woman’s feedback during foreplay.

Freeze-Outs

If the LMR seems insurmountable, just do a freeze-out: turn on the light, snuff out the candle, check your email, go to the kitchen to make a sandwich, or pull out a checkers board and challenge her to a game. The power of this is in its sincere delivery. If you were sulking, that would show that you were affected. But you’re unaffected. Just switch off the arousal circuitry like it’s no big deal and freeze her out sexually, then try again in ten minutes. Freeze-outs are deadly.

Just go to Sleep

If all else fails, just go to sleep with her. A few hours later, the two of you will awaken and have sex.#

Und die Anfrage auf Reddit entspricht, abgesehen von der anderen Perspektive, zu einem gewissen Grad meinem Artikel „Wir schlafen heute nicht miteinander

Wir knutschen rum, die Hände wandern etwas, es war meine Junggesellenzeit und die muss man ja – gerade wenn man Pickup relativ neu entdeckt hat – auch etwas ausleben. Dann verlegen wir das ganze ins Schlafzimmer.

„Wir schlafen heute aber nicht miteinander, nicht am ersten Abend, so eine bin ich nicht“ sagt sie und sinkt mit mir zusammen aufs Bett. „Hätte ich auch nie vermutet“ sage ich.  Die Bluse ist noch kein Problem, beim BH stoße ich auf ersten Widerstand.

„Wir schlafen heute nicht miteinander“ sagt sie. „Okay“ sage ich und mache weiter, vergrabe meinen Kopf zwischen ihren Brüsten, küsse sie, sie atmet schwerer. Ich ziehe ihren BH etwas runter, widme mich ihren Nippeln, sie ist sichtbar erregt und geht mir an die Hose. Da ihr Brüste nun eh schon halb offen liegen, versuche ich mich erneut an ihrem BH-Verschluss.

„Hey, ich hatte gesagt, dass wir nicht miteinander schlafen“sagt sie. Ich grinse und sage „Was hat dein BH damit zu tun?“ Erstaunlicherweise überzeugt sie diese Logik. Wir machen weiter rum, sind schließlich beide nackt.

„Wir schlafen heute nicht miteinander!“ Sagt sie erneut. Ich nicke und widme mich ihrer Seite, die ganz besonders empfindlich bei ihr ist, eine erogene Zone bei vielen Frauen. Sie genießt erneut und ich arbeite mich in ihren Schritt herab.

„Wir schlafen heute nicht miteinander“ keucht es oben.  „Natürlich nicht“ antworte ich etwas gedämpft. (…)

Klar war die Frau aus dem Reddit-Bericht vielleicht noch etwas zurückhaltender, aber ich könnte gut nachvollziehen, dass er das Gefühl hatte, dass er derjenige sein muss, der die Sache voranbringt, weil das genau das ist, was die meisten Frauen in dem Moment von den Männern erwarten. Ich glaube in vielen Fällen ist es schlicht ein unbewußter Test, der verrät wie er mit den von ihnen gesetzten Grenzen umgeht und das so zu machen, dass er auf sie achtet und schaut, ob sie erregt ist, behutsam vorgeht, ihr nicht zu viel abverlangt und zur Not eben einen Schritt zurück macht um dann von vorne anzufangen, wird den allermeisten Frauen durchaus gefallen und ihnen auch gerade die Gelegenheit geben sich auf ihn und den Sex einzulassen. Es erlaubt eine gewisse Zurückhaltung zu signalisieren, welche vermitteln soll, dass man keine Schlampe ist, es erlaubt, dass er sich um einen bemüht und man kann prüfen, ob er es auf eine schöne oder nicht so schöne Weise macht bevor es zu ernst wird. Das Gefühl, Nein sagen zu können, ohne das es gleich aufhört, sondern nur einen Schritt zurück geht und das Gefühl Verantwortung abzugeben können beide für einige Frauen interessant sein.

Es erinnert mich noch an einen Spruch aus einem anderen Artikel:

Eine Frau ist häufig nur Zuschauerin ihrer Verführung. Sie ist wie die Zuschauerin eines Fußballspiels. Sie möchte, dass du Erfolg hast, sie hofft, dass du alles richtig machst, im besten Fall feuert sie dich sogar an. Aber sie greift nicht aktiv in das Spiel ein.

Aus der gleichen Position kann sie Nein sagen und trotzdem wollen, dass man weiterspielt (nur eben nicht so schnell).

Hier ist der Sonderfall, dass sie zusätzliche Ängste aufgrund sexueller Gewalt hat. Was sie ihm dann vielleicht hätte sagen sollen.

vgl auch: