Rollenwechsel und ihre Schwierigkeiten

Auf dem neuen Blog von Onyx, die ja auch gelegentlich hier kommentiert hat, ging es zunächst um das alte „Nein heißt Nein„, in einer weiteren Diskussion dann um die Schwierigkeiten von Mann und Frau aus ihren Rollen auszubrechen.

In dem Artikel „Leben als Frau – Zuckerschlecken?“ hieß es zunächst:

Um es vorwegzunehmen. Ich werde hier keinen männerfeindlichen Sexismus aufzählen. Nicht weil ich ihn abstreite, sondern im Gegenteil, weil jeder weiß, dass es ihn gibt. Ich thematisiere frauenfeindlichen Sexismus, weil der immer noch abgestritten und verharmlost wird.

Das hat mich zunächst überrascht. Männerfeindlicher Sexismus ist bekannt und wird anerkannt, Frauenfeindlicher Sexismus wird abgestritten und verharmlost?

Ein Mann, der sich neben seiner Berufstätigkeit an Haushalt und Erziehung beteiligt, ist ein Held, weil er so emanzipiert ist. Wenn er ausschließlich das Geld ranschafft, ist er ein Held, weil er die Familie ernährt. Eine Frau kann es keinem Recht machen, egal was sie tut. Sie ist entweder faule Unterhaltsschmarotzerin, Rabenmutter oder Karriereemanze.

Es folgen dann die Bereiche „Vorstellungsgespräch“ und „Mann der viel Sex hat ist ein Held, Frau ist eine Schlampe“ (Dazu auch mein Artikel zum Slut Shaming), „Mann kann sich im Alter junge Frau nehmen, Frau kann sich keinen jungen Mann nehmen“, „Frau kann auch nur bei Kleidungsstil alles falsch machen (graue Maus vs. zu sexy)“

Ich meine nicht, dass Männer es soviel einfacher haben. Sie haben häufig nur weniger Wahlmöglichkeiten, so dass auch weniger Konflikte zwischen diesen Möglichkeiten  entstehen können.

Frauen können heute zwischen Familie und Beruf wählen. Männer haben nur die Option Karriere, die Versorgerrolle. Der Hausmann ist meiner Meinung nach noch nicht wirklich anerkannt. Das demnach mit dieser einen Rolle weniger Reibungsflächen vorhanden sind, als bei einer Verteilung zwischen Familie und Karriere ist lediglich eine Folge. (Zu dem Thema Hausmann gab es übrigens auch noch einen Bericht bei der Mädchenmannschaft zur Erziehungszeit „Väter ohne Zeit“ von Adele, die sich dort beschwert, dass Männer sich im Ernstfall nicht an Absprachen halten und ihnen ihre eigene Karriere wichtiger ist).

Onyx kommt zu folgendem Ergebnis:

Lange Rede, kurzer Sinn. So wie ich das sehe, haben zwar Männer und Frauen mit ihren Erwartungen und Rollenklischees gleichermaßen zu kämpfen, nach meiner Beobachtung aber erlangen Männer eher Respekt für das was sie tun, während Frauen sich mehr rechtfertigen müssen.

Dagegen würde ich anführen, dass erfolgreiche Rollenwechsel immer einen gewissen Respekt hervorrufen. Der Hausmann, der von seiner Frau geliebt wird , und Haushalt und Kinder gut im Griff hat wird respektiert, die erfolgreiche Businessfrau, die einen sie liebenden Mann zuhause hat, der sich um die Kinder kümmert, sicherlich auch.

Aber nicht alle Menschen sind erfolgreich oder machen Karriere. Der normale Mittelschichtarbeiter, der seinen Standardlohn nach Hause bringt, wo ist seine besondere Anerkennung? Die Kinder erwarten, dass Geld da ist und beschweren sich allenfalls, dass ihr Vater selten da ist und gehen mit ihren Sorgen zur Mutter, was wohl auch eine Anerkennung der Erziehungsleistung ist. Der Hausmann, der sich im normalen Umfang um seine Kinder und den Haushalt kümmert, wird er sich nicht ab und zu Sprüche anhören müssen, ob er auch genug Haushaltsgeld hat oder ob er mit seinen dicken Händen auch in alle Ecken kommt beim Putzen? Wird es ihm jedesmal ein Stich sein, wenn einer seiner Freunde befördert wird? Oder wird er feststellen, dass er vollkommen andere Gesprächsthemen hat als seine normal arbeitenden männlichen Freunde? Wird er weniger oft als eine Frau, die Karriere macht, Sprüche hören wiee „Wunderbar, dass es bei euch klappt, aber für mich wäre es nichts, so die ganze Zeit bei den Kindern“ (sie natürlich umgekehrt)? Und wird er nicht jedesmal einen Stich bekommen, wenn eine Frau von einem erfolgreichen Mann schwärmt?

Wie seht ihr die Schwierigkeiten der Rollenwechsel? Was kennt ihr für Beispiele, bei denen es geklappt/nicht geklappt hat?

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