Selbermach Samstag 196 (14.07.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

175 Gedanken zu “Selbermach Samstag 196 (14.07.2018)

  1. Wenn Schweden Schweizer in Sachen Prostitution belehren

    https://www.nzz.ch/meinung/wenn-schweden-schweizer-in-sachen-prostitution-belehren-ld.1403045

    Geht um ein Propaganda-Video, daß in der Schweiz wie in Schweden Prostitution verboten werden soll.

    „Abgesehen davon, ist die «Nachricht aus Schweden» nicht originell. Das Statements wirken herablassend und selbstgerecht. Am Schluss lässt man sogar noch ein Kind flehen: «Tu etwas, Schweiz.» Wäre die Botschaft nicht so belehrend moralistisch und hätte sie etwas Humor, würde man sie wohl besser ertragen. Ohne ihr deswegen zuzustimmen. So erhält man einmal mehr bloss den Eindruck, dass in Schweden die besseren Menschen leben.“

  2. Bizarrer Auftritt zuvor vor meiner Haustür:

    Ein kleiner Pavillon auf dem Marktplatz aufgebaut mit einem Banner dran irgendwas von women’s rights, atrocities, announcement, sogar der venue ist aufgedruckt, eine mit Mikro verliest irgendwas auf Englisch!, offenbar gehts um CCK oder so ähnlich, keine Ahnung, wer das ist, konnte im Internet nichts finden, als Publikum eine Handvoll Frauen mit irgendwas in der Hand, schön in Zweierreihe, offensichtlich Teil der Veranstaltung. Dazu noch einer, der mit der Kamera in der Hand gefilmt hat (hab geschaut, dass ich nicht aufs Bild komme) plus noch eine Kamera auf dem Stativ.

    Kein einziger richtiger Zuschauer (mal abgesehen von mir für zwei, drei Minuten).

  3. Der „linke Flügel“ der Neuen Rechten kapert Marx

    – Nachtrag zur Diskussion zum Thema „Hat die Neue Rechte die Kapitalismuskritik entdeckt?“ am Selbermach-Samstag 175 am 17.02.2018:

    https://allesevolution.wordpress.com/2018/02/17/selbstmach-samstag-175-17-02-2018/

    Während ein besonders primitives und sozial-verantwortungsloses Segment der politischen Rechten sich in irrationalen Verschwörungstheorien über „Kulturmarxisten“ oder „postmoderne Neomarxisten“ ergeht, lesen und rezipieren ein paar klügere Vertreter der politischen Rechten marxistische Denker und versuchen deren Erkenntnisse für sich zu nutzen, um das von größeren Teilen der politischen Linken zugunsten von postmoderner Political Correctness und Identitätspolitik (welche mit Marxismus nichts zu tun haben) vernachlässigte klassisch-linke Thema der sozialen Frage (das tatsächlich mit Marxismus zu tun hat), durch die Neue Rechte zu besetzen sowie eine neu-rechte Kritik am Neoliberalismus zu etablieren.

    Der französische Philosoph Alain de Benoist und der deutsche Politikwissenschaftler Benedikt Kaiser bringen im rechten Jungeuropa-Verlag ein Buch zum Thema neu-rechte Marx-Rezeption heraus:

    Marx von rechts

    https://www.amazon.de/Marx-von-rechts-Benedikt-Kaiser/dp/3981782860/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1531555765&sr=1-2

    Die Autoren gehören einer Unterströmung der Neuen Rechten an, welche neu-rechte und linke Themen und Theorien zu verbinden versucht und sehen sich daher als „linke Rechte“ bzw. „rechte Linke“.

    Dieser „linke Flügel“ der Neuen Rechten ist im deutschsprachigen Raum bislang klein, in Frankreich hingegen schon länger eine einflussreiche Strömung innerhalb der französischen Neuen Rechten, die durch ihren intellektuellen Einfluss mitverantwortlich dafür war, dass die französische Rechtspartei „Front National“ sich stärker auf die soziale Frage fokussierte (auch wenn Alain de Benoist selbst den „Front National“ nicht besonders mag).

    Falls diese Unterströmung der Neuen Rechten auch im deutschsprachigen Raum langfristig an Einfluss gewinnen würde und falls die deutsche Linke sich weiterhin so dumm anstellt, wie sie es aktuell zu größeren Teilen tut, bestünde also ein Risiko, dass der Linken eine Konkurrenz auf einem klassisch-linken Themenfeld erwachsen könnte.

    Auch bezüglich dieses Themas zeigt sich also wieder, dass es für klassische Linke sehr wichtig ist, eine wahrheitsorientierte Kritik an postmoderner Political Correctness und Identitätspolitik aus linker Perspektive zu etablieren und auf eine Reformierung größerer Teile der aktuellen Linken hinzuwirken, so, dass sich die politische Linke von postmoderner PC und Identitätspolitik dauerhaft abwendet und ihrer Verantwortung für die Arbeiterklasse wieder tatsächlich nachkommt, dann würde ihr ernsthafte Konkurrenz von rechts auf dem Gebiet der sozialen Frage zukünftig sicherlich erspart bleiben.

    • Gibt es eine Stelle an der die klassische Linke die Kapitalakkumulation in all ihren Formen durch das hypergame Wesen der Frau kritisiert?
      Die Frage meine ich 100% ernst, nicht um zu trollen.
      Es ist und bleibt in meinen Augen der Kern aller Ungleich- und Ungerechtigkeiten.

      • „Gibt es eine Stelle an der die klassische Linke die Kapitalakkumulation in all ihren Formen durch das hypergame Wesen der Frau kritisiert?“

        Die Frau war von Anbeginn an auch bei der klassischen Linken sakrosankt. Insofern wäre es keinem Analytiker auch nur im Traum eingefallen, die Rolle der Frau bei der Entwicklung des Kapitalismus mit einzubeziehen.
        Da seh ich noch nicht mal Böswilligkeit. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die klassische Linke ihren Aufstieg begann, waren Frauen schon seit mindestens 50 Jahren die holden, engelgleichen Wesen, denen alles Böse wesensfremd war.
        Sie waren aus jeder Perspektive (ob konservativ oder progressiv) die still und wehrlos leidenden Beobachterinnen männlich-patriarchalen Treibens.

        • 😉 Ich hab auch das Gefühl, mit Grimms Märchensammlung hat man ein besseres theoretisches Gerüst zur Hand als mit der kompletten linkischen Grütze, aber ich würde mich gerne eines besseren belehren lassen.

          • @ Alex ii Das mein ich ja, die stehen mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität.

            Der Fischer und seine Frau beschreibt die Realität dermaßen treffend, was will man mehr?
            Schneewittchen zeichnet ebenfalls ein realistisches Bild der Frauen.
            Und von einem der auszog das Gruseln zu lernen wird man auch nicht belogen.

          • „Schneewittchen zeichnet ebenfalls ein realistisches Bild der Frauen.“

            Nicht zu vergessen, die Prinzessin auf der Erbse, Vorbild von Millionen junger Frauen 🙂 .
            Oder waren das nicht die Grimms?

        • Dafür gibt’s aber was anders – nämlich von Werner Sombart ein Buch über die Entstehung der Kapitalismus:

          https://www.amazon.de/Liebe-Luxus-Kapitalismus-Werner-Sombart/dp/3803122155

          Wieso ist eigentlich der Kapitalismus entstanden? Sombarts damalige Antwort, zugegebenermaßen nicht mehr ganz aktuell: Der Kapitalismus ist entstanden, weil Kaufleute (männlich) ihre außerehelichen Geliebten (weiblich) beeindrucken und verwöhnen wollten.

          Noch Fragen, Kienzle? Äh … ja, Hauser:

          Wieso ist eigentlich der Neoliberalismus entstanden …?

    • @ Phasendrescher DLC

      Wenn ich dich richtig verstehe, willst du sagen, dass der Kapitalismus im Wesentlichen durch weibliche Partnerwahlpräferenzen angetrieben würde, also durch einen spezifischen psychologischen Mechanismus und nicht durch spezifische soziologische Mechanismen und du fragst, ob es einen linken Theoretiker gebe, der dies in diesem Sinne vertreten hat.

      Meines Wissens gibt es keinen linken Theoretiker, der dies so vertreten hat und das liegt vor allem daran, dass sich m.E. begründet aufzeigen lässt, dass soziologische Mechanismen bei diesem Thema die wesentlichere Rolle spielen.

      Die marxistische Kapitalismusanalyse beschreibt den Kapitalismus z.B. im Sinne einer soziologischen Systemtheorie als quasi autopoietisches soziales System, dass primär durch den aus dem Privateigentum an den Produktionsmitteln resultierenden Konkurrenzdruck der Unternehmen angetrieben wird, von denen jedes einzelne im Kontext dieses sozialen Arrangements versuchen muss sich auf dem Markt zu behaupten oder dem Risiko ausgesetzt ist unterzugehen.

      Wie ich einmal formuliert hatte:

      Der Marxismus vertritt eine strukturell-soziologische Sichtweise auf den Kapitalismus. Die einzelnen Unternehmen stehen im Wettbewerb zueinander und müssen sich auf dem Markt behaupten. Das dahinter stehende Prinzip lautet: Wachse oder stirb. Jeder Unternehmer ist gezwungen Profite zu erwirtschaften, um sich gegenüber seinen Konkurrenten auf dem Markt behaupten zu können. Die Ausbeutung der Arbeiter resultiert nicht aus einer „bösen Gesinnung“ der Kapitalisten, sondern daraus, dass jeder Unternehmer darauf angewiesen ist, möglichst hohe Profite zu erwirtschaften, um im Rahmen des bestehenden Konkurrenzdrucks der Unternehmen untereinander, bestehen zu können.

      Der Kapitalist handelt, so wie er handelt, nicht weil er „böse“, „gierig“, „antisozial“ wäre, sondern weil die soziologische Struktur des kapitalistischen Systems ihm keine andere Wahl lässt als Profitmaximierung oder Abstieg – so die Perspektive der marxistischen Kapitalismusanalyse.

      Dabei spielt es aus marxistischer Perspektive keine Rolle, ob der Unternehmer männlich, weiblich, schwarz, weiß, homosexuell, heterosexuell usw ist – als Unternehmer muss er auf den Druck der spezifischen soziologischen Struktur des kapitalistischen Systems so reagieren, dass sein Unternehmen möglichst nicht untergeht und daraus resultiert die Notwendigkeit der beständigen Profitmaximierung und die damit einhergehenden sozialen und ökologischen Folgeschäden.

      Das Phänomen der sogenannten weiblichen Hypergamie tritt übrigens nach meinen Kenntnissen der Forschungsbefunde hierzu nicht in allen Gesellschaften in gleichem Ausmaß auf – vgl. hierzu: Rüdiger Peuckert – Das Leben der Geschlechter. Mythen und Fakten zu Ehe, Partnerschaft und Familie, Campus Verlag, 2015, S. 34 – 36, Unterkapitel: Haben Frauen und Männer auch im Zeitalter der Emanzipation unterschiedliche Partnerwünsche?

      Es scheint in vielen traditionellen Gesellschaften stärker vorhanden zu sein als in den meisten modernen Gesellschaften. Dass Frauen in vielen traditionellen Gesellschaften ihre Partnerwahl im Schnitt stärker von Ressourcen abhängig machen als Frauen in modernen Gesellschaften, bedeutet nicht, dass hier keine evolutionär-psychologische Disposition wirksam ist, aber es bedeutet, dass in einer kulturübergreifenden Perspektive auch signifikante soziologische Einflüsse auf dieses Phänomen sichtbar werden. Frauen legen in allen Gesellschaften bei der Partnerwahl im Schnitt mehr Wert auf Ressourcen, in vielen traditionellen Gesellschaften jedoch deutlich mehr als in modernen Gesellschaften.

      Während es also innerhalb linker Theorien keinen Ansatz gibt Partnerwahlpräferenzen als primäre Antriebskraft des Kapitalismus zu sehen, weil hier soziologische Erklärungsansätze m.E. plausibler sind, finden sich innerhalb linker Theorien aber zum Teil durchaus Ansätze einer impliziten oder expliziten Zurückweisung der einseitigen Mainstream-feministischen Sichtweise, dass Frauen keinen Eigenanteil an ungerechten und autoritären gesellschaftlichen Verhältnissen hätten.

      So schrieb zum Beispiel die anarchistische Frauenrechtlerin Emma Goldman:

      „Frauen verehren Fetische noch viel mehr als Männer, und auch wenn ihre Idole vielleicht wechseln, bleiben sie stets auf den Knien, die Hände erhoben und die Augen verschlossen vor der Tatsach, dass ihre Gottheit nicht ohne Makel ist. So ist die Frau seit Urzeiten die größte Unterstützerin aller Gottheiten. Und so hat sie auch den Preis dafür zahlen müssen, den nur Gottheiten einfordern können – ihre Freiheit, ihr Herzblut, ihr Leben.
      Nietzsches denkwürdige Maxime “Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht” wird gemeinhin als äußerst brutal interpretiert, dabei drückte Nietzsche damit in einem Satz die Einstellung der Frau zu ihren Gottheiten aus.

      Die Religion, insbesondere die christliche, hat die Frau zu einem Leben in Unterdrückung und Sklaverei verdammt. Ihre Natur wurde entstellt, ihre Seele gefesselt, und dennoch gibt es keine eifrigere, ergebenere Unterstützerin der christlichen Religion als die Frau. Tatsächlich lässt sich sicher sagen, dass Religion im Leben der Menschen schon längst keine Rolle mehr spielen würde, wenn sie nicht auf die Unterstützung der Frauen zählen könnte. Die leidenschaftlichsten Mitarbeiterinnen der Kirche, die unermüdlichsten Missionarinnen der ganzen Welt sind Frauen, die sich stets am Altar jener Gottheiten opfern, die ihren Geist in Ketten gelegt und ihren Körper versklavt haben.

      Der Krieg, dieses unersättliche Monster, beraubt die Frau aller, die ihr lieb und teuer sind. Er nimmt ihre Brüder, ihre Liebhaber, ihre Söhne, und gibt ihr dafür ein Leben in Einsamkeit und Verzweiflung. Und trotzdem ist die Frau die eifrigste Unterstützerin und Verfechterin des Krieges. Sie ist es, die ihren Kindern mit ihren Erzählungen die Vorliebe für Eroberungen und Macht einflößt, die ihnen Geschichten vom glorreichen Krieg ins Ohr flüstert, (…). Und es ist auch die Frau, die den Sieger bei seiner Heimkehr vom Schlachtfeld krönt. (…)

      Und dann ist da das Zuhause. Was für ein schrecklicher Fetisch das ist! Wie es sämtliche Lebensenergie aus der Frau saugt, – dieses moderne Gefängnis mit Gitterstäben aus Gold. Sein Glanz macht die Frauen blind, für den Preis, den sie als Ehegattin, Mutter und Hausfrau zahlen. Dennoch hängt die Frau hartnäckig an ihrem Zuhause, an der Macht, die sie in ihrer Hörigkeit hält. ”

      (aus: Emma Goldman – Woman Suffrage, 1910)

      Und Max Horkheimer schrieb

      “In doppelter Weise stärkt die familiale Rolle der Frau die Autorität des Bestehenden. Als abhängig von der Stellung und vom Verdienst des Mannes ist sie darauf angewiesen, daß der Hausvater sich den Verhältnissen fügt, unter keinen Umständen sich gegen die herrschende Gewalt auflehnt, sondern alles aufbietet, um in der Gegenwart vorwärtszukommen. Ein tiefes ökonomisches, ja, physiologisches Interesse verbindet die Frau mit dem Ehrgeiz des Mannes. Vor allem ist es ihr jedoch um die eigenen ökonomische Sicherheit und die ihrer Kinder zu tun. Die Einführung des Wahlrechts der Frau hat auch in den Staaten, wo eine Stärkung der Arbeitergruppen erwartet wurde, den konservativen Mächten Gewinn gebracht.”

      (Max Horkheimer – Autorität und Familie, in: Max Horkheimer – Gesammelte Schriften Band 3: Schriften 1931 – 1936, S. 409)

      “Nicht allein durch die Sorge um die Familie selbst, sondern auch durch die beständig ausgesprochene und stumme Mahnung der Frau wird der Gatte dem Bestehenden verhaftet, und die Kinder erleben in der mütterlichen Erziehung unmittelbar das Einwirken eines der herrschenden Ordnung ergebenen Geistes (…).”

      (ebd. S. 410)

      Eine Einbeziehung evolutionär-psychologischer Forschungsergebnisse und Theorien zu männlichen und weiblichen Partnerwahlpräferenzen in linke Theorien (nicht, um dadurch den Kapitalismus zu erklären, sondern um den Forschungsstand aufzuarbeiten) gibt es bei jenen linken Theoretikern, die für eine stärkere Berücksichtigung von evolutionär-psychologischen Forschungsergebnissen und Theorien in der linken Theoriebildung plädieren. Hier wären vor allem drei Autoren zu nennen:

      – Peter Singer und sein Konzept einer „Darwinian Left“, gemeint ist selbstverständlich keine sozial-darwinistische Linke, sondern eine evolutionär-informierte Linke, die an den Werten Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Kooperation festhält. Einen Artikel zu Peter Singers Konzept einer evolutionär-informierten Linken auf diesem Blog gibt es hier:

      https://allesevolution.wordpress.com/2017/02/12/peter-singer-eine-evolutionaer-informierte-linke-fuer-heute-und-darueber-hinaus/

      – Griet Vandermassen, eine Vertreterin des Darwinian Feminism bzw. Evolutionary Feminism, eine Feminismusvariante, die an die Evolutionäre Psychologie anknüpft. Griet Vandermassen sieht sich in der Tradition von Peter Singers Konzept einer evolutionär-informierten Linken, ein Zitat von ihr auf diesem Blog findet sich hier:

      https://allesevolution.wordpress.com/2013/07/05/grit-vandermassen-und-die-unstimmigkeiten-feministischer-theorie-im-gegensatz-zu-evolutionarer-psychologie/

      – Patrick Michael Whittle, der versucht Peter Singers Ansatz einer evolutionär-informierten Linken weiterzuführen. Ich hatte in diesem Strang hier

      https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/15/selbermach-samstag-lxxvi/

      etwas zu ihm geschrieben.

      • Danke.
        Ja, genau darum ging’s mir.

        „Die Einführung des Wahlrechts der Frau hat auch in den Staaten, wo eine Stärkung der Arbeitergruppen erwartet wurde, den konservativen Mächten Gewinn gebracht.“

        Sowas würde ich sofort unterschreiben.

        Gut, jetzt habe ich was zu lesen.
        Danke nochmals.

      • Wow, ich bin immer wieder beeindruckt. Du bist wie eine Datenbank, die auf eine kurze Anfrage hin, alles (im linksextremen Milieu) Bekannte ausspuckt. Durchaus auf hohem Nivau, auch wenn mir die Weltsicht total verquer läuft.

        Nein, du musst nicht antworten (spar die Stunde Arbeit 😉

      • „Frauen legen in allen Gesellschaften bei der Partnerwahl im Schnitt mehr Wert auf Ressourcen, in vielen traditionellen Gesellschaften jedoch deutlich mehr als in modernen Gesellschaften.“

        Und da die heutigen Gesellschaften – die modernen, wie die traditionellen – das Ergebnis einer sozialen Evolution über mindestens Jahrhunderte sind, gilt eben für die modernen bestenfalls in abgeschwächtem Umfang, was für die traditionellen Gesellschaften gilt – die Frau prägt sie substantiell.
        Und das auch heute noch.
        Man braucht nur eine Reise durch die Partnerschafts-Portale zu machen, wo die Frauen ein Stückweit ehrlicher sind, als auf direkte Befragung mit einem Mikro vor dem Mund.
        Und in den Portalen lässt sich ohne großen Aufwand extrahieren, dass auch die modernen Frauen demselben Partnersuchverhalten folgen, wie ihre Urgroßmütter vor der Steinzeithöhle.
        ER sollte ein höheres Einkommen haben, als sie, größer sein, eine mindestens gleichhohe Schulbildung haben und oft auch nicht jünger als sie sein.

        Mag sein, dass diese Präferenzen in einer modernen Gesellschaft geringer ausgeprägt sind, als in einer traditionellen. Ein mathematisch Begabter dürfte aber wenig Mühe haben, um zu beweisen, dass auch eine geringere Präferenz zum selben Ergebnis führt, nur dass sie etwas länger braucht, als die traditionelle.

  4. «Wir brauchen ein souveränes Europa»

    https://www.republik.ch/2018/07/10/wir-brauchen-ein-souveraenes-europa

    Böse alte weiße Männer….

    „Es ist die Rückkehr der alten weissen Männer, die nach zwanzig bis dreissig Jahren Genderdebatte, Queer-Debatte, LGBT-Bewegung, Abtreibungsrecht auf einmal merken: Wenn wir nicht die Kontrolle über die Frauen zurückbekommen, dann ist Schluss mit der Nation.“

    „Wir haben, wie es Pankaj Mishra kürzlich geschrieben hat, eine «Krise der Männlichkeit», die politische Effekte hat. Deshalb wird für bestimmte Kategorien junger Männer ja auch der Dschihadist ein Rollenmodell. Er hat einen Bart, eine Waffe. Er ist ein Krieger.“
    -> Es sind auch ziemlich viele Frauen aus Deutschland nach Syrien gezogen um sich dem Islamischen Staat anzuschließen.

    „Wieder einmal sind es weisse, heterosexuelle Männer, in diesem Fall Söder und Dobrindt, die imstande sind, den ganzen Kontinent zu verwüsten, weil sie nur eines nicht verlieren wollen: ihre kleine Rolle im System.“
    Wie man mit einem solch eindimensionalem Politikverständnis ohne soziologischens Verständnis, ohne Verständnis woher deren Interessen herrühren Politikprofessorin werden kann…

    Abgefahrener Tunnelblick, wie man Dschihadisten und die CSU als Ausdruck desselben Vorgangs sehen kann.

    „In wie vielen Momenten ein Hahnenkampf zwischen Männern mal eben die Staatsräson über die Klippe springen lässt, kann man als Frau nur fassungslos beobachten.“

    • Es ist erschütternd, einen solchen Dünnschiss von jemandem zu lesen, die sich als Politologin verkauft.

      Wieder einmal sind es weisse, heterosexuelle Männer, in diesem Fall Söder und Dobrindt, die imstande sind, den ganzen Kontinent zu verwüsten

      Söder und Dobrindt sind also imstande, den ganzen Kontinent zu verwüsten. Kann solchem Unsinn eigentlich noch argumentativ begegnet werden? Ausser dem modischen und primitiven Ressentiment gegen „weisse, alte Männer“ kann ich nichts erkennen, was auch nur ansatzweise einer ernsthaften Diskussion würdig wäre.

      Wir haben, wie es Pankaj Mishra kürzlich geschrieben hat, eine «Krise der Männlichkeit», die politische Effekte hat. Deshalb wird für bestimmte Kategorien junger Männer ja auch der Dschihadist ein Rollenmodell. Er hat einen Bart, eine Waffe. Er ist ein Krieger

      Wieviele junge Männer aus Europa gingen als Jihadisten in den Krieg? Einer von Zehntausend? Einer von Hunderttausend? Das ist also die empirische Basis. Wäre es nicht eher nachvollziehbar von einer Krise des Islam zu sprechen? Aber nein, das sind ja keine weissen alten Männer, die da angeprangert werden könnten.

      Eine Trulla, die nur ihre eigenen Vorurteile und Ressentiments auf alles projiziert, was gerade so politisch ansteht.

      Erbärmlich!

    • „Wenn wir nicht die Kontrolle über die Frauen zurückbekommen, dann ist Schluss mit der Nation“

      Fällt euch das nicht ins Auge?

      Sie verknüpft Frauenpolitik mit Globalismus. Schon der Ansatz ist rabulistisch, da beides thematisch nichts miteinander zu tun hat (schon gar nicht in einem Kausalitätsverhältnis zueinander steht). Der einzig verbindende Faktor ist, dass die sich „progressiv“ nennenden Kreise, beides toll finden und dass die Kritiker eine große Schnittmenge in Bezug auf die Ablehnung genderistischer und globalistischer Wahnideen haben.

      • Hmm, na ja. Zumindest nehme ich an, dass es nicht in ursächlichem Zusammenhang steht. Das müsste man mal empirisch abklären.

    • Aber wie soll ich das anpassen?
      Ich kann mir eine Frisur machen oder Kleider, aber wie ändere ich Schädelform Knochenbau oder sowas.
      Wobei ich das bei mir öfters hatte. Man beschreibt bei mir die ganze Persönlichkeit oft mit dem Namen.

        • „Franzosen lagen nur bei ihren Landsleuten mit der Namensvermutung auffallend häufig richtig – Israelis konnten sie nicht besser als dem Zufall entsprechend zuordnen und umgekehrt.“

          Vermutlich haben Namen ebenso wie Gesichtsformen regionale Cluster und daher gelingt das ‚Kunststück“

    • Hmmm. Kann das sein? Was ist denn das Stereotyp für Heinrich, oder Elisabeth?
      Eine mögliche Erklärung wäre, dass gewisse Namen bei „einfachen Leuten“ (Kevin) populär sind, andere wieder in der „besseren Gesellschaft“ und dass manchmal erkennbar ist, ob jemand eher körperlich arbeitet oder eben nicht. Ist nur so ein vager Gedanke.

    • Da die Eltern die Namen aussuchen, ist es wahrscheinlich, dass vererbte Merkmale mit der Namenspräferenz irgendwie korrelieren. Weichliche Eltern z.B. auch weichere Namen aussuchen. Komische Eltern, komische Namen etc.

      🙂

      Halte ich in diesem Fall für Naheliegender als das Gebrabbel, dass Sozialisierung aufs Aussehen des Gesichtes rückwirkt.

    • Ich habe den Film auch gesehen und ich finde es genial wie Du in Deiner Filmkritik das kleine, aber entscheidende Detail auslässt, dass der Protagonist (ein dirty Cop) fremdgeht und sich dabei auch noch so blöde anstellt, die SMS, die für die Stripperin/Prostituierte bestimmt war, stattdessen an seine Frau zu schicken.

      Aber solche lästigen Kleinigkeiten stören auch nur unnötig das Y-Narrativ, nicht wahr?

  5. Was meint ihr — welches sind die faszinierendsten ungelösten Probleme in der Evolutionsbiologie?

    Einige Vorschläge:

    * Wie war die erste Lebensform auf der Erde beschaffen, wann und wie entstand sie? „Lebensform“ ist hier natürlich im allgemeinsten Sinn zu verstehen: D.h. eine Struktur, die Kopien ihrer selbst herzustellen vermag. Es gibt Experimente zur Bildung organischer Moleküle aus anorganischen: https://de.wikipedia.org/wiki/Miller-Urey-Experiment — allerdings vertreten heute viele die Hypothese, dass ein „Starter-Kit“ von organischen Substanzen durch einschlagende Kometenkerne in den Urozeanen deponiert wurde.
    Wie „gelang“ es den organischen Molekülen, sich zu einer selbstreplizierenden Struktur zu vereinen?
    https://www.livescience.com/57942-what-was-first-life-on-earth.html

    * Wie sind extrem langzeitliche Trends zu erklären, insbesondere die im Laufe der Erdzeitalter allmählich zunehmende Cephalisierung (Vergrößerung der Gehirne)? Höhere Rechenkapazität kann natürlich einen Selektionsvorteil bedeuten, allerdings stellt sich dann die Frage, weshalb Hirngrößen über lange Zeiträume relativ konstant blieben oder nur unbedeutend zunahmen — Sauropodengehirne hatten in etwa die Größe einer Walnuss (bei einem Körpergewicht von bis zu 100 Tonnen!) — und erst mit dem Aufstieg der Säugetiere bis hin zum Menschen die Hirnleistung regelrecht explodierte.

    * Warum entstand das Bewusstsein erst relativ spät? Astrophysikalisch gesehen handelt es sich nämlich bei der Entstehung des menschlichen Gehirns um einen Fall von „gerade noch rechtzeitig“: Nicht erst, wenn die Sonne beginnt, sich zum Roten Riesen aufzublähen, sondern schon in ca. 1 Milliarde Jahre dürfte eine Kombination von allmählich steigender Sonnenleuchtkraft und Abbremsung der Erdrotation durch die Gezeiten des Mondes für lebensunfreundliche Bedingungen auf der Erde sorgen. Das Auftreten einer Spezies, die gerade die Fähigkeit entwickelt, ihren Himmelskörper zu verlassen und das Leben auf andere Welten zu „pfropfen“ erfolgte somit kurz vor knapp…

    • Und der Urkomet kam von Gott.
      Denn nur der kennt das magische Element, welches uns wohl fehlt um ein Ursüppchen zu köcheln.

      Das walnußgroße Gehirn sagt man eigentlich nur dem Stegosaurus nach und der hat gar gleich zwei Gehirne, für seine 7 Tonnen.

      • „der hat gar gleich zwei Gehirne, für seine 7 Tonnen.“

        Sagt man das dem Brachiosaurus nicht auch nach?
        Der brauchte ein zweites Hirn im Hintern, damit er früher erfuhr, dass man schon Filets aus seinem 15 m entfernten Schwanz biss, als es ohne zweites Hirn möglich gewesen wäre.
        Ohne dieses Hirn hätte der den dreisten Parasiten sonst mit der schon verspeisten Schwanzspitze wegzuwedeln versucht 😉

        • Ich hätte auch lieber ein zweites Hirnchen statt einer zweiten Nuss im Sack, aber man kann nicht alles haben. Denn das Problem mit den Parasiten daran kennt man ja. =)

    • „Wie war die erste Lebensform auf der Erde beschaffen, wann und wie entstand sie? „Lebensform“ ist hier natürlich im allgemeinsten Sinn zu verstehen: D.h. eine Struktur, die Kopien ihrer selbst herzustellen vermag.“

      Hast Du mal „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ von Frank Schätzing gelesen? Ein – wie ich finde spannender – Trip durch die Geschichte des Lebens.

      „Lebensform“ ist schon schwierig zu definieren. Viren vermehren sich gezielt, haben aber bestimmte essentielle Eigenschaften, die Leben ausmachen, nicht. Sie gelten also streng genommen nicht als „Leben“ (vielleicht aber als „Lebensform“). Und da Viren meines Wissens nach IMMER auf die Existenz von Wirtszellen angewiesen sind, sind sie jünger, als zum Beispiel Bakterien.
      Noch primitiver sind Prionen, Eiweiße, die sich dadurch vermehren, dass sie andere Eiweiße in ihre Struktur umwandeln. Ich kenne den Diskussionsstand nicht, wo Prionen bei der Definition „Lebensform“ angeordnet sind – oder eben nicht.

      „Höhere Rechenkapazität kann natürlich einen Selektionsvorteil bedeuten, allerdings stellt sich dann die Frage, weshalb Hirngrößen über lange Zeiträume relativ konstant blieben oder nur unbedeutend zunahmen — Sauropodengehirne hatten in etwa die Größe einer Walnuss (bei einem Körpergewicht von bis zu 100 Tonnen!) — und erst mit dem Aufstieg der Säugetiere bis hin zum Menschen die Hirnleistung regelrecht explodierte.“

      Eine Voraussetzung ist wohl die Regulierung der Körpertemperatur, die nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nur bei einigen Sauriern existierte.
      Mehr noch aber dürfte die fehlende Strategie der Natur in der Richtung ein Grund sein. Es gab schlicht keinen Grund, das Gehirn zu vergrößern, weil die lebenden Arten auch mit ihren Walnüssen überaus erfolgreich waren (ist bei einigen Menschen ja heute noch so. Man kann so ausgestattet sogar US-Präsident werden 😀 )

      Und dann würde ich nicht den Fehler machen, Evolution als einen linearen Prozess zu betrachten, bei dem eine endlose Kette von Verbesserungen linear erfolgt. Meistens war das wahrscheinlich so, aber sicher nicht immer.
      Ein einziges Lebewesen hatte unter Umständen unter 100 Mio eine entscheidende Mutation, die es auf einem essentiellen Gebiet den anderen derart überlegen machte, dass seine Nachkommen sich ihnen gegenüber durchsetzten.
      Außerdem weißt Du ja nicht, welche (r)evolutionären Gensprünge nie vollbracht wurden und welche sich aus dummen Zufällen nicht durchgesetzt haben, sonst würdest Du vielleicht eher die Frage stellen, wieso eine so dumme Art wie der Mensch so weit gekommen ist, ohne sich selbst auszurotten (ein Beweis, der bekanntermaßen noch aussteht. Wir arbeiten ja mit mehr Fleiß, als jede andere uns bekannte Art daran, uns aus dem Genpool der Evolution zu löschen).

      • „Außerdem weißt Du ja nicht, welche (r)evolutionären Gensprünge nie vollbracht wurden und welche sich aus dummen Zufällen nicht durchgesetzt haben, sonst würdest Du vielleicht eher die Frage stellen, wieso eine so dumme Art wie der Mensch so weit gekommen ist, ohne sich selbst auszurotten (ein Beweis, der bekanntermaßen noch aussteht. Wir arbeiten ja mit mehr Fleiß, als jede andere uns bekannte Art daran, uns aus dem Genpool der Evolution zu löschen).“

        Das hat ja eine gewisse feministische Propagandaqualität.
        Das Lied vom bösartig handelndem Menschen.
        Wir erinnern uns, human handelnde, sind immer nur Männer.
        Und die haben ja mit Fleiß, in den letzten 150 Jahren daran gearbeitet, dass nun das menschliche Genom statt einer acht Milliarden mal herumläuft und sich den allergrößten teil der Zeit nicht bekämpft.

        • „Das Lied vom bösartig handelndem Menschen.“

          Wenn das Den Eindruck aus meinem Kommentar ist, dann hab ich mich ungeschickt ausgedrückt.
          Ich bewundere die Menschen aufrichtig. Mir ist keine Spezies auf diesem Planeten bekannt, der es gelungen ist, Empathie für Artgenossen zu entwickeln, die es nie gesehen hat und nie sehen wird.
          Das Beispiel in der Thailändischen Grotte sei als Beispiel genannt.
          Aber dann gibt es eben auch solche Honks, wie zwei Wirrköpfe, die mit Atomraketen prahlen, wie mit der Größe ihres Schwanzes.
          Irgendwann werden mal zwei solche Pfosten aufeinandertreffen, die nicht zuückzucken, sondern es drauf ankommen lassen.
          Ein Hitler jedenfalls hätte nicht eingelenkt.

          Und die Menschen sind die erste und einzige Spezies, die über das Jetzt hinausdenken KANN – und das tatsächlich auch gelegentlich tut.
          Beispiel: weltweites FCKW-Verbot (an das sich augenscheinlich nicht alle halten).

      • Frank Schätzing — ja, das ist ein Autor der mir in letzter Zeit relativ oft empfohlen wurde, bislang fand ich aber noch keine Gelegenheit, mal in seine Bücher reinzulesen. Er recherchiert extrem präzise und ausführlich, habe ich gehört.

        „Noch primitiver sind Prionen, Eiweiße, die sich dadurch vermehren, dass sie andere Eiweiße in ihre Struktur umwandeln. Ich kenne den Diskussionsstand nicht, wo Prionen bei der Definition „Lebensform“ angeordnet sind – oder eben nicht.“

        Andere Eiweiße in ihre Struktur umwandeln — das würde ich als Definition eines Lebewesens im einfachsten Sinn ansehen: Erschafft Kopien seiner selbst aus einem Substrat geringerer Komplexität.

        Es müsste zu Beginn der Entwicklung irgendwann ein solches Molekül durch Zufall entstanden sein — eines, das mit den niedermolekulareren Stoffen der Umgebung Reaktionen durchlief, die Kopien des Moleküls produzierten. Man könnte sich die Entstehung des Lebens vielleicht wie eine Art Kristallisationsprozess denken: Phasenübergang in einen Zustand höherer Ordnung. Durch Anlagerung von Material aus Lösung wächst der Kristall, bis er das Gefäß ausfüllt, entsprechend der Biosphäre, die fast die gesamte Erdoberfläche umschließt.

        „Eine Voraussetzung ist wohl die Regulierung der Körpertemperatur“

        Ah, danke, das ist ein wichtiger Punkt, denke ich.

        „Es gab schlicht keinen Grund, das Gehirn zu vergrößern, weil die lebenden Arten auch mit ihren Walnüssen überaus erfolgreich waren “

        An dieser Stelle greift die organische Begrenzung durch ungenügende Körpertemperaturregulierung bei den Sauriern. Es ist kaum auszuschließen, dass es während des langen Mesozoikums immer wieder mal eine Mutation gab, die einem Saurier ein etwas größeres Hirn bescherte — prinzipiell wäre dies vermutlich ein Selektionsvorteil gewesen: Man denke an den Elefanten, der eine den großen Sauropoden ähnliche Lebensweise hat, und unter den Nicht-Primaten als einer der Intelligentesten gilt — aber weil eben der ineffiziente Stoffwechsel das größere Hirn nicht unterstützen konnte, setzte es sich bei den Sauriern nicht durch.

        „Und dann würde ich nicht den Fehler machen, Evolution als einen linearen Prozess zu betrachten, bei dem eine endlose Kette von Verbesserungen linear erfolgt. Meistens war das wahrscheinlich so, aber sicher nicht immer.“

        Richtig, ich denke sogar, dass chaotische, weitaufgefächerte Abstammungslinien der Normalfall waren. Daumenkinoartige Bilderfolgen von Einzellern bis zum Menschen sind sehr populär, aber irreführend, da die Evolution die Form eines Baums hat und nicht die einer Leiter.
        Es sieht so aus, dass innerhalb gewisser Zeitspannen fast alle überhaupt möglichen Varianten einer bestimmten Formengruppe entstanden, bis alle ökologischen Nischen dicht besetzt waren — eine Naturkatastrophe später (Asteroid, Klimasturz, Gamma-Ray-Burst, Supervulkanismus…) stieg eine andere Gruppe auf und spielte dann ihrerseits alle Formen durch, die auf Basis ihres Grundbauplans möglich waren.
        Umso verblüffender finde ich, dass sich dennoch Langzeittrends beobachten lassen wie Zunahme der Gehirngröße und -masse.
        Die Biologie ist das faszinierendste Beispiel für Bottom-up-Strukturbildung, Entstehung eines extrem komplexen Gefüges aus einfachen Komponenten und Grundregeln, ohne zentrale Steuerung.

        „Wir arbeiten ja mit mehr Fleiß, als jede andere uns bekannte Art daran, uns aus dem Genpool der Evolution zu löschen“

        Hm — ja, das ist ein verbreitetes Narrativ, aber es gibt inzwischen recht gute Argumente dagegen. Verschiedene Indizien deuten darauf hin, dass die Menschheit im 21. Jahrhundert im geringeren Maße vom Aussterben (selbstverschuldet oder nicht) bedroht ist als jemals zuvor in der Geschichte und auch weniger als jede andere Lebensform auf der Erde. Dafür spricht insbesondere die starke Zurückdrängung von Infektionskrankheiten durch Impfungen, die Möglichkeit, Ernteausfälle durch Nahrungsmittelkonservierung zu überbrücken und generell die wachsende Widerstandsfähigkeit der Zivilisation gegen Naturkatastrophen.
        https://www.novo-argumente.com/artikel/medea_hypothese_ist_die_erde_eine_todesfalle
        „Dank ihrer Intelligenz sind [Menschen] die einzigen (potentiell) „gaischen“ Wesen auf diesem ansonsten medeischen Planeten.“

        • „Umso verblüffender finde ich, dass sich dennoch Langzeittrends beobachten lassen wie Zunahme der Gehirngröße und -masse.“

          Nein, verblüffend ist das gar nicht. Irgendwann hat die Evolution die wachsende Gehirngröße als Option in ihr Programm aufgenommen – und sie war ein Erfolgsmodell. Also verfolgt sie (wenn man mal in Bildern einer planenden Natur denken will) sie weiter. Erfolgreiche Pfade werden weitergestrickt, andere versanden.
          Und noch andere dümpeln seit hunderten von Millionen Jahren vor sich hin, ohne Fort- und ohne Rückschritt.
          Die Vorfahren der heutigen Krokodile haben schon den frühen Sauriern das Saufen aus Flüssen verleidet, vertrottelte Schildkröten verbrieten zur selben Zeit in der Sonne, wenn sie auf den Rücken fielen – und die Ahnen aller, die Blaualgen, haben es geschafft, sich über eine Mrd Jahre nicht zu verändern.
          Dass tumbe Schildkröten immer noch über den Planeten stapfen, als ziemlich intelligent geltende Raptoren dagegen ausstarben, finde ich viel verblüffender.
          Es scheint eben doch keine Garantie für den Sieg auf der Erfolgsspur zu geben.

          • „Ahnen aller, die Blaualgen, haben es geschafft, sich über eine Mrd Jahre nicht zu verändern.“
            Na ja, ein paar schon, es ist bloß „trotzdem“ ( parallel wäre wohl passender ) einiges in relativer Urform erhalten geblieben.

          • „Dass tumbe Schildkröten immer noch über den Planeten stapfen, als ziemlich intelligent geltende Raptoren dagegen ausstarben, finde ich viel verblüffender.“

            Ja, es gibt ja allerlei „lebende Fossilien“: Quastenflosser, Krokodile, Haie, Pfeilschwanzkrebse, Schildkröten. Denke, was diesen Lebewesen ihre fast unveränderte Existenz über hunderte von Jahrmillionen ermöglichte, war entweder ein Dasein im Meer, wo Katastrophen wie Asteroideneinschläge sich schwächer auswirkten und Umweltbedingungen über lange Zeiträume unverändert blieben, oder aber hohe Genügsamkeit — Schildkröten können sehr lange ohne Nahrung bleiben und wühlen sich bei ungünstigen Bedingungen einfach im Boden ein.
            Mobile, intelligente Raubtiere wie Veloci- oder Utaraptoren dagegen sind auf ständigen Nahrungsnachschub angewiesen. Wenn kritische Glieder in der Nahrungskette wegbrechen, haben sie keine Chance.

            „Irgendwann hat die Evolution die wachsende Gehirngröße als Option in ihr Programm aufgenommen – und sie war ein Erfolgsmodell. Also verfolgt sie (wenn man mal in Bildern einer planenden Natur denken will) sie weiter.“

            Ob man es verblüffend findet, ist sicher auch eine Frage der Wahrnehmung… für mich hat die Tatsache, dass die Biosphäre hohe Informationsflussdichten begünstigt, auf jeden Fall etwas Beglückendes, weil es dazu geführt hat, dass im Universum mindestens eine Struktur existiert, die das Universum verstehen kann.

        • „Frank Schätzing — ja, das ist ein Autor der mir in letzter Zeit relativ oft empfohlen wurde, bislang fand ich aber noch keine Gelegenheit, mal in seine Bücher reinzulesen.“

          Kann ich nur empfehlen.
          Ich kenne besagte „Nachrichten aus einem unbekannten Universum“ und „Der Schwarm“. Beides ziemliche Wälzer, die einen erstmal zurückzucken lassen.
          Aber Schätzing weiß zu fesseln, und obwohl besonders beim Universum gar nichts Thrilleriges passiert, ist es irre spannend.
          Ebenso „Der Schwarm“, in dem Schätzing eine andere Form der Intelligenz, eben der Schwarmintelligenz, sich gegen die Menschheit erheben lässt. Ein Thriller vom Allerfeinsten 😉

          „Er recherchiert extrem präzise und ausführlich, habe ich gehört.“

          Kann ich nicht beurteilen, aber was er schreibt, hat Hand und Fuß.

      • @Carnofis:
        „weil die lebenden Arten auch mit ihren Walnüssen überaus erfolgreich waren (ist bei einigen Menschen ja heute noch so. Man kann so ausgestattet sogar US-Präsident werden 😀 )“

        Moooomeeeent!, das geht auch noch kleiner, Jimmy Carter wurde mit Erdnüssen ( allerdings ganz vielen ) Präsi …..

    • „Wie war die erste Lebensform auf der Erde beschaffen, wann und wie entstand sie?“

      Miller-Urey waren nicht die ersten. Wilhelm Reich untersuchte selbiges mit seinen „Bion Experimenten“ mit tausenden systematischen Tests und bemerkenswerten Ergebnissen (leider scheinen die keinen Eingang in die Mainstreamwissenschaft gefunden zu haben). Er fand die spontane Bildung von Einzellern, in bestimmten, gründlich autoklavierten, Mischungen (was eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit sein sollte). Man müsste die Sachen mit heutiger Technik mal wiederholen, um zu prüfen, was der genau beobachtete.

      Wie sind extrem langzeitliche Trends zu erklären

      Auch ein spannendes Thema und vermutlich dem obigen verwandt, wie alles was in die negentropische Richtung geht. Warum kommt es überhaupt zu „Leben“? Warum entsteht unter Energieaufwand eine Struktur, die dann auch noch immer komplexer wird? Man kann das mit Zufall begründen, wirklich befriedigend ist das allerdings nicht und widerspricht eigentlich der sonstigen physikalischen Beobachtung, dass Energie nach Ausgleich strebt, nicht nach Konzentration und Struktur (Entropie halt).

      Physiker wie Burkhardt Heim oder Thomas Campbell warfen bzw. werfen interessante neue Hypothesen in den Ring. Heim nahm z.B. an, dass wir in Wirklichkeit in einer mind. 6-dimensionalen Welt leben, Zitat:

      Doch Heims Theorie entwirft ein Weltbild, das darüber hinaus auch für jeden Menschen von großer Bedeutung ist. Denn nach Heim lässt sich das Massenspektrum der Elementarteilchen nur in einer Welt mit 6 Dimensionen beschreiben. Folglich müssten auch wir Menschen in einer Welt mit drei reellen und drei imaginären Dimensionen leben. Die beiden zusätzlichen Dimensionen sind nicht – wie in Kaluza-Klein-Theorien – eingerollt, sondern prinzipiell nachweisbare Wertevorräte der Welt. Sie sind jedoch mit physikalischen Instrumenten nicht ausmessbar, haben informatorischen Charakter und beschreiben qualitative Aspekte (Bedeutungen) materieller Organisationen. Daher hat Heim in den letzten Jahren seines Lebens eine erweiterte formale Logik entwickelt, um damit sowohl quantitative als auch qualitative Aspekte einheitlich beschreiben zu können. Erst dadurch gelingt es, biologische und psychische Prozesse (wie das Bewusstsein) formal in einer 6-dimensionalen Mannigfaltigkeit und somit auch nichtphysikalische Vorgänge zu formalisieren, was ganz außerordentlich weitreichende Konsequenzen für alle Bereiche der Wissenschaft haben dürfte.
      Quelle: http://heim-theory.com/

      Warum entstand das Bewusstsein erst relativ spät?

      Das vermuten wir nur, weil wir lediglich Bruchstücke der letzten Evolution kennen. Gut möglich, dass es schon einige davor gab oder der Mensch letztlich sogar erst durch außerirdische Befruchtung entstand. Es gibt eine Reihe von Indizien, die zumindest dafür sprechen, dass wir noch extreme Lücken in unserem Weltbild haben. Viele Sachen schlicht nicht erklären können, etwa:

      https://www.gehvoran.com/2015/01/huangshan-das-hoehlenlabyrinth-dass-es-nicht-geben-duerfte/
      oder
      http://www.0095.info/de/index_thesende3_geologieundpalaeontologie_millionenjahrealteartefakte.html

      • Ich würde in der Tat zustimmen, dass wir erst einen winzigen Bruchteil der Realität ansatzweise verstehen. Die Menschheit ist immer noch ein Grünschnabel im Universum, der momentan gerade flügge wird.

        Ich bin jedoch immer skeptisch, wenn dieser oder jener dieses oder jenes Phänomen beobachtet zu haben angibt — ein Experiment muss prinzipiell von jedem Menschen wiederholt werden können. Ein einzelner Bericht, aus dem sich keine Messvorschrift ableiten lässt, hat kaum Erkenntnisgehalt.

        Lustig finde ich, dass mein ehemaliger Chef (beim Institut für Festkörper-Kernphysik Berlin) ein Fan von Burchard Heim war, insbesondere von dessen Vorschlägen für superluminale Raumschiffantriebe.

        Mal schauen. Es würde mich nicht wundern, wenn in irgendwelchen Schubladen von eigenwilligen Forschern wissenschaftliche Goldnuggets darauf warten, dass jemand sie birgt. Allerdings muss eben letztlich immer das Experiment entscheiden!

  6. Es könnten natürlich alles russische Bots sein, wie die Wahrheitsmedien in den USA verlautbaren lassen, aber mir ist dieses #WalkAway Hashtag echt sympathisch.

    • @PDLC

      Das ist genau die US-Soße, die ich hier in Frage stellen möchte, nämlich in Sekunde 18 dieses Beitrags sagt sie wörtlich: I converted to feminism.
      Sie konvertierte also zu einer Religion aus einem religiösen Verständnis heraus.
      Im Grunde wechselte sie nur ihre Religion.
      Ihr #walkaway from im Titel hat wieder genau diesen religiösen Charakter beibehalten: Es geht hier um das Abschwören.

      Den religiösen frame hat sie nicht eine einzige Sekunde verlassen.
      Sie sagt, es wäre ihr um „progression“ gegangen und das kaufe ich ihr nicht ab.
      Wenn sie „progressive“ sagt, meint sie tatsächlich die religiöse Erlösung.

      Als Leszek schrieb, die US-Szene hätte die französischen Poststrukturalisten vulgarisiert, ist m.E. der ideologische Vorgang gewesen, sie haben sie durch ihre „Gebetsmühle“ gedreht.
      Natürlich gibt es die institutionellen Gründe für diesen Vorgang (die departments an den Universitäten), aber das manichäische Denken, der Utopismus, der auf Erlösung abzielt – das ist alles Religion.

      Sie waren schon Religioten, bevor sie auch nur eine Zeile XXX gelesen hatten und sie werden jede andere Theorie ebenso behandeln.

      • Aus „ich bin Atheist“ frickeln die sich ja auch mit Begeisterung und in erschreckendem Tempo einen Ismus zusammen.
        Da gibt’s ne Southpark Folge, die nimmt – glaube ich zumindest – das ganz nett auf die Schippe, indem dort sogar Agnostizismus zum Wahn verkommt, inklusive Kindesmissbrauch.

        http://southpark.wikia.com/wiki/White_Trash_In_Trouble

        Erinnert auch an die MTV Krawallnudel Laci Green.
        Vermutlich sollte man statt der religiösen Spinner mehr die religiösen Spinnerinnen überwachen. =)

        Sie sagt aber auch, warum sie ‚konvertiert‘. Das klassische feministische Rättinnenfängerspiel.
        Erst wird Angst gemacht und Unfairheiten werden erfunden, und dann muss Misses „Ich mache die Welt besser“ einfach.
        Sie erklärt aber auch ihre Progression als ‚moving forward‘.
        Da sehe ich eher das Problem.
        Moving forward ist ein böser Ratschlag, wenn man darüber belogen wurde was hinter einem liegt.

        Das Walk Away From ist der allgemeine Hashtag, der hat keine religiöse Konnotation, denen allen gemein ist nur der unglaubliche Frust darüber von den Dems seit 70 Jahren verschaukelt worden zu sein.

      • Ja, die von YT angezeigten Aufrufszahlen sind bescheiden, und hört man ein paar davon zu, dann scheinen die sich gegenseitig zu schauen.

    • Diejenigen, die eine feministische Agenda verkünden, haben guten Zugang zu den Medien, während der Zugang zu den Medien für diejenigen, die sich zwar für die Gleichberechtigung der beiden Geschlechter einsetzen, aber gegen den Feminismus sind, oft stark eingeschränkt wird. Die Analyse von Fernsehsendungen zeigt, dass, sobald eine Person etwas gegen die Agenda führender Feministinnen sagt, der „Spitzenvorhang“ [im Original: „Lace Curtain“] fällt und jeder weitere Zugang zu den Medien gestoppt wird. Wenn eine Person ein Buch schreibt, das den Feminismus kritisiert, ist es oft sehr schwierig, einen Verlag zu finden, der das Buch veröffentlicht. Wenn ein Buch nach zahlreichen Ablehnungen endlich einen Verlag gefunden hat, wird es oft nicht in den Medien besprochen, so dass es in Vergessenheit gerät und keine Wirkung hat. Dies gilt auch für Bücher, die ausgewogen und moderat sind, und für wissenschaftliche Bücher mit vielen Quellenangaben.

      (…) Die Untersuchung eines internationalen Katalogs von mehr als 10.000 großen Bibliotheken zeigt, dass pro-feministische Bücher, einschließlich solcher, die einen extrem starken Hass auf Männer aufweisen, in mehr Bibliotheken vorhanden sind als Bücher, die den Standpunkt von Männern verteidigen, und dass sie in wesentlich mehr Sprachen übersetzt werden. Bücher, die keinen kommerziellen Verlag gefunden haben und von ihrem Autor privat herausgegeben werden, sind in extrem wenigen Bibliotheken vorhanden und daher für die Öffentlichkeit kaum zugänglich, weil man nichts von ihnen erfährt und man sie nicht in Bibliothekskatalogen findet.

      https://genderama.blogspot.com/2018/07/fachzeitschrift-berichtet-uber.html

      Meinungen von Frauen/Feministinnen werden unterdrückt – Bullshit
      Feminismus ist eine Wiederstandbewegung gegen das Establishment – Bullshit
      Die Gesellschaft hasst Frauen/ Frauenhass ist akzeptiert – Bullshit
      Feminismus ist für Vielfalt und Meinungsfreiheit/ will Diskussionen anregen – Bullshit

      In Germany, Arne Hoffmann (2001) wrote the book „Sind Frauen bessere Menschen?“ (Are women better people?). It gathers an unsurpassed amount of documentation on issues where men are not as bad or dominant as feminists claim – dealing with statistics on rape, partner violence, pay gap, differential mortality, suicide rates, and much more. He had not foreseen how difficult it would be to find a publisher for the book. In the course of a year, he got rejections from more than 80 different publishing companies, for instance on the ground that the text was too „polarizing“. One company wrote that they would publish such a manuscript only if it were written by a woman.

      Meinungen von Frauen zählen nicht – Bullshit

      Im Verlauf seines Aufsatzes kommt Kåre Fog auch auf die Unterdrückung systemkritischer Publikationen durch Gewalt zu sprechen, wie sie hierzulande etwa Esther Vilar geschehen ist, die nach einem Buch, das die feministische Ideologie hinterfragte, von Frauen zusammengeschlagen wurde, permanent Morddrohungen erhielt und aus Deutschland fliehen musste. In Großbritannien machte Erin Pizzey – Mitbegründerin des ersten modernen Frauenhauses, aber aufgrund ihrer Erfahrungen später feminismukritisch – eine ähnliche Erfahrung.

      Und nochmal: Meinungen von Frauen/Feministinnen werden unterdrückt – Bullshit

      Für das genau Gegenteil finden sich hingegen zuhauf Beispiele.

      Die Schwierigkeiten, die Gegner des Feminismus hatten, Verleger zu finden, sind ungewöhnlich groß – so groß, dass einer von ihnen sogar einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erhielt.

      Echt? Wer? Womit?

  7. Eigentlich unfassbar das die UN das vorantreibt. Mit Männern kann man es ja machen. Die einfachere und sichere Lösung wären kostenlose Kondome.

    • @Matze

      Dann wären aber die konservative Botschaft, dass Abstinenz AIDS verhindert fürn Arsch.
      Das Böse der Sexualität muss immer beim Mann verortet werden.
      Es sitzt auf der männlichen Schleimhaut und – um Gottes willen! – nicht auf der weiblichen!
      Frauen! Als Träger von HIV-Viren???
      Undenkbar!

      Die Ideologie ist, der Austragungsweg ist immer male (aktiv) -> female (passiv).
      Also erleidet Frau die Übertragung des Virus, statt sie selber herbei zu führen.
      Frauen haben nämlich keine Schleimhäute.
      Bitte gehen Sie weiter! Hier gibt es nichts zu sehen!

      Die Ideologie muss gerettet werden. Und UN sind willige Helfer.

      • Was denken die eigentlich? Das die Frauen nur 2x Sex haben und dann ist Schluss? Wenn eine Frau da mit einem beschnittenen HIV-Positiv ungeschützt Sex hat und nicht infiziert wird, denkt sie vielleicht das sie beim nächsten Beschnittenen und den übernächsten ja auch keine Kondome braucht, aber das sie bis dahin schon selbst infiziert ist, ist überaus wahrscheinlich.
        In meinen Augen bringt das gar nicht und kann sogar zum Gegenteil fühlen, da es eine falsche Sicherheit vorgaukelt. Aber wahrscheinlich ist das Aktionismus und es betrifft ja nur das Sexualleben von Männern. Vielleicht brauchen sie auch die Vorhäuten um da Gesichtscremes für Frauen draußen zu machen.

        • „In meinen Augen bringt das gar nicht und kann sogar zum Gegenteil fühlen, da es eine falsche Sicherheit vorgaukelt.“

          Ich gehe mittlerweile davon aus, daß die Verstümmelungskampgnen in Afrika der aggrsssiven Verbreitung von HIV dienen sollen.

    • Das geht nicht, daran könnten dann Fische ersticken, die Afrikaner werfen bekanntlich alles ins Wasser 😉
      So eine Vorhaut ist dagegen biologisch abbaubar.

      Ernsthaft: ich gebe dir Recht. Die UN wird mir von Jahr zu Jahr unsympathischer. Früher hielt ich die rechten Amis, die in der UN eine Verschwörung sahen, für durchgeknallt, heute denke ich selbst fast so.

      • Ich denke, es reicht die Annahme, dass die UN für eine Organisation mit ihrer Größe, Budget und Mangel an Kontrollinstanzen das übliche Maß an Korruption aufgebaut hat.

        Und wie wir wissen, sind Feministinnen erstklssig darin, eine Struktur zu korrumpieren. So viel religiösem Fervor kann ein unschuldiger Geist nichts entgegensetzen.

  8. In SPON wird ein Buch von Wendy Brown, einer Politologin aus den USA, rezensiert: „Mauern – Die neue Abschottung und der Niedergang der Souveränität“

    Die Kernthese von ihr lautet, dass markante Grenzbefestigungen Ausdruck einer Ersatzhandlung aus Hilflosigkeit heraus sind, gleichsam reine Symbolpolitik. Effizienter als die Passivität von Grenzanlagen seien aktive Maßnahmen

    „Sowohl Einzelpersonen als auch kleine Gruppen können unterwegs mit Überwachungstechnik und Patrouillen besser aufgespürt und umgeleitet werden als mit Mauern.“

    Nun, da hat sie nicht so unrecht, wobei die Begrifflichkeit „umgeleitet“ natürlich zu hartem Zynismus einlädt. Generell ist das Thema ja abseits von Symbolpolitk, Moralismus und Instrumentalisierung als Waffe gegen innenpolitische Gegner tabuisiert, da es keine Lösungsvariante gibt, die mit der humanitären Selbstgerechtigkeit des Westens in Einklang zu bringen wäre.

    Skurril wird es wo sie das Geschlechterthema an langen blonden Haaren heranzieht um es in ihrem Buch zu verwursten:

    „Penetrierbarkeit, das heißt Durchlässigkeit, sei „weiblich kodiert“, während „Vermögen zur Eingrenzung männlich kodiert“ sei. Der Ruf nach Grenzen, so Brown, stellt auch eine Möglichkeit dar, eine als bedroht empfundene Männlichkeit symbolisch zu verteidigen.“

    Auf den ersten Blick ein Brüller und leider mal wieder ein Beleg, wie schwer es selbst intelligenten Frauen fällt, objektiv analytisch zu sein und ihre Eierstöcke mal aussen vor zu lassen.

    Wenn man schon das Geschlechter-Thema als Klischee hier reinbringt, dann müssten Grenzbefestigungen und Mauern naheliegenderweise als weibliche, als passive politische Lösung gelten und proaktive Vorfeldmaßnahmen als männliche, aktive Lösung.

    Insofern wird das Zusammendenken beider Thematiken auf den zweiten Blick schon interessant.

    Und fairerweise: Ich kenne das Buch selber nicht und eventuell ist ja auch nur die SPON Rezension Schrott und das Buch wesentlich differenzierter…

    Hier der Link zur Rezension:

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fluechtlingsdebatte-warum-mauern-am-ende-keinem-nuetzen-a-1218239.html

    • Mit ihrer ‚Männlichkeitsverteidigungsthese‘ liegt sie nicht verkehrt.
      Sie ist halt nur nicht ehrlich.

      Wer sich finanziell effektiv absetzen kann vom Männerüberschuss im fertilen Alter, der kann natürlich darüber hinwegsehen, wer das nicht kann, der muss mit andere Signalen das hypergame Weibchen überzeugen und da Arbeit ja wie oben genannt schon rausfällt, bleiben eigentlich nur noch Kriminalität und Gewalt um zum Stich zu kommen.
      Da kommt dann noch die Dreiklassenjustiz dazu.
      Und dann kommt noch obendrauf, dass deren Familien ihren Töchtern nicht unbedingt mit dem Rauswurf aus der Familie oder schlimmerem drohen, wenn die Liebe mal unglücklich irgendwohin fällt.

    • @ Peter Müller

      „In SPON wird ein Buch von Wendy Brown, einer Politologin aus den USA,“

      Sie ist übrigens die Lebenspartnerin von Judith Butler. Im Gegensatz zu dieser schreibt Wendy Brown aber auch manchmal gute Sachen. Wendy Brown hat z.B. ein gutes Buch zur Kritik des Neoliberalismus geschrieben und ich kenne von ihr außerdem einen guten Artikel zum Thma „Demokratietheorie“. Sicherlich wird sie aber auch manchmal feministischen und politisch korrekten Stuss von sich geben. Das oben erwähnte Buch von ihr kenne ich nicht.

      • „Sie ist übrigens die Lebenspartnerin von Judith Butler.“

        Ah, dann kam das Geschlechterthema ja vielleicht als Ergebnis einer Quengelei am Frühstückstisch in das Buch rein? 😉

        „Im Gegensatz zu dieser…“

        Ich würde Judith B. immerhin zugute halten, dass sie wichtige Denkanstöße gegeben hat. Auch wenn sich mir bei ihrem Schreibstil die Zehennägel aufrollen.

        Wie sehr ist Frau in ihrer Außendarstellung wirklich sie und wie oft handelt es sich um einen performativen Akt der Darstellung einer Frau durch ein kleines Mädchen? Und die Rollenbeschreibung „Frau“ wird durch das soziale Nahfeld und gesellschaftlicher Meinungsträger vorgegeben?

        Etwas was früher, als Gebären noch ein zentrales Element im Leben einer Frau war, gar nicht so auffiel oder überhaupt ins Gewicht fiel, wurde mit der Dekadenz der Postmoderne erst sichtbar. Und Judith B. hat dieser Sichtbarkeit ansatzweise einen theoretischen Rahmen gegeben.

  9. Aus dem Gruselkabinett des Radikalfeminismus:

    »And I am sick of hearing from individual women that their men are all right.« (Julie Bindel)

    »Und dann kommen sie alle an, die braven 80 Millionen Deutschen, und jeder hat seinen anständigen Juden. Es ist ja klar, die anderen sind Schweine, aber dieser eine ist ein prima Jude.« (Heinrich Himmler, Posener Rede)

    »Wehret den Anfängen« funktioniert nur dann, wenn man die Anfänge auch als solche benennt.

    • Diese beiden Sprüche müsste man untereinander in Bronze gießen und an exponierter Stelle in einer Millionenstadt aufstellen – vor dem Kölner Dom, z.B.

      Damit jeder sehen kann, welchem Götzen er da opfert.

    • Was mich am meisten verwundert, ist, wie geschichtsvergessen die sind. Diese Parallele springt einem doch gerade ins Gesicht, wenn man sich etwas mit Geschichte befasst hat. Oder wenn die Gendertanten ständig von Ermächtigung quatschen. Echt. Ich hab mal eine gefragt, ob die Ermächtigung mit einem Gesetz realisiert werden soll. Hat nichts geschnallt, die Trulla.

    • Gibt es das nicht schon irgendwo als Spiel? Rate ob das von einem offiziellen, geschichtlichen Faschisten oder einer heutigen Feministin gesagt wurde?

      • Ich hab grad mal nach „fashist feminist game“ gegoogelt und bin auf dieses Brett/Kartenspiel gestoßen:

        Assemble your girl gang by collecting the most Nasty Woman Cards to take down the patriarchy and win the game. Whatever you do, don’t get trumped!

        Das Ziel von $25.000 wurde erreicht!

    • Ist denn so eine Posener Rede mit einem Artikel im Guardian vergleichbar, oder muss man den Nazis dann nicht zumindest zugestehen, anders als die Feminazis und der Guardian über ein Schamgefühl und ein Selbstbewusst zu verfügen?

      Ich vermute ja mal, das war ein geschlossener Kreis hoher SS Offiziere.

        • Wobei ja auf der anderen Hand niemand plante einen Judenverlei aufzumachen, bei welchem sich jeder den einen guten später ausleihen kann.

          • Hitler hatte selber seinen „guten Juden“, sein Name war Alfred Rosenberg, und der wurde als Chefideologe nach dem Nürberger Hauptprozess aufgehängt.

        • @Androsch Kubi:

          »Allerdings gibt es Hinweise darauf, dass diese von den Siegern umgefälscht wurden:
          http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=352516«

          Geil, eine Kritik mit Quellenverweis ins »Neuschwabenlandarchiv«! 🙂 Wahrscheinlich liegt das unverfälschte Original der Posener Rede im Archiv von Wolfgang Kortzfleisch auf der Rückseite des Mondes und enthält in Wahrheit bloß Richtlinien für arische Hühnerzucht …

          • *gääähn*

            Dass du einer Quelle nicht vertraust ist vollkommen Ok, der Unterschied zu mir ist lediglich:
            ich vertraue keiner der beiden.

            Wer ernsthaft annimmt, dass die Alliierten kein Interesse daran hatten, den Deutschen Greueltaten anzuhängen, der kennt weder die Arbeitsweise der Angelsachsen noch ist er Realist.

          • Davon abgesehen: wer außer ein rechtes Archiv würde sowas untersuchen, aufbewahren und zugänglich machen? Vielleicht die BPB? Ach, beantworte dir die Frage selbst.

          • @Androsch Kubi:

            »Dass du einer Quelle nicht vertraust ist vollkommen Ok, der Unterschied zu mir ist lediglich: ich vertraue keiner der beiden.«

            Blindes Vertrauen ist ebenso unklug wie blindes Misstrauen. Es gibt aber durchaus die Möglichkeit, Quellen zu bewerten. Und die Quellen der nationalsozialistischen Massenvernichtung sind historisch mittlerweile sehr gründlich aufgearbeitet, da reicht es nicht, pauschal auf »die Sieger« zu verweisen, die angeblich ein Interesse an verzerrter Darstellung gehabt hätten.

            Und ich erlaube mir, eine Quelle, die schon mit dem Namen »Neuschwabenland« hausieren geht, mit erheblich größeren Vorbehalten zu betrachten als die Arbeiten der Historikerzunft. Schon lange vor »Iron Sky« haben sich unter diesem Stichwort diejenigen versammelt, die das Basisszenario dieses Films durchaus nicht für eine Parodie halten.

            »Wer ernsthaft annimmt, dass die Alliierten kein Interesse daran hatten, den Deutschen Greueltaten anzuhängen, der kennt weder die Arbeitsweise der Angelsachsen noch ist er Realist.«

            (1) Sagte mir, o Muse, welchen Grund die Alliierten hätten haben sollen, den Deutschen noch Greueltaten anzuhängen, nachdem diese genug davon für alle sichtbar begangen hatten. Ok, Stalin wollte den Deutschen Katyn anhängen, aber das waren Deinem Sprachgebrauch zufolge dann ja »die Slawen«, nicht »die Angelsachsen«.

            (2) »Realismus« erfordert, nicht nur die Interessen der »Sieger« (für mich bleiben das übrigens die »Befreier«) in Betracht zu ziehen, sondern auch die Interessen der Holocaustleugner, auf deren Elaborate unter anderem die Fälschungsvorwürfe an die Posener Rede zurückgehen.

          • @Androsch Kubi:

            »Davon abgesehen: wer außer ein rechtes Archiv würde sowas untersuchen, aufbewahren und zugänglich machen?«

            Wer oder was qualifiziert denn dieses »Archiv« als ein Archiv in irgendeinem wissenschaftlich (oder auch nur archivarisch) ernstzunehmenden Sinne? Dass »das Internet« hier keine Unterschiede macht, heißt nicht, dass es keine gibt. Abstrakte Gleichsetzung im Sinne von »ich traue keinem von beiden« ist da nicht mehr als eine Entschuldigung für »ich habe keinen Bock, irgendwas nachzurecherchieren«.

          • „(1) Sagte mir, o Muse, welchen Grund die Alliierten hätten haben sollen, den Deutschen noch Greueltaten anzuhängen, nachdem diese genug davon für alle sichtbar begangen hatten“

            Das war für die pragmatischen Angloamerikaner während des Krieges und in der unmittelbaren Nachkriegszeit sicher sinnvoll, um die passende Stimmung in der Heimat zu erzeugen und aufrechtzuerhalten. Spätestens mit Beginn des kalten Krieges wurde das aber dann ziemlich konsequent abgeschaltet und die Propaganda lief in eine andere Richtung. Da war dann der Commie (wieder) das Feindbild, nicht mehr der Kraut… 😉

          • @Androsch Kubi: Den ach so guten Nazis Greueltaten anhängen?
            Das brauchten die Alliierten wohl kaum, davon gab es auch so genug.
            Unglaublich, was für ein smarter Holocaustleugner bist. Der lebende Beweis für deutsches Gutmenschentum.
            Alles nur erfunden, bei dir? Gabe keine KZs, keine Gaskammern, keine Leichenberge keine Kriegsverbechen, keinen Plan Barbarossa, ne? Alles Fotomontagen, ne?

      • @PDLC:

        »Ist denn so eine Posener Rede mit einem Artikel im Guardian vergleichbar …«

        Nein, denn es geht nicht um die Publikationsform, sondern um einen kommunizierten Inhalt: um die Art, systematisch Mitgefühl zu verdrängen.

        »… oder muss man den Nazis dann nicht zumindest zugestehen, anders als die Feminazis und der Guardian über ein Schamgefühl und ein Selbstbewusst zu verfügen?«

        Und dieses Schamgefühl könnte worin genau bestanden haben?

        • Die Rede belegt für mich interessanterweise, dass die Judenvernichtung bei weitem von der Mehrheit der Deutschen nicht befürwortet wurde, dass man hier bei der SS wohl mit wenig Begeisterung rechnete, nicht umsonst wurde das Projekt dann zunächst in die Ostgebiete und in abgeschottete Lager verlegt.

          Und das noch vor der Niederlage von Stalingrad, weit vor der Bombennacht von Dresden und anderen.
          Was nicht heißt, dass das Regime nicht anfangs viele Anhänger hatte, oder dass niemand wußte, was in den KZs los war, aber irgendwann ab Mitte der dreißiger Jahre war die Herrschaft der Nazis so gefestigt, dass eine Korrektur dieses Irrglaubens nicht mehr möglich war. Es gab einfach nicht die Möglichkeit, einen genügend starken Widerstand aufzubauen.

          Und der Großteil der kampffähigen Männern war ja auch an der Front, oder irgendwo in der Etappe, bis einige tausend Kilometer weit von zu Hause, im Feindesland.
          Selbst wenn man gewollt hätte, es wäre nicht so einfach gewesen, dort mal eben die Knarre unzudrehen und zurück nach Deutschland zu marschieren, und Hitler zu stürzen.
          Die Frontabschnitte waren ja auch mit Funktionären, SS und Feldgendarmerie durchsetzt.
          Vor einem waren Waffen auf einen gerichtet, und hinter einem auch.
          Und da Menschen Gewohnheitstiere sind, bleiben die meisten lieber in einer Situation gewohnter Unsicherheiten, als ungewohnter mit unabsehbaren Folgen, lieber in einer Situation, wo man eine Chance auf Überleben hatte, als den sicheren Tod zu wählen.
          Alles in allem war der deutsche Soldat wohl doch nicht so heroisch, wie Kubisch und Co. immer meinen, außer unter der Fuchtel des Kompaniefeldwebels.
          Zumal jeder mit Frontkontakt wußte, was für Kriegsverbrechen begangen wurden, und die Furcht vor Rache nicht ganz unrealistisch war.

          Es gab genau zwei Zeitpunkte, wo ein Aufstand gegen Hitler und die Nazis militärisch gesehen Erfolg hätte haben können, direkt nach der Ernennung Hitlers bis ungefähr zum Ermächtigungsgesetz, wenn sich die linken Kräfte und die Demokraten geeinigt und den Aufstand gewagt hätten (hier haben sowohl die ruhmreiche antifaschistische KP versagt, als auch die SPD, als auch der normale bürgerliche Gutmensch); und bei der Generalmobilmachung 1939, als Millionen Deutsche plötzlich bewaffnet waren.
          Aber damals hatten die Nazis schon genug gläubigen, wehrfähigen Nachwuchs herangezogen, und die erfahreneren Soldaten und vor allem das Offizierskorps glaubten eher an einen begrenzten Konflikt mit Polen, eher eine Art Operettenkrieg, nach Art der „Heimholung“ Österreichs und der „humanitären Aktion in der Tschechoslowakei.
          Und schließlich stand ein leichter Sieg in Aussicht, dank der technischen und wirtschaftlichen Überlegenheit gegenüber Polen, und dem Appeasement der Westmächte wie in München 1938.

          Jedenfalls, ich finde das wie gesagt einen wichtigen Aspekt in dieser Himmler-Rede, er hielt noch 1943 die Deutschen in ihrer Gesamtheit für „unsichere Kantonisten“ in Bezug auf die Judenvernichtung
          Hätten die Nazis 1934, nach der Ausschaltung der Röhm-Fraktion in der SA, angefangen, in deutschen Städten Juden und Dissidenten öffentlich umzubringen, hätte die Stimmung gegenüber den Nazis wohl leicht kippen können, und es hätte sich früher im Staatsapparat ein Widerstand organisieren können.

          Ja, ich weiß, hätte hätte Fahrradkette.
          Aber die Möglichkeiten waren da, man hat halt auf noch bessere Gelegenheiten gewartet, bis die Zeitpunkte verstrichen waren, oder dachte, Hitler würde sich schnell blamieren, und es wäre irgendwie ein Selbstläufer, dass die Deutschen ihn wieder loswerden, weil sie ja so zivilisiert und gebildet seien, auch ein Adorno und ein Brecht haben ja bekanntlich nicht zur Waffe gegriffen, sondern sich davon gemacht.
          Man glaubte optimistisch nur an die Macht des Wortes und der Überzeugung durch sprachliche Argumente, man musste erstmal abwarten, bis 80 Millionen Deutsche das richtige Bewußtsein entwicelt hätten usw.
          Der religiöse Glaube des deutschen Spießers an die mystische Kraft des menschlich Guten, das sich durchsetzt wie die Gesetze der Schwerkraft. Der Gutmensch kannte nicht die Dualität von schwerer Masse und träger Masse.

    • Na, die Kirche können wir im Dorf lassen. Das eigentliche Problem ist doch nur, dass eine Frau, die ihren Frust darüber keinen guten Mann abbekommen zu haben als politische Botschaft verpacken und damit von irgendwem als intellektuelle Stimme ernstgenommen werden kann.

      • Julie Bindel ist glaubwürdig pur-lesbisch und jammert wohl kaum über persönlichen Männermangel.

        Dass ist echte Männerverachtung und/oder Penisneid.

        • Es gibt kein „pur-lesbisch“ wie es durch und durch schwule Männer gibt. Es gibt nur Frauen, die keinen Mann abbekommen, der gleichzeitig ihren hypergamen Ansprüchen genügt.

          • Ich kenne mehrere Lesben, die mir glaubwürdig versichern, dass sie an Männern sexuell kein Interesse haben und nie hatten.

          • Was ist denn „pur-lesbisch“ oder „durch und durch schwul“?

            Im Zweifel können beide auch nach außen sichtbare Beziehungen zum anderen Geschlecht eingehen wenn es opportun erscheint. Ist dann halt ne Josephs-Ehe.

            Aber wenn eine Lesbe mir erzählen würde, sie sei nur eine weil sie „keinen Mann abbekommt, der ihren hypergamen Ansprüchen genügt“, dann würde ich sagen sie lügt.

          • Aber wenn eine Lesbe mir erzählen würde, sie sei nur eine weil sie „keinen Mann abbekommt, der ihren hypergamen Ansprüchen genügt“, dann würde ich sagen sie lügt.

            Wenn das eine Lesbe zu mir sagen würde, würde ich davon ausgehen es mit einem gefährlichen Alien zu tun haben. Eine derartige Fähigkeit zur Selbstreflektion hat keine Frau.

        • Bindel führt eine Organisation, die Frauen unterstützt die ihre Männer ermordet haben anstatt zur Polizei zu gehen oder sich anderweitig zu helfen. Die Frau hasst Männer durch und durch und wird sich durch ihre Arbeit auch nur noch mehr da rein fressen.

    • Sag ich doch. Faschistinnen.
      Musste gerade denken: „Julie, wir wissen wo dein Auto steht!“ 🙂
      Wo ist die Antifemfa, wenn man sie mal braucht?

  10. Mal wieder ein klarer Fall von „keiner Vergewaltigung“
    http://www.dailymail.co.uk/news/article-5888999/Machete-wielding-woman-19-forced-ex-sex-urinated-bed.html

    Ich zitiere mal aus Wikipedia:
    „Rape in the United States is defined by the Department of Justice as „Penetration, no matter how slight, of the vagina or anus with any body part or object, or oral penetration by a sex organ of another person, without the consent of the victim.“

    Kein Wunder, dass nach dieser Definition Männer nicht so oft vergewaltigt werden… blöderweise hat sie ihm ja nicht den Finger oder was anderes in den Hintern gesteckt…

    Nach Deutschem Recht (Hurrah) würde §177 StGB voll greifen.
    „(1) Wer gegen den erkennbaren Willen einer anderen Person sexuelle Handlungen an dieser Person vornimmt oder von ihr vornehmen lässt….“
    Gechlechtsneutrale Formulierung hat wirklich Vorteile 🙂

  11. „Es ist höchste Zeit, dass auch alle Menschen mit geistiger Behinderung wählen können“, sagte Burkhard Lischka, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, dem Handelsblatt. „Wählen ist ein Grundrecht.“ Daher werde die Koalition das Bundeswahlgesetz und das Europawahlgesetz entsprechend ändern.
    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wahlrecht-grosse-koalition-will-menschen-mit-geistiger-behinderung-zu-wahlrecht-verhelfen/22789238.html

    Laut ze.tt, wo die betroffene Gruppe euphemistisch als „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ bezeichnet wird, steht sogar im Koalitionsvertrag:
    „Unser Ziel ist ein inklusives Wahlrecht für alle. Wir werden den Wahlrechtsausschluss von Menschen, die sich durch eine Vollbetreuung unterstützen lassen, beenden.“
    https://ze.tt/inklusives-wahlrecht-ab-2019-sollen-auch-menschen-mit-lernschwierigkeiten-waehlen-duerfen/

    Ich bin über Danisch auf das Thema gestoßen und habe durch etwas Recherche erstaunt festgestellt, dass hier schon seit längerem eine offizielle Kampagne läuft. Beispiel: https://www.tagesschau.de/inland/btw17/wahl-behinderung-101.html

    Zur Klarstellung, es geht hier um Menschen mit so starken geistigen Behinderungen, dass für sie gerichtlich eine umfassende Betreuung in allen Lebensangelegenheiten angeordnet wurde (§ 13 Nr. 2 BWahlG). Mir ist völlig unverständlich, wie man auf die Idee kommen kann, es sei eine gute Idee, Menschen über die Politik des Landes mitentscheiden lassen zu können, die amtlich attestiert nicht einmal in der Lage sind, über ihre persönlichen Angelegenheiten zu entscheiden (und die vermutlich oft nicht mal eine vage Vorstellung davon haben, was Parteien überhaupt sind). Ich finde es geradezu erschreckend, dass die Politik sich tatsächlich damit beschäftigt und das offenbar auf Druck der SPD sogar umsetzen will. Und dann wundert man sich über sinkendes Vertrauen in unsere politische Führung.

    Interessant übrigens, dass, wie die „Ehe für alle“, auch das „inklusive Wahlrecht für alle“ natürlich keineswegs für alle umgesetzt werden soll, sondern nur für eine kleine Klientelgruppe, in diesem Fall ca. 80.000 € geistig Behinderte. Alle sonstigen gesetzlichen Wahlrechtsausschlüsse und -begrenzungen sollen bestehen bleiben. Und die wenigsten der betroffenen Behinderten dürften ihr fehlendes Wahlrecht als Einschränkung empfinden. Also reine „virtue signalling“-Politik, aber es ist eben moralisch hochstehend, wenn man dafür kämpft, dass auch z.B. Komapatienten nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen werden (siehe Tagesschau-Link)…

  12. Der Autor dieser lesenswerten Kritik am Neoliberalismus scheint irritiert darüber zu sein, dass Frauen nicht minder an der Durchsetzung der neoliberalen Agenda arbeiten:

    Die politische Schmutzarbeit der Neokonservativen verrichten heute auch Frauen. Doch diese agieren im „politischen Führungsgeschäft“ – nach Herstellen von „Gendergerechtigkeit“ – nicht minder verkommen und skrupellos als ihre männlichen Vorbilder.

    Ja bisweilen übertreffen sie diese sogar: Frauen in Hosenanzügen mit Rautenzeichen, bornierte Blondinen in der Cheffunktion von Kriegsministerien, als Regierungssprecherinnen der Bundespressekonferenz oder als intellektfreie Kriegsgeifer-Kader in vormals grünen Parteien, deren Geist „global-liberal-kapitalistisch und kriegsinterventionistisch“ gewendet wurde. Auch stehen Führungsfrauen in Schrumpf- Sozialdemokratien standhaft ihren Mann, wenn es darum geht, volksfeindliche Politiken zu exekutieren.

  13. Pingback: Julie Bindel’s personal Gender Empathy Gap – Geschlechterallerlei

    • Möglicherweise existiert auch ein Tape auf dem Trump mit einer Armee von Merkel-Klonen, die auf Besen reiten und Nähmaschinen anstatt Arme haben, eine Verschwörung plant, um den gesamten Nordpol in Waldmeistereis zu verwandeln. Niemand weiß es genau, weil kein Journalist dieses Tape hat.

    • Trump kooperiert mit Rusland seit 30 Jahren, deswegen hat Putin vor 2 Jahren versucht ihn mit 2 Prostituierten und Fetischspielchen zu erpressen. Dafür durfte dann Trump öffentlich das Startzeichen für die Russen geben um Hillarys Email-Server zu knacken. Und weil es für all dem keinerlei Beweise gibt is alles noch viel viel schlimmer.

      Zusammenfassung der aktuellen und früheren Trump-Russland Verschwörungstheorien.

    • „Nun kommt der Pferdefuß: Während die 68erinnen oft die Kinder und fast immer die Mütter vergaßen, haben die Mütter-Feministinnen auch einen blinden Fleck in der Wahrnehmung: Männer. Sie prangern abstrakt ein neoliberales kinderfeindliches Wirtschaftssystem an, aber die Tatsache, dass es meist Männer – Lebensgefährten, Ehepartner – sind, die nicht weniger arbeiten oder länger als höchstens zwei Monate Elternzeit nehmen wollen, wird kaum reflektiert.“

      Mein Mann nimmt jetzt beim 3. Kind nichtmals die 2 Vätermonate in Anspruch, weil srsly: die bringen eigentlich Nichts außer finanzielle Einbußen. Wir haben da auch den direkten Vergleich.
      (Eine mehrmonatige Väter-Auszeit rund um die Geburt rum wäre m.M.n. was Anderes, die könnte man von mir aus gern zur Pflicht machen)

      Ich habe die Tage einem Mann, dessen Kinderwunsch angeregt insbesondere durch unsere Jüngste neu entstand (bei der Hochzeit war das Paar sich noch einig, keine Kinder zu wollen), mitgeteilt, dass es wenig verwunderlich ist, dass sie in der Frage zögert und bremst. Denn während er sein Leben behalten wird, ergänzt um ein süßes Plus, wird sie ihres erstmal völlig verlieren. Das ist umso härter, je mehr Du Dich zufriedenstellend eingerichtet hast mit Hobbys und Fernreisen und allem.

      Ich gehe natürlich davon aus, dass sein Wunsch dennoch in ein paar Jahren erfüllt werden wird. Der allgemeine, gesellschaftliche Druck, dem kinderlose Frauen spätestens ab 30 ausgesetzt sind, ist ja auch wirklich schon Hölle. Da stand ich öfter mit Baby auf dem Arm daneben, schämte mich fremd und überlegte, wie ich der gewollt Kinderlosen jetzt nur argumentativ zur Seite springen sollte…

      Das Ding dabei ist: ich verstehs im Grunde ja auch nicht, wie man keine Kinder wollen kann. Aber wenn ichs doch von jemandem bereits weiß, dann kann ich das doch so akzeptieren, ohne ihr ein schlechtes Gefühl machen zu wollen. Sie wird ihre Gründe haben.

      • Da Du, wie man auch an diesem Kommentar ersehen kann, sowieso nix von anderen Menschen verstehst, weder von Männern, noch Frauen, noch Kindern, brauchst Du Dir solche Fragen eigentlich gar nicht zu stellen.

  14. Es ist wirklich erstaunlich wie oft es Juden sind die uns weiß machen wollen das Länder mit weißer Mehrheit unbedingt mehr Diversity (=weniger weiße Männer) brauchen.

  15. Schöne Beobachtung.
    Südamerikaner identifizieren sich immer mehr selber als white in den USA.

    Hat man geschickt hinbekommen, der Fall Zimmermann ist ja ein fantastisches Beispiel dafür.

  16. Haltet die Druckpressen an. Das BMFSFJ muss bald umbenannt werden, denn nach eigener Aussagen sie Frauen strukturell diskriminiert, weil sie öfters von Altersarmut betroffen sind (der Weg dahin ist ja egal) und wie es heute aussieht:

    Ende des nächsten Jahrzehnts wären dann eine Million Rentner auf Grundsicherung angewiesen, sechs Prozent der Männer und 4,4 Prozent der Frauen.

    https://www.wp.de/wirtschaft/rentenversicherung-angst-vor-altersarmut-oft-unbegruendet-id214769369.html

    Irgendwann müssen sie entweder aufgeben vorzugeben, das sie auch an einer Lösung der Probleme von Männern interessiert sind oder sie müssen tatsächlich mal etwas FÜR Männer tun.

    • Ich hatte eigentlich einen anderen Tweet vom BMFSFJ gesucht und bin dabei auf auf das hier gestoßen, ein Gleichstellungsbericht. Unter 4. Männerförderung und strukturelle Benachteiligung, das muss man sich mal durchlesen. Da wird Seitenweise begründet warum man bei gleicher Situation nicht von einer Männerdiskriminierung sprechen kann, während man anders herum bei Frauen ihrer Meinung nach zu keinen anderen Schluss kommen kann. Da kriegt man echt das kalte Kotzen:

      Nun ließe sich sagen: Wenn Männer gesamtgesellschaftlich nicht strukturell diskriminiert
      werden, auch gut, dann kommen halt die entsprechenden Vorschriften nie zur Anwendung!
      Dann enthält das Gesetz eben nur Regeln für den Fall, dass wir doch einmal – in 50 oder 100
      Jahren? – den Zustand erreicht haben, dass Männer strukturell diskriminiert sind! Also eine
      Art „Vorratsgesetz“ zugunsten von Männern? Kann dies schaden?

      Ja! In der Begründung des Entwurfs findet sich nicht, dass wir von dem Zustand einer strukturellen
      Diskriminierung von Männern faktisch so weit entfernt sind, dass die statistische
      Unterrepräsentanzregel niemals angewendet werden dürfte.

      file:///E:/Downloads/st16-1_LGleichstellungsG-MV.pdf

      Auch nur die Möglichkeit das man etwas gegen eine Diskriminierung von Männer unternimmt, schadet Frauen. FOR EQUALITY!!!

  17. Über niemanden sonst wir so eine geballte Ladung Hass ausgekippt, wie über Weiße und besonders weiße Männer und genau die Leute die das machen behaupten auch noch gleichzeitig das es keinen Rassismus und Sexismus gegen weiße Männer gegeben kann.

  18. Das ist so traurig und lustig zugleich.

    Sie labert davon, dass wir aufpassen müssen, denn es trifft immer zuerst die Minderheiten, die schutzlosen.

    Was sind ihre Beispiele?
    White Males.

    • Naja, ehrlich gesagt, wir wissen nicht, worum es hier ging.
      Zumindest hat er sie anscheinend geschafft wegzustoßen.
      Damit war wohl der Notwehr genüge getan.
      Eine Watschn wäre vielleicht auch angemessen gewesen.
      Sowohl von ihr als von ihm.

    • Hab gerade man nach gesehen. Frauen sind in der Schweiz jede Woche im Schnitt 10,7 h weniger Erwerbstätig. Bei 40 Arbeitsjahren kommen Frauen damit auf über 11 Jahre die sie weniger in die Rentenkassen ein zahlen.

      • Matze, bedenke mal die emotionale Arbeit, die man ja wirklich erbringen muss als Frau, um so selbstgerecht zu sein, sich dann nachher darüber aufregen zu können. Denn das denen die mathematischen Fähigkeiten fehlen um zu begreifen, wie ungerecht sie sind, das kaufe ich dem berechnenden Geschlecht nicht ab.

  19. Ist das übel …
    Und sowas ist darunter ein Top Kommentar!

    „An important point to make at 9:20 – civilians also die in war. And since WW2 onwards, they have died in staggering numbers. 55 million civilians died during WW2. The idea that women don’t die in conflict is preposterous.“

  20. Die hat wahrscheinlich keinerlei Ahnung was Kommunismus überhaupt bedeutet und findet die Selbstbezeichnung nur chick

    • Überall retweeten, damit es jeder Six Figure Man sieht.
      Dann muss sie ihre Ansprüche wohl herunter schrauben.
      Außer sie will in den Harem eines reichen Scheichs ziehen, als 7. Nebenfrau.

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