„Der Aufstieg der Sexroboter“

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Vielehe – warum nicht mehrere Personen heiraten dürfen?

Im Rahmen des Stichworts „Ehe für alle“ als Bezeichnung für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle kam immer wieder der Vorhalt, dass es dann auch keinen Grund geben würde, die Ehe für alle nicht auch auf Polygamie zu erstrecken.

Denn auch da wären eben mehrere sich liebende Menschen, die für einander einstehen wollen.

Werden wir also über kurz oder lang eine Öffnung für die Vielehe haben?

Natürlich ist die Lobby in diesem Zusammenhang deutlich schwächer und es bestehen erhebliche Vorurteile in dem Zusammenhang. Aber andererseits ist es durchaus möglich, dass Leute in einer solchen Beziehung glücklich leben.

Vielleicht entwickeln sie ein noch effektiveres Zusammensein, bei denen man sich die Kinderbetreuung besser aufteilen kann und auch immer jemand Zeit hat, ein paar Erledigungen zu machen. Man hat gleich drei Leute, die sich gegenseitig halt geben können und die auch ansonsten Spaß miteinander haben können.

Ich vermute, dass die Vielehe dennoch nicht sehr populär werden wird, weil sie zum einen sehr schnell durch Eifersucht und interne Machtkämpfe und verletzte Gefühle in Gefahr gerät (wenn das auch nicht der Fall sein muss) und der Nutzen für alle drei recht eingeschränkt ist.

Es bedient zwar das Bedürfnis des Mannes nach einer gewissen Abwechselung und auch dessen üblicherweise höheren Sexualtrieb, aber er muss dafür auch zwischen zwei Frauen schlichten, beide hinreichend beachten und darf keine Eifersucht aufkommen lassen. Die Konstellation, bei der alles ein immerwährender fröhlicher Dreier ist, dürfte man sehr selten finden.

Ein weiterer Nachteil dürfte sein, dass es für die Gesellschaft ungünstig ist. Zwar könnten sich theoretisch Polybeziehungen mit mehr Männern und solche mit mehr Frauen ausgleichen, zu erwarten ist aber, dass es eher welche mit mehr Frauen in der Beziehung geben wird. Und das wiederum bedeutet, dass insgesamt mehr Männer leer ausgehen, was ebenfalls nicht günstig für das allgemeine Klima sein dürfte.

Interessant wäre auch die Frage, wie man das Eherecht gestalten müsste, wenn man so etwas zulassen würde,

Wird der Halbteilungsgrundsatz durch einen Drittelteilungsgrundsatz ergänzt bzw schlicht durch ein Gleichteilungsgebot? Werden also alle Vermögenszuwächse so verteilt, dass alle gleich viel haben? Was macht man mit den Kinder und wie wird Unterhalt verteilt? Wie teilt man die Rente auf? Wie wird die Steuer dann berechnet (alles zusammen gerechnet, dann durch 3 geteilt, daraus die Steuer berechnet und dann diese mal drei genommen analog zum gegenwärtigen Modell?)

Natürlich gibt es auch heute schon die Möglichkeit Polybeziehungen zu führen oder jedenfalls auch parallele Beziehungen (etwa zwei Freundinnen oder eine Frau und eine Geliebte), die wenn auch nicht akzeptiert, dann doch zumindest nicht verboten sind. Des weiteren gibt es – wenn auch selten – offene Beziehungen, bei dennen – auch verheiratete – mit weiteren Partnern etwas haben können. All das sind letztendlich erlaubte, wenn auch nicht vom Gesetzgeber als Ehe akzeptierte Formen.