Religion als gutes Meme

Als Atheist und jemand, der davon ausgeht, dass die Evolutionstheorie keinen Raum für einen Gott lässt, der die Welt und den Menschen geschaffen hat, und der auch davon ausgeht, dass alle „Wunder“ eine rationale Erklärung haben, würde ich dennoch vertreten, dass Religion häufig sehr gute Memes bietet.

Damit meine ich nicht entsprechende Bilder sondern eher etwas auf der Grundlage der Memetheorie von Dawkins:

Religionen passen sehr zu unserem Denken und sind damit sehr verführerisch, was ihnen eine hohe Haltbarkeit gibt.

Zum einen geben einem Religionen einen festen Halt, ein Gut und Böse, wobei das Gute meist auf der eigenen Seite ist, wenn man nicht einer Religion folgt, die weniger auf Moral als auf Macht abstellt, die dann auch aus der „Bösen“ Seite folgen kann (aber natürlich damit gerechtfertigt werden kann, dass man überlegen ist).

Sie bedient häufig unser Bedürfnis Gründe zu erkennen, Sachen einen Sinn zu geben, sie erlaubt ein Verhandeln und Zwigespräche, wenn es eigentlich nichts zu verhandeln gibt („Bitte Gott, lass mich diese Klausur bestanden haben, dann werde ich in Zukunft ein guter Mensch sein.“)

Sie ordnet einen in eine Hierarchie ein, in der man über anderen steht, aber gleichzeitig auch einen „guten Herrscher“ hat, der an dem wohl von einem interessiert ist. Früher mögen sie auch die Bildung einer einheitlichen Meinung erleichtert haben und Regeln absolut gesetzt haben und Strafen für einen Verstoß gegeben haben, eine Instanz, die alles sieht und Fehlverhalten teuer macht. Dieser Prozess spielt denke ich in der heutigen Welt häufig eine geringere Rolle, aber im persönlichen mag die Vorstellung vielen helfen solches Verhalten für sie selbst lohnender zu machen und sich gut dabei zu fühlen.

Sie erlauben zudem ein gewisses Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

Momentan treten immer mehr Funktionen von Gott zurück, weil die Wichtigkeit verschiedener Memes in ihrer Funktion zurückgeht. Wir haben eine vergleichsweise sichere Welt, die ihre eigenen Regeln vorgibt und umsetzen kann, ohne das wir einen strafenden Gott glauben.

Aber auch viele Atheisten werden in passenden Stunden schon mal den Gedanken an einen „Handel“ im Kopf gehabt haben, ein „Lass das gut gehen und ich werde dann was für dich/die Gesellschaft  tun“ an eine imaginäre Person oder ins nichts gesprochen. Es beruhigt einen vielleicht einfach, wenn man das Gefühl hat, dass man da noch etwas machen kann, dass es dann irgendwie ja gut gehen muss, weil man ja auch ein Gegenangebot dafür gemacht hat.

Das bedeutet nicht, dass ich Religionen plötzlich gut finde. Es erklärt aber, warum der Gedanke an etwas Übergeordnetes eine hohe Widerstandskraft hat

 

Das Gesetz der religiösen Toleranz

In dem bereits mehrfach erwähnten Buch „The Evolution of God“, welches ich nachhaltig empfehle, fand ich auch noch dies ganz interessant:

Das Gesetz der religiösen Toleranz.

Angehörige verschiedener Religionen vertragen sich dann gut miteinander, wenn sie ein kooperatives Spiel miteinander spielen können, bzw sich nicht in einem Nullsummenspiel gegenüber stehen.

Aus einer Besprechung :

Large-scale polytheistic cities of Mesopotamia placed a premium on gods that guarded ancient civilization against slipping into chaos, effecting social cohesion through a pantheon of divine enforcers that over time came to be understood as an interrelated hierarchy. Frequently, gods of neighboring cultures would be adopted or even merge into a single entity in the wake of political alliances or conquest, assimilated by trade partners or victorious empires to ease entry into the new social order. This „convenient malleability“ of polytheism was both an imperialist tool to mollify defeated masses, Wright notes, and „an elixir of intercultural amity“ that gives an early glimpse of how flexible religion has frequently been.

With these broad and overlapping deities came a new sense of universalism, extending a god’s authority and concern outside its original city walls, as well as the public’s tolerance for foreign gods, which waxed in accordance with the cosmopolitan times that perceived benefits to be gained from international cooperation. The catalyst for cooperation was most often in one culture’s recognition, conscious or not, of potential for a „non-zero-sum“ relationship with another. Theology has expanded and contracted in its inclusiveness and universality, Wright demonstrates, in nearly direct relation to how well the people can imagine a win-win scenario out of foreign interactions or, conversely, whether they determine that their interests must fall or rise based on the successes or failures of a rival. In operation, this means that „people are more likely to be open to foreign gods when they see themselves playing a non-zero-sum game with foreigners,“ says Wright, defining what he calls „the law of religious tolerance.“

Das scheint mit eher ein universelle Regel zu sein:

Solange ein Miteinander mehr Vorteile bringt als ein Gegeneinander verträgt man sich

Eigentlich fast eine Binsenweisheit.

Aber durchaus ganz hilfreich auch in der „Islamdebatte“. Solange man davon ausgeht, dass „der Islam“ letztendlich in einem Verdrängungswettbewerb, also einen Zerosum-Game steht oder die einzelnen Flüchtlinge keinen positiven Nutzen bringen, also nur Nutznießer der Situation sind, nimmt man die Verschiedenheit besonders stark war, hingegen ist sie einem bei dem Betreiber der Dönerbude und dem türkischen Gastarbeiter noch relativ egal gewesen, ebenso bei dem türkischen Gemüsehändler, der besonders frisches Obst hat und erst recht bei dem Ölscheich, der einem mit Öl versorgt.

In der Hinsicht würde auch passen, dass die eine Seite in der Flüchtlingsdebatte mit „Schmarotzer und Gefährder“-Motiven arbeitete und die anderen damit, dass diese unsere Kultur bereichern und verbessern und zB durch sie die Rentenkasse gerettet wird, ganz zu schweigen von dem Wert für Virtue Signalling.

Polytheismus, Monotheismus und der allmächtige, einzige Gott

In dem hier bereits erwähnten Buch „Evolution of God“  gab es auch noch eine andere interessante Darstellung, nämlich zu den Vorteilen des Polytheismus und des Monotheismus, also des Glaubens an viele Götter und des Glaubens an einen Gott.

Beim Polytheismus hat man den Vorteil, dass man wesentlich leichter andere Völker in seine eigene Kultur einbringen kann. Wenn es eh viele Götter gibt, dann sind die ausländischen Götter eben nur ein paar Götter mehr. Gerade da die Götter meist eh bestimme Eigenschaften hatten, die überall vorkommen, zB der Kriegsgott, der Gott der Weisheit, der Gott der Liebe, lies sich leicht darstellen, dass ein bestimmter Gott des anderen Volkes entweder eine bestimmte Funktion in der Menge der Götter übernimmt oder mit einem der bestehenden Götter identisch sind. Oder die Götter konnten ebenfalls Bündnisse schließen, evtl musste man nur eine Vorgeschichte anpassen, nach der sie lange verlorene Brüder waren oder was auch immer. Zumindest irgendeine Funktion für einen Gott mehr ließ sich durchaus finden.

Das hingegen ist beim Monotheismus deutlich schwieriger, da der Gott ja üblicherweise einen Alleinvertretungsanspruch als einziger Gott hat. Es ging noch, wenn ein Volk nur an einen Gott als seinen Gott glaubt, aber dafür durchaus anerkennt, dass es andere Götter gibt, die die Götter anderer Völker sind. Dann konnte man sich dem siegreichen Gott anschließen, der ja über den Sieg deutlich gemacht hatte, dass er der mächtigere Gott ist. In diesem Fall fungiert der jeweilige Gott eben wie ein menschlicher König, auch hier kann er einem besseren König Platz machen oder zur Not leicht in einen Polytheismus umgewandelt werden, indem die beiden Götter Platz haben. Häufig sind aber auch Legenden, bei dem der eine Gott den anderen verschlingt und sich somit einverleibt und damit auch teilweise der andere Gott ist, was die Verehrung erleichtert und den anderen Gott eben aus dem Rennen nimmt.

Ein Vorteil nur eines Gottes ist allerdings, dass er oft eine Herrschaft über ein Volk einfacher macht. Ein Herrscher, der sich auf den Willen der Götter des Volkes beruft muss zunächst erst einmal alle Priester der jeweiligen Götter auf seine Seite bringen. Das kann teuer sein, wenn die Priester sich ihre Zustimmung abkaufen lassen oder anderweitige Zugeständnisse wollen. Ein Abweichler, der sich dagegen ausspricht beispielsweise den Krieg gegen ein bestimmtes Volk zu starten, kann zu einem deutlichen Problem werden, wenn der Krieg dann verloren geht. Denn er hat dann den „wahren Willen“ der Götter mitgeteilt. Mit einem Gott hingegen ist die Sache klarer. Gerade dann, wenn der Herrscher selbst das Wort des Gottes verkünden kann oder eben nur einen Oberpriester auf seine Seite bringen muss. Wenn er den Haupttempel des einen Gottes kontrolliert, dann kann er sich immer zuverlässig auf das Wort Gottes verlassen und sich damit eine höhere Autorität geben. „Deus vult“ war nicht umsonst das Motto der Kreuzzüge.

Weitere interessante Handlungsmöglichkeiten aber auch theologische Probleme, bereitet einem ein Monotheismus mit einem allmächtigen Gott. 

In dem Buch ist gut dargestellt, dass der Gott der Bibel am Anfang keineswegs allmächtig war, eher ein Gott unter vielen, der sich als Kriegsgott nach oben kämpfen musste und seinem auserwählten Volk einige Siege brachte. Erst im Verlauf der Bibel wurde er zum einzigen Gott, neben dem es keine anderen Götter gibt, und der allmächtig war.

Allerdings stellt einen ein allmächtiger Gott vor ein Problem, wenn man die Schlacht nicht gewinnt, wenn es dem Volk schlecht geht, wenn es Übel in der Welt gibt. Es bringt einen zu einem bekannten Problem, der hier bereits aufgezeigten Theodizee

Entweder will Gott die Übel beseitigen und kann es nicht:

Dann ist Gott schwach, was auf ihn nicht zutrifft,

Oder er kann es und will es nicht:

Dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist,

Oder er will es nicht und kann es nicht:

Dann ist er schwach und missgünstig zugleich, also nicht Gott,

Oder er will es und kann es, was allein für Gott ziemt:

Woher kommen dann die Übel und warum nimmt er sie nicht hinweg?

Die Antwort in der Theologie der Bibel sind viellfach: Gott straft die Menschen, weil sie noch nicht genug an ihn glauben, weil sie nicht nach seinen Vorschriften leben oder er prüft sie oder er hat einen größeren Plan, bei dem diese Zwischenschritte eben notwendig sind.

Ein allmächtiger Gott erlaubt dabei auch eine noch größere „innere Disziplin“: Wenn es einem schlecht geht, dann weil noch zu viele Sünder, Ungläubige etc unter einem sind. Alles wird besser werden, wenn man sich noch mehr an seine Gebote hält, noch mehr Buße tut, noch radikaler gegen Ungläubige in den eigenen Reihen vorgeht. Denn Gott als allmächtiger könnte ja alles ändern, man muss also seiner nicht würdig sein, sonst würde er es ja machen. Sprich: Es eröffnet ein Race to the bottom dahingehend, dass man die Vorschriften immer noch verschärft und immer mehr nach dem Sündenbock in den eigenen Reihen sucht. Es eröffnet damit noch mehr die Möglichkeiten des Fanatismus, weil zumindest innerhalb des Glaubens die Option, dass ein anderer Gott stärker ist, nicht mehr existiert. Und jeder, der diesen Glauben äußert, kann gleich wieder als Grund dafür angeführt werden, warum einem Gott nicht hilft.

Christi Himmelfahrt und die Kreuzigung als Versagen von Jesus und Katastrophe für den jungen Glauben

Christi Himmelfahrt ist eine interessante Sache, insbesondere da ich gerade ein Buch lese, welches sich auch damit beschäftigt:

Da führt er unter anderem an, dass in der Bibel immer wieder Stellen vorhanden sind, in denen spätere und frühere Versionen stark voneinander abweichen und gerade die früheren Versionen häufig „ehrlicher“ klingen, während die späteren eher beschönigen oder „verbesserte Versionen“ enthalten.

Hier ein kleiner Auszug:

Historians of religion have an ironic rule for evaluating the Bible’s claims about history: the less sense a claim makes, the more likely it is to be true. That is, the less theological sense a claim makes, the more likely it is to be true. After all, if the Bible’s authors were going to fabricate things, you’d expect them to fabricate things that coexisted easily with their religious beliefs. When you see them struggling to reconcile some ill-fitting fact with their theology, chances are that the fact is indeed fact—a truth so well known in their circles that there was no way of denying or ignoring it.

That’s one reason the biblical accounts of King Josiah’s zealous devotion to Yahweh, discussed in chapter 6, are credible. Given that Josiah goes on to die ignominiously, and that Israel’s fortunes then spiral toward catastrophe, it would have been theologically simpler for the Bible’s monotheistic editors to describe Josiah as a rampant polytheist who incurred God’s enduring wrath. His opposition to polytheism is so theologically inconvenient that the best explanation for its inclusion in the Bible is its truth.

This criterion of credibility—call it the rule of theological inconvenience—is one reason biblical historians attach so much credence to the Crucifixion of Jesus. There is no written reference to Jesus being crucified until two decades after his death, but we can be pretty sure the Crucifixion happened, in part because it made so little theological sense.

That may sound strange. What could make more sense to a Christian than Jesus’s dying on the cross? The Crucifixion embodies one of Christianity’s central themes, God’s love for humanity. As the iconic Christian verse John 3:16 puts it: “For God so loved the world that he gave his only begotten son.…” And, as powerfully as these words ring now, imagine their impact in the ancient world. Throughout history, gods had been beings to whom you made sacrifices. Now here was a god that not only demanded no ritual sacrifices from you but himself made sacrifices—indeed, the ultimate sacrifice—for you. All of humanity’s sins, including yours, could be wiped off the ledger by God’s self-sacrificing redemption.

And this reversal of sacrifice was only Act One of Crucifixion theology. Act Two—the Resurrection of Jesus after his execution and burial—was an equally potent symbol. It illustrated both the possibility of eternal life and the fact that anyone of any ethnicity and any social class could qualify for it; all they had to do was accept and comprehend the Resurrection of Jesus himself. In full form John 3:16 reads: “For God so loved the world that he gave his only begotten son, that whosoever believeth in him should not perish but should have everlasting life.” The book of Galatians spelled out this open admissions policy: “There is no longer Jew or Greek, there is no longer slave or free, there is no longer male and female; for all of you are one in Christ Jesus.” Universal salvation was on offer from a deeply compassionate and giving God, and it’s hard to imagine a more resonant symbol of this fact than the Crucifixion of his son.

Why, then, if the Crucifixion fits into Christian theology so logically and powerfully, would scholars say that it passes the test of theological inconvenience (or, as they call it, the “criterion of dissimilarity”)? Because, however theologically convenient the Crucifixion may seem now, it didn’t seem that way back when it happened. For Jesus’s followers the Crucifixion was, in addition to emotionally wrenching, a serious rhetorical problem.

After all, Jesus was supposed to be the Messiah. (“Messiah” is the meaning of the Greek word that became Jesus’s title: Christos—or, in English, Christ.) Today Christians understand the Messiah as someone sent from on high who makes the ultimate sacrifice—his life—for humanity, bringing spiritual salvation to the world. But back in Jesus’s time, losing your life wasn’t part of the Messiah’s job description.

The word “messiah” came from the Hebrew verb meaning “to apply oil to,” to anoint. In the Hebrew Bible, Israel’s kings were sometimes called Yahweh’s “messiah”—God’s anointed one. By the end of the first millennium BCE, as Jesus’s birth approached, some Jewish sects saw an “anointed one,” a messiah, figuring centrally in their apocalyptic visions of a coming, final battle with God’s enemies. The most common expectation seems to have been that this messiah would be, like most of the Hebrew Bible’s “anointed ones,” a king. Hence the words that, according to the Gospel of Mark, were inscribed on the cross by Jesus’s persecutors: “King of the Jews.” And hence their sarcasm as he died: “Let the Messiah, the King of Israel, come down from the cross now, so that we may see and believe.”

Being a king wasn’t a strict prerequisite for being messiah. The Hebrew Bible had occasionally referred to a high priest or even a prophet as divinely anointed. This diversity was reflected in apocalyptic thought around the time of Jesus. According to the Dead Sea Scrolls—left behind by a sect that settled near the Dead Sea more than a century before Jesus’s birth—the climactic battle between good and evil would be fought under the leadership of two messianic figures, a priest and a prince. And even if the messiah was a king, his triumph wouldn’t necessarily come by military force alone. The “Psalms of Solomon,” written in the decades before Jesus’s birth, envisioned a messianic king who would “destroy the unlawful nations with the word of his mouth.”

Still, one thing that all anticipated messiahs of Jesus’s era had in common was that they would aid a climactic triumph over evil by exercising leadership here on earth—which meant, for starters, not dying before the climactic triumph over evil. Thus, according to prevailing logic, the death of Jesus should have been a devastating blow for any disciples who had been claiming that he was the Messiah.

Then again, according to prevailing logic, the death of King Josiah in the late seventh century, along with Judah’s ensuing catastrophe, should have vindicated polytheists and spelled doom for monolatry, to say nothing of monotheism. But the Yahweh-alone movement had proved creative then, and so would the Jesus movement now. Judah’s Yahwists found a way to turn calamity into a symbol of God’s universal power, and Jesus’s followers found a way to turn calamity into a symbol of God’s universal love.

How did they do it? Why did they do it? In answering these questions, it helps to appreciate that this lemons-into-lemonade theological maneuver isn’t the only thing incipient Christianity has in common with incipient Judaic monotheism. In both cases, also, ensuing scriptures had a tendency to cover theologians’ tracks—to recast the past in a way that obscured the actual evolution of doctrine. The Hebrew Bible’s latter-day monotheistic authors and editors, in recounting Israel’s history, created the illusion of an indigenous Israelite monotheism by depicting gods other than Yahweh as foreign, whether they were or not. The New Testament’s authors, in recounting the life of Jesus, created the illusion that post-Crucifixion belief was basically the same as precrucifixion belief. The Christianity that evolved in the decades and centuries after Jesus’s death—the Christianity that had Crucifixion as its natural core—was made to look like a straightforward extension of what Jesus himself had said and done. And in some cases that meant twisting what Jesus had actually said and done.

This isn’t to say, in either case, that conscious dishonesty was rampant. As stories spread orally, from person to person to person, an overarching dishonesty can take shape without a conscious attempt to mislead. Imagine followers of the crucified Jesus trying to win converts—possessed by a conviction so powerful that they embellish the story here and there, yet a conviction so earnest that they believe their embellishments.

Anyway, for present purposes the honesty of the Bible’s authors isn’t what matters. Rather, the take-home lesson is that, in deciphering the Christian revolution, we have to bring to the New Testament the same perspective we brought to the “Old” Testament, the Hebrew Bible. We have to remember that biblical narratives reflect not just the times when the events recounted took place, but the times when the narrative coalesced. With this in mind we can understand how exactly the Crucifixion, an act that in theory should have thrown this would-be messiah into disgrace beyond recovery, wound up turning him into a symbol of universal love.

Certainly this took some doing. For the real Jesus—the “historical Jesus”—didn’t emphasize universal love at all. At least, that’s what a close and critical look at the scripture strongly suggests.…

Das Christentum hatte also das Dilemma, dass man einen Messias ausgerufen hatte und der dann leider recht unspektakulär gekreuzigt worden ist.  Dabei gingen viele davon aus, dass er sie anführen würde, dass er Gerechtigkeit auf Erden bringe werde etc.

Man kann hier leicht das Bild eines Versagers zeichnen, der eben keineswegs mit göttlicher Macht versehen ist, der schlicht ein Scharlatan ist und sich wie ein gemeiner Verbrecher kreuzigen lässt, statt direkt vor den Augen der Römer ein Wunder zu vollbringen, sich damit als Messias zu bestätigen und die Revolution auszurufen.

Dazu passen auch sehr gut seine letzten Worte in der Version der Kreuzigung, die auf den ältesten Text zurückgeht (Markus 15, 34) :

„Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

Also ein Möchtegernmessias, der selbst davon ausgeht, dass er sein sich gesetztes Ziel, die Revolution, nicht erreicht hat, der dachte, dass er Unterstützung von Gott bekommt und sich nun fallengelassen fühlt.

Eigentlich sollte er ja als Sohn Gottes, der gleichzeitig selbst Gott ist, in den ganzen Plan eingeweiht sein, und es ist sehr unverständlich, warum er sich (von sich selbst) verlassen gefühlt haben soll.

In später geschriebenen hat man das ganze dann schon wesentlich positiver gestaltet. Da sagt er dann:

  1. „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34 EU)
  2. „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30 EU)
  3. „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23,46 EU)

Natürlich gibt es Auslegungen dazu, die das alles so darstellen, dass es passt. 

Aber die Version, bei der der älteste Bericht eher die Wahrheit angeben musste, weil zu viele Leute, die Jesus gefolgt sind, eben genau diese Worte gehört haben und es damit nicht zu verschweigen war, und dann spätere Bücher versuchten, dass passender zu gestalten (sei es weil sie es inzwischen auch so gehört haben, weil sich die bessere Geschichte gerne gegen die Wahrheit durchsetzt) und Jesus Worte in den Mund legen, die das bestätigen, was besser in das religiöse Bild passt, finde ich durchaus plausibel.

Auch die Teile der Bibel, in der Jesus Wunder wirkt, sind nach der Forschung alle später, teilweise Jahrhunderte nach seinem Tod geschrieben, und es könnte gut sein, dass man ihm damit eben ein gewisses „Gewicht“ verleihen wollte, was ohne die Wunder nicht bestanden hätte.

Dazu passt natürlich auch die „Himmelfahrt“, die nach dem „Desaster“ der Kreuzigung ein gutes Mittel wäre, zu retten, was zu retten ist und das Ganze in eine Opfer umzudeuten. Nicht mehr die Menschen opfern den Göttern, sondern der Gott opfert für die Menschen seinen Sohn! Eine erstaunliche Umkehrung, die früheren Göttern nie eingefallen wäre.

Die verschiedenen Versionen:

Markus:

Die Botschaft von Jesu Auferstehung
1 Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben. 2 Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging. 3 Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
4 Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß. 5 Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich. 6 Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
7 Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingeht nach Galiläa; da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
8 Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemand etwas; denn sie fürchteten sich.

Erscheinungen des Auferstandenen und Himmelfahrt

9 [Als aber Jesus auferstanden war früh am ersten Tag der Woche, erschien er zuerst Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.
10 Und sie ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten.
11 Und als diese hörten, dass er lebe und ihr erschienen sei, glaubten sie nicht.
12 Danach offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie aufs Feld gingen.
13 Und die gingen auch hin und verkündeten es den andern. Aber auch denen glaubten sie nicht.
14 Zuletzt, als die Elf zu Tisch saßen, offenbarte er sich ihnen und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härte, dass sie nicht geglaubt hatten denen, die ihn gesehen hatten als Auferstandenen.
15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
16 Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden.
17 Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, in neuen Zungen reden,
18 Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, so wird’s gut mit ihnen.
19 Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde er aufgehoben gen Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes.
20 Sie aber zogen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen.]

Also die Auferstehung und die Ankündigung neuer Wundertaten. Aber auch die Mitteilung, dass alle, die nicht an ihn glauben und nicht getauft sind, verdammt sein werden.

Dämonen scheinen in dieser Welt real zu sein, man muss sie austreiben, Schlangen werden hochgehoben (?) und man erlangt Immunität gegen Gift und es werden Kranke geheilt durch Handauflegen.

In den Apostelbriefen heißt es dazu:

Christi Himmelfahrt
1 Den ersten Bericht habe ich gegeben, lieber Theophilus, von all dem, was Jesus von Anfang an tat und lehrte
2 bis zu dem Tag, an dem er aufgenommen wurde, nachdem er den Aposteln, die er erwählt hatte, durch den Heiligen Geist Weisung gegeben hatte.
3 Ihnen zeigte er sich nach seinem Leiden durch viele Beweise als der Lebendige und ließ sich sehen unter ihnen vierzig Tage lang und redete mit ihnen vom Reich Gottes.
4 Und als er mit ihnen beim Mahl war, befahl er ihnen, Jerusalem nicht zu verlassen, sondern zu warten auf die Verheißung des Vaters, die ihr – so sprach er – von mir gehört habt;
5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt mit dem Heiligen Geist getauft werden nicht lange nach diesen Tagen.
6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, wirst du in dieser Zeit wieder aufrichten das Reich für Israel?
7 Er sprach aber zu ihnen: Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat;
8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.
9 Und als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf, weg vor ihren Augen.
10 Und als sie ihm nachsahen, wie er gen Himmel fuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißen Gewändern.
11 Die sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg gen Himmel aufgenommen wurde, wird so wiederkommen, wie ihr ihn habt gen Himmel fahren sehen.

Also die Mitteilung, dass Jesus wiederkommt, dass er also immer noch der Messias sein kann, damit ist der Tod nicht das Scheitern, sondern die Kreuzigung eben nur eine kurze Unterbrechung des Wandelns auf Erden.

Wie man sich die Wiederkehr von Jesus vorstellte war so:

Jubel über den Untergang Babylons

1 Danach hörte ich etwas wie eine große Stimme einer großen Schar im Himmel, die sprach: Halleluja! Die Rettung und die Herrlichkeit und die Kraft sind unseres Gottes!
2 Denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte, dass er die große Hure verurteilt hat, die die Erde mit ihrer Hurerei verdorben hat, und hat das Blut seiner Knechte gerächt, das ihre Hand vergossen hat.
3 Und sie sprachen zum zweiten Mal: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit.
4 Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Thron saß, und sprachen: Amen, Halleluja!
5 Und eine Stimme ging aus von dem Thron: Lobt unsern Gott, alle seine Knechte und die ihn fürchten, Klein und Groß!
6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme einer großen Schar und wie eine Stimme großer Wasser und wie eine Stimme starker Donner, die sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat seine Herrschaft angetreten!
7 Lasst uns freuen und fröhlich sein und ihm die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereitet.
8 Und es wurde ihr gegeben, sich zu kleiden in Seide, glänzend und rein. – Die Seide aber ist das gerechte Tun der Heiligen.
9 Und er sprach zu mir: Schreibe: Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Und er sprach zu mir: Dies sind wahrhaftige Worte Gottes.
10 Und ich fiel nieder zu seinen Füßen, ihn anzubeten. Und er sprach zu mir: Tu es nicht! Ich bin dein und deiner Brüder Mitknecht, die das Zeugnis Jesu haben. Bete Gott an! Das Zeugnis Jesu aber ist der Geist der Weissagung.

Der Reiter auf dem weißen Pferd

11 Und ich sah den Himmel aufgetan; und siehe, ein weißes Pferd. Und der darauf saß, hieß: Treu und Wahrhaftig, und er richtet und kämpft mit Gerechtigkeit.
12 Und seine Augen sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen; und er trug einen Namen geschrieben, den niemand kannte als er selbst.
13 Und er war angetan mit einem Gewand, das in Blut getaucht war, und sein Name ist: Das Wort Gottes.
14 Und ihm folgten die Heere im Himmel auf weißen Pferden, angetan mit weißer, reiner Seide.
15 Und aus seinem Munde ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Völker schlage; und er wird sie regieren mit eisernem Stabe; und er tritt die Kelter, voll vom Wein des grimmigen Zornes Gottes, des Allmächtigen,
16 und trägt einen Namen geschrieben auf seinem Gewand und auf seiner Hüfte: König aller Könige und Herr aller Herren.
Das Ende des Tieres und des falschen Propheten
17 Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, und er rief mit großer Stimme allen Vögeln zu, die hoch am Himmel fliegen: Kommt, versammelt euch zu dem großen Mahl Gottes,
18 dass ihr esst das Fleisch der Könige und der Hauptleute und das Fleisch der Starken und der Pferde und derer, die darauf sitzen, und das Fleisch aller Freien und Sklaven, der Kleinen und der Großen!
19 Und ich sah das Tier und die Könige auf Erden und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd saß, und mit seinem Heer.
20 Und das Tier wurde ergriffen und mit ihm der falsche Prophet, der vor seinen Augen die Zeichen getan hatte, durch welche er die verführte, die das Zeichen des Tieres angenommen und das Bild des Tieres angebetet hatten. Lebendig wurden diese beiden in den feurigen Pfuhl geworfen, der mit Schwefel brannte.
21 Und die andern wurden erschlagen mit dem Schwert, das aus dem Munde dessen ging, der auf dem Pferd saß. Und alle Vögel wurden satt von ihrem Fleisch.

Der „Weiße Reiter“ wird allgemein als Jesus aufgefasst, der recht brachial auftritt, dass Tier ist nach gängiger Auslegung der römische Kaiser Nero (siehe zB)

Es wurde also versucht, die „Katastrophe“ der Kreuzigung für den jungen Glauben umzudeuten in ein Opfer, welches den Messias keineswegs aus dem Rennen nimmt, dieser ist vielmehr nur kurzzeitig im Himmel, kommt aber noch zu Lebzeiten des Kaisers wieder und vollendet dann seine Messiastätigkeit.

Siehe auch:

 

Was hat der Teufel eigentlich Schlimmes gemacht?

Der Karfreitag ist immer ein guter Tag, um etwas dem Atheismus einerseits und der Religionsdiskussion andererseits zu frönen, bekanntlich auch schon Gegenstand verschiedenster Artikel auf diesem Blog:

Heute ist es einmal an der Zeit, den Gegenspieler Gottes zu betrachten, den Teufel:

 

Falsche Propagandadarstellung und Verunglimpfung

Falsche Propagandadarstellung und Verunglimpfung

Tatsächlich kennen wir natürlich nur die eine Seite, die Darstellung aus der Bibel. Die deckt sich aber durchaus nicht mit dem verbreiteten Bild.

Ganz im Gegenteil: Der Teufel lebt anscheinend ebenfalls im Paradies und macht sich hier bereits früh für Aufklärung und Wissenschaft stark: Er ist für gesunde obstreiche Ernährung offen und hinterfragt auch Regeln auf ihre Nützlichkeit sowie Autoritäten auf ihre Berechtigung. Warum beispielsweise soll der Apfel der Erkenntnis allein Gott gehören, wenn er anscheinend in einem allen Menschen zugänglichen Garten wächst?

Des weiteren scheint er sich durchaus mit Gott zu verstehen, es wird verschiedentlich geschildert, dass beide Gespräche miteinander führen und Gott ihn recht freundlich behandelt. Ein allmächtiger Gott würde das tatsächliche Böse sicherlich eher bekämpfen als mit ihm fröhlich Wetten abzuschließen. Auch hier nimmt er einen durchaus vernünftigen Standpunkt ein: Es ist kein Zeichen besonderer Hingabe oder Glaubens, wenn es einem ohnehin gut geht an einen Gott zu glauben. Gott verleitet das dazu, dass er den armen Hiob erst einmal alles wegnimmt, seine Frau und seine Kinder töten lässt, nur um darzulegen, dass er doch einen treuen Fan hat. Wir erinnern uns an eine ähnlich unmenschliche Szene, in der ein Vater aufgefordert wird seinen Sohn zu opfern und erst im letzten Moment darauf verzichtet wird und an unzählige weitere Greueltaten und Völkermorde, nur um ein „auserwähltes Volk“ zu fördern. Dem Teufel ist keine vergleichbare Tat vorwerfbar.

Tatsächlich ist wohl auch die obige Darstellung reine nachträgliche Propaganda, die Bibel selbst sieht ihn als überaus hübschen gefallenen Engel. Das wohl der Wahrheit näher kommende Bild war aber anscheinend zu positiv für jemanden, der Gott auch mal die Meinung sagt.

Auch im Gespräch mit Jesus wirkt er eher wie ein Konkurrent Gottes, es ist insofern nicht verwunderlich, dass er in dessen Buch schlecht wegkommt:

1 Da ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. (Hebräer 4.15) 2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. (2. Mose 34.28) (1. Könige 19.8) 3 Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brot werden. (1. Mose 3.1-7) 4 Und er antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes geht.“
5 Da führte ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels 6 und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab; denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln über dir Befehl tun, und sie werden dich auf Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. 7 Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „Du sollst Gott, deinen HERRN, nicht versuchen.“
8 Wiederum führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, so du niederfällst und mich anbetest. (Matthäus 16.26) 10 Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: „Du sollst anbeten Gott, deinen HERRN, und ihm allein dienen.“ 11 Da verließ ihn der Teufel; und siehe, da traten die Engel zu ihm und dienten ihm. (Johannes 1.51) (Hebräer 1.6) (Hebräer 1.14)

Wieder einmal sieht man den Teufel lediglich als kritischen Mann, der hinterfragt statt unrelektiert zu glauben. Er versucht Jesus mit einem deutlich besseren Gehalt abzuwerben (wir erinnern uns: Gott hatte ihn lediglich in der Position als Zimmermann auf die Erde geschickt). Dieses wird von Jesus, dem Fanatiker, abgelehnt und der Teufel geht darauf hin seiner Wege ohne weiteres anzurichten.

Es stellt sich dabei durchaus die Frage, ob Jesus das Angebot nicht bitterlich bereut hat, er soll bereits kurz danach das Gefühl gehabt haben, von Gott verlassen zu sein und befand sich in einer durchaus als unangenehm zu bezeichnenden Lage:

Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

„Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“

Dabei scheint insgesamt auf unterhalb der Führungsebene ein Wechsel durchaus interessant:

Nehmen wir an wir haben einen Gott, dem die Einhaltung seiner Gebote wichtig sind und der die Regeln für sich aufgestellt hat. Dann sieht es eh schlecht für mich aus. Ich esse Schweinefleisch, ich haben vorehelichen Sex, ich halte den Sabbat und auch das Sabbatjahr nicht ein, ich tue allerlei was gegen die unzähligen Gesetze verstößt, die in der Bibel stehen. Ich steinige zB auch keine Ehebrecherinnen oder Schwule und ich spreche und (schlafe gelegentlich) mit Frauen, die unrein sind. Auf all dies möchte ich auch nicht verzichten.Ich habe mir “Living biblically” durchgelesen und es scheint mir in der heutigen Zeit unzumutbar alle Regeln der Bibel einzuhalten. Meine Chancen in den Himmel zu kommen sind demnach bei einem Gott, dessen Regeln man nicht interpretieren darf sehr gering. Denn alle modernen Kirchen haben die Regeln ja stark interpretiert. Und angesichts des Verhaltens einiger Kirchenoberhäupter ist die Gefahr recht hoch, dass sie dabei nicht Sprachrohr eines Gottes waren.
Mal ganz davon abgesehen, dass mein Risiko ja recht hoch ist auf die falsche Religion zu setzen.

Der Teufel scheint auch kein so schlechter Kerl zu sein. Wir kennen ja nur die Propaganda der anderen Seite. Aber warum sollte er alle Menschen quälen, wenn er ansonsten für Sex, Alkohol und sinnlose Party ist? Die meisten teuflichen Aktivitäten auf der Erde sind sehr unterhaltsam, vielleicht führt man sie einfach fort, zusammen mit einer Vielzahl von Indern, Asiaten und Afrikaner und den sonstigen überwiegend nicht christlichen Nationen. Eigentlich ist zu erwarten, dass angesichts der umfassenden Selbstverständlichkeit der obigen Regelverstöße für heutige Menschen die meisten meiner Bekannten ebenfalls in der Hölle landen werden.  Da unten werden immerhin die ganzen Leute sein, die gefeiert haben, da mögen die oben sich ruhig mit ihren Harfen und Chorgesängen die Zeit vertreiben.

Immerhin scheint die Hölle beheizt zu sein, was man über den Himmel keineswegs sagen kann. Nach der bisherigen Verhaltensweise des Teufels könnte es ein Ort der Aufklärung und des kritischen Denkens sein und im Gegensatz zum Himmel scheint die Hölle jeden aufzunehmen und insofern wesentlich nachgiebiger und weniger versnobt zu sein.

 

Falschbeschuldigung in der Bibel

Passend zum Fronleichnam hier eine Falschbeschuldigung aus der Bibel:
1Joseph ward hinab nach Ägypten geführt; und Potiphar, ein ägyptischer Mann, des Pharao Kämmerer und Hauptmann, kaufte ihn von den Ismaeliten, die ihn hinabbrachten. 2Und der HERR war mit Joseph, daß er ein glücklicher Mann ward; und er war in seines Herrn, des Ägypters, Hause. 3Und sein Herr sah, daß der HERR mit ihm war; denn alles, was er tat, dazu gab der HERR Glück durch ihn, 4Also daß er Gnade fand vor seinem Herrn und sein Diener ward. Der setzte ihn über sein Haus, und alles, was er hatte, tat er unter seine Hände. 5Und von der Zeit an, da er ihn über sein Haus und alle seine Güter gesetzt hatte, segnete der HERR des Ägypters Haus um Josephs willen; und war eitel Segen des HERRN in allem, was er hatte, zu Hause und auf dem Felde. 6Darum ließ er alles unter Josephs Händen, was er hatte, und nahm sich keines Dinges an, solange er ihn hatte, nur daß er aß und trank. Und Joseph war schön und hübsch von Angesicht.7Und es begab sich nach dieser Geschichte, daß seines Herrn Weib ihre Augen auf Joseph warf und sprach: Schlafe bei mir! 8Er weigerte sich aber und sprach zu ihr: Siehe, mein Herr nimmt sich keines Dinges an vor mir, was im Hause ist, und alles, was er hat, das hat er unter meine Hände getan, 9und hat nichts so Großes in dem Hause, das er mir verhohlen habe, außer dir, indem du sein Weib bist. Wie sollte ich denn nun ein solch groß Übel tun und wider Gott sündigen? 10Und sie trieb solche Worte gegen Joseph täglich. Aber er gehorchte ihr nicht, daß er nahe bei ihr schliefe noch um sie wäre. 11Es begab sich eines Tages, daß Joseph in das Haus ging, sein Geschäft zu tun, und war kein Mensch vom Gesinde des Hauses dabei. 12Und sie erwischte ihn bei seinem Kleid und sprach: Schlafe bei mir! Aber er ließ das Kleid in ihrer Hand und floh und lief zum Hause hinaus.

 13Da sie nun sah, daß er sein Kleid in ihrer Hand ließ und hinaus entfloh, 14rief sie das Gesinde im Hause und sprach zu ihnen: Sehet, er hat uns den hebräischen Mann hereingebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte bei mir schlafen; ich rief aber mit lauter Stimme. 15Und da er hörte, daß ich ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und lief hinaus. 16Und sie legte sein Kleid neben sich, bis der Herr heimkam, 17und sagte zu ihm ebendieselben Worte und sprach: Der hebräische Knecht, den du uns hereingebracht hast, kam zu mir herein und wollte seinen Mutwillen mit mir treiben. 18Da ich aber ein Geschrei machte und rief, da ließ er sein Kleid bei mir und floh hinaus.

19Als sein Herr hörte die Rede seines Weibes, die sie ihm sagte und sprach: Also hat mir dein Knecht getan, ward er sehr zornig. 20Da nahm ihn sein Herr und legte ihn ins Gefängnis, darin des Königs Gefangene lagen; und er lag allda im Gefängnis. 21Aber der HERR war mit ihm und neigte seine Huld zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis, 22daß er ihm unter seine Hand befahl alle Gefangenen im Gefängnis, auf daß alles, was da geschah, durch ihn geschehen mußte. 23Denn der Amtmann des Gefängnisses nahm sich keines Dinges an; denn der HERR war mit Joseph, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.

 Die Rape Culture ist also auch hier älter als man denkt, und ein großer Förderer des Patriarchats, Gott, (man beachte den Frauenanteil unter den Propheten) deckt hier den Vorgang ab, so dass Joseph mit seiner Ausrede durchkommt und der Frau nicht geglaubt wird.