Vielehe – warum nicht mehrere Personen heiraten dürfen?

Im Rahmen des Stichworts „Ehe für alle“ als Bezeichnung für die Öffnung der Ehe für Homosexuelle kam immer wieder der Vorhalt, dass es dann auch keinen Grund geben würde, die Ehe für alle nicht auch auf Polygamie zu erstrecken.

Denn auch da wären eben mehrere sich liebende Menschen, die für einander einstehen wollen.

Werden wir also über kurz oder lang eine Öffnung für die Vielehe haben?

Natürlich ist die Lobby in diesem Zusammenhang deutlich schwächer und es bestehen erhebliche Vorurteile in dem Zusammenhang. Aber andererseits ist es durchaus möglich, dass Leute in einer solchen Beziehung glücklich leben.

Vielleicht entwickeln sie ein noch effektiveres Zusammensein, bei denen man sich die Kinderbetreuung besser aufteilen kann und auch immer jemand Zeit hat, ein paar Erledigungen zu machen. Man hat gleich drei Leute, die sich gegenseitig halt geben können und die auch ansonsten Spaß miteinander haben können.

Ich vermute, dass die Vielehe dennoch nicht sehr populär werden wird, weil sie zum einen sehr schnell durch Eifersucht und interne Machtkämpfe und verletzte Gefühle in Gefahr gerät (wenn das auch nicht der Fall sein muss) und der Nutzen für alle drei recht eingeschränkt ist.

Es bedient zwar das Bedürfnis des Mannes nach einer gewissen Abwechselung und auch dessen üblicherweise höheren Sexualtrieb, aber er muss dafür auch zwischen zwei Frauen schlichten, beide hinreichend beachten und darf keine Eifersucht aufkommen lassen. Die Konstellation, bei der alles ein immerwährender fröhlicher Dreier ist, dürfte man sehr selten finden.

Ein weiterer Nachteil dürfte sein, dass es für die Gesellschaft ungünstig ist. Zwar könnten sich theoretisch Polybeziehungen mit mehr Männern und solche mit mehr Frauen ausgleichen, zu erwarten ist aber, dass es eher welche mit mehr Frauen in der Beziehung geben wird. Und das wiederum bedeutet, dass insgesamt mehr Männer leer ausgehen, was ebenfalls nicht günstig für das allgemeine Klima sein dürfte.

Interessant wäre auch die Frage, wie man das Eherecht gestalten müsste, wenn man so etwas zulassen würde,

Wird der Halbteilungsgrundsatz durch einen Drittelteilungsgrundsatz ergänzt bzw schlicht durch ein Gleichteilungsgebot? Werden also alle Vermögenszuwächse so verteilt, dass alle gleich viel haben? Was macht man mit den Kinder und wie wird Unterhalt verteilt? Wie teilt man die Rente auf? Wie wird die Steuer dann berechnet (alles zusammen gerechnet, dann durch 3 geteilt, daraus die Steuer berechnet und dann diese mal drei genommen analog zum gegenwärtigen Modell?)

Natürlich gibt es auch heute schon die Möglichkeit Polybeziehungen zu führen oder jedenfalls auch parallele Beziehungen (etwa zwei Freundinnen oder eine Frau und eine Geliebte), die wenn auch nicht akzeptiert, dann doch zumindest nicht verboten sind. Des weiteren gibt es – wenn auch selten – offene Beziehungen, bei dennen – auch verheiratete – mit weiteren Partnern etwas haben können. All das sind letztendlich erlaubte, wenn auch nicht vom Gesetzgeber als Ehe akzeptierte Formen.

 

 

 

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164 Gedanken zu “Vielehe – warum nicht mehrere Personen heiraten dürfen?

  1. Schon aus gesamtgesellschaftlicher Sicht ist fragwürdig, warum der Staat ein System steuerlich fördern soll, das am Ende mehr Schaden bringt.
    Denn der Staat sollte Interesse haben, dass das Verhältnis Männer zu Frauen in einem Gleichgewicht ist. Zu viele Männer für zu wenige Frauen führt oftmals zu männliche Aggressionen in der Gesellschaft (was auch schon die Probleme im mittleren Osten zeigen), auch zu viele Frauen auf zu wenige Männer hat gesellschaftlich negative Auswirkungen.
    Aber weil das Problem schon seit der Flüchtlingskrise auch hier (und ohne Vielehe) vorhanden ist und bisher kaum einen interessiert hat und gerade im Bereich Familie der Staat in letzter Zeit nicht unbedingt einer rationalen Logik folgt (warum bekommen verheiratete, kinderlose Paare Steuervorteile?, etc.), glaube ich früher oder später an die Legalisierung der Vielehe. Bin da schon ein bisschen ein Fatalist.

    • Das Konstrukt „Ehe“ bringt dem Staat (Steuerzahler) durch die gegenseitige Absicherung der Partner mehr Vorteile als dass es die Steuervergünstigungen für das Paar aufheben könnten. Zudem hat die Ehe vor dem Gesetz erst mal rein gar nichts mit Kindern zu tun. Dieses – persönlich gewählte – Lebensmodell mit Kindern wird nämlich aus anderen Töpfen subventioniert.

      • Die Ehe, so wie sie über Jahrhunderte galt, war quasi Synonym als Lebensmodell mit Kindern. Daher konnte man sich ja sogar früher scheiden lassen, wenn zum Beispiel der (zumeist weibliche) Partner keinen Nachkommen bekommen konnte. Eine Ehe ohne Kinder ist der facto nichts mehr als Folklore, da sie den ehemaligen Zweck der Ehe widerspricht.

        Und ich würde gerne sehen, wo als Beleg steht, dass eine kinderlose Ehe inklusive steuerlicher Vorteile dem Staat finanziell von Vorteil sein sollte. Ich würde behaupten, dass gerade das Ehegattensplitting genau zum Gegenteil animiert. Und in heutiger Zeit müssen zwei Individuen eh jeweils jeder für sich für die eigene Altersabsicherung sorgen, sodass auch hier das Konzept Ehe obsolet ist.

        • „Eine Ehe ohne Kinder ist der facto nichts mehr als Folklore, da sie den ehemaligen Zweck der Ehe widerspricht“

          Muss man denn alles nach dem „ehemaligen Zweck“ bewerten oder kann nicht auch ein neuer entstehen, etwa die Absicherung einer Lebensgemeinschaft und die förmliche Anerkennung einer solchen?
          Man kann sicherlich überlegen, ob man die Ehe umgestalten muss, wenn man sie auf einen anderen Zweck stützt, aber das ist eine andere Sache

          Eine strikte Ausgestaltung als reine Fortpflanzungsgemeinschaft war die Ehe ja nie. Auch alte Leute durften Heiraten. Sie war auch immer ein Zeichen einer Liebe, eines Bündnisses oder etwas, was einen bestimmten formellen Status als Gemeinschaft hat

        • Die Ehe war immer ein Zeichen der Zweckhaftigkeit. Liebe und Liebesheirat ist eher ein modernes Konzept. (Übrigens: Zweckehen halten nachweislich länger und sind langfristig glücklicher) Und die gegenseitige Absicherung war für Zeiten gedacht, als es noch keine soziale Absicherung durch den Staat gab und Männer und Frauen eine klare Rollenverteilung hatten. Ja, in diesen Fällen waren Ehen auch wichtig, obwohl dabei Kinder nicht unbedingt eine Rolle spielen mussten.

          Mir wurde das selbst erst bewusst, als ich mich mit meinen Stammbaum beschäftigte und erkannte, wie schnell so ein Witwer kurz nach dem Tod des Partners wieder geheiratet hat. Selten wurde da mehrere Jahre gewartet.

          Und nein, ich habe nichts gegen die jetzigen Entwicklungen, wo die Ehe auch kinderlos gestaltet wird. Aber eine solche Form muss nicht vom Staat finanziell subventioniert werden, da dabei der Grund wegfällt, warum der Staat diese Form des Zusammenlebens anderen Formen (Singledasein, wilde Ehe…) vorziehen soll. Faktisch fällt der Staat ein Urteil, indem er ein kinderloses Ehepaar aus welchem Grund auch immer anderen Formen des (Zusammen-) Lebens bevorzugt. Ohne sachliche Begründung ist das nichts anderes als Diskriminierung (und zudem ist die Ehe nachweislich statistisch ungesund für die Frau).

          Anders gelagert ist es aber beim ehelichen Zusammenleben mit Kindern, da diese Konstruktion nachweislich von Vorteil für die Entwicklung des Kindes ist, sodass diese Form des Zusammenlebens eben doch noch förderungswürdig ist.

        • @Daniel:
          „Aber eine solche Form muss nicht vom Staat finanziell subventioniert werden, da dabei der Grund wegfällt, warum der Staat diese Form des Zusammenlebens anderen Formen (Singledasein, wilde Ehe…) vorziehen soll.“

          Der Staat subventioniert nicht die Ehe an sich. Der Staat betrachtet Eheleute steuerlich als eine Einheit, was einiges erheblich vereinfacht. Bei anderer Betrachtung wäre es dann nämlich möglich den Unterhalt an den Ehegatten steuerlich abzusetzen (käme auf ähnliches raus mit nur viel mehr Bürokratie).
          Und ich finde die Betrachtung von Eheleuten als eine Einheit richtig! Ich finde es gut, dass das Einkommen in der Ehe als eins gesehen wird und so die Eheleute ganz individuell entscheiden können, wer wie viel zum Einkommen beiträgt.
          Für die Steuerlast innerhalb einer Ehe ist es dann nämlich unerheblich, ob beide Partner 50.000 Euro verdienen oder einer 100.000 Euro und der andere nichts – die Steuerlast ändert sich nicht. Und genau das finde ich richtig! Dass der Staat eben nicht ein Lebensmodell bevorteilt!

        • @Miria: Da ich vor kurzem noch die Steuererklärung meiner Eltern gemacht habe, weiß ich, dass eine getrennte Veranlagung nicht wesentlich komplizierter ist. Genauer gesagt ist das ein Knopfdruck.

          Und natürlich subventioniert der Staat die Ehe durch Ehegattensplitting, gemeinsame Zinseinkünfte, etc., welche einen ordentlichen finanziellen Vorteil haben können.

          Und von welchem Unterhalt an den Ehegatten reden wir hier? Ja, größere Schenkungen werden steuerlich in einer Ehegemeinschaft ebenfalls steuerlich bevorzugt, wenn das damit gemeint ist. Ansonsten sind zwei Individuen ohne Kinder nicht zu gegenseitigen Unterhalt verpflichtet.

        • @Daniel:
          „Ansonsten sind zwei Individuen ohne Kinder nicht zu gegenseitigen Unterhalt verpflichtet.“

          Individuen nicht, aber zwei Eheleute eben schon!
          Das wird meist nur nicht haargenau aufgesplittet, da die meisten Eheleute sowieso gemeinsam über das Einkommen verfügen oder sich entsprechend einig sind.

    • Polygamie ist nur der Oberbegriff. Ein Mann mit mehreren Frauen heißt Polygynie, eine Frau mit mehreren Männern heißt Polyandrie.
      Und es könnten ja auch zwei Männer zwei Frauen heiraten.

      Wenn die Ehe einen anderen Zweck haben soll, als Kinder in die Welt zu setzen, stellt sich die Frage, welcher das ist, und ob staatlicherseits gewährte Vorteile für diesen Zweck überhaupt noch gerechtfertigt sind.

      Was mich noch am meisten überzeugt, ist die Idee, dass die gegenseitige Unterhaltspflicht den Staat entlastet, weil er so Sozialabgaben sparen kann. Andrerseits sparen zwei (oder drei, fünf etc.) erwachsene Leute, die alle Vollzeit arbeiten (können), und sich einen Haushalt teilen, schon viel Geld im Vergleich zu 2-5+ Singles, die alle einen Singlehaushalt führen, und können dieses Geld auf die hohe Kante legen. Wieso kinderlose Eheleute noch subventionieren.

      Achso, früher hatte die Ehe folgende Funktionen:
      – Vertrag zwischen zwei Menschen
      – Vertrag zwischen den Familien der beiden Menschen
      – Versprechen, sich um die gemeinsamen Kinder zu kümmern
      – Versprechen, nichts zu tun, wodurch man Kinder mit anderen Leuten bekommen könnte
      – Vertrag zwischen den Eheleuten und der Gesellschaft
      – Bund zwischen den Eheleuten und den Göttern/Gott

      Da die Liste inzwischen ziemlich eingedampft ist, wozu das noch?

      • „Da die Liste inzwischen ziemlich eingedampft ist, wozu das noch?“

        Die Leute wollen eben etwas, was ein Zeichen für eine Verbindlichkeit ist. Aber die Ehe ist ersetzbar durch andere zeichen. Der Pact Civil erfühlt die gleiche Funktion in Frankreich anscheinend ganz gut und wird deshalb angenommen

          • „Reine Zeichen erfordern keine staatlichen Eingriffe.
            Zeichen kann auch der Ehering sein.“

            Ehrliche Signale erfordern eine Absicherung über Kosten. Bei einem Ring sind die Kosten minimal im Vergleich zur Ehe.

          • „Eine gesetzliche Regelung bedeutet auch Gleichmacherei, insofern ungeeignet für Signalling.“

            Gleichmacherei spricht nicht dagegen, dass das Signal kostspielig ist.
            Es reicht, dass die Scheidung eine aufwendigere Sache ist, die Zeit und Geld kostet.

            Und natürlich ist insofern auch die Hochzeit ein entsprechendes Signal

        • Blutsbrüderschaft ist auch ein Zeichen von Verbindlichkeit.

          Die Frage ist, warum solche Verbindlichkeiten staatlicherseits subventioniert werden sollten. Oder warum zwei Leute glauben, ihre Verbindung wäre irgendwie verbindlicher, weil es einen staatlichen Stempel gibt. Das Schuldprinzip bei Scheidungen ist ja z.B. abgeschafft in D..

  2. „Werden wir also über kurz oder lang eine Öffnung für die Vielehe haben?“
    Zumindest sehe ich keine stichhaltigen Argumente dagegen.
    Es sind übrigens zwei Konstellationen zu unterscheiden: zum einen eine Ehe mit mehr als zwei Beteiligten, zum anderen eine Person, die gleichzeitig in mehr als einer Ehe verheiratet ist.

    „Ich vermute, dass die Vielehe dennoch nicht sehr populär werden wird, weil sie zum einen sehr schnell durch Eifersucht und interne Machtkämpfe und verletzte Gefühle in Gefahr gerät (wenn das auch nicht der Fall sein muss) und der Nutzen für alle drei recht eingeschränkt ist.“
    Das ist die eigentlich spannende Frage, wie groß überhaupt der potentielle Bedarf nach einer Vielehe ist.

    „Ein weiterer Nachteil dürfte sein, dass es für die Gesellschaft ungünstig ist. Zwar könnten sich theoretisch Polybeziehungen mit mehr Männern und solche mit mehr Frauen ausgleichen, zu erwarten ist aber, dass es eher welche mit mehr Frauen in der Beziehung geben wird.“
    Ob das wirklich so ist, müßte erst mal erforscht werden. Neben der heute vor allem aus islamischen Ländern bekannten Polygynie gibt es ja auch Gesellschaften mit Polyandrie.
    Überhaupt ist zu klären, inwieweit polygame Beziehungen rein (oder überwiegend) aus wirtschaftlichen Notlagen geboren sind oder einem tatsächlichen Bedürfnis des Zusammenlebens geschuldet sind.

    „Und das wiederum bedeutet, dass insgesamt mehr Männer leer ausgehen, was ebenfalls nicht günstig für das allgemeine Klima sein dürfte.“
    Dieses Argument hat zwei Schwächen: Zum einen „zwingst“ Du damit quasi Leute, jemanden zu heiraten, den sie gar nicht lieben (alternativ: gar nicht zu heiraten), nur weil der Traumpartner schon verheiratet ist. Und zum anderen kann ein ähnlicher Effekt auch jetzt schon, mit der gleichgeschlechtlichen Ehe auftreten: Wenn es mehr Lesben als Schwule gibt, dann gehen ebenfalls mehr Männer leer aus.

    „Interessant wäre auch die Frage, wie man das Eherecht gestalten müsste, wenn man so etwas zulassen würde,“
    Das ist m.E. eine rein technische Frage. Eine Ehe (als zivile Einrichtung) ist ja letztlich nichts anderes als eine Art spezielle GbR, und auch da gibt es weder eine Beschränkung auf die Personenzahl noch das Verbot, mehr als einer GbR anzugehören.
    Bei einer Mehrfachehe werden einfach die Einkommen aller Beteiligten sowie die Freibeträge aufsummiert, daraus ergibt sich die Steuerlast. Wer an mehr als einer Ehe beteiligt ist, teilt sein anzurechnendes Einkommen gleichmäßig auf alle Ehen auf. Scheint mir nicht sehr kompliziert.

    Ansonsten ist es in meinen Augen ein Etikettenschwindel, wenn Leute vollmundig die „Ehe für alle“ preisen, aber die Mehrfachehe vehement ablehnen. Besonders absurd wird das, wenn sie das mit Verweis auf die Tradition (Ehe=zwei Personen) tun, nachdem sie gerade erst diese Tradition (Ehe=Mann+Frau) über Bord geworfen haben. Solche Argumentationen habe ich tatsächlich schon erlebt.

    • „Bei einer Mehrfachehe werden einfach die Einkommen aller Beteiligten sowie die Freibeträge aufsummiert, daraus ergibt sich die Steuerlast“

      Das wäre wegen der Steuerprogression so aber sehr nachteilhaft, weswegen es gegenwärtig bei der Steuer auch nicht gemacht wird

      • Gut, das war verkürzt dargestellt; die Progression wird so berechnet wie bei einer Person mit 1/n dieses aufsummierten Einkommens.

    • „Ansonsten ist es in meinen Augen ein Etikettenschwindel, wenn Leute vollmundig die „Ehe für alle“ preisen, aber die Mehrfachehe vehement ablehnen“

      Aus meiner Sicht eher ein Scheinargument. Ehe für alle sollte ja nur ein Begriff dafür sein, dass auch Homosexuelle heiraten können

      „Besonders absurd wird das, wenn sie das mit Verweis auf die Tradition (Ehe=zwei Personen) tun, nachdem sie gerade erst diese Tradition (Ehe=Mann+Frau) über Bord geworfen haben. Solche Argumentationen habe ich tatsächlich schon erlebt“

      Warum sollte man nicht eine Tradition in bestimmten Bereichen ändern können, weil sich die Anschauung geändert hat, in anderen aber nicht?

      • „Warum sollte man nicht eine Tradition in bestimmten Bereichen ändern können, weil sich die Anschauung geändert hat, in anderen aber nicht?“

        Entweder das Argument Tradition gilt oder eben nicht.

        Es ist gut die Tradition über Bord zu werfen weil es Tradition ist Traditionen abzuschaffen, oder wie?

      • „Aus meiner Sicht eher ein Scheinargument. Ehe für alle sollte ja nur ein Begriff dafür sein, dass auch Homosexuelle heiraten können“
        Genau das meine ich ja mit Etikettenschwindel; es wird von „Ehe für alle“ gesprochen, obwohl es nur um eine Erweiterung der Ehe auf gleichgeschlechtliche Beziehungen geht. Es dürfen eben auch jetzt noch nicht alle heiraten (z.B. ist die inzestuöse Ehe nach wie vor verboten).

      • „Warum sollte man nicht eine Tradition in bestimmten Bereichen ändern können, weil sich die Anschauung geändert hat, in anderen aber nicht?“
        Weil das Rosinenpickerei ist. Man kann nicht die Tradition in manchen Sachen über Bord schmeißen weil es politisch in den Kram passt und sich dann wieder darauf berufen.

          • @henrik

            Warum ist aus deiner Sicht eine gewandelte Akzeptanz nicht etwas, nach dem man sinnvoll differenzieren kann?

            Im übrigen ist das ja nicht ungewöhnlich. So ändern sich regeln eigentlich ständig. Religion wäre ein gutes Beispiel. Wir nennen Gott einen gütigen Vater, obwohl er sich den Großteil des heiligen Buchs wie ein asozialer Mistkerl aufführt und werfen religiöse Traditionen über Board, wenn sie nicht mehr in die Zeit passen.
            Die Vielehe selbst ist dafür ja ein gutes Beispiel. Sie war erst durchaus selbstverständlich, dann wurde sie abgeschafft. Ob sie ein Comeback macht werden wir sehen

          • „Warum ist aus deiner Sicht eine gewandelte Akzeptanz nicht etwas, nach dem man sinnvoll differenzieren kann?“
            Kann man schon. Mein Punkt war schlicht, man darf sich dann nicht auf Tradition berufen.

            Tradition ist etwas über einen sehr langen Zeitraum praktizierte. Es richtete sich nicht nach den Launen der Regenbogenfahnenfanatiker.

            „Wir nennen Gott einen gütigen Vater, obwohl er sich den Großteil des heiligen Buchs wie ein asozialer Mistkerl aufführt und werfen religiöse Traditionen über Board, wenn sie nicht mehr in die Zeit passen.“
            Eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der Bibel kann diesen Eindruck verwaschen. Immer dran denken: Das Alte Testament und das Neue sind in der christlichen Theologie nicht gleichberechtigt.

            Ich bin übrigens strickt dagegen religiöse Traditionen über Bord zu werfen, weil sie nicht dem Zeitgeist entsprechen. Besonders wenn diese keine Basis in der einschlägigen heiligen Büchern haben. Deshalb unterstütze ich auch keinen „liberalen Islam“, dieser hat schlicht keine Basis und wäre dann schlicht eine neue Religion.
            Manchmal wünschte ich mir, die Christen hätten einen ähnlich starkes Traditionsbewusstsein wie der durchschnittliche Muslim.

            „Sie war erst durchaus selbstverständlich, dann wurde sie abgeschafft.“
            Ich mag diese Formulierung nicht. Das impliziert, dass Vielehe Alltag war. Tatsächlich war Vielehe eher ein Phänomen für die erfolgreichsten Männer und nur für diese.

          • „Ich bin übrigens strickt dagegen religiöse Traditionen über Bord zu werfen, weil sie nicht dem Zeitgeist entsprechen. Besonders wenn diese keine Basis in der einschlägigen heiligen Büchern haben“

            Richtig, Menschenopfer sind einfach der richtige Weg. Im neuen Testament opfert ja sogar Gott seinen Sohn, damit er uns selbst unsere Sünden vergeben kann. Und wenn Gott seinen Sohn opfert, warum sollten wir dann nicht auch unsere Kinder opfern, wie schon tradition im alten Testament?
            Ich finde auch Leute für außerehelichen Sex zu steinigen wurde zu unrecht aufgegeben. Ebenso wie das Sabbatjahr, wäre doch was, das wieder einzuführen
            Interessanterweise müsstest du dann auch anführen, dass eine christliche Kirche, in der ein Bischof nicht verheiratet ist eine „Neue Religion“ ist und überhaupt die ganzen Kriege im Namen des Christentums, wenn man doch die andere Wange hinhalten muss, alles neue Religionen.

            „Deshalb unterstütze ich auch keinen „liberalen Islam“, dieser hat schlicht keine Basis und wäre dann schlicht eine neue Religion.“

            Was ist denn das für eine bizarre Ansicht? du bist gegen eine Veränderung einer Religion zum positiven hin?
            Ich empfehle dir dringend:

            Er lebt ein Jahr nach den Vorschriften der Bibel, wobei er die Zeit noch etwas in neues und altes Testament aufteilt.

          • „Richtig, Menschenopfer sind einfach der richtige Weg. Im neuen Testament opfert ja sogar Gott seinen Sohn, damit er uns selbst unsere Sünden vergeben kann. Und wenn Gott seinen Sohn opfert, warum sollten wir dann nicht auch unsere Kinder opfern, wie schon tradition im alten Testament?“
            Für jemand, der so viel gegen das Christentum polemisiert, haben Sie wenig Ahnung von der Materie. Habe auch ehrlich gesagt keine Lust, hier weiter darauf einzugehen.

            „Interessanterweise müsstest du dann auch anführen, dass eine christliche Kirche, in der ein Bischof nicht verheiratet ist eine „Neue Religion“ ist und überhaupt die ganzen Kriege im Namen des Christentums, wenn man doch die andere Wange hinhalten muss, alles neue Religionen.“
            Siehe meine obige Anmerkung. Vielleicht sich etwas mit dem Christentum beschäftigen, bevor man etwas dahinschreibt.

            „Was ist denn das für eine bizarre Ansicht? du bist gegen eine Veränderung einer Religion zum positiven hin?“
            1. Zum positiven ist ein sehr schwammiger Begriff. Es wäre leichtsinnig, dies als Maßstab für Religionen anzusetzen.
            2. Wer gerne eine progressive Religion haben will, kann eine Gründen. Er hat aber nicht das Recht andere zu kapern.
            3. Um das klarzustellen: Ich bin nicht gegen jede Veränderungen. Ich bin aber gegen Veränderungen, die die Systematik und der Wortlaut der Texte nicht zulassen.

            „Er lebt ein Jahr nach den Vorschriften der Bibel, wobei er die Zeit noch etwas in neues und altes Testament aufteilt.“
            Wer alle Vorschriften der Bibel anwendet, hat das System nicht verstanden.

          • „2. Wer gerne eine progressive Religion haben will, kann eine Gründen. Er hat aber nicht das Recht andere zu kapern.“

            Warum sollte er das recht nicht haben? Es gibt keine Religion, die über die Jahrhunderte wirklich konstant geblieben ist. All haben ihre Praktiken immer wieder dem Zeitgeist angepasst

            „Wer alle Vorschriften der Bibel anwendet, hat das System nicht verstanden.“

            Er hat schon nach altem und neuen Testament unterschieden. Und wo steht, dass man sich Regeln rauspicken darf? ich dachte, das ist gerade das schlechte?

          • „Es gibt keine Religion, die über die Jahrhunderte wirklich konstant geblieben ist. All haben ihre Praktiken immer wieder dem Zeitgeist angepasst“
            Der Islam ist sehr konstant geblieben, das orthodoxe Judentum auch. Auch die orthodoxen Christen haben Änderungen sehr beschränkt gehalten.
            Religion an den Zeitgeist anpassen ist primär ein westliches Phänomen.
            „Und wo steht, dass man sich Regeln rauspicken darf? ich dachte, das ist gerade das schlechte?“
            Ich habe keine Lust hier einen Vortrag über christliche Theologie zu halten. Man kann es nachschlagen, wenn es denn einen interessiert.

        • @ C

          Ich wundere mich immer wie diese Christen, die an ein Märchenbuch glauben (nur teilweise ! 🙂 wie es ihnen gerade gefällt), so wenig Verständnis gegenüber dem Feminismus und dem Genderismus aufbringen.

          Sie drehen sich die Argumente genauso hin und her wie jene. Sie müssten doch im Herzen verstehen können was am Feminismus sooo toll ist?

          Die Kirchen haben teilweise verstanden und suchen die Verbindung herzustellen.

          • „Ich wundere mich immer wie diese Christen, die an ein Märchenbuch glauben “
            Ich weiß, Sie wollen Christen hier herabwürdigen, aber Märchen sind tatsächlich sehr nützlich. Sie sind die ältesten Geschichten, die über tausende von Jahren verfeinert wurden. Märchen sind ungemein wertvoll und keineswegs nutzlose Literatur.

        • „Aber man sollte sie eben nicht für bare Münze nehmen“

          Sie sind sicher nicht im wissenschaftlichen Sinne wahr.

          Als wenn wissenschaftliche Wahrheit für die alltäglichen Handlungen der Menschen besonders relevant wären.

          • „Sie sind sicher nicht im wissenschaftlichen Sinne wahr.“
            Das sollte niemand in Frage stellen. Als wissenschaftliche Abhandlungen sollte man kein literarisches Werk nehmen. Auch die Bibel ist ein literarisches Werk, vollkommen unabhängig davon ob man an Gott glaubt oder nicht.
            Im Gegensatz zum Koran ist eben nicht exakt „Gottes Wort“, sondern „Gottes Wort in Menschenwort“ ergo eine literarische Aufbereitung von was man von Gott gemeint hat zu empfangen.

        • Aschenputtel erzählt eine typische Geschichte weiblicher Hypergamie und gibt den Frauen gleichzeitig den Hinweis, dass diese Dinge nicht vom Himmel fallen, sondern auch von der Frau das Anpassen an die Rolle erfordern: der Schuh muss sitzen.

          Das meiste, was wir in der Schule lernen, ist weit weniger relevant für das Lebensglück als das Verständnis dieser Zusammenhänge.

          • „Aschenputtel erzählt eine typische Geschichte weiblicher Hypergamie und gibt den Frauen gleichzeitig den Hinweis, dass diese Dinge nicht vom Himmel fallen, sondern auch von der Frau das Anpassen an die Rolle erfordern: der Schuh muss sitzen.“

            Aschenputtel erzählt den Mädchen frühzeitig, dass Männer unfähig sind, sich ein Gesicht zu merken, wenn man ein schickes Kleid und schöne Schuhe anhat. Und das auch Prinzen perverse Fußfetischisten sein können, die außer diesem Fetisch an dir nicht interessiert.

            „Das meiste, was wir in der Schule lernen, ist weit weniger relevant für das Lebensglück als das Verständnis dieser Zusammenhänge.“

            Nur lernen Kinder das eben nicht daraus.

        • @Henrik aber selbst der Wortlaut einiger Geschichten wurde immer wieder verändert. Kennst du zum Beispiel die Geschichte vom verlorenen Sohn? Oder der apokalyptische Reiter Pest.der heißt erst seit dem Mittelalter so .

          • Auch Traditionen können sich ändern, dass stelle ich nicht in Frage. Aber dies dauert eben eine sehr lange Zeit und geht nicht in wenigen Jahren.
            Manche Traditionen verschwinden, neue etablieren sich. Aber diese Bewertung lässt sich erst mit etwas zeitlichen Abstand feststellen.
            Der Unterschied zwischen Trend und Tradition ist, das letzteres sich über längere Zeiträume (3+ Generationen) verfestigt. Ersteres kann nach 20-30 Jahren wieder vom Erdboden verschwunden sein.

            Was die Bibel angeht:
            Wir müssen auch immer uns vor Augen führen, dass wir nicht den Orginaltext haben. Bei jeder Übersetzung gehen Sachen verloren. Wer also die Bibel wirklich tief verstehen will, kommt nicht darum Hebräisch und Griechisch zu lernen.
            Doch so viel Zeit habe ich dann auch wieder nicht 🙂

        • Achenputtel: Wie frau einem Prinzen den Kopf verdreht und gleichzeitig ein gutes Leben führt.

          Dornröschen: Dass man sein Kind nicht vor dem Bösen verstecken kann

        • Nur lernen Kinder das eben nicht daraus.

          Die Kinder lesen auch nicht mehr Aschenputtel, sondern schauen Pretty Woman. Und da fehlen wesentliche Details, insbesondere mit dem nach Zuschauertests gefundenem neuen Ende. (Eigentlich sollte er sie beim Koksen erwischen, mit dem Wagen anhalten und sie aus dem Auto treten.)

          • „Die Kinder lesen auch nicht mehr Aschenputtel, sondern schauen Pretty Woman“

            In dem Alter in dem sie Pretty Women sehen dürfen haben sie wahrscheinlich schon mehr als genug Hardcore Pornos gefunden um den Film harmlos zu finden

          • Das moderne Kino ist seltsam und nicht nach meinen Geschmack. Weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal einen Film im Kino gesehen habe.

            Hollywood ist zu sehr von politischen Interessen zerfressen. Man kann kein gutes zeitloses Werk erschaffen, wenn man primär eine politische Aussage im Hinterkopf hat.

        • „Aschenputtel erzählt den Mädchen frühzeitig, dass Männer unfähig sind, sich ein Gesicht zu merken, wenn man ein schickes Kleid und schöne Schuhe anhat. “

          Das ist atemberaubend postmodern.
          Du könntest Karriere als Feministin machen.

          • „Das ist atemberaubend postmodern.“

            Steht in diesem Märchen eigentlich irgendwo, dass sie ne Maske auf hat oder so? Ich meine warum kann ihr dieser Prinz, der sie angeblich so toll findet, nicht schlicht an ihrem Gesicht erkennen? Ne, er lässt lieber andere Frauen ihre Füsse absäbeln statt einfach mal mitzuteilen, dass es die jeweilige nicht ist und sie den Schuh nicht anprobieren muss. Aber ne, er schaut sich lieber tagelang an, wie alle jungen Mädchen seines Reiches ihre nackten Füße in den von ihm bereitgestellten Schuh quetschen.
            Wenn das mal nicht pervers ist, was dann?

          • Wie gesagt: Der Umstand, dass jede Geschichte eine Myriade mögliche Interpretationen zulässt, bedeutet nicht, dass manche davon nicht schlecht sind.

        • „Wer also die Bibel wirklich tief verstehen will, kommt nicht darum Hebräisch und Griechisch zu lernen.“

          Sind das die Sprachen in denen die Bibel verfasst wurde?

          In unserer Sprache ist die Bibel also nicht verstehbar?

          Was bitte treiben Christen denn hier? Wollen uns die Bibel in Deutsch erklären? Warum verteidigst Du auch nur ein Wort der Bibel? Du hast sie ja nicht verstanden!?

          PS: Ich bin nicht sie! Das ist im Internet Schnöselsprach.

          • „Sind das die Sprachen in denen die Bibel verfasst wurde?“
            Meines Wissens ja. Das alte Testament in Hebräisch und das neue in Teilen in Griechisch.

            „In unserer Sprache ist die Bibel also nicht verstehbar?“
            Wo habe ich das gesagt?

      • ‚Ehe für alle ist also nur ein begriff mit einer *-Bedeutung, soso..
        Tja, das ist aber genau eines der Probleme: Wenn ‚Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren gemeint ist, dann sollte es auch genau so heißten, denn sonst hat die Sprache ihrte Wichtigste Funktion, nämlich Informationen verständlich zu übertragen, verloren..

    • Ansonsten ist es in meinen Augen ein Etikettenschwindel

      Auch die Mehrfachehe wäre ein Etikettenschwindel, denn da heiraten ja nicht alle.

  3. Es gibt imho nicht ein rationales Argument dagegen. Die genannten sind nicht stichhaltig:

    1) Polybeziehungen sind instabil. Selbst wenn das so wäre:

    Ja und? Bei RZBs wird auch nicht vorher ihre Stabilität getestet.

    2) Dann stimmt das Verhältnis von Frauen und Männer nicht mehr.

    Ist schwer ernst zu nehmen. Zum einen, ist die Behauptung, dass das FFM-Modell die Regel wäre, eine reine Behauptung, die ich nicht nachvollziehen kann. Zum anderen, gibt es ja bereits schon Polybeziehungen, als an dem Problem würde sich nichts ändern. Last but not least: Es halt niemand ein Recht auf eine Beziehung.

    Das Argument ist ähnlich, wie das Argument mit der Öffnung der Ehe für Homosexuelle gäbe es weniger Kinder.

    • „Zum einen, ist die Behauptung, dass das FFM-Modell die Regel wäre, eine reine Behauptung, die ich nicht nachvollziehen kann“

      Wann und wo gab es denn bisher größere Ansätze für fmm+ Beziehungen?
      MFf+ hat immerhin in einigen Kulturen eine Tradition, umgekehrt ist es höchst selten.
      Es gibt lediglich sehr karge Gegenden, in denen sich dann meist zwei Brüder eine Frau teilen.

      • „Wann und wo gab es denn bisher größere Ansätze für fmm+ Beziehungen?“

        Da du die Behauptung aufgestellt hast, könntest du vielleicht deine Behauptung begründen?

        Die Polybeziehungen die ich so kenne, haben jedenfalls häufiger FMM-Konstellationen.

        „MFf+ hat immerhin in einigen Kulturen eine Tradition, umgekehrt ist es höchst selten.“

        Abwarten.

        • Schon ziemlich fest. Der Punkt ist, dass viele Typen dort zwar schon eine Beziehung wollen, aber keinen gemeinsamen Alltag. Ich denke durchaus, dass das ein Modell ist, dass vielen nicht unbekannt ist.

    • „Ist schwer ernst zu nehmen. Zum einen, ist die Behauptung, dass das FFM-Modell die Regel wäre, eine reine Behauptung, die ich nicht nachvollziehen kann. “
      Dann schauen sie mal in die Geschichte. Solche Beziehungen waren nahezu ausschließlich 1 Mann + viele Frauen.

      „. Last but not least: Es halt niemand ein Recht auf eine Beziehung.“
      Das stimmt, spielt aber keine Rolle. Wenn du genügend frustrierte Männer hast, dann nehmen sie sich was sie wollen. Das ist genau der Stoff aus dem Revolutionen und Umstürze gemacht sind.
      In der Sowjetunion hatte auch keiner das Recht, das Eigentum umzuverteilen. Hat die verarmten Massen auch nicht aufgehalten.

  4. Mir persönlich als misanthropischem Diogenes ist das ja egal, aber aus gesellschaftspolitischer Sicht wäre die Vielehe ein Rückschritt in die steinzeitliche Haremsgesellschaft.
    Es gibt da ja diese Legende dass die Zivilisation damit begann, dass die Männchen einer Horde sich zusammenrotteten um den Patriarchen zu erschlagen, dem alle Weibchen gehörten, und dann die Ehe erschufen um der Harems-Struktur einen Riegel vorzuschieben. Zusätzlich nötig war ein Repressionsapparat gegen Weibchen (in extremer Ausprägung Hexenverbrennungen, Steinigungen u.ä.), da diese von Natur aus der Harems-Struktur zugeneigt sind (Alpha/Beta Schema).

    Diese Methoden zur Erzeugung von Zivilisation mögen fragwürdig und abstossend sein, aber sie haben funktioniert und waren angesichts der dunklen Seiten des Menschen, bei Männern wie Frauen, so notwendig.

    Eine Gesellschaft, die Vielehe erlauben will, muss also erst das steinzeitliche Erbe überwinden, um dann nicht von sozialen Zentrifugalkräften zerrissen zu werden.
    Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt.

    • @derdiebuchstabenzaehlt
      Nur wenn der Mann der Dom ist und die Femis die Subs. Immerhin haben sie dann Recht wenn sie sich über das böse (und doch sooooo geile) Patriarchat beschweren.

  5. Nach islamischem Recht darf ein mann bis zu vier Frauen heiraten, wenn er sie alle ernähren kann. Was erklärt, warum sie auch in muslimischen Ländern eher die Ausnahme ist, denn nicht jeder ist ein saudischer Prinz (die teilweise zwischen 50 und 100 Kindern haben sollen).

    Ganz anders ist natürlich die Situation in Deutschland, wo man sich beequem vier Frauen zulegen und sie vom Staat ernähren lassen kann. Hier sehe ich die eigentlich Problematik, zumal mehr als 90% der muslimischen Zuwanderer Männer sind.

    Außerdem muss in solchen Vielehen die Eifersucht unter den Frauen grauenhaft sein, zumal wenn sie Kinder vom gleichen Mann haben.

        • Das stimmt schlicht nicht.
          Im Alten Testament finden sich einige solche aussagen, im Neuen aber nicht mehr. Wenn also Gott, die Vielehe ausdrücklich billigen wollte, warum hat er sie nicht im NeuenTestament ausdrücklich bekräftigt?

          • „Wenn also Gott, die Vielehe ausdrücklich billigen wollte, warum hat er sie nicht im NeuenTestament ausdrücklich bekräftigt?“

            Hat er die zehn Gebote ausdrücklich bekräftigt? Ah, dann gelten sie also nicht mehr?

          • „Hat er die zehn Gebote ausdrücklich bekräftigt? Ah, dann gelten sie also nicht mehr?“
            Netter Versuch.
            Jesus hat an vielen Stellen auf die zehn Gebote Bezug genommen und sie teilweise mit „Auslegungsregeln“ versehen. In gewisser Weise also kommentiert. Zur Vielehe hat er nichts gesagt.

          • „Jesus hat an vielen Stellen auf die zehn Gebote Bezug genommen und sie teilweise mit „Auslegungsregeln“ versehen. In gewisser Weise also kommentiert. Zur Vielehe hat er nichts gesagt.“

            Wo denn?

            und hat er damit auch die Sklaven für richtig befunden?
            „ Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag, dem Herrn, deinem Gott, geweiht.
            „An ihm darfst du keine Arbeit tun: du, dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und deine Sklavin, dein Vieh und der Fremde, der in deinen Stadtbereichen Wohnrecht hat.“

          • „Wo denn?“
            Schon einmal etwas von der Bergpredigt gehört. Ich weiß, ist ein ziemlich unbekannter Abschnitt des neuen Testaments.
            Ich rate dringlichst mal die komplette Bibel zu lesen.

            „und hat er damit auch die Sklaven für richtig befunden?“
            Der zweite Abschnitt gewährt auch den Sklaven einen Ruhetag, was eine interessantes Detail ist. Warum sollte Jesus Eigentum einen Ruhetage gewähren wollen? Das deutet doch stark daraufhin, dass er das Konzept der Sklaverei zumindest verwässert.

          • „Schon einmal etwas von der Bergpredigt gehört. Ich weiß, ist ein ziemlich unbekannter Abschnitt des neuen Testaments.
            Ich rate dringlichst mal die komplette Bibel zu lesen.“

            Da sagt er erst einmal:

            „17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.5 19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich. 20 Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“

            Also BESTÄTIGT er doch gerade die alten Regeln des alten Testaments. Ich meine „wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt“ ist doch recht eindeutig: Schwule sind nach wie vor zu steinigen, Männer haben Bärte zu tragen und so weiter.

            Und auch dieser Abschnitt:

            31 Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. 32 Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.

            wird im christentum heute vollkommen ignoriert.

            „Der zweite Abschnitt gewährt auch den Sklaven einen Ruhetag, was eine interessantes Detail ist. Warum sollte Jesus Eigentum einen Ruhetage gewähren wollen? Das deutet doch stark daraufhin, dass er das Konzept der Sklaverei zumindest verwässert.“

            Der zweite Abschnitt aus dem alten Testament? Oder welchen meinst du jetzt? Und was hat Jesus genau verwässert? er wäre dann immer noch für die Sklaverei, wenn sie auch einen Tag nicht arbeiten müssten.

          • „er wäre dann immer noch für die Sklaverei, wenn sie auch einen Tag nicht arbeiten müssten.“
            Nein, ist es per Defintion nicht mehr. Sklaverei und etwas nicht müssen schließt sich gegenseitig aus.
            „wird im christentum heute vollkommen ignoriert.“
            Korrektur: Wird von Cafeteria-Christen ignoriert. Gibt auch noch ein paar Leute, die den Glauben ernst nehmen.
            Außerdem kann man nicht vom Ist-Zustand auf das Ideal schließen.

        • *Im Alten Testament finden sich einige solche aussagen, im Neuen aber nicht mehr.*

          „Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.“

          Matthaeus 5:17 NT Jesus

          • „Unsinn; das Alte Testament ist für Christen nicht verbindlich, jedenfalls nicht in den Details. Christen müssen sich auch nicht koscher ernähren oder ihre Söhne beschneiden.“

            Das ist doch dann Cherry Picking oder nicht? Denn es wird ja genug auch aus dem alten Testament übernommen, etwa die zehn gebote.
            Und war da Gott einfach damals schlecht drauf und hat Blödsinn gemacht oder wird damit akzeptiert, dass Regeln Gottes nur für eine bestimmte Zeit gelten, in der sie passen und danach falsch sein können?

        • „Unsinn; das Alte Testament ist für Christen nicht verbindlich, jedenfalls nicht in den Details. “

          Ich hoffe doch dies gilt für alle!?

          *Und wenn ein Mann bei einem Manne liegt, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide einen Greuel verübt; sie sollen gewißlich getötet werden, ihr Blut ist auf ihnen.*

          Levitikus 20:13

        • Hat durchaus seine theologischen Gründe, aber da müsste man sehr ins Detail gehen.

          Jedenfalls kenne ich keine westliches Gesetzbuch, dass Gesetze damit begründet, dass Gott entsprechendes befohlen habe, wie in der islamischen Scharia.

          • „Jedenfalls kenne ich keine westliches Gesetzbuch, dass Gesetze damit begründet, dass Gott entsprechendes befohlen habe, wie in der islamischen Scharia.“

            Aber das man das durchaus gemacht hat ist ja nicht lange her. Das Verbot der Homosexualität wurde auch immer religiös begründet. Andere Sittenfragen auch.

        • „Jedenfalls kenne ich keine westliches Gesetzbuch, dass Gesetze damit begründet, dass Gott entsprechendes befohlen habe“

          Nicht? Schon vergessen?

          BGB § 1631d
          Beschneidung des männlichen Kindes

          “ … (2) In den ersten sechs Monaten nach der Geburt des Kindes dürfen auch von einer Religionsgesellschaft dazu vorgesehene Personen Beschneidungen gemäß Absatz 1 durchführen,“

          Deutsches Gesetz.

        • Beschneidung ist erlaubt im Rahmen der Religionsfreiheit, aber sie ist eben nicht vorgeschrieben weil Gott es so will, wie im Islam.

          Überhaupt ist der Gedanke der Rweligionsfreiheit ein spezifisch säkularistischer, eine Errungenschaft der Aufklärung und eben nicht chrsitlich oder islamisch.

        • „Beschneidung ist erlaubt im Rahmen der Religionsfreiheit,“

          Stimmt nicht, sie ist bei Bengels IMMER erlaubt.

          Die Begründungen des Gesetzes sind eben auf alte Märchenbücher gestützt.

          Das hat mit Religionsfreiheit nix zu tun, denn die Jungen sind eben nicht frei von Religion.

        • @Christian,

          die Bedeutung des traditionellen jüdischen Gesetzes der Tora für die christliche Religion ist eine interessante Geschichte. Jesus von Nazareth, das läßt sich unter anderem mit Bezug auf die von Dir zitierte Stelle der Bergpredigt stützen, schwebte wohl eine besonders strenge & orthodoxe Form des Judentums vor. Insbesondere in Bezug auf die Ehe, ist daher eine christliche Tradition entstanden, die strenger als die ursprüngliche jüdische Tradition ist und die Ehe stärker sakralisiert, ohne z.B. die Möglichkeit einer Scheidung. Dies beruht aber auf sehr konkreten, überlieferten Äußerungen aus einem theologischen Disput.

          Ohne vergleichbare Konkretisierungen, ist das alte jüdische Gesetz im Christentum weitaus weniger bedeutsam, was in erster Linie auf den Apostel Paulus zurück geht. Die dt. Wikipedia schreibt dazu:

          Grundlegende Argumentationsbasis für die Theologie des Paulus ist die These, dass Christus „für mich“ gestorben ist (Gal 2,20 EU). Wer daran glaubt, gehört zur Gruppe der Erlösten. Deshalb lehnt Paulus auch die Übernahme der jüdischen Gesetze (Beschneidung unter anderem) ab. Denn nicht durch Einhaltung von Gesetzen, sondern durch den Glauben an die Rettungstat Christi wird der Mensch erlöst. Dies bedeutet nicht, dass Paulus alle Gesetze frei gibt; stattdessen existiert für ihn ein „Gesetz Christi“ (Gal 5 EU; Röm 13 EU), das jeder Gläubige erfüllt. Jedoch löst Paulus „das Alte Testament von der Bindung an die äußere Befolgung des Kultgesetzes und seiner Rechtsvorschriften [und] öffnet es auf die ganze Welt hin“.

          Das dürfte nicht unwesentlich zum Erfolg des Christentums in Nichtjüdischen Gemeinschaften beigetragen haben.

    • Die Vielehe dürfte deutlich weniger riskant sein. Das Problem bei der monogamen Ehe ist ja, dass die Frau den Mann sicher hat, sich also überhaupt keine Mühe um ihn geben muss und entsprechend schnell das Interesse verliert. Bei der Vielehe dagegen muss sie immer mit den anderen konkurrieren wodurch die Spannung drinnen bleibt.

      Im Übrigen dürfte bei einer Vielehe die „Restfamilie“ nach Scheidung einer der Frauen deutlich schützenswerter als ein alleinstehender Mann sein. Bis hin dazu, dass die Kinder natürlich nicht aus der Gemeinschaft mit ihren (Halb-)Geschwistern rausgerissen werden dürfen.

      Ich jedenfalls würde eher mehrere Frauen heiraten als eine einzige und bin entsprechend für die Möglichkeit der Vielehe. Weltweit dürfte die Vielehe ohnehin weit mehr Anhänger als die Homo-Ehe haben.

        • „Es sind fast ausschließlich Männer mit mehreren Frauen. Was nahe legt, dass der Vorteil alleine bei den Frauen liegt.“

          Es ist einfach nur ausdruck davon, dass Eier teuer und Sperma billig ist.
          Eine Partnerschaft eines mit mehreren Frauen kann evolutionär den „Flaschenhals“ der weiblichen Fortpflanzung für den Mann umgehen, für die Frau erlaubt es einen Mann mit höheren Ressourcen und besseren Genen zu erhalten, als sie ihn vielleicht sonst erhalten hätte, auch wenn er durch zwei teilen muss.
          Eine Partnerschaft einer Frau mit zwei Männern bedeutet, dass der „Flaschenhals“ nach wie vor besteht, sie evtl die Kinder vom „schlechteren“ der beiden bekommt und das beide sich nicht sicher sein können, dass sie die Väter der Kinder sind. Es potenziert daher alle evolutionären Probleme. Es ist daher nur sinnvoll, wenn die Gegend so karg ist, dass man alleine eine Familie schlecht versorgen kann und dann am besten noch, wenn Brüder sich eine Frau teilen, dann nutzen sie zumindest Verwandtenselektion

          • Die gesellschaftlich Folgen der Vielehe wären auf jeden Fall katastrophal. Sie verstärken das Phänomen des Beta-Losers der sich dann von der Gesellschaft abwendet und destruktiv wird. Zivilisation geht nur mit klassischer Ehe.

          • Es war eine Klassengesellschaft mit einem Monarchen als absolitistischen Herrscher an der Spitze. Zivilisation heißt für mich mehr, als nur schöne Bauten errichten.

        • Die „klassische Ehe“ gibt es seit über 100 Jahren nicht mehr. Ich denke auch nicht, dass das gut für die Gesellschaft ist. Aber unsere Gesellschaft hat sich nunmal entschieden, weibliche sexuelle Freiheit für wichtiger als die gesellschaftliche Stabilität, das Wohl der Kinder und männliche Fortpflanzungsinteressen zu halten. Damit muss diese Gesellschaft jetzt klarkommen oder untergehen.

          • „Aber unsere Gesellschaft hat sich nunmal entschieden, weibliche sexuelle Freiheit für wichtiger als die gesellschaftliche Stabilität, das Wohl der Kinder und männliche Fortpflanzungsinteressen zu halten. Damit muss diese Gesellschaft jetzt klarkommen oder untergehen.“

            Ist das nicht genauso männliche sexuelle Freiheit? Ich persönlich möchte nicht zurück zu Zeiten, in denen ich nur mit Trauschein und kirchlichen Segen Sex haben durfte. Und die Gesellschaft hat sich auch nicht wirklich entschieden. Ihr blieb schlicht nichts anderes übrig als die Folgen einer funktionierenden Verhütung und der daraus folgenden Veränderungen der Kosten des Sex zu akzeptieren, weil sich eben die Grundlagen verändert haben

        • @Christian: Die klassische Ehe war ein Kompromiss, der von beiden Seiten etwas verlangt hat. Das hat Nachteile für beide Geschlechter, aber eben auch Vorteile. Insbesondere konnte man in Kinder investieren ohne damit rechnen zu müssen, dafür als Zahlvater entsorgt zu werden.

          • @lh

            Das ist doch jetzt auch so.
            man hat eben die Möglichkeit eine Win-Win Situation zu schaffen, in der die Partnerschaft gefördert wird, aber man ist gleichzeitig nicht mehr so verpflichtend daran gebunden. Es ist das klassische Problem eines prisoners Dilemmas. Früher war eben mehr gegen defect abgesichert, aber es brachte einem auch nichts, wenn man in der Partnerschaft nicht glücklich war.

            Und natürlich konnte dich eine Frau auch in den sechzigern entsorgen, dann hattest du sogar noch schlechtere Möglichkeiten und konntest ihr Lebenlang den Lebensstandard der Ehe bieten. oder meintest du weit davor?
            Insofern wäre die Frage, was du überhaupt unter „klassische Ehe“ verstehst. Welche Zeiten sind das?

        • Wie ich oben schrieb „vor 100 Jahren“. Die Ehe macht nur Sinn, „bis das der Tod Euch scheidet“. Wenn die Frau nach Lust und Laune aussteigen kann, sollte man sich ebenfalls die Möglichkeit offen halten, die Versorgungsleistung entsprechend einstellen zu können.

        • Kein Problem wenn so viel Verbindlichkeit nicht mehr gewünscht ist. Nur sollte man dann eben den Fehler vermeiden, sich einseitig entsprechend zu verpflichten ohne Anspruch auf Gegenleistung zu haben. Mit anderen Worten: nicht heiraten.

        • “ Mit anderen Worten: nicht heiraten“

          Oder: jemanden heiraten, der ähnlich gut verdient und keine Kinder haben.
          Das scheint für viele die Lösung zu sein,

        • Ja genau. Das „keine Kinder“ ist dann aber genauso wesentlich wie ihr Gehalt. Und das hat Konsequenzen für die Gesellschaft.

  6. Die Vielehe kann nur dann funktionieren, wenn die Frauen das mitmachen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wann, wie und warum Frauen bereit sind, einen Mann mit anderen Frauen zu teilen.
    Dazu muss der Mann eine entsprechende Einstellung haben: Er muss einer Frau stets das Gefühl geben, dass er sie nicht braucht und nicht auf sie angewiesen ist, er sie aber trotzdem haben möchte. Oder anders gesagt, er darf Frauen nicht auf ein Podest stellen.
    Dadurch kommen sich die Frauen nicht wie Prinzessinnen vor, die alles für sich alleine haben dürfen.
    Hinzu kommt, dass man keine „gleichberechtigte“ Beziehung auf „Augenhöhe“ führen darf. Stattdessen muss es eine klare und klassische Rollenverteilung geben, die auf einem klassisch-konservativen Geschlechterbild basiert.

    Wo in der westlichen Welt gibt es das? Ein Beispiel sind die Mormonen.
    Offiziell darf ein Mormone zwar nur mit einer Frau verheiratet sein, aber es kommt vor, dass er mehrere Frauen hat, mit denen er dann ganz normal zusammenlebt usw.
    Das funktioniert, weil bei den Mormonen die o.g. Voraussetzungen gegeben sind.

    Aber die meisten westlichen Männer stellen Frauen auf ein Podest, geben ihnen das Gefühl, Prinzessinnen zu sein und halten „Gleichberechtigung“ und „Augenhöhe“ für ganz tolle Sachen.
    Solange das so ist, ist die Vielehe in der westlichen Welt nicht möglich.

  7. Es wäre sehr von Vorteil, wenn die Ehe endlich wieder privat würde, d.h. der Staat hält sich raus. Es gibt keine Vor-oder Nachteile mehr durch die Ehe, weder finanzieller noch juristischer Art. Die Kinder werden, nach einem verpflichtenden Vater- und Mutterschaftstest beiden Eltern zu je 50% zugesprochen, was Geld und Zeit betrifft. Dies ist für beide verpflichtend und kann nur durch nachträgliche Verträge verändert werden.
    Vorteil: Jeder kann jeden heiraten und der Staat spart Geld.

  8. Bei all den Ansprüchen, die man heutzutage an den Traumpartner hat, scheint eine Beziehung mit mehreren Männern die Lösung zu sein!

    • Ja, das stellt sich Frau immer so schön vor:

      Sobald man dran denkt, dass es ja nicht nur eine Frau in Deutschland gibt, wird’s komplizierter

      Was der Mann will, interessiert natürlich keinen, aber ich fügs trotzdem mal hinzu

        • @only me:
          ok sorry, den Kommentar kann man wirklich falsch verstehen…
          ging mir um „was der Mann will, interessiert natürlich keinen“
          ein Mann kann ja selbst entscheiden, wieviele Frauen er gleichzeitig datet, wieviele Freunde er hat und ob er jemals sesshaft wird. Darum muss sich niemand kümmern, das hat er doch selbst in der Hand.

        • @vanilla,

          damit bestätigst du die Aussage. Denn sinngemäß sagst du „Er kann und SOLL sich selbst drum kümmern, ich will das nicht wissen.“

          Es geht bei den Bildern nicht darum, dass sich irgendjemand um irgendjemanden kümmern soll.

          Es geht darum, dass ohne kulturell eingeforderte Monogamie zwangsläufig weniger Leute zueinander finden, weil die Bedürfnisse der Geschlechter ohne Kompromisse nicht kompatibel sind.

        • @only me:
          Dennoch habe ich ganz bestimmt nicht an Vergewaltigung gedacht!
          Ausserdem wird dem Mann ja nicht vorgeschrieben monogam zu sein, während seine Partnerin mehrere Männer hat. Es ist ihm also selbst überlassen, ob er auch mehrere Partnerinnen hat oder nicht und wie intensiv diese Beziehungen dann sind. Würden nicht gerade dadurch mehr Leute zueinander finden?

      • Hier sieht man, dass oft Sachen vermischt werden, wie zb bei Kinchkun.
        Wenn wir alles offen machen, gibt es wenige Männer, die Sex haben.
        Was es dann stärker gibt, sind die Orbiter, die dann aber auch offiziell in der Beziehung sind. Also als Versorger und Seelsorger.
        Das tolle ist, die Frau hat ja nun einen Exklusivanspruch, da es ja eine Beziehung ist. Ich denke, so werden wohl viele in die Röhre schauen und nur Geld ranschaffen.

    • Ja super und Männer sollen noch weniger Ansprüche haben. Sorry aber bald hast du dann Verhältnisse, wo Männer nur noch Prorno schauen.

  9. Bereits vor ca. 4 Jahren habe ich zum Thema – damals noch „Homoehe“ gebloggt und genau den Punkt der Poly-Beziehungen angesprochen:

    https://nur-miria.blogspot.it/2013/04/statement-gegen-die-homo-ehe.html

    Außerdem vor gar nicht allzu langer Zeit etwas, was auch das Thema Poly-Beziehungen berührt:

    https://nur-miria.blogspot.it/2017/03/beziehungsformen.html

    Das Argument, dass viele Männer dann keine Frau mehr abbekommen zieht ehrlich gesagt überhaupt nicht, da die Beziehungen ja auch so bestehen – nur nicht verheiratet.

    • Ist eh kein Argument. Aufgabe des Staates ist es ja nicht, mir Frauen zuzuschustern. Klar ist, viele gehen dann leer aus, aber ist halt so.
      Sorry aber mit dem Argunent kann ich das Schutzalter abschaffen und sagen, unattraktive Kerle kriegen vielleicht eibe Zwölfjährige.
      Man kann den Staat dich nicht verantwortlich machen, wenn keine Frau will.

  10. Ich finde die Idee super. Denn dann bricht der ganze Laden schneller zusammen. Solange Männer die Gesellschaft am Leben erhalten müssen, werden die Wünsche der Männer bewusst oder unbewusst beachtet werden müssen. Auch der dumme Loser mit dem Kanalarbeiterjob wird für Frau und Familie (oder die Hoffnung auf Frau und Familie) schön seine Stunden schrubben. Und jetzt schon sieht man an Japan wie der Laden läuft, wenn Männer mehr und mehr sich verweigern. Das wird dann hier nicht anders werden.
    Bei der derzeitigen gesetzlichen Regelung wird das durch 1 Mann x Frauen nicht zu mehr Kindern führen, sondern jede Frau wird vielleicht dann ein Kind haben was einfach zu wenig ist.

    • Ich halte eine augustinische Junggesellensteuer für wahrscheinlicher als dass sich tatsächlich was für die Männer ändert. Von daher ist MGTOW einfach nur konsequent. Vielleicht einfach um sich auch selbst abzusichern. Wieviele Kerle fallen einem ein die vielleicht aus Stolz, vielleicht aus Erwartungen in Beziehungen stecken oder für Frauen bezahlen, die Ihnen auf übelste mitspielen.

      Den Jungs ihren Mutterkopmlex aus zutreiben und beizubringen das einfach zu Sein anstatt zu Dienen vollkommen ausreichend für einen Menschen ist, würde wahrscheinlich für Waffengleichheit sorgen. Natürlich würde unsere Zivilisation in dieser Form dann aufhören zu funktionieren. Aber dieses „Für-Frauen-attraktiv-sein“ ist genauso tief verankert wie das „von-Männern-begehrt-werden-wollen“. Neu ist nur dass man seit ca. 200 Jahren das eine verteufelt und das andere ignoriert bzw. leugnet.

  11. Nachdem die Ehe nun als Basis primär die emotionalen Bedürfnisse ihrer Teilnehmer befriedigt, sehe ich keinen Grund gegen eine „Ehe für alle“. Gesellschaftliche Interessen sind endgültig kein Bestandteil der Ehe mehr; und wenn nun bspw. ein Mensch sowieso schon seine emotionalen Bedürfnisse mit zwei anderen Menschen befriedigt, sehe ich keinen Grund, warum die Gesellschaft hier borniert im Wege stehen soll.

    Wir sind bzgl. der staatlichen Ehe doch sowieso schon in der Beliebigkeit angekommen. Wer eine echte Ehe will, der geht in eine katholische Kirche, da gibt es noch das Original: Keine Scheidung, mit Gelöbnis Kinder zu bekommen;

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