- Teil 1: Wut auf Männer ist wichtig, aber nicht immer eine Lösung“
- Teil 2: „Mittlerweile glaube ich, dass die Mutter-Sohn-Beziehung dafür verantwortlich ist, dass viele Männer in ihrer Partnerin einen wohlwollenden, kümmernden, fürsorglichen „Mama-Ersatz“ sehen.“
Mal sehen, wie sich die dritte Frau aufstellt.
„Es gab auch eine Situation, in der sich jemand mir gegenüber aggressiv Verhalten hat“

Foto: Privat
Sabrina, 34, sagt, dass der moderne Mann authentisch ist und sich selbst treu bleibt. Sie hat eine Tochter und lebt gemeinsam mit ihrem Mann in Oranienburg.
„Früher dachte ich, ein Mann müsse der Beschützer der Familie sein und dürfe in der Öffentlichkeit keine Gefühle zeigen. ‚Männlichkeit‘ habe ich immer mit Stärke und Unabhängigkeit verbunden. Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Männer keine Gefühle ausdrücken und nur wenig emotionale Intimität zulassen konnten.
„Früher dachte ich, eine Frau müsse emotional offen sein, gleichzeitig aber mit Belastungen ruhig und reflektiert umgehen können. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit Empathie und innerer Stabilität verbunden.
Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen sehr schnell emotional reagierten, Schwierigkeiten hatten, Gefühle einzuordnen oder Distanz zu wahren, und nur wenig Raum für ruhige, sachliche Auseinandersetzung ließen.“
2.
„Früher dachte ich, eine Frau müsse gut kommunizieren können und auch in Konflikten souverän bleiben. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit emotionaler Intelligenz und Beziehungsfähigkeit verbunden.
Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen Gefühle stark personalisierten, Kritik nur schwer trennen konnten und wenig Bereitschaft zeigten, emotionale Grenzen zu respektieren oder Konflikte nüchtern auszutragen.“
3.
„Früher dachte ich, eine Frau müsse selbstständig sein und emotionale Nähe nicht mit emotionaler Abhängigkeit verwechseln. ‚Weiblichkeit‘ habe ich immer mit Fürsorglichkeit und Eigenständigkeit verbunden.
Meine Dating-Erfahrungen haben dieses Bild bestätigt. Es gab ein paar Situationen, in denen Frauen sehr viel emotionale Bestätigung erwarteten, Unsicherheit stark nach außen trugen und nur wenig emotionale Autonomie in der Beziehung zuließen.“
Das war dann alles sehr oberflächlich und konnte für mich nicht ‚tiefer‘ gehen.
Es gab auch eine Situation, in der sich jemand mir gegenüber aggressiv Verhalten hat. Nicht körperlich, sondern eher verbal und psychisch. Er hat mich kontrolliert. Ich kann allen Frauen nur raten: Setzt Grenzen. Nicht erst in einer Beziehung, sondern schon, wenn ihr toxische Männlichkeit beim Dating erkennt.
Wie viele andere bin auch ich mit geschlechterspezifischen Stereotypen aufgewachsen, zum Beispiel was die Berufswahl betrifft. Mir wurde immer suggeriert, es gäbe gewisse Berufe die ‚männlich‘ sind, während andere als ‚weiblich‘ gelten. So gab es für mich nie männliche Erzieher oder weibliche Metzgerinnen. Das Gleiche gilt für angeblich ‚typisch männliche und weibliche Charaktereigenschaften‘. Heute weiß ich: Diese Bilder sind reine gesellschaftliche Vorstellungen und Erwartungen davon, wie sich Männer oder Frauen verhalten, fühlen oder aussehen sollten. Solche Stereotype sind immer einschränkend.
Nicht nur der moderne Mann, sondern auch die moderne Frau befindet sich in einem ständigen Wandel, der nicht zuletzt von gesellschaftlichen Entwicklungen und vor allem aber persönlichen Erfahrungen geprägt ist.Für mich sollte ein moderner Mann – wie die moderne Frau – Offenheit und Empathie zeigen, respektvoll mit anderen Mitmenschen umgehen, zuhören und Verantwortung übernehmen.
Sowohl in persönlichen Beziehungen als auch in der Gesellschaft. Ein normales Verständnis von Gleichheit und Diversität ist mir wichtig und die Fähigkeit, sich an Veränderungen anzupassen.
Für mich spielen emotionale Offenheit und Verwundbarkeit mittlerweile eine größere Rolle, ebenso wie die Teilung der Aufgaben im Haushalt und in der Kindererziehung.
Es ist wichtig, dass sich Männer in ihrer Identität wohlfühlen und die Möglichkeit haben, verschiedene Rollen ohne gesellschaftlichen Druck zu erkunden. Egal ob Männlichkeits- oder Weiblichkeitsbild: Wichtig ist doch nur, dass es einen Raum für individuelle Unterschiede gibt. Entsteht dadurch möglicherweise eine gesündere Beziehung oder ein besseres Verständnis zwischen den Geschlechtern? Who knows!“