Sex und Feminismus

Ein Kommentar zur männlichen Sexualität und Feminismus bei Spearhead, der mir interessant erschien (via):

For a feminist, any expression of male sexuality is a bad thing. The idea of rape culture is based on this premise. Men use sex to control women where sex becomes defined as rape. Therefore male sexuality must be condemned and controlled. since masturbation is a expression of male sexuality, that must be condemned and controlled as well.

The celebration of female sexuality stems from the same premise. If men use sex to control women, then in order to become liberated (empowered), a woman must freely express her own sexuality and that includes masturbation. Thus the double standard.

To achieve this goal, feminists aimed at destroying marriage. They view it as a license for husbands to rape wives. Destroying marriage was the first step towards controlling male sexuality. Characterizing men as potential rapists, wife beaters, and child molesters was necessary to gain support for destroying marriage. Almost everything else that feminists have done to hurt men has also flowed from the basic premise that male sexuality is evil and must be condemned and controlled while at the same time celebrating female sexuality as a means of empowerment

Ich denke, dass es einige der Positionen im Feminismus zur männlichen Sexualität gut zusammenfasst. Interessant ist dabei auch, dass viele Männer der umgekehrten Auffassung sind, nämlich das Frauen Sex einsetzen, um Männer kontrollieren (nach Villar: „Die Frau kontrolliert ihren Sex, weil sie für Sex all das bekommt, was ihr noch wichtiger ist als Sex“). Da ist es allerdings der konkrete Sex und nicht die Möglichkeit der Vergewaltigung.

29 Gedanken zu “Sex und Feminismus

  1. Ich finde ja Theorien, die Feminismus als Ursache für die Zerstörung der Ehe sehen fragwürdig. Es passt imho historisch nicht, weil Männer schon in den 1950ern zumeist in der Ehe eine sexfeindliche Zwangsinstitution sahen:

  2. @Nick

    Das ist ja das faszinierende: Beide Seiten halten die Ehe für eine Schöpfung der anderen Seite.
    Im Feminismus soll damit die Herrschaft des Mannes über die Frau gesichert werden, im Maskulismus die Versorgungsleistung auch nach Scheitern der Beziehung fortgeführt werden.

  3. Das Thema ist ja mal echt spassig.
    Feministinnen wollen männliche Masturbation verbieten? Warum? Stört doch keinen. Also das Thema ist mir noch nie in Fem-Blogs untergekommen, allerhöchstens als wilde These (wie also auch in diesem Fall) in Mask-Blogs, um zu untermauern wie gestört Fems doch seien.
    Und die meisten Frauen können durchaus zwischen normaler Sexualität und Vergewaltigung unterscheiden, keine Sorge. 😉

    Ausserdem, was man im stillen Kämmerchen macht bleibt meistens Privatsache.

  4. Mir ging es auch weniger um die Masturbation, dazu müsstest du den Ausgangstext auf der verlinkten Seite lesen, sondern um das Grundgerüst, auf dem einige feministische Theorien aufbauen.

    Wenn das von vielen modernen Feministinnen abgelehnt wird, um so besser. Aber „Sex und Macht“ ist ja ein großes Thema im Feminismus an sich. Sowohl beim normalen Sex als auch bei der Vergewaltigung.
    Zu den verschiedenen Auffassungen von sexpositiven und sexnegativen Feminismus hatte ich bei „Feministen und besserer Sex“ kurz was geschrieben.
    Schon Beauvoir hatte Thesen wie:
    „die erste Penetration ist immer eine Vergewaltigung“ Das andere Geschlecht, S. 466)
    „Ist es genug?“ „Willst du noch? War es gut?“ Schon die Tatsache, daß eine solche Frage gestellt wird, offenbart die Trennung, verwandelt den Liebesakt in einen mechanischen Vorgang, der vom Mann gesteuert wird. Und genau darum stellt er sie. Mehr als die Verschmelzung sucht er die Beherrschung. Wenn die Einheit sich auflöst, dann findet er sich als einziges Subjekt wieder. […] Dem Mann ist es nur recht, wenn die Frau sich erniedrigt, gegen ihren Willen in Besitz genommen fühlt.“ (Das andere Geschlechgt S. 485)
    (vgl. auch „Simone des Beauvoir, Das andere Geschlecht“)

    oder aus der Wikipedia zum „sexpositiven Feminismus“
    „In den 1970er Jahren geriet der Themenbereich Sexualität und Patriarchat zunehmend in den Fokus der feministischen Diskussion. Einige feministische Gruppierungen gingen soweit, festzulegen, wie korrekte feministische Sexualität auszusehen habe und abweichendes Verhalten zu ächten. Dies war insbesondere bei einigen lesbischen Gruppen der Fall, wurde jedoch auch in heterosexuellen Zusammenhängen teilweise als Gedankengut übernommen. Viele Feministinnen begannen sexuelle Erfüllung selbst als problematisch zu betrachten, andere definierten weibliches Lustempfinden beim Geschlechtsakt mit einem Mann als unnatürlich oder gar krank und reine Folge der patriarchalen Indoktrination.
    (…)Die Bedenken spiegelten sich in der feministischen Bewegung, in der sich radikalfeministische Gruppen zunehmend auf Pornografie konzentrierten und diese als eine der Grundlagen des Patriarchats und als direkte Ursache für die Gewalt gegen Frauen zu entdecken glaubten. Robin Morgan fasste derartige Vorstellung in einer Aussage zusammen: „Pornografie ist die Theorie; Vergewaltigung die Praxis.“
    Butler spricht von einer Zwangsheterosexualität, die Auffassung, dass Frauen eigentlich lesbisch sind und nur durch den Mann an der Entfaltung dieser gehindert werden, ist auch nicht sehr alt.

    Oder Alice Schwarzer:
    Sexualität ist zugleich Spiegel und Instrument der Unterdrückung der Frauen in allen Lebensbereichen. Hier fallen die Würfel. Hier liegen Unterwerfung, Schuldbewusstsein und Männerfixierung von Frauen verankert. Hier steht das Fundament der männlichen Macht und der weiblichen Ohnmacht.“ Sie plädiert für eine „freie Sexualität“, das Primat der „Zwangsheterosexualität“ ist für sie kulturell bedingt.

    Genug problematische Thesen zur Sexualität lassen sich im Feminismus schon finden. Einige Theorien verwenden sie als zentrales Argument, so dass man eigentlich die Theorien hinterfragen müßte, wenn man sie heute vertritt und meint, dass Sexualität nicht Macht ist.

    Welche feministischen Blogs liest du denn noch?
    Und wie sieht deiner Meinung nach das moderne Verständnis von Sex im Feminismus aus?

  5. @Christian: Naja, die Einzelbedingungen während der Ehe werden imho individuell ausgehandelt. Ich denke schon, dass das meistens gerecht stattfindet.

    Da gibt es natürlich externe Faktoren, insbesondere Arbeit.

    Dabei sehe ich ein mehr oder weniger starkes Ungleichgewicht zuungunsten der Frauen, die ihre Berufstätigkeit einschränken. Wer seinen Job für jahre unterbricht hat es ziemlich schwer, einen Wiedereinstieg zu finden, und wenn man öfters ausfällt weil das Kind krank ist fliegt man meist.

    Die rechtlichen Bedingungen sind imho eindeutig zulasten des Mannes, was teils dazu führt dass Männer in einer Ehe verharren, obwohl sie diese eigenlich nicht mehr ertragen. Bei einer Trennung wird das Vollzeit-Ernährermodell oft zwangsweise übergestülpt, wobei der Ernährer aus der ganzen Familie ausgeschlossen wird. Ich verstehe die Wut derjenigen Maskulisten sehr gut, die bis aufs Hemd gepfändet werden und vor allem ihre Kinder nicht mehr sehen dürfen.

    Von Familienfreundlicheren Arbeitsplätzen plus Einschränkung der Unterhaltspflicht plus Neuverhandlung der Arbeitsaufteilung nach der Trennung plus Mediation im Fall, dass sich Eltern nicht einigen können würden alle profitieren. Es wären viele Win/Win Lösungen denkbar, wenn man nicht nur Lobbypolitik für jeweils eine Seite machen würde. Das nervt mich an vielen Feministinnen und Maskulisten..

  6. @Nick

    Ich hatte in einer anderen Diskussion vor einiger Zeit mal diese Forderungen für eine gerechte Verteilung aufgeteilt:

    – Gleichstellung des Mannes mit der Frau im Sorgerecht: Von Anfang an gemeinsames Sorgerecht. Wer will, dass Männer sich mehr um kinder kümmern muss ihnen auch gleiche Rechte zugestehen
    Eine interessante Idee in diesem Zusammenhang fände ich eine Männerbevorzugung: Sofern sich die Eltern um das Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht streiten und beide gleich geeignet sind bekommt die Rechte das Geschlecht, dass gegenwärtig unterrepäsentiert in der Kinderbetreuung ist, gegenwärtig also der Mann (würde nicht häufig zur Anwendung kommen aber eine schöne Geste)
    – Umstellung im Unterhalt und im Güterrecht: Weg vom automatischen Halbteilungsgrundsatz hin zum “Nachteilsausgleich”. Solange beide Vollberufstätig waren findet kein Ausgleich statt, egal wieviel sie verdient haben. hat einer Kinder betreut wird er maximal so gestellt, wie er stehen würde, wenn er weiter gearbeitet hätte. Wenn also die Krankenschwester den Arzt heiratet bekommt sie ihr Krankenschwestergehalt zuzüglich zu erwartenden Gehaltserhöhungen gezahlt. hat sie keine Ausbildung, weil sie früh mit der Kinderbetreuung angefangen hat erhält sie ein Haushälterinnengehalt. Alles natürlich gedeckelt durch den Halbteilungsgrundsatz nach bisherigen Recht. Eine solide Ausbildung und ein guter Beruf lohnt sich damit für Frauen und es wird betont, dass nicht der Ehepartner, sondern man selbst verantwortlich ist. Der Zugewinn wird anhand der Einkommensquote verteilt, Versorgungsausgleich ebenfalls nach dem Nachteilsausgleichsytem.
    – Ausbau der Drittbetreuungsmöglichkeiten
    – unterhaltsrechtliche Verpflichtung sein Kind in die Drittbetreuung zu geben, wenn die möglich ist, Loslösung vom Altersphasenmodell.
    – Werbung für umfassende Drittbetreuung und berufstätige Mütter
    – Verkürzung der Erziehungszeiten zumindest im Managementbereich, sofern Fremdbetreuung möglich ist.
    – Förderung von Kindern statt Ehen

    Die Loslösung vom Altersphasenmodell ist inzwischen ja schon weitestgehend erfolgt. Ich würde beim Kindesunterhalt auch früher beide Eltern einbeziehen. Betreuungsunterhalt bis 18 Jahre, dass wird den Umständen denke ich nicht gerecht.

    Es ist allerdings eine ziemlich arbeitszentrierte Betrachtung, die davon ausgeht, dass letztendlich Gleichstellung nur dann erreicht werden kann, wenn beide Elternteile berufstätig ist und das dies durch zu großzügige Unterhaltsleistungen eher behindert wird.
    Ob das allerdings dann letztendlich die gewünschten Effekte hat oder zu Lasten der Kinder geht wäre eine andere Frage.

    Wie stellst du dir denn eine Neuverhandlung der Arbeitsaufteilung nach Trennung vor? Und wie könnte man zu familienfreundlicheren Arbeitsplätzen kommen? Druck auf die Arbeitgeber?

  7. [Neuverhandlung]

    Der Grundgedanke ist der: Man lebt zusammen und einigt sich unter dieser Bedingung über eine Aufgabenteilung. Z.B. kann der Vollzeiternährer gut damit leben, er sieht ja seine Kinder täglich.

    Nach der Trennung sieht die Welt ganz anders aus, da müsste also eigentlich neu verhandelt werden. Dabei wären verschiendenste Modelle denkbar, von der geteilten Betreuung bis hin zu „die Kinder leben ein Jahr bei Pappa, der geht dann auf Teilzeit“

    [Druck auf die Arbeitgeber?]

    Das hat ja in einer globalisierten Marktwirschaft wenig Sinn. Die Alphamädchenträume von der Vorstandvorsitzenden, die dann drei Tage weg ist weil das Kind krank ist sind Kokolores, dann kann man gleich die Steuern erhöhen und davon die Luxuspöstchen bezahlen. Es geht nicht darum Spitzenjobs für wenige Frauen zu schaffen, sondern um massenweise Arbeitsplätze, die den Bedürfnissen der „balancer“ entsprechen.

    Das Thema ist ziemlich schwierig, aber den Unternehmen wird nichts anderes Übrig bleiben.

    Die Demografie bringt einen Fachkräftemangel mit sich, also müssen die Unternehmen das Potential der „balancer“ immer mehr ausschöpfen. Als staatliche Maßnahmen wären z.B. unterhaltrechtliche Maßnahmen (wie auch du sie vorschlägst), Kampagnen, Förderung der Beratung der Unternehmen zur Umstrukturierung/Telearbeit/Teilzeitstellen, Kompetenzzentren für diese Umstrukturiereung, Förderung von betrieblicher Kinderbetreuung, Einstellung von Personal, dass sich im Notfall um kranke Kinder mitkümmert (z.B.: die Erzieher in der Kita organisieren eine zusätzlich bezahlte Rufbereitschaft) denkbar.

  8. [Arbeitszentrierte Betrachtung]

    Ich denke, es kann nicht darum gehen alle Frauen in den Arbeitsmarkt zu bringen, weil ca. 20% dies einfach nicht wollen. Für die muss es dann auch noch die gute alte Ehe geben.

    Was für die Kinder gut ist, ist schwer zu sagen, jedes Kind ist anders.

  9. @christian
    Ich lese eigentlich nur die Mädchenmannschaft regelmässig, manchmal auch jezebel.
    Generell ist es aber so, dass in den wenigsten Blogs (soweit ich das beurteilen kann) Sex so negativ wie beschrieben dargestellt wird. Das sind grösstenteils Auswüchse der 70er-80er, die ihren Höhepunkt bei Andrea Dworkin gefunden hat. Um allerdings diese Frau verstehen zu können, muss man sich mit ihrem Leben beschäftigen, sie war mEn ein Einzelfall, sehr kontrovers, bekam deswegen auch viel Aufmerksamkeit.
    Esther Vilar ist in meinem Empfinden eine sexistische,missgünstige Schlange, die auf hohem Niveau über ihre Geschlechtsgenossinen gelästert hat und seitdem dafür aus der misogynen Ecke Applaus bekommt. Keine Frau mit der ich mich solidarisch fühlen würde, oder die ich auch nur sympathisch finden würde.

    BTW, deine Vorschläge bzgl Sorgerecht etc. finde ich gut, sehr gerecht.

  10. „Der dressierte Mann“ finde ich eine köstliche Polemik. Natürlich einseitig, aber das war Feminismus zu ihrer Zeit allemal.

    „Das Ende der Dressur“ ist, soweit ich mich erinnere, eigentlich das wo Feminismus heute z.T. angekommen ist, und was wir hier diskutieren. Natürlich, wie es zu der Zeit üblich war, eine Utopie.

  11. „Die Sexualität den Feministinnen zu überlassen ist wie seinen Hund, wenn man in Urlaub fährt, dem Tierpräparator anzuvertrauen.“(Camille Paglia)

  12. Esther Vilar ist in meinem Empfinden eine sexistische,missgünstige Schlange, die auf hohem Niveau über ihre Geschlechtsgenossinen gelästert hat

    Es waren Femischistinnen, die ständig den Mann als Ausbeuter, Unterdrücker als das Übelste schlechthin niedermachten. Esther Vilar hat dazu nur das exakte Spiegelbild geliefert: Die Frau als skrupellose Ausbeuterin des Mannes.

    Und damit lag sie näher an der Realität als die Femischistinnen.

  13. @Maren

    Die Mädchenmannschaft ist nicht sehr theorielastig, dass ist richtig. Der „Alphamädchenfeminismus“ hat ja auch eine Abgrenzung zum „alten Feminismus“ vorgenommen.
    Hier die Besprechung in der EMMA:
    „Warum Feminismus das Leben schöner macht“ lautet der Claim der Alphamädchen, den sich die EMMA so auch schon seit langem auf die Fahnen geschrieben hat, nur dass wir wohl eher „besser und gerechter“ sagen würden. Etwas einfach nur verschönern wollen ist vom Verzieren und noch schnell ein putziges Schleifchen dranbinden nicht so arg weit entfernt. Dabei hätten die Autorinnen doch – wenn sie schon einen neuen Feminismus ausrufen wollen – einfach mal alles fordern können. Alice Schwarzer und die EMMA wollen schon seit 30 Jahren mehr, als einfach nur etwas schöner machen und Spaß haben.“
    http://www.emma.de/hefte/ausgaben-2008/novemberdezember-2008/alphamaedchen-2008-6/?0=

    Ich würde sagen, dass viele der Theorien noch im Feminismus aktiv sind – wenn sie auch von jüngeren, nicht dogmatisch denkenden Feministinnen eher skeptisch gesehen werden.

    Esther Villar würde ich auch eher als Polemik sehen, und da hat der Text als Gegengewicht sicherlich auch Sinn gemacht, weil er die andere Extremposition darstellte.
    Ich würde sagen, dass Villars Schriften keine höhere Feindseligkeit gegenüber Frauen aufwiesen als andere Schriften der damaligen Feministinnen gegen Männer.
    Immerhin haben wir 1967 Valerie Somas, Mary Daly hat The Church and the Second Sex 1969 veröffentlicht.
    Mary Daly, die immerhin eine Reduzierung der männlichen Bevölkerung auf der Erde auf 10% als „decontamination“ bezeichnet hat, hat bei ihrem Tod Anfang des Jahres auch noch recht positive Nachrufe in einigen feministischen Blogs erhalten.

  14. Ich würde sagen, dass viele der Theorien noch im Feminismus aktiv sind – wenn sie auch von jüngeren, nicht dogmatisch denkenden Feministinnen eher skeptisch gesehen werden.

    Richtig, die Feministinnen von heute sind nicht mehr wie diejenigen von vor 30 Jahren, das Weltbild hat sich gewandelt und mit ihr die Frauenbewegung.
    Es sind heute viel mehr Dinge für Frauen möglich als damals. Die Frauen damals waren beinharte Kämpferinnen,sie haben Schlimmes durchlitten (sh. Dworkin und Solanas), sie haben die Rechte für die nachfolgende Generation erstritten und dafür muss man Respekt haben. Punkt. Das heisst aber nicht, dass man ihren Theorien uneingeschränkt zustimmen muss. Das ist in etwa so, als wenn ein gläubiger Protestant Luthers Antisemitismus ablehnt.

    Auch das Alphamädchenthema sehe ich sehr gemischt, ähnlich wie die EMMA finde ich es bedenklich, wenn sich erwachsene Frauen als Mädchen bezeichnen. Ich habe ehrlich gesagt das Buch auch nie gelesen, finde allerdings den Blog sehr informativ, da dort viele verschiedene Meinungen zu den unterschiedlichsten Themen zusammenkommen.
    Mein Weltbild und meine „Heldinnen“ finde ich aber eher im wirklichen Leben.
    Mit Extremen kommen wir nicht weiter.

  15. Die Sexualisierung des weiblichen Körpers bezogen auf die männliche Wahrnehmung

    ..als vermeintlich „andere Seite der Medaille: Burka“.
    Zu lesen im „Feminismus Update“ der jungen Grünen Feministinnen.

    Burka ist so ein anderes Thema, aber für dieser Vergleich bezieht sich auf die Werte unserer Kultur.

    Sorry, das ist lupenreiner 1980er Jahre Feminismus, und von dem Punkt ist es eben nicht weit, das Kopfkino beim Masturbieren als sexistischen Gewaltakt zu begreifen.

  16. „Richtig, die Feministinnen von heute sind nicht mehr wie diejenigen von vor 30 Jahren, das Weltbild hat sich gewandelt und mit ihr die Frauenbewegung.“

    Da möchte ich zunächst den alten feministischen Einwand bringen, dass es „den Feminismus“ nicht gibt. Einige Teile des Feminismus sind wesentlich theorielastiger als die Mädchenmannschaft und „männliche Sexualität = schlecht“ ist keineswegs aus dem aktuellen feministischen Diskussionen verschwunden.

    Mit diesem Artikel geht es mir aber auch nicht darum, den Feminismus anzuprangern, sondern theoretische Grundlagen zu verstehen.

    Wie ist denn dein Verständnis davon? Gibt es ein eher typisch männliche Sexualität und wie unterscheidet sich diese? inwiefern ist sie akzeptiert?

  17. Die Frauen damals waren beinharte Kämpferinnen,sie haben Schlimmes durchlitten (sh. Dworkin und Solanas), sie haben die Rechte für die nachfolgende Generation erstritten und dafür muss man Respekt haben.

    Da habe ich ein anderes Geschichtsbild. Solanas – gut, ein Psycho.

    Was Dworkin, Daly, MacKinnon etc. betrifft, waren sie diejenigen, die die Bewegung übernommen und institutionalisiert haben, als sie 1975 eigentlich schon beendet war. Erst damit kam die Sexfeindlichkeit auf.

  18. @Christian
    Ich wüsste jetzt ad hoc nicht, inwiefern männliche Sexualität sich von der weiblichen unterscheiden sollte. Das einzige was mir einfallen würde, ist dass in Sachen casual sex bei Männern und Frauen immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird, aufgrund der (meiner Meinung nach) überholten Ansicht, dass bei Frauen der Nestbautrieb und der Beziehungsgedanke im Vordergrund stünde.

    Schön auch dieser Artikel dazu: http://girlgame.wordpress.com/2010/05/17/dating-under-the-influence/
    (BTW,die ganze Seite ist einen Blick wert, steht ganz unter dem Motto: Wie verändere ich mich selbst so weit, dass ich den Männern gefalle -.-)

    Also würde ich insofern schon sagen, dass Sexualität bei Männern mehr Akzeptanz erfährt.

  19. @Maren
    Also meinst du, dass es eine Gesellschaft geben könnte, in der Frauen mehr Sex wollen als Männer, wesentlich mehr auf das optische bezogen sind, Männer für Sex bezahlen usw?

    Zu der Girlgame-Seite: Was genau gefällt dir an den dortigen Vorschlägen nicht? Meinst du es schränkt Frauen in ihrer Sexualität ein?
    Ich kopiere gerade mal den Teil, der nach ihrer Meinung häufig von Frauen bedauert wird:
    – Hooking up with a guy they just met, or sleeping with a guy “too early”
    – Losing their cool and doing something that’s a turn-off, like unnecessary drama or emasculation
    – Trying to get a guy “back” (often full of backwards-justification of epic proportions, if not complete denial)
    – Clinging to dead-end guys lacking in character, commitment or compatibility

    Die letzten drei scheinen mir in der Tat nicht gesund zu sein. Wie früh zu früh ist, ist wieder eine andere Sache, aber das es viele Frauen ärgert, gerade wenn sie mehr wollen und er nur Sex, kann ich verstehen.

  20. Es geht mir nicht darum, dass ein Geschlecht MEHR Sex möchte als das andere, sondern darum, dass sie gleichviel wollen.
    Es ist nur leider so, dass die meisten Mädchen mit Sprüchen wie: „Er wird die Kuh nicht kaufen, wenn er die Milch umsonst haben kann“ aufgezogen werden, es wird ihnen ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie einfach mal geil sind (was ja wie du weisst nicht selten vorkommt). Daraus resultieren dann natürlich die Schuldgefühle. Mir wurde von meiner Mutter in meiner „wilden“ Phase 2 Sachen mit auf den Weg gegeben: 1. Niemals anbiedern und 2. Kondome schützen. Bin ich immer gut mit gefahren 🙂

    Und gerade dieses Anbiedern an männliche Wünsche ist das, was mich bei Girlgame so abstösst. Wenn du dir diesen Blog mal komplett durchliest, wirst du feststellen, dass zwar das eigene Wohlbefinden scheinbar an erster Stelle steht, aber immer der Hintergedanke da ist, dass du den Männern so besser gefällst.

  21. Nachtrag zu Girlgame:

    Ich hab mal einen Frauenratgeber aus den 30ern-40ern gelesen, „Live alone and like it“, und selbst der war progressiver…

  22. Ich hatte hier ja nochmal auf einige Gründe verwiesen, warum Sex für Mann und Frau etwas anderes ist.
    Meist will der Mann mehr Sex. Das kann bei einzelnen Frauen und in Phasen erster Verliebtheit anders sein und auch mit dem Alter angeglichener werden, aber ist denke ich im Schnitt richtig.

    Das Frauen ein schlechtes Gewissen eingeredet bekommen ist sicherlich auch richtig. Andererseits wird es vielleicht auch nicht nur eingeredet, sondern ist auch tatsächlich vorhanden bzw. die Warnungen erfolgen aus gutem Grund. Sex ist für Frauen im Schnitt etwas anderes als für Männer. Demzufolge wird Männern auch eher ein schlechtes Gewissen eingeredet, wenn sie einfach nur so Sex mit einem Mädchen haben, weil es viele Mädchen tatsächlich stärker belastet (nicht alle natürlich).

    Vielleicht kannst du ein paar Passagen anführen, indem die Autorin bei „Girlgame“ lediglich Männern gefallen will.
    Ich könnte mir vorstellen, dass es dir bei Frauen auch einfach mehr auffällt. Den „Man-Game“ könnte man den gleichen Vorwurf machen: Es soll ja dort wie ein Alphamann aufgetreten werden, weil Alphamänner von Frauen als attraktiv angesehen werden. All das dortige Verhalten hat den Hintergrund Frauen zu gefallen (was ja auch die Unterscheidung zu MGTOW ist, dass das Gefallen nur als Nebenprodukt hat).
    Kurz gesagt könnte man sagen, dass Pickup den Rat gibt, männlich zu sein, um Frauen zu gefallen und „Girl Game“ den Rat gibt, feminin zu sein, um Männern zu gefallen.
    Es wäre ja auch merkwürdig, wenn dies nicht so wäre, denn in beiden Gebieten geht es ja nur darum, die Chancen beim anderen Geschlecht zu verbessern, das ist das Thema, so dass alle Tipps in diese Richtung gehen müssen.
    Ob die Tipps dort gut sind ist wieder die andere Frage, so genau habe ich mir den Blog nicht angeschaut.

  23. @ Maren:

    Den Vorwurf „sich beim anderen Geschlecht anbiedern zu wollen“ kann man auch der männlichen Game-Community vorwerfen. Ist halt dann die Frage wie weit man bereit ist einen Kompromiss einzugehen zu müssen oder obs auch ohne geht.

  24. Pingback: Altfeministinnen vs. Neufeministinnen « Alles Evolution

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