Christi Himmelfahrt

Heute ist Christi Himmelfahrt. Jesus ist am Kreuz gestorben und dann drei Tage später in den Himmel aufgestiegen. Das Glaubensbekenntnis dazu:

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der JungfrauMaria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische(christliche/allgemeine)[10]Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten[11]
und das ewige Leben.
Amen.

Klingt ja ziemlich unglaubwürdig. Ein Toter, ein Reich der Toten (die Hölle oder was anderes? War Jesus kurzzeitig in der Hölle? Hätte etwas). Dann aufgefahren in einen Himmel (wo soll der sein?) Da sitzt er neben sich selbst, weil Gott und er ja eins sind, irgendwie kommt noch der Heilige Geist dazu. Also dreimal er selbst. Und er richtet dann über die Lebenden und die Toten

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26 Gedanken zu “Christi Himmelfahrt

  1. Die christliche Religion ist in erster Linie ein Symbolsystem. Eine wortwörtliche Interpretation eines Teils kann dieses System nicht gut erfassen. Man ist dann mit „das Fleisch eines Mannes essen, der sein eigener Vater war“ schell auf einem spöttischen Beobachtungsposten, der einem Verständnis der Sicht der Anderen dann im Wege steht. Die Trinität ist vielleicht am besten über zweidimensionale Schnitte durch einen Kegel erklären: Ein Schnitt parallel zur Grundfläche ergibt einen Kreis, ein Schnitt senkrecht zur Grundfläche ein Dreieck und ein Schnitt parallel zu einer Kante eine Parallelfläche. Genauso stehen die drei Personen für unterschiedliche Aspekte Gottes: Urgrund (Vater), Manifestation in einem menschlichem Bewusstsein (Sohn) und „Trägerwelle“ (Geist).

  2. Was die Kirche erzählt , hat mit Jesus nichts zu tun.
    Jesus ist irgendwo in Pakistan , zur Grenze nach Indien hin beerdigt und predigte so eine Art Buddhismus light.
    Was die Kirche draus gemacht hat, ist im wesentlichen die Übernahme des Mitraskultes, der im ersten Jahrhundert nach Chr. unter römischen Soldaten envogue war. Davon stammen fast alle Rituale und Feste ab , deren Feiertag wurde übernommen, Teile der Ideologie eingepflegt.
    Die Hinzunahme der heiligen Texte des Jzdentums, deren Rachegott dem christlichen diasmetral gegenübersteht macht das ganze, wie den Islam zur Machstruktur, sonst nix.
    Wir hatten aber eine Aufklärung und säkulariesierung, die wir jetzt jubelnd und Teddybärschmeissend über Bord werfen , um wieder zu mittelalterlichen totalitären Ideologien zurückzukehren, die pädophile Psychopathen sich als Unterwerfungsinstrument zurechtgelegt haben..

    • Ich denke die beiden Konstruktionen unreflektiert in einen Topf zu werfen macht die Welt zwar schön einfach, wird der Sache aber, denke ich, nicht gerecht.

    • Woher das Wissen über die historische Gestalt Jeshua bin Jossif? Da bin ich mal auf Quellen gespannt.
      Welchen Feiertag des Mithras-Kultes bildet denn Ostern ab? Wieso wird dabei gleichzeitig der Exodus gefeiert?

  3. Ja, gibt aber noch viel mehr Widersprüche. Etwa, dass Jesus sich für „unsere“ Sünden ans Kreuz nageln lässt.

    Das ist dermaßen absurd und widersprüchlich, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

    Gott (der angeblich gleichzeitig Jesus ist), wohlgemerkt der einzige der mit einem Fingerstreich „Sünden“ vergeben darf, lässt seinen Sohn (bzw. sich) ans Kreuz nageln, damit unsere „Sünden“ (die noch gar nicht geschehen sind und die er jederzeit nachlassen könnte) gesühnt sind. Aber beichten und bereuen sollen wir trotzdem, trotz der Vorentlastung. Hä? Ein „lieber Gott“ der seinen Sohn zu Tode foltern lässt, aus reinem Symbolismus. Wie glaubhaft ist das alles?

    Es ist ein Lehrstück an Irrationalität: Menschen glauben ALLES, wenn sie nur ungebildet genug sind und glauben WOLLEN.

    Und da kommt der christliche Glauben unserer Mentalität entgegen, wir suchen eine (schein)rationale Begründung dafür, altruistisch zu sein. Das kann dann ruhig auch dermaßen widersprüchlich werden, dass man andere Religionen unterstützt, die eindeutig feindlich gesonnen sind. Hat nicht Jesu selbst gesagt „Liebet eure Feinde?“.

    Das geht sogar so weit, dass man „Mutti“ ausbuht, wenn ihre (ohnehin verlogenen) Phrasen, nicht lieb genug sind:
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article164934115/Als-Merkel-ausgebuht-wird-springt-Obama-ihr-bei.html

    Man greift sich an den Kopf und kann es nicht glauben…

    • In einem vorigem Kommentar, der leider nicht freigeschaltet ist, habe ich versucht, das Modell hinter der Trinität zu erläutern. Die Vergebung der Sünden ist eine evolutionäre Fortentwicklung der Regeln des damaligen Judentums. Dort galten Krankheiten und persönliche Schicksalsschläge als Antwort Gottes. Jesus hebt diese Sicht auf und sagt jeder Mensch kann zu jeder Zeit neu anfangen, wenn er will. Die Feindesliebe, wie überhaupt die Bergpredigt sind eine Zumutung. Vielleicht aber auch valide Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander. Zumindest die menschliche Psychologie scheint mir im NT ganz gut erfasst zu sein.

      • Die Vergebung der Sünden, wäre auch noch irgendwie logisch, aber wozu musste man dazu erst Jesus ans Kreuz schlagen? Diese brutale Handlung war im besten Fall rein symbolisch und bleibt auch dann noch reichlich paradox.

        Überhaupt: warum kann „Gott“ sich nicht mal dauerhaft für irgendwas entscheiden? Und warum essen Christen Schweinefleisch und beschneiden nicht mehr?

        „Die Feindesliebe, wie überhaupt die Bergpredigt sind eine Zumutung.“

        Ich zitiere mal:
        „43 Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.
        44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen,“
        http://www.die-bergpredigt.de/2012/04/21/von-der-liebe-zu-den-feinden/

        Das ist schon wieder ein Paradoxon, man kann jemanden, der einem schadet, nicht „lieben“. Wenn man ihn trotzdem liebt, ist er auch kein Feind, das wäre dann eher ein SM-Verhältnis.

        Du hast schon recht, psychologisch läuft das darauf hinaus, dass man versuchen soll, seinen „Feind“ zu verstehen, ihm vielleicht entgegenzukommen. Also letztlich die Feindschaft aufzulösen.

        Leider sagt er es nicht so, zumindest sind die uralten Worte halt nur in dieser groben Holzschnitzform überliefert und gesellen sich zu anderen gut gemeinten Erzählungen, wie der vom „barmherzigen Samariter“. Im alltäglichen Klein-Klein nützliche und sinnvolle Handlungsanweisung, im globalen Rahmen (oder auch nur in einem Krieg) aber unmöglich durchzuhalten, ohne sich selbst aufzugeben.

        Die Menschen waren auch zu allen Zeiten pragmatisch genug, das für sich zu interpretieren. Für Feinde beten, tut ja nicht weh, anders, als die Tore zu öffnen, wenn das osmanische Heer gerade vor Wien steht…

        Die Dummheit und Weltfremdheit unserer Tage hat halt einfach eine neue Qualität. Mutig finde ich sowas:
        http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/eklat-beim-evangelischen-kirchentag-was-hier-geschieht-ist-unrecht-eine-heuchelei-a2127562.html

        • Das Christentum war ursprünglich eine jüdische Weltuntergangssekte. Die Praktikabilität der Lehren spielt unter diesen Umständen keine große Rolle.

      • Die Vergebung der Sünden, wäre auch noch irgendwie logisch, aber wozu musste man dazu erst Jesus ans Kreuz schlagen? Ich denke, es geht um den Beweis des Bruchs des Opferkults. Wenn man die griechische Mythologie anschaut, zürnen da ständig irgendwelche Götter und müssen durch mehr oder weniger große Opfer besänftigt oder, der kluge Mann baut vor, vorher besänftigt werden. Im Opfertod Jesu wird die Perspektive umgedreht. Eine Besänftigung ist künftig nicht mehr notwendig. Das ist meiner Meinung nach ein ziemlich großer evolutionärer Schritt des Gottesbildes, der sich da vollzogen hat.

        • Es bleibt komisch. Sicherlich irgendwie historisch erklärbar, aber warum Leute sowas HEUTE nicht seltsam finden, verstehe ich nicht. Meine Eltern schlucken die offiziellen Erklärungen vollkommen kritik- und gedankenlos, egal wie abstrus diese sind…

        • Christen glauben also erst, wenn ihr Gott am Kreuz leiden musste? Argumente haben auch denen nicht gereicht Erzählen kann man viel. Personen die vom Willen Gottes erzählen gibt es im AT jede Menge (Propheten) hier geht es m.M.n. um die göttliche Authorisation des Gesagten. Und die wird mit der Auferstehung nachgewiesen. Ich denke, in früheren Zeiten war das physische Leid auch viel alltäglicher, als es heute in unseren Breiten ist. Deshalb ist die Geschichte früher vermutlich nicht so entsetzlich erschienen?

        • Meine Eltern schlucken die offiziellen Erklärungen vollkommen kritik- und gedankenlos, …

          Ist das nicht der Riesenvorteil der Religionen? Dass sie auf jedem Abstraktionsniveau Zugangsmöglichkeiten bieten? In der Philosophie lernt man erstmal einen Haufen Definitionen, quält sich dann durch die Herleitungen und kommt dann zu den Kernaussagen. Da geht vermutlich nicht jeder den ganzen Weg.

  4. Man mag nun gegen die Bibel oder gegen das, was die Kirchen daraus gemacht haben, sagen was man will – man sollte dabei nicht vergessen, daß eine (theistische) Religion die *natürliche* Art zu denken darstellt.

    Gerade in einem Forum, das einen Schwerpunkt auf Evolution legt, sollte man sich darüber bewußt sein, daß religiöses Denken sich evolutionär herausgebildet und bewährt hat. Es gehört sozusagen zur anthropologischen Grundausstattung des Menschen und hat mit seiner „Idiotie“ herzlich wenig zu tun.

    Auch in dieser Streitfrage hat sich die evolutionäre Psychologie große Verdiente erworben. Siehe hierzu etwa

    Paul Bloom: „Religion is Natural“, Developmental Science 10(1), 2007, pp. 147–151

    Armin W. Geertz and Gu{\dh}mundur Ingi Marku{\’u}sson: „Religion is Natural, Atheism is Not: On Why Everybody is Both Right and Wrong“, Religion 40, 2010, pp. 152–165

    Wer das verstanden hat, kann ja dann immer noch Atheist bleiben. Aber er wird die (theistische) Religion mit anderen Augen sehen – und mit anderen Mäßstäben messen.

    • „sollte man sich darüber bewußt sein, daß religiöses Denken sich evolutionär herausgebildet und bewährt hat“

      Aber nicht als religiöses denken, sondern wegen anderer Punkte wie der Glaube an Autorität etc.
      Außerdem klingt das nach einem naturalistischen Fehlschluss.

      • „Aber nicht als religiöses denken, sondern wegen anderer Punkte wie der Glaube an Autorität etc.“

        Das wäre zu beweisen. Zumal religiös wirkendes Verhalten auch schon bei Schimpansen zu beobachten ist.

        „Außerdem klingt das nach einem naturalistischen Fehlschluss.“

        Es ist ein Fehlschluss, dass man jede „Da kommen wir wohl nicht drum rum“ Beobachtung mit „Naturalistischer Fehlschluss“ abbügeln könnte.

      • Hier besteht möglicherweise ein Mißverständnis: Die moderne Wissenschaft sagt eben nicht: „Religöses Denken ist in einem besonderen Sinn natürlich, also ist religiöses Denken richtig.“

        Sie sagt eher so etwas wie (sehr vereinfacht): Religiöses Denken ist in einem besonderen Sinn natürlich, also ist die Frage, ob religiöse Inhalte / Thesen / Weltanschauungen auch richtig / wahr sind, irrelevant.

        Natürlich kann man diese Frage trotzdem stellen – aber sie verfehlt den wesentlichen Punkt religiösen Denkens.

        Das ist dann so ein bißchen, wie wenn man jenen Künstlern, die ihren Produkten ausgefeilte weltanschauliche Programme unterlegt haben (z. B. Skrjabin oder Messiaen) nachweist, daß eben diese Programme falsch oder inkohärent oder rein spekulativ sind. Ja klar, diese Programme sind völliger Unsinn (gut erkannt!) – aber darauf kommt’s gar nicht an: was zählt, sind die betreffenden Kunstwerke und die Bewußtseins-Prozesse, die sie bei ihrer Rezeption evozieren.

        (Nietzsche hat Derartiges wohl geahnt, als er immer wieder gefragt hat: Wozu Wahrheit?)

    • Naja, jemanden, derdass einen geärgert hat, mit ner Keule eins überbraten zu wollen, ist genauso „natürliches Denken“ und wurde durch Verstand und Ethik zivilisiert.

  5. Mal eine andere Perspektive:

    Die Jusos wollen Christi Himmelfahrt abschaffen

    „Die Jungen Sozialdemokraten aus Berlin verkünden auf ihrer Facebookseite, dass sich weiße Männer am Vatertag betrinken und mit Bollerwagen die öffentlichen Plätze unsicher machen. Dort würden sie Frauen belästigen, die den öffentlichen Raum nutzen möchten. Aus diesem Grund will die Jusos Berlin den Vatertag beerdigen.“

    Via Schlüsselkindblog gefunden.

    • Hihi, die SPD will ganz nach oben. Das Gespür dafür, Mehrheiten gegen sich aufzubringen, ist auf jeden Fall vorhanden.

      Echte Realsatire ist das.

    • Das ist voll unfair – niemand verbietet Frauen*, sich an Muttertag einen Bollerwagen zu schnappen und sich damit ordentlich zuzulöten.
      Niemand verbietet übrigens nicht-weißen Männern, sich Vatertag zuzulöten, es sei den, diese Frauen und Männer sind Moslems; die dürfen keinen Alkohol trinken und müssen Christi Himmelfahrt arbeiten. Und Mohammeds Himmelfahrt ist selbst in muslimischen Ländern kein Feiertag. Aber weil Imame schreckliche Spaßbremsen sind, müssen die Jusos natürlich auch welche sein. Logisch.

      Zum eigentlichen Text: ja, Christen glauben daran, dass Jesus kurzzeitig in der „Unterwelt/Hölle/im Jenseits“ war (drei Tage lang), bis er seine übermenschlichen Gottkräfte nutzte, um zurückzukommen. „Wo“ genau die Unterwelt, Himmel und Hölle sind, wird unterschiedlich interpretiert. Manche sagen, dass der Himmel „außerhalb“ unseres Universums sei. Oder in der Zukunft liege.
      Bei der Hölle gehen manche davon aus, dass das eher ein Zustand ist als ein Ort.
      Dante beschreibt die Hölle als einen kegelförmigen Hohlraum im Erdinnern, mit der Spitze im Erdmittelpunkt und der Grundfläche auf dem Breitengrad von Pisa und Lucca. Gegenteiligen Annahmen zum Trotz steht das aber nicht in der Bibel.*g

      *das Sternchen steht für Frauen, Frauinnen und andere Wörter, die mit „Frau-“ anfangen.

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