Eine Frau beschimpfen und abwerten, nachdem sie einen abgelehnt hat

Ein Comic von Erzählmirnix

Dazu ein paar Gedanken:

  • Eine Frau anzusprechen ist riskant, weil Ablehnung eben auch immer unangenehm ist, mit einer gewissen sozialen Beschämung einhergeht und einen auf eine gewisse Weise abwertet: Man war nicht gut genug
  • Es könnte ein beliebtes Mittel sein, diese Abfuhr zu dämpfen, indem man auch sie abwertet: Ich wollte sie eigentlich auch nicht, deswegen bedeutet mir ihre Ablehnung nichts, ich habe es mir quasi anders überlegt und lehne sie nunmehr auch ab.
  • Das ist allerdings sehr offensichtlich und wird einen daher eher selbst schwach aussehen lassen.
  • Deswegen ja auch der Rat im Pickup, sich am Ende auch wenn es schief geht immer gut zu verabschieden und mit einer gewissen „outcome indifference“ an die Sache heranzugehen. Es ist zudem auch der Vorteil der „indirekten Methode“: Sie ermöglicht einem etwas ungezwungener Kontakt aufzunehmen, ohne das die Frau zugleich überlegt, ob sie abwehren muss, schlicht weil sie einen nicht kennt und gibt einem insofern mehr Zeit.
  • Gleichzeitig ist die Eröffnung auch nicht sehr ideal: Sie sagt nichts über ihn aus, gibt ihr also wenig, womit sie entscheiden kann, dass sie was von ihm will, er weist ihr zudem einen sehr hohen Wert zu und stellt sie etwas aufs Podest (mir ist bewußt, dass es hier darum geht, dass ein Unterschied dargestellt wird zwischen totaler Begeisterung und totaler Ablehnung, aber sei es drum).
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Paglia zum intersektionalen Feminismus: „Wenn Frauen beigebracht wird, Männer nicht als gleichwertig anzusehen, sondern als Unterdrücker und Vergewaltiger, dann verdammt man diese dazu, nicht erwachsen zu werden“

Arne hatte es gestern auch schon zitiert, ich finde diese Aussage von Camille Paglia zum gegenwärtigen Feminismus auch sehr interessant:

Second-wave feminism went off the track when it started to demonize men and blame them for all the evils in human history. It’s a neurotic world-view that was formulated in too many cases by women (including Gloria Steinem and Kate Millett) with troubled childhoods in unstable homes. (…) My early role models, Amelia Earhart and Katharine Hepburn, were fierce individualists and competitors who liked and admired men and who never indulged in the tiresome, snippy rote male-bashing that we constantly hear from today’s feminists. I am an equal opportunity feminist who opposes special protections for women. What I am saying throughout my work is that girls who are indoctrinated to see men not as equals but as oppressors and rapists are condemned to remain in a permanently juvenile condition for life. They have surrendered their own personal agency to a poisonous creed that claims to empower women but has ended by infantilizing them. Similarly, boys will have no motivation to mature if their potential romantic partners remain emotionally insecure, fragile, and fearful, forever looking to parental proxies (like campus grievance committees or government regulators) to make the world safe for them.

Also etwa:

Wenn Frauen beigebracht wird, Männer nicht als gleichwertig anzusehen, sondern als Unterdrücker und Vergewaltiger, dann verdammt man diese dazu, nicht erwachsen zu werden

Richtig ist, dass aus meiner Sicht eine beständige Schuldverlagerung auf Dritte nicht gesund sein kann und zudem eigene Handlungsmöglichkeiten verbirgt. Wer beständig glaubt, dass die Welt sich gegen ihn verschworen hat und sich mit Gleichgesinnten einen Wettlauf darum liefert, wer diese Verschwörung als schrecklicher darstellen kann, der macht sich selbst handlungsunfähig. In einem solchen System ist persönlicher Erfolg eher ein Anbiedern an das System oder gar ein Eingeständnis, dass man es doch schaffen kann und damit eine indirekte Leugnung der Unterdrückung.

Aber es ist eben durchaus eine attraktive Position Verantwortung abzugeben und sich an etwas abzuarbeiten, bei dem man immer behaupten kann, dass es nicht an einem liegt, sondern das System zu stark ist. Und es passt damit zu „weiblicher Unterverantwortlichkeit„.