Cheerleader, American Football Spieler und Schutz vor sexueller Belästigung

In den USA gibt es Beschwerden von Cheerleadern vor sexueller Belästigung bzw zumindest einen Antrag einer Cheerleaderin wegen sexueller Diskriminierung:

According to the Saints’ handbook for cheerleaders, as well as internal emails and text messages reviewed by The New York Times and interviews with Davis, the Saints have an anti-fraternization policy that requires cheerleaders to avoid contact with players, in person or online, even though players are not penalized for pursuing such engagement with cheerleaders. The cheerleaders must block players from following them on social media and cannot post photos of themselves in Saints gear, denying them the chance to market themselves. The players are not required to do any of these things.

Cheerleaders are told not to dine in the same restaurant as players, or speak to them in any detail. If a Saints cheerleader enters a restaurant and a player is already there, she must leave. If a cheerleader is in a restaurant and a player arrives afterward, she must leave. There are nearly 2,000 players in the N.F.L., and many of them use pseudonyms on social media. Cheerleaders must find a way to block each one, while players have no limits on who can follow them.

The team says its rules are designed to protect cheerleaders from players preying on them. But it puts the onus on the women to fend off the men.

“If the cheerleaders can’t contact the players, then the players shouldn’t be able to contact the cheerleaders,” said Sara Blackwell, Davis’s lawyer. “The antiquated stereotype of women needing to hide for their own protection is not permitted in America and certainly not in the workplace.”

Kurz zusammengefasst: Die Cheerleader und die Spieler dürfen nichts miteinander anfangen und die Last zur Vermeidung eines Kontakts liegt alleine bei den Cheerleadern. Sie dürfen niemanden Kontaktieren und müssen eine Bar verlassen, wenn sie ein Spieler betritt. Die Spieler haben hingegen keine solche Regel.

Aus meiner Sicht keine so schlechte Regel: Schöne Frauen und sportliche Männer, die viel verdienen und Status haben, das ist gerade in den USA eine sehr gefährliche Mischung. Es wird immer wieder Probleme gegeben haben, wenn ein Spieler mit einer Cheerleaderin geschlafen hat oder mit ihnen gemeinsam gefeiert hat.

Und: Die Spieler sind das wichtige in einem solchen Team. Eine Cheerleaderin ist leicht zu ersetzen, ein guter Spieler nicht. Wenn die Cheerleader schlecht tanzen, dann stört das die Gewinne weitaus weniger als wenn die Spieler schlecht spielen.

Dazu kommt, dass es typischerweise die Frau sein wird, die eher verletzt wird oder sich wegen Belästigung beschwert. Ihr die Entscheidung aufzuerlegen, dass sie gehen muss wäre insofern durchaus passen, da sie ja auch entscheiden muss, ob sie ein Verhalten belästigt. Zudem schützt es die wertvolleren Bestandteile des Teams, nämlich die Spieler.

Wer in einem Büro eine solche Regel aufstellen würde, der würde auch anführen, dass die Sekretärin die Bar verlassen muss und nicht der Chef.

Natürlich ist das Problem auch durchaus zu regeln, wenn man bestimmte Bars einer der beiden Gruppen zuordnet, so dass diese da ihre Ruhe hat, so dass Cheerleader nicht pausenlos die Bars wechseln müssen.

Die Cheerleaderin zieht es hier auf die Geschlechterebene, was die Hierarchie innerhalb des Unternehmens Footballmannschaft nicht wirklich wiedergibt. Das gelingt ihr auch nur, weil hier das Narrativ, dass es nicht die Belästigten seien dürfen, die den anderen weichen, sondern die Spieler, die sich gut benehmen müssen, in der Belästigungsdebatte eine recht vertraute Figur ist.

Findet ihr die Regel fair?

56 Gedanken zu “Cheerleader, American Football Spieler und Schutz vor sexueller Belästigung

  1. Geht sie jetzt davon aus daß es grundsätzlich die Spieler sind, die belästigen?

    Oder denkt sie wenn man die Regel umkehrt, ist es kein Sexismus mehr?

  2. Also, da muss ich ja mal sagen, dass ich deine Haltung doch arg sexistisch finde.
    Erstens gute Cheerleader sind nicht leicht leicht zu ersetzen. Ich hatte mal eine Teamleiter bei Kunden die war in ihrer Freizeit Cheerleader. Das ist acrobatisch ziemlich anspruchsvoll. Gerade wenn du ein namenhaftes Team hast wo die Frauen optisch und bewegungstechnisch was her machen sollen findest du Ersatz dort nicht wie Sand am Meer. Und wenn es eine Regel gibt die besagt Spieler und Cheerleader dürfen keinen Sex haben. Ist es schon fraglich warum nur einer dafür verantwortlich sein soll. Mann kann auch den Spielern eine Strafe aufdrücken und untersagen, dass sie Cheerleadern Folgen dürfen.

    • Natürlich kenne ich den Markt für Cheerleader nicht tatsächlich, aber in den USA hat ja nach meiner Kenntnis jede Highschool Cheerleader, ich denke schon dass es da einen großen Talentpool gibt.
      Und was kostet es ein Team, wenn es für eine Session eine schlechtere Cheerleaderin hat? Man muss dann eben die Figuren so einstellen, dass sie die einfacheren parts hat. Und zur Not nimmt man einfach eine weniger gute, für sehr schön ist. Gibt den Frauen was zu lästern und den Männern was zu schauen. Und wenn man eine bessere findet, dann ersetzt man sie eben.

      Im Vergleich dazu, dass man einen talentierten Spieler entlassen muss, weil er Belästigungsvorwürfe gegen sich hat und man der Cheerleaderin Millionen zahlen muss, weil sie angibt, dass man Belästigungen in dem Betrieb trotz immer Mal wieder erfolgter Beschwerden nicht unterbunden hat, ist das wirtschaftlich belanglos.

      Wenn man Betriebe über punitiv damages für so etwas haften lässt, was eigentlich zwischenmenschliche Probleme sind, dann machen sie regeln, die den Betrieb und dessen wirtschaftlichen Erfolg absichern, nicht Regeln, die auf gegenseitige Vernunft und gutes Verhalten ausgerichtet sind.

      Ml

      • Klar, jede Highschool hat auch ein Football Team und bei beidem gibt es eine strenge Auswahl. Klar Letztendlich verdienen sie mit den Spielern mehr Geld, Cheerleader sind nur ein wenig nettes optisches Beiwerk, aber das ändert nichts daran, dass es kaum einzusehen ist, dass es nur den Cheerleader obliegt nichts mit den Spielern anzufangen. DAS hat dann eine ebenso klare Regel zu sein, an die sich beide zu halten haben. Ob dass dann so streng gehandhabt werden muss, dass beide nicht in einem Restaurant oder einer bar sein dürfen, kann man sich fragen, aber dass SIE in jedem Fall gehen muss, selbst wenn sie schon ihr Essen bestellt hat, wenn der Spieler reinkommt ist schon fragtlich.

        „The team says its rules are designed to protect cheerleaders from players preying on them. But it puts the onus on the women to fend off the men.

        “If the cheerleaders can’t contact the players, then the players shouldn’t be able to contact the cheerleaders,” said Sara Blackwell, Davis’s lawyer. “The antiquated stereotype of women needing to hide for their own protection is not permitted in America and certainly not in the workplace.”

        Ich finde es legitim sich über so was zu beklagen. Eine no Dating Policy im Unternehmen ist eines, aber deren Einhaltung nur den Frauen zu überlassen.

        Allerdings frage ich mich sowieso, weshalb eine Frau sich so einen Job antut, wenn man sich mal die Beschreibung der Aufgaben und der Bezahlung ansieht, Sowas kann man eigentlich nur wie die Teamleiterin meines Kunden als Sport nebenbei machen (und in Deutschland verbringt man damit auch vermutlich nicht mehr zeit als sonst m Fittnessstudio, oder weil man hofft dabei einen gut verdienenden Kerl zu angeln.

    • Cheerleader sind für ein Spiel nicht erforderlich, Spieler schon. Wenn ein Spieler ins Gefängnis kommt oder sozial geächtet wird, dann kann da Spiel nicht stattfinden, wenn ein Cheerleader ins Gefängnis kommt oder sozial geächtet wird dann interessiert das keinen. Vielleicht sind Cheerleader wichtig, aber. Elektriker sind auch wichtig aber trotzdem verdienst der Investmentbanker viel mehr.

      • Das ändert nichts daran, dass eine No Dating Policy von beiden Seiten einzuhalten ist. Ich meine man kennt das aus schlechten Pornofilmen, wo die Spieler alles möglich anstellen um sex mit einem sheerleader zu haben, aber wenn Männer im wahren Leben auch so triebhaft sind es nur der Frau anzuhängen ist schon eine sexuelle Diskriminierung, wenn er sie unter einem Pseudonym zum Date überredet hat.

  3. Mein Ansatz von Fairness ist ja ein absoluter, also finde ich die Regel nicht fair.
    Die marktwirtschaftlichen Aspekte, welche du anführst sind schlüssig. Gleichbehandlung und Fairness stehen IMHO aber über derartigen monetären Gedankenansätzen.
    Zurückhaltung, anständiger Umgang miteinander und man benötigt keine Ausgrenzung oder Geschlechtertrennung in dem Fall.

    • Dàccord! Und wer genau kündigt speziell in den USA die Regeln für einen fairen Umgang miteinander auf? Da kann man den Feministen nur „gratulieren“. Noch ein paar #Metoo und jeder einflussreiche oder wohlhabende Mann wird sich hüten, Frauen in seinem beruflichen Umfeld zu dulden.

      Oder soll demnächst der Vorstand auf den nächsten Aufzug warten, damit sich die Putzfrau (alleine im Aufzug) nicht unwohl fühlt?

      Davon abgesehen: Was ich über die Regeln für Cheerleader beim Football gelesen habe, ist zum Teil unter aller Sauerei. Insbesondere die Bezahlung ist eine Unverschämtheit (unter Mindestlohn) und auch sonst greifen die Regeln oft unnötig weit ins Privatleben ein (z.B. Einschränkungen bei der Berufswahl oder das Verbot, Fotos von sich in Bademode oder Unterwäsche zu veröffentlichen).
      Bikinifotos für den vom Franchise vermarkteten Kalender sind dagegen obligatorisch. Man muss echt hirnamputiert sein, um sich auf so etwas einzulassen, aber der Staat kann nicht alle Menschen vor den Folgen ihrer eigenen Dummheit schützen.

      • Ich bin sicher, dass es für diese rigorosen Regeln einen Grund gibt. Dass es für Cheerleading keinen vollen Lohn gibt, kann ich mir gut vorstellen und finde ich auch richtig. Es ist letztlich eher ein Hobby als ein Beruf. Einschränkungen bei Berufswahl kann ich mir auch gut vorstellen. Cheerleader sind ein Aushängeschild. Macht sich nicht gut, wenn sich ein Cheerleader prostituiert o.ä. Das Verbot, gewerblich Fotos von sich zu vertreiben, ist ebenfalls verständlich, denn genau das wollen die Football-Vereine eben selbst machen.

  4. Zuerst einmal: Ich würde ja zunächst ganz prinzipiell die Anti-Franternization policy in Frage stellen, mit welchem Argument soll das bitte gerechtfertigt werden? Wenn 2 Erwachsene Leute sich finden und zusammen sein wollen, wer will ihnen das mit welchem Recht verbieten? Setzt natürlich von beiden Einvernehmen voraus und eine gewiise „Erwachsenenhaltung“ – dass die Cheerleaderin NACHHER mit Vorwürfen wegen sex. Belästigung kommt ist allerdings ein ANDERES Problem. Pauschales Verbieten jedeweden Kontakts halte ich da grundsätzlich nicht für zielführend.

    WENN man allerdings eine solche Anti-Fraternization Policy implementieren will, dann ist die Regelung welche nur einem Geschlecht die gesamte Verantwortung aufhalst so wie oben beschrieben m.M.n. Schachsinn. Da Frage ich mich manchmal ob du deine Artikel tatsächlich ernst meinst oder ob das eine verdrehte Form von devils advocate ist, bei der du die Weltsicht der freidrehenden Gender-Beton-Ideologen sinngemäß von der Gegenseite wiedergibst. Dass hier nur die Cheerleader in die Verantwortung genommen worden ist ungefähr dasselbe Niveau wie wenn man bei betrunkenem Sex nur dem Mann die Verantwortung aufhalst. Wenn beide trinken und Sex haben dann war es eine Vergewaltigung und er ist schuld, auf dieser Ebene argumentierst du hier.

    Die Cheerleaderin zieht es hier auf die Geschlechterebene

    Nein Christian, es geht hier um eine Anti-Fraternization Policy zwischen Spielern und Cheerleadern, d.h. das ganze Thema spielt sich von Anfang an und grundsätzlich auf der Geschlechterebene ab. DU bist derjenige welcher das Thema auf eine unpassende Ebene zieht, indem du eine Regelung welche die Interaktion zwischen den Geschlechtern betrifft auf der wirtschaftlichen Ebene betrachtest. Man kann natürlich darüber diskutieren ob eine solche Anti-Franterization Policy grundsätzlich sinnvoll ist, aber das ist ein anderes Thema, s. oben.

    • Genau das ist der Punkt: Wenn man die „Argumente“ der Radfems rumdreht und auf Frauen anwendet, sieht man eindrucksvoll, was für einen menschenfeindlichen Mist moderne Feministen hier ausrollen.

    • Setzt natürlich von beiden Einvernehmen voraus und eine gewiise „Erwachsenenhaltung“ – dass die Cheerleaderin NACHHER mit Vorwürfen wegen sex. Belästigung kommt ist allerdings ein ANDERES Problem. Pauschales Verbieten jedeweden Kontakts halte ich da grundsätzlich nicht für zielführend.

      Die Last den Frauen aufzuerlegen ist auch noch aus anderen Gründen sinnvoll und konsequent: Wenn es hinterher wegen sexuellen Kontakten Drama und Probleme gibt, dann ziemlich ausschließlich wegen der Frauen. Die Männer kommen hinterher nicht mit windigen Anschuldigungen wegen sexueller Belästigung, sie suchen nicht das nächste Klatschblatt um dort zu erzählen „wie benutzt“ sie sich gefühlt haben, nachdem der Spieler sich nie wieder gemeldet hat und so weiter und so fort.

      Und im Übrigen ist es ja auch nicht so, dass sich Männer grundlos und unprovoziert an Frauen ranmachen. Diese Frauen verbringen weite Teile ihres Lebens in der Phase damit sich als besonders sexy darzustellen, auf allen Kanälen. Es ist ein großer Fehler unserer Gesellschaft Frauen im allgemeinen von den Konsequenzen ihrer sexuellen Sirenenrufe freizustellen, obwohl sie da Verursacher von möglichen Problemen sind. Wenn hier die wirtschaftlichen Gegebenheiten ausnahmsweise mal die Männer als die wichtigeren schützen, sollte man das eigentlich auf die ganze Gesellschaft übertragen.

      • Wie gesagt, OB die Regelung grundsätzlich sinnvoll ist, ist eine andere Frage, welche man getrennt diskutieren kann. WENN man aber eine Regelung einführt, dann halte ich es nicht für zielführend die gesamte Verantwortung einem Geschlecht zuzuschreiben. Das produziert genau jene Schieflagen welche du in anderen Bereichen beklagst, z.b. dass die sex. Macht von jungen Frauen und die Folgen ständiger aggressiver Zur-Schau-Stellung von körperlichen Reizen zu wenig berücksichtigt werden.

        Die Antwort auf „Narrenfreiheit für junge Frauen bez. ihrer sex. Reize“ ist aber aus meiner Sicht nicht, eine ähnliche Schieflage „Narrenfreiheit von Spielern bez. Kontaktanbahnung mit Cheerleadern“ per Regel zu erzwingen. Dann hat man nämlich nicht mehr nur ein Problem, sondern zwei.

        • @pingpong

          Ich gebe dir unbedingt recht, aber deine Vorannahme: „Wenn 2 Erwachsene Leute sich finden und zusammen sein wollen, wer will ihnen das mit welchem Recht verbieten? Setzt natürlich von beiden Einvernehmen voraus und eine gewiise „Erwachsenenhaltung““ kann nur aufgehen, wenn die Cheerleaderinnen im juristischen Sinne „erwachsen“ sind.
          Da ich keine Ahnung habe, wie alt die im Schnitt sind und was in diesem Bundesstaat unter der Möglichkeit von „Einvernehmen“ in Bezug auf sexuellen Kontakt verstanden wird, kann es durchaus sein, dass es sich um Verhaltensregeln handelt, die aus den geltenden Gesetzen abgeleitet worden sind.

          Eine Spaßguerilla-Taktik wäre, deren Abschaffung zu fordern – wie auch Grid-Girls usw. handelt es sich um eine Objektifizierung von Frauen vom allerfinstersten, die *mindestens* die rape-culture fördert! 🙂

          • @crumar: Ja stimmt, ich ging davon aus dass es sich um 2 mündige Erwachsene handelt. Wenn jedoch eine Erwachsenen-Kind Situation auftritt, sieht die Sache natürlich anders aus. Hier würde ich ohne genauere Umstände zu kennen erst einmal dazu tendieren, den Erwachsenen in die Verantwortung zu nehmen.

        • Mein Punkt ist, dass man hier eben nicht 2 hat, wo man nicht sagen kann, wer schuld ist. Es sind ziemlich alleine Frauen, die solche Begegnungen gefährlich machen. Und wenn einer wahllos auf der Straße Leute zusammenschlagen würde, dann würdest Du auch nicht Täter und Opfer gleichermaßen zur Verantwortung ziehen wollen, oder?

          • @lh: Ein unpassender Vergleich. Tätliche körperliche Angriffe ohne Grund sind so ziemlich in jeder Kultur zu jeder Zeit verpönt. Heute regeln wir das indem es entsprechende Gesetze gibt, in einer Ehre-Kultur gab es das Mittel des Duells.

            Eine Beziehungsanbahnung zwischen Männern und Frauen ist mit tätlichen Angriffen nicht vergleichbar, insofern ist dein Begriff von „Schuld“ hier fehl am Platz.

          • Das Prinzip den oder die GefährderIn oder StörerIn zu entfernen um die zweckdienliche Ordnung aufrecht zu erhalten ist nicht auf den Schutz spezieller Rechtsgüter beschränkt.

            Dabei ist es wohl so, dass unsere Gesellschaft Frauen in fast allen Dingen rund um die „Beziehungsanbahnung“ wie Du es nennst weitgehende Narrenfreiheit einräumt. Eine Falschbeschuldigung für weniger schlimm als eine einfache Körperverletzung zu halten entspricht wohl einer heute üblichen Wertung. Aber das heißt ja nicht, dass man mit so einer Wertung einverstanden sein muss. Und wenn man konsequent gynozentrisch werten möchte, dann braucht man sich über die daraus entstehende Männerbenachteiligung auch nicht zu wundern.

    • „WENN man allerdings eine solche Anti-Fraternization Policy implementieren will, dann ist die Regelung welche nur einem Geschlecht die gesamte Verantwortung aufhalst so wie oben beschrieben m.M.n. Schachsinn“

      Daß mag man aus Gründen der Fairness so empfinden, rational betrachtet ist obige Regel allerdings extrem pragmatisch und für das gesamte Team die beste und einfachste Lösung.

    • „Ich würde ja zunächst ganz prinzipiell die Anti-Franternization policy in Frage stellen, mit welchem Argument soll das bitte gerechtfertigt werden?“

      Mit der Rechtsprechung in Amerika, dass der Teambetreiber belästigen Personen auf Schadensersatz in Millionenhöhe haften kann, wenn er nicht nachweisen kann, dass er alles unternommen hat um Angestellte vor Belästigungen zu schützen.

      Dann fragt man einen Juristen, wie man das macht.
      Und der sagt: „am sichersten ist es, wenn wir vorgeben, dass sie komplett getrennt leben“

      • @Christian
        Wie man leicht sieht, nützt diese appeasement-Politik gar nichts.
        Wenn man den Fall nimmt, kann ein erfolgreiches feministisches Unternehmen nur darin bestehen, dass sich die Spieler sofort zu verkrümeln haben, wenn eine Cheerleaderin auftaucht.
        Egal wo, egal wann. Es ist reine Machtpolitik.
        Damit haben wir einen ideologischen Gleichstand erreicht, der so aussieht: Cheerleaderinnen sind für ein Spiel ebenso wichtig wie die Spieler.
        Der nächste Punkt wäre naheliegend, nämlich zu verlangen, dass Cheerleaderinnen auch ebenso viel verdienen.

        Adrian hat einen wichtigen Punkt gebracht: Sie sind unnützes Beiwerk und maximal eye candy. Man kann sie ebenso gut abschaffen, denn dann ist das Erpressungspotential weg.

      • @Christian: Ach komm, den unbedarften Juristentroll, der sich nur an Gesetze halten will, kannst du besser 🙂

        Dann fragt man einen Juristen, wie man das macht.
        Und der sagt: “am sichersten ist es, wenn wir vorgeben, dass sie komplett getrennt leben”

        Erstaunlich dass es sogar in Amerika noch gemischte Schulen, gemischte Kinos, gemischte Bäder, gemischte Eiscafes, gemischte Restaurants usw usf gibt. Lauter öffentliche Orte wo man den Betreiber potentiell auf Schadenersatz in Millionenhöhe klagen kann sollte sich dort eine Belästigung ereignen. Ein geradezu untragbares Risiko, jeder Kinobetreiber, Restaurantbetreiber, Schwimmbadbetreiber wäre sofort bankrott! Warum tut denn niemand was dagegen? Holt doch die Polizei, die Feuerwehr! Strengere Trennungen müssen her, es ist nur zum Besten für alle!!einself!

        • Zum einen wäre die Frage zu klären, ob es nicht Bestrebungen gibt, eine solche Trennung herbeizuführen. Ich habe vor kurzem irgendwo gelesen, dass neuerdings eine US-Firma gibt, in der nur Frauen arbeiten können/dürfen/sollen.

          Zum anderen sind die von dir genannten Beispiele – so gesehen – Orte des öffentlichen Lebens bzw. Kleinstunternehmungen, bei denen es nichts zu holen gibt.

          • Ja, dass die Wirklichkeit die Satire bisweilen überholt ist eine besorgniserregende Entwicklung. So ein modest proposal verliert beträchtlich an Wirkung, sobald man es tatsächlich ernsthaft diskutiert. Ich kann da nichts mehr darauf antworten.

  5. Bin ich der Einzige der diese Regeln krank findet. Ich meine seit einer Ewigkeit haben sich Menschen bei der Arbeit oder anderen sozialen Events kennen gelernt, geflirten und auch gefickt. Und öfter als man denkt auch zusammen Kinder gezeugt. Immer wenn ich so was lese denke ich mir, dass man immer gerne auf die archaischen Religionen, vor allem den Islam schimpft, aber dieser im Vergleich zu so etwas fast schon liberal und fortschrittlich erscheint.
    Kein Wunder, dass diese Religion immer mehr Zulauf auch bei Biodeutschen findet.

    In einer Folge von Star Trek TNG gab es einen Planeten der nur von Klonen bevölkert wurde und welche Sexualität als etwas Ekeliges betrachteten. Da es mit den Diebstahl von DNA nicht geklappt hat, wollten die Typen lieber zugrunde gehen. Im Grunde ist das genau wie im Westen. Die Muslime müssen nur 80 Jahre warten und dann haben sie ganze Kontinente zu besiedeln, inklusive einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur und Städten. Und sie können sich den ganzen Tag Geschichten über die bekloppten Atheisten erzählen die freiwillig ausstarben.
    Ich glaube das römische Reich ist auf eine ähnliche Weise kaputt gegangen. Naja, vielleicht können wir uns irgendwann klonen, dann können wir auch ein Einheitsgeschlecht konstruieren.

    • „vor allem den Islam schimpft, aber dieser im Vergleich zu so etwas fast schon liberal und fortschrittlich erscheint.“

      Merkwürdige Auffassung. Die Regel des Islam sagt genau, was Du hier ablehnst. Keine Fraternization zwischen Männern und Frauen außerhalb der Ehe.

      • Ich glaube zu wissen, was er meint. Wenn es bei den Religionen einen Zulauf gibt, dann ggf. deshalb, weil die wenigstens stehende Regeln für das gegenseitige Miteinander haben. Also Regeln, die nicht bei jeden Treffen neu ausgehandelt werden müssen. Es gibt Konventionen und Interaktionsgepflogenheiten, die von allen Beteiligten einfach akzeptiert werden. Und solange man sich daran hält, ist man zumindest in deren Gesellschaft willkommen.

        • So siehts aus. Dem Problem wird sich die christliche Gemeinschaft übrigens auch stellen müssen denn auch dort werden die Regeln immer weiter verändert. Die Protestanten sind inzwischen ein offen feministisch agierender Verein und auch bei den Katholiken wird es immer liberaler. Das mag Adrian oder Semikolon eventuell gefallen aber viele Konservative mögen das gar nicht. Auch wenn die den Islam aufgrund des dahinter liegenden Rassismus zur Zeit noch verachten mögen, so denke ich schon, dass sobald die kritische Masse an Biodeutschen das Glaubensbekenntnis zum Islam abgelegt hat dieser auch für viele Konservative interessant werden wird. Der Islam ist letztlich die konservativste Religion die ist es im Moment gibt (zusammen mit dem Judentum) und damit gerade für Menschen die keine Lust haben ihr tägliches Zusammenleben immer neu aushandeln wollen super interessant.
          Wir dürfen nicht vergessen, auch das Christentum ist eine aus dem nahen Osten importierte Religion. Die Ursprüngliche Religion aus dieser Region ist die der Wotanskult bzw. die keltische Religion.

          • @PfefferundSalz:

            »Die Ursprüngliche Religion aus dieser Region ist die der Wotanskult bzw. die keltische Religion.«

            Ja, aber wir waren schon zu römischer Zeit hoffnungslos überfremdet, höchstens die Hälfte der Deutschen ist germanischer Abstammung. Und erst diese verschwult-verweichlichte Kultur der Bäder und des fließenden Wassers – spätrömische Dekadenz und schlimmste Überfremdung! Als guter Deutscher wälze ich mich einmal wöchentlich im Schlamm! 🙂

          • @PuS
            Ich mag den Begriff des „Bio-Deutschen“ ohnehin nicht – was soll der denn bedeuten?
            „Biologisch deutsch“?
            Welche Funktionen der Biologie werden von meinem Deutschtum gesteuert oder gibt es eine deutsche Biologie?

            Außerdem habe ich abstammungstechnisch sowieso schlechte Karten; erwiesenermaßen französische und polnische Herkunft mit dabei.
            Ich bin quasi völlig „durchmischt und durchrasst“, wie Stoiber das einmal formulierte.
            Obwohl die Bayern da die Klappe halten sollten:
            „Gerade die Bayern wären ein Paradebeispiel für eine recht spät entstandene neue Identität. Germanische und nichtgermanische Gruppen, Zuwanderer nach Raetien, germanisch-romanische Provinzialen, naristische, skirische, erulische, donausuebische und alamannische Elemente, sowie Thüringer und Langobarden formierten sich zu den Bayern.“
            Roland Steinacher: Ethnogenese, Gens, Regnum.
            Was allerdings für die meisten anderen deutschen Stämme ebenfalls gelten dürfte.

            Zurück zum Islam und den Deutschen: Der Islam müsste selbstverständlich zuerst das Alkoholverbot aufheben. Deutschland ohne Bier ist wie Deutschland mit Islam; schwer vorzustellen.
            Bizarre Religionen haben hier durchaus eine Chance, man sieht es an Buddhismus, Scientology und Genderismus.
            Von daher könnte man sagen: Islam oder Judentum, warum nicht?
            Zunächst einmal müsste man sich freiwillig an über 600 Regeln halten, die das Judentum vorgibt.
            Man müsste sie sogar auswendig lernen, daran scheitert das Judentum von vorne herein.
            Dass man sich an solche Regeln dann auch halten *muss*, daran scheitert der Islam. 🙂

            Die Liberalisierung der deutschen Kultur wird auch nicht von einer der beiden Kirchen vorangetrieben, sondern von der immer größeren Gruppe der Konfessionslosen, bzw. Atheisten:
            „1970 wurde vom Statistischen Bundesamt die Zahl von 3,9 % Konfessionslosen in der Bundesrepublik Deutschland ermittelt (evangelisch 49 %, römisch-katholisch 44,6 %, muslimisch 1,3 %). Nach der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland stieg der Anteil der Bevölkerung ohne Konfession bis 1987 auf 11,4 %. Im Gefolge der Wiedervereinigung stieg der Anteil im vereinigten Deutschland auf 22,4 %. (…) Von 32,3 % im Jahr 2004 stieg der Anteil der Konfessionslosen auf 36,6 % im Jahr 2013 an.“
            Wikipedia Konfessionslosigkeit

            D.h. in den letzten neun Jahren der Erfassung gab es mehr Wachstum in dieser Gruppe, als es 1970 überhaupt anteilig Mitglieder gegeben hat.
            Der Trend ist eindeutig Abschied von der Religion, also Konfessionslosigkeit und nicht „Islamisierung“.
            Dass die Rechte einen solche „Gefahr“ heraufbeschwört ist erstens kontrafaktisch.
            Zweitens das Pfeifen im Walde Angesichts einer bemühten „christlich-(jüdisch)-abendländischen Kultur“, die die „Abendländer“ ganz offensichtlich nicht mehr wollen.
            Weil es in ihren Vorstellungen von „deutscher Identität“ *ohne Religion* nicht geht, ist die eingebildete Gefahr einer anderen, *undeutschen* Religion naheliegend – nur entspricht das eben nicht der Realität.
            Schade eben, dass die Deutschen immer mehr und öfter meinen, auf eine Religion verzichten zu können, die doch „zu uns“ gehört.
            Wegen reason und „Identität“.

            Jedenfalls sind „Menschen die keine Lust haben ihr tägliches Zusammenleben immer neu aushandeln wollen“ eine Großgruppe in dieser Gesellschaft ganz unabhängig von ihrem Glauben.
            Ich bin weiterhin der Überzeugung, dass sich heute vernünftiges Handeln nach Maßgabe eines Sets von Regeln, welches Perspektiven der Mitmenschen berücksichtigt zum größten Teil nicht aus einer Religion herleiten lässt; was anders herum bedeutet, zu diesem Zweck braucht es keine Religion.

            Dass es einen Minderheitenschutz gibt finde ich richtig, sich permanent von der lärmigsten Gruppe von Minderheiten tyrannisieren lassen hingegen falsch.
            Eben das passiert zur Zeit und das sollte man immer im Hinterkopf behalten.

          • @crumar:

            Michel Houellebecq ist da möglicherweise anderer Ansicht und er hat auch die Effekte der „Sexuellen Befreiung“ lange vor dem Rest gesehen:

            It’s in this light – with the background of Houellebecq’s earlier portrayals of sexual misery firmly in mind – that I think Submission, and its depiction of a future Islamist France, can be read most provocatively and interestingly: not as a cautionary tale or as a fearful screed, but as a straightforward presentation of what its author takes to be a somewhat desirable possibility for the future.
            In short, in the Islamic state Houellebecq envisions, the “disasters produced by the liberalization of values” are neutralized. Intimacy and matrimony are connected, and each is a life-commitment, meaning that those who do get married need not worry about ageing alone in most circumstances.

            http://quillette.com/2017/10/05/read-houellebecq-free-mind/

          • @lh

            Houellebecq hat genau *ein* sehr gutes Buch geschrieben und das ist „Ausweitung der Kampfzone“.
            Ich habe bis „Die Möglichkeit einer Insel“ alle gelesen und dieses nicht bis zum Ende geschafft, weil es gähnend langweilig ist.
            Ich lese mir gleich mal den Artikel durch – Dank für den Hinweis!

          • @lh

            Oh neiiiiiiiiiiiiiiiiiin! Weißt du, wie die Idioten „Ausweitung der Kampfzone“ / „Extension du domaine de la lutte“ ins Englische übersetzt haben? Als „Whatever“.

            Isch kriesch de grise!

            Der Clou ist – hier hat Wiki den Kern des Romans getroffen: „Der Titel Ausweitung der Kampfzone bezieht sich auf einen Vergleich zwischen Ökonomie und Sexualität, den der Ich-Erzähler zieht:
            „In einem völlig liberalen Wirtschaftssystem häufen einige wenige beträchtliche Reichtümer an; andere verkommen in der Arbeitslosigkeit und im Elend. In einem völlig liberalen Sexualsystem haben einige ein abwechslungsreiches und erregendes Sexualleben; andere sind auf Masturbation und Einsamkeit beschränkt. Der Wirtschaftsliberalismus ist die erweiterte Kampfzone, das heißt, er gilt für alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen. Ebenso bedeutet der sexuelle Liberalismus die Ausweitung der Kampfzone, ihre Ausdehnung auf alle Altersstufen und Gesellschaftsklassen.“

            Der Titel kann daher *nicht* lauten „Whatever“.

          • @crumar
            „Ich mag den Begriff des „Bio-Deutschen“ ohnehin nicht – was soll der denn bedeuten?“
            Er beschreibt den Typ Deutschen der morgen einen Arierpass beantragen kann ^^ (also nicht mich)
            Es bedeutet für mich einfach, dass diese Person keine Bindung mehr zu irgendeinem anderen Land als Deutschland hat, weder aussehenstechnisch noch passtechnisch. Keine Ahnung wie die Nazis ihn beschreiben aber ich mach das so.

            „Der Islam müsste selbstverständlich zuerst das Alkoholverbot aufheben. Deutschland ohne Bier ist wie Deutschland mit Islam; schwer vorzustellen.“
            Das funktioniert nicht und braucht es auch nicht. Du kannst in jedem arabischen Land, problemlos Alkohol bekommen. Selbst in SA kein Problem. Das ganze nennt sich Doppelmoral und ist jedem Deutschen nur allzu vertraut. Offiziell ist man sauber aber in der stillen Kammer sieht Gott ja nix, da kann man saufen. Und es macht den Menschen ein schlechtes Gewissen – hervorragende Voraussetzungen.für eine Menschenkontrolle.

            „Der Trend ist eindeutig Abschied von der Religion, also Konfessionslosigkeit und nicht „Islamisierung“.“
            Nein, nicht wirklich Konfessionslosigkeit, eher Desinteresse. Wie viele von den Konfessionlosen würden denn morgen aufstehen um für ihre Konfessionslosigkeit zu kämpfen und zu sterben? Ich denke mal nicht sehr viele.
            Ich denke die Religion füllt die Lücke die viele spüren wenn sie an den Sinn ihres Daseins denken. Die Spitze der Bedürfnispyramide, die Tranzendenz, kann heute nur noch schwer oder gar nicht erreicht werden. Manche probieren es indem sie sich fragwürdigen Gruppen wie den Veganern, den Feministen oder auch den Rechtsradikalen hingeben um dem eigenen Dasein einen Sinn zu geben aber da diese Gruppen der Mehrzahl aller Menschen unsympatisch sind tun diese das nicht. Und da kommt die Religion ins Spiel. Die Werbung der Religionen friedlich zu sein funktioniert ja immer noch ganz gut.
            Ich glaube auch, dass der Bedarf an Religion deutlich steigen wird, wenn die Automatisierung irgendwann tatsächlich durchschlägt und viele Menschen arbeitslos werden. Dann wird die Stunde der Religion schlagen – und sei es nur um denen Trost zu spenden die man nicht mehr braucht.

        • @lh

          Seufz, der Artikel war genau so oberflächlich, wie ich es befürchtet hatte.

          Es macht sich einfach niemand, ich wiederhole NIEMAND mehr Gedanken darüber, ob seine eigenen Gedanken der empirischen Realität entsprechen.
          Man nennt diesen Vorgang heutzutage „Theorie“.
          Weil, wenn ich eine „Theorie“ äußere, dann bin ich der Notwendigkeit enthoben, irgendeinen empirischen Beweis für diese „Theorie“ zu liefern. Weil, heute macht man ERST „Theorie“ und unterlässt dann AUCH die empirische Beweisführung. FRÜHER (TM) entwickelte man eine Theorie aus mühseliger Beobachtung der empirischen Realität, aber das ist zum Glück als „outdated“, männlich, weiß und „objektiv“ (also männlich und weiß) denunziert worden.

          Hier habe ich das mal am Beispiel von Rollo Tomassi und „alpha fucks, beta bucks“ und seinem „cock carousel“ durchgespielt:

          „Eine 30-jährige Frau in den USA hatte durchschnittlich 4 Sexualpartner.
          Den ersten Geschlechtsverkehr hatte eine US-amerikanische junge Frau im Durchschnitt mit 17,4 Jahren. http://www.kinseyinstitute.org/resources/FAQ.html
          Es sind also beeindruckende 4 Partner in 12,6 Jahren, selbst wenn ich der Aussage nicht glaube und diese mit 3 multipliziere, sind es weniger als 1 Sexualpartner pro Jahr.
          Da muss sich das „cock carousel“ aber so richtig gedreht haben.
          Hilfe, mir ist schon ganz schwindelig! 😉

          Und hier sieht man ganz klar den Erfolg der PUA-Szene in der übersexualisierten USA, wo es unter wuschigen Single Frauen (sluts) aber so richtig abgeht:
          Percentage of Women Reporting Frequency of Vaginal Sex, N=2393
          NOT in the past year, Single
          Age Group
          18-24 – 50.8%
          25-29 – 43.0%

          Die Zahlen für Single-Männer, die im letzten Jahr *keinen* Sex hatten 56,9% (18-24), 46,4% (25-29). In einer Partnerschaft halbieren sich diese Werte, in einer Ehe sinken sie auf 4,2% und 1,6%. Wie gesagt, USA.
          D.h. es wird die Größe eines Sexual-Marktes suggeriert, der einfach nicht existiert und Sexualakte werden dominant in Beziehungen vollzogen und nicht als ONS oder CS.“

          In der Realität sind wir alle „oversexed and underfucked“.
          Wenn in der Größenordnung von Pi mal Daumen 50% aller Single-Männer und Frauen zwischen 18-29 ein komplettes Jahr lang keinen Sex hatten, dann ist das ein verdammt große „Minderheit“.
          Die Zahlen geben auch nicht her, dass die andere Hälfte wild und befreit durch die Gegend fickte.
          Es sind übrigens über 90% von Sexualakten, die in Beziehungen/Ehen passieren. Ein verheirateter 50-jähriger Mann hat mehr Sex als ein 25-jähriger Single; es ist gemein, aber leider wahr.

          Kurz: Theorie von Tomassi an der empirischen Realität gescheitert, Theorie von Houellebecq an der empirischen Realität gescheitert.
          Last exit Polygamie in einer islamischen Gesellschaft, wo immerhin 100% der Singles im letzten Jahr keinen Sex haben werden, statt nur 50%.
          Was Pi mal Daumen Deutschland unter Adenauer war (nicht unter der NSDAP, die war da fortschrittlicher, die brauchte nämlich Divisionen).

          • Du im Zeitalter des Neoliberalismus ist das BIP als abstrakte, statistische Messgröße des Geschehens auch kräftig gestiegen. Du würdest doch daraus auch nicht folgern, dass alles gut ist im Neoliberalismus. Es ist gerade die Tücke des statistischen Mittels, dass sie für die Verteilung blind ist. Und dadurch wenig über die Verhältnisse aussagt.

            Die Thesen von Rollo und Houellebecq kann man beide angreifen, aber mehr und bessere Argumente braucht man schon.

          • „Eine 30-jährige Frau in den USA hatte durchschnittlich 4 Sexualpartner.
            Den ersten Geschlechtsverkehr hatte eine US-amerikanische junge Frau im Durchschnitt mit 17,4 Jahren. “
            Der Durchschnitt ist da vermutlich nicht hilfreich. Besser wäre der Median, da so die Personen ohne Sex und mit extrem viel Sex rausgerechnet werden können.
            Trotzdem ist das Ergebnis interessant. da fühle ich mich gleich noch viel besser als sowieso schon.

          • @lh @PuS

            „Die Thesen von Rollo und Houellebecq kann man beide angreifen, aber mehr und bessere Argumente braucht man schon.“

            Prinzipiell hast du recht – ich habe mit extra „Premarital Sex In America“ von Mark Regnerus und Jeremy Uecker reingezogen.

            Dann bei Kinsey nachgelesen und im Internet die Studien durchgesehen.
            Nichts von dem was da drin steht, stützt die Aussagen von Tomassi.

            Leider habe ich nur eine Studie von 2003 finden können, die den *Median* des „ersten Mals“ angibt und die bezieht sich auf die Alterskohorten der 1950er und 1970er Jahrgänge. Ansonsten nur „mean“, bzw. „average“.
            Trotzdem ganz interessant, in den zwanzig Jahren sank der Median in Deutschland von m=18,4, f=18,6 auf 17,7 Jahre für beide Geschlechter.
            Da sieht man die grausigen Auswirkungen der sexuellen Revolution – fast ein Jahr früher in 20 Jahren! 🙂
            https://www.ined.fr/fichier/s_rubrique/18835/publi_pdf2_pop_and_soc_english_391.en.pdf

            Hier noch einmal zum ersten Mal in den USA:
            „The average age at first intercourse in the United States is currently 17 years old, with only 16 percent of teens having sex before they turn 15. The percentage of high schoolers who say they’ve had sex has been dropping for 20 years, and now stands under 50 percent.“
            https://rewire.news/article/2014/03/25/golden-age-teen-sexual-responsibilty/

            Noch einmal, ein Artikel von 2014 befindet, die Zahlen „have been dropping for 20 years“. Der interpretative Spielraum ist nicht gar so groß.
            In den USA und anderswo kann man eine klare Entwicklung erkennen, nämlich das Ende der „sexuellen Libertinage“ (die nie existiert hat):
            Hier zum Beispiel: „Percentage of men and women 15-44 years of age who have had five or more opposite sex partners in the past 12 months, 2002, 2006-2010 and 2011-2015:“

            2002 2006 -2010 2011-2015
            Men 4.6% 3.9% 4.0%
            Women 2.4% 1.8% 1.7%
            Wobei per Definition: „Includes partners with whom respondent had any type of sexual contact (vaginal, oral, or anal sex)“

            Wenn man aus den Angaben für Männer die Schwulen herausrechnet, wird sich der Prozentsatz eher bei den Frauen einpegeln.
            Sagen wir mal 2% der Männer und Frauen in den USA hatten letztes Jahr *mehr* als 5 Sexualpartner und 50% der Singles hatten gar keinen Sex.
            Ratet mal, wo ich das Problem sehe…

            Dagegen LIFETIME sexual partners:
            „Median number of opposite-sex partners in lifetime among sexually experienced men and women aged 25-44 years of age 2002, 2006-2010 and 2011-2015:
            2002 2006 -2010 2011-2015
            Men 6.7 6.0 6.1
            Women 3.8 3.9 4.2
            https://www.cdc.gov/nchs/nsfg/key_statistics/n.htm#numberlifetime

            Weder zeigt sich die gestiegene Wuschigkeit in den Zahlen für die 25-44-jährigen in den USA, noch kann man bei Männern überhaupt von „Steigerung“ reden. Ich halte das fröhlich durch die Gegend fickende Single-Dasein in den Metropolen der Welt inzwischen für eine reine Erfindung der Medien.

            Davon abgesehen ist bei der Frage, „Haben Sie mindestens einmal in der Woche Sex?“ die USA auf dem VORLETZTEN Platz aller Nationen weltweit und letzte ist Japan. Der globale Durchschnitt ist 67%, die USA liegt bei 53%, Griechenland (mein Lieblingsland auf Platz 1, natürlich!) bei 87%.
            Die USA sind nicht nur theoretisch sexualfeindlich, sie sind es auch praktisch.
            Angesichts dieser Zahlen könnt ihr ebenfalls raten, für wie glaubwürdig ich US-PUA halte. Nicht so wirklich.
            Wenn Incel also auf ein Bild der Sexualität reagieren, das ihnen die Medien offerieren, sind sie einer kompletten Fehlinformation aufgesessen.
            Es gibt kein „fucky go lucky“ in den USA.

            Abschließend zu PuS: Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr Atheist, von daher ist das Bedürfnis an Transzendenz an mir vorbei gegangen. Zum Glück will niemand mehr für seine Religion sterben, mein bester Kumpel ist Katholik und in der Diaspora aufgewachsen. Was ich völlig richtig finde ist, Religionen spenden Trost und die Linke argumentiert zu rational. Aber der Trost, den Religionen spenden ist ein Placebo und mir wäre lieber das „Himmelreich auf Erden“. 🙂

  6. Ich hätte da zwei Fragen:

    1. Wie sicher sind wir, dass die betreffenden Regeln in dem zitierten Artikel zutreffend wiedergegeben werden?
    2. Kann man unterstellen, dass im Zweifel immer die Spieler den Cheerleadern hinterherjagen oder erscheint es auch möglich, dass Cheerleader den Kontakt zu reichen, berühmten, gutgebauten NFL-Spielern suchen?

  7. Zunächst einmal demonstriert diese Regelung die rigide Law&Order Einstellung der Amerikanischen Gesellschaft und deren puritanische Essenz. Ohne die Anti-Fraternization Regelung hätte es wahrscheinlich keine Cheerleader gegeben. Man verkauft mit den heissesten Sex Phantasien den härtesten Männersport, d.h. man bringt Feuer und Benzin zusammen. Daher muss ein striktes Kontaktverbot her. Der Sport ist das Geschäft, die Cheerleader nur der Brandbeschleuniger. Würde dieses Kontaktverbot nicht bestehen, könnte kein anständiges Mädchen Cheerleader werden, Mama und Papa verböten es.
    Das Problem ist, daß die Feministen die Zusammenhänge nicht verstehen und mit ihrem Diskriminierungs-Tunnelblick durch die Welt laufen.
    Außerdem können die Cheerleader nicht akzeptieren, daß sie in der ungewohnten Nachfrage Position sind und nicht den Mann auswählen können, den sie wollen.

  8. Fun Fact:

    Football fans know a regulation league game lasts 60 minutes. The game is divided into four 15-minute quarters. At the end of the first and third quarters, there is a three-minute break. A 15-minute break follows the first half. If a game is tied at the end of regulation, the teams will play one sudden-death period of 15 minutes. The team that scores first wins the game. If neither team scores in the extra period, the game ends as a tie. Postseason games cannot end in ties. If neither team scores in the first overtime period, the game continues until the game ends as a result of a touchdown, field goal or safety.

    The average play in a football game can last anywhere between four and 12 seconds. A play starts when the center snaps the ball to the quarterback or another player in the backfield. The play ends when a player is tackled, runs out of bounds or a pass falls incomplete. When the total of all these plays are added up in a regulation professional football game, the total length of the time played is approximately 11 minutes, according to a 2010 report in „The Wall Street Journal.“ This total has remained consistent over the many decades pro football has been played. An Indiana University professor recorded 13 minutes and 16 seconds worth of action in a 1912 game, and that the Pro Football Researchers Association recorded an average of 13 minutes and 30 seconds worth of action from games that the organization had studied.

    https://www.livestrong.com/article/380717-how-much-time-is-played-during-a-football-game/

    11 Minuten, in den überhaupt gespielt wird. ^^

    Wie lange dauert den so eine Cheerleader Tanzeinlage?

    • „11 Minuten, in den überhaupt gespielt wird.“

      Kann ich bestätigen.

      Als ich drüben war, wurde ich mal zum Steakessen eingeladen.
      Auf Bildschirmen an der Decke lief Football. Ich erwartete ein spannendes Spiel, aber es geschah eigentlich weitgehend – NICHTS.
      Die Spieler positionierten sich, dann geriet für wenige Sekunden alles in Hektik, um danach für lange Zeit wieder zu erstarren. Es ist in etwa so, als würde der erste Spieler, der das Ei kriegt, es sofort ins Aus schießen/werfen.
      Ich kenne keine sonstige Sportart, die so langweilig ist.
      Kein Wunder, dass die Amis mit allem Möglichen bei so einem Football-Game beschäftigt sind.
      Das Spiel selbst ist vermutlich nur Beigabe.

      • „Ich kenne keine sonstige Sportart, die so langweilig ist.“

        Dann hast du offenbar noch nie ein Baseball-Spiel gesehen. Dreieinhalb Stunden gähnende Langeweile, unterbrochen von wenigen Sekunden mäßig spannender Action…

        • Ich war mal mit einem Professor bei einem Baseball Spiel in Kanada. Boah das war langweilig. Ich find ja schon Fußball öde aber Baseball war in etwa so interessant wie eine Meisterschaft im Sackhüpfen.
          Andererseits – ich find außer Kampfsport eigentlich jeden Sport langweilig. Deswegen kann ich nicht der Maßstab sein.

  9. „Findet ihr die Regel fair?“

    Nein. Idealerweise sollte die Regel sein „Spieler und Cheerleader sollten sich aneinander wie Geschwister ansehen und auch so gegenseitig behandeln.“

    Praktischer sollte die Regel lauten: „Weder Spieler noch Cheerleader dürfen gegenseitig den Kontakt suchen oder Kontakt haben noch sich in der Öffentlichkeit zusammen zeigen (was einen Kontaktverdacht begründen könnte).“

    Was dann für das Restaurant-Beispiel die/den jeweils zuletzt kommenden Part zum wieder gehen anhält. Oder zumindest dazu, maximalen Abstand zu halten und sich gegenseitig zu ignorieren.

    Fürchterlich lästig…sie sollten die Cheerleader abschaffen und stattdessen bei Spielunterbrechungen Pornos auf den Großbildschirmen zeigen 😀

  10. Cheerleading hat ein ziemlich hohes Unfallrisiko, da sind mögliche Privatprobleme vllt. eher das kleinere Problem.

    Diese „nicht in derselben Bar“-Regel erinnert mich an das indische Kastensystem.
    Was ist eigentlich in Restaurants? Cheerleaderinnen sitzen irgendwo, haben sich was zu Essen bestellt, da kommt ein Spieler rein, und sie müssen ihre Bestellung canceln? Oder gilt das nur für Bars, weil man in Restaurants bekanntlich nicht flirten kann?

    Und Fraternisation bedeutet „Verbrüderung“. Oder, wenn man es geschlechtergerecht haben will, „Vergeschwisterlichung“. Irgendwie genau das Gegenteil von sexueller Anziehung.

    Und in der Konsequenz heißt das, man darf die Jungs anfeuern, aber nicht den Titel oder das Halbfinale oder den Klassenerhalt oder wasauchimmer mit ihnen feiern.
    Super fürs Teamgefühl.

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