Die Ordenquote

Der Spiegel berichtet über eine Ordensquote:

Steinmeier will künftig 40 Prozent der Verdienstorden an Frauen verleihen
Nur etwa ein Drittel aller Verdienstorden wurden zuletzt an Frauen vergeben. Bundespräsident Steinmeier nimmt nun die Staats- und Senatskanzleien in die Pflicht – und fordert mehr Vorschläge aus der Gesellschaft.

Frauen leisten Großes in unserer Gesellschaft«: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will künftig 40 Prozent der Verdienstorden an Frauen verleihen. »Ob in Vereinen, Unternehmen, an Universitäten oder in der Kultur – Frauen sorgen für Zusammenhalt, Menschlichkeit, Fortschritt und Kreativität«, teilte Steinmeier mit. Dafür gebühre ihnen Dank, »aber auch mehr sichtbare Anerkennung«.

Nach Daten  des Bundespräsidialamtes ging in den vergangenen Jahren nur etwa ein Drittel der Verdienstorden an Frauen. Im vergangenen Jahr erhielten demnach 383 Frauen und 728 Männer den Orden – eine Frauenquote von 34 Prozent.

Um den Anteil zu erhöhen, appellierte Steinmeier, mehr Frauen vorzuschlagen. »Schauen Sie sich um, in Ihrer Nachbarschaft, in Ihrer Freizeit, bei Ihren Kolleginnen. Der Verdienstorden lebt von den Vorschlägen, die ich von Ihnen für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes bekomme.«

»Mehr Frauen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen«
Die Auszeichnung sei ein Weg, um herausragende Leistung für unser Gemeinwesen zu würdigen, sagte Steinmeier. »Und es ist ein Weg, um mehr Frauen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen.«

Das schließt insofern  an den Artikel gestern an, dass dort ja gut beschrieben wurde, warum Männer eher die Orden bekommen:  vieles, was mit Orden zusammen hängt, ist eben Ausdruck einer intrasexuellen Konkurrenz oder des Wunsches einen gewissen Status zu erlangen und kommt damit häufiger bei Männern vor.

Aber hier soll es natürlich um die Quote gehen. Es wäre interessant da mal die Leistungen der jeweiligen Empfänger zu vergleichen.
Allerdings ist, wie man in der Wikipedia nachlesen kann, eine entsprechende Quote nichts neues:

Anfang der 1980er Jahre wurden jährlich etwa 6000 Verdienstorden hauptsächlich an Männer verliehen. Der Anteil der Frauen lag mit rund 14 Prozent deutlich unter dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil. Dieser Umstand veranlasste den damaligen Bundespräsident Karl Carstens (1979–1984) im Jahre 1983 in die Neufassung der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens hineinzuschreiben, dass „Verdiensten bei Tätigkeiten, die nach der Lebenserfahrung vor allem von Frauen ausgeübt werden, besondere Beachtung zu schenken ist“.

Im Oktober 2006 führte der damalige Bundespräsident Horst Köhler zusätzlich eine Quotenregelung für Frauen von mindestens 30 Prozent ein. Dieses Minimum wurde 2007 mit 30,3 Prozent erstmals erreicht und in den folgenden Jahren (2008: 31,2 Prozent; 2009: 30,5 Prozent) eingehalten. Die Vorschlagslisten der Ministerpräsidenten der Bundesländer, über die die Ordensanträge vorwiegend beim Bundespräsidialamt eingereicht werden, werden nur noch angenommen, wenn von zehn Personen, die mit dem Verdienstorden ausgezeichnet werden sollen, mindestens drei Frauen sind. Wenn den Ländern nicht genügend Frauen vorgeschlagen werden, um diese Quote zu erfüllen, führte dies beispielsweise in Sachsen-Anhalt (Stand 2014) dazu, dass Männer dem Bundespräsidialamt nicht zeitnah zur Ehrung vorgeschlagen, sondern auf eine wachsende Warteliste gesetzt wurden und erst nach längerer Wartezeit ihre Auszeichnung erhalten können.[3]

Seit 1991 sind die Verleihungszahlen stark rückläufig.[4] Von über 5000 Verleihungen im Jahre 1991 und knapp 2500 Verleihungen im Jahre 2007 fiel die Zahl auf 1064 Verleihungen im Jahre 2017 und damit etwa auf den Stand des Einführungsjahres 1951. Danach stieg die Zahl der Verleihungen wieder an auf 1282 im Jahr 2018 und 1354 im Jahr 2019. Erst 2020 sank sie wieder auf 1250.[5]

Ende 2010 wurde bekannt, dass seit Mitte der 1990er Jahre eine nicht öffentlich gemachte Abmachung zwischen den Bundestagsfraktionen besteht, nach der pro Legislaturperiode 30 Orden unabhängig von tatsächlichen Verdiensten für Abgeordnete des Bundestages entsprechend den Fraktionsstärken reserviert sind. Der Verfassungsrechtler Herbert von Arnim bezeichnete dies als „absolute Anmaßung“ und „ganz neue Form der Selbstbedienung“.[6] In der 19. Legislaturperiode (2017 bis 2022) wurden 25 Orden an Abgeordnete verliehen.[7]

Wäre interessant zu sehen ob die Rückläufigkeit der Zahlen darauf zurückzuführen ist, dass man einfach nicht genug Frauen findet oder ob es ein davon unabhängiger Trend ist.

24 Gedanken zu “Die Ordenquote

  1. „Nach Daten des Bundespräsidialamtes ging in den vergangenen Jahren nur etwa ein Drittel der Verdienstorden an Frauen“
    „Frauen leisten Großes in unserer Gesellschaft“

    Aber offenbar nur ein Drittel soviel Großes wie Männer. Berücksichtigt man die allgegenwärtige (und instinktiv unterbewusste) Frauenbevorzugung, ist vermutlich sogar der bereits jetzt vergebene Drittel der Orden an Frauen zu hoch.

    Interessant ist ja, dass das Bundespräsidialamt im Grunde genommen weiß, dass Frauen eben nicht soviel „Großes“ leisten wie Männer. Sonst hätten sie die Quote ja nicht lediglich bei 40 Prozent angesetzt. Aber feministische Korrektheit schlägt halt alles.

    • „Berücksichtigt man die allgegenwärtige (und instinktiv unterbewusste) Frauenbevorzugung, ist vermutlich sogar der bereits jetzt vergebene Drittel der Orden an Frauen zu hoch. “

      Die ist nicht instinktiv. Die ist real. Die bestehende Quote von 30% wurde nur auf 40% erhöht. So erklärt sich das Drittel ganz gut.

        • Klar weiß ich das. Aber mit real meine ich, dass die 30% schon real quotiert waren und nicht blos das Ergebnis von instiktiver Bevorzugung.

          Quelle hier:

          Anfang der 1980er Jahre wurden jährlich etwa 6000 Verdienstorden hauptsächlich an Männer verliehen. Der Anteil der Frauen lag mit rund 14 Prozent deutlich unter dem tatsächlichen Bevölkerungsanteil. Dieser Umstand veranlasste den damaligen Bundespräsident Karl Carstens (1979–1984) im Jahre 1983 in die Neufassung der Ausführungsbestimmungen zum Statut des Verdienstordens hineinzuschreiben, dass „Verdiensten bei Tätigkeiten, die nach der Lebenserfahrung vor allem von Frauen ausgeübt werden, besondere Beachtung zu schenken ist“.

          Im Oktober 2006 führte der damalige Bundespräsident Horst Köhler zusätzlich eine Quotenregelung für Frauen von mindestens 30 Prozent ein. Dieses Minimum wurde 2007 mit 30,3 Prozent erstmals erreicht und in den folgenden Jahren (2008: 31,2 Prozent; 2009: 30,5 Prozent) eingehalten.

          https://de.m.wikipedia.org/wiki/Verdienstorden_der_Bundesrepublik_Deutschland

    • Das Ding hat in meinen Augen spätestens 2005 jeglichen Wert verloren, als er an Alice Schwarzergeld verliehen wurde. Und da offensichtlich auch Orden nach Parteienproporz verschenkt wurden, würde ich so einen Orden nicht mal haben wollen, wenn ich ihn objektiv verdient hätte.

  2. Und ich Depp glaubte immer, eine solcher Orden solle besondere Leistungen und Taten für die Allgemeinheit auszeichnen. Und damit dafür einen Anreiz bieten und motivieren, sich auch einzusetzen.

    Wenn man aber wegen Penis dann auf der ewigen Warteliste landet, bis genügend Frauen ausgezeichnet wurden, ist das nicht wirklich motivierend.

    Ich finde, wir sollten jeder Frau in Deutschland aus dem nächsten Triple-Wumms ein kleines güldenes Krönchen zuschicken lassen für ihre Leistung des Frauseins. Dann sind die erstmal abgefüllt und man kann die schnöden Medaillen und Orden wieder denen zukommen lassen, die sich besonders um die Gesellschaft verdient gemacht haben jenseits des Frauseins.

    Aber werden sich die Feministen mit der Krone begnügen?

      • Das ist die Frage. Überwiegt hier Habgier oder Missgunst?
        Ich glaube, die würden auf die güldenen Kronen verzichten, wenn sichergestellt wird, dass Männer weniger Orden bekommen.

        Vermutlich ist die feministische Säule der Missgunst in dem Fall tragender als die der Habgier. Auch wenn der Materialwert ihrer Kronen natürlich viel höher ist als der der Orden.

        • Das würde zumindest die Theorie bestätigen, dass Frauen eher zum Kommunismus und „sozialer Gerechtigkeit“, also Armut für alle, tendieren als Männer, die damit eher klar kommen wenn in der Gesellschaft der Wohlstand etwas auseinanderklafft. Verweiblichung der Männer und damit Frauenwahlverhalten würde demenstprechend die aktuelle Deutsche Politik begründen.

  3. Pingback: Die Ordenquote - Aufklärung heute

  4. Ich wette wenn 75% aller Verdienstorden an Frauen gehen, dann ist das schon in Ordnung so. Gerne auch alle. Es müssen nur mindestens 40% (und dann bald mindestens 50%) an Frauen gehen. Wegen der Frauengerechtigkeit.

    Ein Mindestanzahl, die an Männer geht, braucht es nicht. Männer müssen sich halt mehr anstrengen.

  5. Den Gedanken an sowas wie Gemeinwohl, für das sich alle Bürger engagieren sollten, hat man offenbar aufgegeben. Es geht nur noch um das Wohl von Gruppen (die durch Identitäten bestimmt werden).

  6. OMG!! Wer will denn von diesem Staat noch einen Orden?! Da kann ich mir auch gleich »Ich bin nicht nur käuflich, sondern auch gekauft!« auf die Stirn tätowieren lassen.

    Aber bei der Sorte Feministinnen, die das auch noch gut finden, geht es sowieso nur noch um das epigonenhafte Ausagieren von Minderwertigkeitskomplexen (sonst würde sich eine Stockdoofski ja auch nicht dazu hergeben, mit Lauterbach aufzutreten).

  7. Es gab in der Vergangenheit bereits Orden, die exklusiv an Frauen verliehen wurde. Diese Orden hingen an der Kinderzahl. Für männer gab es den Orden nicht (was aus meiner Sicht sinnvoll war). Am schlimmsten wäre ein gemischter Wettbewerb geworden….

    Im Grossen und Ganzen entspricht das der Erwartung: ich will einfach machen wie ich will und dafür möchte ich einen Orden bekommen mit dem ich meine Freundinnen dissen kann.

    Es wäre toll wenn jemand die Leistungen der Preisträger mal nach objektiven Kriterien messbar machen könnte.

    In etwa so wie man heute gut messen kann wieviele wie erfolgreiche Publikationen ein Wissenschaftler haben muss um Professor zu werden. Da gibt es auch einen tollen quoteninduzierten Gender Gap.

  8. Könnte natürlich auch daran liegen, egal wo ich mich bisher engagiert habe, waren die Männer deutlich in der Oberzahl und meistens auch die Macher. Wahrscheinlich weil die Frauen zwischen Shopping Queen und taking care of everything keine Zeit haben.

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