Alles Lesern frohe Weihnachten!

(das Bild hat die KI zum Thema Evolutionsbiologie und Weihnachtswünsche erstellt und ich finde es eigentlich ganz gelungen, gerade auch den Baumschmuck)
Ein interessanter Beitrag auf Reddit zu möglicherweise zu hohen Anforderungen der aufgrund seines christlichen Motivs ja gut zu dem 23.12 passt.
Maybe my standards are too high?
I (25F) have been single for almost a year a now. I’ve been on hinge and tinder, even that Christian dating app, but they’re all pretty much a ghost town. The only app where I do get a response is Bumble.
But I feel like maybe I’m missing out on someone that could be genuine and nice because of the my standards.
I don’t smoke, I don’t do any kind of drugs, I don’t vape, don’t drink, don’t even swear (well, out loud), and I don’t swipe right on men that has other beliefs that isn’t Christianity. I don’t do hookups or casual dating, and I am saving sex for marriage (I had sex before, but because of what I went through I’m choosing to save it from now on). So I’m basically trying to find someone thats like that as well, though I make an exception for guys that drink occasionally (just as long as they’re not a raging alcoholic).
I also don’t swipe right on men that say in their profile that they don’t know if they want to have kids or not… like cmon idk how guys, in general, were raised but when you’re reaching 30 years old or passing 30, don’t you have to know whether or not you want kids?? But that’s just my opinion idk correct me if I’m wrong.
I just want to find someone who can be my best friend and can do everything/anything with me…
Should I change my standards?? Idk anymore at this point. It’s so hard to find someone genuine nowadays…
und noch einmal übersetzt:
Vielleicht sind meine Ansprüche zu hoch?
Ich (25, weiblich) bin jetzt seit fast einem Jahr Single. Ich war auf Hinge und Tinder, sogar auf dieser christlichen Dating-App, aber dort herrscht praktisch gähnende Leere. Die einzige App, auf der ich wirklich Antworten bekomme, ist Bumble.
Aber ich habe das Gefühl, dass ich vielleicht jemanden verpasse, der ehrlich und nett sein könnte – wegen meiner Ansprüche.
Ich rauche nicht, nehme keine Drogen, vape nicht, trinke nicht, fluche nicht einmal (zumindest nicht laut), und ich swipe nicht nach rechts bei Männern, die einen anderen Glauben haben als das Christentum. Ich mache keine Hookups oder lockere Dates, und ich hebe mir Sex für die Ehe auf (ich hatte vorher Sex, aber wegen dessen, was ich erlebt habe, möchte ich es jetzt für später aufsparen). Also suche ich im Grunde jemanden, der ähnlich tickt, wobei ich bei Männern, die gelegentlich trinken, eine Ausnahme mache (solange sie keine Alkoholiker sind).
Ich swipe auch nicht nach rechts bei Männern, die in ihrem Profil schreiben, dass sie nicht wissen, ob sie Kinder wollen oder nicht … also ganz ehrlich, ich weiß nicht, wie Jungs im Allgemeinen erzogen wurden, aber wenn man auf die 30 zugeht oder darüber ist – muss man da nicht wissen, ob man Kinder möchte?? Aber das ist nur meine Meinung, keine Ahnung, korrigiert mich, wenn ich falsch liege.
Ich möchte einfach jemanden finden, der mein bester Freund sein kann und alles mit mir machen kann …
Sollte ich meine Ansprüche ändern?? Ich weiß es langsam nicht mehr. Es ist so schwer, heutzutage jemanden zu finden, der wirklich ehrlich ist …
Also noch mal kurz ihre Anforderungen zusammengefasst:
Sie bringt zudem auch anscheinend einen gewissen Ballast mit, weil sie ja wegen anderer Erlebnisse diesmal keinen Sex vor der Ehe will.
Das ist vielleicht auch erst einmal auf Deutschland noch schwerer zu übertragen als die USA, wo es ja vermutlich spielt. Dort gibt es ja vielleicht religiöse Ecken, in denen „Kein Sex in der Ehe“ noch möglich ist. In Deutschland gibt es das vielleicht auch in einigen Freikirchen-Hochburgen.
Mit den Anforderungen dürfte sie ohnehin schon 99% der Männer abschrecken, zumal diejenigen, für die es interessant ist, vielleicht sogar ihrerseits dann aus religiösen Gründen keinen Sex vor der Ehe praktizieren würden, was dann ihre Erfahrung vielleicht auch problematisch macht.
Ich vermute, dass so etwas über Apps vollkommen aussichtslos ist. Man wird sich dann in eine hochreligiöse Gemeinde begeben müssen, die „Kein Sex vor der Ehe“ als Wert ansieht und dort am Gemeindewesen teilnehmen und hoffen, dass man dort dann jemanden aus der Gemeinde findet. Es wäre allenfalls der Fall für eine hochspezialisierte Datingapp, aber wahrscheinlich passt es eben auch nicht zu diesen Anforderungen, dass man sich auf einer Dating-App aufhält und sich dort anbietet.
Ich werde ja nie verstehen, was an „Kein Sex vor der Ehe“ interessant ist und warum man das machen sollte. Sexuelle Kompatibilität ist ohnehin schon etwas, was man gerade in Bezug auf die Langzeit schlecht schätzen kann, da sollte man vorher wenigstens mal schauen, wie man da harmoniert. Wobei es vielleicht noch die Frage wäre, was genau mit „Kein Sex vor der Ehe“ gemeint ist. Da gibt es ja wohl verschiedenste Abstufungen und Ausnahmen, die dann nicht als Sex gewertet werden, etwa Oral- und Analsex bis hin zu merkwürdigen Praktiken wie „Soaking„, was es dann vollkommen absurd macht.
23
Wir brauchen ja alle Gesprächsthemen für Weihnachten, daher:
Mansplaing als Vorhalt gegenüber Männern hatte ich hier neulich noch mal als Thema. Aber was da ganz verloren geht ist die besondere Liebe für bestimmtes Wissen, was Leute dazu bringt es einfach gerne weiterzugeben oder zu erzählen.
Ein bekanntes Beispiel ist zB bei Herr der Ringe der Umstand, dass Viggor Mortensen schrei in dem Film als er in der Rolle verärgert einen Orkhelm wegtrat echt war, weil er sich dabei zwei Zehen gebrochen hat.
Und die meisten Männer aber sicher auch einige Frauen werden, wenn es um die Szene geht ein gewisses Bedürfnis verspüren, dieses Wissen weiterzugeben.
Wir lieben häufig die Weitergabe von Wissen, gerade wenn wir es selbst interssant finden oder meinen, dass es zum Verständnis besonders wichtig ist. Vielleicht auch, weil es einem dann eine gewisse „Expertenposition“ gibt, wie in dem oben verlinkten Artikel angesprochen.
Immer wenn ich Giraffen sehe muss ich zB auch an die wunderbaren Fakten aus „Giraffe Dissection: Inside Nature’s Giants“ denken, die damit zusammenhängen, dass die Giraffe, die ja das Blut durch den sehr langen Hals pumpen muss, ein sehr großes Herz hat und einen hohen Blutdruck und die spezielle Mechanismen hat, dass ihr , wenn sie etwa den Kopf absenkt um zu trinken nicht „der Kopf platzt“. Dazu gehören starke Venenklappen, die verhindern, dass beim Senken des Kopfes das Blut im Gehirn staut, und ein feines Geflecht aus vielen kleinen Arterien direkt unter dem Gehirn, dass wie ein hydraulischer Druckdämpfer wirkt, der plötzliche Druckspitzen abfängt etc.
Oder auch die Theorie, dass der T-Rex kurze Arme hat, weil er den Platz an den Muskelansatzpunkten in den Schultern für seine Gebissmuskeln braucht.
Was sind eure „kleinen Sachanekdoten“ oder „Wissensschnipsel“ die das verlangen in euch wecken, sie jemanden mitzuteilen, wenn man auf das Thema kommt?
Ich war ja bereits gestern bei Paarkonflikten und bin da noch auf das hier gestoßen:
Die „vier apokalyptischen Reiter“ bei Konflikten in der Beziehung nach Gottmann
Die Four Horsemen of the Apocalypse sind vier kommunikative Muster, die laut dem Paarforscher John Gottman sehr zuverlässig Vorhersagen über die Stabilität und das mögliche Scheitern von Beziehungen erlauben.
Hier in der Darstellung von ChatGPT:
1. Kritik (Criticism)
Kritik bedeutet nicht einfach eine Beschwerde, sondern ein persönlicher Angriff auf den Charakter oder die Persönlichkeit des Partners. Sie ist global, verallgemeinernd und wertend.Typische Merkmale:
– „Du bist…“ statt „Ich fühle…“
– Übertreibungen wie „immer“ oder „nie“
– Zuschreibungen wie „weil dir alles egal ist“ oder „weil du so egoistisch bist“Beispiele:
– „Immer lässt du das Geschirr stehen. Du bist einfach total faul!“
– „Du interessierst dich nie für mich. Du denkst nur an dich!“
– „Du bist so chaotisch, mit dir kann man nicht zusammenleben.“Warum schädlich?
Kritik löst sofort Abwehr oder Gegenangriff aus und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Interaktion in die nächsten Muster kippt.Gesundes Gegenstück:
„Mir fällt auf, dass das Geschirr von gestern noch da ist. Kannst du es heute bitte wegräumen?“2. Verachtung (Contempt)
Verachtung ist die toxischste Form negativer Kommunikation. Sie enthält Abwertung, Überheblichkeit, oft Spott oder Sarkasmus. Sie signalisiert: „Ich bin dir überlegen.“Typische Formen:
– Augenrollen
– Spott, Zynismus
– Beleidigungen
– moralische ÜberlegenheitBeispiele:
– „Ach, typisch. Dass du das nicht hinkriegst, war ja klar.“
– „Du bist echt ein unreifer Mann, das ist lächerlich.“
– „Du und Verantwortung? Das wäre ja mal was Neues.“
– „Wenn du mal logisch denken würdest, müsstest du das merken.“Warum schädlich?
Verachtung zerstört Respekt, greift das Selbstwertgefühl an und ist der stärkste Prädiktor für Trennung.Gesundes Gegenstück:
Bewusste Wertschätzung, Anerkennung und respektvolle Sprache.3. Abwehrhaltung (Defensiveness)
Abwehrhaltung bedeutet, Verantwortung abzuwenden, sich zu rechtfertigen oder zurückzuschießen. Sie entsteht häufig als Reaktion auf Kritik.Typische Formen:
– Gegenangriff: „Du machst doch genau dasselbe!“
– Selbstrechtfertigung
– Opferrolle
– SchuldverschiebungBeispiele:
Partner A: „Du hast versprochen, die Rechnung zu bezahlen.“
Partner B: „Ja, aber gestern war mein Tag total stressig, und du machst immer so ein Drama daraus.“Partner A: „Mir hat es wehgetan, dass du so abwesend warst.“
Partner B: „Ich war überhaupt nicht abwesend! Jetzt übertreibst du wieder.“Warum schädlich?
Defensiveness blockiert Verantwortungsübernahme und verhindert Deeskalation.Gesundes Gegenstück:
„Stimmt, ich hätte dir vorher Bescheid sagen sollen. Danke, dass du es ansprichst.“4. Mauern / Rückzug (Stonewalling)
Mauern ist ein emotionaler Shutdown: Der Partner schaltet ab oder zieht sich aus dem Gespräch zurück. Häufig geschieht dies, wenn jemand physiologisch überflutet ist (Stress, hoher Puls).Typische Formen:
– Schweigen
– Wegdrehen
– Nicht-Reagieren
– versteinertes Gesicht
– „Ich kann jetzt nicht darüber reden.“ (ohne Rückkehrvereinbarung)Beispiele:
– Schweigen und keinen Blickkontakt halten
– „Mir egal. Mach, was du willst.“
– „Ich bin fertig mit diesem Gespräch.“ (und den Raum verlassen)Warum schädlich?
Mauern signalisiert „Ich bin nicht erreichbar“, erzeugt beim Gegenüber Frustration oder Panik und führt zu Eskalationsschleifen.Gesundes Gegenstück:
„Ich brauche 20 Minuten, um runterzukommen. Danach reden wir weiter.“
Gottman fand, dass diese Muster nicht isoliert, sondern meist sequenziell auftreten. Paarinteraktionen zeigen oft Spiralen, z. B. Kritik → Abwehr → Verachtung → Rückzug.
Das Konzept ist insofern mit Demand/Withdrall gut kombinierbar.
Auch Gottman geht dabei von Geschlechtsunterschiede im Verhalten aus. Frauen neigen eher zum Kritisieren des Partners, bei Männern soll das Mauern stärker ausgeprägt sein als bei Frauen.
Gottman beobachtete bei unglücklich-instabilen Partnerschaften ein deutliches Überwiegen von negativen Interaktionen. Die sogenannte Gottman-Konstante besagt, dass in stabil-zufriedenen Beziehungen das Verhältnis von positivem zu negativem Verhalten mindestens 5:1 betragen muss; eine negative Interaktion kann durch fünf positive kompensiert werden
Das bringt Gottmann zu den „7 Geheimnissen einer glücklichen Ehe“
1. Aktualisieren Sie Ihre Partner-Landkarte
Die „Love Map“ beschreibt das innere Wissen über Gefühle, Wünsche, Belastungen und Träume des Partners. Paare, die aktiv über das Leben des anderen informiert bleiben, bleiben emotional verbunden. Dazu gehört zu wissen, was den Partner gerade beschäftigt, freut oder stresst.2. Pflegen Sie Zuneigung und Bewunderung füreinander
Positive Grundhaltung ist ein Schutzfaktor. Zuneigung, Anerkennung und kleine, bewusste Wertschätzungen stärken die Beziehung. Dazu gehören sowohl Worte („Ich schätze, wie du das gemacht hast“) als auch kleine Gesten der Wärme und Verbundenheit.3. Wenden Sie sich einander zu und nicht voneinander ab
Beziehungen bestehen aus vielen kleinen Versuchen, Kontakt herzustellen (Bids for Connection). Glückliche Paare reagieren meist positiv darauf – durch Zuhören, ein kurzes Lächeln, eine Antwort oder Berührung. Jede dieser Reaktionen stärkt die emotionale Bindung.4. Lassen Sie sich von Ihrem Partner beeinflussen
Beziehungen funktionieren besser, wenn beide Partner offen dafür sind, sich beeinflussen zu lassen. Das bedeutet Kompromisse, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, Entscheidungen gemeinsam zu treffen. Starrheit und Dominanz dagegen schwächen die Partnerschaft.5. Lösen Sie Ihre lösbaren Probleme
Viele Konflikte gehören zum Alltag und lassen sich mit guten Kommunikationswerkzeugen bewältigen: weiche Gesprächseröffnung, aktives Zuhören, klare Bitten statt Vorwürfe und Kompromissbereitschaft. Ziel ist nicht Perfektion, sondern Kooperation.6. Überwinden Sie Pattsituationen
Unlösbare oder festgefahrene Konflikte („Gridlock“) hängen oft mit tiefen emotionalen Bedürfnissen, Werten oder Identitätsthemen zusammen. Erfolgreiche Paare versuchen nicht, den anderen zu überwältigen, sondern die Bedeutung hinter den Positionen zu verstehen und einen respektvollen Dialog zu führen.7. Schaffen Sie einen gemeinsamen Sinn
Stabile und glückliche Paare entwickeln ein Wir-Gefühl: gemeinsame Rituale, Werte, Ziele und eine Vorstellung davon, was ihre Partnerschaft bedeutet. Ein gemeinsamer Sinn gibt Orientierung und stärkt das Gefühl, zusammen an etwas Bedeutungsvollem zu arbeiten.
Passt ja vielleicht auch ganz gut zur Weihnachtszeit
Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?
Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)
Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?
Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?
Für das Flüchtlingsthema oder für Israel etc gibt es andere Blogs
Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.
Ich erinnere auch noch mal an Alles Evolution auf Twitter und auf Facebook.
Wer mal einen Gastartikel schreiben möchte, auch gerne einen feministischen oder sonst zu hier geäußerten Ansichten kritischen, der ist dazu herzlich eingeladen
Es wäre nett, wenn ihr Artikel auf den sozialen Netzwerken verbreiten würdet.
In Bezug auf den gestrigen Artikel hier noch etwas mehr wissenschaftliches dazu:
Die Forderungs-Rückzugs-Dynamik bezeichnet ein gut untersuchtes Kommunikationsmuster in Partnerschaftskonflikten, bei dem ein Partner Veränderung fordert, kritisiert oder Druck ausübt (Forderung), während der andere sich emotional oder kommunikativ zurückzieht, verweigert oder das Gespräch vermeidet (Rückzug). Diese Dynamik verstärkt sich typischerweise wechselseitig: Je stärker eine Person drängt, desto stärker zieht sich die andere zurück – und umgekehrt. Sie ist empirisch belegtermaßen mit erhöhter Konfliktintensität, geringerer Problemlösung und sinkender Beziehungszufriedenheit verbunden.
Dazu ein paar Studien:
1. Gender and social structure in the demand/withdraw pattern of marital conflict
This study examined the effects of gender and social structure on the demand/withdraw pattern of marital conflict. In this pattern, the demander, usually the woman, pressures the other through emotional requests, criticism, and complaints, and the withdrawer, usually the man, retreats through defensiveness and passive inaction. In this study, 31 couples were assessed in 2 conflict situations: 1 in which husband wanted a change in wife and 1 in which wife wanted a change in husband. Data from husbands, wives, and observers consistently revealed a significant main effect of gender (wife-demand/husband-withdraw interaction was more likely than husband-demand/wife-withdraw interaction) and a significant interaction of gender and conflict structure (wife-demand/husband-withdraw interaction was more likely than the reverse only when discussing a change the wife wanted). Separate analyses of demand and withdraw behaviors indicated that both husband and wife were more likely to be demanding when discussing a change they wanted and more likely to be withdrawing when discussing a change their partner wanted. However, men were overall more withdrawn than women, but women were not overall more demanding than men
2. Cross-Cultural Consistency of the Demand/Withdraw Interaction Pattern in Couples
In order to examine the cross-cultural consistency of several patterns of couple communication, 363 participants from four different countries (Brazil, Italy, Taiwan, and the United States) completed self-report measures about communication and satisfaction in their romantic relationships. Across countries, constructive communication was positively associated with relationship satisfaction, whereas demand/withdraw communication was negatively associated with relationship satisfaction. Woman demand/man withdraw communication was significantly more likely than man demand/woman withdraw communication. Also, some evidence suggested women wanted greater closeness versus independence in their relationships than did men. Differences between partners in desire for closeness versus independence were associated with greater demand/withdraw communication. The possible bases for the demand/withdraw pattern of communication and its gender linkage are discussed
Aus den Daten in der Studie:
1. Konstruktive Kommunikation und Zufriedenheit
Konstruktive Kommunikation war positiv mit Beziehungszufriedenheit korreliert (in allen vier Ländern)
Partielle Korrelationen (kontrolliert für Geschlecht):Brasilien: r = .21 (p = .05)
Italien: r = .51 (p < .001)
Taiwan: r = .50 (p = .001)
USA: r = .35 (p = .016)
2. Demand/Withdraw-Muster und Unzufriedenheit
Das Demand/Withdraw-Muster war negativ mit Beziehungszufriedenheit korreliert
Partielle Korrelationen:
Italien: r = -.44 (p < .001)
Taiwan: r = -.43 (p = .005)
USA: r = -.39 (p = .008)
Brasilien: r = -.18 (nicht signifikant)
3. Geschlechtsunterschiede
Das „Frau fordert/Mann zieht sich zurück“-Muster war signifikant häufiger als umgekehrt:
Mittelwerte:
Frau fordert/Mann zieht sich zurück = 13.37 vs. Mann fordert/Frau zieht sich zurück = 10.65
Dieser Effekt zeigte sich in allen vier Ländern:
Brasilien: t(88) = 4.15, p < .001
Italien: t(71) = 3.23, p < .01
Taiwan: t(51) = 2.69, p < .05
USA: t(47) = 2.73, p < .01
4. Wunsch nach Nähe vs. Unabhängigkeit
Männer zeigten eine größere relative Präferenz für Unabhängigkeit (M = 19.81) als Frauen (M = 17.82), F(1, 237) = 13.28, p < .001
Dieser Effekt war jedoch nicht in allen Ländern gleich stark:Signifikant: Italien (t = 3.91, p < .001) und USA (t = 2.28, p < .05)
Nicht signifikant: Brasilien und Taiwan
5. Unterschiede im Nähewunsch und Demand/Withdraw
Je größer die Diskrepanz zwischen Partnern bezüglich des Wunsches nach Nähe/Unabhängigkeit, desto mehr Demand/Withdraw-Kommunikation trat auf
Der absolute Unterschied sagte signifikant das Demand/Withdraw-Muster vorher (β = .19, p < .01)
Also in etwa:
(Wenn ich es richtig verstanden habe)
3. Exploring the Basis for Gender Differences in the Demand-Withdraw Pattern
During marital conflict, wives tend to demand and husbands tend to withdraw. These behaviors were historically thought to stem from essential differences between men and women. An alternative explanation implicates one form of power differences—wives desire more change and therefore demand, whereas husbands desire less change and withdraw to maintain status quo.
Studying same-sex as well as cross-sex couples enables an evaluation of both explanations. We examined demand-withdraw behaviors in 63 heterosexual, gay, and lesbian couples. The demandwithdraw pattern was seen regardless of type of couple. Further, for all couples, differences in the amount of change desired in partners during a conflict interaction predicted differences in demand and withdraw behaviors. These results offer further evidence that an oft-observed difference in heterosexual relationships may result from social conventions that afford men greater power and women less power.
Finde ich interessant, weil anscheinend das Verhalten bei Heterosexuelle, Schwulen und Lesben vorkommt.
Demand-Verhalten:
Heterosexuell: 13.1 (SD = 4.8)
Schwul: 14.4 (SD = 4.1)
Lesbisch: 14.4 (SD = 5.0)
F(2,60) = 0.56, p = .58, η²p = .02
Withdraw-Verhalten:
Heterosexuell: 15.8 (SD = 5.5)
Schwul: 15.5 (SD = 3.1)
Lesbisch: 15.6 (SD = 3.7)
F(2,60) = 0.04, p = .96, η²p = .00
Interessant auch, dass Schwule am wenigsten Fordern und sich am wenigsten Zurückziehen. Heterosexuelle Paare ziehen sich auch am häufigsten zurück.
Die Schlussfolgerung ist aus meiner Sicht etwas merkwürdig: Frauen wollen mehr Veränderung, deswegen haben Männer die Macht. Es liegt an den sozialen Rollen und dem Patriarchat. Man könnte ja genau so vermuten, dass der, der eher etwas durchsetzen will mehr Macht hat als der, der es abwehren will und sich zurückzieht.
Aber das hängt wahrscheinlich auch davon ab, wie man die Forderungen sieht: Wenn man darauf abstellt, dass man gerechte Forderungen gegenüber jemanden durchsetzen muss, der einen bisher benachteiligt ist es etwas anderes als wenn man davon ausgeht, dass der eine seine Vorstellungen durchsetzen will und der andere diese als überzogen oder unnötig ansieht.
Ein Beitrag auf einem Frauen-SubReddit:
„Schick mir eine Liste mit den Dingen, die im Haushalt erledigt werden müssen, und ich mache es“
Warum brauchst du eine Liste, um ein Erwachsener zu sein? Wenn du nicht selbst herausfinden kannst, was in deinem eigenen Haushalt getan werden muss, bedeutet das, dass du dich auf die emotionale Arbeit und Anleitung von Frauen verlässt – damit du nicht wirklich am Prozess teilnimmst oder Verantwortung übernimmst, außer jemand sagt es dir. Das ist keine Partnerschaft, das ist Erziehung.
Ich spreche nicht von meinem eigenen Mann. Ich habe das Gefühl, ich hatte wirklich Glück. Aber mein erster Mann hat das immer so gemacht, und ich sehe es überall, die ganze verdammte Zeit. So sehr, dass es sogar ein Klischee in Filmen und Serien ist. Ich bin einfach so unfassbar müde von dieser bewaffneten Inkompetenz und dem Mangel an emotionaler Intelligenz.
Und wenn du Vater eines Jungen bist, dann bring ihm bitte genau diese Dinge bei, damit er nicht später auf seine Partnerinnen angewiesen ist, um sie zu lernen!
Das ist eine Klage die man häufiger liest. Er solle bitte intuitiv erfassen, was alles gemacht werden soll, sie soll es ihm nicht sagen müssen.
Von der anderen Seite her sind viele Männer vielleicht einfach zum einen bei vielen Sachen entspannter und sehen sie als weniger notwendig an, zum anderen wissen sie, dass sie immer etwas übersehen werden, was sie angeblich wichtig findet und wollen vielleicht mit einer Liste einfach dem Konflikt aus dem Weg gehen: Wir vereinbaren eine Liste von Sachen, die ich mache und dann hat man wieder Frieden.
Viele Frauen wollen hingegen vielleicht sogar eher den Streit führen, weil sie es nicht auf eine feste Liste festlegen wollen, sondern er einfach mehr darauf achten soll, was zu machen ist, weil es ja offensichtlich ist und sie es sonst macht.
Aus den Kommentaren:
Mein Mann hat das auch gemacht. Einmal für jede Sache, die erledigt werden musste. Er hatte eine Mutter, die alles gemacht hat, also ist es in gewisser Weise verständlich. Er wusste es einfach nicht. Aber er hat wirklich nur jeweils einmal gefragt und wollte es lernen. Ich habe ihm gesagt, was getan werden muss, und er hat es sich gemerkt. Wir sind seit 20 Jahren verheiratet. Ich musste ihm nie wieder Erinnerungen geben. Und – Überraschung – er war genauso fähig zu lernen, was getan werden muss, wie ich als Frau … 20 Jahre später bringt er mich jeden Tag zum Lächeln. Wir sind echte Partner 🙂
Und:
Das Schlimmste ist: Wenn du eine Liste gibst, sind sie fassungslos darüber, wie lang sie ist, behaupten, dass dies keine echte Aufgabe sei oder längst nicht so regelmäßig gemacht werden müsse, und bestehen darauf, dass du sie alles machen lässt – obwohl es nur die Hälfte der Dinge ist, die eigentlich erledigt werden müssen …
Meine Mutter hatte recht: Nichts ist sexier als ein Mann in der Küche (damit meinte sie einen Mann, der auch Hausarbeit macht).
und:
Es gibt Leute, die tatsächlich besser mit einer Liste arbeiten, und Mann, ich liebe es, diesen Leuten Listen zu geben. Sie halten sich daran, bleiben dran, und es ist einfach schön. Sie brauchten nur jemanden, der ein bisschen Ordnung reinbringt und ihnen Fokus gibt – und dann legen sie richtig los.
Die Typen, die nach einer Liste fragen und dann absolut gar nichts tun, sollten von jeder Frau in ihrem Leben mit Poolnudeln verprügelt werden.
und:
Kannst du dir vorstellen, dass diese Männer sich bei der Arbeit so verhalten?
„Hey Chef, mach mir einfach eine Liste mit allem, was ich heute tun soll, und stell sicher, dass sie supergenau ist, damit ich mich mit weaponized incompetence nicht aus Aufgaben herauswinden kann, die ich für unter meinem Niveau halte oder einfach keine Lust habe zu erledigen.“
Ja klar, das käme bestimmt gut an!
Ergänzung, um einen weiteren Kommentar von mir zu erklären:
Genau das war mein Punkt. Ich sehe viele Kommentare wie „An vielen Arbeitsplätzen gibt es Handbücher als Referenz!“, aber darum geht es mir überhaupt nicht. Ich meine: Wenn ein Mann einen Bürojob hat und das Telefon klingelt, sollte er nicht gesagt bekommen müssen, dass er abheben soll. Wenn ein Mann als Klempner arbeitet, sollte man ihm nicht sagen müssen, dass er seine Schraubenschlüssel mitnimmt. Wenn ein Mann Kellner ist, sollte man ihm nicht sagen müssen, dass er die Bestellungen der Gäste aufnehmen soll.
Gerade geht der Artikel „The Lost Generation“ durch Twitter und andere Medien und wird stark diskutiert. Er war auch gestern Thema bei Arne.
Die Kurzzusammenfassung (von Grok):
Der Artikel argumentiert, dass die Institutionalisierung von DEI-Maßnahmen (Diversity, Equity, Inclusion) ab etwa 2014 eine ganze Generation junger weißer Männer (insbesondere Millennials) in den USA systematisch benachteiligt hat. Betroffen sind vor allem Bereiche wie Medien, Akademie und Hollywood. Diese Politik habe zu einer „verlorenen Generation“ talentierter Individuen geführt, deren Karrieren stagnierten oder scheiterten, während ältere weiße Männer (Boomer und Gen-X) ihre Positionen behielten.
Kernthese
Ab 2014 (verstärkt nach 2020 durch die George-Floyd-Proteste) wurden DEI-Richtlinien in Institutionen verankert, die explizit nicht-weiße Männer und Frauen bei Einstellungen und Beförderungen priorisierten. Für junge weiße Männer bedeutete das: „Die Welt rootet nicht für dich – im Gegenteil, sie rootet aktiv gegen dich.“ Dies schuf eine generationale Kluft: Ältere weiße Männer blieben unberührt an der Spitze, während Jüngere ausgeschlossen wurden. Wichtige Beispiele und Daten
- Hollywood/TV-Serien: Anteil weißer Männer in Writers‘ Rooms sank von 60 % (2011) auf 11,9 % (2025). Diversity-Fellowships (z. B. Disney, Sundance) schlossen weiße Männer fast vollständig aus (nur 5,8 % bei Sundance seit 2018). Agenturen forderten explizit „diverse and female only“.
- Medien: Bei The Atlantic sank der Männeranteil von 53 % (2013) auf 36 % (2024); bei Vox von 82 % männlich/88 % weiß auf 37 %/59 %. Praktika und Einstiegsjobs gingen überwiegend an Frauen und People of Color; weiße Männer machten oft weniger als 10 % der Bewerber aus, aber noch weniger der Einstellungen.
- Akademie: Neue Tenure-Track-Positionen in Geisteswissenschaften priorisierten Diversity (z. B. durch DEI-Statements als ersten Filter). An Yale: Nur 7,9 % weiße Männer in neuen Einstellungen seit 2018; an Harvard von 39 % (2014) auf 18 % (2023). Ältere weiße Professoren wurden weiter eingestellt, Jüngere nicht.
- Andere Bereiche: Ähnliche Rückgänge in Recht, Medizin und Tech (z. B. Google/Amazon: Weiße Männer von ca. 50 % auf ein Drittel). Ausgeschlossene wanderten nicht in andere Prestigefelder ab, sondern oft in niedrigstatusige Alternativen wie Crypto oder Substack.
Persönliche und gesellschaftliche Folgen
Der Autor erzählt von seiner eigenen Erfahrung: 2016 wurde ein Jobangebot als Drehbuchautor zurückgezogen, weil das Team nicht „all-white-male“ sein durfte. Viele Betroffene schwiegen aus Angst vor Backlash, passten sich an („protective coloration“ als Allies) oder gaben auf. Der Artikel betont, dass mittelmäßiges Talent früher ausreichte, nun aber nur „Superstars“ eine Chance hätten. Dies habe Institutionen geschwächt (z. B. sinkendes Vertrauen in Medien, schrumpfendes Hollywood) und zu persönlicher Verzweiflung geführt.SchlussSavage sieht eine Verrat an der meritokratischen Idee und warnt vor den langfristigen Konsequenzen: Eine demoralisierte Generation, die liberale Ideale aufgab, und Institutionen ohne ausreichenden Nachwuchs. Der Text endet introspektiv: Der Autor bedauert, dass normales Talent nicht mehr reicht und dass die Gesellschaft diesen Schaden largely ignoriert hat.Der Artikel ist kontrovers und wird derzeit intensiv diskutiert (u. a. in NYT, YouTube und Foren), da er DEI-Politiken als diskriminierend gegenüber weißen Männern darstellt.
Kritische Analyse des Artikels
Der Artikel kombiniert persönliche Erzählung, statistische Behauptungen und eine politische Interpretation gesellschaftlicher Veränderungen. Dabei entstehen mehrere logische, empirische und argumentative Probleme.
1. Persönliche Erfahrung → Generalisierung
Der Autor beschreibt zunächst ein individuelles Scheitern, das in kreativen Branchen häufig ist. Hollywood hat extrem wenig feste Jobs, massive Konkurrenz, unklare Entscheidungsprozesse und ständige Projektabbrüche.
Der Artikel macht daraus: „Meine Erfahrung steht für eine verlorene Generation weißer Männer“. Das ist eine klassische Verallgemeinerung von Einzelfällen.2. Unbelegte oder verzerrte Statistikverwendung
Die genannten Zahlen zu Rückgängen des Anteils weißer Männer werden nicht sauber belegt, beziehen sich oft auf selektive Zeitpunkte und ignorieren Bevölkerungsentwicklung und Branchendynamiken. Korrelation wird als Kausalität interpretiert („Mein Jobverlust liegt an Diversity“), während andere Einflussfaktoren ausgeblendet werden.3. Fehlende alternative Erklärungen
Mögliche Gründe für die Karriereentwicklung werden nicht berücksichtigt: Qualität der eigenen Arbeit, Zufall/Konkurrenzdruck, Branchenkrisen (z. B. Streamingkrise), Änderungen im Markt (mehr Reality-TV, weniger Writers Rooms). Der Artikel reduziert alles auf ein monokausales Narrativ: „DEI-Programme benachteiligen weiße Männer“.4. Fehlende Differenzierung zwischen Quote und Priorisierung
Diversity-Programme in Hollywood sind meist Zusatzprogramme, keine Verbote. Sie beeinflussen Chancen nicht so stark wie behauptet und schaffen zusätzliche Positionen für unterrepräsentierte Gruppen, ersetzen selten bestehende Stellen. Der Text stellt Diversity jedoch als Nullsummenspiel dar: „Wenn jemand anderes gefördert wird, verliere ich automatisch.“5. Emotionaler Appell statt nüchterner Analyse
Der Artikel nutzt rhetorische Mittel wie Nostalgie („Früher hatten weiße Männer Chancen“), Opferrolle („Die Welt ist jetzt gegen uns“) und kulturelle Bedrohung („sie nehmen uns die Positionen weg“). Diese Dynamiken entsprechen typischen Identitätspolitik-Argumentationsmustern der Rechten, die Diversität als „Anti-Weiß“ interpretieren.6. Politische Agenda des Magazins (Compact)
Compact wird vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft und verbreitet systematisch anti-DEI-, anti-Migrations- und anti-Feminismus-Narrative. Der Artikel dient weniger der Aufklärung als der Legitimation eines bestimmten Narrativs.Fazit der kritischen Analyse
Der Text ist eher eine politisch gefärbte Meinungsäußerung als eine seriöse Analyse gesellschaftlicher Veränderungen. Er:
- überhöht ein persönliches Misserfolgserlebnis zu einer Generationserzählung,
- nutzt selektive oder unvollständige Daten,
- ignoriert alternative Erklärungen,
- stützt ein politisches Narrativ („DEI nimmt weißen Männern Chancen weg“),
- erscheint im Kontext einer Plattform mit klarer ideologischer Agenda.
Kurz gesagt: Der Artikel kann interessante Perspektiven vermitteln, seine gesellschaftlichen Thesen halten einer wissenschaftlichen oder faktenbasierten Prüfung jedoch kaum stand.
Ich habe dann kurz mit ChatGPT darüber diskutiert, aber er war nicht davon abzubringen, dass das schlicht rechte Inhalte sind, die DEI würden ja nicht schaden sondern nur wieder Gerechtigkeit herstellen und die weißen Männer seien eben sauer weil sie nicht wie bisher alle Plätze bekommen.
Natürlich: Der Artikel ist ein Stimmungsbild. Keine wissenschaftliche Analyse der Einstellungspraktiken.
Aber andererseits gibt es ja genug andere Berichte, die ins gleiche Horn stoßen und DEI Kräfte die gar keinen Hehl daraus machen, dass sie kein Interesse an der Einstellung weißer Männer haben.
Insofern ordnet sich der Artikel ganz gut in sonstige Berichte ein.
Bitte Kommentare bündeln, wenn sie nur aus einzelnen Tweets und kurzem Kommentar bestehen und man sehr viele davon plant.
Zwischen einem Kommentar, der nur einen Link oder einen Tweet ohne Besprechung des dort gesagten enthält, sollten mindestens 5 Kommentare anderer liegen, damit noch eine Diskussion erfolgen kann.
Habe ich schon häufiger so gehört, insofern lohnt es eine Besprechung:
Ich kenne KEINE einzige Frau, die nicht schon Mal einen (sexuellen) Übergriff oder mehr erlebt hat.
Männer hingegen kennen in ihrem Freundeskreis oft niemanden, der so etwas machen würde. Wie kann das verdammt nochmal sein?
Also der Reihe nach:
Ich kenne KEINE einzige Frau, die nicht schon Mal einen (sexuellen) Übergriff oder mehr erlebt hat.
Das kann ich mir durchaus vorstellen. Irgendwer wird eine Frau schon einmal blöd angemacht haben oder sich etwas herausgenommen haben, was er nicht hätte tun sollen. Ich würde das noch nicht einmal bestreiten. Gerade wenn man Übergriff relativ weit fasst und bedenkt, dass es ja nur um eine Tat geht (auch wenn je nach Ausgehverhalten sicherlich auch mehr zusammen kommen)
Männer hingegen kennen in ihrem Freundeskreis oft niemanden, der so etwas machen würde. Wie kann das verdammt nochmal sein?
Das wäre durchaus einfach zu erklären: eine kleine Anzahl von Tätern mit hoher Wiederholungsrate.
Dazu Betrunkene, Missverständnisse etc.
Es dürfte normal sein, dass man eben Freunde hat, die Frauen belästigen. Genauso wie die meisten Frauen angeben werden, dass ihre Freundinnen grundsätzlich gute Menschen sind. Einfach weil man sich die Freunde üblicherweise auch danach aussucht.
Hinter der Aussage steckt vielleicht auch das Bild, dass da die Männer die Frauen unterdrücken wollen oder was auch immer. Die große Patriarchale Verschwörung. Aber die ist für die meisten Männer gar nicht interessant.