Feministische Gehirne und männliche Ausrichtung

Im Nachtrag zu dem bereits hier kurz angesprochenen Artikel über Testosteron und die „digit ratio“ also das Verhältnis der Fingerlängen zueinander vergleichen jetzt Leser beim Mädchenblog ihre Fingerlängen.

Es scheint als wäre bei einigen das Ergebnis durchaus übereinstimmend:

ich hab total „weibliche“ Formen, ein mackeriges auftreten, kann nicht einparken und hab nen deutlich längeren Ringfinger. Hilfe, ich bin verwirrt! was ist mit mir?

Die Biologie ist wenig verwirrt, schließlich wird der „Verhaltensbereich“ im Gehirn zu einer bestimmten Zeit vor der Geburt im Mutterleib ausgebildet und kann insofern auch bei „weiblichen Formen“, die sich wesentlich später ausbilden und dann eher auf gesunde Eierstöcke, die Östrogen produzieren zurückzuführen sind, vorliegen.

Ein weiterer Kommentator beschreibt, dass sie gerne mit Pfeil und Bogen spielte und ebenfalls ein männliches Fingerlängenverhältnis hat. Natürlich können auch Frauen mit Pfeil und Bogen spielen, über Pfeil und Bogen findet sich nichts in den Genen. Die Art des Spielens ist eher entscheidend. Das  klassische Pfeil und Bogen Spiel dürfte besser zu einem männlichen Gehirn mit einer Beziehung zu Sachen, räumlichen Denken und wenig „Beziehungsspiel“ liegen. Wenn eine Mädchen mit Spielzeugautos spielt, die Geschichten aber eher „Cars“ ähnlich sind, also zB auf den Beziehungen der Autos untereinander aufbauen, wäre dies eher ein weibliches Gehirn.

Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Feministinnen eher eine männliche Gehirnausrichtung haben. Dazu hatte ich schon mal im Blog von Morjanne was geschrieben, was ich der Einfachheit halber hier noch mal anfüge:

Nehmen wir nur einmal als Gedankenexperiment an, dass Pease und Pease recht haben und du ein „männliches Gehirn“ abbekommen hast (gleichzeitig aber sich der Teil, der die sexuelle Präferenz betrifft wie sonst auch bei Frauen entwickelt hat). In deiner Kindheit hättest du viel mit Jungs gespielt und wärst wahrscheinlich recht wild gewesen, was aber als Kind noch nicht so auffällt. Mit Eintreten der Pubertät werden die Geschlechterrollen deutlicher. Du nimmst dich anders als die anderen Frauen wahr und verstehst nicht, warum viele Frauen Dinge „Frauendinge“ machen. Viele Sachen, die Frauen typischerweise machen machen dir weniger Spass als deinen Freundinnen, du merkst das du viele Jungensachen gerne machst. Also fragst du dich WARUM machen andere Frauen diese Sachen, ich aber nicht. Was dich direkt zu der Beschäftigung mit den Geschlechterrollen bringt. Hier findest du in der feministischen Literatur den Hinweis auf die Konstruktion der Geschlechterrollen. Du kommst zu dem Entschluss, dass du es im Gegensatz zu den anderen Frauen geschafft hast diese Konstruktion zu durchschauen und dich von ihr frei zu machen. Ein gutes Gefühl. Du bist eine befreite Frau. Du bist nicht anders als die anderen, sie sind einfach noch nicht so weit wie du. Tatsächlich hättest du dich nach Pease und Pease aber nicht von dem Rollenbild befreit, sondern lebst lediglich mit einem Gehirn das deiner phänotypischen Erscheinung nicht entsprichst und von vorne herein frei von weiblichen Rollenbildern war (weil männlich ausgerichtet) Der feministische Gedanke hat aber den Vorteil, dass du nicht eine „andere Frau“ (völlig wertneutral gemeint) sondern eine „bessere Frau“ (weil eine die sich frei gemacht hat von den Regeln der Gesellschaft) bist. Das macht den Gedanken in der Selbstwahrnehmung natürlich wesentlich attraktiver.

Mir ist in früheren Diskussionen schon aufgefallen, dass viele Feministinnen in einer „Pease und Pease Debatte“ angeben, dass der Test bei ihnen ein „männliches Gehirn“ ergibt (siehe auch steve oben). Das erscheint mir logisch, Frauen mit einem „mänlichen Gehirn“ spüren am meisten den „Rollendruck“, so dass sie Erklärungen suchen und die Idee des sozialen Rollenkonstrukts ist dabei die für einen selbst positivste.

Ich bin also für einen umfassenden Test der „Digit Ratio“ bei Feministinnen, vielleicht auch noch eine Messung des Hüft-Becken-Indexes (später wirkendes Testosteron müsste schmalere Hüften machen).

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12 Gedanken zu “Feministische Gehirne und männliche Ausrichtung

  1. Selbst die Menschen-AFFEN-Männchen spielen lieber mit Autos, und die Weibchen lieber mit Puppen.

    Dieses völlig politisch unkorrekte Ergebnis haben die Forscher aus Furcht vor dem Gender-Wahn lange zurückgehalten.

    Weg damit!
    Weg mit allen Frauenbeauftragten, wir müssen doch sparen!
    Davon gibt es mit ca. 300 000 viel zu viel.

  2. Pingback: Frauenbild und Feminismus: Wie viel eigenes Denken lässt die Gesellschaft zu? « Alles Evolution

  3. Pingback: Gruppierungen in der Geschlechterdiskussion nach Gehirnausrichtung « Alles Evolution

  4. Pingback: Heteronormativität « Alles Evolution

  5. Ich möchte die physische Facette der Geschlechterthematik sehr gerne mit einem Zitat aus der mythopoetischen Männerbewegung nach Robert Bly anreichern :

    „Mir gefällt der Gedanke, dass die Dinge, die ich tue, männlich sind…Wenn ich ein Baby halte und küsse, dann hält der männliche Teil von mir dieses Baby. Wenn mir vor Angst oder Freude die Tränen kommen, dann sind sie ganz und gar männlich. Sie haben nichts Weibliches an sich.“ (Marvin Allen)

    Mir gefält der Gedanke, dass mir als Mann alle Wege offenstehen.

  6. @Thomas

    Natürlich stehen dir als Einzelwesen alle Wege offen. Dennoch werden sich die Menschen als Gruppe eher für diesen oder jenen Weg entscheiden und die Entscheidung in die eine Richtung kann ihnen aufgrund biologischer Umstände besser gefallen.

  7. @Christian : Abenteuer Forschung hat das Thema „Gene vs. Kultur“ und die vertraute meist hitzig diskutierte Frage im uns bekannten Feminismus „Wie groß ist `Der kleine Unterschied` denn jetzt wirklich“ ebenfalls 2009 aufgeriffen :

    Auch der Pinkersche Empathievorteil wird angesprochen und der Versuch mit den Affen.

    Im Dezember 2009 relativierte Quarks & Co. mit neuen Erkenntnissen dass die Theorie der feuerhütenden Frau nicht stimmt und sie ebenfalls auf Externatilisierung gedrillt waren. Dann las ich irgendwo wieder, dass die Steinzeitfrage deswegen unerheblich ist, da der Gen-Pool des Menschen sich vor 6000-10000 Jahren angeblich drastisch veränderte, die Zeiten von vor 60000 Jahren also unrelevant sind.

    Die Frage „Biologie vs. Kultur“ kommt mir langsam vor wie ein Dschungel an Wissensfragmenten.

    Ich habe dabei den Eindruck, dass der uns vertraute eher militant in Erinnerung lebendige Feminismus gerne biologische Aspekte emotional zu negieren neigt und auf den reinen gender-Aspekt setzt.

    Ich kann mich daran erinern, dass in Susan Pinkers „Geschlechterparadox – ich glaube S. 152 (?) – beschrieben wird welchen Einfluß eine versehentliche oder krankheitsbedingte pränatale Androgyn-Exposition auf die Orientierungspräferenzen der Frau später haben soll, die dann eher technisch orientiert sein soll.

    Bei den vielen Wissensfragmenten komt man wirklich manchmal ins Grübeln.

    Es ist allerdings sehr schön, dass man hier in Deinem Blog einmal ohne Affektgeladenheit die Fragestellung sachlich klar erörtern kann.

  8. @Christian : Ich hätte noch eine kleine Anregung „off-topic“ :

    Bei einer einfachen Recherche zu der meines Wissens nach eigentlich netten Feministin Gloria Steinem stieß ich auf folgenden Link :

    http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=65 5

    “In den USA ist bekannt, dass Gloria Steinem Ende der 50er Jahre von der CIA rekrutiert wurde…”

    Ich halte das zwar etwas in Richtung „Verschwörungstheorie“, aber ich möchte künftig etwas in Richtung recherchieren wer hat vom militaten Feminismus richtig Geld verdient?

    Nach meiner Analyse „Simone de Beauvoir“ finde ich es äußerst merkwürdig, warum die militante Version den Mainstream prägte und nicht ihre Vision einer „authentischen ehrlichen Liebe“ ohne „eheliche Pflichterfüllung.“

    Was sich offenbarte, ist m.E. ein Zerrbild.

    War es reine Massenhysterie, die geduldet wurde nach dem Schema besser eine radikale Frauenbewegung als gar keine Frauenbewegung?

    Und da in den 70` ern viele Verlage, Plattenproduzenten etc. männlich dominiert waren, möchte ich gerne wissen, ob „böse Mädchen“ deswegen gefördert wurden weil es ökonomisch interessant war – selbst den Kolateralschaden in Kauf nehmend dass die beginnende Misandrie Männer/Väter im Familienrecht hochbetroffen machen und irgendwann die gesellschaftliche Mitte erreichen würde.

    Kennst Du neutral und klar engagierte Leute/Journalisten, die diese Schiene etwas mitrecherchieren könnten oder ob es sich wirklich nur um reine „Vorschwörungsphantastereien“ handelt?

    Im englischen Wikipedia findet sich folgender Hinweis :

    http://en.wikipedia.org/wiki/Gloria_Steinem

    “In May 1975, Redstockings, a radical feminist group, raised the question of whether Steinem had continuing ties with the Central Intelligence Agency (CIA). Though she admitted to having worked for a CIA-financed foundation in the late 1950s and early 1960s, Steinem denied any continuing involvement.[12] ”

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