Selbstmach Samstag 168 (23.12.2017)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

108 Gedanken zu “Selbstmach Samstag 168 (23.12.2017)

  1. Gestern noch schnell in eine Papeterie, Drei Stücker Fotokarton 50 x 70 cm kaufen. War vorher noch nie dort.

    Nach Bezahlen dann das derzeit übliche „Schöne Festtage etc“ mit einem Grinsen ob des Floskulären – auf beiden Seiten der Verkaufs-Theke.

    Verkäuferin dann so:

    „Ich wünsch‘ Ihnen alles, was Sie auch mir wünschen!

    Ich dann so:

    „Dan-.. upps, oh-lala…“ *dreckig-grins* „Ja. Das wünsche ich Ihnen in diesem Fall auch – besten Dank!“ *weitergrins*

    Ihrerseits dann auch ein vielversprechendes Grinsen…

    War wohl nicht mein letzter zu kaufender Papier-Artikel dort…

    • @Leszek (evtl. paar Teile)

      Ich schätze normalerweise Chomsky, aber der Artikel ist schwach, historisch falsch und voller Halbwahrheiten.

      Was er hier berechtigt anführt: „In fact that’s one thing on which the world’s two major propaganda systems agreed; the huge propaganda system in the west and the minor propaganda system in the east. One of the few things on which they agreed was that this was socialism. The west propaganda system liked that because it was a way of defaming socialism, relating it to what is going on in Russia. The east, the Russian propaganda system liked it because they are trying to profit from the moral aura of socialism which was quite real, so they kind of both agreed on that.“

      Zwei Propagandasysteme hatten das Ziel, diese sozialistische Variante als „sozialistisch“ darzustellen und das aus unterschiedlichen Interessenlagen heraus, aber mit durchschlagendem Erfolg.
      Das machte den „real existierenden“ Sozialismus *alternativlos*. Korrekt.

      Aber dann kommt eben so ein Schmarrn: „Leninism was in my view counterrevolutionary.“
      „Leninismus“ ist eine Erfindung Stalins.
      Eine weitere lustige Erfindung Stalins ist die rückwärts gerichtete, es habe schon VOR 1917 „Leninisten“ gegeben. Was wiederum von den politischen Einschätzungen und konkreten Vorschlägen in einer konkreten politischen Situation ablenkt und den Fokus auf die PERSON richtet.
      Das ist keine marxistische Denk- oder Vorgehensweise.

      Wer a. gegen Lenin und den Leninismus ist, ist antifeministisch, Leszek, er verbreitet nämlich hate speech. Sagt Stalin. Und b. macht Chomsky genau den Fehler DOPPELT, den er oben kritisiert.
      Es gäbe einen „Leninismus“ zu kritisieren personalisiert damit Politik im Rahmen eines „Systems Leninismus“, das gar nicht von Lenin ist.

      „When he became the leader, he didn’t waste much time, and Trotsky helped him, in instituting a pretty repressive regime with the basic elements of Stalinism.“
      Von bürgerlicher Geschichtsschreibung eigentlich nicht mehr zu unterscheiden.
      Mit Brecht gefragt: Hatten Lenin und Trotzky wenigstens einen Koch dabei?
      Und war er der Enkel von Stalins Bruder seiner Schwester?
      Fragen über Fragen…

      Ende Teil 1

    • Teil 2

      Dieser Abatz hat es in sich, weil er komplett falsch ist:
      „The peasant revolutionary forces were very much opposed to this incidentally. As distinct from Marx who saw revolutionary potential in the Russian peasantry, the urban communists, like Lenin were strongly opposed to that. In fact, a lot of Marx’s later work was even suppressed, because they didn’t like what he was saying. It wasn’t Marx but their contempt for the backward peasants. Their conception was that Russia is a backward peasant society, it has to be driven towards industrialization and then out of that the iron laws of history will lead to socialism and so on but sometime in the future.“

      Russland war ein sozial, wirtschaftlich und technologisch rückständiges Land und das verbreiten unisono ALLE Historiker. Wenn man von einer Quote von 70-80% Analphabeten ausgeht zur Zeit der Revolution, dann sagt das eigentlich alles und man sollte sich vor Augen rufen, die Leibeigenschaft in Russland wurde erst 1861 abgeschafft.
      Um den Rückstand im Vergleich zu westlichen Ländern aufzuholen, gab es staatliche Investitionen in nahezu allen Bereichen mit dem Ziel, eine moderne russische Schwer-, Transport- und Kommunikationstechnologie zu etablieren. Das lief bereits unter dem Zaren und war keine Erfindung der Bolschewiki. Diese Rückständigkeit war der Grund für den verlorenen Russisch-Japanischen Krieg 1904/05.
      Bei der Revolution 1905 zeigte sich bereits: „Die Arbeiterstreikbewegung war die stärkste Kraft unter den revolutionären Strömungen, sie legte kurzzeitig den Eisenbahnverkehr, Post und Telegraphie lahm, auf die die Autokratie angewiesen war.“ Wikipedia Da es eine kleine, aber hochkonzentrierte Arbeiterklasse in den Städten, wie Moskau und St. Petersburg gab, konnte diese besonders effektiv wirken.

      Sodann darf man nicht vergessen, dass es in den 1880-1890ern eine Reihe von anarchistisch inspirierten Anschlägen gab, deren Auswirkungen dazu führte, dass sich die Narodniki und ff. vorab selber diskreditierten.
      Zum scheitern der Narodniki schreibt Wikipedia: „The Narodniks during in the 1870s failed to initiate a peasant revolution against the Russian autocracy because (1) they manufactured an idealized image of the peasant classes that was not reflected in reality, (2) there was a lack of unity within the movement, (3) the peasants could not economically or intellectually relate to the Narodniks and (4) the government repressed the movement.“

      D.h. der nachfolgende Terror war die Radikalisierung des Scheiterns der ursprünglichen Ideologie: „Die Narodniki sahen nun in der Dorfkommune, die die wichtigsten Elemente einer sozialistischen Gesellschaft enthalte, eine Möglichkeit, die Entwicklung zum Kapitalismus zu umgehen und auf direktem Wege den Sozialismus zu erreichen.“ (Wikipedia)

      Ich muss keine einzige „leninistische“ oder marxistische Quelle verwenden, um den Sachverhalt in einen Kontext zu rücken, der auf Chomskys Aussagen ein ungünstiges Licht wirft.
      Nämlich als einen, der wesentliche historische und politische Entwicklungen einfach ignoriert, um Argumente zu fabrizieren, die nichts erklären und *im schlechtesten Sinne* historische Prozesse personalisiert.

  2. Eine nette Fingerübung in Sachen Umfrage zu Gender-Themen ist mir per Email zugegangen:

    Eine kleine Agentur für Coaching und Consulting, Paul Smith Associates hat im Frühjahr eine Online-Umfrage zu diversen Fragestellungen aus dem Bereich gemacht und die Ergebnisse jetzt hübsch zusammengefasst:

    http://psa-international.com/wp-content/uploads/2017/12/PSA-Gender-Survey-2017.pdf

    Es gibt eigentlich wenig Überraschungen, nur ein Segment ist m.E. bemerkenswert (weil zukunftsweisend):

    Gefragt wurde nach Zustimmung und Ablehnung folgender Aussage

    „Those offended by sexual humour should calm down
    and not take such jokes so seriously.
    Free speech is more important than polical correctness.“

    Fast 64% der Frauen lehnten diese Aussage ab, während 60% der Männer zustimmten. Das doch so geschwätzige Geschlecht hält nicht viel von freier Rede, hihi…

  3. Zum Glück sehe ich nicht, wie der online Hande sexistisch ist, desewegen sind die normalen Verkäufer böse…

  4. Und wie erkläre ich einem weißen Mann, dass sich die Debatte nur um weiße Männer dreht, obwohl Täter offenkundig aus allen Milieus kommen?

    http://www.zeit.de/kultur/2017-12/sexismusdebatte-metoo-feminismus/komplettansicht

    An diesem Text waren 10 Zeit-Autoren beteiligt!

    Es geht also nicht um Schuldzuweisung, aber es geht um den weißen Mann obwohl es nicht nur der weißen Mann ist. Ich fress ein Besen o.Ô

    Ich bin ein Mann und wurde in eine von Männern dominierte Gesellschaft hineingeboren.

    Und in den ersten 15 Jahren deines Lebens haben Frauen dir gesagt was du tun und lassen sollst, aber das darfst du niemals für die Ursachenforschung heranziehen.

    Wenn mehr als 50 Prozent aller Frauen sagen, sie seien mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt worden, ist es nicht an den Männern zu erklären, wo Sexismus anfängt und wo er aufhört.

    Und wieviel Männer wurden mindestens EINMAL in ihrem Leben sexuell belästigt? Lieber nicht fragen, nachher dürfen die nach dieser Logik auch noch was sagen.

    In unserer Gesellschaft muss sich vieles verändern. Männer sind Teil des Problems und Teil der Lösung.

    Und Frauen? Mal wieder frei gesprochen von jeder Schuld und jeder Verantwortung via passender, angeborener Geschlechtsmerkmale.

    „Es dauerte, bis ich verstand, dass es nicht so ist; dass ich als Mann anders durchs Leben gehe; dass ich bessere Startbedingungen habe; dass ich anders erzogen und von der Gesellschaft privilegierter in die Welt geschickt wurde als eine Frau. Dass ich viele Bedrohungen gar nicht nachvollziehen kann. Und Frustrationen. Und Enttäuschungen. Und Grenzverletzungen.“

    Bwahahahaha… wo wurde der geboren?

  5. Liberal-feministischer Artikel zur Kritik am Kulturrelativismus:

    Der Feminismus und das Kopftuch. Die Feministen haben Angst das Kopftuch zu kritisieren

    Deutsche Feministen machen den islamischen Schleier zur gesellschaftlichen Norm, um nicht als Rassisten bezeichnet zu werden. Das Kopftuch ist aber ein Symbol der Unterdrückung. Die Repression darf nicht aus Angst oder naivem Kulturrelativismus totgeschwiegen werden.

    https://causa.tagesspiegel.de/gesellschaft/darf-es-ein-kopftuchverbot-geben/die-feministen-haben-angst-das-kopftuch-zu-kritisieren.html

    Leider berücksichtigt die Autorin nicht, dass die traditionell-islamischen Geschlechterrollen für beide Geschlechter spezifische Nachteile haben sowie dass konservativ-islamische Frauen einen wesentlichen Beitrag zur Weitergabe autoritärer Werte und Normen durch ihre bedeutende Rolle in der Erziehung leisten.
    Davon abgesehen stimme ich der Kritik an Kulturrelativismus und islamischem Kopftuch aber zu.

  6. Wie ein Verein, bei der man um dazu zu gehören, regelmäßig eine gefährliche Menge Gift schlucken muss… mit einem lächeln.

    • Und die Freiheit von Frauen ist der Gradmesser für eine freie Gesellschaft.

      Sagt doch schon alles über die „Diskussionskultur“ der feinen Damen und Herrinnen aus.

      • Kommt drauf an wie gut Security und Sicherungsplanung funktionieren. Es ist recht wahrscheinlich, daß die Aufkreischerfraktion auch informiert ist und heftig über Gegenmaßnahmen nachdenkt.

    • Mal so nebenbei, und auch so bißchen flockig: Kann es sein, daß Deine Beiträge seit November ein kleines bißchen radikaler geworden sind?

      Aber wahrscheinlich bringe ich das mit anderen Beiträgen durcheinander. Oder ich bilde es mir ein. Oder ich sollte endlich mal wieder Urlaub machen. Oder ich werde alt. Oder das Universum expandiert. Halt irgend so was … 😉

      • Kann sein, dass mein Ausdruck in seiner Radikalität schwankt, ebenso wie meine Genervtheit durch egozentrische Gören schwankt.
        Ebenfalls schwankt etwas, wie sehr mich AWALT überzeugt, zwischen „Nein, nein, es gibt bestimmt viele erwachsene Frauen“ und „Wo sind sie denn, die guten Frauen, die von all dem Profi-Narzissmus abgestoßen werden?“

        Unterm Strich arbeite ich aber einfach nur – wie so viele hier – daran, jenen geistigen Zustand zu erreichen, in dem die-Frau-von-heute mich nicht mehr fassungslos macht.

        Angesichts von Frauen wie Semikolon schwankt auch die Hoffnung, da je hinzukommen.

        • Einfach entspannt zurück lehnen, und mach Dir der Wahrheit bewusst:
          50% der Menschen sind dümmer als der Median (und weitere 30% wissen nicht, was der Median misst).

          • Die Erkenntnis hat mich vor rund 5 Jahren erschüttert: Für jeden mit einem IQ von 130 gibt es (im Schnitt) einen mit einem IQ von 70.

            Machsz gaa nich drüba nachdenkn, du.

  7. „A media company built on subversion and outlandishness was unable to create
    “a safe and inclusive workplace” for women, two of its founders acknowledge.“

    Nicht mal Vice packt es. Frauen brauchen einfach überall Hilfe.

  8. Die Journalistin M. Binswanger auf metoo-Mission: ein Akt von Selbstjustiz und ein medialer Rohrkrepierer?

    Unter dem Titel „Chef der Zudringlichkeiten“ veröffentlichte die schweizerische Zeitung „Tages-Anzeiger“ am Mittwoch, den 20. Dezember 2017 einen Artikel der Journalisten Michèle Binswanger und Mario Stäuble. Darin befinden sich zahlreiche Vorwürfe hinsichtlich sexueller Belästigung am Arbeitsplatz gegen den bekannten Journalisten *Max Mustermann (aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen wird der richtige Name an dieser Stelle nicht genannt) über Vorfälle, die sich ab dem Jahre 2000 bis zum Jahre 2015 ereignet haben sollen.
    https://man-tau.com/2017/12/23/michele-binswanger-chef-der-zudringlichkeiten/

  9. Bei Galileo Big Pictures wurde ein „Bio Bag“ gezeigt. Die Schlagzeile ist ja völlig an mir vorüber gegangen. https://www.n-tv.de/wissen/Laemmer-wachsen-in-kuenstlicher-Gebaermutter-article19809446.html

    In einigen Jahren (oder Jahrzehnten) ist so etwas vielleicht auch für Menschen möglich, evtl. ist dann auch die weibliche Gebärmutter nicht mehr notwendig. Dann sind die Frauen genau so überflüssig und wertlos wie wir Männer. Reproduktion funktioniert dann nicht nur über eine Samenspende, sondern auch über eine Eispende. 😉

    • Gendermedizin hat in der Regel nichts mit den Lehrstühlen für Genderstudies zu tun und ist seriös.Das liegt daran, dass es sich in der Regel um Mediziner handelt. Und dass es körperliche/biologische Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, ist bei ideologisch nicht vorbelasteten Menschen unstreitig. Das fängt ja z.B. schon bei dem Punkt an, dass bei Frauen aufgrund ihrer anderen hormonellen Situation eine viel kleinere Alkoholmenge schädlich als bei Männern. Diesen Suff-Gap wird auch die extremste Feministin nicht ändern können 🙂

      • „Gendermedizin hat in der Regel nichts mit den Lehrstühlen für Genderstudies zu tun und ist seriös.“

        Nicht nur „in der Regel“, sondern praktisch ausnahmslos. Von den 200+ Gender Studies-Professuren sind nur 3 der Medizin zugeordnet, kein einziger der Biologie. Die Ablehnung der (Verhaltens-) Biologie ist notorisch.

        Die Okkupation medizinischer Forschung als Gender Studies dient nur dazu, den hier gar nicht sinnvollen Begriff Gender (der eigentlich als Gegensatz biologischen Geschlecht eingeführt wurde, das alleine medizinisch relevant ist) aufzuwerten. Wieder mal Dummenfang mit Begriffsverschiebungen.

        • ZEIT: Haben denn Männer und Frauen einen anderen Körper?

          Zemp: (zögert) Jein.

          ZEIT: Jein?

          Zemp: Ja und nein.

          Man könnte auch sagen das Mäuse und Elefanten einen gleichen Körper haben.

          • „Zemp: Dass Männer und Frauen einen anderen Körper haben, würde ich in dieser Absolutheit nicht sagen. Es gibt aber Unterschiede, die es sinnvoll machen, genau hinzuschauen, ob in der gesundheitlichen Betreuung etwas anzupassen ist, je nachdem, wen man vor sich hat. Ob solche Unterschiede biologisch bedingt sind, ist eine ganz andere Frage.

            ZEIT: Jetzt wird es kompliziert.

            Zemp: Ja, es ist komplex. Lange hat man sich vor allem für die unterschiedlichen reproduktiven Organe von Männern und Frauen interessiert und für deren Erkrankungen: Brustkrebs, Prostatakrebs, Gebärmutterabsenkungen. Heute wissen wir, dass auch Krankheiten, die bei allen Menschen vorkommen können, anders auftreten und verlaufen können, je nachdem, ob eine Frau oder ein Mann diese erleidet.“

            Und was ist daran jetzt genau falsch?

          • @ Peter:
            Daran ist gar nichts falsch. Männer und Frauen haben einen signifikant anderen Körper. Das vom Hofreiter-Toni so gern den Gender-Studies zugelogene Gender-Knie ( tatsächlich ein Ergebnis der geschlechts-[ und nicht Gender- ] spezifischen Medizintechnikforschung ) beweist es schon völlig ausreichend.
            Fakt ist, Zemp hat Schiss in’ne Büx und schwurbelt sich rückwärts aus dem Porzellanladen.

          • „Ob solche Unterschiede biologisch bedingt sind, ist eine ganz andere Frage.“

            Welche medizinisch relevante Ursache können die körperlichen Unterschiede den sonst haben?

          • „Fakt ist, Zemp hat Schiss in’ne Büx und schwurbelt sich rückwärts aus dem Porzellanladen.“

            Ich hab den Beitrag gelesen und kann darin nichts genderfeministisch Verdächtiges entdecken.

            Zemp sagt, dass es biologische Unterschiede gibt, auch bezüglich des Alters, die man in der Vergangenheit nicht angemessen bei der Medikamentenforschung berücksichtigte.
            Dass Männer deswegen zur Medikamentenforschung herangezogen wurden, weil man mit ihnen als „Disposables“ weniger Gefahr lief, einen gesellschaftlichen Entrüstungssturm bei schlecht laufenden klinischen Tests zu entfachen, umschifft sie elegant, was aber angesichts der sonst so üblen Lügenmärchen der Feministinnen eine Bagatelle ist.

            Feministisch albern wird sie allerdings mit dieser These:
            „Zemp: Nehmen wir die Körpergröße, die gemeinhin als biologisch angesehen wird. Da steckt unsere Geschichte drin, unsere Kindheit, unsere Ernährung, ja vielleicht sogar die Erfahrungen unserer Vorfahren über mehrere Generationen hinweg, wie es die Epigenetik vermutet. All das nehmen Sie in den Körper auf – und Ihr Körper sendet das wieder aus. In Form der Körpergröße oder in der Art und Weise, wie anfällig er für gewisse Krankheiten ist.“

            Da bei den meisten Säugetieren (mir fällt jetzt ad hoc keine Ausnahme ein) das Männchen z.T. signifikant größer als das Weibchen ist, kann man eine „soziale Konstruktion“ faktisch ausschließen.

          • Carnovis,

            das Beispiel mit der Körperhöhe ist im Text klar abgegrenzt von der Gender-Frage:

            „Zemp: Überall, auch in der Medizin, sehe ich jemand anders, je nachdem, ob ich meinen Blick als Frau auf einen Menschen richte oder als Mann. Genauso spielt es eine Rolle, ob ich ein Kind oder einen betagten Menschen vor mir habe, eine arme oder eine reiche Person.

            ZEIT: Dann geht es also auch in der Medizin nicht um reine Biologie?

            Zemp: Ich denke, es gibt nichts, was rein biologisch, und nichts, was rein sozial konstruiert ist. Das Biologische „lebt“ in einer Wechselwirkung mit der Umwelt. Der menschliche Körper trägt all unsere Erfahrungen, unsere Prägungen in sich. Der Körper ist also Verkörperung der sozialen und physischen Umwelt.

            ZEIT: Das klingt nun sehr philosophisch.

            Zemp: Nehmen wir die Körpergröße, die gemeinhin als biologisch angesehen wird….“

            Die Körperhöhe ist mit einer Generation Latenz innerhalb eines biologisch determinierten Rahmens eine variable Größe und von den Umweltbedingungen der Schwangeren sowie des heranwachsenden Menschen abhängig. Insofern „verkörpert“ der adulte Menschenkörper definitiv auch die Prägung durch die soziale und physische Umwelt.

            Fiete hat schon recht, die Interviewerin lockt sie mit Fangfragen in den Porzellanladen und Zemp versucht sich (erfolgreich übrigens) da auf Zehenspitzen wieder rauszutanzen…

          • „Das Biologische „lebt“ in einer Wechselwirkung mit der Umwelt. Der menschliche Körper trägt all unsere Erfahrungen, unsere Prägungen in sich. Der Körper ist also Verkörperung der sozialen und physischen Umwelt.“

            Ist das klar von Gendertheorien abgegrenzt?

            Dass die spätere Körpergröße auch abhängig vom Ernährungszustand der heranwachsenden Kinder ist, ist klar. Ich hatte es aber so verstanden, dass der Größenunterschied zwischen Mann und Frau sozial „konstruiert“, also künstlich ist.So in dem Sinne, dass eine Frau, weil unterdrückt, kleiner bleibt.

            Wenn sie das in dem Sinne meint, wie Du es interpretierst, dann gibt es eigentlich gar nichts an ihrer These zu kritteln.

            Werden wir paranoid?

            Grundsätzlich hab ich nichts gegen diese Art von „Gender“-Forschung. Wenn die Erkenntnis, dass Frauen eine andere Medizin brauchen, als Männer, zu einer spezifischeren Forschung führt, dann werde ich als bekennender Humanist bestimmt nichts dagegen haben.
            Schon deshalb nicht, weil auch wir Männer davon profitieren könnten.

            Ach, was wär Weihnachten doch ohne Kinder und/oder Frauen? 😉

          • Das Prinzip ihrer Argumentation ist doch banal:
            Sie „akzeptiert ewige Wahrheiten“, denen man nicht widersprechen kann ( „Alles ist irgendwie biologisch und sozial“.
            Dann bricht sie sie in nebulösen Anspielungen auf Femikindergartenniveau herunter ( „mehrere Generationen“, anstatt Jahrhunderttausende“; deutet an, daß es sogar Effekte aufgrund der „patriarchalen Entwicklung“ innerhalb einer Generation geben könnte u.s.w. ), um nicht gesteinigt zu werden. Wobei sie lustig körperliche Gestalt-Entwicklungen und direkte psychosoziale Effekte ( bspw. sich genetisch niederschlagende ) in einem Topf der Möglichkeiten zu Ketchup verkocht.

            Kurz gesagt: Man kann ihr so weder gravierende Fehler, noch böse Absicht nachweisen, aber der Erkenntniseffekt reduziert sich auf „Hä? Kopfkratz“ ….
            M.a.W.: Auch aus Binsen kann man Latschen Flechten, nur sind die im Hochgebirge nicht gerade das ideale Schuhwerk, wie eigentlich jeder weiß ….

      • Hier noch ein ergänzender Artikel zu geschlechtsspezifischer medizinischer Forschung:

        https://www.elsevier.com/connect/navigating-nih-policy-changes-in-neuroscience-research?sf121353655=1 Navigating NIH policy changes in neuroscience research
        Margaret McCarthy, PhD
        October 9, 2017

        Neue Richtlinien für medizinische Forschung in den USA sehen danach vor, daß prinzipiell immer davon auszugehen ist, daß Männer und Frauen verschiedene Krankheitsbilder, Therapien etc. haben. Während früher immer nur mit freiwilligen Männern klinischen Studien durchgeführt wurden, müssen jetzt auch die Frauen ran.

        Daß nur mit Männern experimentiert wurde, habe ich immer darauf zurückgeführt, daß es weniger schlimm ist, wenn einer im Rahmen des Restrisikos stirbt oder sonstwie geschädigt wird … disposable male heißt es doch. Aber nein, im o.g. Text erfährt man jetzt den wahren Grund:

        „As scientists, we want to reduce variability in our experiments and control as much as possible so we can see the mechanisms behind diseases. Researchers used to think that females were too variable because of hormone fluctuations and other things, so until relatively recently the vast majority of biological and medical research was done on males.“

        Klingt wie eine Ausrede. Wenn die weiblichen Körperzustände tatsächlich dermaßen fluktuieren, sind dann zukünftig alle Therapien abhängig vom Zyklus?

        • Naja, es gibt ja schon einen starken zyklisch schwankenden hormonellen Einfluss. Könnte man natürlich mit hinreichender Anzahl an Werten rausrechnen. (und hätte sogar noch Bonus-Wissen damit erworben).

          Aber das Risiko einer Schädigung des Fötus durch die Teilnahme an Tests zur Wirkstoffforschung ist immer gegeben. Das ist eine ethische Frage der Forscher, ob sie das Risiko vertreten können/wollen (und eine monetäre, wenn Schadenersatzforderungen nicht rechtswirksam ausgeschlossen werden können)

        • Als grundsätzlich Ertansatz für die Forschung finde ich das hervorrangend!
          Sollte m.E. eigentlich selbstverständlich sein.
          Solange es nicht zum Mantra für irgendwelche nachgeschobenen dummen ( ökonomischen o. politischen ) Ausreden wird.

  10. Mich treibt seit geraumer Zeit ein Gedanke um, den ich heute mal skizzieren will.

    Ein ewiges feministisches Gotcha ist ja, dass 90% (oder mehr) Gefängnisinsassen männlich sind, was als Beweis gilt, dass Frauen moralisch überlegen sind.

    In einem alten Text von djadmoros bin ich heute auf diesen Absatz gestoßen:

    Zur ursprünglichen geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung gehört die Zuweisung des sozialen Binnenraums zu den Frauen und des Außenbereichs und der Außenkontaktzone zu den Männern. Unter Bedingungen der Bevölkerungsverdichtung findet der größte, wichtigste, dynamischste und am stärksten Lernprozesse anregende (oder erzwingende) Teil der sozialen Interaktion in der den Männern zugeordneten Außensphäre statt.

    Die Frage, die sich mir stellt: In welchem Bereich wird sich ein formales Recht (und damit verbunden ein Rechtsempfinden) notwendigerweise und schwerpunktmäßig entwickeln, in der Endosphäre oder der Exosphäre?

    MaW: Rechtsprechung hat es gebraucht, um die Interaktion von Männern untereinander zu regeln.
    Weibliches Verhalten (untereinander und Männern gegenüber) hingegen konnte viel mehr mit den informellen, evolutionär entstandenen Mechanismen in kleinen Gruppen geregelt werden.

    Mit noch anderen Worten: Hier liegt m.E. der Grund, dass z.B. Körperverletzung ganz klar ein Rechtsverstoß ist, Psychoterror aber nicht.

    Als Illustration:

    Würde der Mann am Ende seine Körperkraft verwenden, um ihrem Psychoterror Einhalt zu gebieten, wären sich alle einig, wer im Unrecht ist.

    Sollte der Gedanke nicht abwegig sein, dann sind deswegen hauptsächlich Männer im Knast, weil das Recht historisch darauf spezialisiert ist, männertypisches Verhalten zu ahnden, aber nicht frauentypisches.

    Ich würde vermuten, dass – sollte der Gedanke nicht abwegig sein – gebildete Leute dazu längst was geschrieben haben.
    Ist das so?

    • „… dann sind deswegen hauptsächlich Männer im Knast, weil das Recht historisch darauf spezialisiert ist, männertypisches Verhalten zu ahnden, aber nicht frauentypisches.“

      Es ist ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige. Ein weiterer Faktor ist wohl, daß Männer (im Großen und Ganzen) eben mehr Risiken eingehen, und auch höhere.

  11. An der markierten Stelle erklärt Vee was Louis Cuck für ein schlimmer Finger ist.

    Louis hat zwei Frauen auf sein Zimmer eingeladen, nachdem die Bar geschlossen hatte und dann vor ihnen mastrubiert.

    Die Frauen waren wohl völlig überrascht davon das sowas passieren könnte, wenn ein Mann sie nach dem Schließen der Bar auf sein Zimmer einlädt. Kennt Frau ja nicht das Männer sie dahin einladen wo ein Bett ist. Die dachten wohl er will über Geschäfte reden…

    Who could have seen this coming?

  12. Enthält ein Audio wie Harvey eine Frau auf sein Zimmer kriegen will (Please, Please, I am not doing anything,…)

    Die Reaktion eine Frau von „The View“ als ein Mann auf die Pädophilen in Hollywood hinwies (You are damaging a whole industry…)

    Geht dann weiter wie die Medien dieses unnormale Verhalten einzelner Männer so darstellen als ob es für alle Männer typisch wäre.

    • Ihr Matra ist ja: „Wir kriegen den Hals nicht voll, wir wollen mehr als uns zusteht!“
      Was aber bei der Kombination aus evangelischer Kirchenfunktionärin und RadFem eigentlich logisch und gegenseitig verstärkend ist. Ich vermute, daß das bei Göring o. Käßmann kaum anders ist, nur sind die etwas schlauer und hüten sich davor, es zu outen.

      • Ich fänd es trotzdem ein interessantes Gedankenspiel.

        Wie genau würde sich die Gesellschaft ändern, wenn Frauen Männer nur noch danach beurteilen, welche Marken sie tragen, welche Diät sie machen und wie gewissenhaft sie tun „was sich gehört“.

        • Was meint sie denn mit „die gleichen Standards“?

          Und würden Frauen dann ihren langweiligen „Boyfriends“ überhaupt noch Sex offerieren oder wäre dies dann eher sowas wie „mein schwuler Freund“ oder „meine männliche Freundin“?

    • Ich vermute die hat das nicht wirklich durchdacht. Whrs. ist sie der Meinung das Männer nichts tun (Haus-/Auto reparieren) und Geld aus der Steckdose kommt.

      • Ich habe schon länger den Eindruck, daß das DIE unterste Grundvoraussetzung für alle bekannten feministischen Strömungen ist, inkl. aller bekannter “Meinfeminismen“.
        Jedenfalls scheint es die größte Schnittmenge weltweit zu sein.

  13. Allerliebst…

    Würden je Männer das männliche Geschlecht feiern wollen, liefe das so ab, dass besondere männliche Leistungen betont und gewürdigt würden.

    (Tatsächlich findet man stattdessen in Jahresrückblicken eher, was wir = die Menschheit (ungeachtet des Geschlechts) geleistet hat)

    Wenn dagegen das weibliche Geschlecht sich selbst feiert, dann sieht das so aus: Wo haben wir besonders laut etwas gefordert?

    https://editionf.com/Jahresrueckblick-Frauenbewegung-Womens-March-metoo-Tuerkei-Polen-USA

  14. „Würden je Männer das männliche Geschlecht feiern wollen,…“
    Heutzutage eine geradezu absurde Prämisse. Selbst der „Vatertag“ wird doch nur geduldet, weil man ihn so perfekt als typisches schlechtes Beispiel ( pubertäre Sauftour ) verwursten kann.

  15. Tolle Satire:

    https://thoughtcatalog.com/anne-gus/

    Movies Made By Men Must Be Banned

    It’s Time We Sent All Short Men To The Gas Chambers

    I Was Catcalled By An Actual Cat, And It Was Terrifying

    Drinking Coffee Is Racist

    7 Tips On How To Raise A Boy Right (Feminist Style)
    (1. Abort him.)

    If You’re A Man Working At A School Or Daycare, You’re A Pedophile

    • FOR FUCKS SAKE… jetzt darf ich wieder eine Zigarre rauchen nur um mich wieder zu beruhigen. keine Satire zu feministischen Texten… das kann man von echten nicht unterscheiden!

  16. „Weinstein is used as an example of this strategy which was first used by Andrea Dworkin, who demanded one day with no rape in the world, and went on to suggest that men were less human than women because they would not „grant“ this request.“

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