Selbermach Samstag 195 (07.07.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

Da sich die Urlaubszeit nährt gilt der Hinweis auf den Gastartikel noch einmal um so mehr. Wer schon immer mal was schreiben wollte: Jetzt wäre eine gute Zeit dafür!

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Weibliches Signalling mit Sexappeal oder mit Tugend

Crumar schrieb in einem Kommentar:

Auch die Verschleierung der jungen, konservativen islamischen Frauen ist zweitens nichts anderes als virtue signalling.
Sie bekunden selbstverständlich ihren sexual market value mit diesem Signal, auch wenn das ein anderes als das gewohnte Signal ist.
Ob eine Frau mit „hoppla-meine-Möpse-fallen-raus“ Männer zum lechzen bringen willst oder mit „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ ist für die Funktion, nämlich die Absicht „lechzen“ zu produzieren Wurst.

Wenn ihr bitte akzeptiert, dass es linke und rechte PC gibt, dann haben wir es in Zukunft einfacher mit der Detailanalyse.

Ich schrieb dazu:

Vollkommen richtig, es ist virtue signalling in beiden Fällen.
Das eine ist sexueller, das andere anständiger, weil beide Gesellschaften andere Schwerpunkte setzen.
Gerade wenn es eine starke Unterteilung in „Frauen zum Spass haben, aber niemals heiraten“ und „Frauen zum Heiraten“ gibt, dann macht es Sinn sich, wenn man in die zweite Kategorie fallen will, deutlich dieser Gruppe zuzuordnen.
In unserer Gruppe wäre „ich suche eine Frau zum Spass haben und wenn dann alles gut klappt wird darauf eine dauerhafte Partnerschaft“ eher vorherrschend, so dass das Virtue signalling darauf ausgerichtet wird.

Crumar führte dazu noch aus:

Wir haben ebenfalls ein transaktionales Modell, aber werfen weitaus mehr wechselseitig abzuverlangende Eigenschaften und Einstellungen in die Waagschale als das bei den traditionellen Partnerschaften der Fall ist.
Gelungener partnerschaftlicher Sex gehört u.E. zu den Kriterien für das Gelingen einer dauerhaften Partnerschaft.

Uns kommt daher das Geschäft „exklusiver Zugang zur weiblichen Sexualität ohne Vorerfahrung im Eintausch gegen den männlichen Vollversorger“ bescheuert vor.
Aus der weiblich-feministischen Perspektive wird ständig die repressive islamisch-konservative Sexualmoral betont, insofern sie sich sich gegen Frauen richtet, denen abverlangt wird, ohne sexuelle Vorerfahrungen in die Ehe zu gehen (dass das real ist, wage ich zu bezweifeln).

Aus der männlichen Perspektive jedoch sind die Fragen relevant, warum er sich auf diesen Handel einlassen sollte, wenn a. die Kosten für Sex fallen, weil er – mehr oder weniger – frei verfügbar und es b. nicht absehbar ist, ob überhaupt eine gelungene Sexualität in der Ehe existieren wird.
Alle Charakteristika eines „bad deal“.

Wenn man einen rein ökonomischen Blick auf diesen deal richtet, kommt man schnell darauf, dass ein Geschlecht ein solides Interesse daran hat, gegen die verdorbenen Werte westlicher Gesellschaften zu sein.
Denn unter diesen Umständen ist „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ wertlos.
Das „seht-her-ich-bin-eine-Jungfrau“ als virtue signal und also Distinktionsmerkmal gegenüber anderen Frauen, als eigenständiger Wert auf dem Sexual- und Heiratsmarkt funktioniert nur, wenn man eine Kultur produziert und reproduziert, in der dieses einen Wert besitzt.

Ergänzen möchte ich noch, dass die Frage des „Kein Sex vor der Ehe“ natürlich wegen der „Vatersicherheit“, also der Frage, inwiefern man tatsächlich der Vater späterer Kinder ist, interessant war.

Das Problem entschärfte sich natürlich mit der Entwicklung der modernen Verhütung, was Männern und Frauen mehr sexuelle Möglichkeiten gab. Es ist insofern eine zu erwartende Folge einer solchen Entwicklung, dass man, wenn man folgenlosen Sex haben kann, weitaus früher mehr ausprobieren kann, ohne sich zu binden und gleichzeitig die Zeit einer festen Bindung im Sinne einer Heirat nach hinten verlagert werden kann (was gleichzeitig den Vorteil mit sich bringt, dass man bis zur Heirat üblicherweise die Möglichkeit hat festzustellen, ob sie schwanger war von einem anderen Mann, mit dem sie vor der Beziehung Sex hatte, weil man ja Sex mit Verhütung mit ihr hat. Insofern hat man dann theoretisch sogar eine genauere Information als derjenige, der nach der Heirat mit ihr schläft, vorher aber weitaus weniger Möglichkeiten des Kennenlernens hatte)

In konservativeren Gesellschaften dauert insofern die Umstellung noch an. Diverse „Umgehungspraktiken“ wie etwa Oral- und Analsex werden ebenso im Gebrauch sein wie ein Vortäuschen von Tugendhaftigkeit nach außen zur Wahrung des Gesichts.

Mit gefällt (natürlich) das Modell wesentlich besser. Ich würde gar nicht verstehen, warum man da mit den modernen Möglichkeiten warten sollte und ich finde auch nichts untugendhaftes daran, seine Sexualität im normalen Umfang auszuleben und in der Hinsicht Erfahrungen zu sammeln.

Aber das ist sicherlich eine Kulturfrage. Wo mich ein Kopftuch abschreckt mag es für andere als Signal funktionieren. Meine Vermutung ist, dass es heute dann auch bei vielen weniger für tatsächliche Enthaltsamkeit steht, eher für eine verborgenere und eine Beziehung voraussetzend Sexualität, die eine längere Anlaufzeit benötigt. Bei anderen mag es auch nur als rein kulturelles Zeichen der Zugehörigkeit funktionieren.