Schwangerschaft und körperliche Einschränkungen

Im Rahmen der Schwangerschaft von Südländerin wird mir auch bewusster wie körperlich einschränkend die Schwangerschaft teilweise ist. Südländerin ist wesentlich schneller aus der Puste, eher müde, mit fortschreitender Schwangerschaft stört die „Kugel“ immer mehr bei so simplen Tätigkeiten wie Schuhe zubinden etc.

Dazu kommt, dass sie häufiger in gewissen Abständer zumindest etwas kleines essen muss, sie merkt es sonst recht deutlich.

Ähnliche Erfahrungen haben mir auch andere Bekannte geschildert. Ein Freund meinte, dass man als Partner einer schwangeren am besten immer irgendeinen Energieriegel oder etwas in der Art dabei hat, dass man dann, wenn sonst nichts in der Nähe ist aus sicherer Entfernung seiner Partnerin zuwirft, wenn sie im „Hungermodus“ ist.

Natürlich haben wir das Glück in einer Gesellschaft zu leben, in der man relativ wenig körperliche Arbeit verrichten muss, wenn man den passenden Beruf hat und in der ausreichend Essen zur Verfügung steht. Wir können es uns erlauben Schwangere sehr stark zu schonen und gehen lieber kein Risiko ein. Beispielsweise gibt es wohl keinen endgültigen Nachweis, dass sich das Tragen schwerer Lasten negativ auswirken muss, aber es ist verständlich, dass man kein Risiko eingeht und eine diesbezügliche Studie auch aus ethischen Gründen schlecht durchzuführen ist.

Sicherlich wird es in weniger fortgeschrittenen Gesellschaften auch viel körperliche Arbeit für Schwangerer gegeben haben,  aber es gibt in vielen Gesellschaften natürlich auch aus diesem Grund kulturelle Regeln, die zu starke Arbeit für Schwangere verhindern sollen.

Diese körperlichen Einschränkungen lassen für mich Theorien, nach denen es in evolutionär relevanten Zeiten keine Arbeitsteilung gab und zB Frauen genauso größere Wild jagten wie Männer sehr unwahrscheinlich werden.

Frauen als Schwangere sind in vielen Bereichen alleine aufgrund der körperlichen Einschränkungen zu evolutionär relevanten Zeiten auf Unterstützung und Schutz angewiesen gewesen. Das diese über lange Zeit bestehende Lage  ohne „evolutionäre Spuren“ geblieben ist, ist schon sehr, sehr unwahrscheinlich. Das würde noch nicht einmal bedeuten, dass es nicht dennoch zb weibliche Stammesanführer gegeben hat oder Frauen wichtige Positionen in der Gesellschaft hatten. Aber gerade da Frauen in früheren Gesellschaften wesentlich häufiger schwanger gewesen sind und damit teilweise stark eingeschränkt waren, ergibt sich automatisch eine ganz andere Selektion, sowohl was den Körper als auch die Anforderungen an einen Partner ergibt.

Beispielsweise lohnen sich starke Muskeln noch weniger, wenn man sie in der Schwangerschaft eh kaum einsetzen kann, weil der Bauch zu stark auf alles drückt und man eh zu schnell außer Atmen ist und sie zudem auch im nicht genutzten Zustand mehr Energie kosten.

Und eine Partnerwahl darauf, dass der Partner einen in der Schwangerschaft unterstützen kann, wird wichtig.