Laci Green und die „Red Pill“

Laci Green hat ein bemerkenswertes Video veröffentlicht, in dem sie anführt, dass sie viele Positionen auch von Antifeministen interessant und durchaus nachvollziehbar findet und meint, dass man mehr miteinander reden sollte. Sie führt an, dass sie sich in einer skeptischen Tradition sieht, in der man immer alles hinterfragen kann und will. Sie wolle daher nunmehr auch Gespräche mit Feministen und Antifeministen führen und sich sachlich mit diesen Positionen auseinandersetzen.

Am Ende des Videos lässt sie offen, ob sie nicht doch vielleicht die „rote Pille“ nehmen will. Das Echo ist durchaus interessant:

 

 

Der Wandel kündigte sich an als sie ein Interview mit Blaire White machte. Ob sie da einfach mal vorgefühlt hat, wie die Reaktionen sind, weil eine Transsexuelle da ja noch vergleichsweise unverdächtig ist, wäre interessant.

Hier noch ein paar Videos mit Reaktionen:

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Pickup: Warum eigentlich der ganze Aufwand

Leserin Vanilacarmelita fragt:

Ich weiss, der Beitrag ist Jahre her, aber habe deinen Blog erst vor kurzem entdeckt und beim rumstöbern auch die Pick-up Tipps entdeckt. Kein Hate, nur Neugier: Den ganzen Aufwand betreiben, um an Sex zu kommen, obwohl mann nicht weiss, wie gut der Sex sein wird, bzw. ob er überhaupt passieren wird? Als Mann würde ich da verzweifeln und nach einer Kosten-Nutzen-Analyse würde für schnellen Sex nur noch ein Bordellbesuch in Frage kommen. Da kann mann seine Wünsche offen kommunizieren, kennt den konkreten Preis und die Befriedigung ist sichergestellt. Die Tricks sind z.T. sehr raffiniert, schlussendlich hängt das Ganze doch trotzdem von der Laune der Frauen ab und je nach dem wie manipulierbar und naiv sie sind. Welchen Sinn hat slso das Ganze?

Und das ist durchaus eine gute Frage, der ich daher einen eigenen Beitrag widmen möchte:

Wie ich hier bereits geschrieben hatte habe ich Pickup recht zufällig entdeckt: Eine Beziehung war zu Ende gegangen und ich recht zufällig auf Pickup gestoßen.  Auch ohne Pickup wollte ich durchaus flirten, Sex haben und ggfs später wieder eine Beziehung haben. Nur ging es eben mit Pickup wesentlich leichter und lief einfach wesentlich besser. Es war aus meiner Sicht nicht eine Verschlechterung der Kosten-Nutzen-Analyse, sondern eine wesentliche Verbesserung. Etwa so als müßte oder wollte man einen Aufsatz schreiben und einen anderen Aufsatz finden, der das gleiche Thema behandelt. Oder als würde man auf eine sehr gute Fortbildung gehen und plötzlich sehen, dass hinter vielem ein System steckt, dass man noch gar nicht kannte. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt bei Pickup das Gefühl, dass ich mir _zusätzliche_ Mühe machte, im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass ich endlich _weniger_ Mühe hatte.

Sicherlich bringt ein Bordellbesuch einfacheren und sicheren Sex, aber darauf kam es mir ja gar nicht an. Mir macht flirten Spass, ich mag es auch, wenn Frauen positiv auf mich reagieren und natürlich wollte ich auch vieles von dem, was ich gehört oder gelesen hatte ausprobieren und mich selbst verbessern bzw schauen, was ich davon für mich verwenden konnte.

Ich will mich mal an einem Bild gerade für Frauen versuchen: Man stelle sich den typischen Hollywood-Aschenputtel-Film vor: Das hässliche Entlein der Schule wird entdeckt, neu eingekleidet, bekommt die bessere Frisur und wird geschminkt. Sie verwandelt sich von einer langweiligen 7 in eine 10 (in den Filmen legt sie nur den dicken Wollpullover ab, ebenso die dicke Hornbrille und man bemerkt ihre erstklassige Figur, meinetwegen kann man auch annehmen, dass sie ihre Ernährung umstellt und Sport macht und danach super aussieht). Meinetwegen auch eine „My Fair Lady“ Umwandelung, bei der sie danach statt „Unterschicht“ „Oberschicht“ spricht. Da kann man sicherlich Fragen: Ist das die Mühe wert gewesen? Sie hätten doch auch so ein schönes Leben gehabt, einen netten einfacheren Mann kennen lernen können und nicht den Schulcoolen oder den Mann aus der Oberschicht. Aber sobald sie den Erfolg mit der anderen Methode sehen und wissen, wie viel sie aus sich machen können und mit welchen Mitteln wollen und können sie auch nicht mehr zurück.

Aber ich denke ein Teil des Kommentars beruht vielleicht auch auf der Vorstellung, dass man im Pickup jede Nacht durch Clubs ziehen muss um Frauen reinlegen und das mit einer mageren Ausbeute. Für mich war das nicht der Fall. Ich habe mein Leben weitergelebt wie vorher auch, nur dass ich jetzt wenn ich flirtete ein wesentlich besseres Feedback bekam. Ich hätte sicherlich wieder eine neue Freundin gefunden, aber der Weg dahin wäre schwieriger, frustrierender und abhängiger von Glück gewesen (und sie wäre wahrscheinlich auch weniger schön gewesen).

Andere mögen das weitaus intensiver betreiben und es ist sicherlich so, dass man über ein „Training“ besser wird, Erfahrungen gewinnt und auch etwas abstumpft, was einem eine gewisse Ergebnisunbekümmertheit bringt, die einem durchaus helfen kann. Aber wenn das das Hobby eines Menschen ist, wenn er Spass daran hat, dann halte ich, wenn er damit nicht Leute reinlegt, für vollkommen zulässig. Es gibt uninteressantere Hobbys als das andere Geschlecht und Sex.

Zu der Frage, ob es von der Laune der Frauen abhängt und wie manipulativ es ist: Eine der interessantesten Erfahrungen, die ich bei Pickup gemacht habe, ist der Unterschied im Interesse der Frauen. Es war deutlich, dass Frauen sich angesprochen fühlten, dass sie Anziehung fühlten und das sie interessierter waren. Natürlich bleibt flirten dennoch zu einem gewissen Grad ein „Numbers Game“: Man ist eben nicht der Typ jeder Frau und nicht jede möchte insbesondere auch das, was man selbst möchte, gerade wenn es Causal Sex betrifft.

Gerade weil ich den Interessenanstieg beobachtet habe glaube ich auch nicht, dass es auf naiv und manipulierbar ankommt: Es geht weniger darum, Frauen reinzulegen, es geht eher darum, dass sie einen interessanter finden und eher was von einem wollen. Die Frauen sind nicht doof oder manipuliert, sie haben nur eher Lust auf einen und sind demnach auch eher bereit diesen Gefühlen nachzugeben. Es ist insofern aus meiner Sicht eher eine Angebotsverbesserung. Natürlich kann man auch die als Manipulation ansehen. Und natürlich sind auch bestimmte Techniken oder bestimmte Richtungen im Pickup manipulativ. Aber das ist eben eine Frage der Anwendung.

Ein anderer Aspekt ist schlicht: Man kann gar nicht mehr damit aufhören, wenn man es einmal gelernt hat. Natürlich kann man aufhören, intensiv zu flirten oder den Lebensstil den viele bei Pickup vor Augen haben (pausenlos mit Frauen flirten und versuchen, sie ins Bett zu bekommen) nicht leben. Aber genauso wenig, wie man sich nicht vornehmen kann, dass man ab jetzt kein Fahrrad mehr fahren kann, kann man auch nicht vergessen, was im Flirtbereich funktioniert. Man wird nach wie vor einen Shittest erkennen, man wird nach wie vor Wissen, was man sagen könnte und wie man reagieren könnte. Und man müsste sich sozusagen dumm stellen, um dann ohne Pickup zu flirten.

Zudem funktioniert Pickup eben nicht nur für das Aufreißen, es gibt einem aus meiner Sicht auch äußert wichtige Tipps für feste Beziehungen. Ich erlebe meine eigene Beziehung dadurch als entspannter und einfacher, einfach weil ich bestimmte Reaktionen besser einordnen kann und darauf entsprechend reagieren kann.