Was passiert, wenn man weibliche Stimmen in Bewerbungsgesprächen zu männlichen macht?

Ein interessantes Experiment, bei dem für ein Bewerbungsinterview männliche Stimmen zu weiblichen und weibliche Stimmen zu männlichen gemacht worden sind:

In this post, I’ll talk about what happened when we built real-time voice masking to investigate the magnitude of bias against women in technical interviews. In short, we made men sound like women and women sound like men and looked at how that affected their interview performance. We also looked at what happened when women did poorly in interviews, how drastically that differed from men’s behavior, and why that difference matters for the thorny issue of the gender gap in tech.

Zur Ausgangslage:

One of the big motivators to think about voice masking was the increasingly uncomfortable disparity in interview performance on the platform between men and women1. At that time, we had amassed over a thousand interviews with enough data to do some comparisons and were surprised to discover that women really were doing worse. Specifically, men were getting advanced to the next round 1.4 times more often than women. Interviewee technical score wasn’t faring that well either — men on the platform had an average technical score of 3 out of 4, as compared to a 2.5 out of 4 for women

Wenn das Geschlecht an der Stimme zu erkennen war, dann kamen Männer also 1,4 mal häufiger als Frauen in die nächste Runde und ihr technisches Wissen wurde etwas besser bewertet als das von Frauen (3 von 4 statt 2,5 von 4).

Was änderte nun die Stimmmodulation:

After running the experiment, we ended up with some rather surprising results. Contrary to what we expected (and probably contrary to what you expected as well!), masking gender had no effect on interview performance with respect to any of the scoring criteria (would advance to next round, technical ability, problem solving ability). If anything, we started to notice some trends in the opposite direction of what we expected: for technical ability, it appeared that men who were modulated to sound like women did a bit better than unmodulated men and that women who were modulated to sound like men did a bit worse than unmodulated women. Though these trends weren’t statistically significant, I am mentioning them because they were unexpected and definitely something to watch for as we collect more data.

Wenn die an den Bewerbern interessierten also davon ausgingen, dass der Bewerber, ein Mann war, obwohl er eigentlich eine Frau war, dann blieben die Ergebnisse gleich, allenfalls waren sie etwas schlechter. Umgekehrt blieben die Ergebnisse auch gleich, allenfalls wurden sie etwas besser.

Das würde bedeuten, dass das Geschlecht in der Hinsicht keine Rolle spielte, eher sogar, dass man Frauen etwas positiver bewertet.

Im folgenden wird dann noch festgestellt, dass Frauen insgesamt die Plattform bei schlecht gelaufenen Interviews häufiger verließen, ob sie dabei dachten, dass sie lieber einen anderen Weg nutzen (etwa einen, bei denen man zB ein Video sieht) oder einfach eher aufgaben wäre interessant.

Es ist ein interessantes Experiment, aber auch keines, welches man überbewerten sollte. Insbesondere scheint mir kein Test darauf erfolgt zu sein, ob Personen aufgrund der Stimmveränderung wirklich davon ausgehen, dass auch das Geschlecht ein anderes ist. Denn die Stimmhöhe ist nicht der einzige Faktor, der sich bei Männern und Frauen unterscheidet. Auf der verlinkten Seite sind Proben zu hören, auch die finde ich aber nicht sehr aussagekräftig.

Der Grundansatz ist aber durchaus interessant und die Geschlechter entsprechend technisch „auszutauschen“ wäre ein interessanter Weg Theorien zur Diskriminierung zu überprüfen.

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14 Gedanken zu “Was passiert, wenn man weibliche Stimmen in Bewerbungsgesprächen zu männlichen macht?

  1. Der grösste Unterschied liegt offensichtlich darin, dass Frauen früher aufgeben. Aber gerade da leisten ihnen die Feministinnen einen Bärendienst. Anstatt die Fähigkeiten und Zähigkeit von Frauen zu fördern, verlangen Sie, dass alles auf dem Silbertablett serviert wird. Damit erreichen sie wieder mal das genaue Gegenteil.

  2. Eine Diskussion mit Anne Breakpoint erklärt m.E. das ganze Phänomen. Sind Frauen so intelligent und/oder so geistig flexibel und/oder so logisch rational und/oder so neugierig und/oder so jung im Geiste wie Anne Nühm, haben sie dieselbe Kompetenz wie die Mehrheit der Männer und werden mehr Erfolg im Beruf haben als die Männer mit denselben Fähigkeiten.

    Das Kinderkriegen und die Wahl die grösste Zeit ihres Lebens mit Weiterbildung zu verbringen währenddem der Mann sich ins Grab schuftet, und sie schon nach 2 Jahren spätestens eines anderen Sexualpartners evolutionär absolut priotär bedarf, erlaubt ihr eigentlich alles zu verwirklichen was ihr so spontan durch den Kopf geht, z.B. eine Matratze durch die Gegend zu tragen….

  3. off topik aber lustig:

    Eindeutige Konkurrenzvorteile versprechen voluminösere Milchdrüsen bei Per-Anhalter-Reisen – dies ergab ein Experiment französischer Sozialpsychologen. Eine hübsche 20-jährige Probandin, der die Natur eine eher bescheidene Oberweite geschenkt hatte, sollte an einem Straßenrand in einem eng anliegenden T-Shirt Hitchhiking mimen und dabei dreimal ihren BH (jeweils Größe A, B und C) wechseln.

    Innerhalb von vier Stunden konnte sie 1.200 Autos anhalten, in denen in 774 Fällen Männer und in 426 Frauen am Steuer saßen. Das Fazit: Je größer ihr BH war, desto häufiger boten ihr Männer und desto weniger Frauen Hilfe an.

  4. Muss doch irgendwie deprimierend sein für die feministsichen „Wissenschaftlerinnen“ wenn so gut wie jede ihrer Theorie sich als falsch herausstellt und es keine Beweise gibt dafür gibt das es einen Nachteil hat im pösen, weißen Hetero-Patriarchat eine Frau zu sein.

    • „Falsch“ ist nur eine Konstruktion des Patriarchats. Studien und Statistik auch. Man muss nur weiter gegen das Patriarchat kämpfen, dann stimmen auch die Studienergebnisse.

      • Das Problem liegt darin, dass bereits das Konzept der Logik eine Patriarchalische Struktur ist und vom Patriarchat als Grundlage von Wissenschaftlichkeit betrachtet wird.

        Eine feministische Wissenschaft dagegen braucht keine Logik.

      • Feministinnen behaupten das Mann Frauen nicht ernst nimmt. Also was machen Feministinnen? Fordern im Namen aller Frauen Dinge bei denen die meisten Menschen denken: „Das können die doch nicht ernst meinen!“

        Feministinnen behaupten der Bereich MINT ist eine Hochbrug des Sexismus, weil dort so wenige Frauen arbeiten. Also was machen Feministinnen? Schlachten jede noch so kleine und eingebildete Diskriminierung aus, ohne zu betrachtet ob Männer nicht auch betroffen sind und denken sich den unsinnigsten Blödsinn aus, wie z.B. das irgendeine Programmiersprachen sexistisch ist, damit auch jede Frau versteht das sie mit ziemlicher Sicherheit ein Opfer von Sexismus durch Männer wird. wenn sie im Berecih MINT anfängt.

        Feministinnen behaupten das Frauen bessere Führungspersönlichkeiten sind und durch ihre besseren Bildungsabschlüsse Anspruch auf alle gutbezahlten und gefahrlosen Posten haben. Also was machen Feministinnen? Sie fordern eine Frauenquote bei der die Frau auch bevorzugt werden soll, wenn sie schlechter qualifiziert ist (-> NRW). So wird garaniert vermieden das man bei Frauen denkt das sie nur aufgrund ihres Pussy-Passes die Beförderung erhalten haben und es führt natürlich dazu das man Frauen ernst nimmt.

        Feministinnen wollen das Frauen mehr berufsmäßig arbeiten und ihr Leben weniger darauf ausrichten eine Vollzeit-Mutti zu werden. Also was machen Feministinnen? Behaupten schon seit über 30 Jahren das Frauen für die gleich Arbeit, bei gleicher Qualifikation 23% weniger Geld verdienen wie ein Mann und in Heterobeziehung damit weniger wie ihr Partner. Jede logische Schlussfolgerung in der Lebensplanung von Frauen wird dadurch darauf ausgerichtet werden, dass die Frauen sich von vornherein dafür entscheiden werden den Familienernährer zu spielen, sobald Kinder da sind, und denjenigen der in der gleichen Zeit 23% mehr Geld nach Hause bringen könnte die Kinderbetreuung zu überlassen.

        Feministinnen behaupten das Frauen schon Angst haben nur auf die Straße zu gehen. Also was machen Feministinnen? Arbeiten von morgens bis abends daran die Hälfte der Bevölkerung, also diejenigen mit denen Frauen arbeiten müssen und sich in den meisten Fällen ein Bett teilen und von denen sie Kinder bekommen, als Schrödingers Vergewaltiger und Frauenschänder darzustellen, der mirnixdirnix von jetzt auf gleich bereit ist das Leben von Frauen zu versauen.

        Ja man sieht, Wenn die Theorie nicht zur Realität passt, ändere die Realität.

  5. Bemerkenswert ist doch, dass explizit darauf verwiesen wird, dass die Interviews ohne jede weitere Berücksichtigung wie Bewerbungsschreiben, Lebenslauf und Qualifikationen laufen.

    Während Du ja vor einigen Monaten mal eine Studie hattest, wo Leute anhand ansonsten identischer Lebens und Qualifikationen, nur mit unterschiedlichem Geschlecht zur Bewerbung vorgelegt wurden – und dabei wurden die Frauen ziemlich signifikant eindeutig bevorzugt.

    Tenor der Ausgangssituation ist hier ja, dass es nicht sein kann, kann, kann und nicht sein darf, darf darf, dass Frauen möglicherweise bei irgendwas im Schnitt (nicht individuell, sondern eben im Schnitt) schlechter sein könnten als Männer.

    Sowas darf nur Diskriminierung sein.

    • „After the experiment was over, I was left scratching my head. If the issue wasn’t interviewer bias, what could it be?“

      Ja, was nur?

      Was folgt, ist eine Meisterleistung an Rationalisierung , um nicht sagen zu müssen, dass die Männer in der Probe im Schnitt besser waren.
      Er findet die Sache mit den Abgängen, nachdem Interviews schlecht gelaufen sind.

      Seine Formulierung:

      „What I learned was pretty shocking. As it happens, women leave interviewing.io roughly 7 times as often as men after they do badly in an interview. And the numbers for two bad interviews aren’t much better.“

      Moment:
      WAS sagt er?

      Die Aussage klingt, als würden Frauen 7 mal häufiger die Plattform verlassen, wenn ein Interview schlecht gelaufen ist?

      Die zugehörige Grafik zeigt aber was anderes:
      Sie heißt „Attrition after poor interview performance“
      und die Skala ist beschriftet mit „% of Users by Gender“ (obwohl ja vermutlich, wie meistens in solchen Fällen, gar nicht nach Gender, sondern nach Sex eingeteilt wurde)

      Die Gesamtbasis waren 234 Leute, etwa 1/3 Weiblich, 2/3 männlich, heißt es im Artikel.
      Wie weit „ungefähr“ in die eine oder die andere Richtung abweicht, steht leider nicht da, also mache ich das mal beispielhaft zu exakt 1/3 und 2/3, 78 Frauen und 156 Männer.
      (Merke: Wenn eine Studie zu viel nur mit relativen Zahlen operiert, sind die absoluten Zahlen oft ziemlich interessant)
      33,3 % der Frauen sind gegangen, aber nur 4,7 % der Männer.
      Die Beschriftung legt schon sehr nahe, dass es sich um eine Prozentangabe auf der Gesamtbasis der Frauen bzw. Männer handelt, nicht um eine Angabe derer, bei denen ein Interview „schlecht gelaufen“ ist.

      Die absoluten Zahlen untermauern diese Annahme, denn aufgrund dieser Zahlenbasis wären es ca. 26 Frauen und 7.3 Männer. Wären nur Leute gewertet worden „nach einem schlechten interview“, dann wären die absoluten Zahlen um einen entsprechenden Faktor kleiner (wie viele Interviews laufen „schlecht“ ?), und dann kaum noch statistisch aussagekräftig.

      Das ist aber ein erheblicher unterschied:
      Es zeigt offenkundig nicht nur, dass viele Frauen „nach einem schlecht gelaufenen Interview“ gehen, sondern es sieht auch danach aus, dass für erheblich mehr Frauen Interviews schlechter laufen als bei Männern.

      Was aber als Formulierung viel zu dicht an der eigentlich unsagbaren und eigentlich unbedingt zu widerlegenden Aussage stünde, dass die Männer da irgendwie im Schnitt tatsächlich besser sein könnten.
      Das geht einfach gar nicht.

      Die ganze Scheinlösung ist eigentlich nur ein Rumeiern um diesen unsagbaren Fakt.

    • SO z.B. auch die schöne Aussage, dass, wenn man die Abgänger nach schlechten Interviews herausnimmt, der Nachteil von Frauen verschwindet.

      So eine Überraschung aber auch:
      Wenn man die rausnimmt, für die die interviews schlecht laufen, bleiben also die übrig, für die es gut läuft ! eineinself.

  6. Die Frauen sollen ihre Weiblichkeit bewahren; und die Männer ihre Männlichkeit. Eine Frau sollte z. B. besonders viel Mitgefühl und Zärtlichkeit entwickeln. Ein Mann sollte z. B. besonders sportlich sein und so selten wie möglich autosexuell (selbstbezogen sexuell) tätig sein, ohne Autosexualität krampfhaft zu verhindern.
    Das Christentum muss durch Wicca ersetzt werden. Man kann durch luzide Träume zu mystischen Erfahrungen gelangen.

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