Stephen Fry über Gott, den Himmel und die zweifelhafte Moral eines Gottes, der diese Welt geschaffen hat

Stephen Fry über Gott, den Himmel und die zweifelhafte Moral eines Gottes, der diese Welt geschaffen hat:

Stephen Fry über Gott, den Himmel und die zweifelhafte Moral eines Gottes, der diese Welt geschaffen hat

Stephen Fry über Gott, den Himmel und die zweifelhafte Moral eines Gottes, der diese Welt geschaffen hat

Die große Liebe finden

Die „große Liebe“ ist ein Konzept, nachdem es für „jeden Topf den richtigen Deckel gibt“, den einen Menschen, der wie für einen gemacht ist, und mit dem es wunderbar ist und alles klappt. Sie dürfte eine Idealisierung sein, die auf einem Hormonhoch aufbaut.

Es sei jedem gegönnt und ich wünsche es jedem, dass er den Partner findet, der perfekt zu ihm passt und bei dem beide das Gefühl haben, dass alles ganz einfach und unkompliziert ist. Aber in der Praxis dürfte es meist so sein, dass beide Individuen sind, die eben nicht perfekt sind und ihre Stimmungen und Fehler haben und bei denen man auch bereit sein muss an der Beziehung zu arbeiten und mit denen man gemeinsam Kompromisse eingehen muss.

Es kann gefährlich sein, auf die eine „große Liebe“ zu warten, der, der besser ist als alle anderen und an dem man auch kein Fehl findet. Denn diese Einstellung, dass sich jemand so auf einen ausrichten muss, ist ja bereits selbst ein „Fehl“ der einen hindern wird, selbst ein perfekter Partner zu sein: Kaum ein Mensch wird es schaffen, dass er solchen Erwartungen genügt.

Gleichzeitig klingt „gut genug, dass das Zusammenleben mit ihm/ihr schön ist und man es schafft es gut miteinander auszuhalten“ wahnsinnig unromantisch. Auch eine „normale Liebe“ im Gegensatz zur großen Liebe klingt nicht sehr gut. Man möchte in der Liebe eigentlich keine Kompromisse eingehen müssen, aber gleichzeitig sind Beziehungen etwas, in dem Kompromisse und ein sich auf den anderen Einlassen ungemein wichtig sind. Gleichzeitig ist es wichtig, sich auch nicht selbst aufzugeben oder unterkriegen zu lassen. Was einen gleich zu der zweiten Gefahr bringt: Der Idealisierung einer Person. Das kann so aussehen, dass man eine Person, mit der man noch gar nichts hatte und die man vielleicht kaum kennt, zu seiner großen Liebe erklärt, was sie unerreichbarer macht und eine Person, die einen beispielsweise verlassen hat, zu seiner großen und für anderen unerreichbaren Liebe erklärt, an der sich andere messen müssen und wegen derer man alle anderen aufgibt. Beides würde man im Pickup wohl ebenso unromatisch der „oneitis“ zuordnen, in der es nicht darum geht, dass man sich nicht verlieben soll, sondern darum, dass man nicht eine Frau auf ein Podest heben soll, die man nicht bekommt oder die sich nicht für einen interessiert.

Natürlich passen bestimmte Menschen von Charakter, Interessen und sonstigen Umständen besser zusammen als andere. Und wenn man das Gefühl hat, dass dies für beide so ist und beide einander wertschätzen, warum es nicht „die große Liebe“ nennen?

Was sagt ihr zur „großen Liebe“?