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Eine interessante Studie hat Milliardäre und ihre Lebenspartner / Ehegatten näher betrachtet:
Despite the recent findings on the inequality-increasing effect of homogeneous marriages, the growing body of literature on ‘the super-rich’ has missed out on illuminating contemporary global wealth inequality levels from a marital choice perspective. Not much is known about family formation at the top of the wealth distribution. By combining Forbes billionaires rich list data and billionaires’ Wikipedia articles with qualitative data, the paper presents a unique dataset capturing all US American billionaires (n = 948) and their spouses. The results suggest deeply ingrained traditional role allocations in billionaire couples. Female billionaires appear to be more likely to have a partner in the same upper-class fraction than male billionaires, who appear to be more liberal regarding their spouses’ class positions. By shedding light on the unique marriage demographics of the super-rich, the paper supports the importance of dynasty-making family strategies and social closure for understanding the economic elites of our times.
die „Vertikale Homogamie“ bei beiden Geschlechtern extrem hoch: 95 % der Ehepartner männlicher Milliardäre und 96 % der Ehepartner weiblicher Milliardärinnen gehören der Upper Class an.
Das finde ich wenig überraschend. Die meisten Milliardäre dürften studierte Leute sein, sie werden auch eine gewisse Bildung und ein gewisses Niveau bei ihren Partnern wollen. Und natürlich muss man auch erst einmal hinreichend mit den passenden Personen in Berührung kommen, was meist auch einen gewissen Zugang zur „Oberschicht“ voraussetzen wird.
Horizontale Klassenfraktionen zeigen jedoch massive Geschlechterunterschiede:
Economic Upper Class (Top-Manager, Unternehmer, Finanzelite – also Personen mit hohem eigenem wirtschaftlichem Kapital): 66 % der Ehemänner weiblicher Milliardärinnen vs. nur 32 % der Ehefrauen männlicher Milliardäre (z = 6,29; p < 0,001).
Balanced Upper Class (z. B. Ärzte, Richter, Top-Politiker, Philanthropen): 18 % vs. 39 %.
Cultural Upper Class (Professor, Künstler, Wissenschaftler): 13 % vs. 24 %.
Noch deutlicher wird es bei der direkten Milliardärs- bzw. Business-Elite-Position: Etwa 65 % der Partner weiblicher Milliardärinnen sind selbst Milliardäre oder in direkt business-related Top-Positionen. Bei männlichen Milliardären sind es nur rund 30 %.
Das sind ja sehr deutliche Zahlen, hier noch einmal etwas übersichtlicher dargestellt:
Fraktion des Partners
Weibliche Milliardäre
Männliche Milliardäre
Ökonomische Oberschicht (z. B. Milliardäre, Top-Manager)
66 %
32 %
Ausgewogene Oberschicht (z. B. Ärzte, Richter, Politiker)
18 %
39 %
Kulturelle Oberschicht (z. B. Professoren, Künstler)
13 %
24 %
Weibliche Milliardäre heiraten also doppelt so häufig jemanden aus der ökonomischen Oberschicht wie ihre männlichen Kollegen. Dieser Unterschied ist statistisch hochsignifikant (z = 6,29, p < 0,001). Rund 29 % der Ehefrauen männlicher Milliardäre sind hingegen in der Philanthropie tätig – einer Beschäftigung, die oft erst durch den Status des wohlhabenden Ehegatten ermöglicht wird.
Die Studie fasst es wie folgt zusammen:
„Female billionaires appear to be more likely to have a partner in the same upper-class fraction than male billionaires, who appear to be more liberal regarding their spouses’ class positions.“
Männliche Milliardäre zeigen sich also deutlich „großzügiger“ – sie heiraten häufiger in die kulturelle oder balanced Elite oder sogar in Positionen, die vom eigenen Vermögen abhängig sind (z. B. Philanthropie, Kunstsammlung, Design).
Ich schiebe dazu noch mal eine weitere Studie ein:
In recent decades, the financial elite have seen their economic resources grow significantly, while the income and wealth of other households have stagnated. The financial elite includes couples who are super-rich (top one percent), rich (the 90th–99th percentile), and upper-middle class (the 80th–89th percentile). Gendered work–family arrangements in top economic groups may contribute to inequality—particularly to wealth accumulation among the elite—but relatively little is known about how these couples divide paid and unpaid work or the extent to which their arrangements differ from other couples. In this study, we uncover novel work and family patterns and trends in the most economically powerful families in the United States. We use the Survey of Consumer Finances (1989–2019) to compare the household division of labor across income and wealth groups and over time, with a focus on financial elites. We find stark contrasts between super-rich couples and other couples in the division of labor. Specifically, super-rich couples are much more likely than all other couples, including rich and upper-middle class couples, to have a traditional male breadwinner–female homemaker/caregiver arrangement. Importantly, the striking patterns of traditional arrangements in the top one percent have not changed in 30 years and, as we uncover, appear to be driven by a couple’s wealth rather than income. These findings suggest that work–family arrangements may be an integral component of economic and gender inequality.
Bei den Superreichen ist der klassische Ernährer-Hausfrauen-Haushalt also doppelt so häufig wie in der breiten Bevölkerung oder bei den „nur“ Reichen. Die Ehefrauen der reichsten Männer tragen in über der Hälfte der Fälle kein eigenes nennenswertes Erwerbseinkommen bei und ihr Beitrag ist oft „normal“ oder null (bei vermutlich starkter Unterstützung bei Haushalt und Kinderbetreuung).
Aus der ersten Studie dazu noch:
Unterschiede in beobachtbaren Merkmalen wie Alter, Vermögen oder Vermögens-quelle erklären diese Lücke praktisch nicht (−0,03 Pp., nicht signifikant).
Es bestätigt insofern in einem extremen Sample, dass Frauen Status und Ressourcen auch dann attraktiv bei einem Partner finden, wenn sie sie nicht brauchen. Und Männer diese Ressourcen im Vergleich relativ egal sind.