Wolf of Wall Street: Intrasexuelle Konkurrenz und intersexuelle Selektion als Anreiz

(im Prinzip motiviert er seine Mitarbeiter damit, dass sie Status über Geld aufbauen können und dann alle Frauen mit ihnen schlafen wollen, wenn man es unter dem Gesichtspunkt intrasexueller Konkurrenz unter Männer und intersexueller Selektion sieht, macht er ihnen deutlich, dass sie sich dann ein höherwertiges Signalling mit Statusobjekten leisten können und sie im Wettkampf aufgrund des Geldes weit oben stehen werden)

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Strukturelle Diskriminierung

Ein Argument, welches immer wieder im Feminismus auftaucht, ist das Argument der „strukturellen Diskriminierung“. Frauen werden nach dieser Ansicht nicht als Einzelpersonen diskriminiert, sondern aufgrund struktureller Gründe. Es ist denke ich an der Zeit, diese Begriffe einmal näher zu behandeln: Dabei nehme ich als Startpunkt zunächst den Wikipediaeintrag zu dem Thema Diskriminierung, der folgende Einteilung bietet:

Kategorisierung Nach der Bewertung als Teil einer Kategorie werden die „Personen unter Absehung von ihren je besonderen Eigenschaften, Interessen und Verdiensten auf bloße Vertreter einer Kategorie reduziert“

Benachteiligung Benachteiligungen können auf allen Ebenen des Lebens stattfinden, insbesondere in Einschränkungen an der Teilnahme am öffentlichen Leben, in der Freizügigkeit, Gesundheit, Ausbildung, Berufsausübung oder beim Entgelt. Eine soziale Diskriminierung kann in vielen Erscheinungsformen auftreten. So unterscheidet man in der wissenschaftlichen und politischen Diskussion vor allem die bewusste von der unbewussten Diskriminierung. Weitere mögliche Unterscheidungskriterien sind:[14]

  • unmittelbare und mittelbare Diskriminierung
  • alltägliche und strukturelle Diskriminierung
  • individuelle und institutionelle Diskriminierung

Individuelle Diskriminierung Individuelle Diskriminierungen (z. B. nach „schön“ und „hässlich“, oder „nahe-“ und „fernstehend“) werden in verschiedenen Theorieansätzen bei jedem sozialen Akteur als nie gänzlich zu vermeidende Verhaltensmuster vorausgesetzt.[16] Individuelle Diskriminierung kann im Zusammenhang mit struktureller oder institutioneller Diskriminierung erfolgen und bewusst oder unbewusst ausgeübt werden. Hier wird allgemein zwischen Vorurteil, Stereotyp und konkreter Diskriminierung unterschieden. Gegenüber Personen, die zu bestimmten Gruppen gezählt werden, bezeichnen Stereotype: hauptsächlich generalisierte Überzeugungen und Meinungen Vorurteile: darüber hinaus auch allgemeine Bewertungen, gefühlsmäßige Reaktionen und Verhaltensdispositionen individuelle Diskriminierungen: konkrete Handlungen und Verhaltensweisen[17] Die Ermittlung diskriminierender Einstellungen findet mittels der Vorurteilsforschung statt. Strukturelle Diskriminierung Strukturelle Diskriminierung ist die Diskriminierung gesellschaftlicher Teilgruppen, die in der Beschaffenheit der Struktur der Gesamtgesellschaft begründet liegen. So sind in einer patriarchal strukturierten Gesellschaft Frauen strukturell diskriminiert, Männer hingegen nur durch individuelle Stereotypen oder einzelne Institutionen. Strukturelle Diskriminierung ist zu unterscheiden von der institutionellen Diskriminierung. Thematisch verwandte Fragen zu Struktureller Diskriminierung behandeln Forschungen zur gesellschaftlichen Hegemonie (Antonio Gramsci) oder zur Dominanzgesellschaft (Birgit Rommelspacher). Abgrenzung Struktureller Diskriminierung von Unterdrückung Abzugrenzen von der Strukturellen Diskriminierung ist die Soziale Unterdrückung. Eine gängige Definition von Unterdrückung findet sich bei Iris Marion Young, die fünf Aspekte von Unterdrückung auflistet:

  • Ausbeutung
  • Kulturimperialismus
  • Marginalisierung
  • Machtlosigkeit
  • Gewalt

Unterdrückung beinhaltet nach Young ein gewaltsames „Niederhalten“ der benachteiligten Gruppe und geht oftmals mit Ausbeutung einher. Ein Aufbegehren gegen Unterdrückung wird mit gewaltsamen Repressionen rechnen müssen. Während das, was Young als Kulturimperialismus bezeichnet, sowie die Marginalisierung und Machtlosigkeit durchaus auch zur Diskriminierung zählen, muss Diskriminierung nicht mit Ausbeutung und Gewalt verknüpft sein. Institutionelle Diskriminierung Institutionelle Diskriminierung bezeichnet Diskriminierungen, die von organisatorischem Handeln von Institutionen ausgehen. Dieses findet häufig in einem Netzwerk gesellschaftlicher Institutionen, beispielsweise im Bildungs- und Ausbildungssektor, dem Arbeitsmarkt, der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik, dem Gesundheitswesen und der Polizei statt. Historisch geht der Begriff der institutionellen Diskriminierung auf die Diskussion zum Institutionellen Rassismus in den USA und Großbritannien zurück. Im Gegensatz zur strukturellen ist die institutionelle Diskriminierung nicht gesamtgesellschaftlich präsent. Ein wesentlicher Bestandteil der institutionellen Diskriminierung ist die ökonomische Diskriminierung. Individuen gelten dann als ökonomisch diskriminiert, „wenn sie bei wirtschaftlichen Transaktionen mit Gegenleistungen konfrontiert werden, welche sich an persönlichen Merkmalen bemessen, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Leistung stehen“. Eine ökonomische Diskriminierung findet insbesondere auf dem Arbeitsmarkt, dem Kreditmarkt, dem Versicherungsmarkt und dem Wohnungsmarkt statt und äußert sich häufig in einer Lohn- und Einkommensdiskriminierung.[20] Symbolische Diskriminierung Birgit Rommelspacher betont den Aspekt der Symbolischen Diskriminierung. Zwar werde oftmals betont, dass die diskriminierte Gruppe im Vergleich zur privilegierten Gruppe „weniger Lebenschancen, das heißt weniger Zugang zu Ressourcen und weniger Chancen zur Teilhabe an der Gesellschaft habe.“[21] Aber Diskriminierung findet auch auf der symbolischen Ebene statt. Hierher gehört beispielsweise als eine der von Berit Ås festgestellten fünf Herrschaftstechniken das Unsichtbarmachen diskriminierter Gruppen. Auch Axel Honneth betont den Aspekt der Unsichtbarkeit[22] Allgemein sieht er auf der Anerkennungsebene die Persönlichkeitskomponenten

  • der persönlichen Integrität durch Vergewaltigung und Misshandlung
  • der sozialen Integrität durch Entrechtung und Ausschließung und
  • der Würde durch Entwürdigung und Beleidigung

bedroht. Pierre Bourdieu betrachtet Phänomene symbolischer Diskriminierung unter dem Blickwinkel symbolischer Gewalt.

Individuelle Diskriminierung wäre demnach gegeben, wenn man relativ subjektive Kriterien anwendet, struktureller Diskriminierung, wenn die Gesellschaft auf eine bestimmte Weise ausgerichtet ist, die dazu führt, dass bestimmte Gruppen abgewertet werden. Ein Beispiel soll hier „das Patriarchat“ sein. In dem Spezialartikel zur strukturellen Diskriminierung findet sich folgende Definition der strukturellen Diskriminierung:

Als Strukturelle Diskriminierung werden die Formen von Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen, die in der Beschaffenheit der Struktur der Gesamtgesellschaft immanent begründet liegen, bezeichnet. Das Gegenstück zu Struktureller Diskriminierung stellt die Interaktionelle Diskriminierung dar (…) Ausgangspunkt sind Normen und Regeln, die für alle Gesellschaftsteile gleichermaßen gelten. Sie ziehen strukturelle Diskriminierung nach sich, wenn durch ihre Anwendung in Form von Haltungen oder Handlungen gesellschaftliche Teilgruppen gravierender Ungleichbehandlung ausgesetzt sind. Die Psychologin Ute Osterkamp stellt beispielsweise für den Rassismus fest, „dass rassistische Denk- und Handlungsweisen nicht Sache der persönlichen Einstellungen von Individuen, sondern in der Organisation des gesellschaftlichen Miteinanders verortet sind, welche die Angehörigen der eigenen Gruppe systematisch gegenüber den Nicht-Dazugehörigen privilegieren.“ Strukturelle Diskriminierung beruht auf eingespielten und dauerhaften, oft formalisierten und explizit geregelten institutionellen Praktiken.

In einem Vortrag der Uni Zürich findet sich auch noch etwas zur strukturellen Diskriminierung, was ich ganz anschaulich finde:

Unterrepräsentation: Zeichen struktureller Diskriminierung? Definition struktureller Diskriminierung: • Formale Chancengleichheit ist verwirklicht • Dennoch: auffällige Korrelation zwischen – Der Quote von Inhabern gut und besser dotierter Stellen, Ämter und Funktionen und – einer für diese Stellen, Ämter und Funktionen irrelevanten Eigenschaft: zB Geschlecht, Hautfarbe • Dann muss man annehmen, dass die Strukturen  dieser Gesellschaft die Diskriminierung von  gesellschaftlichen Gruppen fördern und  unterstützen. (Rössler)

Ein gern genommenes Beispiel ist dann wohl die Frage von Frauen in hohen Positionen, dass auch in weiteren Folien aus dem gleichen Vortrag ausgebreitet wird:

Problem: Anwendung auf den Fall eines Unternehmens • Kessler‐Harris: Sears muss diskriminiert haben – Geschlechtlich segregierter Arbeitsmarkt – Männliche Konnotation und entsprechende Vorurteile • Rosenberg: Sears muss nicht diskriminiert haben – Frauen sind traditionell daran interessiert, Familie und  Erwerbsarbeit miteinander zu verknüpfen – Frauen haben „feminine“ Werte internalisiert, solche  Präferenzen entwickelt und handeln entsprechend

Hier werden also zwei verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt, einmal gilt der geschlechtlich aufgeteilte Arbeitsmarkt als Beleg und es wird darauf hingewiesen, dass bestimmte Jobs männlich gedacht werden und Männer in diesen bessere Fähigkeiten zugesprochen werden, zum anderen wird darauf verwiesen, dass Frauen andere Vorstellungen haben und sich frei entschieden haben. Das wird dann im Folgenden so entkräftet:

Differenzkeule und Autonomiekeule Aushebelung des Konzepts der „strukturellen Diskriminierung“ unter Verweis auf

  • das Anderssein („Differenzkeule“) und
  • die daraus resultierenden anderen Entscheidungen („freie Wahl“!)  von Frauen („Autonomiekeule“)

Das Anderessein ist natürlich bereits selbst im Genderfeminismus kein zulässiges Argument, da es dort eben kein tatsächliches Anderssein gibt, sondern nur künstlich herbeigeführtes „Anderssein“, das dann selbst Folge einer strukturellen Diskriminierung sein muss, denn den Frauen wird ja hier über das Anderssein der Platz an der Spitze bzw der bessere Job abspenstig gemacht. Freilich gegen ein anderes Verhältnis von Freizeit zu Arbeit und unter Berücksichtigung von mehr Zeit mit Kindern sowie meist unter Berücksichtigung eines Ehemannes, der die finanzielle Seite ausgleicht etc, aber das darf darf darf anscheinend keine Andersheit begründen und damit auch keine freie Entscheidung. Es gibt keine freie Entscheidung in einer strukturellen Diskriminierung, man darf die Vorteile nicht betrachten, man darf nicht überlegen, ob es für die jeweilige Frau vielleicht ein durchaus günstiger Tausch ist, oder ob sie tatsächlich anders ist, es ist schlicht Diskriminierung, basta. Das man dabei diverse Sachen nicht berücksichtigt und tatsächlich einiges für die Differenzkeule und die Autonomiekeule spricht, dass ist innerhalb dieses Systems nicht denkbar. Tatsächlich spricht aber einiges Dafür: Sowohl bei der Berufswahl:

Als auch bei den Faktoren, die für den Gender Gap sprechen:

Hinzu kommen die vielfältigen Argumente für ein Anderssein aus der Biologie.

Sprich: Aus meiner Sicht greifen die beiden Argumente, die hier abwertend als „Keule“ dargestellt werden, also wohl im Sinne eines Totschlagarguments, durchaus durch. Der Feminismus prüft sie nur ungenügend und entdeckt daher strukturelle Diskriminierungen, wo eigentlich keine sind.

„Nur Frauen können Frauen helfen“ (The Masters tools…)

Im Gender-Feminismus kommt wohl über den Gedanken, dass nur die Betroffenen wissen können, wie man ihnen hilft und „“the Master’s tools will never dismantle the Master’s house“ der Gedanke hinein, dass nur Frauen Frauen unterstützen und das man an dem Umstand, wie viele Frauen an einer bestimmten Stelle tätig sind ablesen kann, inwieweit Fraueninteressen dort umgesetzt werden bzw. sogar im Umkehrschluss, dass man daran ablesen kann, inwiefern Fraueninteressen vernachlässigt werden. Man kann dann quasi nach diesem Grundsatz das Verbesserungspotential, welches in einem Bereich noch zu erreichen ist, anhand der Frage bewerten, wie viele Frauen dort bereits tätig sind.

Ein hübsches Beispiel wird hier zitiert:

Die Zukunft der Medizin ist weiblich. Heute sind mehr als 60 Prozent der Studierenden im Fach Medizin Frauen. Auf den Führungspositionen der Medizin stagniert die Quote von Ärztinnen seit Jahren unter 10%, an der Spitze stehen über 90% Männer. Erst wenn auch Ärztinnen an entscheidenden Stellen tätig sind und Therapiekonzepte und Strukturen gestalten, werden wir den Gegebenheiten und Anforderungen unseres Gesundheitswesens gerecht – denn auch mehr als die Hälfte unserer Patienten sind weiblich!

Die zutreffende Wertung der Autorin:

Ja, genau, wenn ich demnächst ärztliche Hilfe benötige, werde ich sicherstellen, dass mein weiblicher kranker Körper nur von weiblichen gesunden Händen wieder in Ordnung gebracht wird. Es ist ein medizinisches Wunder, dass ich die Behandlung durch männliche Ärzte bis jetzt überlebt habe – wahrscheinlich war das aber einfach nur pures Glück. Wie werde ich nur meine weiblichen Kopfschmerzen los, wenn ich einen solchen Schmarrn lese?

Der Gedanke setzt sich auch in vielen anderen Bereichen fort, trifft dort aber auch nicht zu. So können starke weibliche Vorbilder auch durchaus abschrecken, Frauen wählen auch selbst nicht unbedingt die Partei, die die meisten Frauen nach oben bringt und auch weibliche Wissenschaftler scheinen einer gewissen Bias gegenüber Frauen zu unterliegen.

Er unterschätzt auch, dass es eben darauf ankommt, was derjenige der handelt, eigentlich erreichen will. Ein Politiker beispielsweise will gewählt werden und es gibt eben sogar etwas mehr weibliche als männliche Wähler, so dass gerade ein männlicher Politiker die Interessen der Frauen nicht ignorieren kann (während einer Frau eher unterstellt wird, dass sie sie eh vertritt). Es muss dann eben gerade nicht die beste Taktik sein, auf eine Frau zu setzen, sondern eher auf einen Mann, der sich gerade als Beschützer oder Förderer darstellen will.

Der Fehler ergibt sich insoweit zum Teil auch aus den drei Grundannahmen des Genderfeminismus:

Gender feminism is an empirical doctrine committed to three claims about human nature.

  • The first is that the differences between men and women have nothing to do with biology but are socially constructed in their entirety.
  • The second is that humans possess a single social motive — power — and that social life can be understood only in terms of how it is exercised.
  • The third is that human interactions arise not from the motives of people dealing with each other as individuals but from the motives of groups dealing with other groups — in this case, the male gender dominating the female gende

Wer den Politiker nur als Bestandteil der Gruppe Mann sieht, der lediglich deren Gruppeninteressen im Kampf um die Macht vertritt, und nicht als Einzelperson, die Macht für sich will oder zumindest selbst vorankommen möchte und dazu die weiblichen Wähler braucht, oder wer nicht erkennt, dass der Mediziner genauso bestimmte Frauenprobleme angehen möchte, weil er ein guter Arzt sein will und nicht der Gruppe Mann zur Macht verhelfen will, der wird eben diese Unterschiede nicht verstehen und für den hat kein Mann ein Interesse daran, in irgendeiner Form Frauen zu nützen oder sich sogar besonders für sie zu engagieren.

Natürlich ist der Gedanke, dass Mitgliedern einer Gruppe bestimmte Sachen, die gerade sie betreffen, eher auffallen, als Mitgliedern einer anderen Gruppe, aber das bedeutet ja nicht, dass diese Erkenntnisse dann nicht kommuniziert werden können und daher den Fachleuten auf dem Gebiet bekannt sind bzw. dass er sie sich zB wie ein Arzt durch beständigen Umgang mit Patientinnen zulegen kann. Ebenso können Umfragen oder Testgruppen oder eben entsprechende Forschung dieses Wissen bereitstellen.

Interessant an diesen Aussagen finde ich noch, dass damit diese Theorien fast schon in einen Differenzfeminismus übergehen. Denn die Frau wird hier als so grundlegend anders dargestellt, dass Männer sie nicht verstehen können. Man kann das abfangen, indem man eben sagt, dass die Männer eben die Macht der Männer stärken wollen und insofern bösartig sind oder indem man die Sozialisation dafür verantwortlich macht, dass Frauen ganz anders sind.

Papst Franziskus über Rolle und Wesen der Frau

Auf der Seite des Vatikan heißt es über Frauen:

„Diese neuen Räume und Verantwortlichkeiten, die sich da geöffnet haben – und von denen ich mir lebhaft wünsche, dass sie sich auf die Präsenz und Aktivität der Frauen ausweiten möge, sowohl im kirchlichen als auch im kulturellen Bereich und bei der Arbeit – diese neuen Räume dürfen uns aber nicht die unersetzliche Rolle der Frau in der Familie vergessen lassen. Ihre Gaben der Liebenswürdigkeit, der ihr eigenen Feinfühligkeit und Zärtlichkeit – an denen der weibliche Geist reich ist – stellen nicht nur eine unverfälschte Kraft für das Leben der Familien dar, sie strahlen nicht nur ein Klima der Harmonie und Seelenruhe aus, sondern ohne sie wäre die Berufung der Menschen nicht zu realisieren.“

Der Papst hat hier eine eher klassische und wohl auch essentialistische Vorstellung von der Frau, die er aber immerhin einigermaßen geschickt ausdrückt, indem er nicht einfach sagt, dass Frauen eben ins Haus gehören, sondern eben nur, dass sie in der Familie eine unersetzliche Rolle spielen.

Auf der Seite heißt es weiter:

Während im Bereich der Arbeit und der Öffentlichkeit das Einbringen des weiblichen Geistes wichtig sei, sei dies im Bereich der Familie unabdingbar, so Franziskus. Die Familie sei jedoch für die Christen weitaus mehr als ein privater Ort, sondern die „Hauskirche“. Ihr guter Zustand sei Bedingung für die „Gesundheit und das Wohl der Kirche“ sowie der Gesellschaft, betonte der Papst. Die Frau sei im häuslichen Bereich unabdingbar, um moralische Prinzipien und den Glauben weiterzugeben.

Sprich: Eine Aufwertung des Privaten zur „Hauskirche“ und der Hinweis, dass die Frau dort „unabdingbar“ sein, um den dortigen Anforderungen zu genügen, also letztendlich, dass die gleichen Arbeiten nach dem unfehlbaren Papst anscheinend nicht von einem Mann geleistet werden können.

„An diesem Punkt fragt man sich jetzt allerdings spontan, wie es denn möglich sein soll, die tatsächliche Präsenz (der Frauen) in den vielen öffentlichen Bereichen zu verstärken, in der Arbeitswelt und dort, wo die wichtigsten Entscheidungen getroffen werden, und gleichzeitig die besondere Präsenz und spezielle Aufmerksamkeit für die Familie zu gewährleisten? Hier ist es, wo unsere Urteilsfähigkeit, jenseits der Überlegungen zur Realität der Frau in der Gesellschaft, ausdauerndes und beharrliches Gebet voraussetzen.“

Auch nett ausgedrückt: Wie können wir nur beides hinbekommen, wenn die Frau doch in der Familie notwendig und nicht zu ersetzen ist und damit sich dort aufhalten muss? Es ist fast schon eine rhetorische Frage, denn die Antwort ist ja klar: Sie muss eben die Familie priorisieren.

Im Gespräch mit Gott, erhellt von Seinem Wort könne die christliche Frau immer wieder neue Antworten auf diese Frage finden, so der Papst.

Wenn Gott als mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit imaginäres Wesen antworten könnte. Kann er aber nicht.

Ich habe mich ja schon mal gefragt, wie man als moderne Frau Katholikin sein kann:

Was ich nie recht verstanden habe ist, wie eine moderne Frau Mitglied der katholischen Kirche sein kann. Sie unterstützt mit ihrer Mitgliedschaft ja eine Organisation, die vollkommen andere Positionen vertritt als sie selbst. Das ist zwar auch für männliche Mitglieder wahr, aber die können zumindest sagen, dass sie von diesen Ansichten ja nur indirekt betroffen sind.

Die katholischen Lehren sind stark veraltet und mit der wesentlich freieren Vorstellung der meisten Menschen zu den Geschlechterrollen wohl kaum zu vereinbaren.

Sicherlich: Die Forderungen des Papstes werden in weiten Teilen der modernen Welt schlicht ausgeblendet, es hat sich hier eine Cognitive Dissonanz gebildet, bei der man sich in „seiner“ Kirche wohl fühlt und einfach ausblendet, dass man über seine Beiträge ein ultrakonservatives Regime unterstützt.

„Aber Here Schmidt, Sie als Biologist vertreten doch auch nichts besseres, bei ihnen ist eben nicht alles durch Gott bestimmt, sondern durch Biologie!“ werden diejenigen, die meine Beiträge zu Essentialismus und Unterschieden im Schnitt immer überspringen oder nicht verstehen wollen, nun anführen (wahrscheinlich mit leicht anderer Formulierung)

Tatsächlich ist das aber eben genau das, was ich nicht vertrete. Ich gehe nicht von absoluten Geschlechterunterschieden aus, sondern davon, dass die Geschlechter verschieden ausgeprägte Vorlieben und Eigenschaften haben, wobei diese innerhalb der Geschlechter Normalverteilungen bilden, die zwar verschiedene Mittelwerte haben, deren Träger sich aber mehr oder weniger stark überlappen. Damit ist eine Frau im Haus nicht unentbehrlich, ein Mann kann die Aufgaben, wenn er dies will, ebenso übernehmen. Die Arbeitsteilung stellt sich ein, weil es bestimmte Vorlieben die bei den Geschlechtern unterschiedlich ausgeprägt sind, bedient. Auf der Ebene des Einzelnen herrscht aber gerade aus diesem Grund eine hohe Freiheit.

Demnach haben meine Theorien nichts mir den religiösen Theorien überein, die Geschlechter wesentlich mehr auf bestimmte Tätigkeiten festlegen wollen, für die sie unersätzlich sind.

Wagenburgmentalität des Feminismus

Beim Aktualisieren meines Übersichtsartikels zur „Kritik am Feminismus“ (ich bin immer dankbar für Hinweise, welche Artikel da noch rein sollten) bin ich auf einen alten Kommentar von virtual-CD gestoßen, den ich ganz treffend fand:

Das ist einer der Punkte, an denen man das sektenhafte im Feminismus festmachen kann. Diese Wagenburgmentalität. Ein offenes “das ist einfach Unfug, auch wenn es von einer Feministin kommt” – so etwas erlebt man nicht von einer anderen Feministin.

Das ist Wagenburgmentalität. Du denkst vielleicht – ich schließe das einmal aus deiner Bemerkung, dass bedingungslos Unterordnung nicht gut sei für eine Partnerschaft – dass da eine “Schwester” sich ziemlich verrannt hat. Aber zugeben wirst du es nie. Das schadet ja der Frauensolidarität, oder so.

Ich denke ja eher, genau dieser Punkt, das ihr Differenzen nicht diskutieren könnt, weil das ja schwächen würde, wo doch der Feind die Burg belagert – genau das schwächt euch.

Deswegen ist der Feminismus so wenig argumentationsfähig. Kann sich so wenig seinen eigenen inneren Wiedersprüchen stellen.

Da hat Virtual-CD aus meiner Sicht sehr recht. Es gibt kaum interne Kritik, obwohl der Feminismus absolut radikale Ideen hat gibt es eigentlich keinen Blog, der einen gemäßigten Feminismus vertritt und die radikaleren Theorien einmal offen anspricht. Selbst die Trennung bei der Mädchenmannschaft hat kaum dazu geführt, dass man bestimmte Probleme einmal offen angesprochen hat. Das liegt natürlich auch daran, dass man bei Kritik sofort der Gegenseite zugeordnet wird und insofern nicht mehr Teil des Feminismus ist.

Das Frauen sich gegenseitig eher als Teil einer Gruppe sehen und daher stärker unterstützen hatte ich bereits in dem Artikel „Warum mögen Frauen Frauen lieber als Männer Männer?“ behandelt, das könnte eine Ursache für diese Wagenburgmentalität sein.

Eine evolutionäre Ursache hierfür könnte sein, dass Frauen durch ein stärkeres Verbünden gegen männliche Kritik einen Ausgleich in Anzahl für die höhere Körperkraft von Männern erreicht haben, ein anderer, dass Frauen was Konflikte angeht auf Gleichheit untereinander ausgerichtet sind und das bei Männern vorhandene, bei Frauen aber weit geringer ausgeprägte Element der aktiven intrasexuellen Konkurrenz weniger dazu geführt hat, dass das Austragen solcher Konflikte Vorteile für Frauen brachte. Weibliche intrasexuelle Konkurrenz findet natürlich auch statt, aber auf anderen, oft weniger direkten Ebenen.

Interessant wäre es einmal solche interne Kritik zu sammeln: Ich suche demnach den kritischsten Artikel einer Feministin am Feminismus. Wer welche kennt, der kann Links gerne in die Kommentare schreiben.

Bell Hooks „Feminism is for everbody“

Auf der Seite „Return of Kings“ werden einige Aussagen aus dem Buch „Feminism is for everbody“ besprochen, die ich auch interessant finde:

Males as a group have and do benefit the most from patriarchy, from the assumption that they are superior to females and should rule over us. But those benefits have come with a price. In return for all the goodies men receive from patriarchy, they are required to dominate women, to exploit and oppress us, using violence if they must to keep patriarchy intact.

Das ist so ziemlich der Grundgedanke, der vielen feministischen Theorien zugrunde liegt: Männer haben eine Herrschaft errichtet und profitieren davon, im Gegenzug müssen sie eben Frauen unterdrücken um das ganze am Laufen zu halten: Frauen müssen domiert, ausgebeutet, unterdrückt werden, es muss Gewalt gegen sie ausgeübt werden.

Anti-male factions within the feminist movement resented the presence of anti-sexist men because their presence served to counter any insistence that all men are oppressors, or that all men hate women… They portrayed all men as the enemy in order to represent all women as victims.

In der Tat scheint mir das der Grund zu sein. Männer allenfalls als untergeordnete Allies im Feminismus zuzulassen vereinfacht es erheblich sie als Outgroup zu definieren und seinem Hass freien Lauf zu lassen. Man muss sie dann auch nicht beachten oder ihnen zuhören oder sich sogar von ihnen auf Fehler hinweisen lassen, man kann einfach darauf verweisen, dass sie leider in ihr Unterdrückerdenken zurückfallen, wenn sie etwas falsches sagen bzw. sie auf ihre Privilegien hinweisen, die schon wieder zum Vorschein kommen.

When feminist movement was “hot,” radical lesbian activists constantly demanded that straight women reconsider their bonds with men, raising the question of whether or not it was possible for women to ever have a liberated heterosexual experience within a patriarchal context…

Teaching one of my first women’s studies courses in San Francisco I was confronted by a group of radical lesbian students who wanted to know why I was still “into” men. After class one day in the parking lot there was a showdown.

In der Tat eines der Grundprobleme des Geschlechterkampfes: Der Feind ist bereits im eigenen Bett. Ein radikales Outgrouping ist dadurch gar nicht so einfach, wenn man heterosexuell ist. Man kann dann nur noch die „Meiner ist ja ganz anders“-Taktik fahren oder muss seine Radikalität zurückschrauben. Vielleicht auch ein Grund dafür, dass der Anteil lesbischer Frauen im radikalen Feminismus relativ hoch zu sein scheint.

Umgekehrt wäre der Fall, worauf Return of Kings zurecht hinweist, ein recht klarer Fall von Homophobie. Über die insoweit in der gesamten Ally-Diskussion vorhandenen Männerfeindlichkeit sollte sich der Feminismus jedenfalls Gedanken machen.

“In a zealous effort to call attention to male violence against women reformist feminist thinkers still choose often to portray females as always and only victims. The fact that many violent attacks on children are perpetrated by women is not equally highlighted. (…) Women are often the primary culprits in everyday violence against children… Maternal sadism often leads coercion of children must be seen as just as horrendous as male abuse… A serious gap in feminist thinking and practice has been the refusal of the movement to confront head-on adult female violence against children. (…) Often I tell the story of being at a fancy dinner party where a woman is describing the way she disciplines her young son by pinching him hard, clamping down on his little flesh for as long as it takes to control him. And how everyone applauded her willingness to be a disciplinarian. I shared the awareness that her behavior was abusive, that she was potentially planting the seeds for this male child to grow up and be abusive to women. Significantly, I told the audience of listeners that if we had heard a man telling us how he just clamps down on a woman’s flesh, pinching her hard to control her behavior it would have been immediately acknowledged as abusive. Yet when a child is being hurt this form of negative domination is condoned. This is not an isolated incident – much more severe violence against children is enacted daily by mothers and fathers.

Das ist ja immerhin einmal eine erfrischende Kritik, die sich mit Frauen als Täter beschäftigt, was im Feminismus selten genug ist. Allerdings ist sie so eben mit der feministischen Lehre kaum in Einklang zu bringen und daher auch nur schwer zu diskutieren – wohl allenfalls unter dem Gesichtspunkt, dass Frauen das eben nur im Patriarchat machen müssen. Frauen einfach einmal als handelnde Subjekte und nicht nur Objekte des Patriarchats zu sehen wäre eine dringend notwendige neue Perspektive

Ein anderes Zitat von Bell Hooks fand ich noch ganz interessant:

Visionary feminism is a wise and loving politics. It is rooted in the love of male and female being, refusing to privilege one over the other. The soul of feminist politics is the commitment to ending patriarchal domination of women and men, girls and boys. Love cannot exist in any relationship that is based on domination and coercion. Males cannot love themselves in patriarchal culture if their very self-definition relies on submission to patriarchal rules. When men embrace feminist thinking and preactice, which emphasizes the value of mutual growth and self-actualization in all relationships, their emotional well-being will be enhanced. A genuine feminist politics always brings us from bondage to freedom, from lovelessness to loving.”

Klingt ja in der Theorie gut, hat aber eben die falsche Grundlage, dass alles Unterdrückung ist und das Patriarchat dazu führt, dass Frauen von Männer unterdrückt werden. Und das aufgrund dieses Fehlschlusses bereits einiges an Hass von Frauen auf Männer, aber auch von Männern auf sich selbst entsteht. Wenn man Schilderungen von männlichen Feministen liest, dann sind das aus meiner Sicht keine Schilderungen selbstbewußter Männer, die ihren Platz gefunden haben, sondern Schilderungen von Männern, die nach Anerkennung suchen, die sie dadurch niemals erreichen können.

Es scheint sich mir gerade nicht vorteilhaft auf das Selbstbild und emotionale Gesundheit abzuzielen, sondern eher darauf, dass man in einer Spirale gefangen ist, alles immer richtiger zu machen. Das gilt um so mehr, um so radikaler die Feminstinnen sind, mit denen man zu tun hat. Es geht also gerade nicht um Männer, die für Emanzipation sind, sondern solche, die tatsächlich mit genderfeministisch denkenden Frauen in Kontakt kommen.

Formen des Sexismus zB Komplimente etc

Arne hat auf Genderama bereits ein interessantes Interview besprochen, aus dem ich mir auch mal etwas rauspicken möchte, nämlich die nachfolgende Grafik:

Sexismus Formen Umfrage

Sexismus Formen Umfrage

1. Lustfeindlichkeit

Hier hängt natürlich vieles an der Frage. Erotik und Lust in der Gesellschaft ist schon eine sehr hohe Stufe. Vermutlich hätten mehr zugestimmt, wenn man gefragt hätte, ob ein auf den Körper bezogenes Kompliment eines fremden Mannes in nicht zu anzüglicher Form, lustfördernd oder erotisch sein kann.

2. Sexismus als Kompliment

Immerhin 50% der Frauen finden es nicht so schlimm, wenn ihnen hinterhergepfiffen wird. Klar, es kann ja auch ein Kompliment sein. Ist alles eine Frage des Szenarios. Männer hingegen sehen das kritischer, wahrscheinlich eher unter einem Beschützergesichtspunkt

Bei dem anzüglichen Spruch sind immerhin noch 37% der Frauen dabei. Auch hier dürfte die Frage sein, ob man sich einen unattraktiven Kerl vorstellt, mit dem man eigentlich nur in Form seiner Tätigkeit zu tun haben will oder einen anzüglichen Spruch in einer entspannteren, vertrauteren Situation.

3. Bagatellisierung von Sexismus

Hier ist schon interessant, dass man es mit einem „völlig“ formuliert hat. Bei „häufig überdramatisiert“ oder „in einigen Bereichen überdramatisiert“ würde es wahrscheinlich anders aussehen. Aber auch hier ist der Männeranteil von 50% ja recht deutlich. Hier ist also Prostestpotential. Sexismus ist das natürlich nur, wenn man zunächst die Prämisse aufstellt, dass es nicht überdramatisiert ist. Ein Punkt, der aber durchaus bestritten werden kann

4. Vernachlässigung von Sexismus gegen Männer

Es ist interessant, das sie eine solche Aussage als Nachweis von Sexismus nehmen, gerade angesichts der hohen Zustimmungszahlen. Das ist auch das Problem, wenn man Sexismus ideologisch definiert und damit die Einstellung, dass Männer Opfer von Sexismus sein können, schon als Sexismus ansieht.

5. Männer sind die eigentlichen Opfer

Die Kategorie „Männer sind die eigentlichen Opfer“ wird abgeprüft mit der Aussage, dass es passieren kann (also nur kann), dass man zu Unrecht als Sexist beschuldigt wird.

Natürlich kann das passieren.  Und auch leicht, also ohne, dass dazu viel erforderlich ist. Wer da ein Denkverbot errichtet, der muss schon eine sehr kategorische Version der Deutungshoheit zugrundelegen.