Wie sexy ist der Hausmann?

Die Basler Zeitung zitiert ein paar Frauen dazu, wie sexy ein Hausmann ist. Die Ergebnisse sind nicht sehr positiv für den Hausmann:

Die erste Frau schreibt:

Aber Moooment mal. Ist ein Total-Hausvater für eine Frau auch als Mann interessant? Ist er erotisch? Die Doppelmoral lässt grüssen: Einerseits suggeriert das heutige Gesellschaftsbild, der Papi zum Anfassen sei modern und cool. Hakt man aber genauer nach, gelten Hausmänner beim weiblichen Geschlecht als unsexy, wie eine Umfrage unter Basler Frauen zeigt. Ein Mann, der den Tag mit Playmobil spielen verbringt und dessen Entscheidung des Tages darin besteht, ob er Schnitzel oder Ragout einkauft, ringt keiner der Damen Bewunderung ab. Und wo Achtung schwindet, schrumpft auch die Erotik. (…) ie Arbeit eines windelwaschenden Vaters wird – seien wir ehrlich – von den meisten als besserer Ferienjob angesehen. Zwar nimmt er Emanzipation und Chancengleichheit ernst, ein gewisses Mass an Autorität, Macht und Stärke bleibt dabei jedoch auf der Strecke.

Interessanterweise also eine Abwertung der klassisch weilichen Tätigkeiten, für die sie bei einem Mann keine Achtung aufbringen kann. Im Feminismus würde man wohl sagen, dass sie die Abwertung weiblicher Tätigkeiten so verinnerlicht hat, dass sich daraus eine Verachtung entwickelt. Aus meiner Sicht ist es eben schlicht keine Tätigkeit, die einem Mann Status in der Gesellschaft zuweist und ihm Versorgereigenschaften abschneidet. Statt dessen möchte sie – gut vereinbar mit evolutionären Erklärungen – lieber einen Mann, der Autorität, Macht und Stärke ausstrahlt.

Die nächste Frau meint:

Ich will unabhängig sein. Diesen Wunsch nach Unabhängigkeit erhoffe ich mir auch von meinem Partner. Ich möchte ihm später keinen Betrag zur freien Verfügung zahlen müssen, nur weil er nicht mehr arbeitet. Das würde nicht meinem Weltbild entsprechen. Ich mag als Mittzwanzigerin noch etwas idealistisch sein, aber ich bin überzeugt, dass die persönliche Zufriedenheit mit der eigenen Unabhängigkeit zusammenhängt. Mein Partner soll nicht wegen des Haushalts seine Unabhängigkeit aufgeben.

Was von Männern recht selbstverständlich erwartet wird erscheit den meisten Frauen im umgekehrten Fall wenig erstrebenswert und anscheinend auch etwas ungerecht. Sie will in dieser Hinsicht gleichberechtigte Partner, die einander nicht auf der Tasche liegen. Eigentlich ja durchaus eine sehr verständliche Sicht. Mir ist auch eine arbeitende Frau lieber. Allerdings hat man sich als Mann vielleicht auch eher mit der Idee abgefunden, dass ein durchgehendes Arbeiten beider mit Kindern schlicht nur schwer möglich ist. Zu viele Paare, bei denen man schon so etwas hörte wie „wir wollten ja, dass sie schnell wieder einsteigt, aber so einfach ist das nicht, das Kind hatte da eine andere Meinung zu“.

Die nächste Frau sagt:

Will ich ihm denn tatsächlich meine Familie über­lassen? Nein.

Nebst intelligent und liebevoll will ich jetzt auch das: einen Teilzeitmann. Einer, der zwar schöppeln, wickeln und Hausaufgaben erklären kann, gleichzeitig aber am Sitzungstisch genauso einflussreich ist wie im Kinderzimmer. Einer, der sich sowohl um unsere Kinder als auch um seine Karriere kümmert. Einer, der mich manchmal daheim mit den Kindern warten lässt, weil er zu ehrgeizig ist, um früh Feierabend zu machen. Einer, bei dem ich das Gleiche auch mal darf. Einer, mit dem ich auf dem Weg zur Kindertagesstätte über Tagesaktualitäten sprechen und beim Abendessen richtig diskutierten kann. Einer, mit dem ich dann, wenn die Kinder im Bett sind, auch noch etwas anzufangen weiss.

Auch hier also die Verknüpfung von Hausarbeit mit einem geringen Sexappeal. Zwar soll er schon was im Haushalt machen, aber er soll eben auch ein Karrieretyp sein und sie lieber mal warten lassen, weil er zu wichtig im Büro ist.

Und zuletzt:

Ich werde die Kochschürze nicht kampflos auf­geben. So sehr ich meinen Job, das Schreiben liebe, so sehr bin ich überzeugt, dass mein schönster Job, so hoffe ich, noch bevorsteht: Mutter sein, den Haushalt schmeissen, Familienangelegen­heiten managen, dem Partner den Rücken frei­halten. Zumindest für eine gewisse Zeit kann ich mir das vorstellen, sehr gut sogar. (…)  Ganz ehrlich: Ich wäre vermutlich neidisch auf meinen Mann, wenn er all diese Aufgaben übernehmen würde. Es gibt Frauen, die das Gleiche wollen wie Männer. Arbeiten, Karriere machen, Anerkennung im Job. Das ist legitim. Ich bleibe bei meiner vielleicht doch eher konservativen ­Einstellung – ein Hausmann kommt mir nicht ins Haus. Und falls doch, werde ich ihn höchstper­sönlich umschulen.

Auch ein Bild, dass im Feminismus zu wenig beachtet wird: Die Frau, die die Rollenverteilung gut findet und gar nicht tauschen möchte.

Insgesamt scheint der Hausmann wenig begehrt zu sein, dass deckt sich mit anderen Ergebnissen, die hier bereits mal besprochen worden sind.

18 Gedanken zu “Wie sexy ist der Hausmann?

  1. Wie sexy sind Frauen mit klassischer Selbstbezogenheit vom Schlage für mich alle Optionen – für ihn, was ich ihm auftrage? Zumal auch nur der Mann am Sitzungstisch in Betracht kommt.
    Jene Frauen wissen sich am längeren Hebel und sehen deshalb inzwischen auch keinen Anlass jenseits mütterlicher Hegemonie und stereotyp-weiblichen Besitzstandsdenkens (meine Familie) zu agieren. Insofern bestätigen sie nurmehr bestehende Ressentiments und haben von Seiten des tatsächlich selbstbestimmten Mannes vollumfängliche Verachtung verdient.

  2. „Wie sexy ist der Hausmann?“

    Wtf ist das denn für eine blöde Frage? Es gehört doch zum Standardrepertoire sexueller Fantasien erfolgreicher, junger Frauen, von der Arbeit nach Hause zu kommen und einen Mann mit Strickpullover vorzufinden, der mit dem Kleinen das Wohnzimmer in eine riesige Lego-Eisenbahn verwandelt hat. Gibt es tatsächlich immer noch Reaktionäre, die sich schwer tun, in dieser Szene irgendwo Sex unterzubringen?

    • Interessant daran ist ja wenn Frau die Kinderbetreuung macht ist es harte (nicht gewürdigte) Arbeit, wenn es Papa macht ist es Spaß und Spiel aber keine echte Arbeit…

      • @Elmo: Dieses Geschlechterrollenklischee habe nicht absichtlich reproduziert. Ich hätte es aber gerne absichtlich benutzt. Das Bild von Papa, der total fertig in einer unaufgeräumten Wohnung ist und der Frau erstmal den Müll hinhält, damit sie ihn raustragen kann, finde ich lächerlich.

  3. @ Christian

    „Wie sexy ist ein Hausmann?“

    „Nicht sehr sexy!“, antworten Frauen, die alle Freiheit haben, zu wählen, wen immer sie wollen, ganz unabhängig von Überlegungen, ob der versorgen, ob der schützen kann, der Mann in ihrem Leben.

    Für Feminist.I.nnen ist klar, dass (wenn sie es sich denn überhaupt zu bemerken erlauben und das Verhalten nicht schlicht verleugnen) Frauen nur deshalb „starke“, männliche Männer bevorzugen, weil das Patriarchat, also DIE NOT, DER HUNGER (Männer fressen Frauen ja gerne das Fleisch weg, damit sie klein und handlich bleiben – DIESE SCHWEINE), DER geduldete TERROR des Vergewaltigngsregimes etc. sie, die armen Häschen, dazu zwingt.

    Nun, wie wählen also linke/linksliberale sehr reiche Frauen, die sich somit nicht „prostituieren“ müssen, die sich professionelle Body Guards leisten können, ihre Männer?

    Na, wie wohl.

    Sie bevorzugen ENTGEGEN ihrer politischen, oft elitenfeministischen Überzeugungen (z.B. Maria Shriver-Kennedy – Arnold Schwarzenegger) konservative, „starke“ Männer, von denen sie erwarten, in der Beziehung die Hosen anzuhaben.

    „Allies“, also Männer*, kommen denen nicht in’s Bett, Ideologie hin oder her – am Ende entscheidet die Gina und die tingelt unbeeinflusst von weltanschaulichen Überzeugungen, weil sie einer älteren „Weltanschauung“ gehorcht, einer vorrationalen, vormenschlichen.

    Und „starke“ männliche Männer lassen die Gina nun mal häufiger tingeln, wesentlich häufiger als Waschlappen, Weicheier und linke/liberale Frauenversteher.

    Tja:

    *Nearly 77per cent of democrat [die Obama-Partei ist gemeint] female millionaires, and 82per cent of female millionaires overall, said they ‚would prefer to date a conservative man,‘ according MillionaireMatch.com.

    ‚I don’t want a liberal man, I want someone who believes in a traditional family,‘ said one female millionaire.

    Other reasons for this political preference in a partner: ambition.

    ‚I want to be with a man who is ambitious, liberal men simply aren’t as ambitious,‘ said another female millionaire, according to the dating site, which aims to bring together successful singles.

    Apparently, democratic female millionaires also find liberal men ‚less masculine‘.

    ‚Simply put, conservative men are real men. They are the breadwinners, they wear the pants and they treat you like a lady,‘ one woman said.*

    http://www.dailymail.co.uk/femail/article-2561492/Liberal-men-masculine-How-millionaire-women-prefer-conservative-partners-wear-pants-relationship.html

  4. Das zeigt übrigens auch, dass die immer wieder vorgebrachte „Jahrtausendelange Unterdrückung der Frau“ nie bestanden hat. Die traditionelle wurde aktiv von Frauen mitgetragen und wird es heute noch. Was hätte eine Frau im Mittelalter schon zu gewinnen gehabt, wenn sie dem Rat einer fiktiven Gleichstellungsbeauftragten gefolgt wäre? Den Job ihres Mannes? Im Steinbruch?

    • @ Roger

      Es gab eine „Mündel-Stellung“ der Frau, sie war teilweise entmündigt, erhielt die Freiheit, sich auf Kinder und Nestbau zu konzentrieren – was die meisten Frauen ohnehin freiwillig am liebsten taten, dazu musste man sie nicht zwingen – und wurde darum von Männern nach außen abgeschirmt, beschützt, versorgt > Mündelstellung wie ein umsorgtes Kind, nicht voll verantwortlich, nicht voll handlungsfähig, nicht für voll genommen.

      Aber viele Frauen erstrebten und ersehnten genau diese Mündelstellung, kam sie doch ihrer ängstlicheren, risikoscheueren, schutzsuchenderen Natur entgegen.

      SIE WOLLTEN UMSORGTE MÜNDEL SEIN.

      Wollen sie ja auch heute mehrheitlich noch.

      Gleichberechtigung bedeutet ja nur für viele Frauen, dass sie ihre Stellung als umsorgtes, versorgtes, beschütztes Geschlecht behalten dürfen, ohne nun ihrerseits Pflichten übernehmen zu müssen.

      Sie wollen männliche Rechte von einst, ohne die Pflichten mit übernehmen zu müssen.

      Sie wollen die Rechte von mündigen Erwachsenen und doch die Vorteile des Kindes weiter genießen.

      Und eine korrupte „Ordnung“ erlaubt es ihnen, Männer erlauben es ihnen, die sich so auf kosten niedrigrangigerer Männer bei Frauen anbiedern und als stakre, gute, frauenschützende und -versorgende Männer empfehlen.

      Während umgekehrt Frauen kaum je auf den Gedanken kommen, SIE KÖNNTEN FÜR DAS WOHLERGEHEN VON MÄNNERN SO VERANTWORTLICH SEIN WIE SIE MÄNNER FÜR IHR EIGENENS WOHLERGEHEN VERANTWORTLICH MACHEN.

      Mit dem Gedanken müssten sie sich aber anfreunden, wenn sie gleichberechtigt sein wollen, denn das heißt auch: GLEICHVERPFLICHTET.

      Aber nein, die durchschnittliche Wohlstandsfrau will Kind sein mit den Rechten eines Erwachsenen, will geschützt, versorgt, behütet werden, ohne dafür einen Preis zahlen zu müssen.

      Den sollen die Männer gefälligst zahlen.

      Und was bekommen die dafür ?

      „Ist uns doch egal. Wir sind schließlich FRAUEN!“

      • Sie bezahlen schon einen Preis nur den von Feministinnen geforderten (geh arbeiten und sei keine Mutter. Nicht den von Männern geforderten (Gauß). Dürfen Männer überhaupt etwas fordern? Ja!!! Dass die Frau arbeitet?! lächerliche Widersprüche einer lächerlichen Ideologie in einem lächerlichen Zeitalter.

  5. Frauen haben eben hohe Ansprüche. Der Mann soll seinen Anteil im Haushalt haben aber auch Versorger sein. Die Männer sollen richtig Karriere machen, während Frau mehr arbeitet, weil sie Spaß daran hat. Neben der Karriere muss Mann aber auch Zeit für die Familie haben. Hat Frau keine Arbeit, die ihr spaß macht, steht ihr immernoch die Möglichkeit offen, sch nur um Kinder zu kümmern, während der Mann auch heute noch der Versorger ist.

  6. Diese Frauen fordern einen Mann, der die eierlegende fliegende Wollmichsau mit eingebauter Super-Karriere ist. Verwundert es einen, wenn immer mehr Männer von Frauen solcher Art und Güte die Nase gestrichen voll haben und ihren eigenen Weg gehen?

  7. Ich frage mich, ob hier jemand ausser den virtuellen, durch die feministische Brille betrachteten Frauen noch andere kennen lernt?
    So richtig, mit Blickkontakt, flirten, Charme, gemeinsam lachen, tanzen, ins Bett gehen, küssen, (mit reinstecken!) Sex, (auch mit reinstecken!), bis die Wände wackeln, …
    Dann wäre denen das Gequatsche der feministischen Frauen nicht ganz so wichtig.
    Mit Humor (fehlt feministisch geprägten Frauen), Herz und Charme klappt’s auch mit der Erotik.
    Mit Gesellschaftsanalysen eher nicht so.
    Bei http://Www.Joyclub.de, parship, neu.de, … halten sich einige bereit.

  8. Pingback: Wie kann ich als Mann Feminist sein? (Teil 1) | Alles Evolution

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