Geoffrey Miller: Konsum und Evolution

Geoffrey Miller stellt in seinem Buch „Spent“ dar, dass das moderne Konsumverhalten gut mit der Signaling Theorie zu erklären ist.

Er geht davon aus, dass mit den Konsumentscheidungen bestimmte Eigenschaften dargestellt werden sollen und stellt dar, wie sich dies auf Marketing, Markenbildung und Werbung auswirkt.

Dabei geht er von einem erweiterten Model der „Big 5“ aus. Er nennt seine Eigenschaften dann die „Central Six“, die wie folgt darzustellen sind:

  • General Intelligence (Allgemeine Intelligenz)
  • Openess (Offenheit)
  • Stability (Stabilität)
  • Agreeableness (Verträglichkeit)
  • Conscientiouness (Gewissenhaftigkeit, Erfolgsorientiertheit)
  • Extraversion (Extrovertiertheit)

Es ist also im wesentlichen die Intelligenz dazu gekommen. Das all dies Eigenschaften sind, die eine gewisse Aussagekraft über einen Menschen haben leuchtet ein.

Geoffrey Miller zeigt in seinem Buch, wie die einzelnen Konsumentscheidungen dabei helfen diese Eigenschaften darzustellen bzw. wie die Biologie sich auf das Konsumverhalten auswirkt.

Seine diesbezüglichen Thesen hat er auch in einerKeynote zusammengefasst:

http://www.ustream.tv/flash/video/10072391?v3=1

Hier zudem noch ein weiteres Interview mit ihm zu dem gleichen Thema:

Big 5 Personality Traits: Unterschiede Mann Frau

Die „Big 5 Personality Traits“ (Wikipedia deutsch / englisch) sind das Ergebnis zahlreicher Studien. Es zeigt sich, dass man die Unterschiede zwischen Personen gut als Varianten zwischen diesen Persönlichkeitsmerkmalen darstellen kann.

Die Merkmale sind:

  • Openness – (inventive / curious vs. consistent / cautious). Appreciation for art, emotion, adventure, unusual ideas, curiosity, and variety of experience.
  • Conscientiousness – (efficient / organized vs. easy-going / careless). A tendency to show self-discipline, act dutifully, and aim for achievement; planned rather than spontaneous behavior.
  • Extraversion – (outgoing / energetic vs. shy / reserved). Energy, positive emotions, surgency, and the tendency to seek stimulation in the company of others.
  • Agreeableness – (friendly / compassionate vs. cold / unkind). A tendency to be compassionate and cooperative rather than suspicious and antagonistic towards others.
  • Neuroticism – (sensitive / nervous vs. secure / confident). A tendency to experience unpleasant emotions easily, such as anger, anxiety, depression, or vulnerability

Innerhalb dieser Kriterien lassen sich weltweit Unterschiede zwischen den Geschlechtern feststellen:

Cross-cultural research from 26 nations (N = 23,031 subjects) and again in 55 nations (N = 17,637 subjects) has shown a universal pattern of sex differences on responses to the Big Five Inventory. Women consistently report higher Neuroticism and Agreeableness, and men often report higher Extraversion and Conscientiousness. Sex differences in personality traits are larger in prosperous, healthy, and egalitarian cultures in which women have more opportunities that are equal to those of men; both men and women tend to grow more extraverted and conscientious and less neurotic and agreeable as cultures grow more prosperous and egalitarian, but the effect is stronger for men

Frauen sind hiernach also im Schnitt gefühlsbetonter und verträglicher, Männer eher extrovertiert und wollen eher aufsteigen.

Das es diese Charakterunterschiede im Schnitt gibt, zeigen die diesbezüglich durchgeführten Studien. Die Frage ist natürlich wie so häufig, ob sie gesellschaftlich bedingt sind oder auf biologischen Vorgaben beruhen.

Aus Sicht der Evolution wäre dies durchaus verständlich. Frauen sind schwächer, sie müssen sich eher in fremde neue Gesellschaften einbringen, für Männer lohnt sich das erlangen von Status mehr, sie müssen daher eher auffallen und mehr riskieren. Eine gesellschaftliche Erklärung müsste sich auch entgegenhalten lassen, dass die Unterschiede weltweit vorgefunden werden.