Stereotype sind sehr häufig zutreffend

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Die Folgen eines Outings als Männerrechtler

Eine interessante Schilderung eines Outings als Männerrechtler findet sich hier

Das Outing an sich hat mir wenig geschadet. Der Klarname schon – das muss man tatsächlich eingestehen.

Vom örtlichen Jugendamt wurden Männer und Frauen nachdrücklich verwarnt, bei MIR Hilfe zu suchen, weil ich „nur an Männer denke“. (Das berichtet mir eine Frau, die sich ERST ans Jugendamt wandte, ob ich mit meiner Einrichtung dort bekannt sei. Die Frau kam trotz der negativen Aussage zu mir und ich konnte ihr in einem Sorgerechtsstreit gut helfen, weil ich mit dem Mann reden konnte. Beide haben jetzt gemeinsames Sorgerecht und wenn mal Schwierigkeiten gab, hat ein Anruf genügt, um das wieder in Ordnung zu bekommen. Die Hilfe des Jugendamtes war NULL (in Zahlen=0) – außer einer Warnung, sich bloß bei mir keine Hilfe zu suchen.

Aber anonym hätte ich gar nichts erreicht.

Ich bekam Drohungen von sogenannten Männerrechtlern, mich bei meinem Arbeitgeber anzuschwärzen, weil sie mit meinem Umgang mit Jungen nicht einverstanden waren.

Aktionen wie das „Netzwerk Pro-Test“ (damals http://www.pro-Test.net) wurden ZUERST von Männerrechtlern attakiert, aus den kurriosesten Gründen heraus, aber wohl, weil man mir auch den Erfolg in Presse und Fernsehen neidete.

Als Geschäftsführer der damaligen Männerpartei musste ich zurücktreten, weil anonyme Postings an das Jugendamt Rosenheim mich als Einzigen mit Klarnamen beinahe ruiniert hätten.

Als Mann, der mit Jungen arbeitet, war ich im Maskulistenkreis und auch in der Bevölkerung immer suspekt – „der steht wohl auf Jungs“ waren die nettesten Formulierungen.

Als Mann, der mit Männern arbeitet, war ich im Maskulistenkreis und auch in der Bevölkerung immer suspekt – „der hats wohl mit Männern“ waren die nettesten Formulierungen.

Finanziell hat mich mein Eintreten für Jungen und Männer ruiniert. Ich bekomme kaum noch Stellen, als Mann ohnehin schlecht im sozialen Bereich, ich erlebe Anfeindungen – auch mal gerne vom der „Männerhilfe Süd-ost-bayern“ der evangelischen Kirche, die mich öffentlich in einem Leserbrief kritisiert hat, dass es ja wohl erwiesen sei, dass Männer diejenigen sind, die häusliche Gewalt ausüben und es sowas bei Frauen gar nicht gäbe. (MÄNNERHILFE nennt sich das!) Inzwischen denkt man dort ein wenig „um“, weil es jetzt auch Geld für häusliche Gewalt an Männer gibt, soviel ich weiß – das ist dann Geschäft und das läßt sich die evangelische Kirche natürlich NICHT entgehen.!

Mein Fazit: Ein Outing ist WICHTIG, auch wenn man sich auf negative Erlebnisse einstellen muss. Ohne ein Outing, kann die Schwulenbewegung nicht existieren, ohne ein Outing kann auch die Maskulistenszene nicht existieren. Aber NIEMAND darf zum Outing gezwungen werden. Das ist die persönliche Entscheidung jedes Einzelnen – denn ER muss ja auch die Verantwortung tragen und muss die Suppe auslöffeln. Ich habe mich im fortgeschrittenen Alter dazu entschlossen. Jetzt, mit 58, nerven mich Anfeindungen nicht mehr. Ich muss – laut Rentenberechnung – mit 1100 Euro Rente zurechtkommen und das schaff ich als Lebenskünstler locker 🙂

Ohne Frau und Kind kann ich mir das erlauben! Andere vielleicht nicht!

Anonymes Bloggen erlaubt mir über alles mögliche zu reden ohne das ich damit direkt in ein schlechtes Licht gerückt werde. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass da – gerade wenn noch Themen wie Pickup dazu kommen – da schnell einige das im beruflichen Umfeld verbreiten würden und ich habe keine Lust da lange Erklärungen abgeben zu müssen. Wäre ich nicht anonym müsste ich vielmehr auf die Goldwaage legen. Ich möchte die obigen Erfahrungen nicht machen.