Selbstmach Samstag 181 (31.03.2018)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Für das Flüchtlingsthema gibt es andere Blogs

Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.

Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.

Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, der ist dazu herzlich eingeladen.

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Wie man den Gender Pay Gap endlich beseitigt

Endlich einmal konstruktive Vorschläge für die Beseitigung des Gender Pay Gaps:

But enough of this rationalisation. It’s 2018 and the gender pay gap should have been laid to rest a long time ago. To this end, I’d like to present some suggestions for tackling this sexist scourge on our society, four small proposals for campaigners to rally behind.

Konkrete Vorschläge, mit denen man den Gender Pay Gap endlich beseitigen kann. Was kann man mehr wollen?

Firstly, we need to stop letting girls choose which subjects to study. Although there are more women than men at university, men still dominate in physics, economics and engineering. If we’re serious about addressing the gender pay gap, then women need to be banned from gender studies, sociology, psychology and all branches of arts and humanities. Perhaps then they’ll aim for higher paid careers in the science and technology sectors. And if they don’t, then perhaps quotas should be instigated so women are compelled to take their fair share of places in labs.

Das wäre in der Tat ein wirksames Mittel: Denn Frauen entscheiden sich in freieren Gesellschaften eher gegen die Naturwissenschaften als in weniger freien. Also muss ein Gegendruck aufgebaut werden.

Then, we need a campaign to cut back on maternity leave and for far more bosses to step up to the plate and refuse women permission to work part-time once they have children. As a recent report from the IFS shows, part-time work plays a major role in the gender pay gap. Women who work part-time initially earn the same as their male colleagues but over a number of years their pay begins to lag. They are not actually at work as much as full-time colleagues and so they gain experience more slowly, miss out on some training opportunities and are less likely to apply for promotion. Women need to be prevented from sabotaging their career prospects in this way.

Wahrscheinlich der einzige Weg, ein langes Aussetzen zu verhindern: Ein Arbeitszwang möglichst kurz nach der Geburt und zwar in Vollzeit. Endlich kann man nicht mehr als Rabenmutter bezeichnet werden, man wird ja gezwungen und darf nicht anders.

After that, we need to consider cutting men’s wages. Fortunately, this is already being given serious consideration and is actually happening at the BBC. John Humphries set men everywhere a noble example when he agreed to a pay cut. As an added bonus: bosses will love this measure. Not only will wage bills be reduced but they get good feminist points too. Indeed, Tesco could easily solve its impending equal pay law suit by paying male warehouse staff less. If families that pool money to pay the bills lose out well, so be it. It’s not about demanding higher wages but principles and equality, right? Women will just have to spend more time at work to make up the shortfall. Win win!

Richtig, man muss einfach mal den Lohn reduzieren, denn anders geht es nicht. Wenn die Männer das ungerecht finden, weil sie zB mehr Überstunden machen oder ungünstigere Schichten übernehmen, dann können sie ja einfach die Frauen animieren, dies künftig für sie zu machen, damit die Haushaltskasse ausgeglichen bleibt.

Finally, but perhaps the most obvious measure of them all, simply pay women more. Again, there’s a precedent. In 2016, the University of Essexgave all its women professors a one-off salary boost to wipe out a gender pay gap pay. Disciplinary differences, length of service and publication record were all ignored; as the university’s Vice Chancellor said:

‘This decision ensures we reward people in a fair way, based upon their contribution to our community, regardless of their personal characteristics.’

The beauty of this measure is clearly its simplicity. Got a vagina? Have £5000! These easy-to-follow steps will soon put an end to the gender pay gap. And women everywhere will be eternally grateful: who wouldn’t want to live in this brave new world?

So einfach ist es natürlich nicht, wenn man nicht ein TERF (Transexklusiv radical feminist) sein will, denn nicht jede Frau hat eine Vagina. Aber andererseits wäre es schön einfach. Jeder Frau einfach mehr Geld geben, damit sind dann alle Probleme erledigt.

Ganz einfache Schritte, ich hoffe auf eine schnelle Umsetzung

Brauchen wir einen Schutz der Meinungsfreiheit auf sozialen Netzwerken mit dominierender Stellung in ihrem Bereich?

Bedauerlicherweise scheint der Gedanke, dass man auch Meinungen zulassen muss, die einem nicht gefallen, immer mehr dem Gedanken zu weichen, dass abweichende Meinugen verboten werden müssen. Gerade auch auf sozialen Netzwerken werden subjektiv gerade Stimmen, die sich gegen bestimmte linke Positionen aussprechen,  sehr häufig gesperrt, in Deutschland auch gerade unter der Wirkung des Netzdurchsetzungsgesetzes, aber auch ansonsten ganze Accounts.

Das Internet ist eine wahnsinnige Chance für die Meinungsfreiheit, weil jeder Inhalte einstellen kann, die weltweit gelesen werden können. Das hat seine guten und schlechten Seiten: Es wird dadurch der Diskurs belebt und es sind weitaus mehr Informationen zu allem verfügbar, allerdings eben auch viel Blödsinn zu allem

Und natürlich ist es auch ein Ort der radikalen Stimmen und es gibt dort keine Tabus. Alles kann angegriffen werden und alles kann hinterfragt werden.

Eine wichtige Funktion darin stellen soziale Medien dar, wobei ich das im weiteren Sinne sehen würde, also alle Seiten,  bei denen Leute hauptsächlich eigene Inhalte einstellen und sich die Inhalte anderer Nutzer ansehen und mit diesen in Kontakt treten.

Die wichtigsten sind:

  • Facebook für die Darstellung der eigenen Person, aber auch für Diskussionsgruppen und andere soziale Interaktionen
  • Twitter für „Kurzmitteilungen“
  • Youtube für Videos

Eine Eigenart dieser sozialen Netzwerke ist, dass sie besonders zu Monopolen neigen. Wenn ein soziales Netzwerk einen bestimmten Bereich abdeckt, dann kann es schnell diesen Bereich komplett beherrschen, weil Leute dazu neigen, dass sie das Netzwerk nutzen auf dem die meisten anderen Nutzer sind, weil diese ja die Inhalte ausmachen und dort das größte Publikum ist. Niemand möchte einen Freund, den er immer gesondert über ein anderes Netzwerk ansprechen muss oder für den er ein Extranetzwerk besuchen muss.

Kurzzeitig kann zwar eine Zersplitterung auftreten, aber einem großen Marktführer gelingt es meist schnell die anderen in die Unwichtigkeit zu verdrängen. So gab es kurzzeitig in Deutschland Netzwerke für verschiedene Gruppen der Bevölkerung, etwa das StudiVZ für Studenten, XING als Businessnetzwerk und noch ein teilweise auch regionaleres Netz für die eher arbeitende Bevölkerung, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Bis auf XING, welches einen sehr speziellen Bereich verdient sind die normalen Netzwerke alle verschwunden als Facebook dann in Deutschland Fahrt aufnahm und das „Netzwerk für alle“ darstellte, bei dem man überdies noch ausländische Leute dazu finden konnte.

 

Irgendwann verlagerte sich dann alles dorthin, einfach, weil man ein zweites Netz für weniger Leute nicht brauchte. Genauso wenig wollen Leute wirklich einen zweiten Kurznachrichtendienst oder eine zweite Videoplattform, so dass sie Videos doppelt hochladen müssen und dort doppelt betreuen  müssen. Auch der Nutzer schaut schlicht auf dem größeren Netzwerk, weil dort genug vorhanden ist.

Wegen dieser Anfälligkeit für Monopole möchte ich einen Gedanken zur Verteidigung von Meinungsfreiheit bringen:

Bestimmte Unternehmen, die eine Grundversorgung bieten, müssen Verträge mit jedem abschließen, der dies will. Beispielsweise können sich nicht alle Stromlieferanten einigen, dass sie eine bestimmte Person nicht mehr versorgen, ebenso Banken.

Diese Internetplattformen stellen teilweise ebensolche Schnittstellen dar, die einen wichtigen Zugang zur Beteiligung an Diskussionen bieten.

Es kann daher gerechtfertigt sein, diesen gewisse Regeln aufzuerlegen, nach denen sie Nutzern Zugang gewähren können.

  • Eine Möglichkeit wäre, dass man nur solche Inhalte löschen darf, die gegen bestimmte Strafgesetze verstoßen und andere dulden muss,
  • Noch eine andere wäre, dass sie wie beispielsweise im Grundgesetz in Art 5 GG vorgesehen zumindest allgemeine Regeln aufstellen müssen, die für alle Meinungen und nicht für bestimmte Meinungen gelten. Man dürfte dann beispielsweise Inhalte verbieten, die Leute wegen ihrer Hautfarbe verbieten, müsste dann aber einen Gleichbehandlungsgrundsatz für alle Hautfarben einhalten. Das wäre abgesichert, wenn die Einhaltung bei Gerichten überwacht würde und nicht allein dem Konzern unterliegen würde.

Natürlich kann man dagegen einiges anführen, nicht zuletzt, dass es Sache jedes einzelnen Unternehmens sein muss, welche Kunden er haben will und wie er sein Geschäft führt. Dagegen spricht dann eben, dass hier ein Markt mit gewissen Besonderheiten ist.

Sinnvolle Idee oder nicht?

 

 

100 einfache Wege, wie man das Leben von Frauen erträglicher machen kann (Teil 2)

Die Fortsetzung der Liste, wie man Frauen das Leben angenehmer machen kann

51. If you have a strict boss (or mom or teacher) who is a woman, she is not a “bitch.” Grow up.

Evtl. ist sie eine Bitch. Hört auf doppelte Standards zu haben.

52. Expect a woman to do the stuff that’s in her job description. Not the other miscellaneous shit you don’t know how to do yourself.

Na gut, dass Frauen das bei Männern auch nie machen.

53. Refuse to speak on an all-male panel.

Es ist schwer genug überhaupt Frauen für viele Vorträge zu finden. Ich würde jederzeit auch in einer rein männlichen Runde reden.

54. In a Q&A session, only put your hand up if you have A QUESTION. Others didn’t attend to listen to you.

Auch sinnvolle Ergänzungen können interessant sein. Hat aber auch nichts mit Frauen zu tun. Die können das ja auch machen.

55. If you have friends or family members who use slurs or discriminate against trans or non-binary people, sit them down and explain why they must stop. (This goes for cis women, too.)

Non binary Person oder radikale Transpersonen können verdammt dämliche Sachen machen, wie man an vielen Feministen aus dem Bereich sieht.

56. If you have friends or family members who use slurs or discriminate against women of other races, sit them down and explain why they must stop. (This goes for white women, too.)

Rassismus ist nicht okay, da bin ich bei ihnen. Aber natürlich unabhängig vom Geschlecht.

57. If you see women with their hands up, put yours down. This can be taken as a metaphor for a lot of things. Think about it.

Ich behandele Frauen da lieber gleichberechtigt.

58. Raising a feminist daughter means she’s going to disagree with you. And probably be right. Feel proud, not threatened.

Natürlich kann mein Kind auch eine andere Position haben als ich. Wenn sie allerdings eine moderne Feministin sein will, dann wird sie sehr gute Argumente brauchen. Es wäre auch nicht das, wozu ich sie erziehen will. Lieber zu einer emanzipierten Frau, die keine Abwertung anderer innerhalb einer Identitätspolitik braucht um sich gut zu fühlen.

59. Teach your sons to listen to girls, give them space, believe them, and elevate them.

Man sollte niemanden einfach glauben, nur weil er ein bestimmtes Geschlecht hat. Und nur einer Seite zuzuhören ist auch selten eine gute Lösung, noch schlechter, wenn man einer Seite einredet, dass sie eine Deutungshoheit hat und ihre Erfahrungen besonders sind und sie nicht auf die der anderen hören müssen.

Natürlich sollte man darauf achten, dass der andere andere Erfahrungen hat, anderes ist, und in bestimmten Situationen anders empfindet und handelt. Aber auch der andere darf sich nicht darauf verlassen, dass der andere Rücksicht nehmen  muss, sondern muss auch damit rechnen, dass dieser eine eigene Agenda verfolgt, was vollkommen zulässig ist.

60. Dads, buy your daughter tampons, make her hot water bottles, wash her bras. Show her that her body isn’t something to be ashamed of.

Die Faszination des Feminismus mit Menstruationsblut ist schon immer wieder erstaunlich. Wobei ich keine Probleme damit hätte einer Tochter Tampons mitzubringen oder ihr eine Wärmflasche zu machen, wenn sie Schmerzen hat oder eine Waschmaschine anzuschmeißen. Wobei ich vermute, dass die meisten Töchter gar nicht unbedingt wollen, dass ein Vater sich groß um ihre Periode kümmert.

61. But dads, do not try to iron her bras. This is a mistake you will only make once.

Ich käme ohnehin nicht auf den Gedanken Unterwäsche zu bügeln.

62. Examine how domestic labor is divided in your home. Who does the cleaning, the childcare, the organizing, the meal budgeting? Sons, this goes for you, too.

Ich bin mir ziemlich bewußt, wie die Arbeit aufgeteilt ist. Hört auf, in die Absprachen, die ich mit einer Partnerin treffe einzumischen. Selbst dann, wenn wir meinen, dass wir sie „geschlechtstypisch“ aufteilen. Das ist unsere Sache und auch dann vollkommen okay.

63. Learn how to do domestic tasks to a high standard. “I’d only do it wrong” is a bullshit excuse.

Ist es in der Tat. Aber das bedeutet nicht, dass man sie unbedingt auf einem hohen Standard beherrschen muss. Es ist okay, wenn man sich Arbeit aufteilt und einer in einem Bereich besser ist. Und genauso muss der andere eben ab und zu seinen Standards zurückschrauben und nicht verlangen, dass es der andere es genauso macht, wie er es machen würde. Es muss auch nicht immer einen einheitlichen „Hohen Standard“ geben, es kann auch schlicht eine verschiedene Weise sein, wie man etwas macht.

Ich halte es aber durchaus für wichtig, dass jeder beispielsweise kochen kann oder andere typische Arbeiten grundsätzlich durchführen kann. Einfach für die eigene Unabhängigkeit.

64. Never again comment on how long it takes a woman to get ready. WE ARE TRYING TO MEET THE RIDICULOUS STANDARDS OF A SYSTEM YOU BENEFIT FROM.

Auch nicht schlecht: Da macht der Mann deutlich, dass sie diesen hohem Standard nicht genügen muss, sondern man einfach nur mal kurz weggehen möchte und sie sich nicht besonders dafür zurecht machen muss, und greift damit das System mit dem „unfassbar hohen Standard“ an, und dann muss man sich anhören, dass das auch nicht recht ist. Und natürlich sind wieder nur die Männer schuld und mit intrasexueller Konkurrenz hat es nichts zu tun.

65. Challenge the patriarchs in your religious group when they enable the oppression of women.

Als Atheist habe ich keine religlöse Gruppe. Ob die Autorin damit so etwas meint, wie als Muslim das Kopftuch zu kritisieren?
Aber natürlich würde ich auch kritisieren, wenn die Religion Frauen bevorzugt behandelt in bestimmten Punkten. Religon ist immer ein schlechtes Argument

66. Challenge the patriarchs in your secular movement when they enable the oppression of women.

Nur das eben Unterschiede nicht per se Unterdrückung sind. Es sind weitaus eher Frauen, die ihr verhalten ändern müssten, um die Unterschiede auszugleichen. Gleichberechtigung bedeutet dabei eben auch, dass Position nicht einfach bevorzugt vergeben werden sollten, sondern sich alle einen entsprechenden Wettbewerb stellen sollten

67. Trust women’s religious choices. Don’t pretend to liberate them just so you can criticise their beliefs.

Ah, da ist die Einschränkung wieder. Also die Männer, die die Anführer sind, kritisieren, die Frauen, die diesen Kurs evtl von den Anführern einfordern, aber nicht. Also beispielsweise die Männer kritisieren, dass sie so etwas verbreiten wie das anständige Frauen ihr Haar verdecken, aber die Frauen, die jedes Abweichen der Männer von dieser Haltung kritisieren würden und über jede Frau, die ihr Haar offen trägt als Schlampe und Ungläubige bezeichnen, nicht kritisieren. Weil Frauen nie Macht haben. Weil Frauen in einem religiösen System durch die Anführer unterdrückt werden, dann aber ihre Entscheidungen ganz selbstbewußt treffen.

68. Examine who books your trips, arranges outings, organizes Christmas, buys birthday cards. Is it a woman? IS IT?

Ist es nicht. Aber selbst wenn sie es wäre: Was geht euch das an?

69. And if it is actually you, a man, don’t even dare get in touch with me looking for your medal.

Es ist ein unglaublicher Skandal, dass du es einer Frau überlässt aber bilde dir nur nicht ein, dass du dann selbst etwas daraus herleiten könnte, wenn du es machst. Denn dann ist es kein Problem, dass eure Arbeitsteilung so aussieht. Aber bitte keine Doppelstandards, ganz wichtig!

Der alte „Für richtiges Verhalten gibt es keine Kekse-Feminismus

70. Take stock of the emotional labor you expect from women. Do you turn to the women around you for emotional support and give nothing in return?

Klar, nur Frauen sind in der Lage emotionale Arbeit zu leisten und wir Männer saugen sie wie Vampire aus.
Was für ein Weltbild. Natürlich gibt jeder etwas zurück. Wobei nicht jeder das auf die gleiche Weise macht und Männer und Frauen auch häufig andere Ansätze haben.

Und wenn sie das Gefühl hat, dass sie zuwenig zurückbekommt, dann kann es auch schlicht daran liegen, dass sie die Rechnung falsch aufstellt und für sie wichtige Elemente hoch bewertet, die er anders bewertet und andersherum.

71. Remember that loving your mom/sister/girlfriend is not the same as giving up your own privilege to progress equality for women. And that gender inequality extends beyond the women in your direct social group.

Nur das mir eben die meisten Frauen und die meisten Männer nichts bedeuten und ich mich nicht für sie einsetzen muss. Schon gar nicht, wenn sie es einfach wegen ihres Geschlechts verlangen. Sie werden sich wohl eher entsprechend aufstellen müssen, damit eine Win-Win-Situation aus unserer Interaktion entstehen kann.

72. Don’t assume that all women are attracted to men.

Alle sicherlich nicht. Aber die meisten. Insofern ist es eine gute erste Einschätzung. Wobei es Frauen gibt, bei denen es mich verwundern würden, wenn sie auf Männer stehen

73. Don’t assume that a woman in public wants to talk to you just because she’s in public.

Das würde ich auch nicht annehmen, aber es kann dennoch okay sein, es zu versuchen.

74. If a woman tells you she was raped, assaulted, or abused, don’t ask her for proof. Ask how you can support her.

Das kommt wohl sehr auf die Situation an, auf mein Verhältnis zu ihr und mein Verhältnis zu dem, den sie beschuldigt. Blinden Glauben unabhängig von der Situation einzufordern ist unsinnig. Wobei man natürlich jemanden, der verletzt ist, erst einmal Hilfe anbieten würde. Was nicht bedeutet, dass man sich darin einmischen muss, was genau passiert ist.

75. If you see a friend or colleague being inappropriate to a woman, call him out. You will survive the awkwardness, I promise.

Das hängt ja sehr von der Vorstellung von „inappropriate“ ab. Ich habe schon genug Männer gesehen, die sich aus Sicht vieler „inappropriate“ verhalten haben und sehr gut bei Frauen ankamen, genau deswegen. Und viele Frauen hassen nichts mehr als die Einmischung anderer in solchen Situationen.

76. Repeat after me: Always. Hold. Men. Accountable. For. Their. Actions.

Aber niiiieeemals Frauen. Die können nichts dafür, die sind nur Opfer. Es sei denn in bestimmten religiösen Kontexten. Da sind sie dann bei den passenden Religionen wieder vollkommen selbstbestimmt.

77. Do not walk too close to a woman late at night. That shit can be scary.

Das kann auch für Männer unangenehm sein, aber sie sollte auch nicht erwarten, dass ich die Straßenseite wechsele.

78. If you see a woman being followed or otherwise bothered by a stranger, stick around to make sure she’s safe.

und bei einem Mann nicht?

79. This should go without saying: Do not yell unsolicited “compliments” at women on the street. Or anywhere.

Mache ich nicht. Einfach so rufen ist denke ich auch nur sehr eingeschränkt effektiv. Eher direkter ansprechen, und dann ein Kompliment mit einem Neg kombinieren.

80. If you are a queer man, recognize that your sexuality doesn’t exclude you from potential misogyny.

Nichts, absolut nichts, nimmt einen in den Augen einer Feministin davon aus, dass man frauenfeindlich sein kann. Außer sie selbst sein. Aber selbst das ist unsicher, denn das Patriarchat ist einfach zu raffiniert.

81. If you are a queer man, recognize that your queer women or non-binary friends may not feel comfortable in a male-dominated space, even if it’s dominated by queer men.

Dann sind sie nicht meine Freunde. Ich finde Leute, die so männerfeindlich sind, dass sie nicht mit ihnen in einem Raum sein können, wenig geeignet.

Genauso wie Männer, die nicht mit einem „frauendominierten“ Raum sein können.

82. Be happy to have women friends without needing them to want to sleep with you. The “friend zone” is not a thing. We do not owe you sex.

Ich bin froh darüber Freundinnen zu haben, bei denen es nicht um Sex geht. Und es ist vollkommen okay, dass Freundinnen kein sexuelles Interesse an mir haben. Die Friendzone gibt es trotzdem. Sie hat nichts damit zu tun, dass alle Frauen ein sexuelles Interesse an einem haben müssen und man das nicht einsieht, aber sehr viel damit, dass man will, dass Frauen einen sexuell sehen sollen oder aber auch, dass es schöner wäre, wenn eine Frau einen sexuell sehen würde. Was auch vollkommen okay ist, weil es vollkommen okay sein, kann, wenn man sich verbessern will oder wenn man an diesem Zustand etwas ändern will.

Es ist genauso wie die Fuckzone, also der Umstand, dass es Frauen nicht gut finden, wenn Männer nur Sex von ihnen wollen. Wir schulden euch nämlich auch keine Beziehung oder etwas über Sex hinaus, wenn wir nicht mehr wollen, aber viele Frauen wollen nicht gerne in der „Fuckzone“ landen.

83. Remember that you can lack consent in situations not involving sex—such as when pursuing uninterested women or forcing a hug on a colleague.

Alles ist sexuelle Belästigung. Insoweit nichts neues. An einer nicht interessierten Frau dran zu bleiben ist allerdings etwas sehr allgemeines. Ich kenne genug Leute, bei denen die Frau am Anfang uninteressiert war, aber er einfach immer dran geblieben ist, bis sie dann schließlich ein glückliches Paar waren.

84. Champion sex positive women but don’t expect them to have sex with you.

Ich mag sexpositive Frauen. Wobei auch da natürlich Unterschiede vorhanden sind: Ich kenne auch Frauen, die Sex eingesetzt haben, damit sie beliebt sind und weil sie es genossen haben, dass Männer um sie werben, aber letztendlich damit nicht glücklich waren, weil eben wenig Männer dauerhaft geblieben sind. Ich halte nichts von übertriebenen Moralvorstellungen in dem Bereich und glaube auch nicht, dass Frauen, die mit einer gewissen Anzahl von Männern geschlafen haben, nicht mehr beziehungsfähig sind (eher werden viele beziehungsunfähige Frauen eine höhere Anzahl von Männern haben, was nicht bedeutet, dass eine höhere Anzahl von Männern zur Beziehungsunfähigkeit führt). Meiner Meinung nach sollte sich jeder überlegen, was er macht und ob es das richtige für ihn ist. Ich kenne genug Frauen, denen ich entschieden davon abraten würde, sich auf zuviel Sex einfach nur so einzulassen, während ich bei anderen da überhaupt keine Probleme hätte.

85. Trust a woman to know her own body. If she says she won’t enjoy part of your sexual repertoire, do not try to convince her otherwise.

Halte ich nicht für richtig. Genug Frauen haben schlicht bestimmte Sachen noch nicht probiert und können daher schlecht wissen, ob sie sie mögen. Wobei es natürlich auch die Sache jeder Frau ist, ob sie bestimmte Sachen probieren wollen. Und sie dazu zu überreden kann auch okay sein. Es kann für beide spannend sein

86. Be sensitive to nonverbal cues from women, especially around sex. We’re not just being awkward for no reason. (You read “Cat Person,” didn’t you?)

Aber keine Doppelstandards, denn Frauen und Männer sind ja total gleich. Außer das Frauen eben ein vollkommen anderes Verhältnis zu Sex haben, wie sollen daraus unterschiedliche Standards entstehen?

Dennoch ist der Rat durchaus gut, auf alle Signale zu achten, die ein Sexualpartner so gibt. Für beide Geschlechter.

87. It is not cute to try to persuade a woman to have sex with you. EVER. AT ALL. Go home.

Man wird eine Frau niemals überzeugen, dass sie Sex mit einem haben sollte. Aber natürlich kann man ihre Stimmung ändern, ihre Gefühslage, ihre Sicht auf einen selbst.

88. Same goes for pressuring women to have sex without a condom. Go. Home. And masturbate.

Überhaupt sollte man bei ONS nie das Kondom weglassen. Das ist eher etwas für Beziehungen.

89. Accidentally impregnated a women who doesn’t want a kid? Abortions cost money. Pay for half of it.

Würde ich auch für den richtigen Weg halten, wenn Kosten anfallen.

90. Accidentally came inside a woman without protection? Plan B is expensive. Pay for all of it.

Wäre es mir durchaus wert. Wobei sie ja genau so schuld ist, wenn sie ohne Verhütung Sex mit mir hat. Ich hätte auch nichts gegen teilen.

91. Get STD tested. Regularly. Without having to be asked.

Kann nicht schaden. Habe ich aber auch in Singlezeiten nicht gemacht.

92. Examine your opinion on abortion. Then put it in a box. Because, honestly, it’s completely irrelevant.

Es ist mein gutes Recht meine Meinung dazu zu sagen und auch mit ihr darüber zu diskutieren.

93. Understand that disabled women are whole, sexual human beings. Listen to and respect them.

Was soll das wohl alles umfassen? Wenn ich ansonsten nichts mit ihnen in sexueller Hinsicht zu tun habe, dann ist mir ihre Sexualität so egal, wie die anderer Frauen, an denen ich nicht interessiert bin.

94. Understand that not all women have periods or vaginas.

Perioden: Klar, die ganz Jungen, die Alten und einige Schwangere und sicherlich auch welche aus gesundheitlichen Gründen.

Und natürlich gibt es starke Ausnahmefälle, die teilweise dann in Richtung Intersexualität oder Transsexualität gehen.

Die absolute Gleichsetzung von M–> F Transsexuellen mit Frauen verdeckt aber schlicht Unterschiede, die eben gerade durch die Transsexualität entstehen. Und das Radikale darin tut denke ich niemanden gut

95. Believe women’s pain. Periods hurt. Endometriosis is real. Polycystic ovaries, vaginal pain, cystitis. These things are real. Hysteria isn’t.

Was nicht bedeutet, dass Perioden nicht auch als Ausreden verwendet werden.

96. If a woman accidentally bleeds on you, try your absolute best to just keep your shit together.

Wenn sie ihr bestes Tut, wenn ich aus Versehen auf sie komme, dann ist das nur fair.

97. Lobby your elected officials to implement high quality sex education in schools.

Bloß nicht. Ich glaube nicht, dass das der beste Ort ist. Aufklärung um Schwangerschaft und Verhütung reicht vollkommen aus. Gerade im Internetzeitalter.

Es gibt gute Gründe, warum man gegen einen zu umfassenden Sexualkundeunterricht sein kann:

Einmal weil man es für nicht kindergerecht hält, dann weil man der Auffassung ist, das ein Klassenraum dafür nicht die richtige vertraute Atmosphäre bildet, in der man solche privaten Punkte besprechen möchte (es ist aus meiner Sicht vergleichbar damit, dass man als Erwachsener mit seinen Arbeitskollegen einschließlich Chef über Sex reden soll) und auch, weil es zusätzlichen Druck erzeugen kann („du hast doch gehört, dass Analsex normal ist und wie es geht, also los“). Man kann auch akzeptieren, dass Leute verschiedene Vorstellungen von Sexualität haben und es schlicht für falsch halten, wenn der Staat in der Hinsicht eine Meinung vorgibt.

Natürlich kann auch ein Sexualunterricht Mißbrauch sein, etwa wenn man konkrete sexuelle Handlungen beschreibt, übt oder im Detail bespricht.

Die Haltung, dass der Staat sich aus so etwas rauszuhalten hat und die Grundlagen der Verhütung und der Fortpflanzung beizubringen ausreicht, muss nichts damit zu tun haben, dass man gegen Abtreibungen ist oder verklemmt. Es ist schlicht eine Grenzziehung dem Staat gegenüber.

98. Uplift young Black and Indigenous girls at every possible opportunity. No excuses.

Oder: Behandele einfach alle Menschen gleich und unterscheide nicht nach Hautfarbe.

99. Do not ever assume you know what it’s like.

Warum macht ihr es dann?

100. Mainly, just listen to women. Listen to us and believe us. It’s the only place to start if you actually want all women to have a “Happy International Women’s Day.”

„Listen und Believe“ ist etwas für eine Sekte oder eine Religion. Daran habe ich keine Interesse.