Attraktivität und Biologie

Aus einer Studie:

Growing evidence shows that features we find attractive in members of the opposite sex signal important underlying dimensions of health and reproductive viability. It has been discovered that men with attractive faces have higher quality sperm, women with attractive bodies are more fertile, men and women with attractive voices lose their virginity sooner, men who spend more money than they earn have more sex partners, and lap dancers make more tips when they are in the fertile phase of their menstrual cycle. This paper highlights recent evidence showing that the way we perceive other people has been shaped by our evolutionary history. An evolutionary approach provides a powerful tool for understanding the consistency and diversity of mating preferences and behaviors across individuals and cultures.

Quelle: The Science of Sex Appeal: An Evolutionary Perspective“ from Review of General Psychology 2010, Vol. 14, No. 3, 240–25

Des weiteren aus der Studie:

  • By sampling photographs taken from old high school yearbooks and matching them with obituary records, Henderson and Anglin (2003) discovered that both men and women with faces that contemporary college students rated as being attractive lived longer.
  •  Even intelligence and semen quality may be related. In anarchival sample of 425 Army veterans, Arden, Gottfredson, Miller,& Pierce (2009) found small, but significant positive correlations between general intelligence and several important parameters of sperm quality: sperm concentration, sperm count, and sperm motility. It turns out that people with attractive faces also tend to have higher IQ scores (Zebrowitz, Hall, Murphy, & Rhodes, 2002).
  • The way men rate facial attractiveness in women predicts estrogen levels and female reproductive health (Law-Smith et al.,2006). Faces can contain cues to underlying genetic resistance to disease.
  • A recent study by Jokela (2009) based on an archival sample of high school yearbook photos and follow-up surveys from over 10,000 people who graduated in 1957, shows that attractiveness is, in fact, related to reproductive success. More often than not people with more attractive faces have more children. Thus, the reason there is good consensus as to which faces are attractive is because faces contain embedded features that are honest biological signals of reproductive fitness.
  • Women with low WHRs (narrow waists and broad hips) are consistently rated by men in many cultures as more attractive, with optimal WHRs being about .7 (Singh, 1993). Large samples of Playboy models (Tovee et al., 1997) and female film stars (Vora-cek & Fisher, 2006) both converge on this value, with each showing average WHRs of about .68. In a recent study, men who were born blind or developed blindness later in life were presented with mannequins varying in WHR. Even those who were born blind preferred the shape of the low WHR, indicating that visual input is not necessary to develop or maintain this preference (Karremans, Frankenhuis, & Arons, 2010)… By now it should come as no surprise that women with low WHRs are more reproductively viable. They ovulate more often (Jasienska, Ziomkiewicz, Ellison, Lipson, & Thune, 2004), have more regular menstrual cycles (Van Hoof et al., 2000), and are more likely to conceive as a result of artificial insemination (Zaad-stra et al., 1993) and in vitro fertilization (Wass, Waldenstrom,Rossner, & Hellberg, 1997). Women with low WHRs are also healthier. They have a lower risk of heart disease, stroke, diabetes, gall bladder disease, kidney disease, and various cancers (see Singh & Singh, 2006).

37 Gedanken zu “Attraktivität und Biologie

  1. Diese Studie ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Natur höchst ungerecht (im egalitären Sinne verstanden) arbeitet: Positives ist mit Positivem assoziiert.

    Oder: „Wer hat, dem wird gegeben.“

    Der Kluge ist überdurchschnittlich hübsch, überdurchschnittlich gesund, überdurchschnittlich erfolgreich (auch reproduktiv), überdurchschnittlich langlebig.

    Die Natur fördert das Positive, benachteilgit das Benachteiligte, ist, in diesem Sinne, wie Camille Paglia formuliert, „faschistisch“.

    Ein Faschismus, den unsere Kultur herausfordern muss, will sie bestimmten ethischen Grundlinien folgen.

    • @ Alexander
      Ist der, die Kluge wirklich überdurchschnittlich reproduktiv? Das kann ich nur schwerlich glauben, wenn ich an die kinderlose akademisch-dekadente „Elite“ in Österreich denke.

      • @ Termianatus

        Biolgisch ja, potentiell (Samenqualität, Ovulationshäufigkeit), s. Studie.

        D.h., über die längste Zeit der menschlichen Geschichte hinwe, wurde dieses Potential realisiert: Wer klug war, hatte wohl im Schnitt mehr Kinder, konnte mehr Kinder durchbringen.

        Die heutigen Verhältnisse sind ja soziokulturell durch den Sozialstaat „verfälscht“.

        Klugheit bringt keinen Reproduktionsvorteil mehr, jedenfalls, wenn man „nur“ zur Mittelschicht zählt, weil dort die Opportunitätskosten besonders heftig zu Buche schlagen.

        Wer materialistisch „klug“ ist, verzichtet dann lieber auf Kinder: Gut für’s Individuum, schlecht für die Gemeinschaft, die ohne ausreichenden und ausreichend bildungsfähigen Nachwuchs ihrem Niedergang entgegensieht.

        Weshalb sich in Sozialstaaten die Unterschichtler gut vermehren (haben kaum Opportunitätskosten, weil kaum Opportunitäten, die Grundversorgung übernimmt die Gemeinschaft, auch die ihrer Kinder) und die Oberschichtler, die so reich sind, dass sie die Opportunitätskosten mühelos verschmerzen können.

        Deren Zahl ist allerdings so gering, dass sie populationsgenetisch nicht in’s Gewicht fallen.

  2. @Roslin

    ja, all dies spricht für biologisch abgespeicherte und vererbbare Attraktivitätsmerkmale beim Menschen, die durch Evolution entstanden sind.
    Bei einer sozialen Begründung von Attraktivität wie im Genderfeminismus oder den Queerstudies wären andere Ergebnisse zu erwarten.

  3. „Women with low WHRs (narrow waists and broad hips) are consistently rated by men in many cultures as more attractive, with optimal WHRs being about .7 (Singh, 1993). Large samples of Playboy models (Tovee et al., 1997) and female film stars (Vora-cek & Fisher, 2006) both converge on this value, with each showing average WHRs of about .68.“
    Der Mittelwert an sich sagt über eine Verteilung erst einmal wenig aus. Streuung, Spannweite usw. sind mindestens ebenso wichtig.

    • Ja und insbesondere bei schiefen Verteilungen sind Mittelwert (und Standardabweichung/Varianz) nicht aussagekraeftig aber auch darueber wird anscheinend keine Aussage gemacht. Selbst ein popliges Histogramm waere wohl schon zuviel verlangt:)

      An der Stelle hat mich auch gewundert, dass sie da bei 3 Querschnittstudien von Konvergenz reden..

      Bei sovielen zitierten Studien (insgesamt, nicht nur die 3) koennte man auch mal wieder ueber multiple Testprobleme und publication bias nachdenken..

  4. men who spend more money than they earn have more sex partners

    Wer hätte das gedacht? 🙂
    Das ist das Erfolgsrezept der Ehe: Einen Mann herunterwirtschaften und ihn zum lebenslangen Geldsklaven machen und dann das nächste, reichere, Opfer heiraten. Mehr ausgeben als verdienen klappt eben nicht beliebig lange.

    Wie ist das evolutionär zu erklären? Waren die Männer nicht blöd und praktisch schon auf dem schnellsten Weg ins Grab, die mehr gesammelte Früchte und erjagtes Fleisch an die Weibchen verschenkt haben als sie ersetzen konnten. Das müssen doch superaltruistische Volltrottel gewesen sein. Innerhalb weniger Wochen wären die verhungert. Oder gab es dann den Todesfick, über den diese selbstzerstörerische Veranlagung an die Nachkommen weitergegeben wurde?

    • Diesmal habe ich die Studie(n) nicht gelesen. 😉 Aber eines kann ich schon sagen: die WHR liegt nicht in allen Kulturen optimalerweise bei 0,7, sondern das Optimum schwankt zwischen den Kulturen von 0,6 bis 0,8. Eine diesbezügliche Studie hast du vor drei oder vier Tagen selber gepostet.

      Insofern frage ich mich, warum du das nicht kritisch hinterfragst. Wobei ich natürlich „qui tacet, consentire videtur“ annehmen.

  5. „A recent study by Jokela (2009) based on an archival sample of high school yearbook photos and follow-up surveys from over 10,000 people who graduated in 1957, shows that attractiveness is, in fact, related to reproductive success. More often than not people with more attractive faces have more children. More often than not people with more attractive faces have more children. Thus, the reason there is good consensus as to which faces are attractive is because faces contain embedded features that are honest biological signals of reproductive fitness.“

    Schulabschluss ’57? Kein Sex vor der Ehe für anständige Mädchen und keine Pille – muss außer mir eigentlich niemand lachen?! Study by Joke-la…

      • Zudem ja auch in Deutschland die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln und die sexuellen Freizügigkeit durch die NS-Zeit gelitten haben dürfte.
        Offiziell durften Verhütungsmittel auch (soweit ich weiß) nur an verheiratete Paare verkauft werden. Und auch da wirst du sicherlich mehr als schief angeguckt worden sein.
        Soviel zum Thema „Allgemeine Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln Anfang bis Mitte des 20. Jhdts“

      • Das sehe ich ja jetzt erst! Du vergleichst nicht nur Deutschland mit den Staaten, nein du vergleichst die 20er mit den 50ern. Dir ist echt nichts peinlich. Hut ab!

      • @maren
        „Die Firma Julius Fromms freilich, der eigentlich Israel From hieß und 1883 in der damals russischen Kleinstadt Konin zur Welt kam, die gab es damals längst nicht mehr. Das 1914 gegründete Unternehmen, das 1923 mit der Massenproduktion von Präservativen anfing, wurde nämlich 1938 von Hermann Göring persönlich arisiert. Der schenkte die florierende Firma seiner Patentante, Elisabeth von Epenstein-Mauternburg, um im Gegenzug von ihr zwei Burgen zu erhalten. Eine davon übrigens die Burg Mauterndorf im Lungau. “
        http://derstandard.at/2919537

        Wie gesagt, diese richtig Konservative einstellung ist sehr Jung und war sehr sehr kurz. Geschlechtsverkehr wollten die Menschen schon immer, ohne das dabei jedes mal Nachwuchs erwächst.

      • @helena
        Schon komisch, auf einmal wurden die Menschen über Nacht vollkommen Prüde und haben alle Verhütungsmittel verboten. Klar, ist logisch. Meinst du, in der zwanzigern sah es in den USA anders aus? Dort, wo die Prohebition glanzvoll gescheitert ist? Auch an dich: Geschlechtsverkehr wollten die Menschen schon immer, ohne das dabei jedes mal Nachwuchs erwächst.

      • Öhem, klar was für einen hochrangigen NS-Funktionär galt, war natürlich auch für das gemeine Volk gültig. Deswegen sollten die ja auch alle koksen und 30kg Übergewicht haben….

        Beschäftige dich mal mit Himmlers Lebensborn e.V.

      • Du stellst dich jetzt absichtlich blöd, ok.

        Abtreibungsverbot, gezielte Steigerung der Geburtenrate arischer Kinder, was sogar in Verschleppung derselben aus besetzten Gebieten gipfelt, aber Kondome gibts im Kolonialwarenladen, oder wie?

      • @maren
        Abtreibungsverbot und Kondome sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe, nein, es sind noch nicht mal beides Schuhe. Desweiteren Produzierte die Kondomfabrik ja fleissig weiter. Ja, Kondome konnten weiter erworben werden. Ein Verbot konnte ich bisher nicht entdecken.

  6. @zhen
    jetzt bitte nicht auch noch diesen Beitrag zusätzlich zu dem anderen Beitrag in dem das bereits breit diskutiert wird. mit in deinen Frauenhass und deine Opferphilosophie reinziehen.
    Wer mehr ausgibt, will sich eben besser darstellen, überzieht sein Werbebudget. Diese Ausgaben müssen nicht dem „Kunden“ zugute kommen, zb bei Designerklamotten oder einem Sportwagen für sich selbst oder anderem costly signaling. Deine „Ausnehmen und weiter“ Theorie stützt das nicht. Sie ist hauptsächlich Opferdenken und Feindbildaufbau. Bitte beschränke sie auf einen Beitrag.

    • @christian
      Aber es kommt bei den Frauen an, genau dieser Typ Mann, der viel Geld zu bieten hat, dem man das Geld aus der Tasche ziehen kann. Der Beweis liegt hier Glasklar in der Studie, warum wird auch das ignoriert? Warum wird das Beuteschema der Frauen ignoriert?

  7. @imion
    über den Aspekt an sich kann man diskutieren, ihn als alleinigen Anlass weiblichen „Begehrens“, das gleichgesetzt wird mit boshaftiger Raffsucht, zu sehen (und diesen Eindruck hinterlässt deine Darstellung bei mir) macht aber aufgrund des daran deutlich werdenden Hasses eine Diskussion substanzlos.

    • @christian
      Es macht die Fülle an Aspekten, alle zeigen in die gleiche Richtung: das wichtigste am Mann ist (heutzutage) der Geldbeutel. Was ist das anderes als Ausbeutung und Ausnutzung? Frauen hätten andere möglichkeiten, sie nutzen sie nicht, weil an das Geld von Männern ranzukommen, wesentlich einfacher und bequemer ist. Lies noch mal auf Sinas Blog nach, sie hat spass am Sex, wird auch noch von den Männern verwöhnt, die Männer wollen es ihr so angenehm wie möglich machen, und trotzdem verlangt sie für Sex einen horenden Betrag. Wie kommst darauf, das nicht als Ausbeutung zu sehen? Wirklich, ich verstehe es nicht.

    • Das ist eben die Frage: Fruchtbarer, weil schöner, oder begehrter und deswegen schneller verheiratet und in Familienplanung, weil schöner? Unfruchtbarer, weil hässlicher, oder weniger begehrt und seltener/später geheiratet und in Familienplanung, weil hässlicher?

      Und, bei hässlichen Mädchen haben die Eltern bestimmt eher dafür gesorgt, dass sie eine gute Schulbildung bekommen, damit sie sich selbst versorgen kann. Ergo sind diese selbständiger und kritischer gegenüber Mutterschaft.

  8. @imion
    wenn jemand als Bäcker gern backt, muss er dann seine ware zum Selbstkostenpreis abgeben? Wenn jemand Arbeit X gerne macht, darf er dann keinen Lohn verlangen? Warum sollte das gerade bei einer Prostituierten anders sein? Aber verlege die Antwort bitte zu dem anderen Beitrag mit gleicher Diskussion, damit wir hier beim Thema bleiben können.

  9. @haselnuss

    dass auch biologische Schönheitsmerkmale regional verschieden sein können widerspricht dem nicht. Asiaten, Afrikaner und Europäer haben ja auch verschiedene Hormonstände. Es wäre interessant, wie sich regionale Abweichungen zu regionaler Fruchtbarkeit verhält

    • Du zitierst: „Women with low WHRs (narrow waists and broad hips) are consistently rated by men in many cultures as more attractive, with optimal WHRs being about .7 (Singh, 1993).“
      Nur gibt es nicht ein einzelnes Optimum, sondern verschiedene kulturelle Optima von 0,6 über 0,7 bis zu 0,8. Das ist ein gravierender Unterschied.

  10. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

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