„Kriterien, die ich in letzter Zeit von mehreren Klienten einer Partnervermittlung gehört habe: keine wohlhabenden Ex-Freunde.“

Ein „Matchmakerin“ für Männer, also jemand der für Männer Partnerinnen sucht schrieb auf Twitter:

Criteria I’ve heard from multiple matchmaking clients recently: no rich ex-boyfriends. Guys explain it like:
– I want to introduce her to the good life
– I don’t want to hear comparisons (e.g. „oh, my last boyfriend had a home at the Yellowstone Club too…“)
I get it. Who wants to feel like a re-run?!

Oder übersetzt:

Kriterien, die ich in letzter Zeit von mehreren Klienten einer Partnervermittlung gehört habe: keine wohlhabenden Ex-Freunde.

Die Männer erklären es so:
– Ich möchte sie in das gute Leben einführen.
– Ich will keine Vergleiche hören (z. B. „Oh, mein letzter Freund hatte auch ein Haus im Yellowstone Club …“).

Ich verstehe es. Wer will sich schon wie eine Wiederholung fühlen?!

Einerseits leuchtet das ein: Es ist ja klassische intrasexuelle Konkurrenz. Der Millionär hat Angst vor dem Milliardär und fühlt sich ihm unterlegen.

Und gerade wer meint, dass er mit seinem Reichtum für Frauen interessant wird wird am liebsten eine haben wollen, die eben nicht die Nase rümpft, weil die Yacht zu klein ist im Vergleich zu der auf der sie vorher war.

Klingt aber auch allgemein nach einem sehr gefährlichen Suchschema. Man will ja quasi Golddigger, aber eben gerade solche, denen man reich genug ist.

Weswegen man eigentlich zwangsläufig Abstriche machen muss: Idealerweise nimmt man eine Frau, die einem noch reicheren nicht hübsch genug wäre oder aber eine die meint, dass man im Verhältnis zu den Faktoren Reichtum etc (er) und Schönheit etc (sie) einigermaßen gleichwertig ist und darauf setzt, dass auch er ein langfristiges Interesse hat.

Das ist das alte Dilemma schöner Frauen und reicher Männer: Beide müssen befürchten, dass sie nur wegen dieser jeweiligen Faktoren interessant sind und insoweit evtl austauschbar.

Es ist ja nicht umsonst eine männliche Fantasie, dass man als Prinz untertaucht und eine Frau findet, die einen als „Nichtprinz“ kennenlernt und liebt. Und man ist dann aber Prinz, so dass man auf jeden Fall ihrer würdig ist.

In der Hinsicht ist „keine reichen anderen Männer vorher“ ein gewisses Armutszeugnis, wenn auch verständlich.
Idealerweise sollte sie sich in reichen Kreisen bewegt haben (zB weil ihre Eltern reich sind) und einen trotzdem wollen?
Oder sie sollte selbst eine gewisse Position haben, so dass sie nicht nur an dem sozialen Aufstieg interessiert ist?

Der Ansatz, dass sie sich in das Leben verliebt, dass sie durch einen hat (und nicht in die Person) scheint mir gefährlich zu sein