Warum man Unterröcke mit Sexappeal verkauft

Bei der Mächenmannschaft geht es um die Frage, warum man Unterröcke mit dem Bild eines Models bewirbt, dass nichts außer diesem Rock anhat.

Es ist anzunehmen, dass dahinter Sexismus vermutet wird, die Frau wird zum Objekt gemacht, auf ihren Körper reduziert oder was auch immer. Der genaue Grund, was dagegen spricht, die Frau so abzubilden, wird nicht dargelegt, was aber auch auf einen feministischen Blog nicht erforderlich ist, da es wohl eine Wiederholung wäre.

Die Modefirma antwortet zurück, dass dies geschieht, damit ein Käufer nicht denkt, dass es zu dem Unterrock noch ein bestimmtes Top dazu gibt. Anna, die Autorin beim Mädchenblog meint, dass die Antwort höchstwahrscheinlich eine Verarschung ist.

Da wird sie recht haben. Aber die Modefirma möchte ja auch nicht Feministen gefallen, sondern ihren Kunden und das Bild ist nicht dazu gedacht, feministische Gelüste zu erfüllen, sondern vielmehr Kundinnen anzusprechen. Männer kaufen überlicherweise keine Unterröcke.

Das sich hieraus ein Widerspruch ergibt zeigt meiner Meinung nach, dass sich der theoretische Feminismus von einer Mehrzahl der Frauen entfernt hat.

Im Feminismus sprechen so wie ich es verstehe die folgenden Gedanken gegen die Werbung:

  • die Nacktheit hat keine direkte Verbindung zum verkauften Gegenstand, zwar ist es ein Kleidungsstück, so dass es sich anbietet, es an einem Modell zu präsentieren, aber das diese dazu oben herum nicht bekleidet ist ist nicht üblich, es wird also Nacktheit um der Nacktheit willen eingesetzt
  • das wiederum ist schlimm, weil damit die Verbindung Frau = Sex hergestellt wird. Damit wiederum wird die Frau auf ihr Aussehen reduziert und zum Objekt gemacht.
  • Einen Mann würde man so nicht abbilden, was zeigt, dass Frauen nur als Körper wahrgenommen werden
  • Das Bild vertiefft damit diesen Trend und damit auch das Frauenbild in der Gesellschaft, dies wiederum formt die Erwartungen von Männern und Frauen, so dass Frauen noch mehr auf den Körper reduziert werden

Die typsiche Katalogleserin stellt diese Betrachtungen denke ich nicht an. Ihre Gedanken werden eher so gehen:

  • Ich möchte ein Kleidungsstück kaufen, dass entweder praktisch ist oder mich optisch in ein gutes Licht rückt, oder beides.
  • Ein Unterrock? Welches Bild würde ich damit abgeben? Die Frau, die den Rock trägt macht einen selbstbewußten, sexy Eindruck, es ist also ein Kleidungsstück, dass mich optisch in ein gutes Licht stellen könnte.  Würde es auch bei mir so gut aussehen?

Die Käuferin nimmt also das sexy Bild nicht in einem gesellschaftlichen Kontext wahr, sondern als Hinweis darauf, wie die Wirkung dieses Kleidungsstückes bei ihr sein könnte. Viele Kundinnen mögen sich wünschen, dass das Schönheitsideal anders sei, aber sie wissen auch, dass sie in einer Welt leben, in der eines der wichtigsten Kriterien der männlichen Partnerwahl optische Kriterien sind. Also verbessert es ihre Position, wenn sie sich in diesem Bereich gut aufstellen. Demnach wollen sie Kleidung, die sie gut aussehen läßt und sexy macht.

Aber hätte man das nicht auch mit weniger nackten Haut erreichen können? Klar, aber ein schlichter Unterrock ist nicht sehr viel mit dem man arbeiten kann. Klar hätte man noch einen BH dazugeben können, aber einen BH stellt man überlicherweise mit unterteil dar, da dies als Set verkauft werden, was bei einem Unterrock nicht möglich ist. Bei einem Top stellt sich die Frage, ob der Anbieter der Anbieter Lascana so etwas überhaupt hat. zudem hätte es den Blick auf den Rock und wie dieser im oberen Bereich abschließt verdeckt. Die Entscheidung das Bild auf das wesentliche zu reduzieren und durch die angedeutete Nacktheit möglichst viel Sexiness in diesen zu legen ist insofern werbetechnisch nachvollziehbar. Zumal die Nacktheit familientauglich gemacht wird, indem die Hände des Models dafür sorgen, dass eher weniger gezeigt wird als in den Dessousfotos.

Sollte Lascana mit der Mädchenmannschaft darüber diskutieren? Natürlich nicht, sie können in einer solchen Diskussion nur verlieren, weil diese Diskussion ihre Kunden nicht interessiert und sie gegen feministische Dogmen ankämpfen müssten. Wahrscheinlich würde dies nur dazu führen, dass sie sich die vorwerfen lassen müssten, überhaupt Unterwäsche in sexy anzubieten und zudem keine Übergrößenmodels auf ihrer Seite zu haben.

Lascana will Unterröcke verkaufen und meint, dass dies am besten klappt, wenn die Frauen, die die Röcke kaufen, dass Gefühl haben, in diesen sexy sein zu können Feministen wollen eine nach ihrer Auffassung bessere Welt schaffen und gehen davon aus, dass ein gewisser Grad von Sexiness in Bildern dies verhindert.

Tief unten wird eine Diskussion hierüber bei der Natur oder Nurture – Debatte ankommen. Vertritt man hier die Auffassung, dass Männer und Frauen auf verschiedene Attraktivitätsmerkmal ansprechen, weil für Männer und Frauen innerhalb der Evolution verschiedene Kriterien vorteilhaft waren und es für Frauen wesentlicher war neben dem Körper auf Status zu schauen während Männer körperlichen Vorzügen ein großeres Gewicht zubilligten, weil dies evolutionär vorteilhaft war, dann verwundert es einen erstens nicht, dass Frauen das körperliche mehr betonen und damit auch häufiger weniger anhaben als Männer. Dann kommt man zudem zu dem Ergebnis, dass diese Bilder nicht die Gesellschaft formen, sondern lediglich ein Ausdruck der Partnerwahlkriterien sind.

Wer nackte Haut bei Männern und Frauen vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen. Den ein angezogener Mann kann evt. über seine Kleidung Status wesentlich besser komunizieren, zB in einem Anzug. Demnach können das Bild eines Mannes im Anzug und einer Frau, die sehr viel Haut zeigt, beide gleich „sexistisch“ sein, weil sie beide nichts anderes tun als die Partnerwahlkriterien zu erfüllen.

Nun könnte man sagen, dass die männlichen Partnerwahlkriterien eben schlechter sind als die weiblichen aber das ist ungefähr so sinnlos wie einem Fisch zu sagen, dass es besser ist, sich seinen Sauerstoff aus der Luft zu holen. Zudem dürften die weiblichen Partnerwahlkriterien zu wesentlich mehr Unheil auf dieser Welt geführt haben als die männlichen, führen sie schließlich zu Hierachien, dem Wunsch nach Reichtum, Dominanzdenken etc.