Cheerleader, American Football Spieler und Schutz vor sexueller Belästigung

In den USA gibt es Beschwerden von Cheerleadern vor sexueller Belästigung bzw zumindest einen Antrag einer Cheerleaderin wegen sexueller Diskriminierung:

According to the Saints’ handbook for cheerleaders, as well as internal emails and text messages reviewed by The New York Times and interviews with Davis, the Saints have an anti-fraternization policy that requires cheerleaders to avoid contact with players, in person or online, even though players are not penalized for pursuing such engagement with cheerleaders. The cheerleaders must block players from following them on social media and cannot post photos of themselves in Saints gear, denying them the chance to market themselves. The players are not required to do any of these things.

Cheerleaders are told not to dine in the same restaurant as players, or speak to them in any detail. If a Saints cheerleader enters a restaurant and a player is already there, she must leave. If a cheerleader is in a restaurant and a player arrives afterward, she must leave. There are nearly 2,000 players in the N.F.L., and many of them use pseudonyms on social media. Cheerleaders must find a way to block each one, while players have no limits on who can follow them.

The team says its rules are designed to protect cheerleaders from players preying on them. But it puts the onus on the women to fend off the men.

“If the cheerleaders can’t contact the players, then the players shouldn’t be able to contact the cheerleaders,” said Sara Blackwell, Davis’s lawyer. “The antiquated stereotype of women needing to hide for their own protection is not permitted in America and certainly not in the workplace.”

Kurz zusammengefasst: Die Cheerleader und die Spieler dürfen nichts miteinander anfangen und die Last zur Vermeidung eines Kontakts liegt alleine bei den Cheerleadern. Sie dürfen niemanden Kontaktieren und müssen eine Bar verlassen, wenn sie ein Spieler betritt. Die Spieler haben hingegen keine solche Regel.

Aus meiner Sicht keine so schlechte Regel: Schöne Frauen und sportliche Männer, die viel verdienen und Status haben, das ist gerade in den USA eine sehr gefährliche Mischung. Es wird immer wieder Probleme gegeben haben, wenn ein Spieler mit einer Cheerleaderin geschlafen hat oder mit ihnen gemeinsam gefeiert hat.

Und: Die Spieler sind das wichtige in einem solchen Team. Eine Cheerleaderin ist leicht zu ersetzen, ein guter Spieler nicht. Wenn die Cheerleader schlecht tanzen, dann stört das die Gewinne weitaus weniger als wenn die Spieler schlecht spielen.

Dazu kommt, dass es typischerweise die Frau sein wird, die eher verletzt wird oder sich wegen Belästigung beschwert. Ihr die Entscheidung aufzuerlegen, dass sie gehen muss wäre insofern durchaus passen, da sie ja auch entscheiden muss, ob sie ein Verhalten belästigt. Zudem schützt es die wertvolleren Bestandteile des Teams, nämlich die Spieler.

Wer in einem Büro eine solche Regel aufstellen würde, der würde auch anführen, dass die Sekretärin die Bar verlassen muss und nicht der Chef.

Natürlich ist das Problem auch durchaus zu regeln, wenn man bestimmte Bars einer der beiden Gruppen zuordnet, so dass diese da ihre Ruhe hat, so dass Cheerleader nicht pausenlos die Bars wechseln müssen.

Die Cheerleaderin zieht es hier auf die Geschlechterebene, was die Hierarchie innerhalb des Unternehmens Footballmannschaft nicht wirklich wiedergibt. Das gelingt ihr auch nur, weil hier das Narrativ, dass es nicht die Belästigten seien dürfen, die den anderen weichen, sondern die Spieler, die sich gut benehmen müssen, in der Belästigungsdebatte eine recht vertraute Figur ist.

Findet ihr die Regel fair?